Nur eine kleine Pille

Ich habe euch ja schon häufiger mal auf Comicstrips von Clays fantastischer Seite Depressioncomix aufmerksam gemacht. Im Normalfall binde ich einfach den jeweiligen Strip hier als Reblog ein und sage nur ein oder zwei Sätze dazu. Nun, in diesem Fall sollen es dann vielleicht vier oder fünf sein. Einfach weil der Anblick in mir Erinnerungen ausgelöst hat, die ich mit euch teilen mag.

Aber werfen wir zunächst gemeinsam einen Blick auf den Comic, um den es mir heute geht. In diesem bekommt eine junge Frau ein Rezept ihres Arztes. Er verschreibt ihr Antidepressiva, aber sie hat Angst, die Tabletten zu nehmen. Sie befürchtet, dass ihre Persönlichkeit dadurch verändert wird, dass sie sich selbst nicht mehr erkennen könnte. Und sie fürchtet, dass sie ihre Kreativität abtöten.

Ihr Freund oder Bekannter sagt ihr daraufhin, dass sie im Augenblick immer nur down sei, sogar davon spreche, sterben zu wollen. Und nicht zuletzt habe sie seit Monaten nicht mehr gemalt. Im letzten Panel sitzt die junge Frau an einem Tisch und sagt, frei übersetzt: »Okay, ihr Pillen, bitte nehmt nur die Dunkelheit von mir. Nehmt nichts von mir von mir.«

Ich kenne viele Menschen, die sich auf die eine oder die andere Art in dieser Art Gedanken wiederfinden oder wiedergefunden haben. Kaum eine Sorte Medikamente steht in so großem Verruf, wie es Antidepressiva tun. Tatsächlich gibt es Leute, die glauben, dass diese Pillen den Menschen, der sie nimmt, zu jemand ganz anderem macht.

Nun, in mancherlei Beziehung mag das sogar so sein, denn es gibt Patienten, die durch die Einnahme solcher Mittel die Möglichkeit gefunden haben, sich selbst in einer Art und Weise zu verändern, wie sie es sich vielleicht schon lange gewünscht, es sich aber nicht getraut haben. Solche Änderungen gefallen nicht jedem. Zum Beispiel in solchen Fällen, in denen aus einem grauen Mäuschen, das man immer schön unterbuttern konnte, auf einmal ein selbstbewusster Mensch wird, der sich zu wehren weiß.

Natürlich bewirken das nicht Tabletten alleine. Es ist eine Menge harte Arbeit nötig, um Prozesse in Gang zu setzen, die zu solchen Veränderungen führen. Die Pillen können über die Startschwierigkeiten hinweg helfen. Ich selber sage immer, dass sie mich in die Lage versetzen, an meinen Themen zu arbeiten.

Und doch war auch ich skeptisch und von Vorurteilen befallen, als ich vor ungefähr sieben Jahren das erste Mal ein entsprechendes Rezept in der Hand hielt. Und es ging mir ganz genau so wie der jungen Frau in dem Comic. Am meisten sorgte ich mich darum, dass durch eine sich wie auch immer äußernde Veränderung meine Fähigkeiten, mich kreativ zu betätigen, endgültig der Vergangenheit angehören würden.

Ich hatte damals keinen Freund, der mich darauf hinwies, dass in dieser Hinsicht sowieso schon lange nichts mehr lief, wie es sollte. Aber ich brauchte auch keinen. Das wusste ich nämlich selber besser, als es mir lieb sein konnte. Zwar hatte ich im Sommer 2009 ein kurzes Kinderbuch geschrieben, aber mein letzter „richtiger“ Roman lag bereits fünf Jahre in der Vergangenheit. Seit bald drei Jahren doktorte ich an seinem Nachfolger herum, was aber nichts anderes bedeutete, als dass ich mir alle paar Monate seufzend das knapp 100 Seiten lange Fragment ansah und es wieder zur Seite legte.

