Kurz und schmerzlos (19) Alle erzählen sie Geschichten

Wieder einmal bin ich in meinem Fitnessstudio. Ich bin auf dem Laufband unterwegs, darf allerdings wegen meiner kaputten Knie nicht joggen, sondern nur schnell laufen. Sieben Kilometer in der Stunde wird zum Schluss nach allen Steigerungen das Tempo sein.

Wenn ich erst einmal bei dieser Schlagzahl angekommen bin, geht mein Blick meist nur noch nach unten: auf die Anzeige des Laufbands oder gleich ganz auf meine Füße, die am Ende dieser Dreiviertelstunde kaum noch zu motivieren sind, mich auf dem ewig gleich Fleck weiter zu tragen.

Vorher, als ich noch nicht so schnell gelaufen bin, da hatte ich Zeit, mich im Studio umzuschauen. Ich beobachte die Menschen, die sich dort aufhalten, die fitten ebenso wie die schlappen, die Schönen wie die nicht-so-Schönen, die jungen wie die alten. Es stimmt einfach nicht, dass jeder im Fitnessrausch nur auf sich selbst achtet.

Was mir auffällt ist, wie viele der Menschen, die ich sehe, Tätowierungen tragen. Gibt es da einen Zusammenhang zwischen Fitness und Tattoo, der mir nicht bewusst ist? Vielleicht irgendeinen mystischen Mumbo-Jumbo, der das Training leichter macht, wenn man einer Fitness-Gottheit ein Bild präsentiert?

Auch bei den Tätowierungen ist alles dabei, von brutal wirkenden Logos bei stiernackigen Bodybuildern über Sinnsprüche bei Hausfrauen und -männern bis hin zu ganz feinen und detaillierten Bildern, in der Hauptsache bei den jüngeren Damen der Schöpfung. Es ist schwer, die Bilder nicht anzustarren.

Mir geht durch den Kopf, dass jede diese Tätowierungen eine Geschichte erzählt. Einige sehr offensichtlich, einige sehr fragil und versteckt. Geschichten, die gehört werden wollen und doch nur wenigen Menschen erzählt werden – falls überhaupt.

Gefühlt erzählen alle hier eine Geschichte. Außer mir. Ich habe mich nie tätowieren lassen, nur manchmal darüber nachgedacht. Doch an dieser Stelle würde mir, dem sonst immer eine Geschichte einfällt, glaube ich, nichts einfallen, was er erzählen könnte.

Alle erzählen sie Geschichten – außer mir.

Kurz und schmerzlos (18) Wie auf dem Basar

Guten Abend zusammen!

Nachdem ich auf Twitter heute Mittag noch schrieb, dass ich keine Ahnung hätte, worüber ich bloggen soll, sind mir im Laufe des Tages drei Punkte in den Sinn gekommen, die ich zumindest kurz erwähnen kann. Wozu sonst habe ich diese Rubrik?

Wie auf dem Basar bin ich mir vorgekommen. Zunächst einmal habe ich mich selber zu Markte getragen. Heute Nachmittag habe ich vor einer Gruppe von elf Personen, die ich erst seit einigen Wochen kenne, ganz frank und frei gesagt, dass ich schreibe, dass ich nicht mehr für die Schublade schreiben will und dass ich in diesem Jahr, auf dem einen und/oder dem anderen Weg, veröffentlichen werde. Es hat mich niemand ausgelacht, es hat niemand die Stirn gerunzelt, es wurden keine dummen Fragen gestellt. Irgendwann werde ich, wenn ich genügend derartige Erlebnisse gesammelt habe, sicherlich aufhören, genau auf solche Reaktionen zu warten :-).

Dann fühlte ich mich wie auf dem Basar, wo einer dem anderen etwas klaut. Im Moment erschüttert der „Fall“ Katja Piel die Selfpublisher- und Indieszene im Internet. Frau Piel hat eingestanden, die letzten beiden Romane, die sie veröffentlicht hat, bei uralten Nackenbeißern (das sind diese Romane, auf deren Cover Männer immer in die Hälse von Frauen zu beißen scheinen) abgetippt zu haben. Angeblich sei sie auf Texte gestoßen, die sie wohl vor dreißig Jahren als Fingerübung abgetippt hatte und von denen sie nun fälschlicher Weise annahm, sie selbst geschrieben zu haben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Da ich die Autorin nicht kenne und diesen Fall nur durch Sekundärmeinungen beurteilen kann, enthalte ich mich eines tatsächlichen Urteils. Aber seltsam ist die ganze Geschichte schon!

