#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 05 und 19

Heute lassen wir das erste Mal einen Tag beim Autorenwahnsinn aus, denn die Frage des 18. Tages hätte sich darum gedreht, was für ein Notizbuch ich im Moment verwende. Die Antwort darauf – gar keins – wäre jetzt nicht besonders interessant gewesen.

Deswegen machen wir nahtlos mit dem fünften und dem neunzehnten Tag weiter, was meint ihr? Gut!

Tag 05: Wenn du mit deinen Protagonisten in den Urlaub fahren könntest … Welcher von ihnen würde dich begleiten? Wohin geht es?

Das ist eine wirklich schwere Frage, weil einem auf die eine oder andere Art natürlich jeder einzelne Protagonist ans Herz wächst. Auch wenn sich der eine oder die andere von ihnen schon einmal ein wenig zickig gezeigt hat in der Vergangenheit. Aber das ist ja bis zu einem gewissen Grad nun auch wieder meine Schuld, aus der ich nicht wirklich herauskomme. Was erschaffe ich auch so freigeistige Charaktere? Andererseits: Wer will schon von Personen lesen, die immer nur das tun, was man ihnen sagt …

Die nächste Frage, die sich sofort anschließt, ist die, ob es sich bei diesem Urlaub nun um einen reinen Erholungsurlaub handeln soll, oder ob es im Urlaub auch ein wenig „Action“ geben darf. Denn dann würde ich mich jeweils für andere Protagonisten entscheiden.

Meine Wahl für einen reinen Urlaub am Strand und in der Sonne wäre Sascha Wolf, der Protagonist aus „Das Haus am See“. Der Grund dafür wäre, dass wir uns in Bezug auf unsere jeweiligen Macken und Problemchen recht ähnlich sind (ach, nee …). Damit wäre wahrscheinlich für hinreichende Harmonie am Pool gesorgt. Trotzdem hätten wir uns genug zu erzählen, dass uns nicht allzu langweilig werden sollte.

Wenn es ein wenig handfester im Urlaub sein darf, dann habe ich die Qual der Wahl zwischen Jakob Dillken, dem Protagonisten aus „Darkride“ und Hinnerk Klagen, dem Protagonisten aus „Die Welt der stillen Schiffe“. Ich glaube, ich würde mich für Hinnerk entscheiden. Denn der lebt an einem Ort, an dem es sich sicher lohnen würde, mal Urlaub zu machen.

Mehr kann ich euch, aufgrund massiver Spoilergefahr, dazu aber leider nicht erzählen 😉 .

Tag 19: Hot, hot, hot! Heute wollen wir ein heißes, sinnliches Zitat von dir lesen.

Wenn es um ein sinnliches Zitat aus einem meiner Romane gehen soll, geht der Blick zwangsläufig als erstes in Richtung „Der Beobachter und der Turm“. Allerdings muss ich gestehen, dass mir spontan jetzt gar keines einfällt, das in die passende Kategorie fällt und nicht einen weiteren Zusammenhang benötigt.

Schnell mal nachschauen …

Okay, ich glaube, ich habe eine Stelle. Ist zwar auch mehr als nur ein kurzes Zitat, aber wir haben ja hinreichend Platz hier, nicht wahr?

Sie ging rückwärts voraus, immer mit dem Gesicht auf ihn gerichtet. Dabei leckte sie sich die Lippen und warf ihm Blicke zu, die alles versprachen. Richard wurde abwechselnd heiß und kalt. Sein Verlangen steigerte sich ins Übergroße und eben als er vorpreschen und sie einfach packen wollte, erreichte sie die Schlafzimmertür und stieß sie auf, wozu sie sich leicht zur Seite drehte.
Richard konnte den Schwung, denn er war tatsächlich losgelaufen, nicht mehr abbremsen rauschte durch die Tür und fiel der Länge nach aufs Ehebett.
Veronika lachte leise und schloss die Tür. Sie fuhr sich durch die Haare, was Richard jedoch nur hörte und nicht sah, denn er war platt wie eine Flunder liegen geblieben. Und noch etwas hörte er sehr deutlich: Wie sie den Kimono von ihren Schultern gleiten ließ.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Kickoff und die Tage 1 und 14

Es herrscht wieder Autorenwahnsinn in den sozialen Netzwerken und den Blogs. Das Team vom Schreibwahnsinn hat es sich nicht nehmen lassen, nach der ersten Auflage des munteren Fragespielchens zu Jahresbeginn nun eine Sommeredition aufzulegen. Den Schreiberinnen und Schreibern soll sie dabei helfen, das Sommerloch ein wenig zu stopfen und den Leserinnen und Lesern, die jeweiligen Büchermenschen noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich den Start in die Aktion bestmöglich verschlafen und hänge mich jetzt erst nachträglich hinten an. Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch wieder zu Beiträgen kommt, in denen mehr als eine Frage Beantwortung findet. Ich werde mir aber, anders noch als im Januar, auch die Freiheit erlauben, die eine oder andere Frage einfach auszulassen, wenn sie mich nicht betrifft oder wenn mir zu ihr nichts einfällt. Aber ich denke, das ist schon ganz okay so.

