Der Sonntagsreport vom 22.04.2018 – Viel passiert gerade nicht

Guten Abend zusammen!

Ich denke, dass ihr mir in Bezug auf die Überschrift über den heutigen Beitrag alle zustimmen werdet. Viel passiert auf diesem Blog im Moment wirklich nicht. Das hat bestimmte Gründe, die sich wiederum in meiner Motivation niederschlagen. Aber das soll euch nicht behelligen. Mich behelligt es auch nur mal so und mal so und insofern ist es schon okay.

Ich muss meine Energie gerade ein wenig einteilen, glaube ich. Wo es in der Vergangenheit häufig genug gereicht hat, einen Blogeintrag und gleichzeitig noch an meinem Romanmanuskript zu schreiben, ist es im Moment wieder einmal eine entweder/oder-Geschichte. Und da gewinnt zumeist das Manuskript.

Was jetzt nicht bedeutet, dass ich da die ganz großen Sprünge machen würde. Aber seit ich mich mit meinem Plot auseinandergesetzt und diesen inzwischen richtig lieb gewonnen habe, läuft es doch ganz gut. Hier mal tausend Wörter, dort man zweitausend, dann auch mal wieder „nur“ 600. Hauptsache, es läuft, denke ich mal.

Und ansonsten gibt es halt nicht so viel zu erzählen. „Der Beobachter und der Turm“ liegt bei einer weiteren Literaturagentur auf dem Bewerbungsstapel. Glaubt es, oder glaubt es nicht, ich habe es immer noch nicht geschafft, mir das Video zur Lesung bei 9lesen anzuschauen. Das war in den letzten zwei Wochen irgendwie so gar nicht drin. Aber irgendwann vor der nächsten Lesung, die es sicher irgendwann geben wird (vielleicht schaffe ich ja schon Frankfurt?) schaue ich sie mir an. Alleine schon, um daraus zu lernen.

Viel mehr kann ich euch zum Thema Schreiben auch nicht berichten.

Ansonsten versuche ich, halbwegs gut durch die Tage zu kommen. Das Wetter mit seinen Kapriolen macht es mir da nicht immer ganz leicht. An einigen Tagen der letzten Zeit habe ich einfach nur in den Seilen gehangen und bin dann auch mal früh ins Bett gegangen. Gut für den Kopf, schlecht für die Hobbies. Aber jetzt soll die Hitzewelle ja auch erst einmal wieder vorbei sein.

Heute habe ich übrigens zum zweiten Mal den Film „Es“, also die Neuverfilmung, gesehen. Gefällt mir wirklich gut, auch wenn er mit den Motiven des Buchs eher frei umgeht. Die Kunst liegt aber darin, dass es nicht störend oder gar negativ auffällt. Erst wenn man gezielt drauf achtet oder die Handlungen im Vergleich Revue passieren lässt, wird es sehr deutlich. Das tut man, oder tue ich, aber erst nach dem Film. Während er läuft ist die Handlung so rasant und sind die Schocks so gut gesetzt, dass man einfach mitgerissen wird.

Der Film hat seine Schwachpunkte. So kommen einige der sieben „Verlierer“ viel zu wenig zur Geltung. Der „Endkampf“ ist schlicht und ergreifend eine Enttäuschung. Aber die Stärken überwiegen. Und auch bei der Zweitsichtung bin ich der Ansicht, dass wir von der Darstellerin der Beverly Marsh, Sophia Lillis, noch hören werden – oder wenigstens sollten. Ich bin auf den zweiten Teil gespannt, aber der lässt ja noch ein wenig auf sich warten.

Dann habe ich in den letzten Tagen und Wochen einen Ohrwurm, den ich noch gerne mit euch teilen möchte. Es handelt sich um das Lied „World of Promises“ der österreichischen Band mind.in.a.box.

Diese erzählen nun schon über mehrere Alben hinweg eine fortlaufende Geschichte, die unter anderem an Versatzstücke von „1984“ oder auch „Matrix“ erinnert. Konzeptalbum reiht sich also an Konzeptalbum. Der Vocoder-Gesang ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich finde, dass gerade durch diesen Technikeinsatz eine enorme Atmosphäre und auch Gefühle transportiert werden, was bei einem klaren Gesang so nicht der Fall wäre:

Und last, but not least, möchte ich euch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch ich mich mit dem momentanen Schreckgespenst der Netzgemeinde, der Datenschutzgrundverordnung, auseinandersetzen musste und zumindest meine Datenschutzerklärung entsprechend angepasst habe. Ihr findet sie über das Menü oben oder hier.

Gut, ihr Lieben, damit entlasse ich euch in den Sonntagabend. Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche. Passt auf euch auf und achtet darauf, dass die schönen Dinge in eurem Leben überwiegen.

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 18.02.2018: Der Kreativitätsplan geht auf

Hallo ihr Lieben!

Ich gestehe, im Moment bin ich, was die Sonntagsreporte angeht, ein bisschen ein unzuverlässiger Geist. Aber wenn mir etwas Passendes einfällt, mag ich dieses „Format“ immer noch sehr gerne und deswegen freue ich mich, dass ihr euch auch an diesem Sonntag mit mir zusammen hier eingefunden habt.

Ich möchte gerne noch einmal auf meinen Beitrag von letzter Woche Samstag zurückkommen, als ich mich darüber ausließ, was man – was ich – tun kann, damit Kreativität nicht zur Belastung wird.

Wie ich damals festgestellt habe, mache ich mir im Allgemeinen viel zu viel Druck damit, jeden Tag nach Möglichkeit alles Erdenkliche zu tun, um bloß keine meiner selbstgestellten Aufgaben zu vernachlässigen: Blogbeitrag, Geschichte, Social Media, alles Mögliche. Das alles muss erledigt sein, abgearbeitet, als ob es wirklich eine Arbeit wäre und nicht etwas, das ich eigentlich zu meiner Entspannung treibe, weil es mir Spaß macht und weil es mich ausfüllt.

In dieser Woche, die seitdem vergangen ist, habe ich mal bewusst versucht, den Druck gar nicht in dieser extremen Form aufzubauen. Und was soll ich euch lange auf die Folter spannen? Es ist die wahrscheinlich produktivste Woche seit mindestens einem halben Jahr, wenn nicht länger, geworden.

Meine Geschichte wächst und gedeiht, was mich zwar vor neue Schwierigkeiten stellt (Blogbeitrag folgt!), aber diese sind im Vergleich zur wochenlangen Periode von Blockade und Frust eher beherrschbar. Wie ihr vielleicht selber gesehen habt, ist die Frequenz von Beiträgen im Blog eher gestiegen – und das, wie gesagt, zusätzlich zur guten Arbeit an meinem Text.

