Linktipp: TATORT ARCHIV – Ein Film über die Arbeit mit Quellen im Archiv

Recherche ist für viele Autoren ein integraler Bestandteil ihrer Arbeit. Das trifft bei Weitem nicht nur auf die Verfasser historischer Romane oder gar Fachliteratur zu. Oftmals braucht man für seine Idee, für die Grundlage seiner Geschichte Kenntnisse, die man sich zusammensuchen muss und sollte, wenn man seinen Roman so gut wie möglich mit Fakten unterfüttern möchte.

Sicher, der Leser ist bestenfalls bereit, die eine oder andere Ungenauigkeit zu verzeihen. Aber wenn es zu groben Schnitzern, zu durch nichts zu belegenden Behauptungen oder Aussagen kommt, dann ist die Gefahr groß, seinen Leser zu verlieren. Schlimmstenfalls für immer.

Bei meinem, in der Hölle für (noch) nicht fertiggestellte Manuskripte schlummernden, Roman aus der Zeit des Nationalsozialismus etwa ist es für mich sehr wichtig, möglichst authentisch zu bleiben. Es ist ein sensibles Thema und wenn ich dann etwa anfangen würde, Schauplätze oder historische Tatsachen zu verfremden, weil ich es nicht besser weiß oder es mir egal ist, dann würde ich dem Roman und mir selbst gewaltig schaden.

Recherche ist also wichtig und nicht immer reicht es aus, das Internet zu bemühen, oder in die örtliche Stadtbibliothek zu gehen. Dann kann es sich lohnen, sich an öffentliche Archive zu wenden.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift DAMALS bin ich auf einen Film des Historischen Seminars der Universität Zürich aufmerksam gemacht worden, in dem exemplarisch eine mögliche  Recherche in einem Archiv gezeigt wird. Ich fand das ganz interessant, auch wenn ich selbst noch nicht auf Archive zurückgegriffen habe.

Aber vielleicht interessiert es ja auch den einen oder die andere von euch.

Der Film, der eine Laufzeit von rund 16 Minuten umfasst, ist unter dieser Adresse abrufbar.

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Blutdruck an Großhirn

Seit meinem Sturz und dem daraus resultierenden Bruch ist inzwischen ein Vierteljahr (unfassbar…) vergangen. Und abgesehen davon, dass ich immer noch nicht wieder richtig auf dem Damm oder arbeitsfähig bin, gab es da noch eine Altlast, um die ich mich diese Woche nun endlich kümmern konnte. Okay, ich gebe zu, meine Frau hat leichten Druck ausgeübt 😉 .

Der Unfall ist ja, wie berichtet, als Folge einer Schwindelattacke entstanden. Um abzuklären, ob es da gesundheitliche Gründe gibt, die man im Auge behalten sollte, wurde noch während meines Krankenhausaufenthaltes ein Langzeit-EKG und ein Langzeit-Blutdruck durchgeführt. Ich bin seit Jahrzehnten Bluthochdruckpatient und da war der Gedanke naheliegend, dass da etwas quer geschossen hat.

Wie gesagt, das Ganze ist nun ein Vierteljahr her. Und irgendwie hatten bis jetzt weder ich noch meine Hausärztin irgendeinen Mucks von den Kardiologen im Krankenhaus gehört, dass die Sache mal befundet worden wäre. Durch meine Entlassung damals hatte ich nicht mehr stationär auf die Ergebnisse gewartet. Das war auch so mit der Kardiologie abgesprochen.

Anfang Dezember habe ich das erste Mal dort angerufen und mit der Sekretärin des Chefarztes gesprochen. Was man halt so an Telefonnummer im Internet findet. Die gute Frau kam sehr sympathisch rüber und versprach mir, sie würde der Sache gleich auf den Grund gehen und sich dann melden.

Das selbe versprach sie mir circa zwei Wochen später. Dann kam Weihnachten. Da ist im Chefarztbüro wahrscheinlich niemand bei der Arbeit, dachte ich mir. Und dann kam die Rechnung der Kardiologen, welche, natürlich, möchte man fast sagen, auch die Leistungen für die Langzeit-Untersuchungen enthielt.