Des Weiteren geht ein „eigener“ Beitrag, der mir unter den Fingernägeln brennt, immer vor. Auch wenn ich das beim letzten Mal nicht ganz durchgehalten habe, was zu massiven Doppelpostings am Tag führte. Aber das wird dann ein wenig zu viel des Guten, fürchte ich.

Nun dann, ohne weitere Vorrede starten wir mal mit „meinem“ Autorenwahnsinn des Sommers 2017:

Tag 01: Woran schreibst du diesen Sommer?

Nächste Frage, bitte. Nein, ernsthaft, ihr habt das Drama ja schon mitbekommen. Ich schreibe im Endeffekt viel zu wenig, aber ich gelobe Besserung. Meine Kurzgeschichte „Die Behüter des Wahren“ ist immer noch ein Thema und zwar eines, dem ich mich nun auch wieder widmen möchte.

Und dann habe ich, für mich selbst auch vollkommen überraschend, gestern noch einmal eine neue Idee für eine Szene in „Der Morgen danach“ bekommen, die jetzt nicht grundlegend neu ist, aber ein wenig Veränderung erfahren wird. Ich erhoffe mir davon, dass der Charakter meines Protagonisten und sein Antrieb noch einmal ein wenig geschärft werden – bevor es dann langsam in Richtung des Showdown geht.

Da muss ich aber natürlich auch wieder in den Clinch mit meiner Lektorin gehen, ob ihr das so überhaupt gefällt. Schauen wir mal!

Ansonsten trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht auch noch einmal eine neue Verlagsbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Die Verlagshomepage ist in meinem Browser jedenfalls seit Wochen in einem eigenen Tab geöffnet und wird brav bei jedem Start mitgeladen 😉 .

Tag 14: #Monday Motivation – Was motiviert dich?

Montags motiviert mich vor allem die Tatsache, dass bald schon wieder Wochenende ist.

Spaß auch hier beiseite. Die größte Motivationsquelle, die ich habe, ist und bleibt mein Blog. Da habe ich das Hohelied ja schon ein paar Mal gesungen. Man mag es als eine spinnerte Idee abtun, ihn so exzessiv mit Inhalten zu fluten, wie ich das tue, aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue eine Erinnerung daran, was ich eigentlich tue und was ich eigentlich tun will. Er erinnert mich jeden Tag ans Schreiben, an meine Projekte, an meinen Traum.

Und dann sind da natürlich die motivierenden Erfolge auf dem Weg. Davon habe ich ja gerade am Samstag erst geschrieben. Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Luftschlösser, die man sich so aufbaut.

Und ja, ich gebe es zu, ein ganz klein wenig werde auch ich durch etwas wie Neid motiviert. Zwar positiver Neid, aber es bleibt Neid. Wenn ich sehe, wie weit andere Autorinnen und Autoren es bereits gebracht haben, dann denke ich mir, dass ich das auch will. Regelmäßige Veröffentlichungen und das ganze Programm. Und sei es nur, dass ich neidisch auf die Traute bin, das alles auch im Zweifel auf eigene Faust im Selfpublishing durchzuziehen.

Hey, nicht falsch verstehen, ich gönne jedem von euch jeden erdenklichen Erfolg! Aber eigener Erfolg und eigene Motivation ist nicht zuletzt auch immer ein Resultat aus diesem „will ich auch“-Gefühl. Denkt ihr nicht auch?

Ich bitte also darum, dass mir das niemand übel nimmt 🙂 .

Der Sonntagsreport vom 21.05.2017 – Über die Zeit

Hallo ihr Lieben!

Der Mai schreitet weiter voran und es ist kaum zu glauben, aber wahr, damit haben wir bald schon fünf Zwölftel des Jahres wieder hinter uns gebracht. Ja, ich weiß, für diese Erkenntnis hättet ihr mich jetzt nicht unbedingt gebraucht, aber ich finde es dennoch einfach erstaunlich, wie schnell die Zeit doch immer wieder vergeht. Gerade auch, wenn ich mich so umschaue und versuche zu realisieren, was sich in Bezug auf meine Schreiberei so getan hat und tut.

Es ist jetzt beinahe wieder eine Woche her, dass die Absage für „Darkride“ in meinem Postfach landete. Und in dieser Woche habe ich genau gar nichts gemacht, um mich diesem „Problem“ auf andere Weise zu widmen. Eine Woche ist nicht viel Zeit, könnte man sagen und doch ist es irgendwie sehr viel Zeit – eben, weil sie so schnell vergeht.

Anfang des Monats, übrigens auch schon wieder vor drei Wochen, habe ich geschrieben, dass es mir im Moment leicht fällt, Dinge zu erledigen. Na ja, bei manchen Sachen ist das nach wie vor so, andere gestalten sich mal wieder schwieriger. E-Mails beantworten, zum Beispiel.

