Der Sonntagsreport vom 24.07.17 – Ja, das ist ein Paradoxon, ich weiß

Hallo zusammen,

aus technischen Gründen kommt der Sonntagsreport, der eigentlich für den 23.07. fällig gewesen wäre, erst heute, am 24.07.17. Ich hoffe, dass das jetzt keine Paradoxen auslöst, in denen sich die ganze Erde auflöst und wir alle aufhören, zu existieren. Na ja, der einzige Trost wäre wohl, dass das dann keiner mehr so schnell mitbekommen würde, dass ich der Verursacher war. Ich könnte es nicht ertragen, wenn der letzte Gedanke eines Menschen wäre, was ich doch für ein Arsch bin. Wobei: Das würde ich ja dann auch nicht mehr mitbekommen, weil keiner mehr in der Lage wäre, mir noch eine wütende E-Mail oder einen Kommentar zu schreiben, weil ja alles so irrsinnig schnell ginge.

Äh … ja.

Ihr seht schon, der Urlaub bekommt mir wahlweise sehr gut oder aber überhaupt nicht. Das kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Maßstab man an das Ganze anlegt. Gemessen daran, dass ich den Gedanken von der Arbeit und allem anderen frei bekomme, gelingt er mir ganz gut. Meine Familie und ich machen die eine oder andere Exkursion, wie ihr hier ja auch schon lesen konntet, und auch an Tagen, an denen wir zu Hause bleiben, bekomme ich meistens eine angenehme Balance zwischen Nichtstun und Aktivität hin.

Gemessen an dem, was ich mir seinerzeit an Dingen vorgenommen hatte, die ich erledigen wollte, ist das jetzt nur so semi-erfolgreich bis jetzt. Wir rekapitulieren:

Ich wollte Ordnung in mein Ablagechaos bringen. Das habe ich zur Hälfte (na ja, etwas mehr) geschafft. Vor allem bin ich viele alte Arztrechnungen, Beihilfeabrechnungen und Versicherungsschreiben losgeworden, die keinen Menschen mehr interessieren (Jahrgang 2012, anyone?).

Was ich noch sortieren „muss“ oder vielmehr möchte, ist der Großteil an privaten Briefen, die teilweise auch schon sehr alt sind, aber zu dem Zeitpunkt, als sie entstanden, einen hohen emotionalen Wert hatten. Nein, keine Liebesbriefe. Meine Frau und ich sind seinerzeit so hopplahopp zusammengekommen (und -gezogen, das würde mir in einem Roman auch wieder keiner glauben), dass da keine große Zeit für Schriftverkehr blieb – Pfui! Ich habe genau mitbekommen, was ihr jetzt für Gedanken habt!

Eigentlich sind es nicht wenige Schriftstücke, die mindestens so uninteressant sind wie die alten Arztrechnungen. Aber ich traue mich noch nicht so richtig heran. Ein Karton, in dem ganz viel davon drin ist, steht seit wir ins Haus umgezogen sind, bei mir auf einem der Regale. Das wäre dann Februar 2012. Noch Fragen?

Beim Sortieren meiner Blu-rays war ich wesentlich erfolgreicher. Die stehen jetzt endlich wieder in alphabetischem Reih und Glied und es ist auch mehr als genug Platz vorhanden, um die Sammlung weiter expandieren zu lassen. Platz ist bei mir immer so ein Mangelgut. Aber für die nächsten zwei bis drei Jahre wird es reichen. Wenn ich nicht diesen Hang zu schlechten Filmen hätte, die meistens für recht kleines Geld zu haben sind, würde der Platz länger halten. Vielleicht würde es helfen, wenn ich nicht jeden verfügbaren Film des Studios The Asylum („Sharknado“) sammeln müsste, dessen ich habhaft werden könnte. Ist mir aber zu theoretisch, um dem Gedankengang nachzugehen.

Meine Buchsammlung habe ich auch noch nicht vollständig erfasst und euch auch noch keinen Beitrag dazu verfasst. Aber ich bleibe dran, versprochen!