Und zu guter Letzt ist heute die neue Kurzgeschichtensammlung von Stephen King, „Basar der bösen Träume“, bei mir eingetroffen. Gerade jetzt, wo es so verdammt kalt geworden ist und man das Buch nicht mal eben auf dem Weg zum Zug unter den Arm klemmen kann, wie ich es sonst mit Hardcovern mache. Aber das bekomme ich hin!

Hm, wenn ich mir das so ansehe, war heute doch einiges los. Findet ihr nicht auch?

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

Kurz und schmerzlos (17) 27 Zoll

Ab sofort spiele ich bei den ganz Großen mit! Jedenfalls, wenn es um die Bildschirmgröße geht. Wir waren heute Mittag bei Aldi einkaufen und da stand ein 27″-Monitor in der Vitrine. Ich liebäugele schon lange damit, mir so einen zu kaufen, weil mir die 22″, die ich im Einsatz hatte, langsam zu klein wurden. Aber der Monitor gab und gab seinen Geist einfach nicht auf. Und einfach so einen kaufen, wollte ich nicht.

Heute hat meine Frau mir dann die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: Du kaufst den jetzt und dann ist gut!

Und ich muss schon sagen, er macht sich hervorragend auf meinem Schreibtisch (von dem ich euch so wenig wie möglich zeige wegen ist nicht so aufgeräumt) und zum Schreiben wird er mir auch Vorteile bringen.

Wie man sieht, passen zwei Seiten jetzt in perfekter Größe, wie ich finde, auf den Bildschirm.

Also, ich freu mich gerade, und wollte euch einfach mal daran teilhaben lassen! 🙂

Kurz und schmerzlos (16) Graf Zahl hätte seine Freude dran

Liebe Freunde, ihr kennt doch alle Graf Zahl aus der Sesamstraße? Er hätte heute seine helle Freude, wenn er bei mir zu Besuch wäre!

Es freut mich, mitteilen zu können, dass meine Textverarbeitung, SoftMakers TextMaker 2016, seit dem letzten Update wieder völlig richtig zählt – oder zumindest das gleiche Ergebnis wie Microsoft Word liefert. Der Fehler lag wohl irgendwo in der Grammatikprüfung. Wenn ich jetzt gemein wäre, würde ich sagen, dass so ein Fehler in Word natürlich nicht auftreten kann, weil es keine vernünftige Grammatikprüfung besitzt …

Also: Fehler gemeldet, Fehler begutachtet, Fehler behoben. So soll es sein! 🙂

Kurz und schmerzlos (15) Eigentlich wollte ich nicht schreiben

Heute war ein ziemlich anstrengender Tag. Auf der Arbeit stellte ich fest, dass ich die Dokumentation zu einigen Prozessen, die wir im Moment abarbeiten, nicht so detailliert vorgenommen hatte, wie ich es hätte tun sollen. Das muss ich jetzt nachholen.

Danach hatte ich einen dreistündigen privaten Termin, der ziemlich an die Substanz gegangen ist.

Als ich nach Hause kam, empfingen mich schlechte Stimmung und schlechte Nachrichten bezüglich Kind 1.

Als ich mich dann an den PC setzte, hatte ich keine Lust zu schreiben. Spürte, dass ich eigentlich keine Kraft habe.

Eigentlich wollte ich nicht schreiben.

Habe es dann doch getan, weil heute sonst der erste Tag im NaNo gewesen wäre, an dem ich weniger als 1.000 Worte am Tag geschrieben hätte.

Und jetzt, um halb zehn abends, kann ich sagen, dass es mich beruhigt hat, in meine „Welt der stillen Schiffe“ abzutauchen. Ich bin immer noch groggy, werde auch gleich ins Bett gehen, aber der Kopf fühlt sich nicht mehr an, als ob er jeden Moment von den Schultern rollt.

Ich stelle fest: Schreiben ist auch gut für die Seele!

Kurz und schmerzlos (14) Zwei Enden sind eines zuviel

„Der Beobachter und der Turm“ befindet sich auf der Zielgeraden und mir ist etwas passiert, was mir noch nie zuvor passiert ist: ich weiß nicht genau, wie ich es enden lassen soll!

Das heißt, eigentlich habe ich ein vollständig ausformuliertes Ende im Hinterstübchen meiner Kreativwerkstatt herumliegen. Da liegt es schon gute 15 Jahre und wartet eigentlich nur noch darauf, aufgeschrieben zu werden. Es ist ein starkes Ende, ein logisches Ende, eines, auf das ich richtig hingefiebert habe.

Doch plötzlich sind da Zweifel, die ungefähr mit meinen Überlegungen angefangen haben, ob es eigentlich fair ist, wie mit dem Leben und Sterben in Romanen umgegangen wird. Und es gibt diese Stimme in mir, die ein anderes Ende haben möchte.