Aber auch, die Dinge in die Hand zu nehmen und mich auf den Hosenboden zu setzen, um vielleicht meine beiden Projekte „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“ in die Welt zu bringen.

Ich habe diese Woche eine E-Mail von meinem Vater bekommen (schöne Grüße!) in welcher dieser mich auf meinen Blogartikel von Dienstag ansprach. Das war der, in dem ich von der Philosophie des Scheiterns sprach. Er war darin über meine Gedanken zu den unterschiedlichen Projekten gestolpert und blickte nicht mehr so richtig durch.

Das hat in mir zwei Fragen ausgelöst. Erstens: Blicken eigentlich alle meine Leser noch durch? Und zweitens: Blicke ich selber noch richtig durch?

Auch hier spielt der Faktor Zeit eine Rolle. Dass ich angefangen habe, mich mit dem Projekt „Darkride“ wieder umfangreicher zu beschäftigen, ist dieser Tage auch schon wieder zwei Monate her – ebenso wie die Leipziger Buchmesse, man stelle sich vor.

Und wann ich das letzte Mal richtig an „Der Beobachter und der Turm“ gearbeitet habe, da müsste ich inzwischen schon auf den Zeitstempel der entsprechenden Dateien schauen, um das nachvollziehen zu können.

Die Zeit rast also nur so dahin und ehe man es sich versieht, wird auch der Juni und damit ein halbes Jahr herum sein. Was kann, was soll bis dahin passieren?

Im Beruf ist es wichtig, sich Deadlines zu setzen. Ich frage mich allmählich, ob es sinnig wäre, genau das auch für meine Schreibprojekte zu tun. Nun ja, wenigstens in Bezug auf „Der Morgen danach“ wird es genau dazu ja bald kommen – wobei da die Erkrankung meiner Lektorin (gute Besserung!) ja auch zeigt, dass es anders kommen kann, als man denkt.

Es widerstrebt mir eigentlich, einen genauen Terminkalender zu führen. Vor allem, weil ich ja bei den meisten Dingen total eigenverantwortlich bin. Aber tut das gut? Ist eine Mischform vielleicht angebrachter und erstrebenswert?

Ich glaube, ich schreibe ziemlich wirr, aber das sind eben Gedanken, die mir in Bezug auf das Zeitmanagement so kommen. Oder auch in Bezug auf die Zeit an sich. Wir nehmen uns für so viele Dinge Zeit, aber selten dafür, einfach mal über die Zeit nachzudenken.

Ja, doch, eindeutig ein wirrer Blogbeitrag, den ich hier produziere. Aber das ist ja nicht das erste Mal, nicht wahr? 😉

Wie handhabt ihr das, wenn ihr mehrere Dinge „gleichzeitig“ auf der Pfanne habt? Arbeitet ihr die nach Lust und Laune ab? Nach einem festen Stundenplan? Organisiert ihr euch selbst oder seid ihr Chaoten? Ich wäre euch wirklich für eure Gedanken und Anregungen dankbar.

Damit ich vielleicht von dem dummen Gefühl herunterkomme, Teile meiner Zeit auch einfach so zu verschwenden.

Hach, ich „liebe“ es, wenn ein Beitrag ganz anders wird, als er gedacht war …

Euch trotzdem einen guten Wochenstart!

Euer Michael

Romanüberarbeitung: Wann ist „fertig“ wirklich fertig?

Die Ausgangslage

Die ersten gut drei Monate des Jahres 2017 waren stark vom Thema Überarbeitung geprägt. Mein Roman „Der Morgen danach“ soll, so steht es im geschlossenen Vertrag, nach Möglichkeit in diesem Jahr noch erscheinen und dazu muss natürlich von vielen Seiten Hand in Hand gearbeitet werden. Ich als Autor bin dabei derjenige, der zuerst einmal „liefern“ muss.

Sicherlich ist die Situation, die ich bei und mit diesem Manuskript gehabt habe, nicht stellvertretend für alle Manuskripte anwendbar. Die Umstellung der Erzählperspektive war eine Aufgabe, die mich mehr gefordert hat, als ich es dachte. Und es war eine Aufgabe, die ich in dieser Weise vorher noch nie zu bewältigen hatte.

Bisher schrieb ich alle meine Romanentwürfe für die berühmte Schublade. Es war egal, ob sie perfekt waren, es war auch egal, ob sie sich stringent lasen. Aber dieser Roman hier, der wird zu einer Art Visitenkarte für mich werden. Bestenfalls wird er für den Verlag und für mich zu einem Erfolg, der sich für beide Parteien am Ende auszahlt. Und für den Leser natürlich.

Die verschiedenen Phasen der Überarbeitung

Interessant war, dass ich bei dieser Überarbeitungsrunde einen ganz anderen Arbeitsweg ausprobieren konnte, als es z.B. letztes Jahr bei der Überarbeitung meines Romans „Der Beobachter und der Turm“ war. Damals habe ich überarbeitet, dann den Roman an Testleser geschickt, und hinterher deren Feedback eingearbeitet – wobei sich auch Dinge herauskristallisierten, die ich grundsätzlich bei einer Überarbeitung beachten sollte, und die auch jetzt wieder ihre Rolle gespielt haben.

