NaNo Tag 10: Worüber rege ich mich eigentlich auf!?

Gerade gestern habe ich euch ein dramatisches Bild von meiner Lage in Hinblick auf den NaNo gezeichnet. Wie ich dann später in den Kommentaren zu Evanesca Feuerblut sagte, verfolge ich in diesem Jahr aus irgendeinem Grund meine eigenen Statistiken nicht mit der Akribie, wie ich es in der Vergangenheit gerne getan habe.

Nun – hätte ich es mal getan! Denn dann hätte ich beizeiten festgestellt, dass ich, nachdem ich heute mein Tagessoll erreicht hatte, einen Puffer von ziemlich genau 3.000 Wörtern herausgeschrieben habe. Die NaNo-Seite gibt schließlich genauen Aufschluss darüber, wieviel man schon geschrieben hat, wie viel man noch schreiben muss und an welcher Stelle im Schreibprozess man sich gerade befindet.

Heute fiel mir das Schreiben übrigens sehr leicht!

Im Moment bin ich ja, sozusagen, bei der Einführung meiner Charaktere. Das mag jetzt komisch klingen, in Anbetracht der Menge, die ich schon geschrieben habe, aber es ist meinem Aufbau geschuldet.

Ich habe im Moment praktisch zwei Erzählstränge, von denen einer in der Gegenwart und einer in der Vergangenheit spielt. Ihr kennt ja schon die Besonderheit meines Protagonisten Samuel Liebenthal, der ein verhinderter Geisterjäger ist, oder vielmehr so tut.

In der Gegenwartshandlung wird er zu einem neuen Fall gerufen und es geht darum, was bei seinem Auftraggeber geschieht (das ist der Erzählstrang, der ursprünglich mal die Kurzgeschichte werden sollte). Darin eingebettet sind immer wieder Einsprengsel die zeigen, wie und wieso aus Samuel das geworden ist, was er nun ist. Auf diese Weise liefere ich am Anfang praktisch einen Geisterfall „gratis“ mit und vermittle einiges an Hintergrundwissen, ohne zu einem Infodump greifen zu müssen.

Und beide Stränge sind jetzt so weit gediehen, dass die Haupthandlung in der Gegenwart bald richtig losgehen kann.

Doch, ich kann nach wie vor sagen, dass der Roman mir eine Menge Spaß macht. Er ist mal wieder etwas Neues, was ich so vorher noch nicht geschrieben habe. Und ich mag Experimente :-).

Der Startschuss ist gefallen: Der NaNoWriMo2016 läuft

Und ich laufe wider Erwarten mit.

So ganz kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich mich dann doch dazu durchgerungen habe, dieses gleichzeitig wahnwitzigste und inspirierendste Schreibevent auch dieses Jahr wieder in Angriff zu nehmen.

Wir erinnern uns noch, was letztes Jahr passierte: In einer Hauruck-Aktion stellte der liebe Michael das Romanmanuskript „Der Beobachter und der Turm“ bis zur Monatsmitte fertig, um dann den Rest der Zeit mit der Novelle „Die Welt der stillen Schiffe“ zu verbringen, die sich zu einem vollständigen Roman auswuchs. Ihr kennt das.

In diesem Jahr war es eine Kurzgeschichte, die vielleicht so um die 2.500 Worte haben sollte, die sich nicht im Zaum halten ließ. Und so entsteht jetzt mit „Der Goldene Tod“ ein neuer Roman, was ich ziemlich aufregend finde.

Für diejenigen, die letztes Jahr noch nicht dabei waren und sich fragen, was es mit diesem NaNoWriMo auf sich hat, hier noch einmal kurz die Rahmenbedingungen:

Jedes Jahr vom ersten bis zum dreißigsten November machen sich weltweit viele Millionen (na gut, ein paar hunderttausend werden es sein) Menschen daran, einen Roman zu schreiben, der mindestens 50.000 Wörter umfasst. Beginnend mit dem ersten und endend mit dem dreißigsten November soll so ein Manuskript im ersten Entwurf entstehen, das im Optimalfall auch abgeschlossen ist. Na gut, das schaffe ich sowieso nicht.

Wichtig ist aber, dass man dieses Pensum nur mit einer hohen Selbstdisziplin erreichen kann. Schließlich muss man, ganz einfach gerechnet, runde 1.667 Wörter pro Tag schreiben, um am Ende auf dem Siegertreppchen zu stehen. Zu gewinnen gibt es nichts, außer dem guten Gefühl, es sich selbst bewiesen zu haben.

Und eben dem guten Gefühl, einen Roman geschrieben zu haben :-).

