Isotype – Emoji – Sprache

International System oTypographic Picture Education
(Isotype)

Klingt das kompliziert, oder klingt das kompliziert? Ich muss jedenfalls gestehen, dass ich mir zunächst nichts darunter vorstellen konnte. Es handelt sich bei Isotype also um ein internationales System bildhafter Erziehung. Aber wieso und warum?

Wikipedia gibt, wie meistens in solchen Fällen, Aufschluss. Demzufolge wurde das Isotype bereits in den zwanziger Jahres des letzten Jahrhunderts entwickelt und diente ursprünglich dazu, auch denen einen Zugang zu einer komplexeren Bildung zu ermöglichen, die aufgrund ihrer Stellung in der Gesellschaft oder anderer Hemmnisse keinen Zugang zur klassischen Schriftsprache finden konnten.

Dabei gaben sich die Entwickler des Isotype nicht damit zufrieden, einfach einen Katalog von Symbolen und Piktogrammen zu erstellen, sondern sie gaben ihrer neuen „Sprache“ auch eine Grammatik mit auf den Weg, so dass hier wirklich von einer eigenen Form sprachlichen Ausdrucks gesprochen werden kann, die kulturhistorisch irgendwo zwischen ägyptischen Hieroglyphen und modernen Straßenschildern liegt.

Man sollte meinen, dass das Isotype in unseren heutigen Zeiten keine große Rolle mehr spielt, weil inzwischen Bildung zum Glück ein Staatsauftrag ist und durch die Schulpflicht auch das Lesen und Schreiben auf eine gesellschaftlich breite Basis gestellt wird. Und in der Tat findet man heute entsprechende Grammatiken auch eher in Museen als in der tatsächlichen Anwendung.

Ich wäre wohl nie auf das Isotype aufmerksam geworden, wenn da nicht das gleichnamige Lied der Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) wäre, in dem es sich um diese Kunstspreche dreht. „Dreht“ ist auch ein gutes Stichwort hinsichtlich des flankierenden Videos, in dem man auch einige Isotype-Symbole begutachten kann:

Allerdings kann man wohl sagen, dass wir, gerade in den letzten Jahren, wieder eine stärkere Hinwendung zu Aspekten der Bildsprache haben. Verantwortlich ist dafür, was auch sonst, das Internet.

Hand aufs Herz: Wem kommen beim Betrachten der Symbole des Isotype nicht unsere modernen Smileys und Emojis in den Sinn? Dienen sie nicht auch dazu, teils komplexe Worte oder Gefühlszustände in ein kurzes und prägnantes Bild zu transferieren?

Wozu das im Extrem führen kann, kann man jeden Tag in Millionen von Tweets sehen, die auf der Social-Media-Plattform Twitter abgesetzt werden. Oder in WhatsApp. Oder in Facebook. Teile unserer Gesellschaft sind heute scheinbar nicht (mehr) in der Lage, einen längeren Text ohne die Verwendung von Bildern zu schreiben.

Ich gebe zu, dass die Verwendung von Emoticons (um auch diesen Begriff noch gebraucht zu haben) einfach ist und auch eine Menge Spaß macht. Aber als „Ersatz“ für unsere Sprache möchte ich sie dann doch nicht sehen.

Und so ist auch der an Kraftwerk gemahnende Song der Liverpooler eher eine bittersüße Auseinandersetzung, wenn es im Text heißt:

All the words you used to write
Treasured spirits taking flight
Sovereign and now shining bright
All replaced by Isotypes

Also in etwa, dass alle geistreichen und gehaltvollen Worte, die man jemals geschrieben hat, durch Isotypes ersetzt werden könnten.

Ich finde, dass wir es, bei aller Liebe für die kleinen Gesichtchen und Symbölchen, nicht riskieren dürfen, dass unsere Sprache hierunter leidet. Die Gefahr sehe ich im Moment zwar noch nicht akut, aber wenn man hin und wieder auf die Displays von Smartphonebenutzern neben einem linst (ich kann nichts dazu, die sind alle kleiner als ich!), dann kann man schon sehen, dass es Ansätze gibt, akut zu werden.

Bis dahin halten wir aber doch an unserer Sprache fest und nehmen „Isotype“, den Song, einfach als das, was er ist: verdammt gut gemacht.