Geschrieben habe ich auch nicht jeden Tag, was mich an manchen Tagen ganz schön gefuchst hat. Aber dann habe ich, zum Beispiel gestern, ganz lieben Zuspruch auf Twitter bekommen, dass ich mich nicht selber so unter Druck setzen sollte. Es muss nicht sein, dass jeden Tag geschrieben wird. Pausen sind wichtig.

Weiß ich ja alles, meine Lieben, aber irgendwie … weiß ich es auch wieder nicht. Ich habe im Moment Angst (oder nennen wir es abgeschwächt Sorge), dass ich wieder in eine Periode der relativen Unkreativität fallen könnte. Ich meine damit eine Zeit, in der ich so gut wie nichts produziere. Ja, gut, außer Blogartikeln. Und, ja gut, außer hin und wieder doch einer Seite an „Die Hüter der Wahrheit“. Von mir aus auch mit Ausnahme von Gedankenskizzen zu anderen Projekten.

Okay, ich sehe ein, dass der Punkt, objektiv betrachtet, Schwachsinn ist. Aber ich kann doch nichts dagegen machen, dass ich es so empfinde, oder? Oder!?

Nun, das werde ich weiter versuchen, herauszufinden und dann entweder damit oder dagegen etwas zu tun. Immerhin habe ich ja noch fast zwei Wochen Zeit, um den Urlaub zu gestalten, dass ich hinterher mit einem rundum guten Gefühl daraus hervor gehe.

Ach, eines fällt mir gerade noch ein: Ich muss auch dringend wieder mehr lesen! Zumindest will ich den dicken (und alles andere als trivialen) Wälzer in meinem Urlaub schaffen, den ich in Arbeit habe. Nikolaus Wachsmann hat mit „KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ zweifelsohne ein Buch geschaffen, das das Zeug zu einem neuen Standardwerk hat. Aber es liest sich halt nicht mal eben so weg. Nicht mal, wenn man auf das Studium der unzähligen Fußnoten verzichtet.

Danach brauche ich auf jeden Fall leichtere Kost, das steht fest.

So, das sollte als Statusbericht für heute eigentlich genügen. Zumal er ja eigentlich schon ins Gestern gehört. Also denkt daran, wenn gleich die Erde explodiert, dann war ich das schuld. Dann müsste ich wenigstens meine Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, nicht mehr erledigen.

Hm, vielleicht sollte ich diesen Beitrag auch erst morgen absenden, das erhöht vielleicht die Chancen. Was denkt ihr? Ach ja, ihr könnt ja gar nichts denken, weil ihr das erst lest, wenn ich es abgeschickt habe.

Es ist und bleibt ein Paradoxon, wie ich es drehe und wende.

Ich wünsche euch eine angenehme Restwoche – und dass euer Planet nicht explodieren möge!

Euer Michael

Facebook, das ungeliebte Wesen

Wenn du Autor bist, dann musst du für deine Leser präsent sein – haben sie gesagt.
Wenn du Autor bist, dann musst du Social Media machen – haben sie gesagt.
Wenn du Social Media machst, schließt das Facebook ein – haben sie gesagt.

Und ja, ich bin ja für (fast) jeden Kram zu haben, wenn es denn der Sache dienlich ist und wenn es nicht absolut gegen meine Prinzipien, meine Überzeugungen oder die Legalität geht. Ist ja auch keine große Sache, so eine Facebookpräsenz, nicht wahr? Schließlich ist Facebook, wenn auch immer wieder auf den absteigenden Ast geredet, immer noch das zentrale Netzwerk wenn es darum geht, nun ja, zu netzwerken.

Aber irgendwie bin ich wohl zu dumm dafür. Anders kann ich mir das nicht erklären, dass ich einfach nicht in meinen Schädel bekomme, wie das jetzt mit den verschiedenen Profilen funktioniert.

Ich habe zwei Profile auf Facebook, weil die, die von da oben, auch gesagt haben, dass man seine Persona als Autor und seine Persona als Mensch voneinander trennen sollte. Auch das ist auf dem Papier eine richtig gute Idee. Denn die Personenkreise, die man mit den verschiedenen Themen anspricht, sind ja nicht dieselben. Und selbst, wenn es dieselben wären, möchte man ja manchmal gar nicht, dass sie übereinstimmen.