Ein Teil von mir war immer der Ansicht gewesen, dass es vielleicht gerade meine psychische Verletzbarkeit war, die es mir ermöglicht hatte, zu schreiben. Dass in dieser Hinsicht nicht alles zum besten bei mir bestellt war, war mir lange schon klar, auch wenn ich es nicht benannte und in gewisser Weise darauf wartete, dass es sich von alleine Bahn brechen würde (was es dann 2010 auch tat).

Aus der Sicht von heute fällt es mir schwer, diese Gedanken nachzuvollziehen, weswegen ich auch an dieser Stelle keinen Versuch wagen möchte, die Hintergründe zu erklären. Aber auf jeden Fall hatte ich diese Sorge, nun wirklich und unwiderruflich nie wieder schreiben zu können.

Und es kam, wie es kommen musste: Im darauffolgenden Jahr fasste ich meine Tastatur, soweit ich mich erinnere, nicht ein einziges Mal an. Ich kramte zwar hin und wieder in alten Entwürfen, bekam meine melancholischen fünf Minuten, weiter ging es aber nicht.

Ob die Tablette daran Schuld hatte? Das wage ich mal ganz fest zu bezweifeln. Aber wie sich herausstellen sollte, befanden sich sowohl mein damaliger Arzt als auch ich selbst ein wenig auf dem Holzweg.

Er hatte mir zwar ein Medikament verschrieben, mich aber ansonsten alleine mit mir, meinen Gedanken und meinem Irrglauben gelassen. Irgendeine Form von Begleitung fand nicht statt. Und wenn es mir, wie es heute vollkommen logisch erscheint, nach einigen Monaten schlechter ging, dann wurde in Reaktion darauf die Dosierung meiner Pille erhöht. Und je weniger das anschlug, desto schlechter ging es mir und desto unvorstellbarer wurde es, jemals wieder zu schreiben.

Und dann kam der Tag, an dem es nicht mehr weiterging. An dem ich psychisch so richtig aus meinem bisherigen Leben gerissen wurde. Die Pille konnte nicht mehr höher dosiert werden und jetzt (!), über ein Jahr später, kam mein Arzt auf die Idee, dass es vielleicht gut für mich sein könnte, wenn ich mir auch therapeutische Hilfe suche.

Ich kam in eine entsprechende Klinik und lernte in mühevoller Kleinarbeit, mich mit mir selber auseinander zu setzen. Das war alles andere als leicht und dauerte etliche Wochen. In der Zwischenzeit bekam ich neue Pillen, probierten wir allerlei aus. Und, siehe da: Ich spürte Veränderungen. Veränderungen in der Richtung, dass ich auf einmal für manche Dinge neuen Mut aufbrachte.

Zum Beispiel dafür, mir ernsthafte Gedanken zu machen, ob ich nicht doch noch mal mein Glück mit dem Schreiben versuchen wolle. Gut, es dauerte dann noch einmal ein paar Monate und Zuspruch eines besonders lieben Menschen (an dieser Stelle liebe Grüße an meine kleine-große Schwester), bis ich mich einfach an die Tastatur setzte und los schrieb. Heraus kam ein Manuskript, das den Namen „Der Morgen danach“ trug.

In meinem Fall haben die Pillen nicht meine Kreativität getötet. Sie haben mich unterstützt, überhaupt wieder den Mut aufzubringen, mich als Autor gegenüber anderen Menschen zu outen und dann zu versuchen, meinen Weg zu gehen. Wer weiß, vielleicht gäbe es ansonsten auch diesen Blog nicht.

