Projekte drängen mit Macht ans Licht

Manchmal habe ich diese Tage, an denen mir partout nichts einfallen will, worüber ich einen Blogeintrag schreiben könnte. Gut, nicht schlimm, dann mache ich halt etwas anderes. Und dann passiert es, so wie heute, dass mich auf einmal der Blitz trifft und durch Zufall ein Thema sich geradezu mit Macht aufdrängt.

Ja, mit Macht. Ich benutze dieses Wort bewusst hier, wie auch in der Überschrift. Lasst es mich erläutern.

Für meine Kurzgeschichte „Auf der 30“ sollte ich, nachdem ich die paar wenigen Änderungswünsche des Lektorats eingebaut hatte, eine kurze Vita von höchstens 500 Zeichen schreiben. Auch wenn ich anfänglich erst meine üblichen Probleme hatte, ging es hinterher ganz gut zustande. Ich glaube, an manche Dinge kann man sich echt gewöhnen.

Als ich feststellte, dass ich nach dem Üblichen (ich bin, schreibe seit, träume meinen Traum) sogar noch Platz übrig hatte. Platz, den ich nicht ungenutzt lassen wollte. So überlegte ich kurz und kam schließlich auf folgenden Satz:

Weitere Projekte sind bereits geplant und drängen mit Macht aus seiner mit Ideen und Entwürfen gut gefüllten Schublade.

Ich brauche euch ja nichts davon zu erzählen. Wer hier schon länger als, sagen wir, eine Woche mitliest, der wird zwangsläufig über meine fixen Ideen gestolpert sein, die sich „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“ nennen. Deswegen hätte der Satz alleine vielleicht auch noch nichts weiter bewirkt, als dass ich recht zufrieden mit meiner Arbeit auf den Senden-Knopf drückte und damit die Kurzgeschichte zurück ans Lektorat gab.

Kurz darauf erhielt ich aber noch einen Kommentar meines lieben Kollegen und Stammlesers Simon Segur zu eben jener Kurzgeschichte, in dem er bemerkte: »Du hast ja einen richtigen Lauf.«

Tja – eine ziemlich dumme Kombination von Gedanken. Denn jetzt gibt es wirklich, mal wieder, dieses kleine Männchen in meinem Ohr, das mir einflüstert, ich müsse diesen Lauf ausnutzen, dessen Vorhandensein ich beim besten Willen nicht leugnen kann. Und ja, ich glaube daran, dass man eine Glückssträhne haben kann. Nennt es Schicksal, nennt es göttliches Wirken, nennt es auch einfach nur Zufall. Aber manchmal passiert so etwas einfach.

Und wenn ich nun die Zeit ungenutzt verstreichen lasse, endet dann mein Lauf, ohne dass ich etwas produktives aus ihm herausgeholt habe? Stünden jetzt meine Sterne gut, um vielleicht noch eines dieser ominösen „weiteren Projekte“ an den Start zu bringen?

Ja, ich weiß, diese Gedanken sind nicht gerade neu und originell an dieser Stelle. Das ist das Los, das ihr als Leser eines Blogs tragen müsst, in dem der Autor (herrlich doppeldeutig an dieser Stelle) über sein Leid klagt 😉 .

Ich habe ja diese beiden, dem Grunde nach, fertigen Bewerbungsunterlagen. Ich müsste mich „nur noch“ dazu überwinden, mich auch irgendwie mit ihnen zu bewerben. Es existieren für mich sogar feste Arbeitsabläufe, die ich gerne umsetzen würde. Aber ich tue es nicht.

Denn bei aller Angst, einen Lauf verpassen zu können, ist meine Angst, mich zu überlasten und am Ende gar nichts auf die Kette zu bringen, nicht weniger groß. Ich habe jetzt eine Geschichte in einer Anthologie veröffentlicht, eine weitere wird veröffentlicht werden. Und ich stecke im Lektorat von „Der Morgen danach“. Das alles neben meinem Beruf, neben meiner Familie, neben meinem sonstigen Leben.

Verlange ich zu viel von mir? Tue ich zu wenig dafür? Oder sollte ich die ganzen scheiß Gedanken einfach mal beiseite schieben und einfach versuchen, zu genießen, was da ist – alles zu seiner Zeit!?

Manchmal ist dieses ganze „Autor sein“ einfach wahnsinnig anstrengend.

Hoffentlich veröffentlicht jetzt nicht einer meinen Roman!