Kann man sagen, dass es ein „gutes“ Ende und ein „böses“ gibt? Nein, das wäre zu eindimensional. Und auch sachlich falsch. Sagen wir, dass die Figuren am jeweiligen Ende eine andere Perspektive aufzuweisen hätten.

Und jetzt stehe ich hier mit meinen beiden Enden und weiß, dass eines zuviel ist. Und schlimmer: ich müsste mich langsam mal entscheiden!

Oder ich mache etwas, was ich auch noch nie gemacht habe: ich schreibe beide Enden und hebe mir die Entscheidung auf. Auf die Spitze treiben könnte ich das Ganze, indem ich dem Leser die Wahl überlasse, welches Ende er lieber lesen möchte! So ähnlich hat es Stephen King am Ende seines Romans „Der Turm“ gemacht, als er dem Leser angeboten hat, bei einer bestimmten Stelle der Geschichte aufzuhören und sich den Teil, den er vielleicht lieber gar nicht lesen will, zu ersparen.

(Und bevor einer unkt: mein Turm und seiner haben nicht das Geringste miteinander zu schaffen!)

Einen charmanten Nebeneffekt hätte diese Lösung: Der Schreibstoff für den NaNo wäre wohl gesichert!

Ich muss mal ernsthaft drüber nachdenken. Habt ihr Anmerkungen, Meinungen, Ideen dazu? Dann bitte immer her damit!

Und so oder so wünsche ich euch einen schönen Start ins Wochenende!

Kurz und schmerzlos (13) Ein freier Tag

Samstag, der 24.10.2015

Ein Tag, wie er in meinem Leben nur ganz selten vorkommt, seit vor fast dreizehn Jahren meine erste Tochter geboren wurde. Ein Tag, den ich überwiegend für mich alleine habe. Meine beiden Kinder sind bei ihren Großeltern und meine Frau muss heute arbeiten und kommt erst am späteren Abend wieder nach Hause.

Jede Menge Zeit für mich!

Und damit einhergehend auch die Frage, was stellt man eigentlich mit einem freien Tag an? Die spontane Antwort wäre gewesen, ganz viel Zeit mit dem Schreiben zu verbringen. Ich möchte am „Beobachter“ schreiben, ich möchte Mails beantworten und schreiben, ich habe bei WhatsApp einiges aufzuholen, Facebook, ein Autorenforum …

Aber wisst ihr was? Ich habe für mich entschieden, dass dieser Tag ein Tag der Ausgewogenheit sein soll. Das bedeutet, dass ich mich nach diesem Blogartikel erst einmal gemütlich vor meinen Fernseher setzen werde, um einen der weit über 3.000 Filme in meiner Sammlung anzusehen. Etwas, was ich unter der Woche inzwischen kaum noch schaffe. Und wisst ihr noch was? Wenn das bedeutet, dass ich heute keine Schreibrekorde breche, dann ist das eben so!

Denn Schreiben bedeutet nicht, dass man dem sein ganzes Leben unterordnet. Es bedeutet, dass man auch zwischendurch mal Zeit zum Durchatmen lässt. Zeit, etwas ganz anderes zu machen.

Also: ich hoffe, ihr könnt heute auch ein wenig Freizeit genießen. Ich jedenfalls werde mein Möglichstes tun, um genau dies für mich umzusetzen.

Und wenn nebenbei noch ein oder zwei Seiten beim „Beobachter“ dabei herausspringen, dann freue ich mich darüber!

Ich wünsche euch einen angenehmen Samstag!

Kurz und schmerzlos (12) Saure-Gurken-Zeit

Wenn ich mir die Statistiken meines Blog so anschaue, dann scheint im Moment ein wenig die Saure-Gurken-Zeit angebrochen zu sein. Ich will jetzt nicht jammern, sonst hätte ich ja eine andere Artikelüberschrift gewählt ;-). Aber ich frage mich schon, womit das zu tun haben könnte.

Zum einen glaube ich, dass meine Entscheidung beigetragen hat, nur einmal in der Woche einen Status zu „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Denn da sind die Zugriffszahlen deutlich höher. Und vielleicht, da bin ich mir aber nicht sicher, habe ich auch mit meinem „Du willst Profi sein„-Beitrag den einen oder anderen Leser ein wenig verschreckt.

Jetzt stellt sich mir die Frage, was mir wichtiger ist: dass die täglichen Zugriffszahlen wieder stark nach oben gehen – wofür ich mir neue Strategien überlegen müsste, wie ich die Leser auf mein Blog locken kann.

