Der Sonntagsreport vom 25.06.2017 – Noch mehr #Inspirationsfeuer

Eigentlich war es ja noch Samstag, der 24.06.2017, aber wer will da schon päpstlicher als der Papst sein, wenn es sich um die vorgerückte Abendstunde handelt? Am Ende eines langen Tages hatten wir, das waren meine vierköpfige Familie, plus die beste Freundin von Kind 2 plus mein Bruder und Familie (ja, ich weiß, nicht offiziell – verklagt mich doch) wieder im Eingangsbereich des Freizeitparks eingefunden, den wir den ganzen Tag über unsicher gemacht hatten.

Einlass war um kurz vor 10 Uhr gewesen, die Schließung erfolgte um 18 Uhr. Dazwischen lagen acht Stunden, in denen wir eine Menge Spaß hatten, einiges an Nervenflattern bei den kleineren Kindern, ein wenig „will ich nicht“ des größeren Kindes und auch die eine oder andere Premiere. Die beste Freundin ist zum ersten Mal überhaupt mit einer Achterbahn gefahren, Kind 2 zum ersten Mal eine Achterbahn mit Inversionen.

Ich hätte erwartet, dass sich langsam ein gewisser Sättigungsgrad eingestellt hätte. Schließlich war es für uns als Vierertruppe der dritte (!) Besuch in diesem Park in den vergangenen vier (!) Wochen. Aber manche Dinge werden scheinbar niemals alt und dazu gehört für mich der leichte Adrenalinkick, wenn sich die mechanische Höllenschleuder in Bewegung setzt, der ich mich für die kommenden paar Minuten mit Haut und Haaren anvertraue. Denn Vertrauen muss man schon haben, wenn man, zum Beispiel, in 60 Metern Höhe über dem Erdboden hängt und die Sitze des Turms, in dem man sitzt, sich nach vorne neigen. Und man muss auch vertrauen, dass nicht mitten im Looping die Sitzsicherung versagt.

Wie gut, dass ich in dieser Beziehung noch nie Probleme hatte. So konnten auch meine Kinder keine entwickeln. Das letzte bisschen, was sich an Respekt bewahrt hat, sehe ich als etwas Positives an. Klar, man muss keine Angst haben, aber es ist auch nicht schlecht, wenn man sich seiner Grenzen bewusst ist. Deswegen wird auch keines der Kinder gezwungen, irgendwo drauf zu gehen, wo sie nicht wollen. Na gut, ein wenig gekitzelt werden sie schon mal, aber das ist ja auch wieder okay. Manchmal braucht man Ermutigung, um sich zu überwinden. Denn, mal ehrlich: Eine Zwanzigjährige im Kinderkarussell sieht schon komisch aus, oder etwa nicht?

Nun, wie dem auch sei, wir waren jedenfalls wieder im Eingangsbereich, zusammen mit einer großen Zahl an anderen Besuchern, die nun den Ausgängen zustrebten, weil sie den Weg nach Hause antreten wollten.

Für den Moment hatten wir uns noch eine Bank gesichert, weil ein Teil von uns die letzten beiden Fahrgeschäfte noch abgrasen wollte, die sich nahe bei befanden. Aber dann war auch das vorbei und es ging eigentlich nur noch darum, wer noch einmal auf die Toilette musste, oder dringend noch was zu trinken brauchte. Schließlich musste mein Bruder noch in die Stadt, die es angeblich nicht gibt, und in der inzwischen schon eine ganze Menge Herzensmenschen von mir wohnen.

Mir gab es die Gelegenheit, die Atmosphäre dieses Ortes auf mich wirken zu lassen. Und, es war geradezu erstaunlich, ich wurde wieder davon eingefangen, welche Melancholie ein Freizeitpark am Ende seines Öffnungstages haben kann. Die Menschen, die sich vorher noch über das gesamte Areal verteilten und in irgendwelchen Warteschlangen verschwanden, kamen nun alle gleichzeitig zusammen, in ihren eigenen Gruppen, oder auch einzeln.

Hier wurde eine Busgruppe zusammengestellt, indem eine Frau einen grünen Zettel in die Luft hielt. Dort turnte eine Gruppe junger Mädchen, die scheinbar bei irgendeinem Turncontest im Park gewesen waren, noch eine letzte Übung vor dem zentralen Springbrunnen.

Auch die ersten Ride-Operator kamen, um den verdienten Feierabend anzutreten. Gut erkennbar an ihrer einheitlichen Kleidung waren sie noch vor einer Viertelstunde die Herren oder Herrinnen über ihre jeweilige Anlage. Nun nur noch ganz normale Menschen, die ohne ihre blaue Kluft in keiner Weise aufgefallen wären.

Musik lag in der Luft. Aber auch wenn es dieselbe Musik wie am Morgen war – Themen aus großen Kinofilmen – war die Spannung, die sie nun verbreitete, eine ganz andere. Morgens noch Erwartung, nun Melancholie.