Das ist im Moment eine meiner größten Schriftsteller-Ängste: Dass jetzt plötzlich jemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen!

Gut, nachdem wir uns alle wieder von diesem Paradoxon erholt haben, sollte ich erklären, was ich damit meine. Und zwar handelt es sich dabei um ein sehr irrationales und dennoch irritierendes Gefühl.

Seit ich wieder so richtig in der Arbeit und im Gespräch an „Der Morgen danach“ bin, betrachte ich Novitäten insbesondere auf dem eBook-Sektor mit irgendwie anderen, misstrauischen Augen. Es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag und Abend damit verbringe, mich bei Amazon durch die Kategorien zu klicken, aber manchmal kommt mir ein Romantitel daher, der auf den ersten Blick so klingt, als könne er etwas mit mir und meiner Geschichte zu tun haben.

Ich habe genügend Bücherblogs abonniert, um eigentlich mindestens einmal in der Woche einen kurzen Schrecken zu kriegen.

Nun muss mir niemand mit der Binsenweisheit kommen, dass Geschichten an sich nichts sind, was man sich schützen lassen kann. Jedenfalls nicht, solange sie noch nicht veröffentlicht sind. Denn bis dahin gelten sie mehr als Ideen und manche dieser Ideen liegen einfach zu einem gewissen Zeitpunkt X in der Luft und werden daher von mehreren Autoren aufgegriffen. Dabei können sogar manchmal ganz spannende Ergebnisse herauskommen.

Aber für meinen Romanerstling brauche ich das Erlebnis nicht unbedingt, wenn ich ganz ehrlich bin. Daher liegt es an mir, die ganze Angelegenheit so zu schleifen und zu formen, dass am Ende ein möglichst unverwechselbares Stück Unterhaltungsliteratur dabei herauskommt. Dieses Ziel zu erreichen eint mich wiederum mit meinem Verlag.

Denn bei aller Spannung, die das zeitgleiche Erscheinen ähnlich gelagerter Romanstoffe erzeugen kann, ist es doch ein Ärgernis, wenn am Ende die Käufer in die Bredouille geraten, sich zwischen dem einen oder dem anderen Buch entscheiden zu müssen. Ich erwarte nämlich, ganz realistisch betrachtet, nicht, dass ich einen neuen Trend setze, in dessen Zug sich auch noch der 871. Zauberlehrling, der 1.283 Glitzervampir oder der 12.381 Sado-Maso-Milliardär verkaufen lässt 😉 .

Womit ich jetzt nichts gegen die wirklich guten Romane unter den Epigonen gesagt haben möchte. Meine Erfahrung zeigt nur, dass die meisten nicht wirklich gut sind. Und da ich nicht der einzige Leser mit entsprechenden Erfahrungen bin, werden es zukünftige Phänomene dieser Art, zumal im realistischen Thrillerbereich, schwerer haben.

Und darin liegt auch die Auflösung des Paradoxons: Wenn mein Roman nur gut genug ist, wenn er eigenständig genug ist, wenn er mitreißend ist, dann ist es egal ob es etwas Ähnliches gibt. Denn niemand kann meinen Roman so schreiben, wie ich ihn geschrieben habe. Es sei denn, er schriebe ab, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Also warten wir ab, ob nicht vielleicht doch irgendjemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen, bevor ich es tun kann. Denn wenn das nicht passiert, dann werde ich der Trendsetter sein, der zuerst da gewesen ist!

Das wäre doch mal was, oder? 😉

Entspannst du noch, oder prokrastinierst du schon?

Ich bekomme immer mal wieder die Rückmeldung, dass ich durch meine Erzählungen hier im Blog als jemand wahrgenommen werde, der unheimlich viel und hart an seinen Dingen arbeitet, die er erreichen möchte. Mir ist das immer unheimlich unangenehm, denn so sehe ich mich – leider – überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil nehme ich mich selbst als einen Menschen wahr, der unheimlich viel seiner Zeit mehr oder weniger nutzlos vertrödelt, in der er doch so viele wichtige Dinge erledigen könnte.

Nehmen wir nur die Aktivitäten rund um „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“. Zu beiden habe ich fertige Exposés und Leseproben. Beide könnte ich längst in der Weltgeschichte herumreichen und darauf hoffen, dass sie irgendwo Anklang finden. Alleine, ich tue es nicht. Weil ich irgendwie das Gefühl habe, nie den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

Der Punkt ist, dass ich, wenn ich von der Arbeit komme, oftmals einfach nicht mehr so viel geregelt bekomme. Ich sitze dann häufig zwar an meinem Rechner, aber ich vertreibe mir die Zeit im Netz, lese sehr viel und speichere viel an Informationen ab. Es ist also durchaus sogar irgendwie sinnvoll, was ich mache.