Dies soll keine Lobeshymne auf die Pharmaindustrie sein. Grundsätzlich ist jede Veränderung, die auch ohne den Einfluss von Medikamenten vonstatten geht, jener vorzuziehen, für die man bunte Pillen braucht. Aber es gibt Situationen, in denen es nicht anders geht. Ein Spruch, in dem ein Körnchen Wahrheit liegt, lautet: »Wenn du an Krebs erkrankt wärst, würdest du dir auch keine Gedanken machen, ob du die Medikamente nehmen sollst.«

Heute bin ich an einem Punkt, an dem mein neuer Arzt und ich überlegen, ob wir nicht das eine oder andere Medikament langsam ausschleichen können. Und ich bin immer noch hier und ich bin immer noch Autor. Und ich denke nicht, dass man mir das jemals wieder wird wegnehmen können.

Aber wer weiß, wo ich heute stünde, wenn es nicht zum richtigen Zeitpunkt diese kleine Pille gegeben hätte.

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Der Sonntagsreport vom 14.01.2018: Viele Baustellen

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Sonntag und damit Zeit, zumindest ein wenig ein Streiflicht auf das zu werfen, was im Augenblick so ansteht. Und irgendwie habe ich das Gefühl, von Baustellen umgeben zu sein. Was ich nicht nur in Hinblick auf die ganz realen Baustellen hier in unserem Haus meine.

Aber fangen wir mit denen ruhig mal an, denn wir haben eine ziemlich bewegte Woche hinter uns, in der nicht nur das Zimmer meiner Frau quasi in den Urzustand zurückversetzt wurde, sondern obendrein auch noch unser Badezimmer eine, wenn auch geplante, Baustelle war. Die Duschkabine wurde entfernt, die Wand neu gekachelt und jetzt warten wir „nur“ noch darauf, dass irgendwann die zur neuen Duschtasse passenden Wände geliefert und montiert werden.

Also jede Menge Schutt und Asche, auf die man diese Woche seinen Blick werfen konnte. Leider geht mir, ganz im Gegensatz zu meiner Frau, die Ruhe und die Gelassenheit im Umgang mit solchen Dingen völlig ab. Man stelle sich mal vor: Sie fand es sogar ganz entspannend, den Fensterausschnitt großflächig neu zu verputzen! Da verkrieche ich mich lieber unter den Schreibtisch und schaue mal nach, wie der von da unten betrachtet aussieht.

Aber gut, was gemacht werden muss, muss gemacht werden. Und wenn ich jetzt schon anfangen würde, am Rad zu drehen, dann will ich besser nicht wissen, wie es mir ergeht, wenn dann anschließend irgendwann mein Zimmer an der Reihe ist.

Apropos „mein Zimmer“. Zwischendurch stand auch mal zur Debatte, mein Zimmer und das meiner Frau gegeneinander zu tauschen. Eine Entscheidung, mit der ich mich nicht leicht getan habe. Zwei Tage habe ich hin und her überlegt und als ich gerade so weit war, dem ganzen zuzustimmen, zog meine Frau eine neue Variante aus dem Ärmel, die den Umzug unnötig macht.

Solche Dinge können mich durchaus stressen. Aber auf diese Weise muss ich wenigstens nie lange nach neuen Belastungserprobungen suchen, von denen ich hinterher meinem Therapeuten erzählen kann 😉 .

Lassen wir jetzt die Steine und die Farbe hinter uns und kommen zu dem, um was es hier ja eigentlich geht: das Schreiben. Leider ist die letzte Woche, die so verheißungsvoll gestartet war, dann doch mit einer ziemlich schwachen Bilanz zu Ende gegangen. Ich bekomme im Moment einfach keine Kontinuität in meine Arbeit hinein und ich überlege krampfhaft, woran das liegt.

Ist es vielleicht das falsche Projekt, an dem ich arbeite? Oder gehe ich falsch an die Sache heran? Setze ich mir vielleicht gar zu wenige konkrete Ziele?

Im Moment sieht es so aus, dass ich, eigentlich gerne jeden Tag wenigstens eine Seite in PapyrusAutor schreiben würde. Das sind „nur“ 500 Wörter und damit wirklich nicht viel. Aber man hört ja immer und immer wieder, dass es besser ist, jeden Tag ein wenig und das kontinuierlich zu schaffen, anstatt einmal alle paar Tage richtig ranzuklotzen.