Dieses Gefühl hatte ich bis jetzt zwei Mal, nämlich in 2015, wie schon erwähnt, mit „Der Beobachter und der Turm“ und in 2012 mit „Der Ruf des Hafens“. Jetzt soll „Der Goldene Tod“ das Duo zum Trio machen.

Der Startschuss ist gestern gefallen und dadurch, dass in Nordrhein-Westfalen ein Feiertag war, hatte ich viel Zeit zum Schreiben. So habe ich gestern runde 4.200 Wörter geschrieben, was mir bereits ein schönes Polster verschafft. Denn über eines muss man sich im NaNo immer im Klaren sein: Es werden Tage kommen, an denen es nicht gut läuft, man keine Lust oder keine Zeit hat. Da ist es dann wichtig, dass man sich beizeiten Reserven angelegt hat, von denen man zehren kann.

Aber ich weiß auch, dass es jetzt so nicht weitergehen wird, auch wenn der Gedanke „nur noch 12 Mal so viel, dann hast du es geschafft“ schon irgendwo durch das Hirn geistert. Der NaNo ist eine Langstrecke, ein Marathon. Man darf sich nicht zu früh total verausgaben.

In diesem Sinne werde ich mal schauen, was ich heute so zustande bringe. In meiner Mittagspause habe ich schon ein wenig weiter geschrieben und kann sagen, dass ich mit dem Anfang meines Romans zufrieden bin.

Und das ist doch die Hauptsache, nicht wahr?

Ich denke, ich werde euch hier an dieser Stelle jetzt aber nicht jeden Tag mit aktuellen Zahlen auf die Nerven fallen. Das mache ich dann einmal in der Woche im Sonntagsreport. Aber hin und wieder bekommt ihr mit Sicherheit etwas über den Fortlauf des Projekts erzählt. Macht euch darauf gefasst! 🙂

Der Beobachter, der Turm und der Rasenmäher

Wie ihr wisst, habe ich mich in der vergangenen Woche sehr intensiv mit meinem Manuskript beschäftigt. Ich habe ja sehr hilfreiche Hinweise und Vorschläge von meinen Testlesern erhalten. Und ein Hinweis, der immer wieder geäußert wurde, war, dass ich doch an der einen oder anderen Stelle bitte noch ein wenig oder ein wenig mehr kürzen solle.

Dazu muss ich sagen, dass ich nie ein besonders guter Kürzer war. Ich war mehr der Typ des vor sich hin schwadronierenden Autors, der seinen Personen gerne ausschweifende Gedankengänge mit auf den Weg gibt und jede Szene bis in die letzte Ecke ausleuchtet.

Aber ich habe in diesem Jahr viel dazu gelernt.

Am meisten hat mir die Arbeit an den verschiedenen Anthologiegeschichten gebracht, die ich geschrieben habe. Wenn die Voraussetzung für die Teilnahme lautete, dass der Text nur zehntausend Zeichen haben darf, ich aber fünfzehntausend geschrieben hatte, dann musste ich mich von einem Drittel meines Textes trennen.

Und dann ging es mir wie in dem Schlager besungen: »Beim ersten Mal tat’s noch weh, beim zweiten Mal nicht mehr so sehr und heut‘ weiß ich daran stirbt man nicht mehr.«

Also habe ich den imaginären Rasenmäher wieder hervorgeholt, der mir neulich ja schon so gute Dienste geleistet hatte, und bin damit auf meinen „Beobachter“ losgegangen. Das Ergebnis, das nun vorliegt, überrascht mich selbst ein wenig.

Das Manuskript, das seinerzeit an die Testleser herausging, umfasste 132.484 Wörter. In Normseiten umgerechnet waren das, laut Papyrus, ca. 541.

Nachdem ich gestern Abend den Rasenmäher wieder in den Schuppen zurückgerollt hatte und mir mein Werk so besah, schaute ich nur noch auf 103.398 Wörter oder umgerechnet 432 Normseiten.

Innerhalb einer Woche und eines einzigen Bearbeitungsvorgangs habe ich meinen Text also um 109 Normseiten bzw. 29.086 Wörter entschlackt.

Und ja, ich meine wirklich entschlackt, denn es ist kein einziges Wort weggefallen, von dem ich glaube, dass es wirklich wichtig für die Handlung gewesen ist. Im Gegenteil, an der einen oder anderen Stelle hätte ich gerne noch weiter gekürzt, möchte das jetzt aber erst noch einmal genauer mit den Anmerkungen der Testleser abgleichen.

