“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 24. Woche

Und schon wieder ist eine Woche um. Aber da die mich in Sachen „Roman schreiben und langsam mal fertig werden“ echt weitergebracht hat, will ich mich mal nicht beschweren. In der Tat habe ich in den letzten Tagen über 10.000 Wörter geschrieben. Ja, das ist verglichen mit einigen anderen Großtaten nicht viel und würde z.B. nie für den NaNoWriMo reichen, aber der wäre dann ja auch erst wieder im November. Für mich ist wesentlich wichtiger, dass ich, wenn ich jetzt nicht noch wieder einknicke, mein eigenes Monatsbestergebnis bisher aufstellen werde. Nachdem es im Februar und März ja nur jeweils knapp über 10.000 Wörter waren, tun mir diese 32.xxx Wörter richtig gut!

Ansonsten habe ich mal wieder mein Konzept für das Romanende ein wenig angepasst. Das wurde nötig, als ich an einer Stelle war, an der ich nicht so richtig wusste, wie ich das Unbeschreibliche beschreiben sollte. Ich schrieb ja hier schon davon. Die Seiten, die ich danach schrieb, verändern aber das gesamte Schlusssetting – und geben ihm ein wenig mehr Drive, wie ich mir vorstellen könnte.

Übrigens steuert das Schiff meiner Protagonisten, die Olde Deern, gerade im wahrsten Sinne des Wortes auf das Romanende zu ;-).

Ich finde im Moment guten Zugang zur Geschichte, was mich positiv stimmt. Genauso wie die Tatsache, dass ich nie aufgehört habe, an ihr zu arbeiten. Ich weiß, dass ich nach der Fertigstellung des ersten Entwurfs noch viel daran zu tun haben werde, aber das sind dann Arbeiten, die nun einmal nötig sind. Aber vielleicht überrasche ich mich ja auch selber damit, wie gut das alles geworden ist – wer weiß!?

Insgesamt umfasst „Die Welt der stillen Schiffe“ jetzt jedenfalls 129.146 Wörter auf 535 Seiten.

Wenn ich jetzt nicht wieder komplett den Faden verliere, könnte ich in zwei bis drei Wochen fertig sein, fällt mir gerade so auf. Finde ich das cool – oder wird mir doch eher gerade schwummrig? Muss wohl daran liegen, dass Bettzeit ist. Ich wünsche euch allen eine gute Nacht!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 23. Woche

So manches Mal ist es sehr fragil, ob eine Schreibwoche zu einem Erfolg, einem Neutrum oder einem totalen Reinfall wird. Wie ich diese Woche ja durch die Blume habe durchblicken lassen, habe ich momentan mit Dingen zu tun, die nicht eben förderlich sind für mein Schreiben. Und das sorgt auch dafür, dass ich wieder mit einem massiven Einbruch der Produktivität zu tun gehabt habe.

Wisst ihr, manchmal denke ich an die alten Dichter und Autoren, denen ja oft eine gewisse Schwermut nachgesagt wurde, die sie vielleicht daran gehindert hat, mehr aus sich herauszuholen, oder mehr zu veröffentlichen. Manchmal bin ich mir nicht so sicher, ob ich nicht auch an dieser etwas romantischen „Krankheit“ leide.

Aber lassen wir die unnötigen Vergleiche. An mir ist sicherlich kein Dichter verloren gegangen und der Autor will auch noch erst richtig geschliffen und erschaffen werden.

Was ich auf jeden Fall positiv herausheben kann ist, dass ich mich, wenn auch mit Schwierigkeiten, zum Schreiben antreiben kann. So habe ich heute alleine in etwas über einer halben Stunde um die 1.600 Wörter geschrieben. Was mich dann doch noch einigermaßen mit der Schreibwoche versöhnt hat.

Bei meinen Helden hat es gerade tierisch geknallt, Wege trennen sich und doch bleiben die Ziele dieselben. Lange wird es nicht mehr dauern, dann wird es sich entscheiden, ob man sie erreichen kann – oder auch nicht.

