Fieberträume

Puh, liebe Leute, was für Nächte, was für Träume …

Ihr wisst ja sicher, dass es für einen Autor eigentlich angeraten ist, sich ganz besonders intensiv mit seinen Träumen auseinander zu setzen. Denn die geben sehr oft Anreize für neue Geschichten oder können sogar dabei helfen, handfeste Schreibprobleme zu lösen.

Dass Träume nicht nur für Autoren eine wichtige Funktion erfüllen, ist ebenfalls nicht neu. Eine landläufig als korrekt angesehene Theorie besagt, dass Träume für den Menschen die Funktion erfüllen, dem Gehirn Gelegenheit zu geben, gewisse Dinge zu verarbeiten, und es ein Stück weit förmlich zu „resetten“.

Wenn das so ist, dann frage ich mich, was für einen kranken Scheiß mein Gehirn meinte, da verarbeiten zu müssen!

Ich habe in den letzten Tagen immer schon Probleme mit dem Kreislauf und allem Drumherum gehabt. Der Hintergrund war zunächst eine Medikamentenumstellung im laufenden Betrieb, bei der ein auf den Kreislauf wirkendes Medikament durch ein anderes ausgetauscht wurde. Das machte mir schon zu schaffen, als wir draußen noch Temperaturen so um die zwanzig Grad hatten.

Als dann aber in dieser Woche die Temperaturen immer mehr in die Höhe schnellten, nahmen auch die Probleme immer mehr zu. Denn jetzt kamen ja zu meinen sowieso schon vorhandenen Beschwerden noch die, welche auch alle anderen bei Höchsttemperaturen über 30 Grad plagten. Und in Kombination hat mich das Ganze dann gestern und heute richtig aus den Latschen gehauen. Wobei es heute über Tag langsam besser wurde, so dass ich den Arbeitsversuch am PC angehen und u.a. euch schreiben konnte. Gestern war an den PC nicht einmal zu denken.

Den gestrigen Tag habe ich zu 90% in meinem Bett verbracht und mehr oder weniger vor mich hin vegetiert. Aber ich will euch nicht mit den Einzelheiten langweilen. Nur mit dem, was ich in der Überschrift als Fieberträume bezeichnet habe.

Ich gehöre zu den Menschen, die hin und wieder wirklich Träume haben, die sie „nur noch“ aufzuschreiben bräuchten, um eine kleine Kurzgeschichte zu haben. Die Träume, die ich gestern hatte, bewegten sich jedoch alle am Rand des Irrsinns.

Ich träumte von einer Population Mäuse, die sich ein eigenes Königreich aufgebaut hatten. Keine Ahnung, ob es Menschen gab oder nicht. Aber es gab auf jeden Fall eine Spezies Vampire, welche die Mäuse angriffen und dezimierten. Das passierte in Folge 8.

Ja, richtig gelesen, in Folge 8, denn ich träumte das Ganze in Etappen. Eben in den Etappen, in denen ich zwischendurch weg sank. Das Doofe war nur, dass mir ausgerechnet Folge 7 fehlte, in der mit dem Bürgermeister irgendwas passiert sein muss, denn der lag am Anfang von Folge 8 ausgesaugt am Grenzstein des Königreichs. Der König selbst trat nie in Erscheinung.

Dann träumte ich noch von einer LKW-Spedition, die irgendwie die Hälfte der Zeit damit zubrachte, Rennen zu fahren. Rennen von der Sorte, bei der der LKW immer wieder in die Luft sprang, als ob er entweder ein Luftkissen unter dem Hintern hätte, oder der Untergrund so hügelig war, dass es unmöglich war, das Ding auf der Straße zu halten.

Dazu kamen jede Menge Klein- und Kleinstträume, die teilweise richtig quälend waren, weil sie sich immer wieder aufdrängten. Ein Gutes hatte das, ich wurde heute Vormittag irgendwann aus dem Bett getrieben, um langsam wieder auf die Beine zu kommen.

Aber mir war halt auch klar, dass es nach meinem letzten Traum nur noch schlimmer werden konnte: In dem war mein Vater von der evangelischen zur katholischen Kirche konvertiert, weil sein Töpferkurs nicht mehr angeboten wurde. Mein Vater ist seit gefühlten hundert Jahren Presbyter in seiner Gemeinde und eher konvertiert der Papst, als dass er es tut …

Fieberträume – ganz ohne Fieber. Nur ohne Sinn und Verstand. Also besser doch kein Traumtagebuch führen.

Entspannst du noch, oder prokrastinierst du schon?