Meine Überarbeitung ist noch nicht zu Ende. Leider immer noch nicht zu Ende, kann ich wohl sagen. Aber ich habe einen großen Brocken geschafft und festgestellt – das ist das Wichtigste! – dass mir „Der Beobachter und der Turm“ als Roman immer noch Spaß macht.

Jetzt geht es ans Feintuning, bevor der Roman dann endlich, endlich ins Lektorat wandern kann. Aber ich bin nicht so größenwahnsinnig, da einen konkreten Termin für zu nennen. Im Moment überarbeite ich mir sprichwörtlich die Seele aus dem Leib und ich weiß, dass ich das nicht ewig durchhalten kann. Da muss ich realistisch sein.

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

Wie viele Protagonisten gibt es in meinen Romanen?

Hallo zusammen!

Jede Woche veröffentlicht der Autor Richard Norden interessante Artikel rund um das Schreiben auf seinem Blog. Vergangenen Samstag ging es bei ihm um ein Thema, das den kleinen Statistiker (hört sich irgendwie pervers an, findet ihr nicht auch?) in mir angesprochen hat.

Es geht darum, wie viele Protagonisten ein Roman vertragen kann. Um nicht Nordens kompletten Artikel hier zu zitieren, den ihr euch dringend selbst durchlesen solltet, gebe ich nur eine Kernaussage wieder:

Derzufolge kommt es bestenfalls nicht, oder nur in klar umrissenen Ausnahmefällen, vor, dass ein Roman mehr als einen Protagonisten besitzt. Und das ist derjenige, der die größte Veränderung, den größten Konflikt, den größten Einsatz zu verzeichnen hat. Auch in Geschichten, die man als Film im „Buddy-Sektor“ verorten würde, oder selbst bei Liebesgeschichten, gibt es immer die eine Figur, die der zentrale Mittelpunkt der Handlung ist. Auch bei den meisten Heldenteams ist dies der Fall.

Die anderen Charaktere sind dann Sidekicks, Wegbegleiter oder manchmal auch simple Stichwortgeber.

Eine klare Ausnahme lässt Richard Norden nur für wirklich epische Geschichten gelten. Er nennt hier „Das Lied von Eis und Feuer“ als Beispiel, der Mehrheit inzwischen eher unter dem Namen „Game of Thrones“ bekannt. Ich würde sagen, dass generell bei Romanserien, die sich um eine Heldengruppe (wobei die Helden ja keine Helden sein müssen) drehen, in verschiedenen Einzelromanen die Gewichtung stärker auf verschiedenen Protagonisten liegen kann.

Wie gesagt, die Vorteile und Nachteile zu beschreiben, das kann Richard Norden besser als ich. Ich nutze die Gelegenheit dazu, einen meiner gefürchteten Blicke auf mein eigenes kleines Bücherregal zu werfen, in dem die von mir geschriebenen Romane stehen.

Aber keine Sorge, ich versuche, mich kurz zu fassen ;-)!


Silverstar I: Angst im Perseus-Spiralnebel
Mit diesem Band werden die meisten der Protagonisten eingeführt, die mich durch meine vielbändige Science-Fiction-Serie führen sollten. Es gibt eine klare Hauptfigur, die man übergreifend über alle Bände auch als Serienprotagonistin bezeichnen könnte. Wobei sie in einigen Bänden in den Hintergrund tritt/getreten wäre.

Silverstar II: Expedition durchs All
Wie das so ist in Serien, kommen hier noch zwei weitere Protagonisten hinzu. Am Fokus auf die eine zentrale Protagonistin ändert das allerdings zunächst nichts.

Silverstar III: Final Star
Dies ist der erste Roman der Serie (und gleichzeitig auch der letzte), in dem eine der anderen Figuren stärker in die Rolle des Protagonisten rückt. Man merkt der Geschichte allerdings auch an, dass sie dadurch zwar rasanter wird, aber eben jenen Fokus ein wenig verliert.

Lichter
Der Roman ist komplett aus der Sicht des Protagonisten geschrieben – mit kleinen Ausnahmen gen Ende, die aber nichts daran ändern, dass es immer um den einen zentralen Charakter geht.

Different Stories
Die Novellensammlung hat in allen drei Geschichten eine klare Hauptfigur, auf deren Schulter die Handlung liegt.

Es zwingt einen dazu
Die Handlung folgt vollständig einer Person, es gibt keine Szenen ohne sie. Auch ein deutliches Signal im übrigen dafür, dass diese Person der absolute Protagonist sein muss und, sozusagen, niemanden neben sich stehen hat.

