NaNo Tag 10: Worüber rege ich mich eigentlich auf!?

Gerade gestern habe ich euch ein dramatisches Bild von meiner Lage in Hinblick auf den NaNo gezeichnet. Wie ich dann später in den Kommentaren zu Evanesca Feuerblut sagte, verfolge ich in diesem Jahr aus irgendeinem Grund meine eigenen Statistiken nicht mit der Akribie, wie ich es in der Vergangenheit gerne getan habe.

Nun – hätte ich es mal getan! Denn dann hätte ich beizeiten festgestellt, dass ich, nachdem ich heute mein Tagessoll erreicht hatte, einen Puffer von ziemlich genau 3.000 Wörtern herausgeschrieben habe. Die NaNo-Seite gibt schließlich genauen Aufschluss darüber, wieviel man schon geschrieben hat, wie viel man noch schreiben muss und an welcher Stelle im Schreibprozess man sich gerade befindet.

Heute fiel mir das Schreiben übrigens sehr leicht!

Im Moment bin ich ja, sozusagen, bei der Einführung meiner Charaktere. Das mag jetzt komisch klingen, in Anbetracht der Menge, die ich schon geschrieben habe, aber es ist meinem Aufbau geschuldet.

Ich habe im Moment praktisch zwei Erzählstränge, von denen einer in der Gegenwart und einer in der Vergangenheit spielt. Ihr kennt ja schon die Besonderheit meines Protagonisten Samuel Liebenthal, der ein verhinderter Geisterjäger ist, oder vielmehr so tut.

In der Gegenwartshandlung wird er zu einem neuen Fall gerufen und es geht darum, was bei seinem Auftraggeber geschieht (das ist der Erzählstrang, der ursprünglich mal die Kurzgeschichte werden sollte). Darin eingebettet sind immer wieder Einsprengsel die zeigen, wie und wieso aus Samuel das geworden ist, was er nun ist. Auf diese Weise liefere ich am Anfang praktisch einen Geisterfall „gratis“ mit und vermittle einiges an Hintergrundwissen, ohne zu einem Infodump greifen zu müssen.

Und beide Stränge sind jetzt so weit gediehen, dass die Haupthandlung in der Gegenwart bald richtig losgehen kann.

Doch, ich kann nach wie vor sagen, dass der Roman mir eine Menge Spaß macht. Er ist mal wieder etwas Neues, was ich so vorher noch nicht geschrieben habe. Und ich mag Experimente :-).

NaNo Tag 9: Auf der Suche nach dem verlorenen Tag

Am Sonntag habe ich kein einziges Wort am NaNo-Text „Der Goldene Tod“ geschrieben. Das hat mich zwar nicht gerade in Rückstand gebracht, aber dennoch meine Sicht auf die Veranstaltung einmal auf Links gekrempelt.

Wie ihr euch erinnern werdet, habe ich im Vorfeld des NaNo immer betont, dass ich versuchen möchte, den Schreibmonat als etwas zu sehen, das Spaß machen soll, keine Pflicht ist, sondern Freude. Vergnüglich.

Diese Leichtigkeit des Seins ist mir nach dem „verlorenen Tag“ ein wenig abhanden gekommen. Ich habe mich insbesondere gestern, aber auch schon vorgestern, dabei ertappt, wie meine Gedanken beinahe ständig um diese 1.667 Wörter kreisten. Wobei es zu diesem Zeitpunkt für mich schon nur noch 1.500 Wörter oder so im Mittel waren, die ich brauchte.

Mein Magen signalisierte mir sehr deutlich, dass ihm ein weiterer Zeitverlust nicht behagen würde. Ach, was schreib ich vom Zeitverlust: Es geht wirklich um die Suche nach dem verlorenen Tag, nach den verlorenen Wörtern.

Was ich auch gemerkt habe, war, dass die Wörter, die ich tatsächlich schrieb, irgendwie falsch zu sein schienen. Mein innerer Kritiker hat sich auf Maximalleistung gestellt und jeden Buchstaben unter die Lupe genommen. Die meisten haben ihm nicht wirklich gefallen.

Ich kenne dieses Verhalten von mir. Es stellt sich dann ein, wenn ich mich selbst unter Druck setze. Genau das, was ich im NaNo nicht machen wollte.

Wo kommt der Druck denn nun her? Ich denke, es ist das Gefühl, etwas schaffen zu wollen oder zu müssen. Und da liegt der NaNo nun einmal direkt vor meinen Füßen, bereit, aufgesammelt zu werden – oder über ihn zu stolpern.

Mir ist gegenwärtig vollkommen unverständlich und unvorstellbar, wie ich es letztes Jahr geschafft habe, den NaNo mit einer derartigen Entspannung zu schreiben, wie sie mir erinnerlich ist. Oder täuscht mich da mein Gedächtnis? In diesem Jahr scheint mir für alles die Zeit zu fehlen. Und das, wo vielleicht noch zwei andere Projekte in den Startlöchern stehen, zu denen ich aber noch nichts schreiben kann oder will.

Gestern habe ich mein Tagessoll erreicht. Aber solange ich nur das Soll erreiche und mir nicht wieder einen adäquaten Vorsprung herausarbeite, würde mich jeder neue „verlorene Tag“ wieder zurückwerfen und mir neue Probleme bescheren, die sich nicht ohne Weiteres lösen lassen.

Was kann ich also tun?

Möglichkeit eins ist, so komisch es klingt, noch härter daran zu arbeiten, es leichter zu nehmen. Zu versuchen, mir die Einstellung zu erarbeiten, die ich doch so gerne an den Tag gelegt hätte.

