Der Sonntagsreport vom 04.12.2016

Hallo, ihr Lieben!

Ich sitze hier gerade ein wenig auf heißen Kohlen. Wie ihr vielleicht gestern gelesen habt, gab es da ein paar klitzekleine Probleme mit meinem Teclast-Convertible, nachdem es sich auf die aktuelle Windows-Version geupdatet hatte. Nun, mit viel Geduld und Spucke habe ich es geschafft, in den Dialog zu kommen, mit dem man das Gerät bzw. Windows auf den Auslieferungszustand zurücksetzen kann.

Und siehe da, die Kiste ist am Arbeiten. Zwar mit einem Schneckentempo (die Wahrnehmung mag aber daran liegen, dass ich es gewohnt bin, mit einer SSD zu arbeiten), aber sie arbeitet. Die Fragen, die sich mir aktuell stellen sind dann nur die, ob das Betriebssystem-Switching hinterher noch funktionieren wird, ob alle Treiber ordentlich installiert werden und was eigentlich passiert, wenn ich das nächste Mal die Updates installiere. Denn ein nicht auf dem aktuellen Stand befindliches Windows wäre für mich intolerabel.

Ansonsten befinden wir uns inzwischen ja eindeutig in der Vorweihnachtszeit. Da beißt die Maus dann keinen Faden mehr dran ab, man selbst aber schon mal gerne in das eine oder andere Plätzchen. Meine Frau und meine Tochter haben gebacken und es schmeckt ziemlich gut. Muss ich hier einfach mal so zwischendurch einflechten. Ich bin eigentlich mehr der Kuchenesser, aber rund um Weihnachten gebe ich mich dann auch mal den kleinen Gebäckfreuden hin.

Was kann ich euch noch erzählen … mir fällt an dieser Stelle nichts ein, was sich nicht auch den anderen Kategorien zuordnen lässt. Also machen wir uns doch der Einfachheit halber über die her :-).

Mein Schreiben:

Wie ihr ja sicherlich mitbekommen habt, ist in der letzten Woche der November zu Ende gegangen. Und damit hat dann auch der NaNoWriMo geendet. Mit dem letzten Aufbäumen habe ich es geschafft, mich über die Ziellinie zu hieven. Gemessen an anderen Autoren habe ich keine nennenswerte Wortzahl geschafft, aber das ist für mich jetzt einfach mal kein Beinbruch. Angesichts der Umstände, die teilweise geherrscht haben, ist es beinahe schon ein Wunder, dass der NaNo überhaupt noch mit einem Erfolgserlebnis für mich geendet hat.

Seitdem habe ich aber auch kein Wort mehr geschrieben, wenn ich mal von meinen Blogeinträgen absehe. Das habe ich euch ja auch in einem Artikel erzählt. Der dort beschriebene Zustand hat aktuell immer noch seine Gültigkeit, aber ich merke, dass sich so langsam wieder die Lust regt, an „Der goldene Tod“ weiterzuschreiben.

Eine andere Sache klappt und klappt dafür überhaupt nicht. Und zwar ist es die Idee, „Der Beobachter und der Turm“ doch einmal bei einem eBook-Imprint eines Verlags anzubieten. Diese Idee habe ich schon seit einigen Wochen und in der Theorie würde der Roman auch gut zu diesem Imprint passen. Ich habe auch schon einiges vorbereitet, ein Exposé geschrieben und so weiter und so fort. Ich müsste nur noch das Internetformular ausfüllen und die ebenfalls vorbereitete Leseprobe anhängen.

Aber im Moment klappt es einfach nicht. Ich glaube, es liegt daran, dass ich mich für diesen Roman so aufs Selfpublishing eingeschossen hatte, rein gedanklich, und sich dieser neue Plan anfühlt, als ob ich vor der ursprünglichen Planung den Schwanz einziehe. In der Tat bin ich mir meiner Motive da nicht so ganz im Klaren. Ich will/wollte ins Selfpublishing gehen. Habe nicht zuletzt deswegen angefangen, Geld an die Seite zu legen, um mir Lektorat/Korrektorat/Cover leisten zu können.