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Ein Gefühl, dem ich (manchmal) hinterher schreibe

Ich muss euch einfach schon wieder mit meinem Musikgeschmack nerven. Es tut mir leid, aber ich habe sehr gute Gründe dafür. Denn mir ist heute wieder einmal bewusst geworden, wie sehr Musik und die Gefühle, die sie in mir auslöst, mit meinem Schreiben zu tun haben. Es gibt sie, diese Lieder, die in mir so starke Gefühle auslösen, dass ich mir wünschen würde, ich könne sie 1:1 in meine Geschichten übernehmen. Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, dass ich zu flach bin in dem, was ich schreibe, erinnere ich mich an den einen oder anderen Melodieverlauf und versuche, auf dieses Gefühl hinzuschreiben. Es für mich zu adaptieren und etwas eigenes daraus zu machen.

Manchmal müssen Lieder lange dafür in mir reifen, manchmal erwischen sie mich wie ein Paukenschlag.

So wie „Nach dem Sturm“ von Lacrimosa.

Über die Band selbst ist in den letzten 26 Jahren schon so gut wie alles negative und positive gesagt worden. Ich habe den Werdegang fast von Beginn verfolgt und mich mal mehr und mal weniger gut in der Musik wiedergefunden. Aber dass ich noch einmal so von den Socken gehauen werden würde wie von diesem Lied, das hatte ich nicht erwartet.

Ja, ich weiß, über den Gesang kann man streiten. Habe ich alles schon hinter mich gebracht. Und ja, die Gesten sind dieselben, über die man schon vor zwanzig Jahren geteilter Meinung sein durfte. Aber vor allem ja: Ich kenne nach wie vor keine Band, die die Melange aus klassischen Elementen und Rockmusik so symbiotisch hinkriegt.

„Nach dem Sturm“ ist Sehnsucht, ist Melancholie, ist aber auch Hoffnung, Geborgenheit, Erinnerung, vielleicht Liebe, vielleicht Verlust. Wer bei der klagenden Gitarrenlinie nicht wenigstens ein oder zwei der genannten Emotionen spürt, tut mir, ehrlich gesagt, ein wenig leid.

„Nach dem Sturm“ ist ein Gefühl, dem ich manchmal hinterher schreibe. Und eines Tages werde ich es genau so zu Papier bringen. Wenn es zu der Geschichte passt, die ich dann schreiben werde.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Mein sommerlicher (Schreib-)Soundtrack

Wie ihr ja alle wisst, spielt Musik in meinem Leben eine große Rolle. Ich kann eigentlich so gut wie nicht ohne leben, selbst wenn es manchmal tagelang so ist, dass ich nicht dazu komme, wirklich Musik zu hören. Denn für mich bedeutet Musik hören, dass ich mir auch wirklich die Zeit dafür nehme, in die Stimmungen einzutauchen. Musik ist für mich erst dann wirklich gut, wenn sie mich emotional erreicht.

Das gesagt kann es also durchaus sein, dass ich zwar Radio höre, dass irgendwo sonst Musik dudelt, ich aber dennoch hinterher sagen würde, dass ich Musik nicht wirklich gehört habe.

Gemäß dieser Betrachtungsweise war der Sommer eigentlich nicht besonders ereignisreich. Ich habe zwar eine ganze Menge Musik gekauft (gebraucht zumeist) und auch gehört, aber ich kam nicht oft dazu, wirklich einzutauchen. Damit teilte Musik diesen Sommer das Schicksal mit vielen meiner anderen multimedialen Hobbies: Es kann eben im Zweifel immer nur eins zurzeit stattfinden. Und da hatten in diesem Jahr ausnahmsweise die Hörspiele mal wieder die Nase vorn.

Aber dennoch hat es sie gegeben, die Songs, die mich richtig gepackt haben und die es auf Heavy Rotation brachten (kennt man den Begriff heutzutage eigentlich noch!?).

Zum Schreiben habe ich dafür so gut wie keine Musik gehört. Es sei denn für Blogbeiträge. Ich kann nur mutmaßen, dass das auch wieder mehr wird, wenn ich wieder mehr schreibe und damit leichter die verschiedenen Zentren im Kopf voneinander trennen kann, die entweder schreiben oder Musik hören wollen.

Kann ja schließlich nicht sein, dass ich mir weite Teile des Backkatalogs von Jean-Michel Jarre und Vangelis sowie einiges an Soundtracks ganz umsonst gekauft habe, nicht wahr? 😉

Aber gut, nach vielen Worten, lasst uns langsam zur Musik kommen. Fünf Stücke habe ich euch herausgesucht.