Möglichkeit zwei könnte ansonsten nur sein, den NaNo 2016 abzubrechen und in aller Ruhe an der Geschichte weiterzuschreiben, wenn ich gerade Zeit, Lust und sonst alles habe, was hilfreich sein könnte.

Ich denke, dass ich nur mit Methode eins glücklich werden kann. Ansonsten würde ich mir immer vorhalten, zu früh aufgegeben zu haben und schlimmstenfalls vielleicht sogar die Arbeit an „Der Goldene Tod“ völlig abbrechen. Dabei mag ich den Roman, ich mag die Idee dahinter und ich mag den Stil, den er bis jetzt hat. Nach gut 16.000 Wörtern, die ich geschrieben habe, kann ich mir über den zumindest eine Meinung bilden, denke ich.

Also werde ich weiter machen und aufpassen, dass mir keine Tage mehr verloren gehen. Drückt mir die Daumen.

Der Sonntagsreport vom 06.11.2016

Einen wunderschönen guten Abend zusammen!

Meine Güte, es ist schon wieder so verdammt spät am Tag, aber wir waren heute so viel unterwegs, dass ich kaum an meinen Rechner gekommen bin. Was prinzipiell ja nicht tragisch ist, aber die eine oder andere Verpflichtung dann doch ein wenig ausbremst. So habe ich heute zum Beispiel kein einziges Wort an meinem NaNo-Projekt geschrieben. Zum Glück habe ich schon ein Polster herausarbeiten können, so dass mich das nicht zurückwirft.

Und schon sind wir mitten im Geschehen. Diese Woche ist also der NationalNovelWritingMonth wieder losgegangen und ich bin mit dem Roman „Der Goldene Tod“ dabei. Zu dem erzähle ich euch die Tage noch einmal ein wenig mehr, die Entstehungsgeschichte habe ich euch in der Zwischenzeit ja schon so oft erzählt, dass sie euch eigentlich zu den Ohren wieder herauskommen müsste.

Online gegangen ist am Montag die Geschichte „Der Hunter und der goldene Tod“, die ich für Nike Leonhard geschrieben habe, und die es bis auf Weiteres exklusiv auf ihrem Blog zu lesen gibt. Ich würde mich über euren Besuch freuen und über eure Meinung natürlich auch!

Ansonsten war die Woche jetzt nicht so aufregend, dass ich euch viel über sie erzählen könnte. Und auf andere Weise war sie es eben doch. Gerade in dieser Woche habe ich gemerkt, dass ich eine ganze Menge gleichzeitig zu stemmen versuche und es irgendwie auch geregelt bekomme. Es schafft Energie, wenngleich es sie auch nimmt.

So fehlt mir im Moment zum Beispiel beinahe die Energie für diesen Sonntagsreport und ich versuche, das durch ein wenig aufputschende Musik (Covenant) auszugleichen. Noch geht es, aber ich denke, ich halte mich heute mal wieder kurz ;-).

Mein Schreiben:

Ich bin, wie erwähnt, gut in den NaNo gestartet und stehe jetzt, nach der Zählweise von Papyrus, bei exakt 13.292 Wörtern. Die Sache mit dem Plotten hat leider mal wieder nicht so geklappt, wie ich sie mir gedacht hatte. Aber ich kann ja immer noch unterwegs ein wenig Plot festlegen. In meinem Kopf existiert ja sowieso eine grobe Struktur, so ist es ja nicht.

Des Weiteren habe ich von einer Testleserin den letzten Schwung an wirklich vielen und fundierten Anmerkungen zu „Der Beobachter und der Turm“ bekommen. ich muss es hier einfach noch einmal öffentlich schreiben: Ich bin begeistert und finde es großartig, dass sich da jemand die Mühe gemacht hat. Für mich! Dass das Gesamtfazit dann auch noch positiv ausgefallen ist, ist natürlich auch nicht schlecht :-).

Mit dem Exposé das ich unbedingt noch geschrieben haben wollte, habe ich bis jetzt übrigens genau gar nichts angefangen. Ich muss schauen, dass ich das in den nächsten Tagen auf die Kette bekomme.

Mein Blog

Ich habe mich sehr gefreut, dass die Aktion „Das Schreiben der Anderen“ positives Feedback bekommen hat! Ich habe noch ein paar Rezensionen, die ich dafür aufbereiten kann und werde dann versuchen, auch zeitnah weitere zu liefern. Tatsache ist leider, dass ich im NaNo deutlich weniger zum Lesen komme, weil das Lesen in der Mittagspause wegfällt. Aber ich gebe mein Bestes, dass die Rubrik mit Leben gefüllt wird!

Ansonsten bestimmte die Berichterstattung zum NaNo auch ein wenig den Blog. Aber ich versuche, ein ausgewogenes Verhältnis zu wahren. Ab sofort kann ich euch ja auch ein wenig zum #Projekt24 erzählen. Auch hierzu: später mehr.

Multimedia

Seht es mir nach, dass ich diese Rubrik heute mal wieder ausfallen lasse. Aber es wird auf meiner Uhr irgendwie immer später …

Famous Last Words

Ich wünsche euch allen eine gute Nacht und einen guten Start in die neue Arbeitswoche!

Beste Grüße

Euer Michael

NaNo Tag 4: Kleine Motivationsprobleme stellen sich ein

In den vergangenen drei Tagen war ich im Prinzip ständig mit den Gedanken bei meinem Romanmanuskript. Ja, auch während der Arbeitszeit, wobei mich das ja nicht am Arbeiten hindert. Jedenfalls nicht spürbar, was ich für die Hauptsache halte.