Bei „Der Morgen danach“ war es so, dass ich bis zuletzt im eigenen Saft schwamm. Abgesehen von der Textprobe, die mir den Vertrag mit dem Scylla Verlag eingebracht hat, hat niemand dieses Manuskript gelesen und mir belastbare Änderungsvorschläge dazu gegeben. Ich war also auf mich allein gestellt.

In der ersten Phase der Überarbeitung bin ich das gesamte Manuskript durchgegangen und habe die Erzählperspektive umgestellt. Parallel dazu habe ich eifrig Kürzungen vorgenommen, wo sie mir angeraten erschienen.

Ein zweiter Durchlauf durch den Gesamttext war eigentlich dafür vorgesehen, nur noch Erwähnungen in der falschen Perspektive aufzustöbern, die mir zunächst entgangen waren. Es stellte sich aber heraus, dass ich diesen Durchlauf auch benötigte, um einige Logikbrüche zu kitten, die durch die vorangegangenen Kürzungen entstanden waren.

Am arbeitsintensivsten stellte sich aber die dritte Phase heraus. Und das überraschte mich wirklich. In dieser Phase nahm ich mir meine Lieblingswörter und -floskeln vor und arbeitete sie akribisch ab. Das bedeutet, wie auch in einem separaten Artikel geschildert, dass ich das Wort in die Suchhilfe eingab und dann zu jedem einzelnen Verwendungsort sprang, wo ich dann versuchte, umzuformulieren, umzustellen oder auch einfach zu löschen, wo es ging.

Diese Methode hat sich als sehr effektiv im Sinne der Textbearbeitung erwiesen, mich allerdings in gewisser Weise auch an die Grenzen des Machbaren geführt. Denn zwangsläufig bekommt man so die meisten Textpassagen immer und immer wieder zu Gesicht, bis man sie irgendwann nicht mehr sehen mag. Und das im wahrsten Sinne des Wortes!

Kann man einen Roman zu sehr überarbeiten?

Ich denke, dass ich diese Frage ohne Umschweife mit einem „Ja“ beantworten kann. Allerdings nicht, ohne ihr ein kleines „Aber“ hinterher zu schicken.

Die Erfahrung, die ich mit „Der Morgen danach“ gemacht habe, hat mir gezeigt, dass es für einen Autor nicht gut ist, wenn er zu sehr auf sich alleine angewiesen ist. Deswegen kann ich nur allen angehenden, abgehenden und sonstwie in die Welt gehenden Kolleginnen und Kollegen immer wieder raten, dass sie sich Unterstützung suchen. Sei es, dass sie Testleser finden, oder dass sie einen Lektor beauftragen.

Ich habe mir im Rahmen der Überarbeitung, besonders zu ihrem Ende hin, als der Spaß am Manuskript exponentiell abnahm, sehr oft die Frage gestellt, ob man es mit der Überarbeitung so sehr übertreiben kann, dass man irgendwann den richtigen Zeitpunkt verpasst, um diesen noch in die Welt zu entlassen.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Manuskripte einen langsamen und qualvollen Tod in der Überarbeitungshölle sterben, weil ihren Urhebern genau das passiert, was mir auch gut hätte passieren können, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es da diese Verlagsmenschen gibt, die darauf warten, mein Manuskript zu bekommen.

Es hilft auch, die Verantwortung ein Stück weit abgeben zu können. Nicht die Verantwortung dafür, dass die Arbeit, die man abliefert, eine gute ist. Aber zumindest die dafür, alles alleine entscheiden zu müssen

Und wie läuft es bei Selfpublishern?

Hier könnte und kann ich nur in den Kanon derer einstimmen, die immer wieder darauf hinweisen, dass man sich auch als Selfpublisher keinen Gefallen damit tut, wenn man sein eigenes Süppchen kocht und nur auf sich selber hört.

Ich habe mit „Der Beobachter und der Turm“ so viele Fortschritte gemacht, weil es die Testleser gab, die mich teilweise mit sensationell hilfreichem Feedback versorgt haben. Es gibt Schreibforen, in denen man sich engagieren und seine Texte auch vorstellen kann. Auch aus Schreibratgebern kann man lernen, wenn man der Typ dafür ist.

Und dann gibt es natürlich die Dienstleister, die Lektorat, Korrektorat, Cover, Satz, alles, was so anfällt im Zusammenhang mit einer Buchveröffentlichung, abnehmen.

Aber das alles entbindet einen Autor nicht davon, zu einem Zeitpunkt X eine Entscheidung zu treffen, eine Frage zu beantworten. Und diese lautet ganz schlicht:

Bin ich wirklich fertig mit meinem Roman?

Es ist wichtig, sich dieser Aufgabe zu stellen. Umso wichtiger, je mehr man in der Eigenverantwortung steht. Am Anfang steht das Wort, alles andere kommt danach.

Wann ist denn jetzt „fertig“?

