Der Sonntagsreport vom 20.08.2017 – Dreieinhalb Baustellen und nur eine Schaufel

Hallo zusammen,

schon wieder ist Sonntag und schon wieder ist es Zeit für einen entsprechenden Report. Bald gehen hier in NRW die Kinder wieder in die Schule und damit ist dann der Alltag im heimeligen Haus wieder vollends hergestellt. Die letzten Wochen fühlten sich doch ein wenig seltsam an – auch die Tage, an denen ich schon wieder arbeiten gehen musste.

Das Wetter da draußen schlägt ja auch munter eine Kapriole nach der anderen und auch wenn ich normalerweise nicht zu denen gehöre, die über das Wetter bloggen, muss ich doch kurz darauf zu sprechen kommen. Schließlich hat es dafür gesorgt, dass ich am Donnerstag eine berufliche Auszeit „genossen“ habe, die mir immerhin etwas eingebracht hat.

Als ich Donnerstag aus unruhigen Träumen erwachte, fühlte sich mein Schädel wie eine Piñata an, auf die mit mindestens drei Baseballschlägern gleichzeitig eingeknüppelt wurde. Also habe ich mich krank gemeldet und wieder umgedreht. Nur, um keinen wirklich erholsamen Schlaf zu finden.

Zwar bin ich immer wieder weggeduselt, aber das mir ansonsten typischer Weise gelingende „Gesundschlafen“ klappte nur in Ansätzen. Immer wieder schaute ich auf die Uhr, drehte sich in meinem Kopf alles, wenn wieder einmal von einer anderen Seite auf die Piñata eingedroschen wurde, und sank ich wieder in unruhige Träume.

Und einer dieser Träume brachte mir eine Geschichte.

Nun sollte man meinen, dass ein Autor nie einen Mangel an Geschichten hat. Hat er auch nicht. Alleine mit den potenziellen Sequels zu meinen Romanen könnte ich schon jede Menge Schreibzeit füllen (mal ganz davon abgesehen, dass hier noch zwei angefangene Rohentwürfe unfertig herumliegen). Aber das, was sich da in meinem inneren Flusensieb verfangen hatte, war eine wirklich von vorn bis hinten fertige Geschichte.

Ich hatte das Setting, ich hatte die Handlung, ich hatte den überwiegenden Teil der Personen. Wenn es die schon oft diskutierte Möglichkeit geben würde, die Gedanken aus den Träumen mitzuschreiben oder -zuzeichen, ich hätte ein komplettes Storyboard gehabt.

Und das passiert dann dich nicht so häufig, dass es nicht zumindest bemerkenswert wäre.

Was tat ich also? Ich kämpfte mich aus dem Bett hoch, schlurfte an meinen PC und warf Evernote an. Evernote ist, falls ihr es noch nicht kennt, eine Notizbuchsoftware, die sowohl am Desktop als auch auf dem Smartphone genutzt werden kann und sich miteinander synchronisiert. Danach schrieb ich den kompletten Plot in einem runter.

Nur, um mich danach in einem Dilemma zu befinden.

Wie ihr wisst, kann ich mich im Moment eigentlich nicht beklagen, dass ich nichts zu tun hätte, wenn es um das Schreiben und seine Nebenkriegsschauplätze geht:

  1. Das Manuskript von „Der Morgen danach“ musste im ersten Kapitel noch einmal von Grund auf neu überarbeitet werden.
  2. Ich schreibe an der Geschichte „Die Behüter des Wahren“.
  3. Mit einem Auge suche ich nach einer Möglichkeit, „Der Beobachter und der Turm“ und/oder „Darkride“ an den Mann zu bringen.

Gut Nummer drei zählen wir mal als einen halben Punkt.

Aber was nun tun mit der neuen Kurzgeschichte? Zuerst einmal nachdenken. Mir war klar, dass die Geschichte einerseits nicht so lang werden würde, wie „Die Behüter des Wahren“ sich abzeichnen. Andererseits geht es um ein Thema, das auch nicht mal eben so abzutun ist – ich komme gleich noch darauf.

Natürlich könnte ich die Kurzgeschichte einfach liegen lassen. Schließlich ist sie ja geplottet. Aber: Genau jetzt habe ich das Gefühl noch im Bauch, das ich hatte, als ich diesen Traum geträumt habe. Genau jetzt habe ich noch die Emotionen, die beim Aufschreiben des Plots hoch kamen. Und deswegen ist genau jetzt eigentlich der Zeitpunkt, sie zu schreiben.

