Wieso die Pause wichtig für mich ist

Je länger meine Pause vom Autorenleben dauert, die je nach Sichtweise noch gar nicht so lange oder, für meine Verhältnisse, schon ewig anhält, desto deutlicher wird für mich, wieso sie so wichtig ist. Und weil es mir deutlich geworden ist, unterbreche ich die Stille für diesen einen Blogeintrag.

Einige unter euch haben mir schon zu verschiedenen Anlässen gesagt, dass ich es in Hinsicht auf die Häufigkeit meiner Beiträge oder die Selbstverpflichtung, dieses und jenes zu schreiben, ein wenig übertreiben könnte.

Ich habe immer Schwierigkeiten gehabt, mich dieser Sichtweise anzuschließen. Das hat viel damit zu tun, dass ich oft auf das stoße und es mir dann auch genau ansehe, was andere Autoren den lieben langen Tag so treiben. Und dann schaue ich auf mein vergleichsweise geringes Arbeitspensum und denke mir, dass ich scheinbar das, was ich mir als Hobby, als Berufung ausgesucht habe, nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit oder Zielstrebigkeit behandle.

Daraus entsteht Druck. Und wenn ich auch unter Druck alles in allem ziemlich gut arbeite, wird es doch ab einer gewissen Stärke schwer, diesen Druck in Produktivität umzumünzen und ihn nicht als Belastung wahrzunehmen.

Druck mag gut sein, Belastung kann es nicht sein – unter keinen Umständen.

Während der Beendigung des Vertragsverhältnisses mit dem Scylla Verlag bin ich durch einige teils sehr heftig widersprechende Emotionen und Haltungen durchgegangen. Während ich nie daran gezweifelt habe und auch nicht daran zweifle, dass mein Weg als Autor auch jenseits dieses Vertrags weitergehen wird, gab es doch Tage, an denen ich einfach das Gefühl hatte, dass ich jetzt vielleicht erst einmal verarbeiten sollte, was da eigentlich gerade passierte.

Doch das Gegenteil war der Fall. Ich habe mich umso stärker in die Arbeit gestürzt und weitergemacht, als sei alles wie es immer gewesen ist. Das hat auch eine ganze Weile so funktioniert.

Bis dann, irgendwann Ende Mai, das Gefühl stärker wurde, dass ich so nicht mehr weitermachen konnte. Jedenfalls nicht mehr sehr lange. Kurz gesagt gelangte ich an einen Punkt, an dem ich bei einigen der Dinge, die ich tat, nicht mehr wusste, ob ich sie jetzt tue, weil ich gerade Lust darauf hatte, weil sie das waren, was ich tun wollte, oder ob ich sie nur tat, weil irgendwer, ein völlig unspezifiziertes fremdes Gesicht, von mir erwartete, dass ich diese Dinge tue.

Ich fing an, mechanisch zu werden. Meine Tagesziele zu erarbeiten und dann, wie bei einer ungeliebten Zwangsarbeit, einen Haken dahinter zu setzen. Mehr Schweiß als Fleiß, mehr Transpiration denn Inspiration.

Eines kam zum anderen. Ich merkte, dass es für mich immer schwerer wurde, einerseits produktiv zu sein, zu schreiben, andererseits meinen „sozialen Verpflichtungen“ nachzukommen. Entweder schrieb ich, oder ich beantwortete E-Mails, Blogkommentare, sonstige Kommunikation. Und egal, was ich nicht tat, es sorgte für ein schlechtes Gewissen.

Und ich stelle mir die Frage: Tue ich das, was ich tue, weil es wirklich mein Interesse ist, oder nur, um das schlechte Gewissen zu beruhigen!?

Gerade eben stecke ich darin, diese Frage für mich zu beantworten, diese Antworten zu bewerten und mich neu zu sortieren. Daran zu arbeiten, ohne tatsächlich zu arbeiten, dass sich dieser Knoten wieder entwirrt und alles klar und deutlich vor mir liegt.

Und deswegen brauche ich diese Pause. Deswegen schreibe ich im Moment nicht. Deswegen finde ich in den sozialen Netzwerken nicht statt. Deswegen keine neuen Blogbeiträge.