Heute allerdings habe ich das erste Mal einen kleinen Hänger. Ich denke an die Geschichte und habe das Gefühl, dass sie mich selbst nicht wirklich reizt. Das ist jetzt kein besonderes Alarmsignal, denn man kann ja nicht erwarten, dass man von einer Woge der Euphorie durch den gesamten NaNo getragen wird.

Außerdem habe ich in den letzten drei Tagen schon über 9.000 Wörter geschrieben, so dass mir selbst ein Tag, an dem ich kein einziges Wort hinzufüge, nicht wirklich weh täte.

Woran liegt es nun aber, dass ich mich so fühle?

Ich denke, ich kenne den Grund und würde es als ein strukturelles Problem, entstanden aus der ursprünglichen Kurzgeschichte, die der Roman ja mal werden sollte, ansehen.

„Der Goldene Tod“ umfasst bis jetzt die Anreise des Geisterjägers Samuel Liebenthal auf die Burg des Grafen von Oberstforst. Daneben habe ich aber, um meinen Protagonisten als Person genauer zu etablieren, die eine oder andere Rückansicht auf seine Anfänge im Geschäft eingebaut.

Rückblenden sind in Romanen immer etwas problematisch, aber da es sich in diesem Fall ja nicht um einen Suspense-Roman handeln wird, jedenfalls nicht in Bezug auf seine Hauptperson, ist es meines Erachtens nicht notwendig, erst langsam und allmählich die Dinge zu benennen, die Samuel in seiner Rolle ausmachen. Im Gegenteil finde ich es spannender, schnell zu zeigen, wie er in die Situation gekommen ist, in der er nun steckt.

Für mich als Discovery Autor hat das nur den Nachteil, dass ich das ja schon alles weiß. Es fordert mich nicht großartig, es aufzuschreiben. Und daran merke ich wieder einmal, dass es für mich nicht der richtige Weg wäre, alles minutiös vorzuplotten. Ich würde meines eigenen Texts überdrüssig werden.

Also warten wir mal ab, ob und wann und in welcher Form mich die Muse heute noch küssen wird. Die erste Begegnung zwischen Samuel und dem Grafen steht an. Und ich habe gestern einen Mann in einem Restaurant gesehen, der mir eine nette Schablone für den Grafen abzugeben schien. Leider konnte ich kein Foto von ihm machen ;-).

Ich halte euch auf dem Laufenden und wünsche jetzt erst einmal einen angenehmen Freitag!

Der NaNoWriMo 2016: Eine kurze Frage

Hallo zusammen!

Der NaNo läuft weiter und ich laufe recht erfolgreich mit. Meine Mittagspause hat mir annähernd 1.000 weitere Wörter beschert und ich bin gut in der Geschichte angekommen.

Ich habe da mal eine kurze Frage an euch, weil ich sehe, dass es im Netz auf verschiedenen Autorenblogs und Autorenseiten unterschiedlich gehandhabt wird. Die einen berichten sehr intensiv, anscheinend sogar mit der Absicht, es täglich zu tun, von ihren Fortschritten. Bei anderen liest man beinahe nur die Ankündigung, dass es in naher Zukunft kaum etwas zu lesen geben wird.

Ich hatte ja gestern geschrieben, dass ich eigentlich nicht vorhatte, täglich hier einen Statusbericht abzugeben. Aber vielleicht interessiert es euch als meine Leser ja doch, wie es jeden Tag so für mich läuft, ob ich vorankomme, ob ich Probleme mit der Motivation habe oder Probleme mit meinem Stoff. Das kann ich sicherlich unter der Woche, direkt am jeweiligen Tag, besser und direkter schreiben, als wenn ich damit immer bis zum Wochenende warte.

Deswegen also die Frage:

Wenn ihr andere Wünsche habt, dann teilt sie mir doch bitte in den Kommentaren mit. Dankeschön! 🙂

Der Startschuss ist gefallen: Der NaNoWriMo2016 läuft

Und ich laufe wider Erwarten mit.

So ganz kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich mich dann doch dazu durchgerungen habe, dieses gleichzeitig wahnwitzigste und inspirierendste Schreibevent auch dieses Jahr wieder in Angriff zu nehmen.

Wir erinnern uns noch, was letztes Jahr passierte: In einer Hauruck-Aktion stellte der liebe Michael das Romanmanuskript „Der Beobachter und der Turm“ bis zur Monatsmitte fertig, um dann den Rest der Zeit mit der Novelle „Die Welt der stillen Schiffe“ zu verbringen, die sich zu einem vollständigen Roman auswuchs. Ihr kennt das.

In diesem Jahr war es eine Kurzgeschichte, die vielleicht so um die 2.500 Worte haben sollte, die sich nicht im Zaum halten ließ. Und so entsteht jetzt mit „Der Goldene Tod“ ein neuer Roman, was ich ziemlich aufregend finde.

Für diejenigen, die letztes Jahr noch nicht dabei waren und sich fragen, was es mit diesem NaNoWriMo auf sich hat, hier noch einmal kurz die Rahmenbedingungen:

Jedes Jahr vom ersten bis zum dreißigsten November machen sich weltweit viele Millionen (na gut, ein paar hunderttausend werden es sein) Menschen daran, einen Roman zu schreiben, der mindestens 50.000 Wörter umfasst. Beginnend mit dem ersten und endend mit dem dreißigsten November soll so ein Manuskript im ersten Entwurf entstehen, das im Optimalfall auch abgeschlossen ist. Na gut, das schaffe ich sowieso nicht.