Nun bin ich ja im Wartestand für eine Thrillerveröffentlichung und habe überhaupt kein Problem damit, dies unter meinem Namen zu machen. Aber ich kenne auch Autoren, die in anderen Genres unter Pseudonym arbeiten und spätestens da ist es angebracht, wenn man zwei Accounts hat, die fein säuberlich getrennt sind. Der eine, private, gehört dann Erna Koslowski, Hausfrau und Mutter zweier niedlicher Kinder, der andere gehört Sigmund Drachentöter, in dessen Dark Fantasy-Romanen Blut und diverse andere Körpersäfte nur so sprudeln.

Aber da könnt ihr mal sehen: Sogar Erna bekommt problemlos hin, was für mich in weiten Teilen ein Buch mit sieben Siegeln darstellt. Und bis jetzt habe ich mich auch als hinreichend lernresistent bewiesen, um erfolgreich weiter ein Facebook-Newbie zu bleiben.

Es ist ja nicht nur die Sache mit den Accounts. Es ist auch das verlinken, markieren, und wie das alles heißt. Auf Twitter habe ich das inzwischen recht gut raus. Aber Facebook …

Nun gut, angeregt durch eine Markierung, die mir auf diesem Portal widerfahren ist, habe ich beschlossen, noch mal mein Glück zu versuchen. Wundert euch also nicht, wenn in den nächsten Tagen zumindest hin und wieder ein Post dort erscheint. Meine Blogtexte werden ja eh an den Autorenaccount „durchgeschossen“. Und die stehen auch nach wie vor im Vordergrund, ist ja klar.

Wer also Lust hat, mir dabei zuzusehen, wie ich auf Facebook vor mich hin dilletiere, der darf gerne meinem privaten Account ebenso folgen wie meinem Autorenaccount. Und irgendwann lerne ich das noch, wie ich sie am besten auseinander halte.

Steht aber in meiner Prioritätenliste nicht ganz oben. Merkt man, nicht wahr?

Ich bräuchte da mal eure Meinung, bitte

Ich gebe zu, das wird jetzt so ein wenig wie die sich selbst erfüllende Prophezeiung oder das Fragen nach Dingen, die man eigentlich schon selber weiß. Aber weil ich eben ein schlechter Prophet bin (siehe meine ausbaufähigen Erfolge beim Lotto spielen) und manchmal Dinge, die ich weiß, gerne infrage stelle, wende ich mich an euch.

Und zwar geht es darum, wie ich diesen Blog füttere. Wie ich schon zu früheren Gelegenheiten erwähnt habe, schreibe ich nach keinem festen Redaktionsplan. Es gibt da ja diese feinen Pläne, die man sich aufstellt und in denen zum Beispiel drin stehen kann, dass man jeden Montag einen Werkstattbericht veröffentlicht, oder dass man einmal pro Monat eine exklusive Kurzgeschichte bringt, oder dergleichen lustige Dinge mehr.

Nein, ich kann von wenigen Ausnahmen abgesehen behaupten, dass ich spontan schreibe. Deswegen modern einzelne Entwürfe auch schon mal über Monate hinweg vor sich hin und fangen an zu riechen, weil immer spontan etwas dazwischen kommt.

Jetzt stehe ich aber immer mal wieder vor der Überlegung, ob das für euch, meine Leser, denn so sinnig ist, oder ob ihr euch lieber etwas anderes wünschen würdet. Damit fast zwangsläufig einher geht auch die Frage nach der Frequenz der Beiträge. Ich weiß, dass sie mitunter sehr hoch ist, aber das ist eben der „Nachteil“ an diesem spontanen Bloggen. Wenn etwas gesagt werden will, dann sag ich es.

Im Endeffekt könnte ich mich auf den Standpunkt stellen, dass es nur darauf ankommt, womit ich mich wohl fühle. Dumm ist halt nur, dass ich in manchen Phasen nicht weiß, womit ich mich wohl fühle. Oft setze ich mich selber unter Druck, jetzt bloß heute noch einen Beitrag zu schreiben, oder es eben auch mal einfach nicht zu tun.