Da stand ich also mal wieder mit dreieinhalb Baustellen und im übertragenen Sinne nur einer Schaufel in meinen Händen. Es müssen also Kompromisse geschlossen und Dinge ausprobiert werden.

  1. Das erste Kapitel von „Der Morgen danach“ habe ich heute früh noch einmal überarbeitet und dabei die Anmerkungen meiner Lektorin mit berücksichtigt. Morgen werde ich mir das noch einmal durchlesen und ihr dann wieder zusenden (zusammen mit der schon einmal angesprochenen Änderung im hinteren Teil des Manuskripts).
  2. Ich werde „Die Behüter des Wahren“ weiter schreiben, aber
  3. parallel dazu entsteht auch die neue Kurzgeschichte „Das Kind“. Ich muss sehen, dass ich Zeit und Energie zwischen diesen beiden aufteile. Beide Geschichten sind grundverschieden, so dass sich zumindest die Art zu erzählen nicht gegenseitig negativ beeinflussen dürfte.
  4. Und dann die halbe Verlagssuche … ich werde mich mal ein wenig mit Google beschäftigen und auch mit dem Handbuch für Autorinnen und Autoren, das hier im Schrank steht. Beide bringen mich vielleicht auf Ideen, an wen ich mich wenden könnte und sollte. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, dass sich in meiner Schublade etwas tut.

Also, so sieht es im Moment aus und ja, ich weiß, dass das verdammt viel ist, wenn man nur eine Schaufel in der Hand hat. Aber ich habe in einem Beitrag der vergangenen Woche über meine Motivation geschrieben und dass dazu auch der „Neid“ auf andere Autoren gehört, die anscheinend immer wieder und immer ganz leicht ihre Projekte verwirklichen. Ich weiß, dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht. Aber trotzdem möchte ich etwas gegen dieses Gefühl tun – und das geht nur, indem ich mich auf den Hosenboden setze und „einfach mal“ irgendwas angehe und erledige.

So, das ist jetzt der Plan. Kein ausgeklügelter Plan, aber wenigstens etwas. Bei allen Bauchschmerzen, die ich habe, weil wieder so viele Dinge parallel laufen.

Entlassen mag ich euch aus diesem Sonntagsreport mit dem unkorrigierten Anfang von „Das Kind“. Ich hoffe, dass ich damit ein wenig zeigen kann, wieso es mir wichtig ist, die Atmosphäre so schnell und gut wie mir möglich zu schildern.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und dass ihr von Wetterattacken möglichst verschont bleiben möget. Es sei denn, sie bringen euch gute neue Ideen ein …

Euer Michael

Das Kind

I. Der Zug

Dunkel ist die Welt dort draußen und dunkel ist auch die Welt im Inneren. Das dröhnende Heulen der Klage, das noch vor wenigen Stunden die Luft erfüllte wie die flirrende Masse eines Mückenschwarms über stehendem Gewässer im Frühsommer, ist lange schon in sich zusammengefallen zu einem leisen Flüstern und Murmeln bangender Ungewissheit.
Sie sind nicht mehr als eine verbringbare Masse, das ist jedem dieser Menschen klar, die dicht an dicht gepresst in dem nach menschlichen Ausscheidungen stinkenden Güterwaggon beieinander stehen. Das Vorrecht zu sitzen genießen nur wenige von ihnen, die besonders Alten und die besonders Jungen. Die Kranken sind, teils unter heftigem Protest ihrer Angehörigen, ganz an den Rand gelegt worden. Dorthin, wo sie von der Wärme der Gemeinschaft nicht mehr erreicht werden können.
Vereinzelt hebt sich eine Stimme, die aber von den Umstehenden schnell zur Ruhe gebracht wird. Der Gespensterzug eilt in monotoner Stille seinem Ziel entgegen.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Kickoff und die Tage 1 und 14

Es herrscht wieder Autorenwahnsinn in den sozialen Netzwerken und den Blogs. Das Team vom Schreibwahnsinn hat es sich nicht nehmen lassen, nach der ersten Auflage des munteren Fragespielchens zu Jahresbeginn nun eine Sommeredition aufzulegen. Den Schreiberinnen und Schreibern soll sie dabei helfen, das Sommerloch ein wenig zu stopfen und den Leserinnen und Lesern, die jeweiligen Büchermenschen noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich den Start in die Aktion bestmöglich verschlafen und hänge mich jetzt erst nachträglich hinten an. Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch wieder zu Beiträgen kommt, in denen mehr als eine Frage Beantwortung findet. Ich werde mir aber, anders noch als im Januar, auch die Freiheit erlauben, die eine oder andere Frage einfach auszulassen, wenn sie mich nicht betrifft oder wenn mir zu ihr nichts einfällt. Aber ich denke, das ist schon ganz okay so.