Wichtig ist aber, dass man dieses Pensum nur mit einer hohen Selbstdisziplin erreichen kann. Schließlich muss man, ganz einfach gerechnet, runde 1.667 Wörter pro Tag schreiben, um am Ende auf dem Siegertreppchen zu stehen. Zu gewinnen gibt es nichts, außer dem guten Gefühl, es sich selbst bewiesen zu haben.

Und eben dem guten Gefühl, einen Roman geschrieben zu haben :-).

Dieses Gefühl hatte ich bis jetzt zwei Mal, nämlich in 2015, wie schon erwähnt, mit „Der Beobachter und der Turm“ und in 2012 mit „Der Ruf des Hafens“. Jetzt soll „Der Goldene Tod“ das Duo zum Trio machen.

Der Startschuss ist gestern gefallen und dadurch, dass in Nordrhein-Westfalen ein Feiertag war, hatte ich viel Zeit zum Schreiben. So habe ich gestern runde 4.200 Wörter geschrieben, was mir bereits ein schönes Polster verschafft. Denn über eines muss man sich im NaNo immer im Klaren sein: Es werden Tage kommen, an denen es nicht gut läuft, man keine Lust oder keine Zeit hat. Da ist es dann wichtig, dass man sich beizeiten Reserven angelegt hat, von denen man zehren kann.

Aber ich weiß auch, dass es jetzt so nicht weitergehen wird, auch wenn der Gedanke „nur noch 12 Mal so viel, dann hast du es geschafft“ schon irgendwo durch das Hirn geistert. Der NaNo ist eine Langstrecke, ein Marathon. Man darf sich nicht zu früh total verausgaben.

In diesem Sinne werde ich mal schauen, was ich heute so zustande bringe. In meiner Mittagspause habe ich schon ein wenig weiter geschrieben und kann sagen, dass ich mit dem Anfang meines Romans zufrieden bin.

Und das ist doch die Hauptsache, nicht wahr?

Ich denke, ich werde euch hier an dieser Stelle jetzt aber nicht jeden Tag mit aktuellen Zahlen auf die Nerven fallen. Das mache ich dann einmal in der Woche im Sonntagsreport. Aber hin und wieder bekommt ihr mit Sicherheit etwas über den Fortlauf des Projekts erzählt. Macht euch darauf gefasst! 🙂

Der Sonntagsreport vom 30.10.2016

Ich wünsche euch einen Guten Tag!

Na, habt ihr auch alle an die Zeitumstellung gedacht? Wenn nicht, dann dürft ihr euch jetzt freuen, dass ihr heute eine Stunde länger Zeit habt, um in meinem Blog zu lesen ;-).

Nein, ich bin sicher, dass euch auch abseits dessen einiges einfällt, was man tun könnte, auch wenn ich mich nach wie vor über jeden Besucher hier freue und mir jedes Like und jeder Kommentar das gute Gefühl gibt, dass es einen Sinn hat, dass ich nach wie vor fast jeden Tag hier einen Beitrag schreibe. Wobei …

Ich weiß, ich habe es schon oft angedroht, aber im kommenden Monat könnte es tatsächlich dazu kommen, dass ihr auf den täglichen Beitrag verzichten müsst. Denn ich habe nach längerem Überlegen (Lüge!) den gut überdachten (pah!) Entschluss gefasst, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Überlegungen und Planungen (oh ja!) in diesem Jahr doch am sogenannten National Novel Writing Month teilnehmen werde.

Wie ihr vielleicht früher diese Woche gelesen habt, wuchs mir die Geschichte, die ich noch für Nike Leonhard, die Gewinnerin meines Bloggewinnspiels, schreiben musste, zunehmend über den Kopf. Und auch ansonsten in alle Himmelsrichtungen. Deswegen stand ich schließlich vor der Entscheidung, alle diese Ideen, die da auf einmal kamen, einfach abzuschneiden und das Potenzial der Geschichte zu kastrieren, oder mich den Realitäten zu stellen.

Und die Realität sieht nun einmal so aus, dass „Der Goldene Tod“ ein Roman ist, der jetzt geschrieben werden will. Und wenn er nun schon einmal pünktlich zu den Vorboten des November Gestalt annimmt, dann kann ich auch gleich den ganzen Schritt machen.

Ob ich es aber schaffe, zu den durchschnittlich 1.667 Wörtern, die der NaNo einem am Tag abverlangt, auch noch einen Blogbeitrag zu verfassen, da bin ich mir nicht sicher. Es dürfte schon schwer genug werden, überhaupt diese Zahl zu erreichen, da bin ich ganz ehrlich.

Denn gefühlt habe ich im Moment zu viele Projekte gleichzeitig laufen. Das macht zwar auf der einen Seite enormen Spaß, auf der anderen Seite ist es aber auch an-stren-gend!

Ansonsten staune ich immer noch über meinen Mut von Freitag, mir „einfach mal“ ein Zimmer in Leipzig für die Zeit vom 24.-26. März des kommenden Jahres zu suchen – und am Ende auch zu buchen! Das bedeutet, ich werde bis zu drei Tage auf der Leipziger Buchmesse verbringen können – wobei ich in irgendeiner Form ja auch noch an- und abreisen muss. Aber das kann ich mir jetzt in Ruhe überlegen.