Um also die Frage vom Anfang zu beantworten, so gut ich sie mit meiner bescheidenen Erfahrung beantworten kann: „Fertig“ ist ein Roman im Wortsinne niemals. Es gibt immer noch den einen Satz, den man umstellen, das eine Wort, das man ändern könnte. Und es wird immer unterschiedliche Meinungen darüber geben. Das Feedback meiner Testleser war teilweise höchst widersprüchlich und auch bei meiner Überarbeitung vom „Morgen danach“ hatte ich Situationen, in denen ich zuerst einen Satz rausnahm, um ihn fünf Minuten später wieder reinzutun, weil ich merkte, dass ich ihn doch noch brauche.

Deswegen vielleicht noch ein praktischer Tipp: Legt euch zu jedem wichtigen Zwischenschritt eine Manuskriptkopie an. Speicherplatz kostet heute nur noch Erdnüsse. Keiner muss mehr mit Disketten jonglieren, auf denen nur 1,44 Megabyte Platz fanden. Auch wiederbeschreibbare CDs sind in Vergessenheit geraten. Auf einen USB-Stick für 8 Euro passen heute 16 oder gar 32 Gigabyte an Speicher und die meisten von euch werden garantiert nicht auswendig wissen, wie viel Festplattenspeicher der Rechner hat, an dem ihr schreibt.

Ich habe von „Der Morgen danach“ bestimmt fünfzehn verschiedene Fassungen, die es mir zu jedem Zeitpunkt ermöglichen, eine bestimmte Passage zu rekonstruieren oder wieder ins Manuskript zu holen.

Weil ein Roman eben niemals „fertig“ ist. Irgendwann wird er halt veröffentlicht, was eine Zäsur darstellt. Aber in Zeiten des eBooks hat nicht einmal diese Tatsache noch etwas Definitives.

Goldene Zeiten für Autoren, findet ihr nicht auch?

31 Tage #Autorenwahnsinn – Tag 23 und 24 – Inspirationen und Aktuelles

Wenn ich jetzt „Witz komm‘ raus“ mit euch spielen wollte, dann würde ich einfach sagen, dass ich mich nicht so recht von den Doppelpacks bei der Beantwortung der Fragen zum Autorenwahnsinn lösen konnte oder wollte. Aber das wäre wirklich ein schlechter Scherz. Tatsächlich war ich gestern einfach ziemlich groggy und, wenn ich ehrlich bin, die ganz große Motivation habe ich heute auch nicht. Aber der Appetit kommt ja beim Essen, so sagt man. Und deswegen stürzen wir uns in die Fragen, deren Beantwortung heute mal wieder länger dauern könnte.


Tag 23: Zeig uns etwas, das dich inspiriert. Egal ob Bild, Buch, Film oder Musik!

Wenn ich es mir hier einfach mache, dann verweise ich einfach wieder auf „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King und bin mit der Arbeit für Tag 23 fertig. Aber ganz so einfach möchte ich es mir nicht machen und präsentiere euch deswegen auch noch zu den anderen Inspirationsquellen etwas.

Dabei kommt mir entgegen, dass ich Bild und Musik sogar zusammenfassen kann. Die Geschichte ist für regelmäßige Leser meines Blogs nicht neu, aber vielleicht wird mir ja der eine oder andere neu durch die Challenge hierher gespült.

Ich bin ein großer Fan von Mike Oldfield. Sogar so groß, dass ich selbst die belangloseren Pop-Alben gut finde, die er gemacht hat. Muss ich für die Jüngeren unter euch erklären, wer Mike Oldfield ist? Wahrscheinlich schon. Also in Kurzform:

1973 erschien der junge, schüchterne und von Komplexen zerfressene Oldfield mit einem wahren Monster von einem Album auf der Bildfläche. „Tubular Bells“ war ein Instrumentalwerk, das er ganz alleine eingespielt hatte, wobei er um die zwanzig Instrumente verwendete. Das Album stieg, auch gepusht dadurch, dass die Anfangssequenz im Film „Der Exorzist“ verwendet wurde, bis auf die Top-Position so ziemlich jeder relevanten Albumcharts und begründete eine große Karriere.

Oldfield hat bis heute viele instrumentale Alben folgen lassen, aktuell ist gerade „Return to Ommadawn“, eine Fortsetzung zu seinem dritten Album von 1976, erschienen. Er hat aber insbesondere auch in den 80ern einige lupenreine Popsongs geschrieben, von denen die von Maggie Reilly gesungenen „Moonlight Shadow“ und „To France“ die bekanntesten sein dürften.

Und damit komme ich dann bei dem Bild und dem Album an, die mich zu meinem Roman „Der Beobachter und der Turm“ inspiriert haben:

crisesDas Album „Crises“ erschien 1983 und kombinierte das zwanzigminütige Titelstück mit fünf kürzeren Songs, darunter neben dem bereits erwähnten „Moonlight Shadow“ auch „Shadow on the Wall“, gesungen von Roger Chapman.