Die nahe Achterbahn fährt noch, vielleicht ihre letzte Fahrt, um die Menschen, die noch warten, aus der Warteschlange zu bekommen. Wer zuletzt kommt, fährt zuletzt.

Irgendwie ist diese Welt, so künstlich sie auch ist, auf ihre Weise eine Realität, die neben der unseren existiert und der zumindest ich mich nur schwer entziehen kann. Ich weiß, dass die imposanten Gebäude, die überall im Park stehen, eigentlich nichts anderes sind als geschickt verkleidete Wellblechhallen. Immer mal wieder haben die Parkdesigner es sowieso versäumt, das hinreichend zu kaschieren. Aber ich will glauben, dass das Herrenhaus der Eingang zu einer anderen Dimension ist. Und ich will glauben, dass sich im Inneren des verfallenen Gebäudes wirklich ein Schrottplatz befindet, von dem wir im Zuge einer rasanten Fahrt Ersatzteile beschaffen müssen.

Aber dass ich all das glaube bedingt nun auch, dass ich den Abschied spüre. Und dass dieser Abschied etwas mit mir macht. Ich bin mir nicht sicher, was es ist, ob es nur der Anflug von Melancholie ist, oder … nein, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu einem ganz anderen Entschluss:

Es ist Inspiration! Ich fühle mich von dieser Atmosphäre inspiriert. Zunächst nur zu diesem Blog-Eintrag, aber wer kann schon sagen, was denn danach kommt und in welche Richtung es noch wirken kann? Das kann niemand.

Aber ich habe wieder einmal eines gelernt, als ich die Tore des Parks durchschreite und dem Wagen zu eile, um mich in den Stau der nach Hause fahrenden Autos einzureihen, der das besondere Gefühl schneller, als mir lieb ist, verblassen lassen wird:

Inspiration liegt oft direkt neben einem auf der Straße. Man muss sie nur zu erkennen wissen und sie aufheben. Und sie wachsen und gedeihen lassen. Kleine Flammen, ihr wisst schon.

Grafik © Elenor Avelle

Der Druck hinter den Augen

Kennt ihr auch dieses Gefühl von Druck hinter den Augen?
Den Kopfschmerz, der kein Kopfschmerz ist?
Das Bohren in den Schädelknochen hinein?

Manchmal überfallen mich diese und andere Schmerzen, die ich darauf zurückführe, dass meine Schreibseele nicht ausgeglichen ist. Im Moment hänge ich irgendwie zwischen den Seilen, schiebe es auf Medikamente, die umgestellt werden, schiebe es auf mich selbst. Can’t blame it on the weather.

Ausgeglichenheit könnte ich erreichen, indem ich das, was ich tue, und das, was ich nicht tue, neu gewichte und gegeneinander verschiebe. Es ist, wie immer, nicht so, dass mir die Ideen fehlen würden. Da sind zu viele. Da ist ein zu viel an Möglichkeiten, ein Übermaß an Energie. Soviel Energie, dass sie sich nicht nach außen richten kann, sondern dass sie nach innen implodiert.

Die Implosion fühlt sich an wie der Ausbruch einer Supernova. Ein Stern, der explodiert, um dann in sich zusammen zu fallen und als Schwarzes Loch alles aufzusaugen, was um ihn herum existiert.

So viel, bis es nicht mehr existiert.
Nichts mehr existiert.
Schwärze sich im Kopf ausbreitet.
Eine Schwärze, die wohl tut, ebenso, wie sie Angst macht.

Doch die Hauptsache ist, dass der Druck nachlässt.
Dass die Schmerzen aufhören.
Nichts mehr bohrt und nichts mehr schmerzt.
Weil nichts mehr wichtig ist. Und doch alles gleichzeitig.

Kennt ihr auch dieses Gefühl?

Reblog: Der Social-Media-Knigge (und ein paar Gedanken dazu)

Heute möchte ich euch einen sehr lesenswerten Artikel meiner geschätzten Autorenkollegin und BartSis Babsi a.k.a. TheBlueSiren ans Herz legen. Dies tue ich aber, trotz der Überschrift, nicht als ganz normalen Reblog, wie ich ihn über WordPress auf Knopfdruck haben könnte, sondern in Form eines ergänzenden Artikels. Weil ich denke, dass Ergänzungen nötig sind.

Also: Ein Social-Media-Knigge. Wieso das?

Nun, wer oder was ein Knigge ist, das dürften wir alle wissen, auch wenn die meisten von uns (ich eingeschlossen) niemals einen Blick hineingeworfen haben. Es geht darum, die Verhaltensweisen zwischen Menschen auf ein für alle Beteiligten angenehmen Niveau zu bringen. Und ja, wenn ich mir, zum Beispiel, bei Tisch in der Nase popel, dann kann ich davon ausgehen, dass 99% meiner Tischnachbarn das eher eklig finden.