Ich bekomme immer mal wieder die Rückmeldung, dass ich durch meine Erzählungen hier im Blog als jemand wahrgenommen werde, der unheimlich viel und hart an seinen Dingen arbeitet, die er erreichen möchte. Mir ist das immer unheimlich unangenehm, denn so sehe ich mich – leider – überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil nehme ich mich selbst als einen Menschen wahr, der unheimlich viel seiner Zeit mehr oder weniger nutzlos vertrödelt, in der er doch so viele wichtige Dinge erledigen könnte.

Nehmen wir nur die Aktivitäten rund um „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“. Zu beiden habe ich fertige Exposés und Leseproben. Beide könnte ich längst in der Weltgeschichte herumreichen und darauf hoffen, dass sie irgendwo Anklang finden. Alleine, ich tue es nicht. Weil ich irgendwie das Gefühl habe, nie den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

Der Punkt ist, dass ich, wenn ich von der Arbeit komme, oftmals einfach nicht mehr so viel geregelt bekomme. Ich sitze dann häufig zwar an meinem Rechner, aber ich vertreibe mir die Zeit im Netz, lese sehr viel und speichere viel an Informationen ab. Es ist also durchaus sogar irgendwie sinnvoll, was ich mache.

Nun kam für mich aber die Frage auf, ob das, was ich da tue, eigentlich noch Entspannung nach getanem Tageswerk ist, oder ob ich schon ernsthaft prokrastiniere.

Entspannung

Gemäß Wiktionary ist Entspannung die „Befreiung bzw. Beendigung von Anspannung“. Ich müsste mir also die Frage stellen, ob ich denn Anspannungen ausgesetzt bin, die mich davon abhalten, produktiver zu sein, als ich mich wahrnehme.

Mein Arbeitsplatz ist für mich nicht ganz frei von, sagen wir mal, inneren Konflikten. Das mag den einen oder anderen Kollegen überraschen, falls er das hier lesen sollte, aber es gibt Gründe dafür. Gründe, die ich nicht weiter ausbreiten möchte, weil sie an dieser Stelle auch nichts zur Sache tun.

Körperlich habe ich natürlich, als Schreibtischtäter und Bürohengst, keinerlei Anspannung, die längere Entspannungsphasen rechtfertigen würde. Aber, wie ich irgendwann schon einmal irgendwo bemerkte, es ist auch nicht immer leicht, vom einen Schreibtisch aufzustehen und sich nahtlos an einen anderen zu setzen. Und dabei dann auch noch produktiv sein zu wollen.

Es würde also einiges dafür sprechen, dass ich einfach, zumindest im Moment, ausgedehnte Entspannungsphasen brauche.

Prokrastination

Ich muss gestehen, dass mir bis gerade, als ich den Eintrag bei Wikipedia gelesen habe, nicht wirklich bewusst darüber war, dass Prokrastination als eine ernsthafte und durchaus komplexe Arbeitsstörung angesehen wird, die ganz kurz davor ist, sogar als eigene Erkrankung in den ICD-Code aufgenommen zu werden.

Prokrastination ist, kurz gesagt, das extreme Aufschieben von Arbeiten und kommt häufig bei selbstgesteuerten oder auch bei besonders arbeitsintensiv empfundenen Aufgaben vor. Eigentlich immer geht damit auch ein enormer Leidensdruck einher, weil die Betroffenen selber merken, wie sie Gelegenheit um Gelegenheit verstreichen lassen, eine Aufgabe zu erledigen und diese einfach nicht, oder erst nach einem eventuell gesetzten Termin, fertig wird.

Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, wie ähnlich sich Symptome der Prokrastination und der Depression sind. Ein Bereich, von dem ich ja auch ein Liedchen zwitschern kann.

Nun, sagen wir es so: Ich kenne von mir durchaus, dass ich Aufgaben, die für mich schwierig sind, „gerne“ so lange liegen lasse, bis es gar nicht anders geht. Ich möchte dafür ein Beispiel bringen:

Aufgrund gewisser Vorkommnisse war und ist es für mich schwierig, Telefonate zu führen, um Menschen und insbesondere Angehörige zu meinem Geburtstag einzuladen. Ganz ehrlich, ich bin froh gewesen, als so gut wie jeder irgendwann eine E-Mail-Adresse hatte. Wenn ich diese Anrufe tätigen musste, wurde ich schon Tage vorher nervös. Ich habe Ende Juli Geburtstag und fing an, nervös zu werden, wenn die Tour de France gestartet wird. Das ist immer so Anfang Juli. Ihr könnt also den Zeitraum ungefähr abschätzen.