Nun kam für mich aber die Frage auf, ob das, was ich da tue, eigentlich noch Entspannung nach getanem Tageswerk ist, oder ob ich schon ernsthaft prokrastiniere.

Entspannung

Gemäß Wiktionary ist Entspannung die „Befreiung bzw. Beendigung von Anspannung“. Ich müsste mir also die Frage stellen, ob ich denn Anspannungen ausgesetzt bin, die mich davon abhalten, produktiver zu sein, als ich mich wahrnehme.

Mein Arbeitsplatz ist für mich nicht ganz frei von, sagen wir mal, inneren Konflikten. Das mag den einen oder anderen Kollegen überraschen, falls er das hier lesen sollte, aber es gibt Gründe dafür. Gründe, die ich nicht weiter ausbreiten möchte, weil sie an dieser Stelle auch nichts zur Sache tun.

Körperlich habe ich natürlich, als Schreibtischtäter und Bürohengst, keinerlei Anspannung, die längere Entspannungsphasen rechtfertigen würde. Aber, wie ich irgendwann schon einmal irgendwo bemerkte, es ist auch nicht immer leicht, vom einen Schreibtisch aufzustehen und sich nahtlos an einen anderen zu setzen. Und dabei dann auch noch produktiv sein zu wollen.

Es würde also einiges dafür sprechen, dass ich einfach, zumindest im Moment, ausgedehnte Entspannungsphasen brauche.

Prokrastination

Ich muss gestehen, dass mir bis gerade, als ich den Eintrag bei Wikipedia gelesen habe, nicht wirklich bewusst darüber war, dass Prokrastination als eine ernsthafte und durchaus komplexe Arbeitsstörung angesehen wird, die ganz kurz davor ist, sogar als eigene Erkrankung in den ICD-Code aufgenommen zu werden.

Prokrastination ist, kurz gesagt, das extreme Aufschieben von Arbeiten und kommt häufig bei selbstgesteuerten oder auch bei besonders arbeitsintensiv empfundenen Aufgaben vor. Eigentlich immer geht damit auch ein enormer Leidensdruck einher, weil die Betroffenen selber merken, wie sie Gelegenheit um Gelegenheit verstreichen lassen, eine Aufgabe zu erledigen und diese einfach nicht, oder erst nach einem eventuell gesetzten Termin, fertig wird.

Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, wie ähnlich sich Symptome der Prokrastination und der Depression sind. Ein Bereich, von dem ich ja auch ein Liedchen zwitschern kann.

Nun, sagen wir es so: Ich kenne von mir durchaus, dass ich Aufgaben, die für mich schwierig sind, „gerne“ so lange liegen lasse, bis es gar nicht anders geht. Ich möchte dafür ein Beispiel bringen:

Aufgrund gewisser Vorkommnisse war und ist es für mich schwierig, Telefonate zu führen, um Menschen und insbesondere Angehörige zu meinem Geburtstag einzuladen. Ganz ehrlich, ich bin froh gewesen, als so gut wie jeder irgendwann eine E-Mail-Adresse hatte. Wenn ich diese Anrufe tätigen musste, wurde ich schon Tage vorher nervös. Ich habe Ende Juli Geburtstag und fing an, nervös zu werden, wenn die Tour de France gestartet wird. Das ist immer so Anfang Juli. Ihr könnt also den Zeitraum ungefähr abschätzen.

Wenn dann die Woche gekommen war, in der ich definitiv anrufen musste, dauerte es meistens noch so zwei bis drei Tage, bis ich mich wirklich durchringen konnte. Ich schlich den ganzen Tag lang um das Telefon herum und fand immer wieder Gründe, genau jetzt nicht den Hörer zu nehmen und meinen Job zu machen. Mal saßen die Leute bestimmt beim Abendbrot, dann wollte ich nicht ins abendliche Fernsehprogramm fallen. Und früher waren sie bestimmt noch nicht zu Hause.

Und die ganze Zeit über ging es mir dreckig damit, bis ich irgendwann meine paar Anrufe zusammen hatte.