Moby & The Void Pacific Choir – Silence

Zu Moby muss ich wahrscheinlich nicht viel erzählen, so lange ist der Mann schon im Geschäft. Doch nachdem er einige Jahre eher auf der sanften und melancholischen Welle ritt („Why Does My Heart Feel So Bad?“), hat er inzwischen seine wütende Seite gefunden. Und meine Güte, da kommt einiges an Energie zum Vorschein!

„Silence“ ist als Titel für diesen Song daher beinahe schon parodistisch zu verstehen.

Und das Beste ist, dass das aktuelle Album nach wie vor hier vollkommen legal und kostenfrei heruntergeladen werden kann!

The Birthday Massacre – The Lowest Low

Lange hat es gedauert, bis die kanadische Band rund um die mit einer elfenhaften Stimme gesegnete Sängerin Chibi ein neues Album auf den Markt gebracht hat und mir geht es wie immer: Ich habe mich noch nicht so richtig reingehört. Aber das kenne ich schon von allen anderen bisherigen Alben.

Und doch gibt es auch auf diesem Album dieses eine Lied, das ich einmal höre und das mich trifft wie ein Donnerschlag, direkt durch meine Haut und wahlweise in den Magen oder ins Herz. „The Lowest Low“ – gar nicht so weit unten, wie der Titel glauben machen will.

Kelly Clarkson – Breakaway

Ich habe es schon auf Twitter geschrieben: Das Schöne am älter werden ist, dass man heute, mit einigen Jahren Abstand, einige von den Popsongs, die man noch vor zehn Jahren aus Prinzip schlecht finden musste, als das anerkennen kann, was sie sind: Ziemlich gut gemacht und gar nicht so naiv-dümmlich, wie man immer geglaubt hat. Dabei hielt ich Kelly Clarkson immer schon für eine der besseren Vertreterinnen unter all den Pop-Hupfdohlen.

„Breakaway“ kommt, neben einer guten musikalischen Umsetzung, mit einem ziemlich guten Text daher, der von der Umsetzung von Wünschen handelt. Passt ja irgendwie auch zum Blog, oder?

Peter Schilling – 120 Grad

Der vielleicht seltsamste Gast in meiner kleinen Liste. Dazu muss ich sagen, dass ich damals in den Achtzigern sehr stark durch die ZDF-Hitparade sozialisiert wurde, was Musik angeht. Und zu Beginn der Achtziger hieß das auch, dass die Sängerinnen und Sänger der gerade heran galoppierenden Neuen Deutschen Welle große Popularität gewannen (jedenfalls bei mir, Dieter Thomas Heck sah das bekanntlich etwas anders).

Und zu denen gehörte auch Peter „Major Tom“ Schilling. Wobei ich, so stark sein größter Hit auch sein mag, sein zweites Album immer stärker fand. Inklusive seines Titelstücks. Lange Jahre jagte ich der Platte hinterher, die ich als Kind auf MC gehabt hatte, die mir dann kaputt ging, sie dann unter den „Mitbringseln“ meiner Frau wieder zu finden, bevor diese wieder kaputt ging. Dann gab es sie für eine Zeit lang als teuren Import (!) aus den USA.

Und jetzt stieß ich durch Zufall in einer dieser 5-CD-Boxen auf sie, die Warner Music regelmäßig bei Saturn & Co. für kleines Geld verkauft. Klar, dass ich sofort zuschlug. Und ziemlich dümmlich gegrinst haben muss, als ich sie mir endlich, endlich in guter Qualität anhören konnte!

Orchestral Manoeuvres in the Dark – The Punishment Of Luxury

Dieser Track ist quasi gecheatet, denn er ist noch gar nicht wirklich erschienen. Okay, als sogenannte „digitale Auskopplung“, aber ich halte nichts davon, wenn einfach ein einzelner Einzeltrack als Download angeboten wird.

Nach vier Jahren kommen OMD am 01.09. mit einem neuen Album und ihr Sound ist unverkennbar OMD – nur in modern. Ich bin sehr gespannt darauf, wie das ganze Album klingen wird.


Soviel also für heute mal wieder aus dem Land der Musik. Und ab morgen geht es hier wieder um Wörter, versprochen 😉 .