Aber das Wichtigste von allem ist das Gefühl, dass das alles hinterlässt. Es ist nämlich ein beinahe uneingeschränkt gutes Gefühl! Ehrlich, an manchen Tagen schaue ich mir an, was ich da geschafft habe, und kann es selber kaum glauben. Aber es ist ein positiver Unglaube. Einer, der nichts mit einer Überschätzung der eigenen Fähigkeiten zu tun hat.

Und deswegen weiß ich auch, dass ich jetzt nicht den Fehler machen darf, das alles für selbstverständlich zu nehmen. Ich darf die Grundprämisse nicht aus den Augen verlieren. Und die lautet nun einmal, auch mit kleinen Schritten zufrieden zu sein. Oder, wenn man es auf die Spitze treiben will, gerade diese kleinen Schritte stärker zur Kenntnis zu nehmen und sie in Ehren zu halten. Wenn ich das nicht tue, lauert dahinter wieder der Rückfall in alte Verhaltensmuster. Deswegen sagte ich auch Eingangs, dass ich diesen Beitrag schreibe, weil ich das Gefühl habe, etwas sagen zu wollen. Und nicht, weil zufällig gerade Sonntag ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mein Tagesziel, nämlich irgendwas autorenmäßiges zu tun, bereits vorher erfüllt hatte.

[Es folgt ein thematisch bedingt passender, selbstkritischer Einschub. Etwas wirr geschrieben, auf eigene Gefahr 😉 ]

Wenn es etwas gibt, was das gute Gefühl trübt, dann ist es ausgerechnet die Erkenntnis, dass es mir schwer fällt, online von Dingen zu lassen, die mir nicht gut tun. Obwohl ich genau weiß, dass ich es sein lassen sollte. Ja, das ist wieder die obskure Stelle in meinen Beiträgen, in denen ich leider Ross und Reiter nicht so benennen kann, wie ich es gerne würde. Sagen wir einfach, dass es da immer noch eine offene Wunde gibt, die schmerzt. Und genau in dem Moment, in dem sich vielleicht leichter Schorf gebildet hatte, ging ich hin, riss das Wundpflaster ab und streute ein wenig Salz in die Wunde.

Eigentlich sollte man meinen, dass ich nach über zwanzig Jahren aktiver Teilnahme am Internet gelernt habe, wie die Mechanismen sind und was mir gut tut – und was eben nicht. Habe ich aber offenbar nicht. Und deshalb laufe ich emotional immer wieder in dieselbe Falle hinein, die erst zuschnappen muss, bevor ich es merke.

Und dann drehe ich mich um mich selbst, schnappe nach dem Glied, das sich in der Falle verfangen hat, um es frei zu bekommen oder es im Notfall auch zu amputieren, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Es ist komisch, wenn ich das so aufschreibe, dann ist mir auf einmal völlig klar, was ich eigentlich zu tun habe. Aber ich bin eben, bei allen Fortschritten, immer noch ein ziemlich inkonsequenter Kerl. Damit muss ich wohl leben. Jedenfalls, bis ich den Weg zur Konsequenz gefunden habe.

[/Einschub]

Nun, es sieht so aus, als befände ich mich in Bezug auf meinen Umgang mit der eigenen Kreativität auf einem ganz guten Weg. Wenn ihr wollt, werde ich euch gerne auf dem Laufenden halten, wie es damit weitergeht.

Bis dahin wünsche ich euch eine erfolgreiche Woche, in der ihr selber für euch bestimmen könnt, was Erfolg für euch ausmacht!

Alles Liebe

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 04.02.2018: Der Kampf aus dem kreaTief

Hallo ihr Lieben,

ich habe gerade festgestellt, dass der letzte Sonntagsreport schon eine ganze Weile her ist. Und das hat gute Gründe. Wie ich euch ja zwischendurch immer mal wieder berichtet habe, war es hier bei mir ganz schön chaotisch seit dem Jahreswechsel. Da lag dann zwischendurch das Haus in Schutt und Asche (gefühlt), mein Arbeitszimmer verkam zur Abstellkammer (real) und dennoch war das alles nicht einmal das Schlimmste.

Nein, das Schlimmste war, dass mich diverse Vorkommnisse an anderer Stelle im Internet so weit gebracht hatten, dass ich am liebsten den ganzen Wahnsinn dran gegeben, hier abgeschlossen und den Schlüssel weggeworfen hätte.

So, damit ist es heraus.

Ich weiß, dass ich in Bezug auf manche Dinge einfach zu dünnhäutig bin. Es passiert mir zu oft, dass ich mich von Entwicklungen oder Erscheinungen vereinnahmen lasse, die eigentlich nicht in diesem Ausmaß meine Angelegenheit wären. Das hat sicherlich psychosoziale Hintergründe, die zu erforschen vielleicht ganz „witzig“ wäre, aber ich verzichte dankend darauf. Mehr wäre mir daran gelegen, es einfach abzuschalten.

Ich kann und werde an dieser Stelle nicht in die Details gehen. Auch wenn das einen sehr interessanten Stoff für eine Geschichte abgeben würde. Es wäre alles geboten: Leidenschaft, Wut, Intrige, Hass, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Aber es ist eine Geschichte, die ich nicht schreiben, sondern die ich hinter mir lassen will.

Ich musste nämlich bemerken, wie die Ereignisse und vor allem meine Reaktionen auf sie dafür gesorgt haben, dass ich mich innerlich immer weiter von meinem Bewusstsein, ein selbstbestimmter Autor – jawohl! – zu sein, entfernt habe. Das erste, was auf der Strecke blieb, war mein Blog. Man muss sich nur mal anschauen, wie viele, oder besser wenige, Beiträge ich im Januar geschrieben habe. Und wie immer lag das nicht daran, dass mir nichts einfiel. Es schien nur so sinnlos zu sein.

Das zweite, was gar nicht mehr richtig klappte, war das Schreiben an sich. Wie denn auch, wenn ich mich nicht einmal mehr selber als Autor wahrgenommen habe? Wie soll ich ein Garn spinnen, von dem vornherein feststeht, dass es niemanden interessieren wird – mich am wenigsten?

Vielleicht hätte das alles einen anderen Verlauf genommen, wenn nicht durch den Fluch, der bis jetzt auf 2018 zu liegen scheint, sowohl die Belastung hier im Haus mit der „virtuellen“ Belastung zusammengetroffen wäre. Aber so war es nun einmal nicht und es bringt nichts, sich mit anderen Szenarien zu beschäftigen.

Aber kann ich davon ausgehen, dass jetzt alles wieder gut wird? Ich weiß es nicht. Was ich sagen kann ist, dass hier im Haus so langsam wieder Grund zu erkennen ist – bis dann irgendwann mein Arbeitszimmer zur Renovierung ansteht. Und was ich sagen kann ist, dass sich Dinge, die zum Dasein als Schriftsteller gehören, seit dieser Woche wieder besser anfühlen.