Beim Schreiben ist es nicht ganz so extrem. Wäre ja auch schlimm, wenn es so wäre, nicht wahr? Aber in Grundzügen ist es ähnlich: Ich weiß, dass ich Aufgaben habe, die ich erledigen möchte (so wie ich ja auch Menschen zu meinem Geburtstag einladen wollte). Es gibt Zeitfenster, in denen ich diese Aufgaben erledigen könnte. Ich lasse die Zeitfenster verstreichen und fühle mich hinterher faul und unproduktiv. Und ja, da entsteht ein gewisser Leidensdruck. Kein besonders großer, aber ein kleiner.

Prokrastination ist außerdem noch davon geprägt, dass man rationelle Gründe dafür sucht, dass man dieses Verhalten an den Tag legt, also Dinge nicht erledigt, die eigentlich anstehen. In meinem Fall wäre ein solcher Grund, dass ich mir, zusätzlich zu der Arbeit, die ich ab kommenden Montag (Lektorat) wieder mit „Der Morgen danach“ haben werde, nicht noch mehr Baustellen aufmachen möchte.

Das ist sogar ein einleuchtender Grund – oder könnte es sein, wenn vorher nicht die eine oder andere unproduktive Woche verstrichen wäre, in der ich dennoch etwas hätte erledigen können.

Und dann ist da noch der Punkt, dass man statt der Aufgabe, die eigentlich ansteht, etwas anderes macht, das als angenehmer empfunden wird. Bei mir ist das unter anderem, fürchte ich, das Schreiben von Blog-Artikeln …

Also – entspanne ich noch, oder prokrastiniere ich schon?

Ich glaube, ich muss für mich scharf aufpassen, wie ich die kommenden Arbeiten erledige. Auch wenn es sicher keinen Sinn macht, mich jetzt selbst gewaltig unter Druck zu setzen, sind doch Ansätze erkennbar, dass ich ein kleines bisschen zur Prokrastination neige.

Die Fachwelt weiß noch nicht genau, wie man dem am sinnvollsten begegnen soll. Das liegt vor allem daran, dass die Prokrastination als etwas angesehen wird, das häufig huckepack mit anderen Schwierigkeiten oder Problematiken in das System Mensch hineingetragen wird. So wird es wohl auch bei mir sein.

Mit diesem Artikel ging es mir nicht darum, mich zu outen. Eigentlich wollte ich auch gar keine große Selbstdiagnose machen. Das passierte eher so nebenbei. Es ging mir darum, die Unterschiede aufzuzeigen aber auch zu erläutern, wie nahe Entspannung und Prokrastination beieinander liegen können.

Entscheidend dürfte am Ende die eine Frage sein: Fühle ich mich gut damit, am Ende eines Tages nichts getan zu haben, oder könnte ich mir selber in den Hintern beißen, weil wieder ein Tag verplempert wurde.

Im Moment beiße ich mich häufiger, als mir selber lieb ist.

Ich hoffe, dass es bei euch anders ist oder habt ihr auch schon Zahnabdrücke am Gesäß?

Der Sonntagsreport vom 21.05.2017 – Über die Zeit

Hallo ihr Lieben!

Der Mai schreitet weiter voran und es ist kaum zu glauben, aber wahr, damit haben wir bald schon fünf Zwölftel des Jahres wieder hinter uns gebracht. Ja, ich weiß, für diese Erkenntnis hättet ihr mich jetzt nicht unbedingt gebraucht, aber ich finde es dennoch einfach erstaunlich, wie schnell die Zeit doch immer wieder vergeht. Gerade auch, wenn ich mich so umschaue und versuche zu realisieren, was sich in Bezug auf meine Schreiberei so getan hat und tut.

Es ist jetzt beinahe wieder eine Woche her, dass die Absage für „Darkride“ in meinem Postfach landete. Und in dieser Woche habe ich genau gar nichts gemacht, um mich diesem „Problem“ auf andere Weise zu widmen. Eine Woche ist nicht viel Zeit, könnte man sagen und doch ist es irgendwie sehr viel Zeit – eben, weil sie so schnell vergeht.

Anfang des Monats, übrigens auch schon wieder vor drei Wochen, habe ich geschrieben, dass es mir im Moment leicht fällt, Dinge zu erledigen. Na ja, bei manchen Sachen ist das nach wie vor so, andere gestalten sich mal wieder schwieriger. E-Mails beantworten, zum Beispiel.

Aber auch, die Dinge in die Hand zu nehmen und mich auf den Hosenboden zu setzen, um vielleicht meine beiden Projekte „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“ in die Welt zu bringen.