Das Problem ist, dass wir einander sehr selten sehen, wenn wir in den sozialen Medien unterwegs sind. Da haben wir Facebook, wir haben Twitter, wir haben Pinterest, Snapchat, Instagram, YouTube, vielleicht noch XING oder LinkedIn. Die Älteren unter uns haben vielleicht noch MySpace oder StudiVZ. Und die ganz besonders aufgeschlossenen treiben sich auf Plattformen wie Tinder herum.

Ganz egal, wo wir uns im Netz bewegen, wir bewegen uns in unserem eigenen Kosmos. Andere lassen wir über unsere Äußerungen und unsere Informationen, die wir von uns preisgeben, daran teilhaben. Manchmal sogar gegen deren Willen, ganz einfach, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten.

Okay, bevor ich mich noch ganz ins Unkonkrete rede, komme ich zu Babsis Artikel zurück.

Babsi hatte einen konkreten Anlass, aus dem sie diesen Artikel geschrieben hat. Ich werde diesen hier nicht benennen, weil ich zum einen nicht involviert war, und weil ich zum anderen auch keine Lust habe, mich involvieren zu lassen.

Aber das, was sie da schreibt, das sind Phänomene und Antworten darauf, die ich schon kenne, seit ich mich Anno 1996 oder ’97 das erste Mal in eine Mailingliste gewagt habe. Damals gab es nämlich schon dieselben Verhaltensweisen und auch dieselben – teilweise – Missverständnisse. Ja, ich behaupte, dass auch Missverständnisse dabei sind. Denn nur die wenigsten Menschen gehen bewusst hin und verstoßen gegen die Regeln des einträchtigen Miteinanders. Und die, die es tun, die sollte man nicht füttern. Das berühmte „Don’t feed the Trolls“ halt.

Als Kernsatz möchte ich den auch bei Babsi fett gedruckten Satz Für ein liebevolleres Miteinander! aufgreifen.

Denn was oft vergessen wird: Gleiches mit Gleichem zu vergelten macht denjenigen, der reagiert, nicht unbedingt besser als den, auf den er reagiert.

Wieder auf mein Beispiel bezogen wäre es etwa keine geeignete Reaktion, dem Nasenpopler das eigene Wasserglas ins Gesicht zu schütten – und es ihm danach auf dem Kopf zu zertrümmern.

Leider musste ich gerade in den letzten Wochen und Tagen feststellen, dass sich diese Einsicht nicht bei allen Beteiligten an den Vorkommnissen, die es gegeben hat, und auf die sich auch Babsi bezieht, durchgesetzt hat. Und das finde ich, ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder mir nicht zustehender Moralkeule, sehr, sehr schade.

Ich gehe nämlich davon aus, dass wir, die Autorinnen und Autoren im Netz, vom Grundsatz her erst einmal alle das Gleiche wollen. Wir wollen schreiben, Wege zum Erfolg ausloten, gemeinsam mit anderen diese Wege erkunden und dann irgendwann den Erfolg erringen. Ich gehöre zu denen, die glauben, dass man das wirklich besser gemeinsam tun kann. Jedes Gegeneinander schadet uns. Und wenn man ganz, ganz schwarz sieht, dann nicht nur den direkt Beteiligten, sondern auch allen anderen.

Wieder mein Beispiel: Links und rechts der Tafel sitzen Autoren, vor Kopf Vertreter von Verlagen, des Feuilletons, Literaturagenten. Und die sehen nun mit an, wie sich die Autoren gegenseitig nicht zu benehmen wissen, wie sie sich an die Gurgel gehen und wie sie einander das Geschirr um die Ohren hauen. Soll es uns da verwundern, dass manch einer vor Kopf aufsteht und sich sagt, dass er mit „so welchen“ eigentlich nichts zu tun haben will und dass „die“ gerne wiederkommen können, wenn sie gelernt haben, sich zu benehmen?

Mag sein, dass ich das zu global sehe, mag auch sein, dass ich es zu schwarz sehe. Aber genau deswegen schreibe ich es hier separat und nicht als klassischen Reblog, weil ich es nicht so aussehen lassen möchte, als ob Babsi die gleichen Gedankengänge hat, wie sie sich mir nun aufdrängen.

Ich finde den Knigge fürs Social-Media gut. Und ich kann nur jeden bitten, ihn sich durchzulesen und dann genau zu überlegen, inwiefern er oder sie sich daran halten mag. Oder sich zu überlegen, wieso es für ihn oder sie nicht infrage kommt.

Ob es schade ist, dass so ein Knigge geschrieben werden musste? Keine Ahnung. Vielleicht leben wir einfach in einer Zeit, in der man es gewohnt ist, sich schnell die Frequently Asked Questions durchzulesen und dann alles zu wissen, was man wissen muss. Auch in dieser Hinsicht funktioniert Babsis Knigge sehr gut.

Auf jeden Fall kann ich jeden ihrer Punkte nur unterschreiben, packe mir da, wo es nötig ist, auch an die eigene Nase und gehe dann frisch und mutig wieder an mein Werk. Denn auch dieser Blog ist in in seinen Kommentaren ein Soziales Medium. Und ich glaube nicht, dass einer von euch mich beim Popeln erwischen möchte.