„Die Welt der stillen Schiffe“ hat im Moment 118.959 Wörter auf 493 Normseiten. Das Reißen der 500er-Marke ist also nur noch eine Frage der (kurzen) Zeit.

So, für mich wird es Zeit, Kraft für den neuen Tag tanken zu gehen. Schlaft gut und den Mondsüchtigen unter euch wünsche ich, dass ihr beim Schlafwandeln nicht gegen irgendwelche Schränke oder Türrahmen knallt ;-).

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 22. Woche

Heute Abend macht es mir zum ersten Mal seit längerem wieder richtig Freude, euch mit einem Update zum Fortschritt meines jüngsten Romanprojekts zu versorgen :-). In der letzten Woche ist es so richtig, richtig gut gelaufen und ich komme dem Ziel der Handlung mit großen Schritten näher. In solchen Momenten frage ich mich, ob ich nicht doch noch einmal versuchen sollte, eine Romanhandlung vor dem Schreiben von A bis Z durchzuplanen, um immer genau zu wissen, an welchem Konzept ich mich entlang zu hangeln habe. Aber wenn ich daran denke, dass ich mein Schlussexposé auch schon wieder zweimal umgeschrieben habe …

Anfang der Woche habe ich ja damit gehadert, ob ich an „Die Welt der stillen Schiffe“ weiterschreiben soll, oder ob ich die Priorität auf „Der Beobachter und der Turm“ lege. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass im Augenblick die „Schiffe“ leicht vorne liegen. Das hat einen ganz praktischen Grund: an ihnen kann ich auch mittags, während meiner Pause, auf der Arbeit schreiben. Für die Überarbeitung des „Beobachters“ bin ich auf meinen PC angewiesen, weil ich auf der Arbeit Papyrus weder installieren, noch vom USB-Stick ausführen kann. Es würde mir also gar nichts bringen, wenn ich mich da zurücknehme. Und das bisschen, was ich abends noch so schreibe, das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett.

Ich werde jetzt nicht den Fehler machen und irgendwelche Prognosen dazu abgeben, wie lange ich noch für das Manuskript brauchen werde, oder wie viele Wörter es am Ende umfassen wird. Beides wäre nach den vergangenen Wochen und Monaten, in denen zu häufig Schmalhans Küchenmeister war, verfrüht und verfehlt. Aber ich bin unglaublich motiviert und das ist ja nun nicht die schlechteste Voraussetzung für einen Romanentwurf, meint ihr nicht auch?

In der vergangenen Woche habe ich jedenfalls 16.330 Wörter geschrieben. Das sind fast so viele, wie vorher in Februar und März zusammen! Insgesamt hat „Die Welt der stillen Schiffe“ jetzt 113.278 Wörter auf 470 Normseiten. Und meine Protagonisten erleiden gerade einen herben Rückschlag, der sie zum Umdenken zwingen wird. Ob ihnen da was Gutes einfällt? Nun, wir werden es erleben!

Ich wünsche euch jedenfalls noch einen angenehmen Abend! 🙂

Ein kleiner und ein großer Meilenstein

Guten (späten) Abend, ihr Lieben!

Normalerweise beginne ich um diese Zeit damit, mich langsam aufs Bettchen vorzubereiten, weil ich Morgens wieder früh raus will/muss. Aber da meine Frau noch beruflich unterwegs ist, habe ich die Gelegenheit, von meinem Schreibwochenende zu berichten. Und an diesem Wochenende hat es einen kleinen und einen großen Meilenstein gegeben.

Der kleine Meilenstein wäre eigentlich, in anderen Zeiten, keine Erwähnung wert gewesen. Aber so wenig, wie ich in letzter Zeit an meinen Texten geschrieben habe, finde ich es schon bemerkenswert und – ganz ehrlich gesagt – unglaublich erleichternd, dass ich mehr als 3.000 Wörter an einem Tag geschrieben habe! Das hat es zuletzt im Januar gegeben und auch wenn es nicht darum geht, Rekorde zu brechen, hatte ich doch das Gefühl, es im Moment einfach nicht mehr „drauf“ zu haben. Aber beflügelt durch die Manuskriptstelle, an der ich gerade bin, hat es dann sehr gut geklappt!