Wenn dann die Woche gekommen war, in der ich definitiv anrufen musste, dauerte es meistens noch so zwei bis drei Tage, bis ich mich wirklich durchringen konnte. Ich schlich den ganzen Tag lang um das Telefon herum und fand immer wieder Gründe, genau jetzt nicht den Hörer zu nehmen und meinen Job zu machen. Mal saßen die Leute bestimmt beim Abendbrot, dann wollte ich nicht ins abendliche Fernsehprogramm fallen. Und früher waren sie bestimmt noch nicht zu Hause.

Und die ganze Zeit über ging es mir dreckig damit, bis ich irgendwann meine paar Anrufe zusammen hatte.

Beim Schreiben ist es nicht ganz so extrem. Wäre ja auch schlimm, wenn es so wäre, nicht wahr? Aber in Grundzügen ist es ähnlich: Ich weiß, dass ich Aufgaben habe, die ich erledigen möchte (so wie ich ja auch Menschen zu meinem Geburtstag einladen wollte). Es gibt Zeitfenster, in denen ich diese Aufgaben erledigen könnte. Ich lasse die Zeitfenster verstreichen und fühle mich hinterher faul und unproduktiv. Und ja, da entsteht ein gewisser Leidensdruck. Kein besonders großer, aber ein kleiner.

Prokrastination ist außerdem noch davon geprägt, dass man rationelle Gründe dafür sucht, dass man dieses Verhalten an den Tag legt, also Dinge nicht erledigt, die eigentlich anstehen. In meinem Fall wäre ein solcher Grund, dass ich mir, zusätzlich zu der Arbeit, die ich ab kommenden Montag (Lektorat) wieder mit „Der Morgen danach“ haben werde, nicht noch mehr Baustellen aufmachen möchte.

Das ist sogar ein einleuchtender Grund – oder könnte es sein, wenn vorher nicht die eine oder andere unproduktive Woche verstrichen wäre, in der ich dennoch etwas hätte erledigen können.

Und dann ist da noch der Punkt, dass man statt der Aufgabe, die eigentlich ansteht, etwas anderes macht, das als angenehmer empfunden wird. Bei mir ist das unter anderem, fürchte ich, das Schreiben von Blog-Artikeln …

Also – entspanne ich noch, oder prokrastiniere ich schon?

Ich glaube, ich muss für mich scharf aufpassen, wie ich die kommenden Arbeiten erledige. Auch wenn es sicher keinen Sinn macht, mich jetzt selbst gewaltig unter Druck zu setzen, sind doch Ansätze erkennbar, dass ich ein kleines bisschen zur Prokrastination neige.

Die Fachwelt weiß noch nicht genau, wie man dem am sinnvollsten begegnen soll. Das liegt vor allem daran, dass die Prokrastination als etwas angesehen wird, das häufig huckepack mit anderen Schwierigkeiten oder Problematiken in das System Mensch hineingetragen wird. So wird es wohl auch bei mir sein.

Mit diesem Artikel ging es mir nicht darum, mich zu outen. Eigentlich wollte ich auch gar keine große Selbstdiagnose machen. Das passierte eher so nebenbei. Es ging mir darum, die Unterschiede aufzuzeigen aber auch zu erläutern, wie nahe Entspannung und Prokrastination beieinander liegen können.

Entscheidend dürfte am Ende die eine Frage sein: Fühle ich mich gut damit, am Ende eines Tages nichts getan zu haben, oder könnte ich mir selber in den Hintern beißen, weil wieder ein Tag verplempert wurde.

Im Moment beiße ich mich häufiger, als mir selber lieb ist.

Ich hoffe, dass es bei euch anders ist oder habt ihr auch schon Zahnabdrücke am Gesäß?

So ein Bus fährt sich anders als ein Auto

Ihr seht, mein Bus beschäftigt mich immer noch – in gleich mehrfacher Hinsicht. So ganz plötzlich ist nämlich die Frage aufgetaucht, ob es sich bei der Ausschreibung, die mich ja per Mail erreichte, wirklich um eine offene Ausschreibung gehandelt hat, an der jeder teilnehmen kann, oder ob ich mir die ganze Arbeit vielleicht umsonst gemacht habe … wobei: Umsonst ist die Arbeit an einer Geschichte ja nie. Es gibt immer etwas zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln und letztlich etwas zu erzählen 🙂 .

Aber gehen wir einmal eine Sekunde davon aus, dass ich an dieser Ausschreibung teilnehmen dürfte. Dann kommen wir nämlich zu dem, wovon ich eigentlich berichten wollte.

Die meisten Ausschreibungen kommen mit relativ eindeutigen Spielregeln daher, an die man sich besser halten sollte, wenn man nicht direkt aus formalen Gründen aus dem Lostopf fliegen möchte. Neben den eigentlich immer vorhandenen Einschränkungen in Bezug auf Länge und Inhalt handelt es sich dabei sehr oft auch um Vorgaben an das Layout.