Aber die Sogwirkung dieses „es ist ein Verlagsroman“ ist irgendwie auch immer noch verdammt hoch. Und ich sitze gerade, so denke ich, zwischen diesen beiden an mir zerrenden Polen.

Wobei das, bei Licht betrachtet, ziemlich schizo ist, denn was kann denn passieren? Es kann sein, dass das Imprint den Roman ablehnt. Okay, dann geht er eben ins Selfpublishing mit etwas Verspätung. Falls übrigens mein angedachter Lektor hier mitliest: Bitte verschlucken Sie sich nicht wegen des Wortes „etwas“.

Das sind so die beiden Dinge, die mich im Moment umtreiben. Und eins von beidem will ich auf jeden Fall in der nächsten Woche wieder reaktivieren. Am besten natürlich beides. Wie immer. Kennt ihr ja schon von mir.

Mein Blog

Zum Blog gibt es, was die vergangene Woche angeht, irgendwie gar nicht so wirklich viel zu berichten. Ich freue mich, einige neue Gesichter hier begrüßen zu dürfen! Gleichzeitig sind aber meine Zugriffszahlen im Moment so stabil, dass ich davon ausgehe, auch „altgediente“ Leser immer wieder bei mir begrüßen zu dürfen.

Schön, dass ihr alle da seid!

Multimedia

Multimedial steht diese Woche im Zeichen der Hörspiele und da insbesondere im Zeichen der Serie „Mindnapping“. Diese Serie bietet Thrillerhörspiele für Erwachsene und wird von einigen der besten Autoren geschrieben, die die Szene so zu bieten hat.

Ich muss gestehen, dass ich erst jetzt, im Zuge des Streamingangebots von Amazon, die ersten Folgen gehört habe. Im Nachhinein bedaure ich das, aber so kann ich jetzt wenigstens alle Folgen am Stück hören.

Generell muss ich noch ein Wort zum Thema Hörspiele sagen: Früher, also so um die Jahrtausendwende, habe ich mich immer auf dem Laufenden gehalten, was die Neuerscheinungen betraf. Damals habe ich viel Zeit und Geld dafür aufgewendet. Dann wurden andere Dinge wichtig, nicht zuletzt die Familie und die Ausgaben stiegen. In diesem Zuge habe ich viele Produktionen verpasst.

Ich hoffe nun, einiges nachholen zu können :-).

Famous Last Words

Mein Tablet startet sich gerade zum dritten Mal neu, ist schon auf Deutsch umgestellt und macht einen guten Eindruck. Ich hoffe, dass das so bleibt …

Euch wünsche ich eine Woche ohne technische Probleme!

Euer Michael

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NaNoWriMo 2016 – The Day After

Ich bin müde. Ich bin so richtig rechtschaffen müde und noch dazu ein ganz klein wenig unmotiviert. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr auf einen Termin hin richtig gepowert habt, euch anstrengen musstet, um ihn auch einzuhalten?

Klar, jeder kennt solche Termine. In der Schule hatten wir sie, im Studium gab es sie. Manchmal gibt es diese Termine auch im Berufsleben. Ich habe jetzt zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn man einen solchen Termin für sein Hobby, in diesem Fall die Schreiberei, einhalten muss.

Okay, jetzt werden die Stimmen laut werden, dass doch nirgendwo geschrieben stand, dass ich diesen komischen NaNoWriMo wirklich mitschreiben muss. Nein, stand es auch nicht. Ursprünglich jedenfalls. Aber ehe ich es mich versah, stand es auf einmal in einer kleinen, fast schon versteckten Andeutung in einem meiner Blogartikel. Und spätestens, als sich die Geschichte dann einstellte, hatte es sowieso schon keinen Zweck mehr, die Sache zu leugnen.

Ja, ich musste diesen NaNo mitschreiben. Es ging für mich nicht anders. Die Geschichte wollte aus meinem Kopf heraus und es bot sich an, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Denn ich mag das Gefühl, das sich beim NaNoWriMo einstellt, eigentlich sehr gerne. Diesen Antrieb, den man bekommt. Dieses leichte Gefühl von „ich kann es schaffen“.