Sowohl die Variante Auto als auch die Variante Zug haben ihre Vorteile. Mit dem Zug ist es insgesamt entspannter, wobei ich von Duisburg aus nicht ohne umzusteigen nach Leipzig komme. Das Auto macht mich zeitlich flexibler und bietet mir auch leichtere Möglichkeiten, mein Gepäck unterzubringen, bevor ich in mein Apartment ein- und nachdem ich auschecken muss. Schließlich muss ich ja nicht um 11 Uhr am Sonntag nach Hause fahren, nur weil ich da ausziehen muss, nicht wahr? Den Montag werde ich mir sowieso auf jeden Fall frei nehmen.

Nun ja, es ist ja noch viel Zeit bis dahin. Da werden noch eine Reihe Sonntagsreporte geschrieben :-).

Mein Schreiben:

Das Schreiben war in dieser Woche wieder ein wenig erfolgreicher. Alles in allem habe ich um die zehntausend Worte geschrieben, was gemessen an den letzten Wochen und Monaten schon eine ganze Menge gewesen ist.

Und so kann ich mit Freude verkünden, dass die Kurzgeschichte „Der Hunter und der goldene Tod“ heute ihren Weg zu Nike Leonhard angetreten hat. Ich bin ja gespannt wie ein Flitzebogen, ob sie ihr zumindest ein wenig gefällt. Ich muss nämlich leider zugeben, dass sie nicht ganz so geisterhaft geraten ist, wie ich es gerne gehabt hätte. Wahrscheinlich hatte das damit zu tun, dass ich mich thematisch und auch stilistisch möglichst weit von dem neuen Roman entfernen wollte, um weder dem einen noch dem anderen Format Schaden zuzufügen.

Die Arbeit an der „alten“ Kurzgeschichte musste ich dann ja leider mit der Entscheidung abbrechen, dass daraus der neue Roman „Der Goldene Tod“ werden soll. Ich habe die Zeit genutzt, mir zumindest ein wenig Gedanken über die Handlung und die Stationen, die ich in ihr abhaken will, zu machen. Dieser Roman wird insofern anders werden, dass er in einer Zeit spielt, die noch nicht so technisiert ist wie die unsrige, sondern sich, zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, in einem im Gegenteil noch sehr ursprünglichen Setting bewegt.

Dabei habe ich noch gar keine endgültige Entscheidung getroffen, in welchem Jahr der Roman denn genau spielen wird. Allerdings habe ich eine grobe Idee. Soll ich sie euch verraten? Vielleicht nächste Woche :-D.

Und dann habe ich noch an einem Exposé gearbeitet. Einem Exposé für „Der Beobachter und der Turm“. Wieso, weshalb, warum … lassen wir auch das an dieser Stelle. Ja, ich weiß, ich bin ein wenig gemein. Sagen wir einfach, dass mein Entschluss, diesen Roman unbedingt im Selfpublishing zu veröffentlichen, nicht mehr ganz so unverrückbar steht, auch wenn es immer noch die erste Option darstellt. Deswegen war es auch gut, dass ich weiter mit der Überarbeitung vorangekommen bin.

Mein Blog

Ich mag meinen Blog. Habe ich das eigentlich kürzlich schon gesagt? Wenn nicht, dann wurde es einfach mal wieder Zeit. Ich mag die Menschen, die ich durch ihn kennengelernt habe und es macht Spaß, mit ihnen hier und auf den Sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Zwar hänge ich auf so manchem Blog anderer lieber Mitmenschen mal wieder etwas hinterher, aber das ergibt sich einfach so aus dem Beschäftigtsein. Ihr könnt euch sicher sein, dass mir kein Beitrag entgeht, solange mein Mailprogramm nicht beschließt, aufzugeben.

Aber gut, hier soll es eigentlich um mein Blog gehen, nicht wahr? Aber es machte für mich Sinn, mit den Menschen um mich herum anzufangen, weil ich diese Woche eine neue Kategorie eingerichtet und dieser eine eigene Seite spendiert habe.

Und zwar geht es um „Das Schreiben der Anderen„. In dieser Kategorie möchte ich zukünftig Romane und Geschichten von Autoren vorstellen, mit denen ich in irgendeiner Weise „verbunden“ bin. Zum einen, weil ich es wichtig finde, Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wenn ich es denn kann. Zum anderen, weil es mir einfach ein Anliegen ist, die unabhängige Autorenszene im Netz ein wenig zu unterstützen, soweit es in meinen bescheidenen Möglichkeiten liegt.

Ich bin kein Mitglied in irgendeiner Autorenvereinigung. Man kann nicht behaupten, dass ich mich besonders aktiv in irgendeiner Gruppe engagieren würde. Und auch wenn ich mir diese Woche versuchsweise einen Bart habe stehen lassen ;-), denke ich nicht, dass aus mir je das werden wird, was man einen aktiven Netzwerker nennt. Aber das heißt ja nicht, dass ich tatenlos bleiben muss. Oder will. Oder werde.

Ich habe in den vergangenen Wochen immer mal wieder Beiträge gebracht, die darauf schließen ließen, dass es mir wichtig ist, in irgendeiner Form „dabei“ zu sein. Und ich glaube, dass es manchmal auch die kleinen Gesten sind, die dafür ausreichen können.

Wie brachte es, ich glaube, Evanesca Feuerblut auf den Punkt: Dies hier ist meine Party! Und da bin ich es den Besuchern und Gästen ebenso wie mir schuldig, ein guter Gastgeber zu sein.

Multimedia

Diese Rubrik habe ich in den letzten Wochen etwas schleifen lassen, wie ich feststellen musste. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es außer für mich selbst wirklich von gesteigertem Interesse ist, was ich so sehe, lese oder höre.