Nun habe ich diese Kurzgeschichte komplett in Papyrus Autor geschrieben. Wofür habe ich es schließlich? Seit man bedenkenlos zwischen Word und Papyrus hin und her laden (und speichern) kann, ist die Arbeit auch für mich ein gutes Stück einfacher geworden. Dachte ich.

Jetzt musste ich aber wieder einmal feststellen, dass ich von vielen elementaren Einstellungen dieses Programms schlicht und ergreifend keine Ahnung habe! Den Zeilenabstand zu ändern war ja noch leicht. Aber schon die Suche nach der Silbentrennung hat mich ein wenig überfordert. Zum Glück hat das Programm ein wirklich sehr gut ausgearbeitetes Hilfedokument.

Ich habe erst jetzt gemerkt, wie festgefahren ich in manchen Punkten bin, was die Bedienung von Software angeht. Und diese Festgefahrenheit bezieht sich darauf, dass ich mich eigentlich fast nur noch mit der Software von Microsoft intuitiv auskenne. Alle Dinge, die ich heute in Papyrus machen wollte, hätte ich in Word aus dem Handgelenk geschüttelt.

Jetzt könnte man mich fragen, wieso ich dann nicht einfach mit der Software arbeite, die ich beherrsche. Antwort eins: Weil das Ding zu teuer war, um es nicht zu benutzen! Antwort zwei: Weil das Ding für Autoren einfach die besseren Optionen bietet!

Und doch ist die Erkenntnis halt, dass man nicht so leicht von einem Auto (Word) auf einen Bus (Papyrus) umsteigt. Er fährt sich ganz anders, ist vielleicht nicht so wenig, dafür bietet er mehr Platz und Möglichkeiten.

Ich bleibe also dran, bis ich – um die Analogie erfolgreich zu Tode zu reiten – den Busführerschein gemacht habe.

Bleibt nur noch die Frage, was jetzt aus der Kurzgeschichte werden soll. So langsam habe ich ja wirklich schon ein kleines Häufchen an Unveröffentlichten …

Warum ich meine Autorenwebsite nicht auf die Reihe bringe

So, haben wir die reißerische Überschrift schon einmal hinter uns gebracht. Seit langer, langer Zeit steht unter meinen E-Mails eine Signatur, in der ich unter anderem auf meine Autorenwebsite hinweise und schreibe, dass diese sich „im Aufbau“ befindet. Vielleicht hat sich der eine oder die andere von euch ja schon einmal gefragt, was genau man sich darunter vorzustellen hat.

Die Antwort lautet: gar nichts.

Im Moment ruht der See schlicht und ergreifend still vor sich hin, weil ich immer wieder, wenn ich mich mit dem Thema befassen will, vor Probleme stoße, die mich so sehr abschrecken, dass ich schnell wieder die Hände davon lasse. Dabei nähert sich der Moment, in dem ich eine Autorenwebsite haben sollte, mit schnellen Schritten. Spätestens, wenn mein Debütroman „Der Morgen danach“ veröffentlicht wurde, sollte da was sein.

Aber wo liegt denn jetzt das Problem? Ich bin doch nicht dumm, kenne mich mit Technik und Software und diesem ganzen Internetzeug eigentlich aus. Sogar mit WordPress kenne ich mich inzwischen leidlich aus. Meinen ersten selbst gehosteten WordPressblog hatte ich vor zehn Jahren. Meine ersten Webseiten habe ich vor (mein Gott!) runden fünfzehn Jahren ins Internet gestellt.

Und jetzt gibt es diese Probleme?

Oh ja, die gibt es. Und sie ergeben sich aus mangelhafter Planung, kaum bis gar nicht vorhandener Koordination und im Endeffekt völliger Konfusion. Und im folgenden möchte ich einmal versuchen, euch die Probleme darzustellen.

Eigentlich beginnt alles schon ganz am Anfang. Ich eröffnete den Blog, wie ihr ihn heute kennt und besucht, aus einer momentanen Laune heraus. Ich wollte mich quasi selber unter Druck damit setzen, dass ich endlich was aus meiner Schreiberei mache und versuchen, die zahlreichen Entwürfe, die ich schon fabriziert hatte, an den Mann zu bringen. Da lag es einfach nahe, den ganz simplen Weg zu gehen und einen direkt bei WordPress.com gehosteten Blog zu eröffnen.