Aber dann wurde auf einmal alles anders.

Ich will es mir nicht so leicht machen und es nur auf das uns allen noch bewusste Problem vom vorvorigen Wochenende schieben, auch wenn es sicherlich eine Rolle gespielt hat. Ich habe aber auch so gemerkt, dass es für mich mit zunehmender Dauer des NaNo immer schwerer wurde, mich für das tägliche Streben nach Wörtern zu motivieren.

Es liegt nicht an der Geschichte, das kann ich festhalten. „Der goldene Tod“ wird eine nette Geistergeschichte werden, die bereits jetzt einige starke Szenen enthält, die in der Überarbeitung sicherlich noch einmal gewinnen werden.

Es liegt einfach, irgendwie … ja, ich glaube, es liegt irgendwie an mir.

Auch eine Form der Erkenntnis, wenn auch keine besonders überraschende, sollte man meinen. Und doch hat es mich überrascht, festzustellen, dass ich in den letzten paar Tagen kaum noch Energie für den NaNo aufgewendet habe, wie ich es vorher tat.

Das beste Beispiel ist, dass ich kaum noch zu Hause geschrieben habe. Ich habe zum einen nicht die Zeit gefunden, sie mir aber auch nicht offensiv genommen. Ich habe aber auch nicht im Büro in der Mittagspause geschrieben. Tatsächlich geschrieben habe ich mit dem Programm „Evernote“ auf meinem Smartphone. Eine Idee, auf die ich noch vor kurzem nicht gekommen wäre.

Ich habe auch nicht jeden Tag sklavisch auf meinen aktuellen Wordcount geschielt. Noch vorgestern habe ich ganz vergessen, das neu Geschriebene einzutragen. Für jemanden, der noch vor kurzem mit Akribie jedes seiner Worte gezählt hat, ist das geradezu besorgniserregend, sollte man meinen.

Jetzt sind die 50.000 Wörter geschrieben und ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass daraus jetzt 60.000, 70.000 oder 100.000 Wörter werden sollen. Sie müssen daraus werden, denn fertig ist das Manuskript ja noch lange nicht.

Aber es muss ja nicht gleich heute sein, oder? Morgen ist auch noch ein Tag. Oder übermorgen. Dann ist ja auch schon wieder Wochenende. Ich könnte mir auch einfach mal eine Woche frei nehmen vom Schreiben – bis es mich dann sowieso wieder zwickt und zwackt und treibt.

Ich bin müde. Der NaNoWriMo ist gewonnen und ich bin müde und unmotiviert. Irgendwas stimmt nicht und ich werde schon noch dahinter kommen, was es ist.

Und wenn ich es herausgefunden habe, dann seid ihr die Ersten, die es erfahrt.

Der Sonntagsreport vom 27.11.2016

Guten Abend zusammen!

Spät kommt er, mal wieder, aber diese Woche kommt er, der Sonntagsreport. Ihr müsst nur entschuldigen, wenn ich zwischendurch immer mal wieder laut huste, denn ich habe mir irgendwie, irgendwo, irgendwas eingefangen. Wenn ich raten müsste, dann war es der unbequeme und zugige Flur, in dem ich am Freitag auf meine Tochter gewartet habe, während sie bei ihrer Therapiestunde war.

Das ist insofern ärgerlich, dass ich jetzt bitte, bitte, bitte nicht krank werden will. Also körperlich krank, nachdem ich ja in der letzten Woche seelisch krank war, wie ihr alle bemerkt haben werdet (und wer es nicht bemerkt hat, der darf es gerne nachlesen). Ich weiß doch genau, wie das aussehen würde, wenn ich jetzt mit einem weiteren Krankenschein anrücken würde.

Deswegen sieht der Plan für morgen vor, auf jeden Fall zur Arbeit zu gehen und wenn es nicht mehr geht, dann muss ich halt nach Hause. Ich sehe meine Hausärztin morgen sowieso turnusmäßig für die Ergebnisse meiner letzten Blutuntersuchung.