Das sind natürlich Dinge, die sich mit einem Redaktionsplan wieder entschärfen ließen. Wenn da drin stünde: Neuer Artikel am Sonntag, Dienstag, Donnerstag – dann wäre es völlig klar, wann ich etwas zu schreiben und wann ihr etwas zu lesen hättet.

Aber ist das mein Ding? Ist das euer Ding? Nimmt das „Mein Traum vom eigenen Buch“ vielleicht am Ende sogar etwas von seinem eigenen Charakter? Oder ist es ein Schritt weiter auf dem Weg zur „Professionalisierung“ als Autor. Denn natürlich bindet die momentane Vorgehensweise auch Zeit.

Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.

Deswegen frage ich einfach mal nach Meinungen, bitte. Vielen Dank an euch im Voraus, wenn ihr euch einen kurzen Moment Zeit nehmt, um mir bei meinen Gedankenwirrungen unter die Arme zu greifen 🙂 .

In meinem Kopf tanzen sie Ringelreihen

Seitdem ich letzte Woche erkannt habe, dass ich die ganze Zeit über dadurch in meiner Kreativität blockiert wurde, dass ich darauf wartete, dass das Lektorat endlich weitergeht, hat sich in meinem Denken etwas verändert. Oder sagen wir, dass ich es einfach mal darauf schiebe.

In meinem Kopf sind auf einmal alle möglichen Dinge, Projekte, Überlegungen und dergleichen gleichzeitig zugange und tanzen einen regelrechten Ringelreihen miteinander. Da fassen sich abgeschlossene Projekte an den Händen, die man ja jetzt eigentlich in der Zwischenzeit schon mal überarbeiten könnte. Auf der anderen Seite sind noch nicht abgeschlossene Romanprojekte, allen voran „Foursome – FFMM“ und „Der goldene Tod“.

Nebenher laufen kleinere Gedankenspiele, was ich zum Beispiel mit dem Blog anstellen könnte, oder mit der Autorenseite, oder, oder, oder.

Ich muss dringend aufpassen, dass ich mich nicht in all diesen Möglichkeiten völlig verzettel. Denn dann passiert am Ende mal wieder überhaupt nichts. Und ich hätte nicht einmal mehr die schöne Ausrede, dass es am Lektorat liegt.

Ich denke, was ich gerade erlebe, sind Anzeichen einer gewissen „Professionalisierung“, ohne wirklich professionell aufgestellt zu sein. Bisher habe ich meine Projekte größtenteils nacheinander, voneinander unabhängig, erarbeitet. Wenn ich in einem Roman steckte, dann gab es nichts anderes. Erst wieder, wenn der Roman abgeschlossen war.

Jetzt aber, wo die Arbeit an „Der Morgen danach“ aufgrund von wirklich positiven (um das immer wieder zu betonen) Arbeitsabläufen zwischendurch zwangsläufig stagniert, sollte und kann ich nicht immer nur untätig herumsitzen. Das wäre kontraproduktiv und am Ende auch demotivierend.

Aber wo nun ansetzen, in diesem munteren Tanz der Optionen?

Während ich noch auf die verschiedenen Seiten des Tanzsaals blickte, trat ein neuer Tänzer in mein Sichtfeld. Und zwar gab es im letzten „Tempest“ eine Ausschreibung für eine positive Utopie, Umfang bis zu 40.000 Zeichen. Eine Kurzgeschichte also, wenn auch länger als die, die ich zuletzt geschrieben habe.

Der Gedanke an diese Story verselbständigte sich so weit, dass ich erst ein paar Bilder im Kopf hatte (und es kommt nicht so oft bei mir vor, dass ich wirklich Bilder sehe, die einem Comic entstammen könnten), danach einen Handlungsrahmen und schließlich, seit gestern auch einen vorläufigen Namen.

Seit gestern kann ich sagen, ich arbeite an einer Science-Fiction-Story namens „Die Bewahrer des Wahren“ (oder auch „Die Behüter des Wahren“, da bin ich mir noch nicht so sicher).

Ja, die Geschichte hat sich vorgedrängelt. Ja, andere warten schon länger auf ihr Recht. Nein, deswegen kann ich da trotzdem nichts gegen machen. Denn die Story hat mir förmlich die Pistole auf die Brust gesetzt.