Der Song „Crises“ zeichnet sich durch einen sehr starken Gebrauch des damals noch recht neuen Fairlight-Synthesizer aus. Es entstanden elektronische Klänge und Strukturen, die sich mit dem für Oldfield typischen Gitarrenspiel zu ganz eigenen Mustern verbanden.

Und in Kombination mit dem Albumcover, auf das in diesem Stück durch eine Passage referenziert wird, in welcher ein Sänger immer wieder die Line »The Watcher and the Tower – Waiting hour by hour« singt, wurde ich zu einem kurzen experimentellen Text inspiriert, der sich, viele Monate später, als Keimzelle für einen Roman erweisen sollte, der dann, endlich, runde fünfzehn Jahre später auch abgeschlossen werden konnte.

Während also bei Musik, Buch und Bild die Wahl einfach war, was mich denn inspiriert, ist es bei den Filmen schwieriger. Ich weiß, dass es ein paar ganz hervorragende Filme gibt, in denen es um Autoren und das Schreiben geht. Aber ironischer Weise habe ich die meisten von denen nie in meinem Leben gesehen. Nein, nicht einmal „Der Club der toten Dichter“. Und ja, ich weiß, dass das eine eigentlich nicht zu entschuldigende Bildungslücke ist.

Es sind mehr die kurzen Segmente aus vielen Filmen, die mich inspirierten, sei es zu konkreten Szenen oder sei es nur in Bezug auf die Stimmung, die ich in einem Roman erzeugen wollte.

In meinem Roman „Lichter“ schwingt ganz viel von Rob Reiners „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ mit – den ich nach wie vor für einen der großartigsten Coming-of-age-Filme aller Zeiten halte.

In „Der Rezensent“ gibt es eine Szene, die von einem alten Aushangfoto zu dem Edgar-Wallace-Film „Der unheimliche Mönch“ inspiriert ist.

Generell kann ich also durchaus sagen, dass ich ein leicht zu inspirierender Mensch bin. Wobei die Kunst dann darin besteht, nicht in plumpe Plagiate zu verfallen. Aber das ist ja wieder ein ganz anderes Thema.


Tag 24: Zeig uns ein Foto deines aktuellen Projektes!

Das ist jetzt eine Fangfrage, denn eigentlich habe ich im Moment ja mein aktuelles Schreibprojekt „Der goldene Tod“, auch wenn das ziemlich brach liegt, aber auch die Überarbeitung von „Der Morgen danach“, die für die Veröffentlichung läuft.

Ach, wisst ihr was? Ihr bekommt einfach zwei Screenshots, weil ich mich nicht entscheiden kann :-).

Der goldene Tod:

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Der Morgen danach:

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Aber ab morgen wird es hier dann endgültig tagesaktuell! Ist ja kein Zustand, findet ihr nicht auch?

Wobei ich jetzt schon weiß, dass das kein besonders spannender Beitrag wird, habe ich doch kürzlich erst genau diese Fotos hier präsentiert.

Anyway, morgen gibt es

Tag 25: Wir wollen dein Bücherregal sehen!

Bis dahin!

Literarisch und bedeutungsschwanger

Eins muss man den Damen und Herren bei be, dem digitalen Imprint von Bastei Lübbe, ja lassen: schnell sind sie! Ich hatte, wie ihr euch vielleicht noch erinnert, zwischen den Jahren meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ dort vorgestellt. Und heute habe ich schon eine Antwort bekommen.

Diese fällt, leider, negativ aus.

Aber dennoch freue ich mich über diese Ablehnung, denn es ist keine Absage von der Stange, sondern eine nette, persönliche Mail, die mir, wenn auch kurz, doch Hinweise darauf gibt, warum es mit der Einreichung nicht geklappt hat.

Mein Roman wirke etwas zu „literarisch“ (sic!) und bedeutungsschwanger und würde daher nicht in den Kontext des Imprints und der angepeilten Leser passen.

Jetzt weiß ich, dass man es auf jeden Fall vermeiden soll, mit Verlagen über solche Schreiben zu diskutieren. Und deswegen tue ich es auch nicht. Nur als ich das Wort „literarisch“ las, fragte ich mich, ob ich denen vielleicht ein falsches Projekt angeboten hatte.

Vielleicht mag sich ja der eine oder andere meiner Testleser hierzu kurz äußern: Ist der Text zu literarisch? Ich übersetze das in dem Zusammenhang einfach mal frei mit „zu hochgestochen“. Wahrscheinlich muss ich an meiner Art arbeiten, Exposés zu schreiben.

Und noch etwas freut mich, trotz der Absage.

Der Lektoratsmitarbeiter, der mir geschrieben hat, meint, dass ihn meine „Schreibe“ grundsätzlich überzeugt habe und ich mich gerne direkt an ihn wenden könne, wenn ich wieder einmal ein Projekt aus dem passenden Themenspektrum beendet habe.

Da reckten spontan so einige „auf Halde“ liegende Romane ihre Hände in die Luft und forderten eingehende Beschäftigung ein. Aber immer Ruhe mit dem jungen Pferden. Ich werde jetzt nichts überstürzen, zumal es auch bei „Der Morgen danach“ wohl bald losgehen wird.