Meine acht Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Lesung in Leipzig sind im Moment eifrig bei der Sache zu planen und zu überlegen. Und so sehr ich mich auch vor den paar Minuten auf der Bühne fürchte (allzu viele werden es nicht sein, weil wir ja so viele Lesende sind), so sehr steigt doch die Vorfreude – einfach weil es ein gutes Gefühl ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen.

Dabei habe ich auch bemerkt, dass ich, obwohl ich an der Stelle im Internet, die ich nicht näher benennen möchte, so große Probleme bekommen habe, durchaus mit denselben Leuten auch konstruktive, produktive und kreative Dinge planen und anschieben kann. Das ist eine neue Erfahrung für mich. Und eine, die mir Hoffnung macht.

Man kann also sagen, dass ich mich langsam wieder aus dem kreaTief heraus kämpfe und ich kann nur hoffen, dass es mir dann bald auch wieder gelingt, mich mit Textarbeit auseinander zu setzen – länger als zwei Tage am Stück.

Jetzt wäre mir sehr daran gelegen, wenn ihr mir alle die Daumen drückt, dass dieses anstrengende Jahr nicht schon in den Startlöchern steht, um den nächsten „genialen Schachzug“ auszuführen, um mich wieder zu demotivieren. Aber ich hoffe jetzt einfach mal das beste.

Ich weiß, dass ganz viel von mir selbst abhängt und dass ganz viel meinen eigenen Gedanken und Empfindungen entspringt. Niemand hat oder hatte es planmäßig darauf abgesehen, mir übel mitzuspielen. Ich hätte jederzeit selber die Reißleine ziehen und mich raushalten können.

Dass ich es nicht getan habe und nicht tun konnte, ist ganz allein mein Problem. Wenn man so will, dann auch ganz allein „meine Schuld“. Aber so ist es nun einmal. Alles nicht so einfach. Doch da Einsicht der erste Schritt zur Besserung ist …

Ich versuche, diese Einsicht nun in Taten umzumünzen und aus dieser Phase zu lernen. Damit es nur ein Straucheln auf meinem Weg war und kein endgültiges Stolpern. Und um meine Projekte endlich wieder in dem Maße fortzuführen, wie ich es mir wünsche.

Mal sehen, wie es wird.

Kommt gut in die neue Woche und passt auf, wo ihr hintretet! 😉

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 14.01.2018: Viele Baustellen

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Sonntag und damit Zeit, zumindest ein wenig ein Streiflicht auf das zu werfen, was im Augenblick so ansteht. Und irgendwie habe ich das Gefühl, von Baustellen umgeben zu sein. Was ich nicht nur in Hinblick auf die ganz realen Baustellen hier in unserem Haus meine.

Aber fangen wir mit denen ruhig mal an, denn wir haben eine ziemlich bewegte Woche hinter uns, in der nicht nur das Zimmer meiner Frau quasi in den Urzustand zurückversetzt wurde, sondern obendrein auch noch unser Badezimmer eine, wenn auch geplante, Baustelle war. Die Duschkabine wurde entfernt, die Wand neu gekachelt und jetzt warten wir „nur“ noch darauf, dass irgendwann die zur neuen Duschtasse passenden Wände geliefert und montiert werden.

Also jede Menge Schutt und Asche, auf die man diese Woche seinen Blick werfen konnte. Leider geht mir, ganz im Gegensatz zu meiner Frau, die Ruhe und die Gelassenheit im Umgang mit solchen Dingen völlig ab. Man stelle sich mal vor: Sie fand es sogar ganz entspannend, den Fensterausschnitt großflächig neu zu verputzen! Da verkrieche ich mich lieber unter den Schreibtisch und schaue mal nach, wie der von da unten betrachtet aussieht.

Aber gut, was gemacht werden muss, muss gemacht werden. Und wenn ich jetzt schon anfangen würde, am Rad zu drehen, dann will ich besser nicht wissen, wie es mir ergeht, wenn dann anschließend irgendwann mein Zimmer an der Reihe ist.

Apropos „mein Zimmer“. Zwischendurch stand auch mal zur Debatte, mein Zimmer und das meiner Frau gegeneinander zu tauschen. Eine Entscheidung, mit der ich mich nicht leicht getan habe. Zwei Tage habe ich hin und her überlegt und als ich gerade so weit war, dem ganzen zuzustimmen, zog meine Frau eine neue Variante aus dem Ärmel, die den Umzug unnötig macht.

Solche Dinge können mich durchaus stressen. Aber auf diese Weise muss ich wenigstens nie lange nach neuen Belastungserprobungen suchen, von denen ich hinterher meinem Therapeuten erzählen kann 😉 .

Lassen wir jetzt die Steine und die Farbe hinter uns und kommen zu dem, um was es hier ja eigentlich geht: das Schreiben. Leider ist die letzte Woche, die so verheißungsvoll gestartet war, dann doch mit einer ziemlich schwachen Bilanz zu Ende gegangen. Ich bekomme im Moment einfach keine Kontinuität in meine Arbeit hinein und ich überlege krampfhaft, woran das liegt.

Ist es vielleicht das falsche Projekt, an dem ich arbeite? Oder gehe ich falsch an die Sache heran? Setze ich mir vielleicht gar zu wenige konkrete Ziele?

Im Moment sieht es so aus, dass ich, eigentlich gerne jeden Tag wenigstens eine Seite in PapyrusAutor schreiben würde. Das sind „nur“ 500 Wörter und damit wirklich nicht viel. Aber man hört ja immer und immer wieder, dass es besser ist, jeden Tag ein wenig und das kontinuierlich zu schaffen, anstatt einmal alle paar Tage richtig ranzuklotzen.

Es klappt nur leider weder das eine noch das andere richtig. Gut, heute habe ich 1.500 Wörter geschrieben, was ganz okay ist. Aber für die ganze Woche stehen damit eben auch nur knapp 2.000 Wörter auf dem Tableau. Wenn ich jeden Tag die 500 Wörter schriebe, wären es 3.500 Wörter. Der Zeitaufwand pro Tag würde sich auch gerade mal auf etwa zwanzig Minuten belaufen. Nicht viel mehr.

Eigentlich doch nun wirklich nichts, was sich nicht auch noch nach der Arbeit und sogar parallel zu allen möglichen Renovierungsfragen erledigen ließe. Aber im Moment anscheinend doch zu viel.

Es ist einfach frustrierend, dass solche Phasen immer und immer wieder auftreten. Da könnte doch langsam mal jemand eine Pille gegen erfinden, oder? Das müsste doch möglich sein. Und wäre ein solcher Verkaufsschlager, dass sich alle Entwicklungskosten rechnen würden.

In meinem nächsten Leben werde ich vielleicht Pharmazeut in einem großen Konzern. Dann besorge ich mir ein Patent auf so eine Pille und werde schweinereich. Das Geld nutze ich dann – um ganz viel Zeit zum Schreiben zu haben *g.