Eine positive Utopie. Mal sehen, ob ich so etwas überhaupt (noch) kann.

In diesem Sinne werde ich jetzt mal den Ringelreihen auflösen, versuchen zu beschwichtigen, wo ich kann, und dann an „Die Bewahrer des Wahren“ weiterschreiben, denn die ersten paar Seiten sind schon im Kasten.

Es fühlt sich doch immer wieder gut an, eine neue Geschichte zu entdecken!

Fieberträume

Puh, liebe Leute, was für Nächte, was für Träume …

Ihr wisst ja sicher, dass es für einen Autor eigentlich angeraten ist, sich ganz besonders intensiv mit seinen Träumen auseinander zu setzen. Denn die geben sehr oft Anreize für neue Geschichten oder können sogar dabei helfen, handfeste Schreibprobleme zu lösen.

Dass Träume nicht nur für Autoren eine wichtige Funktion erfüllen, ist ebenfalls nicht neu. Eine landläufig als korrekt angesehene Theorie besagt, dass Träume für den Menschen die Funktion erfüllen, dem Gehirn Gelegenheit zu geben, gewisse Dinge zu verarbeiten, und es ein Stück weit förmlich zu „resetten“.

Wenn das so ist, dann frage ich mich, was für einen kranken Scheiß mein Gehirn meinte, da verarbeiten zu müssen!

Ich habe in den letzten Tagen immer schon Probleme mit dem Kreislauf und allem Drumherum gehabt. Der Hintergrund war zunächst eine Medikamentenumstellung im laufenden Betrieb, bei der ein auf den Kreislauf wirkendes Medikament durch ein anderes ausgetauscht wurde. Das machte mir schon zu schaffen, als wir draußen noch Temperaturen so um die zwanzig Grad hatten.

Als dann aber in dieser Woche die Temperaturen immer mehr in die Höhe schnellten, nahmen auch die Probleme immer mehr zu. Denn jetzt kamen ja zu meinen sowieso schon vorhandenen Beschwerden noch die, welche auch alle anderen bei Höchsttemperaturen über 30 Grad plagten. Und in Kombination hat mich das Ganze dann gestern und heute richtig aus den Latschen gehauen. Wobei es heute über Tag langsam besser wurde, so dass ich den Arbeitsversuch am PC angehen und u.a. euch schreiben konnte. Gestern war an den PC nicht einmal zu denken.

Den gestrigen Tag habe ich zu 90% in meinem Bett verbracht und mehr oder weniger vor mich hin vegetiert. Aber ich will euch nicht mit den Einzelheiten langweilen. Nur mit dem, was ich in der Überschrift als Fieberträume bezeichnet habe.

Ich gehöre zu den Menschen, die hin und wieder wirklich Träume haben, die sie „nur noch“ aufzuschreiben bräuchten, um eine kleine Kurzgeschichte zu haben. Die Träume, die ich gestern hatte, bewegten sich jedoch alle am Rand des Irrsinns.

Ich träumte von einer Population Mäuse, die sich ein eigenes Königreich aufgebaut hatten. Keine Ahnung, ob es Menschen gab oder nicht. Aber es gab auf jeden Fall eine Spezies Vampire, welche die Mäuse angriffen und dezimierten. Das passierte in Folge 8.

Ja, richtig gelesen, in Folge 8, denn ich träumte das Ganze in Etappen. Eben in den Etappen, in denen ich zwischendurch weg sank. Das Doofe war nur, dass mir ausgerechnet Folge 7 fehlte, in der mit dem Bürgermeister irgendwas passiert sein muss, denn der lag am Anfang von Folge 8 ausgesaugt am Grenzstein des Königreichs. Der König selbst trat nie in Erscheinung.

Dann träumte ich noch von einer LKW-Spedition, die irgendwie die Hälfte der Zeit damit zubrachte, Rennen zu fahren. Rennen von der Sorte, bei der der LKW immer wieder in die Luft sprang, als ob er entweder ein Luftkissen unter dem Hintern hätte, oder der Untergrund so hügelig war, dass es unmöglich war, das Ding auf der Straße zu halten.