Aber wenn ich so an „Darkride“, zum Beispiel, denke … oder vielleicht an „Der Rezensent“ …

Träumen darf man ja noch. Steht ja schon im Namen des Blogs ;-).

Die guten Vorsätze für 2017

Kennt ihr das nicht auch? In der Silvesternacht sind wir alle immer mit dabei, wenn es darum geht, die guten Vorsätze für das folgende Jahr zum Besten zu geben. Die Klassiker sind dabei die üblichen Verdächtigen aus den Bereichen Gesundheit, Sport und Finanzen.

Und ihr kennt doch sicherlich auch das Erwachen am zweiten Januar, wenn ihr feststellt, dass es irgendwie dann doch schöner war, nicht direkt das nächste Fitnessstudio aufzusuchen, oder dass die Reste vom Käsefondue unbedingt gegessen werden mussten und, na klar, den PC, den man sich bestellt hat, bekommt man auch irgendwie im eigenen Budget unter.

Ich weiß schon, warum ich mir meine guten Vorsätze erst heute hier aufschreibe. Außerdem mache ich es mir natürlich leichter, weil ich nichts über die Gesundheit (es wäre toll, wenn ich so 20 Kilo abnehmen würde …), Sport (wenn das Fitnessstudio nicht so weit weg wäre, würde ich auch viel öfter/überhaupt noch hingehen) und Finanzen (das Netzwerk musste unbedingt jetzt mit Technik im Gesamtwert von ca. 500 Euro auf Vordermann gebracht werden) schreibe.

Nein, ich bleibe hart bei den Fakten, die euch auf dieser Webseite interessieren dürften. Und auch bei denen war es gut, dass ich sie nicht direkt am ersten Januar geschrieben habe, denn dann hätte ich heute bereits jammern müssen.

Ihr erinnert euch ja noch gut an meine „Pause“, die ich immerhin viermal unterbrochen habe. Heute nun erwischte ich mich bereits bei dem Gedanken: »Du musst unbedingt bloggen.«

Nein, muss ich gar nicht! Gut, ich meine, ich tue es jetzt ja doch, irgendwie, aber nicht aus dem Gefühl heraus, es zu müssen, sondern im Gegenteil, um dieses Gefühl ein wenig kleiner zu machen, in die Ecke zu stellen, und ihm die Eselskappe aufzusetzen.

Ein guter Vorsatz lautet für 2017 also: Ich darf auch mal nicht bloggen. Punkt! Es ist gar nicht nötig, Rechtfertigungen zu suchen oder Erklärungen. Ich darf auch mal nicht bloggen!

Nächstes Thema. Ich hatte euch von den vier Romanen erzählt, die mein Jahr 2016 bestimmt haben. Und dass keiner von denen sich in einem Stadium befindet, das man als „fertig“ bezeichnen kann.

Der Gedanke hat mich, natürlich, nicht ganz losgelassen. Klar, „Der Morgen danach“ besitzt eine Priorität in diesem Jahr. Wenn ich an diese nicht professionell herangehen würde, dann wäre es nur zu verzeihlich, wenn man auch mit mir nicht professionell umgehen würde. Da ich das aber nicht möchte, lautet ein guter Vorsatz für 2017: Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im gemeinsamen Sinne von Verlag und mir fertig stellen.

Nächste Baustelle ist dann der Roman „Der Beobachter und der Turm“. Dieser Roman ist im Prinzip so weit fertig, dass ich ihn in ein (privat finanziertes) Lektorat geben kann. Für diesen Zweck habe ich gespart und mich von einigen lieb gewonnenen Sammlungsstücken getrennt. Nun ist die Situation aber eine ganz andere, als sie es im August war, als ich mich auf die Veröffentlichung vorbereitete.

Da „Der Morgen danach“ für mich Priorität besitzt und besonders zu Beginn auch einiges an Umschreibarbeit erfordert, kann ich mich schlicht und einfach nicht um ein weiteres Projekt mit der Intensität kümmern, das es verdient. Ja, ich habe „Der Beobachter und der Turm“ bei ‚be‘ eingereicht. Aber, ganz ehrlich, viele Chancen rechne ich mir nicht aus. Es ist mehr eine Einreichung, um mir das Gefühl zu geben, dass meine Arbeit, der betriebene finanzielle Aufwand und die Arbeit der lieben Testleser nicht umsonst gewesen ist.

Aber auch hier muss ich realistisch sein und mir erlauben, den „Beobachter“, der für mich immer noch ein Herzensprojekt ist, ins zweite Glied rücken zu lassen. Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Gedanken daran, wie das passieren wird. Aber er muss und wird ganz klar die zweite Geige spielen müssen.

Mein guter Vorsatz für 2017 lautet also: Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen.

Dann steht da noch die Weiterarbeit an „Der goldene Tod“ aus. Ich habe diesen Roman zum NaNo begonnen und wusste im Prinzip vorher, dass es Schwerstarbeit werden würde, diese Aufgabe auch zu erfüllen. Ich war zeitlich einfach total eingespannt. Alleine der Verkauf meiner CD-Sammlung auf eBay hat jede Menge Zeit gefressen, die ich nicht in den NaNo stecken konnte.