Problematisch ist halt, dass Zeit, Motivation, Inspiration und Geschick sich zur selben Zeit an einem Punkt des Raumes treffen müssen. Der Mensch, der sich in diesem Augenblick dort befindet, hat dann im wahrsten Sinne eine Erleuchtung und kann alles erreichen, was er sich im Moment vornimmt.

Aber ich will nicht jammern. Erfahrungsgemäß kommen irgendwann auch wieder bessere Zeiten. Für unser Haus wie für mein Schreiben. Wie für alles andere.

Okay, kommen wir zum Ende. Um den ganzen Staub, der bei so einer Renovierung nicht ausbleibt, aus dem Kopf zu pusten, sende ich euch noch ein wenig Musik hinten drein. Bitte laut stellen!

Habt noch einen schönen Sonntag!

Euer Michael

Der Silvesterreport 2017: Der Traum lebt weiter

Ihr Lieben!

Und wieder ist ein Jahr zu Ende. Für viele Blogger und andere Menschen der Zeitpunkt, das vergangene Jahr mehr oder weniger umfangreich Revue passieren zu lassen. Auch ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, euch noch einmal auf eine Zeitreise mitzunehmen. Weiß Gott, es hat einiges in diesem Jahr gegeben, das für mich, für mein Schreiben, für meine persönliche Weiterentwicklung wichtig gewesen ist.

Ganz zu Anfang steht da natürlich die Unterschrift unter meinen ersten Verlagsvertrag für „Der Morgen danach“. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Erfüllung meines Traums. Oder die Anthologien, an denen ich teilnehmen durfte, das erste erhaltene Autorenhonorar. Der für mich ganz besondere Moment, als ich meine Geschichte „Aus Eiseskälte aufgewacht“ in Form einer inszenierten Lesung hören durfte.

Da war die Buchmesse und waren die Menschen, die ich dort getroffen und kennengelernt habe. Die ersten Erfahrungen in Sachen Lektorat. Vergessen wir auch nicht die Sache mit den Autorenfotos, die für mich wirklich eine Sache waren, die Überwindung gekostet hat.

Aber nein, ich möchte nicht in Erinnerungen schwelgen oder euch damit langweilen. Denn hat man erst einmal vier oder fünf Jahresrückblicke gelesen, dann hat man keine Lust mehr auf den sechsten. Kann ich verstehen, geht mir genauso.

Wagen wir also lieber einen Ausblick auf 2018. Und da kann ich nur sagen, ganz im Sinne der von mir gewählten Artikelüberschrift, dass der Traum weiter lebt.

Der Stein, den ich im Artikelbild habe, stammt aus dem Weihnachtsgottesdienst, den meine Familie und ich dieses Jahr besucht haben. Ich bin nun wirklich kein besonders gläubiger Mensch, aber der Botschaft dieses Steins, der mit seiner simplen Botschaft sowohl dazu auffordert, zu träumen, als auch Träumen an sich Bedeutung zumisst, konnte ich mich nicht entziehen.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Das war ursprünglich nicht mehr als nur ein Name, eine Idee, eine Werbezeile. Erst im Laufe der Zeit wurde der Traum konkreter, vielschichtiger, veränderte sich. Mir geht es nicht mehr „nur“ darum, ein Buch zu veröffentlichen. Wenn es das wäre, dann könnte ich mich jetzt zurücklehnen und darauf warten, dass „Der Morgen danach“ irgendwann das Licht der Welt erblickt.

Aber nein, das ist es nicht mehr, was ich will. Mein Traum ist gewachsen, hat an Gewicht und an Gestalt gewonnen. Ich möchte weiter gehen, möchte die Grenzen austesten. Deswegen auch die Bewerbung mit „Der Beobachter und der Turm“, die ich lange vor mir her geschoben habe.

Ich weiß jetzt, dass ich mich stellenweise selber blockiert habe und bin mir durchaus bewusst, dass ich das auch in der näheren Zukunft noch das eine oder andere Mal tun werde. Aber, hey: So bin ich halt und die erste Lektion ist es, zu akzeptieren, wie man ist.

Und zu träumen. Aber dann auch etwas zu versuchen, um den Traum Realität werden zu lassen.

Der Weg, der vor mir liegt, ist sicherlich kein einfacher und kein geradliniger. Es wird weiter Rückschläge geben, so wie es sie auch in 2017 gegeben hat. Ich habe in diesem Jahr keinen einzigen Roman fertig geschrieben. Weder einen kurzen, noch einen langen. Klar, das kann ich durch zahlreiche und umfangreiche Überarbeitungen rechtfertigen. Aber es fühlt sich dennoch wie ein Rückschlag an.

Aber auch hier kommt es darauf an, den Weg weiter zu gehen. Und wenn ich irgendwo mal eine Sackgasse habe, dann drehe ich um und versuche eine andere Strecke. Die heiligen drei Könige aus der biblischen Geschichte folgten einem Stern. Ich folge einem Traum.

Ich weiß nicht, wohin er mich 2018 führen wird. Das ist das schöne daran. Das hält die Spannung am Leben, die gerade zum Autorendasein dazu gehört. Damit wir selber in der Lage sind, neue Spannung zu erzeugen und an unsere Leser mit unseren Geschichten zu übergeben.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Und von dem danach. Und dem darauf folgenden.

Und ich freue mich, euch an meiner Seite zu haben und euch von diesem Traum erzählen zu dürfen. Ich wünsche mir, dass ihr alle gut in das kommende Jahr hinein gelangt, dass ihr dort eure Träume nehmt und versucht, sie in die Tat umzusetzen. Wenn selbst ich das versuchen kann, dann schafft ihr das allemal.

In diesem Sinne sagen wir gemeinsam „Tschüss 2017“ und „Hallo 2018“.

Mal sehen, wohin uns unsere Träume führen werden.

Alles Liebe!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 17.12.2017: Hat doch gar nicht weh getan

Hallo liebe Blogbesucher!

Na, wie habt ihr den dritten Advent verbracht? Habt ihr euch auch, wie wahrscheinlich so viele, in den Trubel gestürzt, weil ja vielerorts ein verkaufsoffener Sonntag war? Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was in den großen Einkaufszentren der Gegend, wie dem CentrO in Oberhausen oder auch dem Zentrum am Limbecker Platz in Essen los gewesen ist. Aber ja: In einer Woche ist Heiligabend und man kann das Parfüm und die Krawatte ja nicht immer auf den letzten Drücker kaufen.