Dazu kamen jede Menge Klein- und Kleinstträume, die teilweise richtig quälend waren, weil sie sich immer wieder aufdrängten. Ein Gutes hatte das, ich wurde heute Vormittag irgendwann aus dem Bett getrieben, um langsam wieder auf die Beine zu kommen.

Aber mir war halt auch klar, dass es nach meinem letzten Traum nur noch schlimmer werden konnte: In dem war mein Vater von der evangelischen zur katholischen Kirche konvertiert, weil sein Töpferkurs nicht mehr angeboten wurde. Mein Vater ist seit gefühlten hundert Jahren Presbyter in seiner Gemeinde und eher konvertiert der Papst, als dass er es tut …

Fieberträume – ganz ohne Fieber. Nur ohne Sinn und Verstand. Also besser doch kein Traumtagebuch führen.

Entspannst du noch, oder prokrastinierst du schon?

Ich bekomme immer mal wieder die Rückmeldung, dass ich durch meine Erzählungen hier im Blog als jemand wahrgenommen werde, der unheimlich viel und hart an seinen Dingen arbeitet, die er erreichen möchte. Mir ist das immer unheimlich unangenehm, denn so sehe ich mich – leider – überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil nehme ich mich selbst als einen Menschen wahr, der unheimlich viel seiner Zeit mehr oder weniger nutzlos vertrödelt, in der er doch so viele wichtige Dinge erledigen könnte.

Nehmen wir nur die Aktivitäten rund um „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“. Zu beiden habe ich fertige Exposés und Leseproben. Beide könnte ich längst in der Weltgeschichte herumreichen und darauf hoffen, dass sie irgendwo Anklang finden. Alleine, ich tue es nicht. Weil ich irgendwie das Gefühl habe, nie den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

Der Punkt ist, dass ich, wenn ich von der Arbeit komme, oftmals einfach nicht mehr so viel geregelt bekomme. Ich sitze dann häufig zwar an meinem Rechner, aber ich vertreibe mir die Zeit im Netz, lese sehr viel und speichere viel an Informationen ab. Es ist also durchaus sogar irgendwie sinnvoll, was ich mache.

Nun kam für mich aber die Frage auf, ob das, was ich da tue, eigentlich noch Entspannung nach getanem Tageswerk ist, oder ob ich schon ernsthaft prokrastiniere.

Entspannung

Gemäß Wiktionary ist Entspannung die „Befreiung bzw. Beendigung von Anspannung“. Ich müsste mir also die Frage stellen, ob ich denn Anspannungen ausgesetzt bin, die mich davon abhalten, produktiver zu sein, als ich mich wahrnehme.

Mein Arbeitsplatz ist für mich nicht ganz frei von, sagen wir mal, inneren Konflikten. Das mag den einen oder anderen Kollegen überraschen, falls er das hier lesen sollte, aber es gibt Gründe dafür. Gründe, die ich nicht weiter ausbreiten möchte, weil sie an dieser Stelle auch nichts zur Sache tun.

Körperlich habe ich natürlich, als Schreibtischtäter und Bürohengst, keinerlei Anspannung, die längere Entspannungsphasen rechtfertigen würde. Aber, wie ich irgendwann schon einmal irgendwo bemerkte, es ist auch nicht immer leicht, vom einen Schreibtisch aufzustehen und sich nahtlos an einen anderen zu setzen. Und dabei dann auch noch produktiv sein zu wollen.

Es würde also einiges dafür sprechen, dass ich einfach, zumindest im Moment, ausgedehnte Entspannungsphasen brauche.

Prokrastination

Ich muss gestehen, dass mir bis gerade, als ich den Eintrag bei Wikipedia gelesen habe, nicht wirklich bewusst darüber war, dass Prokrastination als eine ernsthafte und durchaus komplexe Arbeitsstörung angesehen wird, die ganz kurz davor ist, sogar als eigene Erkrankung in den ICD-Code aufgenommen zu werden.