Es klappt nur leider weder das eine noch das andere richtig. Gut, heute habe ich 1.500 Wörter geschrieben, was ganz okay ist. Aber für die ganze Woche stehen damit eben auch nur knapp 2.000 Wörter auf dem Tableau. Wenn ich jeden Tag die 500 Wörter schriebe, wären es 3.500 Wörter. Der Zeitaufwand pro Tag würde sich auch gerade mal auf etwa zwanzig Minuten belaufen. Nicht viel mehr.

Eigentlich doch nun wirklich nichts, was sich nicht auch noch nach der Arbeit und sogar parallel zu allen möglichen Renovierungsfragen erledigen ließe. Aber im Moment anscheinend doch zu viel.

Es ist einfach frustrierend, dass solche Phasen immer und immer wieder auftreten. Da könnte doch langsam mal jemand eine Pille gegen erfinden, oder? Das müsste doch möglich sein. Und wäre ein solcher Verkaufsschlager, dass sich alle Entwicklungskosten rechnen würden.

In meinem nächsten Leben werde ich vielleicht Pharmazeut in einem großen Konzern. Dann besorge ich mir ein Patent auf so eine Pille und werde schweinereich. Das Geld nutze ich dann – um ganz viel Zeit zum Schreiben zu haben *g.

Problematisch ist halt, dass Zeit, Motivation, Inspiration und Geschick sich zur selben Zeit an einem Punkt des Raumes treffen müssen. Der Mensch, der sich in diesem Augenblick dort befindet, hat dann im wahrsten Sinne eine Erleuchtung und kann alles erreichen, was er sich im Moment vornimmt.

Aber ich will nicht jammern. Erfahrungsgemäß kommen irgendwann auch wieder bessere Zeiten. Für unser Haus wie für mein Schreiben. Wie für alles andere.

Okay, kommen wir zum Ende. Um den ganzen Staub, der bei so einer Renovierung nicht ausbleibt, aus dem Kopf zu pusten, sende ich euch noch ein wenig Musik hinten drein. Bitte laut stellen!

Habt noch einen schönen Sonntag!

Euer Michael

Fakt und Fiktion (21) 2018 hat was gegen mich

2018 hat was gegen mich.

Na ja, streng genommen gehöre ich ja zu den Menschen, die der Ansicht sind, dass grundsätzlich erst einmal jedes Jahr etwas gegen sie hat – bis sie vom Gegenteil überzeugt werden. Ihr wisst schon, das ist die Geschichte, dass man nicht von schlimmen Dingen überrascht werden kann, wenn man immer von den schlimmsten Dingen ausgeht.

Aber da mache ich einmal, ein einziges Mal, den Fehler, nicht sofort das Schlimmste anzunehmen und diese Gelegenheit nutzt 2018 hinterrücks, um mir einmal mit Anlauf in den Hintern zu treten.

So, nachdem wir jetzt alle zusammen eine Schweigeminute eingelegt haben, um diesen schlimmen Umständen würdig zu begegnen, kommen wir zu den Fakten.

Ich hatte es ja schon auf Twitter und in Auszügen auch gestern erzählt: Alles startete damit, dass meine Frau in ihrem Hobbyraum einen neuen Fußboden verlegen wollte/musste. Der Teppichboden war an einigen Stellen einfach durch, wie es nicht ausbleibt, wenn man viel mit einem Bürostuhl unterwegs ist und dabei immer wieder mal zwischen dem Schreibtisch, dem Tisch mit der Strickmaschine und diversen anderen Plätzen hin und her wandert.

Also haben wir uns bestmöglich vorbereitet, Materialien für einen neuen Boden gekauft und dann, an Silvester, wieso auch nicht, angefangen, das Zimmer leer zu räumen.