Aber sagt mal, was ist eigentlich passiert, dass aus diesem Blog ein Ort geworden ist, an dem es um Wehwehchen und Krankheiten geht?

Ich sage es euch: Es ist ein deutlich ehrlicherer Ort geworden. Denn ich habe mir stark vorgenommen, in Zukunft kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen, wenn es mir mal wegen irgendwas nicht gut gehen sollte. Ihr wollt doch hier den Autor sehen, der auf dem besten Weg ist, seine Schreibziele zu erreichen, nicht wahr? Nun, den plagen halt manchmal Zweifel und diese Zweifel triggern manchmal etwas an. Und dann ist es auch nur in Ordnung, darüber zu schreiben.

Aber jetzt lasst uns mit den Krankheiten aufhören und zu Potte kommen.

Mein Schreiben:

3.850 Wörter.

Das ist die Zahl, die mich noch davon trennt, um mich auch im aktuell noch laufenden NaNo als Gewinner fühlen zu dürfen. Das bedeutet, dass ich an drei Tagen, die noch verbleiben, jeweils im Schnitt 1.300 Wörter schreiben muss. Das ist auf jeden Fall machbar, selbst wenn der grippale Infekt jetzt tatsächlich zuschlagen sollte.

(Hatte ich nicht gerade gesagt, dass wir nicht mehr über Krankheiten reden wollen!?)

Ansonsten habe ich euch immer noch nicht verraten, was ich eigentlich an guter Nachricht verraten könnte. Mir war einfach in den letzten Tagen nicht so danach. Aber das hole ich noch nach.

Und dann mag ich euch in der kommenden Woche noch ein wenig über „Projekt 24“ erzählen, an dem ich ja auch mitgewirkt habe.

Im Moment ist es noch sehr unwirklich, dass der November schon wieder vorbei ist und damit auch der NaNoWriMo sein Ende findet. Als es vor einem knappen Monat losging, hatte ich große Zweifel, ob ich es wirklich schaffen würde, regelmäßig an der Geschichte zu schreiben.

Fertig ist „Der goldene Tod“ noch lange nicht – auch wenn ich jetzt schon wieder einiges an Dingen gesehen habe, die ich hinterher wieder streichen werde. Aber so ist nun einmal meine Arbeitsweise, scheint mir. Ich bin gespannt, wie lange es dann dauern wird, bis ich fertig bin. Ob es wieder ein halbes Jahr sein wird, wie damals mit „Die Welt der stillen Schiffe“?

Egal, ich habe Zeit! Und ich plane, mir auch wieder mehr Zeit zu nehmen. Im Moment hetze ich mich immer ein wenig und das ist auf Dauer auch nicht gesund. Und es macht keinen Spaß. Beides Dinge, die ich nicht haben will.

Mein Blog

Ich weiß, dass ich noch vor nicht allzu langer Zeit ein wenig darüber genast habe, dass die Statistik meines Blog sofort einbricht, wenn ich mal einen Tag nichts geschrieben habe. Nun, in dieser Woche habt ihr mir das Gegenteil bewiesen. Ich hatte durchweg sehr hohe Zugriffszahlen und ich glaube, dass meine Ehrlichkeit, die ich in den Artikeln so gut wie möglich versucht habe, durchzuhalten, mit daran „Schuld“ ist.

Es war für mich, ich habe es bereits gesagt und wiederhole mich gerne, eine ganz tolle Erfahrung, wie viel Zuspruch ich von euch bekommen habe, als ihr merktet, dass es mir nicht gut geht. Das reichte von Kommentaren im Blog bis zu E-Mails und Twitter-Direktnachrichten.

Ich mag es eigentlich nicht, weil es sich immer so nach Lobhudelei anhört, aber jetzt schreibe ich es: Ich habe einfach fantastische Leser, so fantastisch, wie man sie sich als Blogger und Autor nur wünschen kann!

Ich danke euch noch einmal von ganzem Herzen und werde das nicht vergessen. Wie könnte ich!?