Das lief auch eine ganze Weile lang gut, aber irgendwann wurde ich dann unzufrieden mit den Fortschritten, die ich machte. Im Oktober 2015 gab ich mir erneut einen Tritt in den eigenen Hintern und wollte mich „professionalisieren“. Dazu gehörte, nach meinem damaligen Verständnis, auch eine Domain, die auf meinen Namen lautete. Ich landete schließlich bei einem Hoster meiner Wahl und der Domain http://www.behr-michael.de .

Dann drängten sich aber wieder andere Dinge in den Vordergrund. Ich schrieb die beiden Romane „Der Beobachter und der Turm“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ und steckte viel Arbeit darin, den „Beobachter“ veröffentlichungsreif zu machen. In der Zwischenzeit lief der Blog weiter und wurde immer erfolgreicher.

Im April 2016 sicherte ich mir bei einem weiteren Hoster die Domain http://www.traumvombuch.de, weil es diese dort wesentlich günstiger als bei WordPress direkt gab. Diese diente von Anfang an nur als Redirect.

Ziehen wir also kurz Zwischenbilanz: Ich habe einen Blog bei wordpress.com, eine Domain mit demselben Namen als Redirect und eine auf meinen Namen lautende Domain, die ich für E-Mails nutze, auf der ansonsten aber noch nichts passiert.

Letzte Woche schrieb ich den Beitrag zum Linktipp mit dem etwas provokanten Titel „WordPress war mal kostenlos„. In den zugehörigen Beiträgen entstand eine lebhafte Diskussion über Vorteile und Nachteile, einen Blog von wordpress.com auf eine andere, selbstgehostete Domain umzuziehen. Es gibt da wohl Probleme mit der Anzeige im Reader, mit dem Management von Kommentaren und dergleichen mehr.

Ich hatte am vergangenen Samstag nichts besseres vor und dachte mir, ich könne ja mal ein bisschen herumspielen.

Der erste Versuch war, meinen Blog bei wordpress.com zu exportieren und bei meinem Hoster zu importieren. Das funktionierte einigermaßen, aber soweit ich es nachvollziehen konnte, trafen die Befürchtungen meiner Leser zu, dass es zu Problemen kommen würde. Und für mich steht eines fest: Ich will und werde nicht riskieren, dass ich bei einer Veränderung an meinem Blog meine Leser verliere. Ihr seid mir nämlich ganz schön wichtig und im Laufe der Zeit auch ans Herz gewachsen! ❤

Eine Alternative wäre ggf., den Blog bei WordPress in eine kostenpflichtige Variante umzuwandeln. Bei dieser fällt dann der Zusatz „.wordpress.com“ weg und es wirkt ein wenig professioneller. Auf der Homepage von WordPress las sich das alles ganz einfach. Ich könne sogar meine bestehende Domain von meinem Hoster „mappen“. Das bedeutet, dass jemand, der http://www.behr-michael.de aufruft, bei meiner auf WordPress gehosteten Seite landet.

Die entsprechenden Einstellungen waren auch schnell gefunden und geändert. Dann kam allerdings das Kleingedruckte und das hatte es, wie meistens, in sich. Mein Hoster machte mich nämlich unmissverständlich darauf aufmerksam, dass es sich beim Abwickeln der E-Mails um eine eigene Leistung handle, die nach dem mappen der Domain nicht mehr zur Verfügung stehe.

Also: Wenn ich die Domain umleite, kann ich darauf keine E-Mails mehr empfangen und senden.

Kein Problem, meinte jetzt WordPress. Wenn du mir, zusätzlich zu dem, was du mir ohnehin schon zahlst, weil du jetzt ein Premium-Kunde bist, noch einmal fünf Euro im Monat zahlst, dann übernehme ich das mit den E-Mails für dich. Also, zumindest in der Theorie. Denn ob das praktisch klappt, dafür übernehme ich natürlich keine Gewähr. Und das Mailangebot ist, wenn ich das richtig verstanden habe, auch kein Probeangebot, sondern wenn abgeschlossen, dann abgeschlossen.

Bis jetzt konnte ich alles noch zurückdrehen, was ich dann auch lieber gemacht habe, bevor ich hinterher eine Konstellation habe, die vorne und hinten nicht mehr funktioniert.

Und jetzt bin ich so schlau wie zuvor. Ich stehe da mit einem gut gehenden Blog, der allerdings bei WordPress direkt gehostet wird, einer Internetadresse, die ich für meine Autorenseite gut finde und über die meine geschäftliche Mail läuft, und einer Seite mit einem Namen als Redirect, die mir wahrscheinlich auch noch Schwierigkeiten bereiten würde, wenn ich wirklich alles unter dem Namen „traumvombuch.de“ bei WordPress hosten lassen wollte.