Ih-Bäh!

Der Sonntagsreport vom 11.06.2017 – Noch ein Wort zu Freizeitparks und Bussen

Hallo, ihr Lieben!

Wieder ist Sonntag und wieder möchte ich die Gelegenheit nutzen, die Woche ein wenig Revue passieren zu lassen. Und ich würde mich freuen, wenn ihr mir auf meine Reise folgt, denn diese Reise hat mich an insbesondere zwei Stellen zu sehr interessanten Betrachtungen meiner eigenen Autoren“psyche“ geführt, wenn man das so bezeichnen kann. Aber keine Sorge, ihr müsst euch jetzt nicht alle auf die Couch legen, damit euch Professor Doktor Frust die Welt besser erklären kann. Falls ihr euch schläfrig fühlen solltet, halte ich euch aber auch nicht davon ab 😉 .

Diese Woche spielten vor allem zwei meiner Geschichten eine große Rolle. Das war zum einen die Kurzgeschichte „Auf der 30“, die ja beinahe gegen meinen Glauben als würdig angesehen wurde, in eine Anthologie aufgenommen zu werden, und zum anderen mein Roman „Darkride“, der alleine schon durch die simple Tatsache ans Licht gezerrt wurde, dass ich diese Woche zweimal in einem Freizeitpark war.

Zweimal? Ja, ganz genau. Denn dekadent wie wir waren, haben wir unserem ersten Besuch im Movie Park am Montag direkt noch einen zweiten gestern folgen lassen. Und da unter der Woche so nett das Für und Wider von realistischer Darstellung abnutzungsbedingter Erscheinungen in einem solchen Park diskutiert wurde, habe ich mir die eine oder andere Ecke, die mich störte, noch einmal genauer angeschaut. Vorab: Von genervten Mitarbeitern blieben wir diesmal zum Glück verschont. Damit sieht man einiges direkt viel lockerer.

Zuvor möchte ich sagen, dass ein Aspekt, der im Laufe der Kommentare zu dem genannten Beitrag herausgearbeitet wurde, vielleicht im Ursprungsartikel zu kurz gekommen ist. Deswegen möchte ich ihn noch einmal klarstellen. Natürlich ist die Handlung der Akteure in einem Roman viel wichtiger als das Umfeld, in dem sie agieren. Und noch über diesen Handlungen kommt ganz klar die Geschichte selbst, die Storyline. Denn wenn das alles nicht zieht, dann können die Beschreibungen und die Atmosphäre noch so toll sein, es wird einfach niemand lang genug durchhalten, um sich das Ganze über 300 oder mehr Seiten durchzulesen.

Aber gut, zurück zum Movie Park. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag angedeutet, dass der Park es nicht leicht gehabt hat in seiner Geschichte. Und das sieht man. Vor allem sieht man ihm das Sammelsurium an Attraktionen an, das die verschiedenen Besitzer hinterlassen haben. Da sind die Fahrgeschäfte, die noch aus der Anfangszeit als Warner Bros. Movie World stammen. Nehmen wir das Rafting „Mystery River“. Dies war ursprünglich mal „Die unendliche Geschichte“ mit einem wirklich tollen Theming. Als die Lizenz wegfiel, hat man das Ganze dann umgebaut. Und, bei Gott, man sieht es!

Die Warteschlange führt durch zwei als Bibliothek gestaltete Räume, die heute einfach keinen Sinn mehr haben. Früher war dies der Buchladen des Karl Konrad Koriander, komplett mit einer Pre-Show. Und in der Attraktion selbst gab es auch nicht irgendwelche Zwerge, die einander um einen Pilz jagen, das war nämlich die Rennschnecke, keine bewegungslosen Riesen aus Stein, das war der Steinbeißer, und, am deprimierendsten, keinen kleinen grünen Plastikdrachen, denn das war Fuchur, beinahe in Originalgröße.

Die Fahrt selbst ist nach wie vor top. Aber man ist doch die ganze Zeit damit beschäftigt, zu verdrängen, wie genial das alles mal ausgesehen hat. Darüber vergisst man glatt, sich vor dem hereinschwappenden Wasser zu schützen – was ich hinterher mit pitschnassen Klamotten gebüßt habe.

Aber auch an anderer Stelle herrscht manchmal „gewollt und nicht gekonnt“ vor. Hinter der Attraktion „Time Riders“, die im Inneren liebevoll ausgestaltet ist, zumindest für einen der klassischen Flugsimulatoren, erwartet einen ein Ausgang, der direkt an der uneingekleideten Hinterseite der Wellblechhalle vorbei führt.

Okay, natürlich weiß jeder, dass das Gebäude nichts anderes ist als eine solche Halle. Seit Google Earth kann sich jeder das ohne Probleme von oben ansehen. Aber man muss den Besucher nicht beim herauskommen so deutlich daran erinnern, im so die Illusion dessen nehmen, was er gerade erlebt hat. Gerade für Kinder ist das sehr ernüchternd, wie ich gestern festgestellt habe.