Des Weiteren geht ein „eigener“ Beitrag, der mir unter den Fingernägeln brennt, immer vor. Auch wenn ich das beim letzten Mal nicht ganz durchgehalten habe, was zu massiven Doppelpostings am Tag führte. Aber das wird dann ein wenig zu viel des Guten, fürchte ich.

Nun dann, ohne weitere Vorrede starten wir mal mit „meinem“ Autorenwahnsinn des Sommers 2017:

Tag 01: Woran schreibst du diesen Sommer?

Nächste Frage, bitte. Nein, ernsthaft, ihr habt das Drama ja schon mitbekommen. Ich schreibe im Endeffekt viel zu wenig, aber ich gelobe Besserung. Meine Kurzgeschichte „Die Behüter des Wahren“ ist immer noch ein Thema und zwar eines, dem ich mich nun auch wieder widmen möchte.

Und dann habe ich, für mich selbst auch vollkommen überraschend, gestern noch einmal eine neue Idee für eine Szene in „Der Morgen danach“ bekommen, die jetzt nicht grundlegend neu ist, aber ein wenig Veränderung erfahren wird. Ich erhoffe mir davon, dass der Charakter meines Protagonisten und sein Antrieb noch einmal ein wenig geschärft werden – bevor es dann langsam in Richtung des Showdown geht.

Da muss ich aber natürlich auch wieder in den Clinch mit meiner Lektorin gehen, ob ihr das so überhaupt gefällt. Schauen wir mal!

Ansonsten trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht auch noch einmal eine neue Verlagsbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Die Verlagshomepage ist in meinem Browser jedenfalls seit Wochen in einem eigenen Tab geöffnet und wird brav bei jedem Start mitgeladen 😉 .

Tag 14: #Monday Motivation – Was motiviert dich?

Montags motiviert mich vor allem die Tatsache, dass bald schon wieder Wochenende ist.

Spaß auch hier beiseite. Die größte Motivationsquelle, die ich habe, ist und bleibt mein Blog. Da habe ich das Hohelied ja schon ein paar Mal gesungen. Man mag es als eine spinnerte Idee abtun, ihn so exzessiv mit Inhalten zu fluten, wie ich das tue, aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue eine Erinnerung daran, was ich eigentlich tue und was ich eigentlich tun will. Er erinnert mich jeden Tag ans Schreiben, an meine Projekte, an meinen Traum.

Und dann sind da natürlich die motivierenden Erfolge auf dem Weg. Davon habe ich ja gerade am Samstag erst geschrieben. Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Luftschlösser, die man sich so aufbaut.

Und ja, ich gebe es zu, ein ganz klein wenig werde auch ich durch etwas wie Neid motiviert. Zwar positiver Neid, aber es bleibt Neid. Wenn ich sehe, wie weit andere Autorinnen und Autoren es bereits gebracht haben, dann denke ich mir, dass ich das auch will. Regelmäßige Veröffentlichungen und das ganze Programm. Und sei es nur, dass ich neidisch auf die Traute bin, das alles auch im Zweifel auf eigene Faust im Selfpublishing durchzuziehen.

Hey, nicht falsch verstehen, ich gönne jedem von euch jeden erdenklichen Erfolg! Aber eigener Erfolg und eigene Motivation ist nicht zuletzt auch immer ein Resultat aus diesem „will ich auch“-Gefühl. Denkt ihr nicht auch?

Ich bitte also darum, dass mir das niemand übel nimmt 🙂 .

„Der Morgen danach“: Die Tücken des Lektorats

Es ist schon wieder eine Weile her, dass ich euch etwas davon berichtet habe, wie es mit dem Lektorat von „Der Morgen danach“ aussieht. Das hat aber auch seine Gründe, denn wir sind effektiv noch nicht wirklich weitergekommen. Wobei das Wort „Effektivität“ hier nur die reine Seitenzahl meint, nicht aber das Ergebnis der Bemühungen.