Der Sonntagsreport vom 13.08.2017 – Manchmal findet sich auch was wieder

Hallo zusammen!

Na, wie geht es euch? Habt ihr einen angenehmen Tag gehabt, bzw. ein angenehmes Wochenende? Meins war soweit ganz in Ordnung, wenn man davon absieht, dass ich mir wahrscheinlich meinen Schlaf-/Wachrhythmus vollkommen versaut habe, der in meiner ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub schon für einiges an Bäh gesorgt hat. Na ja, das wird irgendwann schon wieder werden. Noch darf ich runde 30 Stunden Minus machen. Die Kollegin hat schon ins Spiel gebracht, was eigentlich passiert, wenn man zur Pensionierung Minusstunden hat. Na ja, das hat bei mir ja noch Zeit 😉 .

Ansonsten habe ich versucht, heute mal ein wenig Ordnung zu schaffen. Ich sitze ja immer noch in meinem Medienkeller und habe in meinem Rücken die Unmengen an Filmen und Büchern (ja, leider auch die wieder), die noch unsortiert in der Gegend herumstehen.

Angefangen habe ich damit, die nach meinem Geburtstag und dem anschließenden reBuy-Flash hinzugekommenen Blu-rays einzusortieren. Der nächste Schritt war, die noch verbliebenen Musik- und Hörspiel-CDs in Kartons zu räumen, um das nebenstehende Regal frei zu machen. Ich habe beschlossen, dass die CDs nun wirklich komplett das Feld räumen müssen. Ich höre sie schlicht und ergreifend nicht mehr. Alles ist digitalisiert und auf drei Festplatten und einem Cloudspeicher gesichert. Die physikalischen Datenträger taugen damit nicht mal mehr als Sicherungskopie.

So ändern sich die Zeiten …

Aber ich wollte ja erzählen, dass ich was wiedergefunden habe. Das war zum einen, relativ unspektakulär, ein schwarzer Stabilo-Fineliner. Ich mag diese Stifte und schreibe eigentlich ausschließlich mit ihnen, wenn ich es denn gar nicht vermeiden kann, mit der Hand zu schreiben. Ich habe auch immer eine Auswahl an verschiedenen Farben da. Die Älteren unter uns erinnern sich 😉 .

Eines Tages war nur der schwarze Stift verschwunden. Und genau von dem hatte ich nur noch einen übrig. Wie das so ist, manchmal ist man ja störrisch. Ich wusste nicht, wo der vermaledeite Stift gewesen ist, aber mir war klar, dass er irgendwo sein muss. Und deswegen habe ich mir keinen neuen gekauft. Bis – ratet mal – mir die Sache vor zwei Wochen zu doof wurde. Und heute finde ich das Ding dann wieder. Ganz unten links in meinem ehemaligen Hörspielregal. Ich weiß nicht, was der da zu suchen gehabt hat.

Jetzt liegt er jedenfalls wieder in der Schublade, wo er hingehört. Und wenn er wieder verschwindet, habe ich drei Brüder von ihm, um ihn zu ersetzen. So!

Aber ich habe in diesem Regal noch etwas gefunden, nämlich die Antwort auf eine Frage, die mich nicht gerade gequält hat, die mir aber doch auf die Nerven fiel. Und zwar habe ich bei einem meiner Kaufräusche bei reBuy den Roman „Blackout“ von Marc Elsberg gekauft. Weil er mich ansprach und weil er wirklich, wirklich günstig war.

Und das, obwohl ich mir irgendwie sehr, sehr sicher war, dass ich den Roman irgendwie schon hier herumstehen haben musste. Das sehr charakteristische Coverbild ließ eigentlich keinen Irrtum zu. Nur – ich fand das Buch nicht.

Ich kenne nun nicht unbedingt jeden Roman in jeder Edition, den ich hier stehen habe. Das würde ich bei allem guten Gedächtnis für solche Dinge nicht behaupten. Aber dieses Cover …

Heute fiel mir dann die Lösung des Rätsels in die Hand: Die gekürzte Lesung des Romans auf zwei MP3-CDs. An die konnte ich mich nun wiederum nicht erinnern, obwohl sie ja auch auf meiner Hörspielfestplatte liegt. Aber das Cover, das hatte sich mir dann wohl eingeprägt. Ich liebe es, wenn ich hinter solche Dinge einen Haken machen kann!