Ich könnte jetzt noch etwas zu den offensichtlichen Klebefolien, die eigentlich Fenster darstellen sollen, an der neuesten Achterbahn „Star Trek“ sagen, die erst in diesem Jahr eröffnet wurde, aber da verweise ich auf einschlägige Foren im Internet. Das artet sonst hier aus 😉 .

Was ich mit den ganzen Beispielen sagen will ist Folgendes: Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich solche Ecken in „meinem“ Park nicht haben will. „Mein“ Park soll die Leute dazu einladen, gerne auch noch das dritte und vierte Mal zu kommen.

Aber das nicht nur, weil ich es eben so haben will, weil ich ein Freizeitparknerd bin, der ansonsten Tränen im Knopfloch sammelt. Sondern auch, weil es für die Handlung meines Romans von entscheidender Wichtigkeit ist!

Wie ihr wisst, geschieht in meinem Freizeitpark ein Mord. Soweit so schlecht. Aber noch schlechter, jedenfalls für den ermittelnden Beamten, ist der Umstand, dass der Park aufgrund seiner immensen Bedeutung für die Wirtschaft ringsherum und für das Prestige des ganzen Bundeslands, unbedingt geöffnet bleiben soll.

Und da habe ich mir die Frage gestellt: Würde irgendwer in der Landesregierung auch nur einen Finger für den Movie Park rühren, wenn man, zum Beispiel, im „Bermuda Dreieck“ eine Leiche verstecken würde? Ich glaube eher, der Park würde erst einmal bis Sankt Nimmerlein geschlossen werden. Was bei den exorbitanten Wartezeiten an den Kassen bestimmt nicht gleich auffallen würde 😉 .

Okay, genug zu diesem Thema geschrieben. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich trotzdem wieder in den Movie Park fahren würde und werde. Denn Achterbahn ist Achterbahn ist Achterbahn. Und eine Achterbahn, die einfach so auf Beton steht, ist besser als keine Achterbahn.

So, ich verspreche, dass ich mich zu dem anderen Thema ein wenig kürzer fasse, wenn ich mal so auf die Anzahl der Wörter im Text schiele. Das passt ja auch, geht es schließlich um eine Kurzgeschichte!

Als „Auf der 30“ ausgewählt wurde, in der Anthologie zum 30jährigen Bestehen des Bundesverband junger Autoren zu erscheinen, habe ich mich spontan sehr gefreut. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, dass dabei etwas herauskommen würde. Zum einen, weil es sich, mal wieder, um einen für mich eigentlich ungewohnten Stil handelte, in dem ich die Geschichte geschrieben habe, zum anderen, weil die ganze Vorgeschichte halt ein wenig skurril war.

Aber dann passierte etwas Seltsames. Die Freude war nicht verschwunden, aber sie flachte ab. Die wenigen Veränderungen, die ich nach dem Lektorat an der Story vornehmen sollte, machte ich relativ leidenschaftslos und schickte dann das entstandene Ergebnis wieder zurück. Und damit verschwand die Geschichte erst einmal wieder in meinem Hinterkopf.

Und seitdem beschäftige ich mich eigentlich mehr mit diesem Gefühl und diesen Gedanken, als mit der Story selbst. Die habe ich, in Gedanken, schon beinahe abgehakt. Aber die Reaktion ist sehr interessant.

Und heute, in diesem offenen Artikel, frage ich mich selbst: Bin ich als Autor schon so ein arroganter Sack geworden, dass ich mich nicht länger als 24 Stunden über eine kommende Veröffentlichung freuen kann?

Ich bin an diese Frage ergebnisoffen herangegangen und atme tief durch, wenn ich sie verneine. Denn das tue ich nicht. Ich denke nicht, dass es etwas mit Arroganz zu tun hat, wenn ich so reagiere. Ein besseres (und angenehmeres) Wort wäre: Professionalität! Ich denke, dass ich professionell mit dieser Einsendung umgehe.

Auch dafür finden sich Gründe, die vielleicht banal klingen, es aber nicht sind. Der Wichtigste, so scheint mir fast, ist die Tatsache, dass sowohl mein Kontakt zu den Ausrichtern, als auch der in umgekehrter Richtung, strikt im Businesstonfall gehalten ist. Das war seinerzeit bei den Cluewritern völlig anders. Beides war okay, aber es löst natürlich andere Reaktionen hervor.

Ein weiterer Grund ist, dass mir noch nicht so viele Informationen vorliegen, wie ich sie vielleicht bräuchte. Ich kenne keinen Zeitrahmen für die Veröffentlichung, habe keine Ahnung, was die weitere Vorgehensweise ist. So kommt das alles irgendwie und irgendwann auf mich zu und mein Verstand hat wahrscheinlich beschlossen, zurecht beschlossen, dass es keinen Sinn macht, jetzt die ganze Zeit über im Stand-by zu lauern, dass es in irgendeiner Form weitergeht oder neues Futter gibt.