Ich hatte ja vor geraumer Zeit meine Überarbeitung des ersten Abschnitts zurück an meine Lektorin geschickt und dann darauf gewartet, dass ich Nachschub bekomme. Ich hatte davon erzählt. Tatsächlich bekam ich aber eine E-Mail, in der sie mir schreibt, dass sie sich insbesondere mit dem Anfang noch einmal auseinandersetzen will, da dieser, besonders bei Geschichten in der Ich-Perspektive, immer ein Knackpunkt ist.

Und was soll ich sagen: Ich finde es gut, dass sie sich diese Zeit nimmt! Denn das zeigt mir, dass sie sich wirklich für das Projekt einbringt. Natürlich hat das auch etwas damit zu tun, dass sie als Geschäftsführerin des Verlags darauf schauen muss, dass sie sich möglichst keine Gurke ins Verlagsprogramm holt. Aber dennoch gibt es noch einen Unterschied zwischen Engagement und Engagement.

Mir fehlen umfassende Erfahrungen mit einem privat vereinbarten und bezahlten Lektorat. Deswegen kann ich hier nur auf der Basis von Probelektoraten, Leistungsbeschreibungen auf Anbieterseite und Erfahrungsberichten Dritter argumentieren. Aber ich glaube schon, dass es einen Unterschied macht, ob jemand einen Text so lange im Lektorat in die Mangel nimmt, bis alle Beteiligten davon überzeugt sind, oder ob eine Dienstleistung erbracht wird und dem Autor dann ganz alleine benommen ist, was er davon umsetzt und was nicht.

Der von mir schon im letzten Bericht aus dem Lektorat angesprochene Aspekt des miteinander Ringens, Brainstormens und Überlegens ist wahrscheinlich ein anderer, weil man nicht zuletzt auch mit den eigenen Ressourcen (Geld, Arbeit, Zeit) für dieses Projekt einstehen muss.

Damit möchte ich nicht sagen, dass freie Lektoren schlecht wären. Dass mir das bitte niemand in den falschen Hals bekommt! Das, was ich nun bei meinem Verlag bekomme, können diese auch leisten. Und die allermeisten bestimmt auch sehr gut. Es ist am Ende wohl nur eine Frage des Preises, den ich bereit bin, zu bezahlen. Denn in der Regel ist ein, höchstens noch ein zweiter Lektoratsdurchgang in den Preistabellen der freien Lektoren vorgesehen. Alles danach kostet neu zu verhandelnde Extrazahlungen.

Es kann natürlich auch sein, dass die meisten Autoren so eine Betreuung nicht brauchen, weil ihnen zwei Durchgänge locker ausreichen. Vielleicht habe ich auch nur ein besonders schwer zu verdauendes Stück Textanfang geliefert. Ich weiß es nicht. Da muss ich die Rückmeldung abwarten, wie sie konkret ausfallen wird.

Übrigens könnte ich mir gut vorstellen, dass es in großen Verlagen noch einmal anders ist. Ich stelle mir Lektoren vor, die von ihren Autoren schnelle und auf den Punkt gebrachte Änderungen verlangen. Zeit ist Geld, es sind noch zwanzig andere Novitäten für dieses Quartal von der Lektorin zu betreuen und so wird das alles nix. Also keine Widerrede!

Vorurteile?

Nun, irgendwann werde ich es, vielleicht, wissen. Und es euch erzählen. Aber jetzt warte ich erst einmal auf die Dinge, die „Der Morgen danach“ noch so passieren werden, bis irgendwann alle Beteiligten um den reellen oder virtuellen Tisch sitzen und glücklich nicken.

Hoffentlich veröffentlicht jetzt nicht einer meinen Roman!

Das ist im Moment eine meiner größten Schriftsteller-Ängste: Dass jetzt plötzlich jemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen!

Gut, nachdem wir uns alle wieder von diesem Paradoxon erholt haben, sollte ich erklären, was ich damit meine. Und zwar handelt es sich dabei um ein sehr irrationales und dennoch irritierendes Gefühl.

Seit ich wieder so richtig in der Arbeit und im Gespräch an „Der Morgen danach“ bin, betrachte ich Novitäten insbesondere auf dem eBook-Sektor mit irgendwie anderen, misstrauischen Augen. Es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag und Abend damit verbringe, mich bei Amazon durch die Kategorien zu klicken, aber manchmal kommt mir ein Romantitel daher, der auf den ersten Blick so klingt, als könne er etwas mit mir und meiner Geschichte zu tun haben.