Ich hatte frühzeitig angekündigt, dass ich eigentlich keine große Lust hätte, die Sachen alle irgendwo nach oben im Haus zu schleppen und zu verteilen. Da ich von nur einer kurzen Renovierungszeit ausging, lautete mein Vorschlag, alles in mein Zimmer zu räumen, soweit der Platz denn eben reicht. Wie ihr den gestrigen Bildern entnehmen konntet, reicht der Platz ziemlich weit.

Gut, also streng genommen lag die erste unangenehme Überraschung noch in 2017, aber ich bin bereit, auch diese schon 2018 auf die Fahne zu schreiben. Die Schränke, die wir von der Wand rückten, zeigten im unteren Bereich leichte Verfärbungen. So, als ob dort Stockflecken dabei wären, sich aufs Ausbreiten und Blühen vorzubereiten.

Jeder, der schon mal mit den Themen Feuchtigkeit und Wachstum in den eigenen vier Wänden konfrontiert wurde, kann sich sicher vorstellen, wie groß unsere Begeisterung war. Zumal wir uns nicht so recht erklären konnten wie das passieren konnte.

Aber gut, erst einmal war ja Silvester und auch wenn wir keine große Feierlichkeit hatten, wollten wir uns doch einen netten Abend mit den Kindern machen.

Und dann, an Neujahr, schlug 2018 zum ersten Mal so richtig zu!

Ich saß an meinem PC, als die Tür aufging und meine Frau mit einem triumphierenden (ja, wirklich!) Gesichtsausdruck im Türrahmen stehen blieb. Mehr blieb ihr ja auch nicht übrig, denn zu zweit passen wir nicht mehr in mein Zimmer hinein 😉 .

Sie habe jetzt gefunden, woher die Verfärbungen kämen. Und zwar sei ihr aufgefallen, dass es an den Füßen ein wenig kalt ziehen würde. Daraufhin habe sie einmal eine der Fußleisten von der Wand gerissen (die sollten ja ohnehin mit dem Teppich verschwinden) und dahinter einen breiten Streifen „gar nichts“ vorgefunden.

Mit anderen Worten: Da hatte jemand zwar anscheinend eine Isolation an die Wand gebracht, aber die reichte nicht bis ganz zum Boden. Und damit konnte sich hinter der Fußleiste kalte Luft sammeln, die dann die Schränke erreichte und anfing, Schaden anzurichten.

Zu dem Zeitpunkt war ich schon bedient, denn wenn die Fußleisten bei meiner Frau nicht ganz dicht waren, dann sind sie das auch in meinem Zimmer nicht, wo der Teppich auf dieselbe Weise verlegt wurde. Und dabei hatte ich noch zwei Tage vorher gesagt, dass ich meinen Teppich auf jeden Fall behalten wolle …

Nun gut, oder auch, nun schlecht. Meine Frau meinte, wenn es sich wirklich nur um dieses kleine Stück fehlender Isolation handele, dann könne man mit ein wenig Bauschaum oder dergleichen daran gehen, die Lücke zu schließen und alles sei gut.

Aber dann: 2018, ihr wisst schon.

Am nächsten Tag, ich saß wieder auf der Arbeit, klingelte das Telefon. Meine Frau. Und ich hatte irgendwie vorher schon das Gefühl, dass da keine guten Nachrichten kommen würden. Es kamen auch keine. Sie hatte sich das Ganze noch einmal angesehen und auch mal dahinter gegriffen. Sie konnte dort die Platte ertasten, die zur Isolation verwendet worden war. Sie konnte sie ertasten und … nach oben schieben!

Wieder mit anderen Worten: Die „Isolation“, die da jemand an die Wand gebracht hatte, war alles andere als sicher, vollständig, oder auch nur wirklich isolierend. Denn sonst hätte sie sich nie im Leben bewegen dürfen.