Ich habe diese Woche eine E-Mail von meinem Vater bekommen (schöne Grüße!) in welcher dieser mich auf meinen Blogartikel von Dienstag ansprach. Das war der, in dem ich von der Philosophie des Scheiterns sprach. Er war darin über meine Gedanken zu den unterschiedlichen Projekten gestolpert und blickte nicht mehr so richtig durch.

Das hat in mir zwei Fragen ausgelöst. Erstens: Blicken eigentlich alle meine Leser noch durch? Und zweitens: Blicke ich selber noch richtig durch?

Auch hier spielt der Faktor Zeit eine Rolle. Dass ich angefangen habe, mich mit dem Projekt „Darkride“ wieder umfangreicher zu beschäftigen, ist dieser Tage auch schon wieder zwei Monate her – ebenso wie die Leipziger Buchmesse, man stelle sich vor.

Und wann ich das letzte Mal richtig an „Der Beobachter und der Turm“ gearbeitet habe, da müsste ich inzwischen schon auf den Zeitstempel der entsprechenden Dateien schauen, um das nachvollziehen zu können.

Die Zeit rast also nur so dahin und ehe man es sich versieht, wird auch der Juni und damit ein halbes Jahr herum sein. Was kann, was soll bis dahin passieren?

Im Beruf ist es wichtig, sich Deadlines zu setzen. Ich frage mich allmählich, ob es sinnig wäre, genau das auch für meine Schreibprojekte zu tun. Nun ja, wenigstens in Bezug auf „Der Morgen danach“ wird es genau dazu ja bald kommen – wobei da die Erkrankung meiner Lektorin (gute Besserung!) ja auch zeigt, dass es anders kommen kann, als man denkt.

Es widerstrebt mir eigentlich, einen genauen Terminkalender zu führen. Vor allem, weil ich ja bei den meisten Dingen total eigenverantwortlich bin. Aber tut das gut? Ist eine Mischform vielleicht angebrachter und erstrebenswert?

Ich glaube, ich schreibe ziemlich wirr, aber das sind eben Gedanken, die mir in Bezug auf das Zeitmanagement so kommen. Oder auch in Bezug auf die Zeit an sich. Wir nehmen uns für so viele Dinge Zeit, aber selten dafür, einfach mal über die Zeit nachzudenken.

Ja, doch, eindeutig ein wirrer Blogbeitrag, den ich hier produziere. Aber das ist ja nicht das erste Mal, nicht wahr? 😉

Wie handhabt ihr das, wenn ihr mehrere Dinge „gleichzeitig“ auf der Pfanne habt? Arbeitet ihr die nach Lust und Laune ab? Nach einem festen Stundenplan? Organisiert ihr euch selbst oder seid ihr Chaoten? Ich wäre euch wirklich für eure Gedanken und Anregungen dankbar.

Damit ich vielleicht von dem dummen Gefühl herunterkomme, Teile meiner Zeit auch einfach so zu verschwenden.

Hach, ich „liebe“ es, wenn ein Beitrag ganz anders wird, als er gedacht war …

Euch trotzdem einen guten Wochenstart!

Euer Michael

Aller demotivierenden Dinge sind drei

Heute ist mal wieder so ein Tag, wie er im Buche steht. Im Buch der Tage, die man eigentlich gar nicht gebrauchen kann und auch gar nicht haben will. Einer von den Tagen, an denen man morgens schon das Gefühl hat, dass da nichts Gutes bei herauskommen kann. Und wie soll ich sagen: Ich mag es nicht, wenn meine Gefühle mich nicht trügen.

Wie die Überschrift schon sagt, habe ich heute drei demotivierende Dinge erlebt, die alle was mit Arbeit, die ich mir gemacht habe, zu tun haben. Alle drei Dinge sind keine Beinbrüche, hinterlassen für den heutigen Tag aber ein sehr schales Gefühl.

Gehen wir sie einfach mal durch.

Erster Akt

Wie ich euch ja berichtet hatte, war für diese Woche ein Termin mit dem Lektorat für „Der Morgen danach“ angesetzt. Die Vergangenheitsform zeigt euch schon: Pustekuchen!

Leider ist eine der beiden Lektorinnen krank geworden. Da ist niemand gegen gefeit und ich bin nun wirklich der Letzte, der deswegen anfängt zu schmollen. Aber ich habe in den letzten Tagen wirklich ziemlich rangeklotzt, um noch einmal durch meinen ganzen Roman zu gehen und mich auf das Gespräch vorzubereiten.