Ich habe genügend Bücherblogs abonniert, um eigentlich mindestens einmal in der Woche einen kurzen Schrecken zu kriegen.

Nun muss mir niemand mit der Binsenweisheit kommen, dass Geschichten an sich nichts sind, was man sich schützen lassen kann. Jedenfalls nicht, solange sie noch nicht veröffentlicht sind. Denn bis dahin gelten sie mehr als Ideen und manche dieser Ideen liegen einfach zu einem gewissen Zeitpunkt X in der Luft und werden daher von mehreren Autoren aufgegriffen. Dabei können sogar manchmal ganz spannende Ergebnisse herauskommen.

Aber für meinen Romanerstling brauche ich das Erlebnis nicht unbedingt, wenn ich ganz ehrlich bin. Daher liegt es an mir, die ganze Angelegenheit so zu schleifen und zu formen, dass am Ende ein möglichst unverwechselbares Stück Unterhaltungsliteratur dabei herauskommt. Dieses Ziel zu erreichen eint mich wiederum mit meinem Verlag.

Denn bei aller Spannung, die das zeitgleiche Erscheinen ähnlich gelagerter Romanstoffe erzeugen kann, ist es doch ein Ärgernis, wenn am Ende die Käufer in die Bredouille geraten, sich zwischen dem einen oder dem anderen Buch entscheiden zu müssen. Ich erwarte nämlich, ganz realistisch betrachtet, nicht, dass ich einen neuen Trend setze, in dessen Zug sich auch noch der 871. Zauberlehrling, der 1.283 Glitzervampir oder der 12.381 Sado-Maso-Milliardär verkaufen lässt 😉 .

Womit ich jetzt nichts gegen die wirklich guten Romane unter den Epigonen gesagt haben möchte. Meine Erfahrung zeigt nur, dass die meisten nicht wirklich gut sind. Und da ich nicht der einzige Leser mit entsprechenden Erfahrungen bin, werden es zukünftige Phänomene dieser Art, zumal im realistischen Thrillerbereich, schwerer haben.

Und darin liegt auch die Auflösung des Paradoxons: Wenn mein Roman nur gut genug ist, wenn er eigenständig genug ist, wenn er mitreißend ist, dann ist es egal ob es etwas Ähnliches gibt. Denn niemand kann meinen Roman so schreiben, wie ich ihn geschrieben habe. Es sei denn, er schriebe ab, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Also warten wir ab, ob nicht vielleicht doch irgendjemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen, bevor ich es tun kann. Denn wenn das nicht passiert, dann werde ich der Trendsetter sein, der zuerst da gewesen ist!

Das wäre doch mal was, oder? 😉

Der Sonntagsreport vom 04.06.2017 – Gedruckte Bücher, Aufmerksamkeitsknick und viel zu viel Musik

Guten Tag zusammen und frohe Pfingsten!

So schnell ist also schon wieder eine Woche um. Ich kann im Augenblick geradezu meinen Sommerurlaub auf mich zu rasen sehen und das ist natürlich etwas vollkommen und uneingeschränkt Gutes. Gleichzeitig kann ich aber auch sehen, wie der Reihe nach jede Menge Wochen verstreichen, in denen ich so viel Produktives tun könnte, es aber nur hin und wieder auch tue. Ihr seht schon, das Prokrastinierungsthema ist immer noch ein wenig aktuell.

Aber: Ich tue etwas dagegen. Wie schon angekündigt, habe ich auch mit meinem behandelnden Arzt darüber gesprochen und wir sind überein gekommen, dass es vielleicht nicht schlecht ist, mir da auch ein wenig medikamentös unter die Arme zu greifen. Jetzt sitze ich zwar hier mit teils heftigen Nebenwirkungen, aber die nehme ich (für den Moment) gerne in kauf, wenn danach ein Nachlassen der Antriebsschwäche kommt.

Ihr seht, ich bin mal wieder schonungslos offen und kann nur hoffen, dass dieses Thema bei meinen treuen Lesern gut aufgehoben ist. Andererseits kann ich damit auch offen umgehen, weil ich ja nun einmal einen Beruf habe, bei dem ich nicht davon ausgehen muss, dass ich irgendwann noch einmal in die Verlegenheit komme, meinen Arbeitgeber wechseln zu müssen. Das heißt auch, dass mir nichts zum Nachteil gereichen kann, was ich hier online von mir „preisgebe“.