Prokrastination ist, kurz gesagt, das extreme Aufschieben von Arbeiten und kommt häufig bei selbstgesteuerten oder auch bei besonders arbeitsintensiv empfundenen Aufgaben vor. Eigentlich immer geht damit auch ein enormer Leidensdruck einher, weil die Betroffenen selber merken, wie sie Gelegenheit um Gelegenheit verstreichen lassen, eine Aufgabe zu erledigen und diese einfach nicht, oder erst nach einem eventuell gesetzten Termin, fertig wird.

Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, wie ähnlich sich Symptome der Prokrastination und der Depression sind. Ein Bereich, von dem ich ja auch ein Liedchen zwitschern kann.

Nun, sagen wir es so: Ich kenne von mir durchaus, dass ich Aufgaben, die für mich schwierig sind, „gerne“ so lange liegen lasse, bis es gar nicht anders geht. Ich möchte dafür ein Beispiel bringen:

Aufgrund gewisser Vorkommnisse war und ist es für mich schwierig, Telefonate zu führen, um Menschen und insbesondere Angehörige zu meinem Geburtstag einzuladen. Ganz ehrlich, ich bin froh gewesen, als so gut wie jeder irgendwann eine E-Mail-Adresse hatte. Wenn ich diese Anrufe tätigen musste, wurde ich schon Tage vorher nervös. Ich habe Ende Juli Geburtstag und fing an, nervös zu werden, wenn die Tour de France gestartet wird. Das ist immer so Anfang Juli. Ihr könnt also den Zeitraum ungefähr abschätzen.

Wenn dann die Woche gekommen war, in der ich definitiv anrufen musste, dauerte es meistens noch so zwei bis drei Tage, bis ich mich wirklich durchringen konnte. Ich schlich den ganzen Tag lang um das Telefon herum und fand immer wieder Gründe, genau jetzt nicht den Hörer zu nehmen und meinen Job zu machen. Mal saßen die Leute bestimmt beim Abendbrot, dann wollte ich nicht ins abendliche Fernsehprogramm fallen. Und früher waren sie bestimmt noch nicht zu Hause.

Und die ganze Zeit über ging es mir dreckig damit, bis ich irgendwann meine paar Anrufe zusammen hatte.

Beim Schreiben ist es nicht ganz so extrem. Wäre ja auch schlimm, wenn es so wäre, nicht wahr? Aber in Grundzügen ist es ähnlich: Ich weiß, dass ich Aufgaben habe, die ich erledigen möchte (so wie ich ja auch Menschen zu meinem Geburtstag einladen wollte). Es gibt Zeitfenster, in denen ich diese Aufgaben erledigen könnte. Ich lasse die Zeitfenster verstreichen und fühle mich hinterher faul und unproduktiv. Und ja, da entsteht ein gewisser Leidensdruck. Kein besonders großer, aber ein kleiner.

Prokrastination ist außerdem noch davon geprägt, dass man rationelle Gründe dafür sucht, dass man dieses Verhalten an den Tag legt, also Dinge nicht erledigt, die eigentlich anstehen. In meinem Fall wäre ein solcher Grund, dass ich mir, zusätzlich zu der Arbeit, die ich ab kommenden Montag (Lektorat) wieder mit „Der Morgen danach“ haben werde, nicht noch mehr Baustellen aufmachen möchte.

Das ist sogar ein einleuchtender Grund – oder könnte es sein, wenn vorher nicht die eine oder andere unproduktive Woche verstrichen wäre, in der ich dennoch etwas hätte erledigen können.

Und dann ist da noch der Punkt, dass man statt der Aufgabe, die eigentlich ansteht, etwas anderes macht, das als angenehmer empfunden wird. Bei mir ist das unter anderem, fürchte ich, das Schreiben von Blog-Artikeln …

Also – entspanne ich noch, oder prokrastiniere ich schon?

Ich glaube, ich muss für mich scharf aufpassen, wie ich die kommenden Arbeiten erledige. Auch wenn es sicher keinen Sinn macht, mich jetzt selbst gewaltig unter Druck zu setzen, sind doch Ansätze erkennbar, dass ich ein kleines bisschen zur Prokrastination neige.

Die Fachwelt weiß noch nicht genau, wie man dem am sinnvollsten begegnen soll. Das liegt vor allem daran, dass die Prokrastination als etwas angesehen wird, das häufig huckepack mit anderen Schwierigkeiten oder Problematiken in das System Mensch hineingetragen wird. So wird es wohl auch bei mir sein.