Es tut mir leid, wenn einige von euch auf Antworten warten, oder wenn ich mich mit Kommentaren und dergleichen rar mache. Aber ich brauche diese Zeit jetzt, um gestärkt daraus hervor zu gehen. Ich tue im Moment Dinge, die ich länger nicht getan habe. So, wie zum Beispiel einfach mal in der Mittagspause in einem Buch zu lesen, als krampfhaft zu versuchen, originell an einem zu schreiben, nur um diesen Punkt von der Tagesordnung streichen zu können.

Ich gebe keine Prognose dazu ab, wie lange dieser Zustand noch andauern wird. Aber ich weiß, was eintreten muss, damit er endet:

Ich muss wieder Bock darauf haben, mein Garn zu spinnen. Es muss mir eine Herzensangelegenheit sein, meine unmaßgebliche Meinung in die Welt zu setzen. Und es muss mich ernstlich in den Fingern jucken, was auch immer zu schreiben. Nicht, weil mich ein schlechtes Gewissen oder ein Gefühl von Verpflichtung dazu antreibt, sondern weil ich schlicht nicht anders kann.

Weil ich eben ein Autor bin.

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Beendigung des Vertragsverhältnisses mit dem Scylla Verlag

Ihr Lieben,

hiermit gebe ich bekannt, dass meine Zusammenarbeit mit dem Scylla Verlag mit dem heutigen Tage einvernehmlich beendet wurde. Dies bezieht sich auf die geplante Veröffentlichung meines Romans „Der Morgen danach“.

Ich bedanke mich beim Verlag und allen seinen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und wünsche dem Team für die Zukunft viel Erfolg.

Bitte seht mir nach, dass ich zu Einzelheiten keine Stellung nehmen werde. Ebenso möchte ich euch bitten, von Mutmaßungen, Nachfragen oder dergleichen abzusehen. Deswegen habe ich die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ausnahmsweise deaktiviert. Aber ich bin mir sicher, dass ihr meinen Wunsch respektieren werdet und ich nicht gezwungen bin, irgendwelche diesbezüglichen Kommentare unter anderen bestehenden oder zukünftigen  Beiträgen zu entfernen. Vielen Dank dafür!

Gleichzeitig nehme ich dies zum Anlass, auch wenn es nicht der alleinige Grund ist, in den kommenden Tagen ein wenig kürzer zu treten, was mein Autorenleben angeht. Ich habe das Gefühl, dass mir eine kleine Pause vom Schreiben, vom Bloggen, vom „Autor sein“ gut tun wird. Wie lange diese Pause ausfallen wird, weiß ich noch nicht. Aber ihr kennt mich: Es kann sein, dass mir schon in wenigen Tagen wieder etwas bloggenswertes unter den Nägeln brennt.

Wir hören voneinander!

Solange tut nichts, was ich nicht auch tun würde 😉 .

Euer Michael

Doomsday!

Wer die letzten paar Wochen nicht unter einem Stein verbracht hat, der weiß, was heute die Stunde geschlagen hat. Heute tritt die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union inkraft.

In den letzten Tagen wurde jeder, der sich im Internet bewegt und irgendwo auch nur mal einen Newsletter bestellt hat, mit den Ankündigungen zu Änderungen und dergleichen bombardiert. Auch diese kleine Seite hier hat eine angepasste Datenschutzerklärung, einen Hinweis auf Cookies und dergleichen bekommen.

Aber eine nicht kleine Anzahl von überwiegend privat geführten Websites und Blogs hat auch die Waffen gestreckt und entweder mit entsprechender Info oder auch heimlich, still und leise, den Stecker gezogen. Hierfür hat jeder Betreiber, jede Betreiberin, höchst individuelle Gründe, die es zu akzeptieren und zu respektieren gilt.

In meiner Wahrnehmung erleben wir gerade das größte Sterben kleiner privater Seiten, seit seinerzeit die Plattformen von Compuserve/AOL und Geocities abgeschaltet wurden. Relikte einer vergangenen Zeit, an die sich heute vielleicht nur noch die wenigsten erinnern können.

Ich, für mich, habe mich entschieden, zu bleiben. Zwar mit kleinen Anpassungen, aber ohne die große Panik. Weil ich nach wie vor glaube, dass wir, die Blogger, nie wirklich Ziel dieser DSGVO gewesen sind. Und ich hoffe, dass irgendwann, irgendwer, sich irgendwo mal hinstellt und das wirklich, wahrhaftig und rechtssicher verlässlich klar stellt.

Heute ist Doomsday. Aber morgen ist ein neuer Tag mit neuen Chancen und neuen Möglichkeiten.

Ich freue mich darauf, euch alle dort wiederzusehen!