Aber das nur am Rande. Es passt nur sehr gut zu der Beobachtung, die ich gestern wieder einmal gemacht habe. Ich habe offensichtlich inzwischen eine ziemlich treue „Fangemeinde“, die wirklich darauf wartet, dass ich einen neuen Beitrag auf dem Blog veröffentliche. Denn an Tagen, an denen es keinen Beitrag auf „Mein Traum vom eigenen Buch“ gibt, kommen kaum Besucher hier vorbei. Daraus schließe ich, dass ich nur verhältnismäßig wenige Spontanbesucher und hauptsächlich Stammgäste habe. Gleichzeitig kann ich an der Entwicklung meiner Aufrufszahlen ausmachen, dass diese mit der Zeit immer mehr geworden sind.

An dieser Stelle ist es wieder einmal an der Zeit und mir ein Anliegen, euch allen für eure regelmäßigen Besuche, für eure Likes und eure Kommentare zu danken! Ohne euch würde ich diesen Blog wohl schon lange nicht mehr führen und dabei ist er mir inzwischen mehr als nur ans Herz gewachsen. So wie ihr auch!

(*Gruppenumarmung* . Halt, nicht weglaufen!)

Diese Woche ist dann noch etwas passiert, das für mich auch ein besonderer Moment war. Ich habe zum ersten Mal ein Buch in der Hand gehalten, in dem ein von mir geschriebener Text enthalten ist. Ja, die »Schmerzlos«-Anthologie ist eingetroffen. Sehr ungewohnt, irgendwie surreal, aber auch gut, dieses Gefühl.

Ebenso wie auch das Gefühl, die ersten Lektoratsänderungen abgeschlossen zu haben, die in „Der Morgen danach“ fällig waren. Jetzt kann ich meinen ersten „Packen“ an den Verlag zurückschicken und darauf warten, dass der nächste bei mir eintrifft.

Ihr sehr also, ich mache im Augenblick auch einige neue Erfahrungen, von denen ich für meine weitere Arbeit und „Karriere“ nur profitieren kann! Und auch hier wieder: Ich glaube fast, dass das jetzt alles so schnell aufeinander folgt, dass ich kaum Schritt halten kann, um das alles mal in Ruhe zu verarbeiten. Das wird wohl erst im Laufe der Zeit passieren.

Zeit werde ich auch brauchen, um den ganzen Packen an Musik zu hören, der bei mir kürzlich neu eingezogen ist. Ich bin ja nach wie vor ein Freund davon, Musik auch wirklich zu kaufen. Wir haben zwar einen Streaming-Vertrag mit Amazon Music Unlimited, aber den nutze ich eigentlich nur für Hörspiele. Für den Rest sind es CDs und gekaufte Downloads.

Da aber reBuy – ihr erinnert euch – nicht nur sehr günstige Bücher im Angebot hatte, sondern auch CDs ab 29 Cent, ist auch hier eine erkleckliche Menge zusammengekommen. Nein, ich schreibe jetzt nicht alle Titel auf, das wären mir zu viele 😉 .

Das muss natürlich auch irgendwie gehört werden. Dafür gehe ich hin und rippe mir die einzelnen Titel als MP3-Dateien auf die Festplatte und füge dann alle (!) neuen Alben in den Media Monkey ein, wo ich sie mir in eine eigene Playlist stelle. Und die wird dann nach zunehmender Länge aufsteigend sortiert. Und gehört.

Ja, das gibt ein gewisses Kuddelmuddel. Aber ich hatte immer schon ein Herz für die Shufflefunktion meines CD-Players. Und so kann es durchaus sein, dass ein Stück von Jean-Michel Jarre auf irgendeinen Metalsong von irgendeinem Soundtrack folgt, dem wiederum ein Dancetrack aus den 90ern nacheilt, um schließlich von klassischer Musik abgelöst zu werden.

Diese Playlist dauert im Moment, hust, hust, runde 78 Stunden.

Aber was soll’s, ich habe ja Zeit!

Äh – oder doch nicht? Wie war das gleich am Anfang dieses Beitrags? Jetzt bin ich verwirrt. Ich glaube, ich mache jetzt mal Schluss und versuche, mich zu sortieren.

Ich wünsche euch einen unverwirrten Restsonntag und einen schönen Pfingstmontag!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 28.05.2017 – Ozon liegt in der Luft

Hallo zusammen!