Ich selbst habe alle Weihnachtsgeschenke inzwischen zusammen und bin ziemlich glücklich darüber. Ich werde nämlich schon so langsam nervös, wenn das zur Dezembermitte nicht der Fall ist. Auch wenn in der schönen neuen Internetwelt der Versandhändler mit dem großen „A“ gegen einen entsprechenden Obolus auch Lieferungen am Tag der Bestellungen durchführt. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden die Verkaufsfahrer des im Aufbau befindlichen eigenen Lieferdienstes wahrscheinlich dazu verdonnert werden, sich in Weihnachtsmann- oder Christkind-Kostüme zu quetschen, und an Heiligabend bis unter den Baum zu liefern.

Nun, das ist Zukunftsmusik.

Vergangenheit ist dagegen, dass ich an der zweiten Etappe des Lektorats von „Der Morgen danach“ gearbeitet habe. Ich hatte ja in den letzten Beiträgen zum Thema so ein wenig anklingen lassen, dass ich Probleme damit hätte. Aber wie so oft im Leben ist es so gewesen, dass ich mich nur mal, aufraffen musste.

Und das hat gestern und heute gut geklappt. Ich bin in einen kleinen Flow geraten, was die Überarbeitung angeht, und habe deswegen mit den Anmerkungen meiner Lektorin irgendwann auch gar keine Schwierigkeiten mehr gehabt. Die resultierten nämlich größtenteils daraus, dass ich gar nicht den passenden Blick auf den Text hatte. Und ich habe wieder die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, konzentrierte und zielgerichtete Textarbeit zu betreiben, wenn man im Kopf blockiert ist.

Es war eine gute Entscheidung, mir selber ins Stammbuch zu schreiben, dass spätestens jeden zweiten Tag irgendwas Schriftstellermäßiges zu geschehen hat. Dass das vorher nicht so gewesen ist, mögen mir die Hardliner und Unverständigen als Nachlässigkeit und mangelnde Professionalität auslegen. Sei es drum. Ich denke, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und es kann sehr gut sein, dass ich meinen jetzt gefunden habe.

Jedenfalls kann ich morgen die entsprechenden Passagen in die Post geben und habe damit den Kopf vorläufig wieder für andere Dinge frei. Am Ende hat es auch gar nicht weh getan.

Ich möchte auf jeden Fall noch in diesem Jahr die erste Agenturbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ auf die Reise schicken. Ja, ich habe mich dazu entschlossen, es zuerst mit einer einzelnen Agentur und der geforderten Exklusivität zu versuchen. Wenn so die Spielregeln sind, dann muss ich mich eben daran halten.

Und was macht das Schreiben? Da sind mein Kurzroman und meine Kurzgeschichte. Und beides kommt im Moment nicht wirklich aus den Puschen. Ich glaube, es war ein Irrglaube von mir, zwei so unterschiedliche Projekte gleichzeitig stemmen zu können. Oder sie gleichzeitig zu allem anderen stemmen zu können, was da sonst noch anliegt und angelegen hat.

Welchen der beiden Texte ich nun vorziehe, habe ich noch nicht abschließend entschieden. Es gibt eine Tendenz, aber davor steht auf jeden Fall die Bewerbung. Nicht wieder alles gleichzeitig. Also brauche ich mich auch jetzt noch nicht festzulegen.

Festlegen musste ich mich im Laufe der letzten Wochen auf die eine oder andere Personalentscheidung in dem Autorenverein, in dem ich Mitglied bin. Es stehen Vorstandswahlen an und es zeigte sich sehr deutlich, dass Autoren auch nur Kaninchenzüchter oder Kleingärtner sind. Soll sagen: So sehr unterscheiden sich die Vereine, die Strukturen und auch der Umgang miteinander gar nicht.

In mir rumort es, offen gestanden, ein wenig. Ich hätte da was zu sagen, bevor in dieser Woche ein neuer Vorstand gewählt wird, aber ich weiß nicht, ob es jemand hören will. Schließlich bin ich nur ein ganz normales Mitglied, habe weder das schönste Kaninchen gezüchtet, noch die größten Kartoffeln im Beet.

Nun, wir werden sehen. Ich wollte es aber auf jeden Fall hier hinschreiben, weil es mich halt beschäftigt. Und der Sonntagsreport dient vor allem ja auch dem, mir Dinge aus dem Kopf zu schreiben, die mich beschäftigen. Damit ich entweder damit abschließen kann, oder halt um einen Schritt in meiner Entscheidungsfindung weiter zu kommen.

Damit wollen wir es für heute dann auch wieder bewenden lassen. Ich wünsche euch, dass ihr die letzte Woche vor Weihnachten genießen könnt. Die Besinnlichkeit fängt für die meisten von uns ja erst am 24.12. kurz vor dem Gänsebraten an. Aber vielleicht klappt es ja dieses Jahr mit einer Veränderung dieses Umstands.

Lasst euch nicht stressen!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 10.12.2017: Sich selber exponieren

Hallo ihr Lieben!

Na, habt ihr auch alle fleißig Schnee geschippt? Hier bei uns hat es tatsächlich noch einmal so geschneit, dass ich das zweite Mal an zwei aufeinander folgenden Tagen vor die Tür musste. Ich müsste jetzt ernsthaft nachdenken, wann das zuletzt der Fall gewesen ist.

Weil mich die ganze Schipperei aber rechtschaffen erschöpft hat, möchte ich gar nicht so viele Worte machen. Denn gefühlt mache ich die ja hin und wieder schon zur Genüge. Wobei das ja nichts Schlimmes ist, schließlich sind wir ja alle wegen genau dieser Worte hier: Ich, um sie zu schreiben und ihr, um sie zu lesen.

Aber kommen wir trotzdem zur Sache. Und zwar geht es mir heute darum, wie es ist, wenn man sich selber ein Stück weit exponiert. Ja, ich weiß, schon wieder Fremdwörter, aber ich denke, ihr kennt dieses Wort. Es heißt ja nichts anderes, als dass man sich ein Stück weit aus sich selbst herauswagt, sich zeigt und dabei in Kauf nimmt, auch gesehen zu werden. Jedenfalls ist das für mich eine gute Übersetzung.

Ich habe mich diese Woche gleich einige Male exponiert. Auch auf diesem Blog, wenn ihr zum Beispiel an das Jahresendzeitcoachingstöckchen (puh, was ein Wort) von Jule denkt, das ich aufgefangen habe.

Aber auch mit ganz banalen Dingen kann man, kann ich mich exponieren.

Mir ist zum Beispiel vorhin, als ich den Schnee geschippt habe, durch den Kopf gegangen, was für einen weiten Weg ich gegangen bin, dass ich das jetzt einfach so tun kann.

Das muss ich erklären, denke ich. Dazu müsst ihr nämlich wissen, dass ich früher, noch gar nicht so lange her, immer Angst davor hatte, dass irgendjemand am Fenster seiner Wohnung oder seines Hauses steht und mich dabei beobachtet, wie ich den Rasen mähe, Unkraut zupfe, oder eben den Schnee schippe.