Leer geschrieben

Irgendwie fällt es mir im Moment schwer, diesen Blog kontinuierlich mit Leben zu füllen. Vorbei die Zeiten, in denen es jeden Tag einen neuen Beitrag gab. Gut, das wurde von nicht wenigen meiner Leser sowieso als „Wahnsinn“ und kaum nachzuhalten betrachtet.

Aber auch der Vorsatz, jeden zweiten Tag, oder so, einen neuen Artikel zu schreiben, hält im Moment nicht vor. Dabei mangelt es nicht an Dingen, über die ich schreiben könnte. Tatsächlich fange ich an, mir über einen neuen Beitrag Gedanken zu machen und stelle dann schnell fest, dass ich mich, momentan, nicht in der Lage sehe, ihn auch wirklich zu schreiben.

Unbefriedigend.

Aber ich schreibe. Das ist die positive Nachricht. Und „wir“ hatten uns ja hier schon mal darauf geeinigt, dass es in Ordnung ist, wenn ich Prioritäten setze. Die liegen im Moment auf meiner täglichen Dosis meines aktuellen Romanprojekts.

Ich habe mir vorgenommen, dass ich an jedem Tag, an dem ich arbeiten gehe, wenigstens 500 Wörter schreibe. Das ist in etwa 20 Minuten erledigt und damit eigentlich immer einzuschieben. An Tagen, an denen ich frei habe, sollen es 1.000 Wörter sein. Bis jetzt, das sind knapp zwei Wochen, klappt das auf diese Weise ziemlich gut.

Aber irgendwie fühle ich mich danach auch leer geschrieben. Ich schreibe die 500 Wörter und merke richtig, wie der Schreibmuskel abschlafft. Als ob er überanstrengt worden sei. Aber davon kann in letzter Zeit nun wirklich keine Rede sein.

Nun gut, ich muss mit dem leben, was ich im Moment zustande bringe. Aber so ein kleines Jammern zwischendurch, sei mir dann doch vielleicht erlaubt 😉 .

Wir lassen uns das Bloggen nicht verbieten

Achtung, dies wird ein, vermutlich, sehr unreflektierter und ein klein wenig auch verschwörungstheoretischer Blogeintrag. Wer also seinen Aluhut noch nicht aufgesetzt hat, der möge das jetzt bitte tun, ansonsten übernehme ich für nichts eine Garantie.

Wir alle wissen, dass die Wahrheit irgendwo dort draußen ist. Das Problem ist nur, dass dort nicht nur die Wahrheit ist, sondern auch ganz, ganz viel Unsicherheit und – ja, ich gehe so weit, das Wort zu benutzen – auch Angst.

Über viele Jahre hinweg haben wir, die wir auf WordPress, auf Blogger, auf einem eigens gehosteten Blog oder wo auch immer unsere Meinungen, unsere Geschichten, unser Leben gepostet haben, dies in der Überzeugung getan, dass wir mit dem, was wir tun, anderen Menschen vielleicht ein wenig Freude oder zumindest ein wenig Zerstreuung bieten können. Aber wenn ich mich im Moment umsehe, dann sehe ich wenig davon.

Immer wieder stoße ich auf Beiträge, in denen davon gesprochen wird, das der oder die Blogger/in nicht weiß, wie es in der nahen Zukunft weitergehen soll. Der Hintergrund ist bei vielen die nahende EU-DSGVO, oder auch Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Dieses Monstrum von einer Verordnung tritt in fast einem Monat in Kraft und wirft gewaltige Schatten auf das Gemüt einer Menge Menschen.

Ich habe das Missvergnügen, mich auch beruflich mit diesem Kauderwelsch auseinandersetzen zu müssen und kann daher sagen, dass es mich überhaupt nicht wundert, wenn der kleine Blogger und die kleine Bloggerin damit überfordert ist. Ich sehe jeden Tag Stellungnahmen vom Städtetag, von der Bezirksregierung, von diversen Landesämtern und so weiter und so fort und alle wissen im Prinzip nur eins: Da kommt etwas, aber was es letztlich bedeutet, das wissen wir nicht.

Und sie wissen: Potentiell kann uns das richtig viel Geld kosten, wenn wir gegen die Auflagen verstoßen.

