Blutdruck an Großhirn

Seit meinem Sturz und dem daraus resultierenden Bruch ist inzwischen ein Vierteljahr (unfassbar…) vergangen. Und abgesehen davon, dass ich immer noch nicht wieder richtig auf dem Damm oder arbeitsfähig bin, gab es da noch eine Altlast, um die ich mich diese Woche nun endlich kümmern konnte. Okay, ich gebe zu, meine Frau hat leichten Druck ausgeübt 😉 .

Der Unfall ist ja, wie berichtet, als Folge einer Schwindelattacke entstanden. Um abzuklären, ob es da gesundheitliche Gründe gibt, die man im Auge behalten sollte, wurde noch während meines Krankenhausaufenthaltes ein Langzeit-EKG und ein Langzeit-Blutdruck durchgeführt. Ich bin seit Jahrzehnten Bluthochdruckpatient und da war der Gedanke naheliegend, dass da etwas quer geschossen hat.

Wie gesagt, das Ganze ist nun ein Vierteljahr her. Und irgendwie hatten bis jetzt weder ich noch meine Hausärztin irgendeinen Mucks von den Kardiologen im Krankenhaus gehört, dass die Sache mal befundet worden wäre. Durch meine Entlassung damals hatte ich nicht mehr stationär auf die Ergebnisse gewartet. Das war auch so mit der Kardiologie abgesprochen.

Anfang Dezember habe ich das erste Mal dort angerufen und mit der Sekretärin des Chefarztes gesprochen. Was man halt so an Telefonnummer im Internet findet. Die gute Frau kam sehr sympathisch rüber und versprach mir, sie würde der Sache gleich auf den Grund gehen und sich dann melden.

Das selbe versprach sie mir circa zwei Wochen später. Dann kam Weihnachten. Da ist im Chefarztbüro wahrscheinlich niemand bei der Arbeit, dachte ich mir. Und dann kam die Rechnung der Kardiologen, welche, natürlich, möchte man fast sagen, auch die Leistungen für die Langzeit-Untersuchungen enthielt.

Daraufhin rief ich letzte Woche wieder im Chefarztbüro an und dieselbe nette Sekretärin versicherte mir, sie würde noch am selben Tag die Unterlagen heraussuchen, meiner Ärztin faxen und mich dann anrufen.

Nun, ihr könnt es euch denken.

Gestern hatte ich dann wieder einen Termin beim Chirurgen, weil die Heilung ja immer noch nicht verläuft, wie ich mir das so vorstelle (ganz kurz: Der Knochen sieht okay aus, wir machen zur Vorsicht noch ein MRT). Und weil wir schon mal da waren, sind wir dann auf einen Abstecher in die Kardiologie gegangen, um mal persönlich nachzuschauen, was es denn mit den Unterlagen so auf sich hat.

Eine andere Sekretärin, sehr freundlich und bemüht, nahm sich der Sache an, fragte mehrmals, wieso ich nicht gleich zu ihr gekommen sei (äh, weil im Internet nicht ihre Telefonnummer stand!?) und vermittelte mir dann für heute ein Gespräch mit dem Oberarzt, der damals auch die Untersuchung vorgenommen hatte, weil sein Chef gerade im Urlaub war, oder so. Angekündigt wurde ich ihm mit: „Der Patient möchte wissen, ob er jetzt einen Schrittmacher oder einen Eventrekorder braucht.“

Ja, so habe ich auch geschaut.

Um eine lange Geschichte kurz zu halten. Ich hatte ein nettes, halbstündiges Gespräch mit dem Arzt, der sich dazu bereit erklärte, mir den kompletten Befund in aller Ausführlichkeit zu erklären. Dabei habe ich z.B. gelernt, dass man die meisten Messungen des Langzeit-EKG gepflegt in die Tonne treten kann, weil es zu eklatanten Fehlmessungen einzelner Kontakte kommt.

Im Ergebnis empfiehlt er, die Blutdruckmedikation recht umfassend neu zu gestalten. Wäre nett gewesen, das schon vor einigen Monaten gewusst zu haben, dann hätte man das bequem machen können, während ich sowieso flach gelegen habe. So befürchte ich, dass ich mit dem Blutdruck jetzt auch wieder Probleme kriegen könnte in der Umstellungsphase. Aber schauen wir mal.

Jedenfalls kann ich mir jetzt aussuchen, ob ich mich ärgere, dass das mit den Ergebnissen so lange gedauert hat (die „Erklärungen“ dazu erspare ich euch mal, es läuft auf die berühmten internen Abläufe hinaus), oder ob ich mich freue, weil ich diese ausführliche Erklärung im Leben nicht bekommen hätte, wenn man mir oder meiner Ärztin einfach den Befund geschickt hätte, wie man es mehrfach versprach.

Ich glaube, ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit. Blutdruck an Großhirn: Bereit zum Sinken!

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10 Gedanken zu “Blutdruck an Großhirn

  1. Das ist ja das leidige: Man muss wachsam und hartnäckig sein und dazu noch Glück haben, wenn es um die eigene Gesundheit geht oder die der Angehörigen. Viel Bewegung halte ich bei Bluthochdruck immer noch für einen guten Tipp – der Dir im Moment nicht hilft, leider. Drücke die Daumen und wünsche weiter gute Besserung!!!

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