Und wieso hatte ich Angst davor? Weil ich dachte, dass derjenige sich darüber lustig machen würde, dass ich das, was ich da gerade tue, vollkommen falsch mache. Dabei war mir auf einer Verstandesebene durchaus bewusst, dass es eigentlich keinen richtigen oder falschen Weg gibt, den Rasen zu mähen – solange das verdammte Gras hinterher kurz ist. Okay, sich hin zu knien und es zu essen, wie die Figur aus der Kurzgeschichte von Stephen King, das wäre wohl zumindest grenzwertig gewesen.

Aber man wächst ja an seinen Aufgaben und so musste ich irgendwann einsehen, dass es nun einmal nur so viele Personen gibt, die diese Aufgaben erledigen können und dass ich mich nicht immer davor drücken kann. Und irgendwann gewöhnt man sich an alles.

So, wie ich mich ja auch daran gewöhnt habe, oder gerade dabei bin, mich zu gewöhnen, auf diesem Blog ein Stück weit die Hosen runter zu lassen (kein Bildmaterial anliegend). Auch da habe ich gelernt, dass es euch, meine Leser, interessiert, was mich als Mensch beschäftigt. Und dass es okay ist, wenn ich hin und wieder zu verstehen gebe, dass mich Dinge beschäftigen, die das Äquivalent des Rasens oder des Schnees sind: Ich muss mähen und schippen und es könnte sein, dass jemand am Fenster steht und meint, dass ich es falsch mache. Aber das muss ich dann einfach akzeptieren und darf mich nicht davon beirren lassen.

Denn darum geht es auch bei meiner Arbeit, meinem Schreiben. Ich gebe Teile von mir in fremde Hände und setze mich der Beurteilung aus. Ein Teil von mir, der es lange gewohnt war, unsicher zu sein, exponiert sich damit bis auf das Äußerste. Aber das ist ein Muss und es ist okay, manchmal Angst davor zu haben. Es ist auch okay, sich hin und wieder umzublicken, ob sich nicht doch irgendwo eine Gardine verräterisch bewegt.

Aber es ist absolut nicht okay, deswegen alles verwildern zu lassen.

Ich muss mich exponieren, muss den Weg gehen, muss mich zeigen. Nur, wenn ich das tue, habe ich auch die Chance, wahrgenommen zu werden. Von Menschen, die mir nichts böses wollen, die nicht über mich lachen wollen und die nicht mit dem Finger auf mich zeigen. Und irgendwann, vielleicht in einer Woche, vielleicht in einem Monat, vielleicht aber auch schon morgen wird der misstrauische Teil in mir begreifen, dass diese Menschen doch irgendwie in der Überzahl sind.

Soweit das Wort zum Sonntag. Danke euch fürs Zuhören und, wer weiß, vielleicht geht ja der eine oder die andere von euch morgen mit einem besseren Gefühl daran, den über Nacht neu gefallenen Schnee (er hüte sich!) vom Gehsteig zu schippen. Das wünsche ich euch.

Kommt schlitterfrei in die neue Woche!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 03.12.2017: Von Umfrageergebnissen und Selbstvertrauen

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen ersten Advent. Abgesehen davon, dass ich mal wieder (oder immer noch) leicht vor mich hin kränkel, kann ich mich nicht beklagen. Meine Familie und ich waren heute in Duisburg auf dem sogenannten Lichtermarkt. Dieser findet einmal im Jahr für drei Tage in der Kraftzentrale des Landschaftspark Nord statt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es hier nicht das ewige Einerlei von

1. Würstchenbude
2. Glühweinstand
3. Strickwaren
4. Süßkram
5. Holzspielzeug
6. Würstchenbude
7. Glühweinstand
8. …

gibt, sondern dass viele originelle und auch wirklich handgemachte Artikel zum Verkauf angeboten werden. Besonders ins Auge gefallen sind mir handgedrechselte (!) Schreibutensilien, die richtig toll aussahen. Aber da ich niemanden kenne, der so ein schönes Stück gebrauchen könnte, sei es ein Kugelschreiber, ein Füller oder sonstwas, und ich selber ja nun so gar nicht gerne mit der Hand schreibe, blieben die Schönheiten am Stand.

Leider kann ich euch nicht mehr sagen, dass ihr hingehen sollt, weil der Markt für dieses Jahr nun einmal schon vorbei ist, aber vielleicht mögt ihr euch das ja für das kommende Jahr vormerken, wenn ihr in der Gegend wohnen solltet.

Dabei fällt mir wieder einmal auf, dass ich, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, gar keinen rechten Überblick habe, wo meine Leser eigentlich so beheimatet sind. Ist das wichtig? Nein, nicht unbedingt. Es wird höchstens dann wichtig, wenn ich irgendwann mal Lesungen hier in Duisburg und Umgebung veranstalten sollte und dann gezielt Leser meines Blogs dazu einladen wollte. Noch Zukunftsmusik, aber kann ja mal soweit kommen, nicht wahr?

Ihr merkt schon, ich traue mich, im Vergleich zu letzter Woche sogar in einem eklatanten Ausmaß, wieder den Blick in die Zukunft zu richten. Dazu hat es zwei Krankheitstage Anfang der Woche gebraucht, in denen sich der Körper erholte und der Kopf ein Stück weit resettete. Und es brauchte die Umfrage von Mittwoch, ob ich auf diesem Blog jammern darf oder nicht.

Leider haben nur zwölf Besucher eine Stimme abgegeben, wobei der Beitrag deutlich höhere Zugriffszahlen hatte. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Besucher alle der Ansicht sind, dass es ihnen egal ist. Mit dieser Annahme komme ich auf neun Leser, die mir eindeutig das „Recht“ zugestehen, zu jammern, wenn mir danach sein sollte, drei, denen es explizit egal ist und eben die Dunkelziffer.

Ich möchte mich bei jedem und jeder Einzelnen bedanken, der/die mir ihre/seine Meinung hier gelassen hat. Das habe ich wirklich gebraucht, mich auch hier bestärkt zu sehen. Denn das habe ich daraus gezogen: Neue Stärke und neues Selbstvertrauen, dass das, was ich hier auf meinem Blog veranstalte, so verkehrt nicht sein kann – selbst dann nicht, wenn es mir manchmal so vorkommt. Oder vielleicht gerade auch dann, wenn es mir so vorkommt.

Es hat mir aber auch gezeigt, dass gerade die Abwechslung auch mit zu dem beiträgt, was euch, meine lieben Leser, bei der Stange hält. Ich darf also am einen Tag mit meiner Existenz als Schriftsteller (oder Mensch) hadern, am nächsten Tag einen Kommentar zum literarischen Weltgeschehen abgeben und am übernächsten Tag etwas zu meinen momentanen Projekten schreiben. Wobei ich hoffe, dass das Letztgenannte jetzt bald mal wieder mehr werden wird.