Übrigens hoffe ich, dass niemand mir Stilbruch vorwirft, weil dieser Schreibtag in der Handlung mit einer Vertreibung aus der Heimat begann und mit einer fliegenden Untertasse endete. Neugierig, wie das zusammenpasst? Wartet auf den Roman! 🙂

Der hat auch einen Meilenstein hinter sich gebracht, den ich nicht kommen gesehen habe, als ich im November nur noch die „18.000 Worte, die mir zum NaNo-Ziel fehlen“ schreiben wollte. „Die Welt der stillen Schiffe“ liegt jetzt bei über 100.000 Wörtern. Eine Grenze, die vielleicht nicht viel aussagt, qualitativ schon mal gleich gar nicht, die ich aber trotzdem immer wieder wie eine Schallmauer betrachte.

Ja, und so gehe ich einigermaßen optimistisch in die kommende Woche. Ich bin gespannt, wie viel ich in der Lage sein werde, entlang meines Schlussexposés zu schreiben. Die erste unerwartete Abweichung habe ich schon produziert :-D!

Ich werde jetzt noch ein wenig lesen und auf meine Frau warten. Dann ein rasches „Gute Nacht“ und ab in die Heia.

Wir lesen uns!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 21. Woche

Das Wort zum Donnerstag, aus technischen Gründen heute mal wieder am Freitag.

Ich muss gestehen, ich hatte schon beinahe das Gefühl, wieder einmal an einer leichten Form der Schreibblockade zu leiden. Nachdem ich ja schon, wenn ich ehrlich bin, den Entschluss meines Urlaubs vom Schreiben nicht so ganz freiwillig, sondern mehr auf Basis von akuter Erschöpfung getroffen hatte, musste ich auch zu Beginn dieser Woche feststellen, dass es mir leichter fiel, über das Schreiben zu schreiben, als es wirklich zu tun.

Da saß ich denn also mit meinem wunderbar ausgestalteten Schlussplot von „Die Welt der stillen Schiffe“ und musste nur noch zu schreiben beginnen.

„Nur noch“. Zwei ebenso verdammenswerte Worte wie „einfach mal“. Wenn man erst mal angefangen hat, damit ein Problem zu haben, dann kann man nicht einfach mal nur noch mit dem Schreiben anfangen!

Nun, aber was soll ich lange klagen. Ich habe es ja gestern schon über Twitter verkündet: ich habe wieder einen Zugang zu meinem Stoff gefunden und immerhin etwas über 1.000 Worte geschrieben. Und ich bewege mich anhand meines Exposés in der richtigen Richtung vorwärts. Das rechtfertigt jetzt keine Freudensprünge, wir wollen mal nicht gleich übertreiben, aber immerhin ist es besser als Stillstand.

Und es ist vor allem keine Schreibblockade, denn vor der hatte ich wirklich – sagen wir mal Sorge. Jetzt wäre es aber schon schön, wenn ich es in diesem Monat mal wieder auf deutlich mehr als 10.000 Wörter bringen würde!

Nun, ich werde euch diesbezüglich gerne auf dem Laufenden halten :-).

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 19. Woche

Ich traue mich ja fast schon nicht mehr, diese wöchentlichen Statusberichte zu bringen, weil sie sich zunehmend wie ein Tagebuch des schleichenden Verfalls lesen …

Nein, ganz so schlimm ist es noch nicht, aber ich gebe zu, dass mich ein wenig der Mut verlassen hat, was die einigermaßen schnelle Fertigstellung dieses Manuskripts angeht. Dabei bin ich seinerzeit, die älteren unter uns erinnern sich, mit soviel Elan daran gegangen. Es lief anfänglich ja auch wirklich sehr gut, die Ideen sprudelten nur so und die ganze Handlung lag weit ausgebreitet vor mir.