Dann hatten wir noch einen dritten Anlass zum Suchen und Finden. Meine Kiddies haben eine erklecklich große Kollektion an Playmobil-Spielsachen – und spielen nicht damit. Die Große ist einfach genau das, zu groß nämlich. Und die Kleine sagt, sie spielt nur noch mit LEGO. Und dann spielt sie auch nur noch mit LEGO. Da ist sie konsequent.

Also haben wir uns gedacht, dass wir die vorhandenen Sachen sortieren, auf Vollständigkeit überprüfen und dann irgendwie verkaufen. Kann ja nicht so schwer sein.

Jetzt hört schon auf zu lachen!

Natürlich ist das schwerer, als es sich anhörte. Ich habe heute eine runde Stunde damit verbracht, in einem Sammelsurium aus Krimskrams kleine Blüten zu suchen. Macht Spaß – nicht. Und es ist noch viel, viel mehr zu sortieren und zu suchen. Da freut man sich richtig drauf.

Aber gut, wenigstens war ich heute zweimal suchend erfolgreich. Das ist doch auch was, oder?

Ohne jeden Zusammenhang zum Thema möchte ich euch zum Abschluss noch ein Lied mit auf den Weg geben, das ich gestern nicht direkt gesucht habe, bei dem ich mir aber auch die Frage gestellt hatte, was die zugehörige Band eigentlich gerade so treibt. Und kaum schaut man nach heißt es, dass es in Kürze ein neues Album gibt und gerade eine Single veröffentlicht wurde.

Die Band heißt Kettcar und der Song „Sommer ’89 ( Er schnitt Löcher in den Zaun)“. Mich hat er berührt und jetzt denke ich nach, ob ich mir die im Frühjahr 2018 stehende Tour einplanen soll.

So, meine Lieben, vielleicht findet ihr ja auch noch irgendwas oder habt schon was Schönes gefunden. Lasst es mich doch einfach wissen. Und sonst wünsche ich euch, wie immer, einen guten Start in die kommende Woche. Macht was draus!

Euer Michael

Liebe Autoren: Denkt doch einfach mal groß!

Hallo ihr Lieben,

da ich den ganzen Tag unterwegs war, gibt es heute mal keinen langen Artikel von mir. Auch wenn die Exkursion mir wieder eine Artikelidee eingebracht hat. Aber es ist entschieden zu spät, finde ich, sich noch da heran zu begeben.

Das Autoradio hat mir heute einen Song ausgespuckt, den ich in seiner Kernaussage auch für Autoren sehr passend finde. Gut, man muss vielleicht nicht jede Extravaganz mitmachen. Wäre dann ja auch langweilig.

Aber was ich auf jeden Fall unterschreibe: Seid einfallsreich, seid kreativ, erlegt euch keine Grenzen auf – denkt doch einfach mal groß!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Abend und ich denke, wir lesen uns morgen wieder 🙂 .

Der Sonntagsreport vom 16.07.2017 – Siehst du mich im Licht?

Hm, so langsam kristallisiert sich heraus, dass der Sonntagsreport, der ja ganz ursprünglich mal als simples Abhaken von Kategorien begonnen hat, zu einer Art privater Nabelschau wird. Aber keine Sorge: Ich halte mit Nabelbildern gerne und aus Überzeugung hinter dem Berg. Ihr könnt also auch in Zukunft ohne die Gefahr, Augenkrebs zu bekommen, diesen Blog besuchen.

Nein, lassen wir die Albernheit und gehen wir dahin, wo es weh tut. Und mir tut es wieder mal da weh, wo ich auf Verhaltensweisen stoße, die mir nicht gut tun. Dabei kann es sich um das Verhalten von Fremden halten, aber auch um das Verhalten, das ich selber an den Tag lege.

Ich versuche einmal, das möglichst präzise zu skizzieren, ohne irgendjemanden persönlich anzusprechen. Denn es geht mir gar nicht darum, persönlich zu werden. Was ich, im Übrigen, auch via Blog ziemlich daneben fände.

Wenn ich mit jemandem interagiere, sei es persönlich, sei es im Internet per Mail oder sei es im Internet auf irgendwelchen Websites, so bin ich, vielleicht auch aufgrund meiner Vorgeschichte und der damit verbundenen Belastungen (siehe den Sonntagsreport von letzter Woche) manchmal leicht angreifbar. Das ist ein Resultat daraus, dass ich in den meisten Fällen eigentlich jemand bin, der erst einmal nicht nur an das Gute im Menschen glaubt, sondern der auch gerne bereit ist, im Guten mit den Menschen umzugehen.