Nun denn, dadurch, dass ich wieder mehr geschrieben habe, habe ich auch wieder deutlich mehr Musik gehört als Hörspiele oder Hörbücher. Ich merkte den Trend schon dadurch, dass ich mir zuletzt auch wieder ein paar Alben gekauft habe. Gerade, während ich das hier schreibe, läuft zum Beispiel die CD „These Systems Are Failing“ von Moby.

Wenn man den Mann in den letzten Jahren vor allen Dingen mit Ambientsounds verknüpft hat, gibt es mit diesem Album mal wieder voll auf die Zwölf. Und das in einem Rock-Electro-Konglomerat, das mir als Fan dieser Musik Freudentränen in die Augen treibt. Sicherlich ein Album, das ich öfter hören werde!

Selber überrascht hat mich das Jubiläumsalbum der Band Deine Lakaien. Auf „XXX. The 30 Years Retrospective“ finden sich Singles, Raritäten, Remixe und Liveaufnahmen. Dazu muss ich sagen, dass ich die Lakaien immer schon gut, aber auch speziell fand. Ich habe sie in den letzten Jahren eigentlich kaum noch gehört.

Aber jetzt habe ich festgestellt, dass man zu dieser Musik wahnsinnig gut schreiben kann! Das hat damit zu tun, dass die Musik von Ernst Horn und der Gesang von Alexander Veljanov eine unglaublich dichte Atmosphäre schafft, die aus jedem einzelnen Song eine Geschichte in sich selbst macht – und sich dadurch auch übertragt. Nur Vorsicht: Es kann durchaus passieren, dass man sich darin verliert!

Hin und wieder veröffentliche ich Musikt(r)ips übrigens auch auf meinem Twitter-Account :-).

Gelesen habe ich in dieser Woche in der Hauptsache Clive Barker und seine „Bücher des Blutes„. Dazwischen habe ich mit Nike Leonhards „Der Fluch des Spielmanns“ eine sehr empfehlenswerte Geschichte eingeschoben, die ich auch ausführlich besprochen habe. Ganz im Sinne meiner oben angesprochenen neuen Blogkategorie plane ich, zukünftig mehr Romane von Selfpublishern zu lesen.

Weil ich gerade so schön im Fluss war, habe ich dann diese Woche noch die Filme „Saw V“ und „Saw VI“ gesehen. Und vielleicht schiebe ich heute Abend noch „Saw VII“ in den Player, um die Septalogie (sagt man so?) abzuschließen. Ja, ich gebe zu, ich bin Fan von Horrorfilmen. Und auch wenn die Handlung immer abstruser und die Zusammenhänge immer gewollter werden, kann ich diesen Filmen etwas abgewinnen.

Morgen Abend gibt es aber auf jeden Fall „Halloween“, soviel weiß ich schon. Meine 13jährige Tochter ist sich noch nicht sicher, ob sie mitgucken will ;-).

Famous Last Words

Ach ja, letzte Woche habe ich an dieser Stelle ja schon ein wenig geschnieft. Und siehe da, am Ende musste ich wegen eines dollen grippalen Infekts tatsächlich zwei Tage aussetzen. Aber meinem Hals geht es wieder gut, das Husten wird auch weniger – und ihr dürft euch freuen, dass Bazillen sich nicht über Internetleitungen verbreiten.

Bleibt mir gesund!

Euer Michael

Ein neuer Roman und wenig Schlaf

In der letzten Nacht habe ich nur wenig Schlaf bekommen. So wenig, dass ich heute Morgen, als ich den Wecker ausschalten wollte (dessen Piepsen ich nur im Halbschlaf wahrnahm), die Nachttischlampe mit Karacho vom Nachttisch gefegt habe. Zum Glück war ich sowieso der Letzte, der aufgestanden ist, ansonsten hätte mir das sicherlich mehr schlechte Presse eingebracht.

Und wieso bekam ich keinen Schlaf? Weil unter anderem das Kurzgeschichtendilemma in meinem Kopf rotierte und rotierte und rotierte.

Für die, die gestern nicht hier vorbeigeschaft haben: Es geht darum, dass die Kurzgeschichte, die ich aufgrund der Begriffe von Nike Leonhard zu schreiben begonnen habe, gerne ein eigenständiger Roman werden möchte. Zumindest ein kurzer. Das merke ich daran, dass sich immer mehr Szenen aufdrängen, das Hintergrundgeschehen wichtiger wird und einige Personen anfangen, sich zu entwickeln, wo in einer Kurzgeschichte kaum Raum für Entwicklung ist.

Irgendwann so um ein Uhr herum traf ich schließlich meine Entscheidung.

Ich werde diesen Roman schreiben und er wird den (Arbeit-)Titel bekommen, den auch die Kurzgeschichte haben sollte: „Der Goldene Tod“. Und nicht nur das, ich werde versuchen, ihn im Rahmen des National Novel Writing Months zu schreiben, also 50.000 Wörter in 30 Tagen zu produzieren.

Gleichzeitig will ich deswegen aber nicht meine anderen Projekte vernachlässigen. Da ist zunächst einmal die Geschichte für Nike, die ich ganz neu konzipieren und aufziehen muss. Ich habe sogar schon eine Idee, wobei da noch ein wenig Gehirnschmalz fließen muss. Auf jeden Fall kann ich jetzt schon ausschließen, dass da auch wieder ein Roman draus erwachsen könnte ;-).

Dann „Der Beobachter und der Turm“ und die Fertigstellung des fünften und letzten Entwurfs, bevor das Ding ins Lektorat geht. Oder … nein, das behalte ich mal noch für mich. Weil ich mir nicht schlüssig bin.