Na, liest sich das nicht wesentlich netter als zu sagen, dass man arrogant ist? Für mich fühlt es sich jedenfalls netter an. Aber wenn ihr einen anderen Eindruck habt, dann scheut euch nicht, ihn mir zu nennen. Ich kann’s aushalten. Und wir kämen bestimmt in eine spannende Diskussion 😉 .

So, damit möchte ich auch wieder Schluss machen. Das Wörtchen „schon“ verkneife ich mir mal in Anbetracht des für einen warmen Sonntag sehr langen Artikel. Sorry!

Ich hoffe, ihr hattet dennoch ein wenig Freude am Lesen und bei der Einsichtnahme in meine Gedanken. Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche, die für den einen oder die andere von uns ja nur drei Arbeitstage umfassen wird. Für mich zum Beispiel …

Alles Liebe

Euer Michael

Projekte drängen mit Macht ans Licht

Manchmal habe ich diese Tage, an denen mir partout nichts einfallen will, worüber ich einen Blogeintrag schreiben könnte. Gut, nicht schlimm, dann mache ich halt etwas anderes. Und dann passiert es, so wie heute, dass mich auf einmal der Blitz trifft und durch Zufall ein Thema sich geradezu mit Macht aufdrängt.

Ja, mit Macht. Ich benutze dieses Wort bewusst hier, wie auch in der Überschrift. Lasst es mich erläutern.

Für meine Kurzgeschichte „Auf der 30“ sollte ich, nachdem ich die paar wenigen Änderungswünsche des Lektorats eingebaut hatte, eine kurze Vita von höchstens 500 Zeichen schreiben. Auch wenn ich anfänglich erst meine üblichen Probleme hatte, ging es hinterher ganz gut zustande. Ich glaube, an manche Dinge kann man sich echt gewöhnen.

Als ich feststellte, dass ich nach dem Üblichen (ich bin, schreibe seit, träume meinen Traum) sogar noch Platz übrig hatte. Platz, den ich nicht ungenutzt lassen wollte. So überlegte ich kurz und kam schließlich auf folgenden Satz:

Weitere Projekte sind bereits geplant und drängen mit Macht aus seiner mit Ideen und Entwürfen gut gefüllten Schublade.

Ich brauche euch ja nichts davon zu erzählen. Wer hier schon länger als, sagen wir, eine Woche mitliest, der wird zwangsläufig über meine fixen Ideen gestolpert sein, die sich „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“ nennen. Deswegen hätte der Satz alleine vielleicht auch noch nichts weiter bewirkt, als dass ich recht zufrieden mit meiner Arbeit auf den Senden-Knopf drückte und damit die Kurzgeschichte zurück ans Lektorat gab.

Kurz darauf erhielt ich aber noch einen Kommentar meines lieben Kollegen und Stammlesers Simon Segur zu eben jener Kurzgeschichte, in dem er bemerkte: »Du hast ja einen richtigen Lauf.«

Tja – eine ziemlich dumme Kombination von Gedanken. Denn jetzt gibt es wirklich, mal wieder, dieses kleine Männchen in meinem Ohr, das mir einflüstert, ich müsse diesen Lauf ausnutzen, dessen Vorhandensein ich beim besten Willen nicht leugnen kann. Und ja, ich glaube daran, dass man eine Glückssträhne haben kann. Nennt es Schicksal, nennt es göttliches Wirken, nennt es auch einfach nur Zufall. Aber manchmal passiert so etwas einfach.

Und wenn ich nun die Zeit ungenutzt verstreichen lasse, endet dann mein Lauf, ohne dass ich etwas produktives aus ihm herausgeholt habe? Stünden jetzt meine Sterne gut, um vielleicht noch eines dieser ominösen „weiteren Projekte“ an den Start zu bringen?

Ja, ich weiß, diese Gedanken sind nicht gerade neu und originell an dieser Stelle. Das ist das Los, das ihr als Leser eines Blogs tragen müsst, in dem der Autor (herrlich doppeldeutig an dieser Stelle) über sein Leid klagt 😉 .

Ich habe ja diese beiden, dem Grunde nach, fertigen Bewerbungsunterlagen. Ich müsste mich „nur noch“ dazu überwinden, mich auch irgendwie mit ihnen zu bewerben. Es existieren für mich sogar feste Arbeitsabläufe, die ich gerne umsetzen würde. Aber ich tue es nicht.

Denn bei aller Angst, einen Lauf verpassen zu können, ist meine Angst, mich zu überlasten und am Ende gar nichts auf die Kette zu bringen, nicht weniger groß. Ich habe jetzt eine Geschichte in einer Anthologie veröffentlicht, eine weitere wird veröffentlicht werden. Und ich stecke im Lektorat von „Der Morgen danach“. Das alles neben meinem Beruf, neben meiner Familie, neben meinem sonstigen Leben.