Das war der Moment, in dem wir uns entschlossen, dass wir doch lieber mal jemanden einen Blick drauf werfen lassen sollten, der richtig Ahnung von der Materie hat. Wir sind aus insgesamt drei Wohnungen ausgezogen, weil es dort Probleme mit Feuchtigkeit gab. Da verliert man irgendwann jegliches Gefühl von „Spaß“, wenn es um solche Dinge geht – zumal, wenn auf einmal das eigene Haus gefährdet zu sein scheint.

Zum Glück hatten wir so einen Fachmann direkt an der Hand, weil der ab kommender Woche ohnehin bei uns einrücken und unsere Dusche neu verfliesen wird. Er kam, sah, traute seinen Augen nicht und sagte uns, dass das, was da verlegt worden war, alles war, nur keine Isolation. Da waren offensichtlich irgendwelche Gipsplatten an die Wand gebracht worden, zusammen mit Styropor (!). Ein perfekter Nährboden für Kälte, für Feuchtigkeit, wenn man lange genug wartet, auch für Schimmel.

Sein Rat daher: Alles rausreißen. Sowohl die Wandverkleidungen als auch die Holzdecke. Alles weg, um erst gar keinen potenziellen Nährboden zu bieten. Um ganz auf Nummer sicher gehen zu können, die glatten Flächen mit Silikatfarbe streichen. Klar, es gäbe auch schönere Methoden, aber die gingen dann richtig, richtig ins Geld. Gut, jetzt muss man dazu sagen, dass weder bei meiner Frau, noch bei mir, viel freie Wandfläche zu sehen ist. Also die Farbe.

Der Handwerker machte uns ein Angebot für die Arbeiten und die Entsorgung, die wegen der blöden Gipsplatten richtig teuer ist. Roundabout 1.200 Euro für jedes der beiden Zimmer.

Und 2018 so: Ha, ha, ha, ha, ha!

Okay, irgendwie schluckt man ja jede Kröte, die einem das Leben so hinwirft. Sogar die, dass das Ganze dann wesentlich länger dauern wird, als wir eigentlich gedacht hatten und insbesondere meine Frau jetzt mehr oder weniger beschäftigungslos in der Gegend herum sitzt.

Am vergangenen Mittwoch kam ich dann auf die Idee, ich könne ja mal ein Foto von dem Chaos in meinem Zimmer machen. So für den Blog, als nette kleine Kuriosität am Rande. Ihr ahnt schon, was passiert ist, oder? Könnt ihr es lachen hören?

Ich kam von der Arbeit nach Hause und hängte mein Smartphone an den Strom, weil der Akku nur noch zu 22% geladen war. Nach dem Abendessen nahm ich es vom Kabel und – alles blieb dunkel. Und blieb dunkel. Und wurde auch nicht wieder hell. Egal, was ich mit dem Gerät anstellte, nichts regte sich mehr. Nachdem es schon länger die eine oder andere Macke zeigte, war jetzt endgültig Schicht im Schacht.

Halten wir fest: Am 01.01. zeigte sich, dass wir im Keller meiner Frau ein Problem haben. Am 02.01. stand fest, dass es nicht ausreichen würde, einen neuen Fußboden und ein bisschen Bauschaum zu verlegen. Der 03.01. brachte die Gewissheit, dass wir sogar ein gewaltiges Problem in den beiden zu Wohnraum ausgebauten Kellern haben. Am selben Tag gab mein Smartphone seinen Geist auf. Das Angebot des Akustikbauers flatterte uns am 04.01. ins Haus und löst durchaus ein Seufzen aufgrund der zu erwartenden Kosten aus.

Der 05.01. und der 06.01. waren bis jetzt okay. Aber man weiß ja nie, was sich dieses Jahr noch so alles einfallen lässt.

Also wenn ihr in den Nachrichten hören solltet, dass aus heiterem Himmel ein Haus in Duisburg explodiert ist, und falls ich mich daraufhin hier nicht mehr zu Wort melden sollte, dann seid ihr jetzt in der Lage, die richtigen Schlüsse zu ziehen …

Das Chaos im Rücken

Heute mache ich mal nicht viele Worte, sondern lasse Bilder sprechen. Die Geschichte dazu erzähle ich vielleicht morgen – auf Twitter habe ich schon Andeutungen fallen lassen.