ODER ich nehme das erst einmal als gegeben hin, bedenke, dass ich im Moment außer warmen Worten noch nichts wirkliches im Autorenbusiness vorzuweisen habe und mache weiter wie bisher.

Ein klein wenig schiele ich natürlich auf die Klickzahlen. Wer von sich behauptet, ein Blog zu betreiben und das nicht zu tun, den nenne ich einen Lügner Menschen, der nicht immer die Wahrheit sagt.

Aber ich glaube, ich bin auch zu kritisch mit mir, meinem Blog und allem, was damit zusammenhängt. Das hier sollte mir vor allem Spaß machen! Deswegen habe ich angefangen, hier zu schreiben. Und dieser Spaß ist es, an dem ich festhalten muss, denn ansonsten merken die Leser es und bleiben erst recht weg. Keiner liest gerne bei Jemandem, der permanent meckert oder jammert.

Also versuche ich, mir durch die Sauren Gurken nicht die Laune verderben zu lassen. Dabei mag ich gar keine Gurke – und Saure schon gleich gar nicht! Es darf sich also gerne bedient werden 😉 !

Gurken

Kurz und schmerzlos (11) Kinder, wie die Zeit vergeht

Vor langer, langer Zeit schrieb ich einen Eintrag in diesen Blog, in dem es um meinen Start zurück ins Berufsleben nach langer Krankheit (über ein Jahr) ging. Ich schrieb von Ängsten, von schlechten Empfängen, aber auch von Möglichkeiten.

Gestern ging meine betriebliche Wiedereingliederungsmaßnahme zu ende und ab heute arbeite ich wieder die volle Stundenzahl, bin offiziell also wieder „gesund“ geschrieben.

Das macht was mit mir.

Auf der einen Seite macht es mir Sorgen, wie lange ich dieses Mal im Hamsterrad aushalten werde, ob es dieses Mal für immer sein wird, oder ob irgendwann wieder der Punkt kommen wird, an dem ich eine Auszeit brauche.

Auf der anderen Seite macht es mich aber auch stolz, diese Zeit, mit Ausnahme einer einwöchigen Durststrecke Anfang August, ohne Probleme hinter mich gebracht zu haben.

Ein wenig ernüchternd fällt, wenn man so will, das Fazit der möglichen Veränderungen aus. Ich sitze immer noch am selben Schreibtisch, ungeachtet des kreativen Potenzials, das mein oberster Chef in mir gesehen haben will. Und ich erledige immer noch die gleichen Arbeiten, von denen viele auch mit dem Schreiben zu tun haben – wenn auch auf einer komplett anderen Basis, natürlich.

Und jetzt? Jetzt muss ich mich erst einmal daran gewöhnen, wieder fast neun Stunden im Büro zu verbringen. Zwei Stunden mehr, als es gestern noch waren. Die Erfahrung zeigt, dass es am Anfang nicht leicht sein, sich aber schnell einpendeln wird. Ich werde es sehen.

Habt alle einen schönen Tag!

Kurz und schmerzlos (10) Eine Woche, die Spuren hinterlässt

Ich muss in diesem Beitrag einfach noch einmal sehr persönlich werden. Das werde ich in meinem Blog selten genug, aber für dieses Mal muss ich eine Ausnahme machen, damit ich mich später daran erinnern kann.

Ich bin ein Mensch, der viel mit sich selber hadert (Stammleser meines Blogs werden sich jetzt fragen, wem ich damit was Neues erzählen will). Das hat Gründe, teilweise auch krankheitsbedingter Natur. Es ist für mich also nicht immer ganz leicht, bewährte Denkmuster oder Handlungsweisen über den Haufen zu werfen.

Für mich war es immer ein großer Wunsch, aber gleichzeitig nahezu unvorstellbar, mich um eine Buchveröffentlichung zu bewerben. Das habe ich diese Woche getan.

Und für meine Gesundheit, mit der es nicht zum Besten bestellt ist in den letzten Jahren, habe ich heute mein erstes Training in einem Fitnessstudio absolviert. Etwas, das für mich nicht nur nahezu, sondern absolut unvorstellbar war. Ich unter Menschen und denen zeigen, wie schlecht in Form ich bin?

Ich bin in dieser Woche gleich zweimal auf höchst unterschiedliche Weise über meinen eigenen Schatten gesprungen. Das wird Spuren hinterlassen und ich hoffe, dass es positive Spuren sein werden, wenn ich irgendwann auf diese Woche zurückschaue.

Im Moment jedenfalls fühlt es sich außerordentlich gut an!

Eine Woche, die Spuren hinterlässt.

Irgendwie: wow!

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende und bald geht es hier mit den bekannten Themen weiter ;-).