Die dreisten Drei und ein blubberndes Geheimnis
Dem Namen nach sind hier zwar drei Kinder gleichberechtigt, es gibt aber eine deutliche Wortführerin – womit die Geschichte im Übrigen ganz in der Tradition so ziemlich jeder anderen Jugendserie (die daraus vielleicht mal geworden wäre) steht, wie mir gerade auffällt.

Der Morgen danach
Es gibt einen deutlichen Handlungsträger, der sogar über weite Strecken der Handlung ganz auf sich gestellt agiert. Vielleicht der deutlichste unter all meinen Protagonisten.

Der Rezensent
Die Handlung dieses Thrillers wird maßgeblich zwar durch andere Charaktere vorangetrieben, nicht zuletzt natürlich durch den Antagonisten, wie es sich für einen Thriller gehört, aber der Fokus liegt klar auf einer Hauptfigur, der später ein Sidekick beiseite gestellt wird.

Das Haus am See
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, bietet allerdings durch sein enormes Personal eine ganze Menge an anderen Personen mit, welche die Handlung beeinflussen und welche auch den Protagonisten beeinflussen.

Der Ruf des Hafens
Auch diese Horrorgeschichte hat einen klaren Protagonisten – mit einer starken Frau an seiner Seite, aber eben „nur“ an seiner Seite.

Darkride
Wie es sich für einen guten Krimi gehört, gibt es hier natürlich den Ermittler als einzigen echten Protagonisten zu verzeichnen. Zu ihm gehören, ebenfalls wie in den meisten guten Krimis, ein Sidekick, eine starke Partnerin und ein nervender Chef. Die einen nennen es Klischees, die anderen notwendige Zutaten ;-).

Der Redner
Das ist in der Tat ein Sonderfall, bei dem ich mich schwer tue, den einen Protagonisten zu benennen. Ich habe drei Figuren, die über weite Strecken des Romans alleine agieren und sich erst später zusammentun. Allerdings, bei strenger Auslegung von Richard Nordens „Regeln“, komme ich zu dem Schluss, dass der Reporter Kevin Ryason der Protagonist sein muss. Er macht die ersten seltsamen Beobachtungen und hält später in der Handlung die Fäden zusammen.

Der Beobachter und der Turm
Ganz klarer Fall: es gibt nur einen Protagonisten und der heißt Richard Lenhard. Auch wenn im zweiten Handlungsabschnitt die hier bereits einmal erwähnten Polizisten in den Fokus rücken, bleiben diese – wichtige – Nebenfiguren.

Die Welt der stillen Schiffe
Wieder ein Ensemblestück, bei dem aber alleine durch die Ich-Perspektive absolut unstrittig ist, wen man als die Hauptperson anzusehen hat.


Fazit:

Nicht nur, dass ich Richard Norden in seiner These generell zustimmen möchte, rein intutiv habe ich mich in den meisten Fällen auch an sie gehalten. In den meisten meiner Romane gibt es genau einen wirklichen Protagonisten, mit dem sich der Leser, wenn es gut läuft, identifizieren kann.

Wobei wir natürlich alle wissen, dass es auch gute Nebenfiguren sein können, die uns besonders ans Herz wachsen und wichtig für uns werden. Aber das ist dann wiederum eine andere Geschichte, für einen anderen Tag.

12.11.2015 – 22.05.2016

159.674 Wörter auf 659 Normseiten

Geschrieben in der Zeit zwischen dem 12.11.2015 und dem 22.05.2016.

… weil das ja so ein kleines Projekt war, um die letzten paar Tage vom NaNoWriMo 2015 auszufüllen.

„Die Welt der stillen Schiffe“ – fertig!

Der Autor – gut gelaunt, aber geschafft!

Habt einen schönen Abend! Ich denke, ich werde euch morgen noch einmal mehr zum Thema erzählen. Und auch dazu, wie es jetzt bei mir weitergehen wird!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 27. Woche

Die zentrale Frage, die sich rund um diesen Beitrag windet ist: wird es das letzte wöchentliche Update zu diesem Roman sein, der mich schon viel, viel länger beschäftigt, als ich es mir vorab jemals hätte vorstellen können?

Ja, ich bin soweit, dass ich das Ende des Tunnels nicht nur sehen, sondern sogar schon die Wärme der hereinfallenden Sonnenstrahlen spüren, die Vögel singen hören und den Blumenduft riechen kann. Oder, um es vollkommen nüchtern auszudrücken: es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht im Laufe der nächsten paar Tage fertig werde.