Aber auch da habe ich Vertrauen. Denn wenn ich mir die Geschichte von „Mein Traum vom eigenen Buch“ so ansehe, dann kann ich konstatieren, dass es immer mal wieder die Phasen gab, in denen nichts klappte und dann die Phasen, in denen es auf einmal besser lief. Der Blog ist und bleibt mir eine Triebfeder. Und dass ich nun (wieder) an ihn herangehe und ihn ernst nehme in seiner Variabilität und in seiner Tagesaktualität, wenn man es so nennen will, kann nur hilfreich sein.

Es wird hilfreich sein!

Schließlich habe ich nach wie vor viel vor. Ich hatte es vergessen, aber es ist mir wieder eingefallen. Stellenweise fehlt mir ein wenig die Kraft, aber das geht vorbei. Und solange schreibe ich einfach weiter und bleibe am Ball. Erst dann, wenn die Worte vollständig versiegen, wäre der Traum vorbei. Noch ist er es nicht. Und er soll es auch nicht sein.

Also, dementsprechend noch einmal meinen Dank an euch!

Habt einen guten Start in die kommende Woche. Noch drei Wochen bis Weihnachten. Wollte ich nur mal so gesagt haben 😉 .

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 26.11.2017: Irgendwie doch immer dasselbe

Hallo ihr Lieben!

Ich muss gestehen, dass ich inzwischen nahe an der Selbstzensur bin. Denn ich kann es ja selber nicht mehr lesen, wenn hier wieder steht, dass eine Woche lang kaum etwas nennenswertes passiert ist, weil da entweder die Zeit oder die Kraft oder beides nicht für gereicht hat. Ist doch irgendwie immer dasselbe. Will doch keiner mehr lesen – am wenigsten ich.

Aber!

Aber dann fällt mir wieder ein, dass es einen ganz basalen Grund dafür gibt, dass es diesen Blog gibt. Und der ist, dass ich mich mit seiner Hilfe (und natürlich vor allem auch EURER Hilfe) neu motiviere, wenn die Motivation gelitten hat und immer noch leidet. Wenn die Kraft fehlt.

Heute war ein gutes Beispiel dafür. Ohne, dass es einen besonderen Grund gegeben hätte, habe ich heute Vormittag ziemlich lange geschlafen. Gut, ein Grund war natürlich, dass der Rest der Familie dieses lange Ausschlafen ermöglicht hat 😉 .

Aber nach dem Frühstück habe ich mich dann erst einmal wieder eine Stunde aufs Ohr gelegt. Richtig geschlafen habe ich nicht, aber ich war irgendwie nicht auf dem Damm. Dann Aufstehen zur Mittagsstunde, um die Frau zur Arbeit zu verabschieden und drei Stunden lang versuchen, ein wenig geregelt zu bekommen.

Um drei Uhr ein Treffen mit der großen Tochter, um Vokabeln abzuhören. Im Anschluss einmal über die Unterlagen des Lektorats schauen, die mir inzwischen zugegangen sind und bei denen ich noch nicht weiß, wie ich auf einige Änderungsvorschläge/-wünsche reagiere, weswegen ich mir hier noch Gedanken machen muss.

Einfach mal auf der Couch sitzen bleiben für die kommenden zwei Stunden, die meiste Zeit mit geschlossenen Augen. Nicht schlafen, sondern einfach sitzen und versuchen, irgendwie wieder bei zu kommen.

Ich habe keine Ahnung, was da wieder los ist. Vielleicht ist das Jahr gefühlt einfach schon zu lang. Vielleicht setzt die Jahresendzeitstimmung langsam ein. Herüber gerettet aus einer Zeit, in der man noch glaubte, dass der erste Januar wirklich ein neuer Beginn wäre und nicht nur der gleiche Mist mit einer anderen Jahreszahl am Ende.

Vielleicht ist es einfach deswegen auch immer dasselbe und damit langsam langweilig, weil sich diese Erkenntnisse langsam durchsetzen. Langsam durchsetzen müssen. Schließlich bin ich ja kein Fantast – auch wenn ich manchmal fantastische Geschichten schreibe.

Wo, wenn nicht hier, kann ich einfach mal so drauflos schreiben. In welchen, wenn nicht in den Artikeln zum Sonntagsreport.

Nun sprach ich davon, dass ich Motivation und Kraft wiedergewinnen will. Und dafür muss ich dran bleiben! Darf nicht einfach den Kopf in den Sand stecken. Wenn ihr mich heute Nachmittag gefragt hättet, dann hätte ich gesagt, dass ich vielleicht einfach mal ein „vorübergehend geschlossen“-Schild an den Blog hängen sollte. Ein Teil von mir denkt das immer noch. Dass das Ding mir vielleicht nicht ganz so sehr hilft, wie ich es glaube, sondern eine zusätzliche Belastung darstellt.

Aber wie dem auch immer sei: Die Entscheidung fällt nicht jetzt und sie fällt nicht hier. Hier und jetzt schreibe ich gleich den letzten Satz für diesen Tag, bevor ich mich auf eine neue Woche da draußen vorbereite. Eine Woche, in der ich mich mit meiner Lektorin kurzschließen möchte. Eine Woche, die mehr als dieses Gejammer im Blog sehen soll. Eine Woche, die mich wieder ein wenig mehr ich selbst sein lässt.

Ohne zu wissen, woran es diesmal eigentlich wieder gelegen hat oder noch liegt. Was aber auch egal ist, denn irgendwie geht es immer weiter. Egal, ob es das Jahresende ist, der Jahresanfang oder irgendwas dazwischen.

Es wird immer weitergehen. Und irgendwann ist es auch nicht mehr nur dasselbe.

Es tut gut, euch dabei zu haben!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 19.11.2017: Kein zurück

Gestern Abend war ich mal wieder auf einem Konzert. Und zwar gab sich der Sänger Peter Heppner in Krefeld anlässlich seines dreißigjährigen Bühnenjubiläums die Ehre.

Würdet ihr mir vorneweg bitte bestätigen, dass irgendwer von euch (noch) weiß, wer Peter Heppner ist? Denn als ich meiner Kollegin (26), mit der ich mir das Büro teilte, den Namen nannte, wurde ich nur fragend angeschaut.

Ich helfe mal auf die Sprünge: Ab 1987 spielte Heppner sich zusammen mit seinem Partner Markus Reinhardt unter dem Bandnamen Wolfsheim zunächst in die Herzen der Synthie-Pop-Freunde. Frühe Szenehits wie „The Sparrows And The Nightingales“ fanden auch Zugang zu weiteren Hörerkreisen. Der Durchbruch für Heppner kam allerdings erst mit einer der zahlreichen Kollaborationen, die er mit anderen Künstlern eingegangen ist.