Das macht aus mir einen Kandidaten, dem man leicht weh tun kann. Es mag nicht jedes Mal gewollt sein, aber es gibt die Gelegenheiten, zu denen es eindeutig ins Kalkül gezogen wird. Die Gelegenheiten, zu denen auch so etwas wie eine bewusste Selbsterhöhung zu meinen Lasten angestrebt ist.

Ich denke, dass jeder von uns solche Konstellationen kennt. Gerade im Beruf passiert so etwas gerne. Der Klassiker ist der Kollege, der vorne herum ganz lieb und nett tut und einen hinten herum beim Chef in die Pfanne haut. Und jeder von uns hat eine gewisse Toleranzgrenze, wenn ich das einmal so nennen darf. Man kann uns ungestraft in den Arsch treten, einmal, zweimal, dreimal. Bis es irgendwann genug ist und wir schauen müssen, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen.

Meine Methode ist meistenteils, dass ich mich zurückziehe. Ich stelle die Interaktion ein, verkrieche mich in mir selbst und in meinem vertrauten Umfeld. Verlasse sozusagen meine Komfortzone nicht. Und irgendwann stelle ich dann fest, dass ich mir ein eigenes kleines, aber ungemein effektives und beinahe ausbruchsicheres Gefängnis geschaffen habe.

Nicht immer kommt man ohne Weiteres aus einer solchen Situation wieder heraus. Gerade dann, wenn man über Jahre und vielleicht Jahrzehnte genau diesen Weg gewählt hat. Wenn man sich verkriecht und dabei vielleicht noch einen Schlag abbekommt und noch einen Schlag. Manchmal sogar Schläge, die man sich nur einbildet.

Denn für denjenigen, der das ganze Dilemma ausgelöst hat, ist man meistens schon gar kein Thema mehr. Weil man entweder nichts mehr zu geben hat (da man ja in seinem Gefängnis sitzt), oder weil man nie Wichtigkeit besessen hat.

Leider gibt es solche Vorkommnisse auch im Autorenbereich. Immer mal wieder sind einige Personen in den verschiedenen sozialen Medien, öffentlich wie nicht-öffentlich, unterwegs, die mich dazu bringen und gebracht haben, mich in mein Gefängnis zurückzuziehen. Und es fühlte sich für mich richtig an, denn so bin ich es ja gewohnt gewesen. Zwar gab es da ein leichtes Ziehen, einen Druckschmerz, aber nichts, was sich nicht mit der Lethargie der Unabwendbarkeit hätte erdrücken lassen.

Bis ich irgendwann zwischen gestern und heute sagte: Nein, nicht mehr!

Ich will mich nicht mehr zurückdrängen lassen. Schon gar nicht von Menschen, die dies tun, ohne wirklich mitzubekommen, was sie da eigentlich tun. Schon gar nicht von Menschen, die einfach weiter ihren Weg gehen, weil es eigentlich scheiß egal ist, was ich mache.

Und ich bin zu der (nicht unbedingt bahnbrechenden) Erkenntnis gekommen, dass ich derjenige bin, der für sich selber die Verantwortung trägt. Dass ich derjenige bin, der sich kaserniert. Dass ich derjenige bin, der sich klein macht. Und dass ich derjenige bin, der die Konsequenzen aus dem allem tragen muss.

Was bedeutet das jetzt? Das bedeutet als Sofortmaßnahme, dass ich aus meinem Gefängnis herauskomme und mal wieder ungesiebte Luft atme. Mich ins Sonnenlicht stelle. Vielleicht wird das dem einen oder der anderen nicht so richtig passen, wir werden sehen. Und das, wo ich, glaube ich, eigentlich ein recht umgängliches Kerlchen bin 😉 .

Ich habe nur dieses eine Leben – online wie offline. Nur soundso viele Möglichkeiten. Und ich bin derjenige, der dafür die Verantwortung zu tragen hat. So ist der Plan und die feste Absicht.