Multimedia

Gestern habe ich mit meinen Kindern den Film „Wall-E“ gesehen. Für die Große war es eine Zweitsichtung, die Kleine sah ihn zum ersten Mal.

Ich fand es einfach beeindruckend, wie gut der Film zum einen gealtert ist und zum anderen, wie die Autoren es hinbekommen, dass in der Anfangsphase so viel über Ausdruck und Imagination des Zuschauers transportiert wird. Die erste halbe Stunde ist praktisch frei von Dialogen und doch hört man den kleinen Müllroboter und schließt ihn in sein Herz.

Einfach wunderschön und wahrscheinlich immer noch einer der drei besten Filme aus dem Hause Pixar!

Ansonsten habe ich in letzter Zeit viele Hörspiele gehört. Amazon hat jetzt auch einen vollwertigen Musikdienst á la Spotify und Co. Und da wir da sowieso gute Kunden sind, probieren wir das jetzt einfach mal aus.

Ganz ehrlich: In Sachen Musik bin ich, bis auf Weiteres, „altmodisch“ und kaufe mir die Sachen, die mich interessieren. Aber für Hörspiele kann ich mir vorstellen, den Dienst weiter zu abonnieren.

Famous Last Words

Leute, ihr könnt es zwar nicht hören, aber ich huste mir jetzt wirklich die Seele aus dem Leib. Ich werde wohl gleich mal in mein Bett marschieren und hoffen, dass es mir morgen wieder besser geht.

Bleibt gesund!

Euer Michael

Ich kann krank sein und trotzdem schreiben!

In einem Forum bin ich heute über eine Aussage eines Autors gestolpert. Er schrieb davon, dass er im Moment zwar im NaNo stecken würde, aber wegen einer längeren Krankheit seinen Wordcount nicht aktualisiert hat. Schließlich sei der öffentlich und es könne komisch aussehen, wenn er krank sei und trotzdem so viel schreiben würde. Übrigens hat er in der Zwischenzeit das NaNo-Ziel erreicht, wozu ich ihm, auch ohne seinen Namen zu nennen, herzlich an dieser Stelle gratulieren möchte!

Auch wenn es euch vielleicht langsam nervt, dann passt dieses Thema natürlich gerade voll in meine Woche hinein. Wie ich euch geschrieben habe, habe ich diese Woche auch im Arbeitsprozess aussetzen müssen. Ich war, schlicht und einfach, nicht arbeitsfähig. Die ersten Tage betraf dies ja auch die Arbeit an meinem Romanentwurf.

Als ich wieder mit dem Schreiben anfing, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, welches Licht es auf mich werfen könnte, dass ich trotz einer Krankschreibung mehrere Stunden am Tag am Computer sitze und arbeite – was dem, das ich auf der Arbeit tue, relativ nahe kommt.

Ich habe nicht das Glück, oder in dem Fall vielleicht das Pech, wie der Autorenkollege, dass sich meine Arbeitskollegen oder Vorgesetzten groß für das interessieren, was ich so zu Papier bringe. Zu Zeiten, zu denen ich mein NaNo-Winnershirt von 2012 getragen habe, wurde ich immer nur komisch angesehen. Gut, wie ihr ebenfalls wisst, bin ich nie derjenige gewesen, der besonders offensiv mit seinem Hobby umgegangen ist. Insofern schwingt da jetzt von meiner Seite aus auch keine Enttäuschung oder Vorwurf mit.

Ich habe mich in Anbetracht der Aussage des Kollegen nur gefragt, wie ich wohl an seiner Stelle damit umgehen würde.

Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich, für mich, mit meiner speziellen Erkrankung, keine Notwendigkeit sehen würde, mich mit meinen Fortschritten im NaNo zu „verstecken“.

Ich weiß, dass ich, der ich an psychischen oder auch seelischen Erkrankungen leide, von der Gesellschaft sowieso als jemand angesehen werde, dem man in Bezug auf seine Leiden nicht immer trauen kann. Es spricht zwar keiner offen aus, aber manchmal stellt sich schon der Glauben ein, dass man einiges von dem, was mir übel mitspielt, für einen Fake hält. Manchmal hat man mich so weit, dass ich das selber fast glaube.