In diesen Zeiten greifen die guten Ratschläge um sich. In den Fällen, in denen dies kostenlos geschieht, sage ich meinen Dank, ziehe meinen Hut und freue mich, wenn einer dem anderen versucht, zu helfen. Aber es gibt auch genügend Leute, die versuchen, aus der Verunsicherung einen finanziellen Vorteil zu ziehen. Sei es drum. Wer bereit ist, dafür zu bezahlen, den kann und will ich nicht aufhalten. Ich habe auch ein paar Euro investiert, um meine Datenschutzerklärung zumindest halbwegs rechtssicher zu machen.

Aber augenblicklich weiß keiner, ob und was eigentlich reicht. Besonders diejenigen von uns, die so wie ich direkt auf wordpress.com ihren Blog hosten, sehen sich auf einmal der Frage gegenüber, was eigentlich im Hintergrund auf dieser Plattform so abläuft, wovon wir gar keine Ahnung haben. Werden da versteckte Routinen eingesetzt, die Informationen über unsere Besucher abgreifen? Wie sieht es mit der geschalteten Werbung aus? Wie mit den Statistiken, die erhoben werden?

Ich habe bereits die ersten Blogs „sterben“ sehen und bekomme eine ziemliche Wut dabei. Weil das alles im Prinzip so dermaßen unnötig sein müsste.

Denn der Gesetzgeber hatte im Endeffekt ja nicht einmal vor, uns kleine Blogger zu treffen. Wir stellen so eine Art Kollateralschaden dar. Eigentlich ging es um die großen Organisationen. Um die Firmen. Und um die Verwaltungen. Daran, dass vielleicht auf einem kleinen Blog wie diesem, der am Tag so um die 50 Aufrufe bekommt, ein Kommentator seine IP-Adresse hinterlassen könnte, hat man da sicher nicht gedacht.

Und wenn doch, dann hat man die Achseln gezuckt und sich gedacht: Sei es drum. Das macht es für mich nicht leichter, gelassen zu bleiben.

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich überfordert bin. Wenn ich alles umsetzen würde, was ich schon an guten Ratschlägen gehört und gelesen habe, dann würde hier bald alles ganz anders aussehen. Das Beste wäre wahrscheinlich, ich würde das Liken der Beiträge unterbinden und auch gleich noch das Kommentieren. Aber dann könnte ich meine Beiträge auch in Word schreiben und auf meiner Festplatte abspeichern. Das hätte ungefähr den gleichen Effekt der Interaktion und der Kommunikation.

Und deswegen werde ich, wenn ich es mir nicht innerhalb des kommenden Monats noch anders überlege, bewusst den Mut zur Lücke suchen. Ich kann und will nicht die Kommunikation mit meinen Lesern auf ein Mindestmaß begrenzen. Ich will die Interaktion nicht unterbinden.

Diesen Blog gibt es seit ziemlich genau drei Jahren. Und in diesen drei Jahren habe ich in meiner persönlichen Entwicklung als Autor – und, ich nehme wieder ein großes Wort in den Mund, auch als Mensch – so große Fortschritte gemacht, dass es einen längeren Beitrag als diesen bräuchte, um das alles zu benennen. Und das hätte es nicht gegeben, wenn es nicht von Anfang an Menschen da draußen gegeben hätte, die mit mir „gesprochen“ haben. Die mich ermutigt haben. Und die auch in schweren Zeiten das gelesen haben, was ich hier schrieb.

Und deswegen werde ich weitermachen. Mit kleinen Anpassungen vielleicht, okay. Aber alles im geordneten Rahmen.

Die Datenschutzgrundverordnung ist nicht dafür da, um ab Ende Mai von Seiten der Regierung oder der EU alle möglichen Leute an die Kandare zu nehmen und ihnen den Hosenboden stramm zu ziehen. Die größte Gefahr auf unserer Ebene droht tatsächlich von Leuten, die meinen, sie müssten jemand anderen anschwärzen, einen Anwalt auf ihn hetzen und auf irgendeine Form der Unterlassung drängen. In diesem Fall der Unterlassung der Datenerhebung, um sich einen wie auch immer gearteten Vorteil zu verschaffen.

Ich bin ein kleiner Autor, der mit Ausnahme von Kurzgeschichten noch nichts veröffentlicht hat. Ich frage mich also: Wer sollte mir eine Abmahnung zukommen lassen? Und wieso sollte er das tun? Wie, Entschuldigung, kackendreist müsste dieser Jemand sein, um zu sagen: „Hey, du hast zwar noch kaum was erreicht und eigentlich tust du auch niemandem was Böses, aber ich schmeiß dir trotzdem mal einen Knüppel zwischen die Beine!“

Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es da draußen jemanden gibt, der das wirklich tun würde. Nicht bei mir und nicht bei den vielen anderen kleinen Bloggern, die einfach nur das tun, was ihnen am Herzen liegt!