Gut, dass es mich ausgerechnet in diesem Monat zum ersten Mal seit Jahren so richtig psychisch von den Socken hauen würde, das konnte ich natürlich nicht voraussehen. Aber ich spielte ein Spiel mit meinen eigenen Kräften. Und habe verloren.

Seit dem ersten Dezember habe ich nicht geschrieben. Ich konnte nicht mehr. Nun kam der erste Januar und ich hatte so ein Gefühl von: Neues Jahr, neues Glück, jetzt wird sofort weitergeschrieben. Und wir haben den zweiten Januar und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich auch heute nicht an diesem Roman arbeiten werde.

Ich muss auf meine Kräfte aufpassen, mit ihnen haushalten. Ich bin zwar erst Anfang 40, aber, so bescheuert es auch klingt, an manchen Punkten merke ich, dass vieles echt nicht mehr so leicht von der Hand und von der Konstitution geht, wie es noch vor zehn Jahren der Fall war.

Das bedeutet, dass „Der goldene Tod“ sich im Zweifel genauso hinten anstellen muss, wie ich es gerade schon zu „Der Beobachter und der Turm“ gesagt habe. Ich hoffe zwar, dass ich mit ein wenig mehr Ruhe und Zeit wieder dorthin komme, dass ich das Schreiben als Entspannung sehe, aber das erzwinge ich jetzt nicht.

Mein Vorsatz für 2017 lautet also: Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen.

Und daran schließt sich direkt an – und ich bitte darum, mich im Zweifel daran zu erinnern! – dass ich in diesem Jahr nicht am NaNoWriMo teilnehmen werde, außer ich sehe mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage. Und zwar rückhaltlos!

Dann ist da noch ein Punkt, der eigentlich eher auf eine To-Do-Liste gehören würde, sich aber auch in dieser Aufstellung gut macht. Ich möchte für 2017 endlich meine eigene Homepage an den Start bringen. So eine richtige Autorenhomepage mit eigener Domain, wie ich es schon seit Herbst 2015 (!) vor mir herschiebe. Mein guter Vorsatz lautet also, meine Domain http://www.behr-michael.de in diesem Jahr endlich an den Start zu bringen.

Jetzt sitze ich seit ungefähr fünf Minuten hier und denke, dass ich noch ganz viel in die Liste aufnehmen muss. Ich will mehr netzwerken, ich will mich einbringen, ich will Kurzgeschichten schreiben, will an Ausschreibungen teilnehmen, möchte die Buchmessen in Leipzig und wahrscheinlich auch Frankfurt „rocken“ und, und, und. Und dann sind da ja noch ungefähr fünf Romane, die ich überarbeiten könnte, weil sie es verdient haben. Kann man ja einreichen, irgendwo. Einfach auf die Ochsentour schicken, weil man ja keinen Druck hat, so mit einem Vertrag, der einem zumindest schon mal das Erscheinen eines Buches zusichert. Was haben wir noch? Oh, ich habe überlegt, mir eine Webcam anzuschaffen, dann könnte ich auch vloggen, oder wie sich das nennt. Weil man heute ja multimedial vertreten sein muss. Was ich auf jeden Fall machen will ist, ganz viele Bücher für meine Rubrik „Das Schreiben der anderen“ lesen. Und wenn dann „Der Morgen danach“ sich auf die Veröffentlichung zubewegt, dann will/muss/kann/soll/darf ich dafür natürlich auch Werbung machen! Das geht schon mit dem richtigen Autorenbild los, um das ich mich kümmern muss, weil ich seit fast einem Jahr einen Gutschein für ein Businessfoto habe, der bald abläuft.

Leute, ist es verwunderlich, dass man, wenn man einmal beginnt, in einen solchen Gedankenkreislauf einzutreten, Schnappatmung bekommt? Ich denke nicht.

Und deswegen kommt jetzt, sozusagen, der wichtigste Vorsatz von allen. Der, der alle anderen überstrahlt und überlagert.

Ich will mir erlauben, nicht perfekt zu sein! Nicht all das, was ich geschrieben habe, jetzt, sofort und nach einem festgelegten Plan zu erledigen. Mag sein, dass für manche Menschen solche Pläne funktionieren. Ich bekomme Schnappatmung davon.

Also, noch einmal: Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Damit liest sich meine Liste der guten Vorsätze wie folgt:

  • Ich darf auch mal nicht bloggen
  • Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im Sinne von Verlag und mir fertig stellen
  • Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen
  • Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen
  • Ich werde nur dann am NaNoWriMo teilnehmen, wenn ich mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage fühle. Rückhaltlos!
  • Ich werde meine Homepage in diesem Jahr an den Start bringen
  • Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Ich bedanke mich bei denen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben. Es war ein langer Text. Aber auch das erlaube ich mir einfach mal: So zu schreiben, wie ich nun einmal bin.