Verlange ich zu viel von mir? Tue ich zu wenig dafür? Oder sollte ich die ganzen scheiß Gedanken einfach mal beiseite schieben und einfach versuchen, zu genießen, was da ist – alles zu seiner Zeit!?

Manchmal ist dieses ganze „Autor sein“ einfach wahnsinnig anstrengend.

Hoffentlich veröffentlicht jetzt nicht einer meinen Roman!

Das ist im Moment eine meiner größten Schriftsteller-Ängste: Dass jetzt plötzlich jemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen!

Gut, nachdem wir uns alle wieder von diesem Paradoxon erholt haben, sollte ich erklären, was ich damit meine. Und zwar handelt es sich dabei um ein sehr irrationales und dennoch irritierendes Gefühl.

Seit ich wieder so richtig in der Arbeit und im Gespräch an „Der Morgen danach“ bin, betrachte ich Novitäten insbesondere auf dem eBook-Sektor mit irgendwie anderen, misstrauischen Augen. Es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag und Abend damit verbringe, mich bei Amazon durch die Kategorien zu klicken, aber manchmal kommt mir ein Romantitel daher, der auf den ersten Blick so klingt, als könne er etwas mit mir und meiner Geschichte zu tun haben.

Ich habe genügend Bücherblogs abonniert, um eigentlich mindestens einmal in der Woche einen kurzen Schrecken zu kriegen.

Nun muss mir niemand mit der Binsenweisheit kommen, dass Geschichten an sich nichts sind, was man sich schützen lassen kann. Jedenfalls nicht, solange sie noch nicht veröffentlicht sind. Denn bis dahin gelten sie mehr als Ideen und manche dieser Ideen liegen einfach zu einem gewissen Zeitpunkt X in der Luft und werden daher von mehreren Autoren aufgegriffen. Dabei können sogar manchmal ganz spannende Ergebnisse herauskommen.

Aber für meinen Romanerstling brauche ich das Erlebnis nicht unbedingt, wenn ich ganz ehrlich bin. Daher liegt es an mir, die ganze Angelegenheit so zu schleifen und zu formen, dass am Ende ein möglichst unverwechselbares Stück Unterhaltungsliteratur dabei herauskommt. Dieses Ziel zu erreichen eint mich wiederum mit meinem Verlag.

Denn bei aller Spannung, die das zeitgleiche Erscheinen ähnlich gelagerter Romanstoffe erzeugen kann, ist es doch ein Ärgernis, wenn am Ende die Käufer in die Bredouille geraten, sich zwischen dem einen oder dem anderen Buch entscheiden zu müssen. Ich erwarte nämlich, ganz realistisch betrachtet, nicht, dass ich einen neuen Trend setze, in dessen Zug sich auch noch der 871. Zauberlehrling, der 1.283 Glitzervampir oder der 12.381 Sado-Maso-Milliardär verkaufen lässt 😉 .

Womit ich jetzt nichts gegen die wirklich guten Romane unter den Epigonen gesagt haben möchte. Meine Erfahrung zeigt nur, dass die meisten nicht wirklich gut sind. Und da ich nicht der einzige Leser mit entsprechenden Erfahrungen bin, werden es zukünftige Phänomene dieser Art, zumal im realistischen Thrillerbereich, schwerer haben.

Und darin liegt auch die Auflösung des Paradoxons: Wenn mein Roman nur gut genug ist, wenn er eigenständig genug ist, wenn er mitreißend ist, dann ist es egal ob es etwas Ähnliches gibt. Denn niemand kann meinen Roman so schreiben, wie ich ihn geschrieben habe. Es sei denn, er schriebe ab, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Also warten wir ab, ob nicht vielleicht doch irgendjemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen, bevor ich es tun kann. Denn wenn das nicht passiert, dann werde ich der Trendsetter sein, der zuerst da gewesen ist!

Das wäre doch mal was, oder? 😉

Muss ein Roman immer hart an der dreckigen Wahrheit sein …?

… oder darf es sich bei ihm auch einmal um eine Art „positive Utopie“ handeln?

Das ist eine Frage, mit der ich mich in der Art, die ich jetzt ansprechen möchte, tatsächlich gestern zum ersten Mal überhaupt in meiner Laufbahn als Autor beschäftigt habe. Denn bis jetzt war ich, mehr oder weniger stillschweigend, davon ausgegangen, dass ein Autor, der etwas auf sich hält, in seinem Roman so gut wie möglich die Realität abbildet. Auch dann, wenn diese Realität ihm vielleicht nicht besonders gefällt. Oder, je nach Genre, gerade dann, wenn sie ihm nicht gefällt.

Die Autoren von Fantasyromanen, Science-Fiction oder den angesprochenen Utopien haben es da von Natur aus etwas einfacher. Denn sie können die Wahrheit so weit biegen, wie sie es für nötig halten, um sich mit ihrer Geschichte wohl zu fühlen. Wenn ich möchte, dass ein Himmel immer voller rosaroter Schäfchenwolken hängt, dann siedle ich meine Geschichte einfach auf einem Planeten mit entsprechender Großwetterlage an und habe meinen Willen.