Ich verstehe jeden, der auf Nummer Sicher gehen will. Und ich propagiere auch keinesfalls, dass es einem egal sein sollte, was da im Moment geschieht. Mir geht es nur darum, die Panik vielleicht ein wenig zu dämpfen und, ja, da bin ich egoistisch, auch jedem Mut zu machen, dass es sich lohnt, das eigene Projekt, den eigenen Blog fortzuführen. Weil es Menschen gibt, denen das gefällt, was wir tun. Die sich freuen, von uns zu lesen. So, wie ich mich freue, von euch zu lesen.

Wundert euch also bitte nicht, wenn es auch bei mir vielleicht in Kürze dieses bekannte Wegklick-Banner gibt, dass hier Cookies gespeichert werden. Wenn es sich leicht einbinden lässt, dann wäre ich doof, es nicht zu tun. Immer eingedenk dessen, dass es vielleicht doch diesen einen Menschen geben könnte, der glaubt, mir deswegen schaden zu wollen.

Ich glaube nicht daran. Ich will es nicht glauben!

Lasst mich eine Weile der naive kleine Happy-Blogger sein, der in seiner rosaroten WordPress-Welt vor sich hin bloggt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass das, was er tut, irgendwem oder irgendeiner Institution ein Dorn im Auge sein könnte.

Was immer auch kommt und wie immer es auch aussehen mag: Wir lassen uns das Bloggen nicht verbieten!

Und ich würde mich freuen, wenn DU es genau so halten würdest, wie ich. Denn DU würdest fehlen!

„Du hast gar nichts zum Welttag des Buches geschrieben. Schäm dich!“

Die Aussage aus der Artikelüberschrift ist fiktiv – und ist es irgendwie auch wieder nicht. Denn tatsächlich gab es da gestern, am Welttag des Buches, eine leise aber hartnäckige Stimme in mir, die mir permanent sagte: »Du hast noch gar nichts zum Welttag des Buches geschrieben. Schäm dich!«

Aber ich muss gestehen, dass mir nichts einfiel, was ich zu diesem Tag hätte beitragen können. Was ist das denn überhaupt, so ein Welttag? Soll sich an diesem Tag alles um das gedruckte Wort drehen? Und wenn dem so ist – wieso sollte ich dann das gedruckte Wort zelebrieren, indem ich virtuelle Buchstaben auf einen flachen Bildschirm zaubere? Das wäre ja wohl fast so etwas wie der Gegenentwurf zum Buch. Es sei denn, dass der Welttag des Buches endlich auch für eBooks gilt. In den Vorjahren hatte ich irgendwie nicht das Gefühl.

Diese leise Stimme hat mich mehrfach an diesem Tag ermahnt, ich müsse jetzt endlich meiner gottverdammten Pflicht nachkommen. Ich bin Autor, also muss ich irgendwas Schlaues über Bücher zu sagen haben. Verklagt mich, aber mir ist nichts schlaueres eingefallen als die Tatsache, dass Lesen Spaß macht, dass es bildet, dass es unterhält und dass es ein schützenswertes Kulturgut ist.

Keine bahnbrechende Erkenntnis und ganz gewiss keine, die von meiner Seite noch einmal wiederholt werden müsste, damit sie bei ihren Empfängern ankommt.

»Aber du bist doch …«

… Autor, ich weiß. Habe ich ja gerade schon gesagt.

Als Autor hätte ich euch an diesem Tag vielleicht etwas von meinen inspirierendsten Büchern erzählen können. Oder wahlweise irgendeinen Schwank über einen meiner Romane. Wobei das wiederum etwas witzlos gewesen wäre, gibt es diese doch nun einmal nicht als Buch zu kaufen. Vollkommen egal, ob als Buchstaben auf Papier oder als Buchstaben auf Flachbildschirm.