Wir sind eine lange Strecke gegangen, dieser Roman und ich. Und auch wenn ich noch nicht die berühmten letzten Worte darüber verlieren möchte, kann ich doch sagen, dass ich auch ein wenig stolz auf mich bin, es hingekriegt zu haben. Stellenweise, unterwegs, hatte es sich für mich nicht so angefühlt, als ob ich den Weg finden würde, der mich durch meine Ideen, Vorstellungen und Ambitionen führen würde.

Was bleibt über die vergangene Woche zu erzählen: ich habe den Showdown unter Dach und Fach. Dafür habe ich jeden Tag in dieser Woche geschrieben, mit einer Konstanz, die ich nicht anders als mit „wäre es doch immer so!“ bezeichnen kann.

Was jetzt noch fehlt ist sozusagen ein Epilog. Aber es ist kein echter Epilog, sondern es ist der Part, der sozusagen das Schleifchen um die gesamte Handlung bindet. Schließlich sind wir hier nicht in irgendeinem billigen Actionfilm, bei dem direkt nach Abschluss der letzten Schießerei der Abspann zu rollen beginnt ;-).

Also: drückt mir die Daumen, dass ich nicht jetzt noch krank werde, oder mir die Finger breche, oder spontanen Gedächtnisverlust erleide. Dann kann es gut sein, dass ich mir in Zukunft für meine Donnerstage wieder andere Beiträge ausdenken muss, als Statusupdates ;-).

„Die Welt der stillen Schiffe“ umfasst jetzt 151.981 Wörter auf 627 Normseiten. Aber höchstens noch für fünf Minuten, dann wird es mehr werden *g.

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 26. Woche

Bis heute Morgen war ich der festen Überzeugung, euch heute nichts anderes berichten zu können, als dass von der Euphorie der letzten Woche in Bezug auf die Fertigstellung dieses Romans nicht viel übrig geblieben ist. In der Tat hatte ich die ganze Woche nichts geschrieben. Ich habe ja davon und von den Gründen erzählt.

Wann immer ich das Manuskript in der Textverarbeitung geöffnet hatte, habe ich mich gefragt, wie es an dieser Stelle jetzt weitergehen soll. Ich meine, ich wusste natürlich von der Geschichte her, was jetzt kommt, was kommen musste. Aber manchmal tue ich mich am Ende schwer damit, jetzt auch wirklich die Richtung einzuschlagen, die auf den Abschluss hin läuft. Ich schlage dann gedanklich noch einen Haken und noch einen Haken. Und das führt dazu, dass ich mich manchmal gar nicht mehr traue, noch irgendwas hinzuschreiben.

Man könnte es auch eine selbstgemachte Schreibblockade nennen.

Aber heute dann, fragt mich bitte nicht, woran es gelegen hat, denn ich kann es nicht sagen, hat mich so eine Art Aktionismus gepackt. Und dieser Aktionismus brüllte mir quasi ins Gesicht: „Jetzt fängst du damit an, das Mistding fertig zu schreiben!“

Und das habe ich getan. Es geht jetzt kein Weg mehr daran vorbei, dass ich mich dem Ende des Romans nähere. Keine Haken mehr möglich. Keine Ausflüchte mehr. Nur noch das blanke Erzählen dessen, was noch zu erzählen ist. Und egal, ob es gut ist oder weniger gut, es wird jetzt geschrieben.

Vielleicht wird es mich noch eine Woche kosten. Vielleicht auch noch zwei. Aber es gibt jetzt keine Gründe mehr, mich zögern zu lassen. Alle Weichen sind gestellt. Und wenn mir noch ein paar platte Vergleiche einfallen sollten, dann lasse ich es euch wissen.

Natürlich ist „Die Welt der stillen Schiffe“ kein Mistding. Es ist eine recht gute Geschichte, die als seichtes Abenteuer begann und dann auf einmal, während ich es schrieb, zu einer Aussage fand, die ich noch stärker im zweiten Entwurf herausarbeiten möchte. Aber ich könnte mir vorstellen, dass selbst Literaturnobelpreisträger bei ihren prämierten Werken irgendwann an der Stelle waren, wo sie das Ding einfach nicht mehr sehen konnten.

Und ich bin es offen gestanden leid, die Zahl im Titel des Beitrags immer um Eins zu erhöhen. Nennt mich oberflächlich, nennt mich hart zu mir selbst.

Anyway, das Manuskript umfasst jetzt 141.435 Wörter auf 585 Normseiten. Heute kamen 3.280 dazu. Und fragt mich bitte auch nicht, wie ich das in der sehr beschränkten Zeit, die mir zur Verfügung gestanden hat, hinbekommen habe. Denn auch dazu hätte ich keine Antwort.