Die Kurzfassung lautet, dass das Zimmer meiner Frau einen neuen Fußboden bekommen soll und weil ich keine Lust habe, alles nach oben zu schleppen (unsere Räume liegen im Keller), habe ich ihr gesagt, dass wir, soweit möglich, alles Interieur in meinem Zimmer stapeln. Nun, wie ihr seht, hat das auch ganz gut geklappt:

Und so geht das bis in die Tiefe des Raums:

Eigentlich dachten wir, das wäre nur ein ganz kurzes Arrangement. Aber dann stellten wir fest, dass … nun ja, davon morgen oder spätestens Sonntag mehr.

Ich hätte euch schon früher Bilder zeigen wollen, denn so sieht das hier schon eine ganze Weile aus. Aber dann ging auch noch mein Smartphone hopps, so dass das Jahr 2018 wirklich sehr erfolgreich begonnen hat. Aber gut, lassen wir das.

Jetzt muss ich nur noch aufpassen, dass das Chaos nicht noch Eingang in meinen Kopf findet. Da ist es schließlich schon chaotisch genug 😉 .

Der Silvesterreport 2017: Der Traum lebt weiter

Ihr Lieben!

Und wieder ist ein Jahr zu Ende. Für viele Blogger und andere Menschen der Zeitpunkt, das vergangene Jahr mehr oder weniger umfangreich Revue passieren zu lassen. Auch ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, euch noch einmal auf eine Zeitreise mitzunehmen. Weiß Gott, es hat einiges in diesem Jahr gegeben, das für mich, für mein Schreiben, für meine persönliche Weiterentwicklung wichtig gewesen ist.

Ganz zu Anfang steht da natürlich die Unterschrift unter meinen ersten Verlagsvertrag für „Der Morgen danach“. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Erfüllung meines Traums. Oder die Anthologien, an denen ich teilnehmen durfte, das erste erhaltene Autorenhonorar. Der für mich ganz besondere Moment, als ich meine Geschichte „Aus Eiseskälte aufgewacht“ in Form einer inszenierten Lesung hören durfte.

Da war die Buchmesse und waren die Menschen, die ich dort getroffen und kennengelernt habe. Die ersten Erfahrungen in Sachen Lektorat. Vergessen wir auch nicht die Sache mit den Autorenfotos, die für mich wirklich eine Sache waren, die Überwindung gekostet hat.

Aber nein, ich möchte nicht in Erinnerungen schwelgen oder euch damit langweilen. Denn hat man erst einmal vier oder fünf Jahresrückblicke gelesen, dann hat man keine Lust mehr auf den sechsten. Kann ich verstehen, geht mir genauso.

Wagen wir also lieber einen Ausblick auf 2018. Und da kann ich nur sagen, ganz im Sinne der von mir gewählten Artikelüberschrift, dass der Traum weiter lebt.

Der Stein, den ich im Artikelbild habe, stammt aus dem Weihnachtsgottesdienst, den meine Familie und ich dieses Jahr besucht haben. Ich bin nun wirklich kein besonders gläubiger Mensch, aber der Botschaft dieses Steins, der mit seiner simplen Botschaft sowohl dazu auffordert, zu träumen, als auch Träumen an sich Bedeutung zumisst, konnte ich mich nicht entziehen.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Das war ursprünglich nicht mehr als nur ein Name, eine Idee, eine Werbezeile. Erst im Laufe der Zeit wurde der Traum konkreter, vielschichtiger, veränderte sich. Mir geht es nicht mehr „nur“ darum, ein Buch zu veröffentlichen. Wenn es das wäre, dann könnte ich mich jetzt zurücklehnen und darauf warten, dass „Der Morgen danach“ irgendwann das Licht der Welt erblickt.