Kann jemand meinen Hilfeschrei hören?

Ich sehe im Moment folgende Alternativen:

  1. Alles bleibt so, wie es ist und ich muss mich dauerhaft damit anfreunden, dass meine „seriöse“ Autorenseite und mein „herzliches“ Blog voneinander getrennt bleiben werden
  2. Ich versuche irgendwie, den Blog als Unterpunkt in einem Menü auf der Seite behr-michael.de einzubinden. Das geht wohl, ist aber alles andere als intuitiv oder trivial
  3. Ich verwende meine „seriöse“ Autorenseite nur als Weiterleitung zu WordPress und als E-Mail-Verwaltung
  4. Ich baue mir „traumvombuch.de“ als meine „Marke“ auf und nehme mich als Person ein wenig in den Hintergrund
  5. Ich suche mir professionelle Hilfe, die erst meinen Knoten im Kopf und dann vielleicht meine Probleme löst

Irgendwas davon wird es wohl werden.

Ich kann also nur an euch appellieren: Wenn ihr vorhabt, ein eigenes Webprojekt auf die Beine zu stellen und auch nur im Entferntesten daran denkt, das irgendwann mal auszubauen, dann geht die Sache gleich von Anfang an richtig an! Macht euch einen Plan. Macht eine Zeichnung, wenn es sein muss. Und sichert euch in Bezug auf eure Optionen vorher ab. Domains kann man immer noch abstoßen, wenn man sie nicht braucht. Webspace kann man abmieten. Aber im Nachhinein mehrere Dinge ineinander zu migrieren, das ist eine verdammt komplexe Sache.

Ich jedenfalls würde, wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, einiges anders machen. Wobei ich den Namen meines Blogs nicht würde ändern wollen. Denn ich denke, er drückt genau das aus, worum es mir ging und ja auch immer noch geht.

Ich träume vom eigenen Buch. Immer noch. Auf den ganzen Technik-Kuddelmuddel hätte ich allerdings gut verzichten können.

Es musste ja so kommen: Ich und meine Ideen

Zweimal habe ich in den letzten paar Tagen kluge Sätze zum Thema „Autoren und ihre Ideen“ abgesondert. Einmal ging es darum, ob man mehrere Projekte gleichzeitig schreiben solle/könne und einmal ging es um die Frage, wie Ideen festgehalten werden können.

Und ich kam beide Male mit meiner mir manchmal zu eigenen Arroganz und gab zu Protokoll, dass ich natürlich keinerlei Notizbuch führe. Weil meine Ideen in meinem Kopf bleiben. Deswegen schreibe ich mir auch sonst nichts auf. Nein, auch keine Romanideen, denn die bleiben ja in meinem Kopf.

Es musste ja so kommen.

Gestern Abend lag ich in meinem Bett und konnte mal wieder nicht einschlafen. In meinem Kopf ratterte erst eine ganze Weile Musik vor sich hin, was besonders fies ist, weil man/ich gerade in solchen Situationen, wo es eigentlich um die Entspannung geht, diese Ohrwürmer am schlechtesten los werde. In diesem Sinne einen schönen Gruß an Anna Depenbusch, wo immer sie sich auch heute gerade aufhält. „Stadt Land Fluss“ kann einem durchaus irgendwann den Nerv rauben, so schön der Song auch ist 😉 .

Aber das nur am Rande.

Jedenfalls dämmerte ich dann doch irgendwann weg. Und im Wegdämmern formte sich in meinem Kopf auf einmal eine Geschichte. Eine ziemlich ausgefeilte sogar. Leider keine für mein kleines „30“-Problem, das wusste ich sofort. Aber doch eine Geschichte, die man ja vielleicht einfach so mal schreiben könnte. Als Fingerübung. Für Spaß. Und wenn sie nun einmal schon in fast vollständiger Länge in meinem Kopf war.

An meinem Nachttisch liegt mein Smartphone. Auf meinem Smartphone läuft Evernote. Damit könnte ich theoretisch in kurzer Zeit eine Notiz erstellen. Verdammt, ich könnte sie sogar aufsprechen!

Aber ich dachte mir, dass ich gerade so schön am einduseln war, und ich ja schon so lange um den Schlaf gekämpft hatte, dass ich auf keinen Fall riskieren sollte, dass ich nach dem Herumhantieren mit der Technik wieder wach sein würde. Zumal ich heute, trotz Urlaubs, recht früh aufstehen musste.

Und da setzte meine gottverdammte Arroganz ein. Ich dachte mir nämlich, voll und ganz von mir überzeugt, dass die Idee heute auch noch da sein würde. Dass sie nur auf mich wartet.