Arbeit, die natürlich nicht verloren ist, die auch nicht unnütz ist, die ich aber unter den jetzigen Gegebenheiten nicht in dieser Eile hätte durchziehen müssen. Der eine oder andere Feierabend wäre entspannter verlaufen.

Egal, wir werden schon einen neuen Termin finden. Bis dahin, liebe Jeannette, falls du das hier lesen solltest, wünsche ich dir von Herzen „Gute Besserung“!

Zweiter Akt

Aufmerksame Leser haben mitbekommen, dass bei uns zu Hause Gartenarbeiten auf dem Programm stehen. Und da am Samstag das Wetter ganz mies war (bedeutet: Es war so schön, dass es keinen Grund gab, die Arbeiten zu verschieben), hat die ganze Familie im Garten gearbeitet.

Ich habe mich damit verlustiert, an der erwähnten Hecke weiter zu machen und noch einen halben Urwald herausgeschnitten.

Heute Mittag bekam ich dann einen Anruf von meiner Frau, die sich das mal genauer angeschaut hat und – sagen wir mal – nicht unbedingt zufrieden war mit meinen Schnibbelkünsten.

Darauf reagierte der Teil von mir, der am Samstag teilweise mit seinem ganzen, nicht unerheblichen Körpergewicht, in der Hecke gehangen hatte, nicht unbedingt zugewandt und verständnisvoll, so dass das Telefonat ein wenig länger dauerte 😉 .

Aber gut, geschnitten ist geschnitten und wieder dran kleben kann ich es nicht. Und inzwischen reden wir auch wieder ganz normal miteinander 😉 . Ich hab dich lieb, mein Schatz!

Dritter Akt

Und weil bis dahin noch nicht genug passiert war, was dazu angetan war, meine Laune zu beeinträchtigen, flatterte mir auch noch die Antwort von be für meine Bewerbung mit „Darkride“ ins Haus. Und sagen wir mal vorsichtig, sie fiel nicht wirklich nett aus. Freundlich, das ja, professionell, natürlich. Aber eben auch nicht besonders nett. Und kein Wort mehr davon, dass ich mich gerne noch einmal melden könne, wenn ich etwas Neues habe.

Allerdings, das will ich nicht unerwähnt lassen, wurde mir auch ein wenig davon aufgezeigt, was die Lektoren (auch hier haben sich gleich zwei meine Leseprobe angesehen) zu bemängeln hatten. Ironisch ist, dass es insbesondere um eine Erzählperspektive geht, die genau einmal am Anfang des Romans auftaucht und danach nie wieder.

Damit war dann die Motivation vollends im Keller. Oder auf deutsch formuliert: Für so ungefähr eine halbe Stunde fühlte ich mich so richtig im Arsch!

Aber nach Ablauf der halben Stunde ging es dann auch langsam wieder aufwärts. Klar, glücklich bin ich nicht damit, in drei Dinge richtig Arbeit gesteckt zu haben in der letzten Zeit und jetzt alles davon vertagen zu müssen.

Ja, richtig gelesen. Vertagen!

Denn es wird diesen Termin mit dem Lektorat bei Scylla geben!

Ich werde mich wieder mit dieser blöden Hecke auseinander setzen!

Und ich werde weiterhin versuchen, „Darkride“ bei einem Verlag unterzubringen!

Aber nicht mehr heute. Heute bin ich müde.

Im Engpass

Gerade fühle ich mich ein wenig im Engpass gefangen. Von links kommt „Darkride“ heran gerast, bei dem ich mitten in den Arbeiten zum Exposé stecke. Das fällt mir wesentlich schwerer als z.B. bei „Der Beobachter und der Turm“, weil bei einem Krimi die Verwicklungen größer sind und das Exposé ja dennoch nicht ausarten soll.

Und von rechts rückt mir „Der Morgen danach“ wieder auf die Pelle. Morgen habe ich dazu einen Termin beim Verlag, der mich ein wenig aufgeregt und auch nachdenklich hinterlässt. Ich hoffe, euch dazu dann morgen mehr erzählen zu können.

Bis dahin mache ich es mir in der Enge, die ich mir ja selber ausgesucht habe, so bequem, wie es geht. Ganz ohne wäre es ja auch langweilig, oder?