Zur Überschrift über den heutigen Beitrag bin ich gekommen, weil mir seit heute Nacht ein ziemlich alter Song im Kopf herum spukt. Der ist jetzt auch schon wieder 20 Jahre alt, aber hat an seiner Eindringlichkeit, seiner Wut und seiner Aussage nichts verloren. Und auch wenn der Text ein ganz klein wenig (viel) zu viel Pathos für die aktuelle Situation mit sich bringt, so ist er doch das, was mir einen Ohrwurm verpasst hat.

Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche – und dass ihr möglichst nur mit Menschen zu tun habt, die nett zu euch und euch wohlgesonnen sind!

Übers Stöckchen gesprungen: 10 Fragen über Musik

Nennt man die Dinger, diese Blog-Kettenbriefe, heute eigentlich nicht mehr Stöckchen? Wie dem auch sei, bei Melanie von Lesezauber.net habe ich einen sogenannten TAG gefunden, bei dem es, steht schon im Titel, um Musik geht. Und nachdem es gestern ein wenig nachdenklich hier war, passt das vielleicht ganz gut zur Auflockerung. Außerdem, der eine oder die andere wird es bemerkt haben, kann ich mich eigentlich fast jederzeit über Musik unterhalten und austauschen. Wenn ich mit ein wenig mehr Talent/Durchhaltevermögen/Sturheit gesegnet wäre, würde ich in der Richtung auch gerne was machen.

Na ja, dafür kann ich einigermaßen schreiben. Ich doch auch was, oder?

Aber gut, gehen wir an die 10 Fragen:

1. Welches Lied hörst du gerade, bzw. hörst du gerade Musik?

Oh ja, im Moment läuft gerade Musik. Eine riesige Playlist aus allen meinen kürzlichen Neuerwerbungen. Ich erwähnte es am Rande, dass reBuy CDs für 29 Cent verkauft hat, nicht wahr? Und da habe ich zugeschlagen und einige Lücken aufgefüllt. In alle Stilrichtungen und zeitlichen Epochen hinein.

Gerade laufen, muss mir das peinlich sein?, die Spice Girls mit „Stop“ von ihrem zweiten Album „Spiceworld“.

Ich stehe dazu, dass ich die Mädels damals irgendwie cool fand und einige der Songs immer noch klasse finde. „2 Become 1“ zum Beispiel ist eine meiner liebsten Balladen. Und gemessen an den meisten Girlgroups, die danach gekommen sind, ist das qualitativ ziemlich weit vorn.

2. Welche Musikrichtung bevorzugst du?

Generell mag ich alles, was in irgendeiner Form mit Elektronik zu tun hat. Das geht los bei Kraftwerk, setzt sich über den klassischen Synthie-Pop der 80er fort, hier vor allem Bands wie OMD, Erasure, Camouflage, Alphaville, die Pet Shop Boys. Beginnend mit Front 242 geht es dann langsam in Richtung EBM/Electro. Und da ich ja, wie gesagt, vom Synthie-Pop komme, sind es dann die melodischeren Vertreter des gerne auch als Future Pop bezeichneten Seitenarms, wie VNV Nation, Apoptygma Berzerk, Covenant.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Gleichzeitig mag ich es auch durchaus rockig, teilweise auch krachig. Gerne darf es sich dann auch miteinander vermischen. So kann ich eine Band wie Project Pitchfork nur bedingt komplett dem Electro zuordnen, wenn bei einem Live-Konzert gleich zwei (!) Schlagzeuge auf der Bühne stehen.

Ihr seht schon, eigentlich höre ich (fast) alles. Ausnahmen bestätigen die Regel.

3. Mit was hörst du Musik?

Zu Hause höre ich Musik eigentlich zu 100% über meinen PC und die angeschlossenen 2.1-Boxen. Es handelt sich um ein Speedlink-Gravity-System, mit dem ich sehr zufrieden bin. Es erreicht auch auf hohen Lautstärken guten Klang und genügend Druck. Unterwegs kommen mein Smartphone und Sony-On-Ear-Kopfhörer zum Einsatz. Und im Auto kommt die Musik vom USB-Stick.

Generell bin ich, was Musik angeht, noch relativ traditionell unterwegs, weil ich Musik nicht etwa streame, sondern altmodisch kaufe. Selbst wenn ich MP3 kaufe habe ich einfach das Gefühl, die Musik wirklich zu besitzen und dass sie nicht nur so an mir vorbei rauscht. Das alte Sammlergen halt.