Mit diesem Artikel ging es mir nicht darum, mich zu outen. Eigentlich wollte ich auch gar keine große Selbstdiagnose machen. Das passierte eher so nebenbei. Es ging mir darum, die Unterschiede aufzuzeigen aber auch zu erläutern, wie nahe Entspannung und Prokrastination beieinander liegen können.

Entscheidend dürfte am Ende die eine Frage sein: Fühle ich mich gut damit, am Ende eines Tages nichts getan zu haben, oder könnte ich mir selber in den Hintern beißen, weil wieder ein Tag verplempert wurde.

Im Moment beiße ich mich häufiger, als mir selber lieb ist.

Ich hoffe, dass es bei euch anders ist oder habt ihr auch schon Zahnabdrücke am Gesäß?

So ein Bus fährt sich anders als ein Auto

Ihr seht, mein Bus beschäftigt mich immer noch – in gleich mehrfacher Hinsicht. So ganz plötzlich ist nämlich die Frage aufgetaucht, ob es sich bei der Ausschreibung, die mich ja per Mail erreichte, wirklich um eine offene Ausschreibung gehandelt hat, an der jeder teilnehmen kann, oder ob ich mir die ganze Arbeit vielleicht umsonst gemacht habe … wobei: Umsonst ist die Arbeit an einer Geschichte ja nie. Es gibt immer etwas zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln und letztlich etwas zu erzählen 🙂 .

Aber gehen wir einmal eine Sekunde davon aus, dass ich an dieser Ausschreibung teilnehmen dürfte. Dann kommen wir nämlich zu dem, wovon ich eigentlich berichten wollte.

Die meisten Ausschreibungen kommen mit relativ eindeutigen Spielregeln daher, an die man sich besser halten sollte, wenn man nicht direkt aus formalen Gründen aus dem Lostopf fliegen möchte. Neben den eigentlich immer vorhandenen Einschränkungen in Bezug auf Länge und Inhalt handelt es sich dabei sehr oft auch um Vorgaben an das Layout.

Nun habe ich diese Kurzgeschichte komplett in Papyrus Autor geschrieben. Wofür habe ich es schließlich? Seit man bedenkenlos zwischen Word und Papyrus hin und her laden (und speichern) kann, ist die Arbeit auch für mich ein gutes Stück einfacher geworden. Dachte ich.

Jetzt musste ich aber wieder einmal feststellen, dass ich von vielen elementaren Einstellungen dieses Programms schlicht und ergreifend keine Ahnung habe! Den Zeilenabstand zu ändern war ja noch leicht. Aber schon die Suche nach der Silbentrennung hat mich ein wenig überfordert. Zum Glück hat das Programm ein wirklich sehr gut ausgearbeitetes Hilfedokument.

Ich habe erst jetzt gemerkt, wie festgefahren ich in manchen Punkten bin, was die Bedienung von Software angeht. Und diese Festgefahrenheit bezieht sich darauf, dass ich mich eigentlich fast nur noch mit der Software von Microsoft intuitiv auskenne. Alle Dinge, die ich heute in Papyrus machen wollte, hätte ich in Word aus dem Handgelenk geschüttelt.

Jetzt könnte man mich fragen, wieso ich dann nicht einfach mit der Software arbeite, die ich beherrsche. Antwort eins: Weil das Ding zu teuer war, um es nicht zu benutzen! Antwort zwei: Weil das Ding für Autoren einfach die besseren Optionen bietet!

Und doch ist die Erkenntnis halt, dass man nicht so leicht von einem Auto (Word) auf einen Bus (Papyrus) umsteigt. Er fährt sich ganz anders, ist vielleicht nicht so wenig, dafür bietet er mehr Platz und Möglichkeiten.

Ich bleibe also dran, bis ich – um die Analogie erfolgreich zu Tode zu reiten – den Busführerschein gemacht habe.

Bleibt nur noch die Frage, was jetzt aus der Kurzgeschichte werden soll. So langsam habe ich ja wirklich schon ein kleines Häufchen an Unveröffentlichten …