Aber wie sieht es aus, wenn ein Roman in der Gegenwart, in der Realität und noch dazu vor der Kulisse eines Kriminalfalls spielt? In einem Genre also, in dem Glaubwürdigkeit ein enorm hoch zu haltendes Gut darstellt?

Gestern habe ich mit meiner Familie den Movie Park Germany in Bottrop besucht. Dass ich ein großer Freund von Freizeitparks bin, habe ich ja früher schon durchblicken lassen und nicht umsonst spielt einer meiner Romane, „Darkride“, in einem solchen Park.

Und gestern wurde mir erstmals bewusst, was für ein Utopia das Wonderland, der Freizeitpark aus diesem Roman, eigentlich wirklich darstellt.

In meiner Vision eines Freizeitparks, der natürlich ein Optimum darstellt, eine Anlage, wie ich sie gerne bauen und besuchen würde, wenn ich das nötige Kleingeld dafür zur Verfügung hätte, ist so gut wie alles perfekt. Na ja, abgesehen von diesem Mordfall zu Beginn der Handlung, aber irgendwas ist ja immer.

Im Wonderland sind die Themenbereiche so gestaltet, dass sich für jeden Geschmack und für jede Altersstufe etwas findet. Das Wonderland ist immer und überall aufgeräumt. Eine Armee von Technikern sorgt dafür, dass alle Anlagen topgewartet sind und es praktisch keine Ausfälle gibt. Und es gibt auch, abgesehen von einem gewissen Geschäftsführer, niemanden, der wirklich miese Laune verbreitet.

Alles ist so, dass selbst mein freizeitparkhassender Protagonist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nicht mehr schreiend das Weite suchen will. Was er ja sowieso nicht könnte, weil er halt diesen dummen Mord aufzuklären hat.

Und dann war da gestern der Movie Park.

Dazu muss ich sagen, dass der Park es nicht leicht hat und auch noch nie hatte. Entstanden aus den Ruinen des ehemaligen Traumlandparks, aufgebaut von Warner, die nach kurzer Zeit aber den Park aufgaben und alle ihre Lizenzen mitnahmen, beinahe heruntergewirtschaftet vom amerikanischen Big Player Six Flags und jetzt seit einigen Jahren unter eigener Ägide tätig, gibt es eigentlich immer irgendeine Baustelle, die offen vor sich hin schwärt.

Man hat es zwar inzwischen geschafft, die Horden von marodierenden (anders kann man es nicht nennen) Jugendlichen etwas unter Kontrolle zu bekommen, die am laufenden Band die Anlagen beschmierten, aber in Bereichen wie Logistik (schon die Anfahrt ist ein Grausen) und auch Wartung und Instandhaltung gibt es ebenso viel Licht wie Schatten.

Da gibt es Ecken, wo man mal wieder mit einer Lackdose über Absperrungen herfallen könnte. Oder in einer Attraktion sind die künstlichen Felsen ganz real vom Zahn der Zeit angeknabbert. Den Gipfel schießen aber einzelne Mitarbeiter ab, bei denen das Wort „Freundlichkeit“ etwas ist, das scheinbar in der Erziehung zu kurz gekommen ist.

Klar, das sind Einzelfälle und die Tatsache, dass wir uns nach, reiflicher Überlegung, Jahrespässe für den Park gegönnt haben (er ist halt in einer halben Stunde für uns erreichbar und zumindest Kind 2 ganz wild auf Achterbahnen) beweist, dass das für uns keine Ausschlusskriterien sind.

Aber das bringt mich zurück zum Wonderland. Muss es da auch Ecken und Kanten geben, jenseits der geschilderten Perfektion? Fairerweise muss ich sagen, dass ich ein Vorbild für diesen Park hatte. Der Europa-Park in Rust bei Freiburg ist in vielerlei Hinsicht so, wie ich mir das Wonderland vorstelle. Nur, dass in meinem erdachten Freizeitpark Geld keine Rolex gespielt hat. Auch im Europa-Park sucht man Missstände wie die gerade beschriebenen überwiegend umsonst. Es gibt also auch „reale Utopien“, auf die ich mir berufen kann.

Und um ganz ehrlich zu sein: Ich hätte auch gar keine Lust, „meinen“ Freizeitpark in düsteren und ungepflegten Zuständen zu zeigen. Mein Park ist perfekt. Kleine Morde passieren in den besten Haushalten. Wenn mir das jemand so auslegen möchte, dass ich unrealistisch schreibe, dann kann ich in diesem bestimmten Fall ganz gut damit leben, denke ich.

Was meint ihr, muss man immer ein Höchstmaß an Realismus einfließen lassen oder darf es auch mal so sein, dass die Realität ein ganz klein wenig zu euphorisch gezeichnet wird?