Ich bin mit dem NaNo zwar schon verdammt spät dran, aber ich werde versuchen, ihn trotzdem noch so gut wie möglich vorzubereiten. Ja, richtig gelesen! Ich, einer der überzeugtesten Discovery Writer unter dieser Sonne, habe vor, mir im Vorfeld schon Gedanken zu machen. Zumindest möchte ich mir genauere Hintergründe zu den auftretenden Personen überlegen, vielleicht eine Karte meiner Schauplätze zeichnen und, das vor allem, eine Szenenübersicht erstellen. Alles Dinge, die ich nicht zum ersten Mal mache, die ich aber schon lange, lange nicht mehr getan habe. Um genau zu sein habe ich meine letzte Szenenfolge vor 20 Jahren für meinen vierten Roman „Lichter“ erstellt.

Das bedeutet, meine lieben Leserinnen und Leser, dass der Ausschnitt aus der eigentlich geplanten Kurzgeschichte, wie ich ihn letzte Woche online gestellt habe, obsolet geworden ist. Aber ich verrate euch nicht zu viel, wenn ich sage, dass mein Protagonist bestehen bleibt. Und auch seine Profession bleibt die gleiche.

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich mir einbilde, es schaffen zu können. Auf jeden Fall freue ich mich wahnsinnig auf die Arbeit am neuen Roman. Und selbst wenn ich den NaNo nicht hinkriegen sollte, weil andere Dinge dazwischen kommen, ist das nicht sonderlich ärgerlich. Dabei sein ist doch bekanntlich alles, oder?

Ich werde euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden halten, wenn ihr mögt. Und heute Nacht hoffentlich wieder ein bisschen mehr schlafen …

Im Kurzgeschichtendilemma

Die Fakten liegen klar auf dem Tisch: Schreibe eine Kurzgeschichte, in der es um Geister geht, die irgendwas mit dem Stichwort „Goldener Tod“ zu tun hat und deren Schlussfloskel das altbekannte „zu mir oder zu dir“ aufgreift. So hat Nike Leonhard es sich gewünscht und in diesem Fall ist ihr Wunsch mir Befehl gewesen, denn schließlich hat sie durch den Sieg im Bloggewinnspiel allen Anspruch darauf erworben.

Und jetzt ist etwas passiert, was auch als Fakt auf dem Tisch liegt, aber so in keinster Weise geplant war: Die Geschichte fängt an, mir über den Kopf zu wachsen. Und das bitte ich wörtlich zu verstehen, also nicht in dem Sinne, dass sie mich überfordert, oder so, sondern in dem Sinn, dass sie wächst.

Sie wächst und gedeiht sogar in dem Maße, dass man nicht mehr davon reden kann, dass sie eine klassische „Kurz“geschichte wird.

In diesem Moment hat die Story ungefähr 4.500 Worte und befindet sich streng genommen noch in der Einleitung. Und das ist so, weil mir das passiert ist, was mir so häufig passiert: Mit den einzelnen Ideen kamen mehr Ideen und mehr Details. Und die Details verbinden sich zu Szenen. Die Szenen summieren sich auf zu einer Handlung. Und diese Handlung lässt sich eben nicht auf wenigen Zeilen erzählen!

Ich befinde mich in einem echten Dilemma. Denn ich habe Nike eine Kurzgeschichte versprochen und eine Kurzgeschichte soll sie auch bekommen. Aber heißt das, dass ich mich mit der Geschichte, die ich gerade zu schreiben begonnen habe, selber zensieren muss, um sie auf einer gewissen, tolerierbaren Kürze zu halten?

Klar, ich könnte viele Sachen einfach weglassen. Im Moment schildere ich eine Szene, in der viel miteinander gesprochen wird. Klassische Charakterbildung. Braucht es für die Kurzgeschichte eigentlich nicht. Und dennoch ist es genau das, was mir aus den Fingern fließt.

Ich kann aber ja auch nicht sagen: So, liebe Nike, aus der exklusiven Kurzgeschichte ist leider ein exklusiver Kurzroman geworden. Ich denke nicht, dass das im Sinne des Erfinders, also von mir, wäre. Und ich denke nicht, dass das in Nikes Sinne wäre.

Ich muss jetzt eine Entscheidung treffen. Noch kann ich den Hebel wieder umlegen und zurückgehen zur Kurzfassung. Aber dann wird das Gefühl bleiben, dass da mehr Potenzial drin gelegen hätte. Und ich bin nachtragend mir selbst gegenüber, was solche Gefühle angeht.

Oder ich schreibe eine Kurzfassung und erweitere die anschließend (etwa im Rahmen des NaNoWriMo) zum Kurzroman. Dann gibt es allerdings das Problem, dass die „Auflösung“ der ganzen Geschichte schon bekannt wäre. Denn die steht ja quasi schon fest durch das, was Nike mir vorgegeben hat.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, welche mir die größte Flexibilität gewähren würde, mich aber gerade vor ein kleines Problem stellt. Ich überlege mir einfach noch eine weitere Geschichte ausgehend von Nikes Vorgaben, die von der, die ich schreiben möchte, unabhängig ist. Ich bitte darum, das Wort „einfach“ in ganz, gaaanz dicke Anführungszeichen zu setzen.

Es ist ein Dilemma. Ein Kurzgeschichtendilemma. Und ich habe es mir im vollen Umfang alleine eingebrockt. Manchmal kann ich ganz schön ätzend zu mir selbst sein, findet ihr nicht auch?