Daraufhin rief ich letzte Woche wieder im Chefarztbüro an und dieselbe nette Sekretärin versicherte mir, sie würde noch am selben Tag die Unterlagen heraussuchen, meiner Ärztin faxen und mich dann anrufen.

Nun, ihr könnt es euch denken.

Gestern hatte ich dann wieder einen Termin beim Chirurgen, weil die Heilung ja immer noch nicht verläuft, wie ich mir das so vorstelle (ganz kurz: Der Knochen sieht okay aus, wir machen zur Vorsicht noch ein MRT). Und weil wir schon mal da waren, sind wir dann auf einen Abstecher in die Kardiologie gegangen, um mal persönlich nachzuschauen, was es denn mit den Unterlagen so auf sich hat.

Eine andere Sekretärin, sehr freundlich und bemüht, nahm sich der Sache an, fragte mehrmals, wieso ich nicht gleich zu ihr gekommen sei (äh, weil im Internet nicht ihre Telefonnummer stand!?) und vermittelte mir dann für heute ein Gespräch mit dem Oberarzt, der damals auch die Untersuchung vorgenommen hatte, weil sein Chef gerade im Urlaub war, oder so. Angekündigt wurde ich ihm mit: „Der Patient möchte wissen, ob er jetzt einen Schrittmacher oder einen Eventrekorder braucht.“

Ja, so habe ich auch geschaut.

Um eine lange Geschichte kurz zu halten. Ich hatte ein nettes, halbstündiges Gespräch mit dem Arzt, der sich dazu bereit erklärte, mir den kompletten Befund in aller Ausführlichkeit zu erklären. Dabei habe ich z.B. gelernt, dass man die meisten Messungen des Langzeit-EKG gepflegt in die Tonne treten kann, weil es zu eklatanten Fehlmessungen einzelner Kontakte kommt.

Im Ergebnis empfiehlt er, die Blutdruckmedikation recht umfassend neu zu gestalten. Wäre nett gewesen, das schon vor einigen Monaten gewusst zu haben, dann hätte man das bequem machen können, während ich sowieso flach gelegen habe. So befürchte ich, dass ich mit dem Blutdruck jetzt auch wieder Probleme kriegen könnte in der Umstellungsphase. Aber schauen wir mal.

Jedenfalls kann ich mir jetzt aussuchen, ob ich mich ärgere, dass das mit den Ergebnissen so lange gedauert hat (die „Erklärungen“ dazu erspare ich euch mal, es läuft auf die berühmten internen Abläufe hinaus), oder ob ich mich freue, weil ich diese ausführliche Erklärung im Leben nicht bekommen hätte, wenn man mir oder meiner Ärztin einfach den Befund geschickt hätte, wie man es mehrfach versprach.

Ich glaube, ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit. Blutdruck an Großhirn: Bereit zum Sinken!

Website über das Schreiben? Interessant …

Na, das würde mich jetzt aber mal wirklich interessieren, wer da vom Schreiben auf ein vermeintlich einbringlicheres Gewerbe umgesattelt hat.

Ich folge naturgemäß einer ziemlichen Menge an Schreibseiten im Internet. Dafür nutze ich den Internetdienst „Feedly“, der mir hilft, auf dem Laufenden zu bleiben, ohne manuell auf Dutzenden von Seiten nachschauen zu müssen, ob es etwas Neues gibt. Die Newsfeeds habe ich dabei nach Kategorien geordnet.

Nun bekam ich Neuigkeiten aus der Rubrik „Schreiben“ angezeigt. Gleich fünf neue Nachrichten in einem einzigen Feed. Ungewöhnlich.

Aber gut, Klappern gehört ja zum Geschäft. Besonders zu diesem Geschäft:

Kostenlose Live-Sexcams und Sexchat

So lautet jetzt der Titel der Website. Leider kann ich nicht mehr nachvollziehen, welche Schreibseite das mal gewesen ist. Aber interessieren würde es mich ja doch. Und ob man damit wirklich besser verdient als mit dem Autorendasein.