Inzwischen ist die Handlung aber so breit, dass ich keine Ahnung habe, wie ich sie in absehbarer Zeit wieder einfangen soll.

Mag sein, dass das auch sehr viel damit zu tun hat, dass ich mich so in Sachen Überarbeitung engagiert habe. Bestimmt hat es das sogar. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle auch nachsichtiger mit mir selber sein. Aber heute fühle ich mich einfach nur ein wenig desillusioniert.

Am liebsten würde ich das ganze Manuskript, diese ganzen 19 Wochen Arbeit, nehmen, einmal in die Luft werfen und sehen, was dann dabei herauskommt. Ich habe das Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Es macht sich immer deutlicher bemerkbar, dass die Handlung eigentlich mal als Kurzroman angelegt war, sich dann aber immer mehr ausgedehnt hat.
  2. Dadurch ist auch die Sprache inzwischen eine ganz andere, als sie es Anfangs gewesen ist.
  3. Der Aufwand für Recherche, der betrieben werden muss/müsste ist um ein exponentielles gestiegen. Ich kann nicht einfach einen britischen Zerstörer so erfinden, wie er mir gerade in den Kram passt.
  4. Die Sache mit der Sprachbarriere, über die ich ja schon einmal geschrieben hatte, nimmt einfach unheimlich viel Fahrt aus der Handlung heraus. Gleichzeitig ist sie wichtig für das Moment der Geschichte.
  5. Die Handlung ist aufgeladen mit Aspekten, die durch das ursprüngliche Skelett der Story nicht getragen werden kann.
  6. Mehrere Figuren laufen mehr oder weniger nutzlos in der Gegend herum, ohne dass sie eine wirkliche Verwendung hätten, die über einen speziellen Moment hinausginge.

Das sind jetzt nur die Punkte, die mir spontan beim runterschreiben eingefallen sind. Wenn ich darüber nachdenken würde, wären es wahrscheinlich noch mehr.

Wenn da nicht die Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“ wäre, wisst ihr, was ich dann machen würde? Ich würde mit dem Wissen von heute und den Gedanken von heute noch einmal neu anfangen, „Die Welt der stillen Schiffe“ zu schreiben. Denn dann könnte ich von vornherein die Grundlagen legen, um die Geschichte, die ich nach wie vor für sehr erzählenswert halte, ausgereift und in der Form zu erzählen, die sie verdient hat.

Entschuldigt, wenn das heute alles ein wenig ernüchtert klingt. Vielleicht sieht es auch nächste Woche schon wieder anders aus. Jedenfalls verzichte ich heute darauf, euch mit Zahlen zu langweilen, die sowieso nicht besonders spannend sind.

Aber eins möchte ich noch sagen: dass ich jetzt an diesem Punkt stehe hat nichts damit zu tun, dass meine Schreibweise als Discovery Writer gescheitert wäre! Denn ich habe mir zwar einiges an aktuellen Problemen angelacht, das ist richtig, aber auf die meisten Aspekte der Story wäre ich im Vorfeld, ohne die Figuren dorthin zu führen, wo sie zum jeweiligen Zeitpunkt waren, nie gekommen. Das nur für alle, die mir vielleicht ein „selber Schuld, hättest du mal“ an den Kopf werfen möchten ;-).

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 18. Woche

Guten Morgen!

Ja, ich weiß, ich bin einen Tag zu spät mit dem Statusbericht zu „Die Welt der stillen Schiffe“. Aber nachdem ich gestern Abend, nach dem Fitnessstudio, mehr oder weniger nur noch kaputt ins Bett gefallen bin, habe ich es nicht mehr geschafft, ihn wie üblich am Donnerstag zu schreiben.