Dabei wäre ein Zugang zu Amazon Music Unlimited sogar vorhanden. Den nutze ich allerdings nur für Hörspiele. Da habe ich das Problem nicht. Komisch, oder?

4. Wer ist zur Zeit dein Lieblingssänger bzw. deine Lieblingssängerin?

So etwas habe ich eigentlich nicht und es wäre mit der angesprochenen Playlist auch schwer. Bei welcher Stimme ich aber immer innehalte und mich freue, sie zu hören, ist das zarte Organ von Chibi, der Sängerin von The Birthday Massacre, die in einem Moment wie ein Engel klingt, nur um im nächsten richtig rockig loszulegen.

5. Was war deine erste CD?

Das war das Album „Die Ärzte früher“ von Die Ärzte. Das habe ich 1989 zur Konfirmation geschenkt bekommen. Damals schien die ewige Streitfrage, ob die Toten Hosen oder die Ärzte besser, cooler und Zeug sind, ultimativ beantwortet zu sein, hatten sich die Berliner doch gerade eben aufgelöst, während die Düsseldorfer nach „Ein kleines bisschen Horrorschau“ auf einem ersten frühen Gipfel des Erfolgs angekommen waren.

Dass irgendwann mal sowohl Die Ärzte als auch Die toten Hosen zur Speerspitze des Deutsch-Rocks zählen würden, hätte damals wohl keiner geglaubt. Ach ja, Punk? Spielen die heute beide nicht mehr, tut mir leid.

6. Kannst du selber gut singen?

Nächste Frage. 😉

7. Magst du Schlager?

Ich könnte jetzt die augenzwinkernde Frage stellen, was denn genau mit Schlager gemeint sein soll. Denn Schlager meint heute ja deutlich etwas anderes, als es noch vor zwanzig Jahren gemeint hat. Sängerinnen wie Helene Fischer & Co., auf die die Frage sicher gemünzt ist, sind nach meinem Verständnis kein Schlager. Da bin ich halt deutlich im letzten Jahrtausend sozialisiert worden.

Aber die Antwort lautet in beiden Fällen: Nicht besonders.

8. Welches Lied hörst du, wenn du happy bist?

Da soll ich mich jetzt auf eines festlegen, ja? Aber sonst ist noch alles in Ordnung, ja? Okay, ich nenne jetzt eines von Tausenden Liedern, die ich dann hören könnte oder wollen würde. Oder vielleicht auch zwei, ein elektronisches, ein nicht-elektronisches.

VNV Nation – Nova (Shine A Light)

Anna Depenbusch – Karaokenacht

9. Welches Lied hörst du, wenn du traurig bist?

Selbes Spiel wie gerade, ein elektronisches, ein nicht-elektronisches:

Covenant – The World Is Growing Loud

Lacrimosa – Der Tote Winkel

10. Dein derzeitiges Lieblingslied

Das ist schwer zu sagen, weil sich im Moment kein Titel so richtig aufdrängt und weil ich viele Soundtracks und dergleichen höre. Aber um nicht ganz zum Schluss auf einmal ohne einen Song da zu stehen, nenne ich mal einen, der im Autoradio immer schön laut gedreht wird: „Children of the Dark“ von Mono Inc. featuring Joachim Witt, Chris Harms (Lord Of The Lost) und Tilo Wolff (Lacrimosa). Und das Video finde ich auch sehr gelungen, weil es die Spannweite dieser Szene so schön darstellt.

Und damit habe ich meine zehn Punkte auch „abgearbeitet“. Bei der einen oder anderen Frage war es doch tatsächlich schwieriger, als ich vorher gedacht hatte. Vorher war mein Gedanke nämlich: Mach mal Musik-TAGs. Ist ein schnell geschriebener Beitrag.

Auf drei bitte: Ha, ha, ha!

Ich muss ja gestehen, dass mich bei einigen von meinen Lesern sehr interessieren würde, was bei diesen Tags herauskommt. Simon Segur etwa, oder Jule. Vielleicht die liebe piri ulbrich? Bei Evanesca Feuerblut bin ich ja halbwegs im Bilde, was sie gerne hört.

Aber das ist ja kein Stöckchen, das man anderen an den Kopf wirft. Deswegen spreche ich hiermit Einladungen, aber keine Aufforderungen auf.

Ich wünsche euch einen schönen Abend, vielleicht, vielleicht aber auch nicht mit viel Musik!