Hat jemand sachdienliche Hinweise? 😉

So was Ähnliches wie ein Neujahrs-Vorsatz

Nun, seid ihr auch alle mehr oder weniger gut in das neue Jahr gestartet? Mein Jahr begann gleich mal mit einer Beerdigung im Verwandtschaftskreis und leider auch einem weiteren Krankenschein. Die Feiertage, vor allem rund um Weihnachten, wo noch der Geburtstag meiner Tochter hinzu kam, haben mir doch arg zu schaffen gemacht. Am Ende halfen nur noch stärkste Schmerzmittel, damit mein Fuß Ruhe gab. Dafür fühlte sich danach alles ganz schön leicht und nach Schweben an 😉 .

Nun werde ich nächste Woche noch einmal zum Chirurgen gehen, der eigentlich mit meinem „Fall“ schon abgeschlossen hatte. Aber meine Hausärztin meinte, dass es ja keinen Sinn macht, wenn ich immer noch (fast) ständig Schmerzen habe und sie könne ja nun mal leider nicht in den Fuß hinein gucken. Also zurück zum Absender, soll der sich das mal ansehen.

Bei mir hat sich allerdings, ausgelöst durch die Umstände, so etwas wie ein Neujahrs-Vorsatz herausgebildet, auch wenn ich von denen eigentlich nicht viel halte. Deswegen schreibe ich euch jetzt auch nicht, dass ich dieses Jahr mindestens vier Bücher schreiben, fünf veröffentlichen und sechs verkaufen möchte. Gut, ich würde mich nicht dagegen wehren, aber das ist ja doch noch was anderes, nicht wahr?

Nein, mein „Vorsatz“ bezieht sich auf die Kommunikation und Interaktion mit meinen Lesern hier, meinen Autorenfreunden und -freundinnen und allen, die dort draußen noch mit mir in Kontakt stehen.

Ich habe, insbesondere in den letzten Monaten, ganz oft irgendwas irgendwo geschrieben und dann auf eine Antwort hin nicht mehr reagiert. Ja, das hat auch was mit „PC geht nicht und Tablet kotzt mich an“ zu tun. Es ist aber auch eine Einstellungssache.

Die, die mich hier von Anbeginn an verfolgen, werden sich vielleicht noch erinnern, dass hier beinahe jeden Tag (mindestens) ein Beitrag erschien und ich mich darüber hinaus zu geradezu aberwitzig kurzen Reaktionszeiten auf Feedback verpflichtet sah. Irgendwann wurde ich, was das anging, ein wenig gechillter. Man, auch nicht ich, muss nicht binnen zehn Minuten auf jeden Kommentar, binnen 12 Stunden auf jede E-Mail antworten.

Aber ganz stillschweigend bin ich da so langsam aber sicher in ein anderes Extrem gekippt und jetzt braucht es teils ewig bis zu einer Reaktion von mir. Nicht schön. Nicht sehr nett und auch nicht die Art, wie ich mit anderen umgehen möchte.

Deswegen ist mein „Vorsatz“, diese Reaktionszeiten und damit die gesamte Kommunikation, wieder etwas zu beschleunigen. Weil so ein Blog ja nicht nur stures Rausrotzen von Beiträgen sein sollte. Dann könnte ich die Kommentarfunktion auch deaktivieren. Keine schöne Option.

Das ist im Übrigen eine Aussage, an der ich mich messen lassen möchte: Also, wenn jemand auf irgendeine Antwort oder Reaktion von mir wartet, dann einfach in den Hintern treten. Der ist zwar, wie auch immer, im Rahmen der Fußgeschichte etwas schmaler geworden (ich habe, trotz gefühlter Süßigkeiten-Dauerfresserei, runde 15 Kilo abgenommen), aber der hält das schon aus.

Und das Ganze ist deswegen kein echter Vorsatz, weil die sowieso alle ein schmales Verfallsdatum haben. Oder habt ihr da andere Erfahrungen? 😉