Hatte ich erwähnt, dass ich einen neuen Trainingsplan habe? Und meine Herren – macht der mich kaputt! Als der Trainer das mit mir durchgegangen ist, sah das alles noch ganz machbar aus. Aber da musste ich das ja auch nicht über volle drei Sätze und direkt eins nach dem anderen durchziehen. Mir tut der eine oder andere Muskel schon ziemlich weh. Zum Glück nicht der Schreibmuskel …

Und somit kann ich verkünden, dass die 400. Seite des Projekts „Die Welt der stillen Schiffe“ überschritten ist. Leider muss ich auch sagen, dass ich meinen inneren Lektor nur so halbwegs zum Verstummen gebracht habe. Der erzählt mir seit einigen Tagen, dass eine komplette Person, die ich eingeführt habe, eigentlich keinen gesteigerten Nutzwert (mehr) hat und ersatzlos gestrichen werden sollte. Das beeinflusst natürlich auch meinen Umgang mit dieser Figur.

Mal sehen.

Im Moment jedenfalls hat der Entwurf 96.598 Wörter auf 402 Seiten. Man hat eine Entdeckung gemacht, einen Test erfolgreich absolviert und eine große Gefahr (vorerst?) überstanden. Aber da geht noch was!

Ich wünsche euch einen schönen letzten Arbeitstag und danach einen guten Start ins Wochenende!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 17. Woche

Ich glaube, so früh am Tag habe ich noch nie eine Statusmeldung verfasst. Aber ich war mir auch selten so früh am Tag schon sicher, dass ich nicht noch wenigstens ein kleines bisschen an meinem Roman weiterarbeiten würde.

Das hat zwei Gründe, die im Moment drücken. Der eine ist, wie bereits gebetsmühlenartig immer mal wieder aufs Tapet gebracht, die Bearbeitung von „Der Beobachter und der Turm“. Da komme ich auch nicht so weiter, wie ich es eigentlich wollte.

Der andere Grund ist, dass ich mich ab vorletzter Woche wesentlich stärker in den Bereich „körperliche Ertüchtigung“ reinknien muss, als ich es in den Monaten davor getan habe. Ihr erinnert euch ja vielleicht noch daran, dass ich Mitglied in einem Fitnessstudio geworden bin. Damals war der Faktor Gewichtsabnahme einer von vielen, zwar gerne gesehen, aber nicht unbedingt forciert.

Inzwischen hat sich das geändert, weil meine Hausärztin mir den einen oder anderen gar nicht so schönen Blutwert diagnostizieren musste. Will heißen: das Gewicht muss runter! Und dazu gehört, neben einer entsprechenden Ernährungsumstellung (in meinem Fall reicht es schon, einfach nicht mehr so viel – mit Verlaub – zu fressen), eben auch Sport. Und so dackle ich also an zwei Abenden in der Woche, nachdem Kind2 im Bett ist, noch ins Studio. Und wenn ich von da wieder nach Hause komme, ist an Schreiben nicht mehr so wirklich zu denken.

Aber ich will nicht jammern, ich habe mir das (zumindest zum Teil, Stichwort Medikamente) selbst eingebrockt. Schade ist halt, dass das zeitliche Rahmenfenster unter der Woche noch einmal ein wenig kleiner wird. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es am Wochenende mehr Zeit geben würde, aber nachdem der PC von Kind1 den Geist aufgab und morgen ihr neuer geliefert werden soll, werde ich da wohl auch ein wenig Zeit investieren müssen.

Ja, man hat es schon nicht leicht als freischaffender Autor, Vollzeitarbeiter und Teilzeitvater ;-).

Aber nun zu den Zahlen, wie üblich. „Die Welt der stillen Schiffe“ hat jetzt 91.241 Wörter auf 380 Seiten zu bieten. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass der Roman beinahe schon auf seine Zielgerade eingebogen ist. Es gibt einen wichtigen Konflikt, den ich auflösen muss und ansonsten noch einiges an … nee, das verrate ich jetzt nicht.