1998 erschien „Die Flut“, das Gemeinschaftswerk von Peter Heppner und Joachim Witt, das sensationell bis (fast) an die Spitze der deutschen Single-Charts geschossen ist. Hiervon profitierte auch Heppners Hauptband erheblich, bis hin zum Lied „Kein zurück“, das 2003 für insgesamt zehn Wochen in den deutschen Top Ten war und schließlich mit Gold ausgezeichnet wurde.

Kurz darauf trennten Wolfsheim sich und Heppner machte, mit leider geringerem kommerziellen Erfolg, solo weiter. Sein prägnantes Organ wird und wurde jedoch auch weiterhin von anderen Künstlern gerne als Ergänzung zu eigenen Songs verwendet. Bis heute hat Heppner unter anderem mit Künstlern wie Nena, Camouflage oder auch Schiller gearbeitet.

So, wer sich jetzt noch nicht erinnert, ist wahrscheinlich wirklich nicht dabei gewesen. Aber gut, eigentlich soll es auch nur am Rande um die Musik gehen, auch wenn der Beitrag bis jetzt einen anderen Eindruck gemacht haben sollte. Tatsächlich geht es nämlich um eine Botschaft, die in einigen von Heppners Songs zum Ausdruck kommt – was mir allerdings erst gestern wieder so richtig bewusst wurde.

Dein Leben dreht sich nur im Kreis
So voll von weggeworfener Zeit
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.

Eigentlich sind diese Worte eine große Hülse aus Gedanken, die man in anderen Konstellationen schon oft gehört hat. Konzepte der Achtsamkeit, der bewussten Wahrnehmung, sie alle bauen auf den dahinter liegenden Gedanken auf. Wenn man so will, gehen sogar alte Bauernregeln wie „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ in die gleiche Richtung.

Was mich an dieser Passage, ebenso wie am ganzen Konzert, jedoch mehr gepackt hat, als ich es voraussah, war das Gefühl, irgendwie an einem ähnlichen Punkt in meinem Leben zu stehen.

Ich habe diesen Traum, den Traum vom eigenen Buch. Das wisst ihr alle, so steht es im Titel. Und ich habe mich gefragt, ob ich nicht in gewisser Weise auch diesen Traum immer mehr vor mir her schiebe. Klar, auch diese Frage an mich selbst ist jetzt alles andere als neu oder originell. Ändert aber nichts daran, dass sie legitim ist und gerade dann, wenn sie sich immer wieder aufdrängt, nach Beachtung giert.

Ohne dem Ganzen eine Lächerlichkeit geben zu wollen, die ihm nicht angemessen ist, habe ich mich schon mal gefragt, ob es sich vielleicht um eine Art der Midlifecrisis handelt, die ich mir eingefangen habe. Ich bin Anfang Vierzig, mit einiger Wahrscheinlichkeit bin ich halt irgendwo um die Halbzeit meines Lebens. Andere Männer (und manche Frauen) kaufen sich in dem Alter einen dicken SUV, weil es zum Sportwagen rein geldtechnisch nicht reich. Manche suchen sich irgendeine Liebschaft, um sich wieder jung zu fühlen.

Das liegt mir beides fern, denn das, was ich eigentlich machen will, tue ich ja schon ganz, ganz lange Zeit: ich schreibe. Denn auch das wurde mir bewusst, als ich gestern Abend lange Zeit auf diesen Bühnen-Backdrop schaute. 1987 war auch das Jahr, in dem ich mich zum ersten Mal an meinen Computer gesetzt habe und die Absicht hatte, dass am anderen Ende eines Prozesses ein Roman dabei herauskommt. Peter Heppner steht dieses Jahr 30 Jahre auf der Bühne und ich sitze 30 Jahre an der Schreibmaschine.

Es geht mir nicht um den Vergleich, was ein anderer Mensch bereits erreicht hat und was ich nicht erreichte. Denn dann dürfte ich mich in Anbetracht so vieler engagierter und ambitionierter Autoren, die ihre Erstlinge teils schon vor ihrem zwanzigsten Geburtstag veröffentlichten, gar nicht mehr ins Internet wagen. Es geht höchstens um ein Thema wie stringente Vorgehensweise.

Aber auch an dem habe ich mich an dieser Stelle bereits oft genug abgearbeitet, denke ich. Es wird schwer, dem noch neue Aspekte abzugewinnen. Und langweilen möchte ich euch, liebe Freunde, ja auch nicht.

Jedenfalls stand ich gestern in dieser Konzerthalle, vom strömenden Regen draußen (trotz Schirm) stellenweise bis auf die Haut nass, und erlebte einen seltsamen Gefühlsmix aus Nostalgie, Ergriffenheit, Melancholie und Hoffnung. Denn es ist ja nicht so, dass es keine Möglichkeiten zur Veränderung gäbe. Die gibt es immer. Ich muss „nur“ meinen Hintern hoch bekommen und dann sind alle Dinge möglich, die ich brauche, um meinen Traum zu verwirklichen. Ganz einfach. Es liegt alleine an mir.

Für dieses Gefühl hatte Heppner übrigens auch ein passendes Lied im Gepäck:

Alleinesein, Alleinesein
Heute bin ich einfach mein
in vertrauter Einsamkeit
Alleinesein, Alleinesein
Heute bin ich mir genug
und das tut auch mal ganz gut

Also, was bleibt übrig, abgesehen von einem tollen Konzertabend, der einer Zeitreise glich, einem neuen T-Shirt im Schrank und, wenn ich Pech habe, dem nächsten Schnupfen wegen Kühle und Nässe beim Warten vor der Halle?

Ich denke, dass das Konzert ein weiterer Baustein sein kann auf meinem Weg, mich aus der Tiefe meines „ich kriege nichts gebacken, ich kann nicht schreiben, ich kann mich nicht bewerben, ich kann mimimimimi“ raus zu arbeiten. Inzwischen bin ich nicht mehr so vermessen zu glauben, dass irgendwas in irgendeiner Form eine alleinige Initialzündung sein kann. Wenn es nicht einmal das Gefühl von „du hast nur noch soundso viele gute Jahre vor dir“ kann, was denn dann 😉 ?

Nein, inzwischen glaube ich, dass man den Dingen seinen Lauf lassen muss. Dass man sich die Steine suchen muss. Als ob man aus einem riesigen Haufen von Puzzleteilen die sucht, aus denen sich ein Bild ergibt. Es bringt nichts, den Haufen immer wieder wild in die Luft zu werfen und zu hoffen, dass man deswegen auch nur einen einzigen Schritt schneller zu seinem Ziel kommt. Es braucht Ausdauer, es braucht Geduld, es braucht Ruhe und den Mut zur Langsamkeit.

Ich brauche den Mut zur Langsamkeit!

Oder, um es mit Heppner zu sagen:

Immer vorwärts, Schritt um Schritt
es gibt kein Weg zurück

Also, gehen wir vorwärts. Und ich würde mich freuen, wenn ihr mich weiter auf meinem Weg begleitet!

Alles Liebe

Michael