»Wenn schon einem wie dir, der Bücher ja ach-so-gern hat, nichts passendes zum Welttag des Buches einfällt, dann muss es mit dem Lesen ja wirklich kurz vor dem Ende stehen.«

Nun, Gott sei es gepfiffen und getrommelt, sehe ich mich nicht als den Nabel der Welt an. Ich muss mir nur die Bestsellerlisten ansehen, seien es die in den Geschäften oder die auf Amazon & Co. um zu wissen, dass es da draußen eine Menge Leute gibt, die eine Menge Bücher lesen, die ich noch nie in auch nur in der Hand gehabt habe. Da muss ich nicht einmal die Millionenseller „Harry Potter“ oder „Shades of Grey“ bemühen, auch wenn beide durchaus valide Beispiele wären.

Nein, ich denke, dass immer noch gelesen wird, auch wenn die Branche sich ganz sicher in einem Zwischenstadium befindet. Immer mehr Bücher drängen an den etablierten Verlagen vorbei auf den Markt, sei es, weil es auch für Kleinverlage immer einfacher (und lukrativer) wird, sich ins Business zu stürzen, oder weil viele Autoren gleich ganz ihr eigenes Ding machen. Von den sogenannten Hybridautoren mal ganz zu schweigen, die sich gleich gar nicht mehr auf eine Art der Veröffentlichung festlegen lassen wollen.

Ich finde das gut, zeigt es doch, dass es heute, mehr denn je, einen Markt auch für die kleinen Geschichten gibt. Es ist zwar so, dass man sich diese Märkte erschließen muss, aber sie sind potentiell da.

»Und trotzdem hättest du ja wenigstens einen weisen Spruch raushauen können.«

Ich eigne mich nicht gut für weise Sprüche. Das ist hier, im Blog, immer dann zu beobachten, wenn ich versuche, an dem Umstand etwas zu ändern 😉 .

»Dir ist aber schon bewusst, dass du dir gerade selber ein Armutszeugnis ausstellst, oder?«

Nein, das sehe ich anders. Ich denke, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn man nicht krampfhaft versucht, sich an jede Gelegenheit dran zu hängen, nur damit man vielleicht wieder etwas geschrieben hat. Ja, es wäre ein Anlass gewesen. Aber nein, es machte keinen Sinn.

»Und jetzt konterkarierst du das durch diesen Blogeintrag gleich wieder selbst, tsk, tsk, tsk.«

Das könnte man so beurteilen, aber auch hier erlaube ich mir, anderer Meinung zu sein. Ich möchte mit diesem Beitrag dokumentieren, dass ich den Tag als solchen durchaus zur Kenntnis genommen habe und dass es am Ende eine bewusste Entscheidung gewesen ist, mir zu seinem Anlass nichts aus den Fingern zu saugen.

Vielleicht ist es nicht ganz klar, deswegen betone ich es noch einmal: Es war eine bewusste Entscheidung!

Ich habe die leise Stimme, die im Laufe des Tages irgendwann gar nicht mehr so leise gewesen ist, bewusst ignoriert, weil ich getan habe, was ich für richtig hielt. Und darauf kommt es doch am Ende an, denkt ihr nicht auch? Dass man die Signale seines eigenen Körpers, seines eigenen Geistes richtig zu deuten weiß und dann nach ihnen handelt. Nicht nach den Zwängen, die einem der Kalender oder, noch schlimmer, ein missgünstiger Knilch irgendwo in einem drin aufdrücken wollen.

Ich konterkariere nicht, ich erkläre. Ich erkläre es mir selbst und tue das bewusst in dieser Form. Ja, ich bin Autor, aber das bedeutet zuallererst, dass ich auf meine eigene Stimme hören muss. Ich muss auf meine Bedürfnisse achten und ich muss mir erlauben, so zu sein, wie ich sein will. Denn nur dann kann ich auch so schreiben, wie ich schreiben will.

»…«

Ja, da fällt dir nichts mehr ein! Gut so.

Gestern war der Welttag des Buches. Ein Tag, den ich für wichtig halte, zu dem mir aber in diesem Jahr irgendwie nichts Wichtiges einfallen wollte. So ist es eben im Leben. Kein Grund, mich dafür zu schämen.

Und ganz egal, was die leisen Stimmen in euch oder um euch herum euch einreden wollen: Es ist gut so, wie es ist!

Der Sonntagsreport vom 22.04.2018 – Viel passiert gerade nicht

Guten Abend zusammen!

Ich denke, dass ihr mir in Bezug auf die Überschrift über den heutigen Beitrag alle zustimmen werdet. Viel passiert auf diesem Blog im Moment wirklich nicht. Das hat bestimmte Gründe, die sich wiederum in meiner Motivation niederschlagen. Aber das soll euch nicht behelligen. Mich behelligt es auch nur mal so und mal so und insofern ist es schon okay.