Aber dann kommen die Momente, in denen ich mich an das erinnere, was ich gelernt habe: Nämlich, dass meine Erkrankungen nicht deswegen weniger real sind, weil sie nicht gesehen oder verstanden werden. Und das bedeutet, dass ich mich auch mit ihnen ganz normal verhalten und bewegen kann, wie es auch Gesunde tun.

Wenn ich einen Schnupfen habe, dann darf ich trotzdem spazieren gehen. Meine Ärztin würde mir sogar dazu raten. Wenn ich es mit dem Rücken habe, dann darf ich trotzdem einkaufen gehen, denn damit, dass ich verhungere und verdurste, ist auch niemandem geholfen.

Und wenn ich aufgrund einer psychischen Überlastungssituation nicht arbeitsfähig bin, dann darf ich trotzdem schreiben! Denn das Schreiben ist ein ungemein stabilisierender Faktor für mich. Ich habe es gerade diese Woche wieder gemerkt. Es stabilisiert mich in der Form, dass ich etwas habe, an dem ich mich festhalten kann und das meine Tage auch in eine Form lenkt.

Ich habe einen NaNo zu gewinnen, ich kann nicht einfach den ganzen Tag im Bett liegen und Löcher an die Decke starren (was ich mir zum Glück inzwischen sowieso recht erfolgreich abtrainiert habe).

Diesen Umgang mit meinen Erkrankungen habe ich im Laufe der Jahre auf die harte Tour lernen müssen. Und ich erwarte nicht, dass jeder ihn gut findet oder auch nur versteht. Es mache sich bitte auch niemand die Illusion und glaube, dass es mir leicht fallen würde. Denn das tut es ganz und gar nicht.

Deswegen bin ich auch weit, ganz, ganz weit davon entfernt, jemand anderem eine Vorbild sein zu wollen oder gar den Zeigefinger zu erheben und zu sagen: Sieh her, so musst du das machen.

Ich wünsche dem betreffenden Autorenkollegen an dieser Stelle gute Besserung!

NaNo Tag 24: Jetzt schreibt er wieder, Gott sei Dank!

Ihr kennt ja sicherlich alle diesen Spruch, auf den meine Beitragsüberschrift abzielt. Ich glaube, die Quelle liegt bei Wilhelm Busch begründet und das wäre ja beileibe nicht die Schlechteste aller Referenzen.

Als ich am 20.11. meinen NaNo-Griffel fallen ließ, hatte mein Wordcount die stattliche Zahl von 38.262 Wörtern erreicht. Damit war ich so um die 5.000 Wörter über dem damaligen Tagesziel und lag damit erstaunlich gut im Rennen. Dann folgten ein paar, sagen wir mal, weniger produktive Tage:

21.11.: 38.262 Wörter
22.11.: 38.262 Wörter
23.11.: 38.262 Wörter

Und auf einmal war ich mit ca. 70 Wörtern im Minus. Ich gehöre zu den Menschen, die sich von solchen Zahlen durchaus ein wenig unter Druck setzen lassen. Aber es war mir in den drei Tagen einfach nicht möglich gewesen, irgendwas sinnvolles zu Papier zu bringen.

Man sagt ja gerne, dass Schriftsteller sensible Kandidaten sind. Zumindest manche von ihnen, zu denen ich mich wohl rechnen muss. Ihr könnt mir glauben, dass es mir auch lieber wäre, wenn ich zu der Sorte Autoren gehörte, denen man gerade ein Bein amputiert haben kann und die dann trotzdem den verdammten Roman fertig schreiben ;-).

Jedenfalls stand durch diesen Umstand und die feste Absicht, mir nicht den Gewinn des NaNos 2016 kaputt machen zu lassen, für heute die Rückkehr an den Text an. Und das gestaltete sich durchaus schwierig, wie ich euch sagen kann.