Warum ich meine Autorenwebsite nicht auf die Reihe bringe

So, haben wir die reißerische Überschrift schon einmal hinter uns gebracht. Seit langer, langer Zeit steht unter meinen E-Mails eine Signatur, in der ich unter anderem auf meine Autorenwebsite hinweise und schreibe, dass diese sich „im Aufbau“ befindet. Vielleicht hat sich der eine oder die andere von euch ja schon einmal gefragt, was genau man sich darunter vorzustellen hat.

Die Antwort lautet: gar nichts.

Im Moment ruht der See schlicht und ergreifend still vor sich hin, weil ich immer wieder, wenn ich mich mit dem Thema befassen will, vor Probleme stoße, die mich so sehr abschrecken, dass ich schnell wieder die Hände davon lasse. Dabei nähert sich der Moment, in dem ich eine Autorenwebsite haben sollte, mit schnellen Schritten. Spätestens, wenn mein Debütroman „Der Morgen danach“ veröffentlicht wurde, sollte da was sein.

Aber wo liegt denn jetzt das Problem? Ich bin doch nicht dumm, kenne mich mit Technik und Software und diesem ganzen Internetzeug eigentlich aus. Sogar mit WordPress kenne ich mich inzwischen leidlich aus. Meinen ersten selbst gehosteten WordPressblog hatte ich vor zehn Jahren. Meine ersten Webseiten habe ich vor (mein Gott!) runden fünfzehn Jahren ins Internet gestellt.

Und jetzt gibt es diese Probleme?

Oh ja, die gibt es. Und sie ergeben sich aus mangelhafter Planung, kaum bis gar nicht vorhandener Koordination und im Endeffekt völliger Konfusion. Und im folgenden möchte ich einmal versuchen, euch die Probleme darzustellen.

Eigentlich beginnt alles schon ganz am Anfang. Ich eröffnete den Blog, wie ihr ihn heute kennt und besucht, aus einer momentanen Laune heraus. Ich wollte mich quasi selber unter Druck damit setzen, dass ich endlich was aus meiner Schreiberei mache und versuchen, die zahlreichen Entwürfe, die ich schon fabriziert hatte, an den Mann zu bringen. Da lag es einfach nahe, den ganz simplen Weg zu gehen und einen direkt bei WordPress.com gehosteten Blog zu eröffnen.

Das lief auch eine ganze Weile lang gut, aber irgendwann wurde ich dann unzufrieden mit den Fortschritten, die ich machte. Im Oktober 2015 gab ich mir erneut einen Tritt in den eigenen Hintern und wollte mich „professionalisieren“. Dazu gehörte, nach meinem damaligen Verständnis, auch eine Domain, die auf meinen Namen lautete. Ich landete schließlich bei einem Hoster meiner Wahl und der Domain http://www.behr-michael.de .

Dann drängten sich aber wieder andere Dinge in den Vordergrund. Ich schrieb die beiden Romane „Der Beobachter und der Turm“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ und steckte viel Arbeit darin, den „Beobachter“ veröffentlichungsreif zu machen. In der Zwischenzeit lief der Blog weiter und wurde immer erfolgreicher.

Im April 2016 sicherte ich mir bei einem weiteren Hoster die Domain http://www.traumvombuch.de, weil es diese dort wesentlich günstiger als bei WordPress direkt gab. Diese diente von Anfang an nur als Redirect.

Ziehen wir also kurz Zwischenbilanz: Ich habe einen Blog bei wordpress.com, eine Domain mit demselben Namen als Redirect und eine auf meinen Namen lautende Domain, die ich für E-Mails nutze, auf der ansonsten aber noch nichts passiert.

Letzte Woche schrieb ich den Beitrag zum Linktipp mit dem etwas provokanten Titel „WordPress war mal kostenlos„. In den zugehörigen Beiträgen entstand eine lebhafte Diskussion über Vorteile und Nachteile, einen Blog von wordpress.com auf eine andere, selbstgehostete Domain umzuziehen. Es gibt da wohl Probleme mit der Anzeige im Reader, mit dem Management von Kommentaren und dergleichen mehr.

Ich hatte am vergangenen Samstag nichts besseres vor und dachte mir, ich könne ja mal ein bisschen herumspielen.