Also, ihr Lieben, ich hoffe, ihr verzeiht mir mein kleines Jammertal. Manchmal muss das auch mal erlaubt sein, finde ich.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und denkt dran: morgen fängt das Wochenende an! 🙂

Herrenüberschuss – Wieso so deutlich?

Als Reaktion auf meinen gestrigen Beitrag schrieb mir die Devote Romantikerin folgenden Kommentar:

Ich vermisse einen Referenzrahmen. Müsstest du nicht eine Bilanz betreffend der Männer daneben stellen? Damit man – vielleicht – sich dann ein klareres Bild machen kann?

Darauf möchte ich gerne kurz eingehen. Wobei ich eines direkt sagen kann: eine detaillierte Bilanz wird es nicht geben, denn die würde geradezu frappierend aufdecken, wie groß der Männerüberschuss in meinen Romanen ist.

Von den 14 Romanen, die ich geschrieben habe, bietet ja nur einer eine absolute Hauptfigur auf. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass in den anderen die Männer das Heft des Handelns fest in der Hand halten. Ich denke da an Charaktere wie Markus Heldt aus „Der Morgen danach“, Richard Lehnhard aus „Der Beobachter und der Turm“, aber auch an das Triumvirat Anton Lechleitner, Kevin Ryason und David Berg aus „Der Redner“.

In einigen Romanen sind Männer und Frauen in den Hauptrollen einigermaßen gleichgestellt. Emery Lindsay aus „Es zwingt einen dazu“ wäre ohne die kesse Chie Qwan Lu ebenso aufgeschmissen, wie Stephan König aus „Der Ruf des Hafens“ ohne seine Rieke Thomsen.

Während ich also im Bereich der wichtigeren Figuren durchaus im Regelfall auf eine Frau verweisen kann, die eine wichtige Rolle spielt, sieht es bei den Nebencharakteren eher mau aus. Den Vogel schießt dabei in negativer Hinsicht der Roman „Darkride“ ab, wo tatsächlich, sofern ich mich nicht falsch erinnere, keine Frau vorkommt, die neben der im Nachbarartikel erwähnten Sandra Jung einen längeren Auftritt hätte.

Aber woran liegt das? Lässt sich das alles alleine damit plausibel erklären, dass ich eben ein Mann bin und mir deswegen männliche Rollen mehr liegen? Küchenpsychologie, wenn ihr mich fragt. Aber in Küchen wurden ja durchaus auch schon wahre Worte gesprochen.

Ich glaube, dass es in den meisten Fällen daran liegt, dass ich mir eine Schreibweise antrainiert habe, die sehr stark auf eine kleinere Gruppe von Handlungs- oder Perspektivträgern fokussiert. Die Ensembles in meinen Romanen sind, von Ausnahmen wie „Das Haus am See“ und der Silverstar-Reihe abgesehen, eher klein. Und jetzt gehen wir noch einmal in die Küche: wenn ich eine von wenigen Rollen besetzen muss, dann ist diese in meinem Kopf wahrscheinlich wirklich eher männlich angelegt.

Für einige Beispiele kann ich aber auch richtige Gründe angeben. Wenn Markus Heldt mit Rechtsradikalen in Berührung kommt, dann sehe ich vor meinen Augen keine schmalen Frauen als Nazi-Amazonen, dann sehe ich bullige Kleiderschränke. Wenn Richard Lenhard ein Bordell betritt, wird der Besitzer eher ein Mann als eine Frau sein. Und – leider ist es immer noch so – wenn irgendwo ein ranghoher Polizist auftaucht, ist dieser mit enormer Wahrscheinlichkeit ebenfalls ein Mann.

Das soll alles nicht in eine Rechtfertigung ausarten, denn es gibt nichts, wofür ich mich rechtfertigen müsste. Schließlich gibt es Autoren, die schreiben und schrieben Frauen höchstens als Love Interests in ihre Romane, was ich bisher, glaube ich, erfolgreich vermieden habe. Bei mir bekommen am Ende des Tages nicht immer der Held das Mädchen. Weil ich, bei allem Ungleichgewicht, das rein numerisch herrschen mag, Wert darauf lege, das Geschlechterbild differenziert darzustellen.