Ich muss meine Energie gerade ein wenig einteilen, glaube ich. Wo es in der Vergangenheit häufig genug gereicht hat, einen Blogeintrag und gleichzeitig noch an meinem Romanmanuskript zu schreiben, ist es im Moment wieder einmal eine entweder/oder-Geschichte. Und da gewinnt zumeist das Manuskript.

Was jetzt nicht bedeutet, dass ich da die ganz großen Sprünge machen würde. Aber seit ich mich mit meinem Plot auseinandergesetzt und diesen inzwischen richtig lieb gewonnen habe, läuft es doch ganz gut. Hier mal tausend Wörter, dort man zweitausend, dann auch mal wieder „nur“ 600. Hauptsache, es läuft, denke ich mal.

Und ansonsten gibt es halt nicht so viel zu erzählen. „Der Beobachter und der Turm“ liegt bei einer weiteren Literaturagentur auf dem Bewerbungsstapel. Glaubt es, oder glaubt es nicht, ich habe es immer noch nicht geschafft, mir das Video zur Lesung bei 9lesen anzuschauen. Das war in den letzten zwei Wochen irgendwie so gar nicht drin. Aber irgendwann vor der nächsten Lesung, die es sicher irgendwann geben wird (vielleicht schaffe ich ja schon Frankfurt?) schaue ich sie mir an. Alleine schon, um daraus zu lernen.

Viel mehr kann ich euch zum Thema Schreiben auch nicht berichten.

Ansonsten versuche ich, halbwegs gut durch die Tage zu kommen. Das Wetter mit seinen Kapriolen macht es mir da nicht immer ganz leicht. An einigen Tagen der letzten Zeit habe ich einfach nur in den Seilen gehangen und bin dann auch mal früh ins Bett gegangen. Gut für den Kopf, schlecht für die Hobbies. Aber jetzt soll die Hitzewelle ja auch erst einmal wieder vorbei sein.

Heute habe ich übrigens zum zweiten Mal den Film „Es“, also die Neuverfilmung, gesehen. Gefällt mir wirklich gut, auch wenn er mit den Motiven des Buchs eher frei umgeht. Die Kunst liegt aber darin, dass es nicht störend oder gar negativ auffällt. Erst wenn man gezielt drauf achtet oder die Handlungen im Vergleich Revue passieren lässt, wird es sehr deutlich. Das tut man, oder tue ich, aber erst nach dem Film. Während er läuft ist die Handlung so rasant und sind die Schocks so gut gesetzt, dass man einfach mitgerissen wird.

Der Film hat seine Schwachpunkte. So kommen einige der sieben „Verlierer“ viel zu wenig zur Geltung. Der „Endkampf“ ist schlicht und ergreifend eine Enttäuschung. Aber die Stärken überwiegen. Und auch bei der Zweitsichtung bin ich der Ansicht, dass wir von der Darstellerin der Beverly Marsh, Sophia Lillis, noch hören werden – oder wenigstens sollten. Ich bin auf den zweiten Teil gespannt, aber der lässt ja noch ein wenig auf sich warten.

Dann habe ich in den letzten Tagen und Wochen einen Ohrwurm, den ich noch gerne mit euch teilen möchte. Es handelt sich um das Lied „World of Promises“ der österreichischen Band mind.in.a.box.

Diese erzählen nun schon über mehrere Alben hinweg eine fortlaufende Geschichte, die unter anderem an Versatzstücke von „1984“ oder auch „Matrix“ erinnert. Konzeptalbum reiht sich also an Konzeptalbum. Der Vocoder-Gesang ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich finde, dass gerade durch diesen Technikeinsatz eine enorme Atmosphäre und auch Gefühle transportiert werden, was bei einem klaren Gesang so nicht der Fall wäre:

Und last, but not least, möchte ich euch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch ich mich mit dem momentanen Schreckgespenst der Netzgemeinde, der Datenschutzgrundverordnung, auseinandersetzen musste und zumindest meine Datenschutzerklärung entsprechend angepasst habe. Ihr findet sie über das Menü oben oder hier.

Gut, ihr Lieben, damit entlasse ich euch in den Sonntagabend. Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche. Passt auf euch auf und achtet darauf, dass die schönen Dinge in eurem Leben überwiegen.

Euer Michael