Der erste Versuch war, meinen Blog bei wordpress.com zu exportieren und bei meinem Hoster zu importieren. Das funktionierte einigermaßen, aber soweit ich es nachvollziehen konnte, trafen die Befürchtungen meiner Leser zu, dass es zu Problemen kommen würde. Und für mich steht eines fest: Ich will und werde nicht riskieren, dass ich bei einer Veränderung an meinem Blog meine Leser verliere. Ihr seid mir nämlich ganz schön wichtig und im Laufe der Zeit auch ans Herz gewachsen! ❤

Eine Alternative wäre ggf., den Blog bei WordPress in eine kostenpflichtige Variante umzuwandeln. Bei dieser fällt dann der Zusatz „.wordpress.com“ weg und es wirkt ein wenig professioneller. Auf der Homepage von WordPress las sich das alles ganz einfach. Ich könne sogar meine bestehende Domain von meinem Hoster „mappen“. Das bedeutet, dass jemand, der http://www.behr-michael.de aufruft, bei meiner auf WordPress gehosteten Seite landet.

Die entsprechenden Einstellungen waren auch schnell gefunden und geändert. Dann kam allerdings das Kleingedruckte und das hatte es, wie meistens, in sich. Mein Hoster machte mich nämlich unmissverständlich darauf aufmerksam, dass es sich beim Abwickeln der E-Mails um eine eigene Leistung handle, die nach dem mappen der Domain nicht mehr zur Verfügung stehe.

Also: Wenn ich die Domain umleite, kann ich darauf keine E-Mails mehr empfangen und senden.

Kein Problem, meinte jetzt WordPress. Wenn du mir, zusätzlich zu dem, was du mir ohnehin schon zahlst, weil du jetzt ein Premium-Kunde bist, noch einmal fünf Euro im Monat zahlst, dann übernehme ich das mit den E-Mails für dich. Also, zumindest in der Theorie. Denn ob das praktisch klappt, dafür übernehme ich natürlich keine Gewähr. Und das Mailangebot ist, wenn ich das richtig verstanden habe, auch kein Probeangebot, sondern wenn abgeschlossen, dann abgeschlossen.

Bis jetzt konnte ich alles noch zurückdrehen, was ich dann auch lieber gemacht habe, bevor ich hinterher eine Konstellation habe, die vorne und hinten nicht mehr funktioniert.

Und jetzt bin ich so schlau wie zuvor. Ich stehe da mit einem gut gehenden Blog, der allerdings bei WordPress direkt gehostet wird, einer Internetadresse, die ich für meine Autorenseite gut finde und über die meine geschäftliche Mail läuft, und einer Seite mit einem Namen als Redirect, die mir wahrscheinlich auch noch Schwierigkeiten bereiten würde, wenn ich wirklich alles unter dem Namen „traumvombuch.de“ bei WordPress hosten lassen wollte.

Kann jemand meinen Hilfeschrei hören?

Ich sehe im Moment folgende Alternativen:

  1. Alles bleibt so, wie es ist und ich muss mich dauerhaft damit anfreunden, dass meine „seriöse“ Autorenseite und mein „herzliches“ Blog voneinander getrennt bleiben werden
  2. Ich versuche irgendwie, den Blog als Unterpunkt in einem Menü auf der Seite behr-michael.de einzubinden. Das geht wohl, ist aber alles andere als intuitiv oder trivial
  3. Ich verwende meine „seriöse“ Autorenseite nur als Weiterleitung zu WordPress und als E-Mail-Verwaltung
  4. Ich baue mir „traumvombuch.de“ als meine „Marke“ auf und nehme mich als Person ein wenig in den Hintergrund
  5. Ich suche mir professionelle Hilfe, die erst meinen Knoten im Kopf und dann vielleicht meine Probleme löst

Irgendwas davon wird es wohl werden.

Ich kann also nur an euch appellieren: Wenn ihr vorhabt, ein eigenes Webprojekt auf die Beine zu stellen und auch nur im Entferntesten daran denkt, das irgendwann mal auszubauen, dann geht die Sache gleich von Anfang an richtig an! Macht euch einen Plan. Macht eine Zeichnung, wenn es sein muss. Und sichert euch in Bezug auf eure Optionen vorher ab. Domains kann man immer noch abstoßen, wenn man sie nicht braucht. Webspace kann man abmieten. Aber im Nachhinein mehrere Dinge ineinander zu migrieren, das ist eine verdammt komplexe Sache.

Ich jedenfalls würde, wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, einiges anders machen. Wobei ich den Namen meines Blogs nicht würde ändern wollen. Denn ich denke, er drückt genau das aus, worum es mir ging und ja auch immer noch geht.

Ich träume vom eigenen Buch. Immer noch. Auf den ganzen Technik-Kuddelmuddel hätte ich allerdings gut verzichten können.