Ich hatte das Gefühl, mich erst einmal wieder an die Personen herantasten zu müssen. Es dauerte eine Weile. Aber dann, wie durch ein Wunder (oder wohl doch eher gut geschmierte Autorensynapsen), fanden sich die ersten Wörter ein. Die ersten Sätze, von denen ich einige wieder löschen musste, weil sie einfach Nonsens waren. Aber dann wurden es mehr Sätze und bessere Sätze.

Und am Ende hatte ich in einer Stunde runde 1.800 Wörter zu „Papier“ gebracht und kann damit sagen, dass ich jetzt wieder im Plus bin. Es ist nicht mehr das beeindruckende Plus vom Sonntag, sondern es sind exakt 156 Wörter. Aber diese 156 Wörter sind gerade verdammt beruhigend.

Ich werde den Roman zwar nicht im NaNo beenden, was vorher schon klar war. Aber ich werde diese 50.000 Wörter schaffen.

Jetzt erst recht und sowieso!

NaNo Tag 17: So langsam nimmt die Sache Fahrt auf

Ja, ich weiß, ich nun wieder mit meinen ganz kurzen Geschichten. Aber ich kann doch auch nichts dafür, wenn ich zum Schluss komme, dass die ganze Angelegenheit mit „Der Goldene Tod“ erst jetzt langsam richtig in Fahrt kommt!

Nun gut, tatsächlich kann ich ja doch etwas dafür. Wer, wenn nicht ich, der Autor. Aber ich habe meine guten Gründe, aus denen ich das Tempo nicht so stark anziehe, wie ich es bei einer anderen Herangehensweise an diesen Roman vielleicht täte.

Der Roman spielt nicht in unserer Zeit und er spielt auch nicht in unserem Verständnis für Grusel. Das halte ich für einen wichtigen Punkt. Er ist kein Splatter-/Gore-/Schlacht- oder Torturefest. Er soll eine nette, kleine Geistergeschichte werden. Ein wenig staubig vielleicht, ohne dass er so verstaubt ist, dass man das große Niesen anfängt, sobald man ihn aufschlägt.

Stellt euch den Unterschied zwischen einem modernen Zombiefilm und einem aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts vor. Einem, in dem die Zombies wirklich noch Menschen waren, die unter dem Bann ihres Herren standen. An dieser Stelle empfehle ich gerne „White Zombie“ mit Bela Lugosi als Anschauungsmaterial.

Ich möchte in der Stimmung des Romans eher bei Lugosi liegen, als bei den rennenden und menschenzerfetzenden Zombies dieses Jahrtausends.

Oh, die mag ich auch ganz gerne. Ich wäre ein Pharisäer, wenn ich das abstreiten würde. Aber es ist eben nicht die „Vision“, die ich von „Der Goldene Tod“ habe. Mein Roman ist langsamer, nimmt sich viel Zeit, arbeitet mit Stimmungen und nicht mit Effekten.

Das kann, entgegen der Wortwahl, auch sehr effektvoll – und vor allem sehr effektiv sein!

Deswegen versetzt es mich auch nicht in Angst und Schrecken, dass ich jetzt 30.000 Wörter geschrieben habe und nun erst die Sache richtig ins Rollen kommt. Mein Protagonist ist an Ort und Stelle. Die Leser kennen den Hintergrund des Protagonisten. Der Protagonist kennt seine Aufgabe und er macht sich daran, gegen die auftretenden Widerstände seine Recherchen durchzuführen.

Bald wird der Protagonist seine erste Begegnung mit dem Gespenst von Burg Rabenstein haben. Oder ist es doch kein Spuk? Genau das muss er herausfinden. Immer in der Hoffnung, dass ihn die Suche nach den Antworten nicht zu nahe an die in den Untergeschossen befindlichen grauenhaften Orte der ehemaligen Raubritterburg führt.

Und was führt eigentlich dieser omnipräsente Diener mit den miesen Umgangsformen im Schilde?

Lasst euch überraschen, liebe Freunde, so wie ich es in Teilen auch tun werde. Weil die Sache jetzt endlich Fahrt aufgenommen hat :-).