Ihr werdet wissen, wie die Sache ausgegangen ist. Mir fiel heute Vormittag erst mit einigen Stunden Verspätung wieder ein, dass da überhaupt eine Kurzgeschichte gewesen war. Und worum es darin ging ist völlig weg.

Nun ja, es ist nicht völlig weg und das macht es noch schlimmer. Es fühlt sich wie ein Phantomschmerz an. Ich weiß und fühle, dass es da ist, aber ich kann es nicht erreichen. Und ich könnte auch niemand anderen davon überzeugen, dass ich wirklich jemals eine Idee gehabt habe, weil ja objektiv keine da ist. Das ist nicht nur nervig und frustrierend, es tut wirklich weh. Phantomschmerz eben.

Deswegen ziehe ich jetzt die Kutte des Büßers an, male mir ein Aschenkreuz auf und tue Buße. Wenn mir wieder einmal eine total tolle, schon vollständig ausformulierte Idee kommt, dann werde ich sie mir sofort notieren. Egal wo, egal wie, egal worauf.

Denn das Schlimmste habe ich noch gar nicht verraten. Selbst wenn mir jetzt während meines Nachdenkens die Ideen für drei ganze Kurzgeschichtenbände kämen, wäre ich doch nicht zufrieden damit, weil eben die eine nicht dabei wäre – oder ich sie nicht mehr erkenne.

Es musste ja so kommen.

Und jetzt darf hämisch gelacht und mit dem Finger auf mich gezeigt werden. Ich habe es verdient *grummel*.

Der Sonntagsreport vom 09.04.2017 – Irgendwas mit „30“ und Technik zum Verzweifeln

Hallo zusammen!

Es ist mal wieder Sonntag, aber kein normaler Sonntag, denn vor mir liegen zwei Wochen Urlaub. Den kann ich allerdings auch gut gebrauchen. Selbst wenn ich die Leipziger Buchmesse besser verkraftet habe, als ich es befürchtete, habe ich doch den Kräfteverschleiß nicht leugnen können. Jetzt habe ich die Zeit, meine Batterien ein wenig wieder aufzuladen. Und dann vielleicht auch mal wieder kreativ zu werden.

Seit ich vor beinahe einem Monat meinen Textentwurf an den Scylla Verlag geschickt habe, war in der Hinsicht nämlich ziemlich Ebbe. Ich hatte ja schon erzählt, dass es gerade dazu reichte, ein wenig vor mich hin zu spinnen, was denn ein Exposé für „Darkride“ anbelangt. Auch so ein Thema, das ich in Angriff nehmen will.

Ich wollte euch ja auch was zu meinem Convertible erzählt haben, diese Woche. Das scheiterte daran, dass ich, neugierig, wie ich bin, die erste sich bietende Gelegenheit genutzt habe, um mir das Windows 10 Creators Update auf die Rechner zu spielen. Bei meinem PC hat das hervorragend und problemlos geklappt. Bei dem Kleinen – geht so. Mal davon abgesehen, dass der Flashspeicher nicht der Schnellste ist, habe ich festgestellt, dass trotz aller Maßnahmen der Speicherplatz einfach begrenzt ist. Ich musste erst ein wenig tricksen, um die „Systempartition“ so weit leer zu kriegen, dass Windows sich nicht mehr weigerte, die Installation zu starten.

Da war es einfach nicht mehr drin, noch aussagefähige Fotos zu machen. Zumal ich das Ding zwischendurch am liebsten gegen die Wand geklatscht hätte – ich bin einfach durch die Geschwindigkeit meines PC total versaut. Aber auch das schaffe ich vielleicht in den nächsten zwei Wochen.

Und dann ist da noch die Sache mit der „30“, die ich in der Überschrift angesprochen habe. Margaux Navara hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Bundesverband der jungen Autoren zu seinem 30. Jubiläum eine Ausschreibung über eine Kurzgeschichte gestartet hat, in der halt irgendwie die Zahl 30 auftauchen muss. Genre und so weiter sind frei. Und da sich die Rahmenbedingungen ziemlich gut lesen und ich halt auch gerne mal wieder meine Kreativität von der Leine lassen möchte, habe ich mir überlegt, dort mitzumachen.

Und jetzt sitze ich seit Tagen da und mir fällt nichts zu dieser Zahl ein, was nichts mit einem Geburtstag zu tun hat. Denn das wäre ja nun wirklich plump. Daran merke ich halt, dass die Akkus leer sind und Aufladung benötigen. Bis Ende April wollen in irgendeiner Weise 8.000 Zeichen geschrieben sein. Das ist nicht viel und setzt mich, den stadtbekannten Vielschreiber, damit gleich doppelt unter Druck.