Ich werde einfach noch ein wenig überlegen müssen und in dieser Zeit, so schwer es mir fällt, nicht an der Geschichte weiterschreiben. Dabei möchte sie eigentlich genau jetzt nach draußen kommen!

Und ich war mir doch so sicher, dass ich a) diesen NaNo ausfallen lasse und b) als nächsten Roman mal wieder was „realistisches“ schreibe. Ganz zu schweigen von c), dass ich „nur“ eine Kurzgeschichte schreiben wollte.

Seufz.

AWDML (9) Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Disclaimer: In der Beitragsreihe A Walk Down Memory Lane beschäftige ich mich in Form von Rückbetrachtungen und Anekdoten mit Begebenheiten aus meiner schreibenden Vergangenheit. Auch wenn der Blick manchmal leicht verklärt sein mag, so ist der Inhalt doch die reine Wahrheit. Jedenfalls so rein, wie ein Autor ihn zu schreiben in der Lage ist.


Jedem Anfang wohnt ein besonderer Zauber inne, so sagt man. Und wenn dies auf etwas im Universum besonders zutreffend sein müsste, dann doch wohl dem geschriebenem Wort. Der erste Satz, so bekommt man immer wieder zu hören, sei der wichtigste eines ganzen Romans. Dieser erste Satz kann darüber entscheiden, ob Leser auch den zweiten lesen, die erste Seite, das ganze Buch.

Ich beschäftige mich, wie ihr gestern im Sonntagsreport lesen konntet, gerade mit dem Gedanken, vielleicht einen neuen Roman zu schreiben. Ein Projekt für den diesjährigen NaNoWriMo. Und in diesem Zuge bin ich auch wieder auf den ersten Satz aufmerksam geworden, der mir dafür im Kopf herumschwebt.

Diesen werde ich an dieser Stelle nicht verraten, weil ich fürchte, dass es Unglück bringen könnte, wenn ich von ungelegten Eiern schreibe. Und ja, ich bin, was so etwas angeht, geradezu krankhaft abergläubisch (auch wenn ich es niemals zugeben würde, wenn ihr mich direkt darauf ansprecht).

Aber ich dachte mir, dass ihr vielleicht Interesse daran habt, wie meine bisherigen ersten Sätze ausgesehen haben. Bei einigen von ihnen weiß ich, dass sie nicht das sind, was ich oben beschrieben habe. Aber sie sind ja auch in den meisten Fällen nicht über den ersten Entwurf hinausgekommen und müssen noch entstaubt, aufgehübscht und geschminkt werden :-).

Hier also, for your interest, die ersten Sätze meiner bisherigen Projekte. Die Jahreszahlen markieren das Jahr, in dem er erste Entwurf abgeschlossen wurde.

Angst im Perseus-Spiralnebel (1993):
Der Krieg war vorbei, Ruhe kehrte wieder in der Arcturian-Galaxis ein.

Expedition durchs All (1994):
Leya träumte wieder.

Kampf um Final Star (1996):
»Ich hoffe für dich, daß ich das nicht richtig verstanden habe!«, donnerte die gewaltig klingende Stimme der im Schatten sitzenden Gestalt.

Lichter (1999):
Ich hatte keine Ahnung, warum ich das alles überhaupt auf mich nahm.

Different Stories (2003):
Die Geschichte dieses Wochenendes im späten Frühling des Jahres 1991 begann ganz unscheinbar: Auf der neunzehnten Seite der in aller Welt geachteten und gelesenen London Times.

/97 (2005):
Jetzt schreibe ich schon vier Tage an dieser Studie über die letzten Tage von
/97.

Es zwingt einen dazu (2006):
Mit einem leisen Klingeln schloss sich die Ladentür hinter dem Mann, der sich nun eifrig umsah, als würde er etwas Spezielles suchen.

Die dreisten Drei und ein blubberndes Geheimnis (2009):
Als sich die Eingangstür hinter ihr schloss hatte Britta das Gefühl, in eine andere Welt einzutreten.

Der Morgen danach (2011):
Es war beängstigend, aus dem Nebel aufzutauchen, nur um festzustellen, dass der Nebel immer noch um ihn herum war.

Der Rezensent (2012):
Einige von euch werden sich sicherlich fragen, ob es das gebraucht hat: Noch eine Seite mit Besprechungen zu Hörspielen im Internet.

Das Haus am See (2012):
Irgendwann stellte ich fest, dass ich verrückt bin.

Der Ruf des Hafens (2013):
Wenn es ihm heute wieder nicht gelang, einen Fisch zu fangen, würde seine Familie hungern müssen.

Darkride (2013):
Eigentlich gehörte er nicht zu den Menschen, die sich im Dunkeln fürchten.

Der Redner (2015):
Mit einem satten Schmatzen fiel die Tür hinter Anton Lechleitner ins Schloss und schnitt ihn für einen Moment von seiner Umwelt vollkommen ab.

Der Beobachter und der Turm (2015):
Nichts tötet Liebe so zuverlässig und nachhaltig wie Hass!

Die Welt der stillen Schiffe (2016):
Wenn ich geahnt hätte, was mir blühte, als ich auf den beschissenen Vorschlag dieses beknackten Jörn Thoresen eingegangen bin, dann hätte ich ihm eins mit der Schippe über den Kopf gezogen, ihn liegen gelassen und wäre nach Hause gegangen, um mich zu besaufen.

Meine Güte, alleine diese Aufzählung sorgt schon dafür, dass ich ungeheure Lust aufs Schreiben bekomme *seufz*.

Also, wer weiß, vielleicht, irgendwie …