So, wie es eben auch im richtigen Leben sein sollte!

Ich verspreche aber hiermit, zukünftig vielleicht wieder stärker darauf zu achten und zu hinterfragen, wo es sich anbietet, eine starke Frauenrolle auch einmal in den Nebenrollen zu verwenden!

Frauen in meinen Romanen – Eine Bilanz zum Internationalen Frauentag

Heute ist der Internationale Frauentag und ich tue gar nicht so, als ob ich das gewusst hätte, bevor Wikipedia mich darauf stieß. Aber tröstet euch, liebe Leserinnen, wenn es einen Männertag geben sollte (gibt es sowas?), dann wüsste ich auch nicht, wann der ist. Dafür wird euch meine Frau bestätigen, dass ich noch nie den Valentinstag, unseren Hochzeitstag oder (für unsere Kinder wichtig) den Muttertag vergessen habe ;-).

Also – der Internationale Frauentag. Ein Tag, der vollkommen den Rechten der Frau gewidmet ist. In Deutschland in den letzten Jahren ein wenig zwiespältig gesehen, da der westliche Teil der ehemaligen Bundesrepublik diesen Tag nicht so hoch hielt, wie es die Mitmenschen im Osten, in der Deutschen Demokratischen Republik taten. Das hatte mit Sicherheit etwas damit zu tun, dass es sich beim Internationalen Frauentag ursprünglich um eine sozialistische Erfindung gehandelt hat.

Aber solche ideologischen Grenzlinien sind mir hier vollkommen fremd, weswegen ich auch den politischen wie den gesellschaftlichen Teil hinter mir lasse und zu meiner Arbeit als Autor komme.

Ausgehend davon, dass heute der Internationale Tag der Frau ist, habe ich mir einmal angeschaut, welche Rolle Frauen eigentlich in meinen Romanen spielen. Und ich gebe zu, dass ich ein wenig überrascht wurde.

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne starke Frauenfiguren in Romanen lesen. Aber ich tue mich manchmal mit weiblichen Hauptfiguren schwer, weil ich sie häufig als, wie soll ich sagen, bemüht empfinde. Insbesondere dann, wenn Männer über diese Frauen schreiben. Wahrscheinlich habe ich mich deswegen, mit einer prominenten Ausnahme, auch nie daran gewagt, Frauen wirklich ganz in den Fokus zu rücken. Aber immerhin kann ich behaupten, nicht dem typischen Klischee entsprochen und Frauen komplett ausgebootet zu haben. Auch hier mit einer kleinen Ausnahme.

Zu den Romanen im Einzelnen:


In der Silverstar-Trilogie ist Leya Kuvan eine mehr als gleichberechtigte Hauptfigur. Streng genommen müsste man sagen, dass sie der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte ist. Jedenfalls wenn man die Anteile dessen als Maßstab nimmt, was sie tut und was sie bewirkt. Abseits von ihr gibt es eher wenige weibliche Figuren. Mit Teil 2 werden einige eingeführt, die im Laufe der Zeit größeren Anteil hätten haben sollen, aber dann habe ich ja die Arbeit an der Serie eingestellt.

Der Roman Lichter hat mit Mel eine weibliche Mit-Hauptfigur, die durch ihre zurückhaltende Art oftmals durch die mitwirkenden Kerle in den Hintergrund gedrängt wird. Sie kann aber in einzelnen Szenen zeigen, dass sie nicht nur eine starke Meinung hat, sondern auch großes Durchsetzungsvermögen. Daneben gibt es keine weitere weibliche Rolle.

In Es zwingt einen dazu ist die Chinesin Chie Qwan Lu eine echte Hauptfigur, die der männlichen Hauptfigur wichtige Impulse für die Handlung gibt. Weitere weibliche Personen handeln eher im Hintergrund.