Aber nein, das ist es nicht mehr, was ich will. Mein Traum ist gewachsen, hat an Gewicht und an Gestalt gewonnen. Ich möchte weiter gehen, möchte die Grenzen austesten. Deswegen auch die Bewerbung mit „Der Beobachter und der Turm“, die ich lange vor mir her geschoben habe.

Ich weiß jetzt, dass ich mich stellenweise selber blockiert habe und bin mir durchaus bewusst, dass ich das auch in der näheren Zukunft noch das eine oder andere Mal tun werde. Aber, hey: So bin ich halt und die erste Lektion ist es, zu akzeptieren, wie man ist.

Und zu träumen. Aber dann auch etwas zu versuchen, um den Traum Realität werden zu lassen.

Der Weg, der vor mir liegt, ist sicherlich kein einfacher und kein geradliniger. Es wird weiter Rückschläge geben, so wie es sie auch in 2017 gegeben hat. Ich habe in diesem Jahr keinen einzigen Roman fertig geschrieben. Weder einen kurzen, noch einen langen. Klar, das kann ich durch zahlreiche und umfangreiche Überarbeitungen rechtfertigen. Aber es fühlt sich dennoch wie ein Rückschlag an.

Aber auch hier kommt es darauf an, den Weg weiter zu gehen. Und wenn ich irgendwo mal eine Sackgasse habe, dann drehe ich um und versuche eine andere Strecke. Die heiligen drei Könige aus der biblischen Geschichte folgten einem Stern. Ich folge einem Traum.

Ich weiß nicht, wohin er mich 2018 führen wird. Das ist das schöne daran. Das hält die Spannung am Leben, die gerade zum Autorendasein dazu gehört. Damit wir selber in der Lage sind, neue Spannung zu erzeugen und an unsere Leser mit unseren Geschichten zu übergeben.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Und von dem danach. Und dem darauf folgenden.

Und ich freue mich, euch an meiner Seite zu haben und euch von diesem Traum erzählen zu dürfen. Ich wünsche mir, dass ihr alle gut in das kommende Jahr hinein gelangt, dass ihr dort eure Träume nehmt und versucht, sie in die Tat umzusetzen. Wenn selbst ich das versuchen kann, dann schafft ihr das allemal.

In diesem Sinne sagen wir gemeinsam „Tschüss 2017“ und „Hallo 2018“.

Mal sehen, wohin uns unsere Träume führen werden.

Alles Liebe!

Euer Michael

Frohe Weihnachten 2017

Ihr Lieben!

Ich möchte nicht viele Worte machen, weil ich weiß, dass die meisten von euch noch in den letzten Vorbereitungen für den Braten, die Kirche, die Geschenke oder die Tannenbaumspitze sind.

Weihnachten ist ja immer so ein Moment, um kurz inne zu halten, Luft zu holen und dann ganz langsam auszuatmen. Zur Ruhe zu kommen. Deswegen möchte ich diese Stimmung nutzen, um mich bei euch einmal für die zurückliegenden Monate zu bedanken, in denen ihr mir und meinem kleinen Blog die Treue gehalten habt, mit mir durch Hochs und Tiefs gegangen seid und euch so allerlei krude Gedanken von mir durchgelesen habt.

Ich bin froh – und das sage ich nicht so dahin – dass ich euch habe. In einigen Momenten, in denen ich beinahe die ganze Sache dran gegeben hätte, habt ihr mir neuen Mut gegeben. Die Kraft, weiter zu machen.

Ich wünsche euch, euren Familien, euren Liebsten und allen, die euch wichtig sind, ein frohes, schönes und besinnliches Weihnachtsfest 2017. Verbringt ein paar schöne Tage und dann sehen wir uns alle auf der anderen Seite der Stillen Nacht wieder, wenn ihr mögt.

Ich mag jedenfalls!

Euer Michael