Jetzt hätte ich beinahe den dritten Absatz in Folge mit „Und“ begonnen. Sehr guter Stil, Michael, sehr guter Stil!

Trotzdem: Außerdem habe ich mich gestern ein wenig mit der Technik meiner geplanten Website beschäftigt. Aber da stoße ich vorne, hinten, links und rechts immer wieder an Grenzen. Da schreibe ich euch die Tage noch einmal genauer von, das sprengt hier den Rahmen.

Aber einen Tipp kann ich an hoffnungsvolle Nachwuchsautoren schon einmal geben: Wenn ihr plant, eine eigene Homepage aufzuziehen und vorher einen Blog bei WordPress zu hosten, dann macht nicht den Fehler, den ich gemacht habe, und lasst diesen Blog zu groß werden. Besonders dann nicht, wenn ihr parallel schon eure Domain für E-Mails nutzt. Denn dann wird es kompliziert!

Ich denke, das wird deutlicher, wenn ich meinen längeren Beitrag schreibe. Dafür muss ich mich aber wirklich erst sortieren. Gestern habe ich einfach irgendwann alles wieder auf Anfang zurückgedreht und einen Haken dahinter gemacht.

So, das soll es dann für heute auch schon wieder gewesen sein. Ich wünsche euch allen einen Start in die kommende Woche. Und auch wenn ihr keinen Urlaub haben solltet, so ist sie ja durch den Feiertag für so gut wie alle von uns einen Tag kürzer als die normale Arbeitswoche.

Macht es gut!

Euer Michael

Leipziger Buchmesse T-2 Tage: Die Spannung steigt!

Es kann zwar durchaus sein, dass die Leipziger Buchmesse morgen schon ihre Tore öffnet, jedenfalls habe ich so etwas irgendwo gelesen, aber da ich erst übermorgen anreise, hat das für mich jetzt nur nachrangige Bedeutung.

Wie, nur noch zwei Tage, bis ich nach Leipzig fahre? Genau genommen keine 48 Stunden mehr, bis ich im Zug sitze?

(Denken Sie sich hier ein panisches waaaaaaaaah!)

Ganz ehrlich? Die Spannung steigt nicht nur, sie ist bereits irgendwo auf dem Scheitelpunkt angekommen. So langsam wird es Zeit, gedanklich schon einmal die Sachen zusammen zu suchen, die noch vorher zu organisieren, zu packen und zu sortieren sind.

Es ist meine erste Buchmesse, das darf nicht vergessen werden. Klar, die Basics sind logisch. Ich will keine Kommentare darüber hören, dass Männer damit überfordert sein könnten, ihre Reisegarderobe zusammenzustellen. Aber um ganz sicher zu gehen, stehen auch deren Bestandteile auf meiner To-Do-Pack-Liste, die ich mir angelegt habe.

Was auf jeden Fall mit muss ist die Technik. In diesem Fall ist das mein Convertible samt Tastatur und Ladegerät. Ich kann es noch nicht versprechen, aber vielleicht schaffe ich es ja, während der Messe direkt ein wenig zu bloggen. Daneben ist es aber auch dafür da, dass ich mich während der Zugfahrten beschäftigen kann. Sehr wahrscheinlich will/werde ich mir „Darkride“ vornehmen, wie ich ja schon einmal überlegt hatte.

Und dann kann ich mir gar nicht groß genug aufschreiben, dass ich mir alles ausdrucke, was ich an Eintrittskarten, Zugfahrkarten, Buchungsbestätigungen usw. brauche:

  • Buchungsbestätigung meiner AirBNB Buchung
  • Zugfahrkarte
  • Ticket Leipziger Buchmesse (und Autorenrunde)

Ich bin im Vorfeld von Veranstaltungen, die ich noch nie besucht habe, immer so nervös. Eigentlich besteht kein Grund dafür, das weiß ich auch. Aber das weiß mein Nervenkostüm nicht. Oder es hat beschlossen, diese Tatsache zu ignorieren. Keine Ahnung.

Mein Körper macht das, was er in solchen Zeiten immer tut. Er schwächelt. Gestern habe ich mehr als den halben Tag mit einer Migräneattacke im Bett gelegen, heute habe ich Kopf- und Halsschmerzen.

Wie gesagt, die Spannung steigt.

Und das noch ungefähr 48 Stunden lang, bis ich dann im Zug nach Leipzig sitze und es kein Zurück mehr gibt. Hinterher werde ich, hoffentlich, sagen, dass es eine sehr positive Erfahrung gewesen ist.

Doch bis dahin:

(Denken Sie sich hier ein panisches waaaaaaaaah!)

😉