Mein Kinderbuch Die dreisten Drei und ein blubberndes Geheimnis hat einen Frauenüberschuss von zwei zu eins. Dabei ist Britta eindeutig die Anführerin und Hauptperspektivträgerin. Wenn man so will, bin ich also ausgerechnet in meinem für mich ungewöhnlichsten Buch von meiner sonstigen Linie abgewichen. Für mich überraschend.

Im Thriller Der Morgen danach spielen Frauen nur in Nebenrollen mit, auch wenn insbesondere einer von ihnen eine große Bedeutung zukommt. Die Sichtweise bleibt aber durchweg männlich in einem von Männern dominierten Umfeld. Auch eine Überraschung, dass ausgerechnet in dem Roman, den ich mit am rasantesten von meinen Büchern finde, keine starke Frauenrolle vorkommt.

Im danach geschriebenen Der Rezensent änderte sich das wieder. Nathalie kann man durchaus als gleichberechtigte Frauenfigur sehen, ihr zur Seite steht mit Julia eine etwas schwächere, aber in der Handlung sehr präsente Figur. Die Hauptperspektive liegt allerdings auch hier wieder bei einem Mann.

Das Ensemblestück Das Haus am See bietet Platz für jede Menge Frauenfiguren, von denen sich, alleine schon durch die Ich-Perspektive des Erzählers, kaum eine hervortun kann. Mit Linda gibt es eine gravierende Ausnahme, die aber dennoch nicht mehr als eine führende Nebenrolle einnimmt.

In Der Ruf des Hafens ist die junge Rieke als streitbare, ortsansässige und intelligente Frau die absolut gleichberechtigte Hauptfigur neben dem neuen Inselautor Stephan. In Nebenrollen tauchen auch weitere Frauen auf.

Beim Krimi Darkride besetzt Sandra Jung als Marketingleiterin des Freizeitparks, in dem der Roman spielt, eine sehr starke Frauenrolle, die nicht ganz groß genug ist, um von einer Hauptrolle sprechen zu können. Weitere Frauen agieren nur am Rand.

Der Horror-Roman Der Redner bietet mit Sarah, der Freundin eines der drei Protagonisten, eine sehr wichtige Nebenrolle auf. Sie ist damit aber auch schon die einzige wirklich wichtige Frau.

Ohne Frauen würde die gesamte Handlung von Der Beobachter und der Turm in sich zusammenbrechen. Sie handeln nie als Hauptfigur, sind aber mehr als wichtige Impulsgeberinnen. Allen voran natürlich Richards Ehefrau.

Und auch mein im Entstehen begriffener Roman Die Welt der stillen Schiffe besitzt mit der jungen Maria eine gleichberechtigte Hauptfigur, die allerdings ein wenig in den Mustern ihrer Zeit (immer dran denken, sie kommt aus dem Jahr 1941) verhaftet ist.


Ziehen wir also Bilanz:

In 14 Büchern (ich zähle jeden Silverstar-Teil einzeln) haben wir

  • 1 absolute Hauptfigur
  • 9 gleichberechtigte Hauptfiguren
  • 7 wichtige Nebenfiguren
  • 6 markante Nebenfiguren
  • und 2 Romane mit nennenswertem weiblichen Ensemble

Ist das jetzt gut oder ist das jetzt schlecht? Wer will schon darüber urteilen – wichtig ist es doch, dass es in sich und in den Geschichten stimmig ist. So würde ich das jedenfalls gerne sehen wollen. Aber wenn ihr anderer Meinung seid, dann lasst mir gerne einen Kommentar da! 🙂

Und an die Autoren und Autorinnen unter meinen Lesern mag ich die Frage richten, wie ihr mit dem jeweils anderen Geschlecht umgeht. Gibt es da irgendwelche Berührungsängste in euren Schilderungen? Oder signifikante statistische Auffälligkeiten? Ich bin gespannt!