Na, sind das nicht herrliche Sommertage, die wir im Moment haben? Na gut, wem erzähle ich das. Mir ist es auch zu heiß. Außerdem sind ja die Ozonwerte, glaube ich, wieder besonders hoch. Oder ist das nur bei mir in meinem Keller so? Vielleicht liegt es ja daran, dass der Laserdrucker den halben Tag gelaufen ist. Ja, doch, das könnte der Grund sein.

Morgen habe ich den Nachholtermin für die erste Lektoratsbesprechung im Verlag und ich freue mich schon sehr darauf. Dafür musste ich natürlich jetzt ausdrucken, was ich mir an Kommentaren und dergleichen notiert habe. Mal davon abgesehen, dass das Manuskript nun einmal die Diskussionsgrundlage der ganzen Veranstaltung ist.

Ich kann nur noch einmal betonen, dass die Gefühle, die ich habe, sehr widersprüchlich sind. Das liegt, denke ich, daran, dass ein Teil von mir immer noch der Ansicht ist, dass dieser Roman es irgendwie gar nicht verdient hat, veröffentlicht zu werden. Ist natürlich vollkommener Käse und ich weiß das auch. Aber es ist dann einfach sehr, sehr seltsam, wenn man mit „fremden Menschen“ am Tisch sitzt und sich eben über diesen Roman unterhält.

Jedenfalls muss ich mich wohl langsam darum kümmern, meine Vorräte an Druckerpapier wieder ein wenig aufzufüllen, denn ich gehe davon aus, dass ich das Manuskript noch ein paar Mal werde ausdrucken müssen, bevor es dann irgendwann „fertig“ ist.

Drückt mir mal die Daumen, dass es entweder morgen nicht so heiß ist, oder dass zumindest die Autobahnen nicht verstopft sind. Da ich in Stoßrichtung Köln fahre, ist allerdings gerade dieser zweite Wunsch schon einer von der sehr frommen Sorte. Bis jetzt habe ich immer entweder auf der Hinfahrt oder auf der Rückfahrt im Stau gestanden. Bei allen beiden Verlagsbesuchen 😉 .

Was gibt es sonst noch berichtenswertes?

Da ich ja gestern vom Prokrastinieren schrieb, habe ich beschlossen, zumindest zwei Dinge noch in Angriff zu nehmen. Das ist zum einen „Darkride“ und zum anderen die Kurzgeschichte, in der es sich um die Zahl 30 dreht. Wie, die habt ihr schon wieder vergessen? Ja, das hatte ich auch fast, weil ich ja dachte, dass ich die Kriterien für die Ausschreibung nicht erfülle. Aber da die einem steten Wandel zu unterliegen scheinen, kann ich es ja doch vielleicht noch versuchen. Abgabetermin ist inzwischen der 31.05., aber da schreibe ich noch einmal gesondert einen Beitrag.

Und für „Darkride“ werde ich versuchen, mir noch ein oder zwei Meinungen einzuholen, die mir vielleicht dabei helfen, den Problemen mit der Erzählperspektive auf die Schliche zu kommen, die be mir ins Stammbuch geschrieben hat. Man selbst ist da ja doch manchmal betriebsblind. Ach ja, falls jemand unter meinen Lesern sich berufen fühlt, da lässt sich sicherlich was machen 🙂 .

So, und da jetzt gleich das Abendessen auf dem Tisch steht, soll es das an dieser Stelle auch schon wieder gewesen sein mit dem eher knapp gefassten Sonntagsreport. Ich lüfte jetzt den Keller noch einmal ordentlich durch, dann in irgendeiner Form meinen Kopf und morgen geht es frisch und fröhlich ins Lektorat. Ich werde euch berichten!

Habt einen guten Start in die Woche.

Euer Michael

„Der Morgen danach“: Im Selbstlektorat

Heute in einer Woche ist es soweit und ich habe den ersten „echten“ Lektoratstermin meines Lebens. Dann werde ich mich mit den Macherinnen bei Scylla zusammensetzen und wir schauen mal, wo und wie wir meinem Manuskript mit dem Arbeitstitel „Der Morgen danach“ (den ich schrecklich vermissen werde) zu Leibe rücken müssen.

Ja, ich glaube, ich kann behaupten, ein wenig aufgeregt zu sein. Bis jetzt war alles mehr oder weniger einfach. Das Manuskript wurde angeschaut, für gut befunden und eingekauft. Aber jetzt geht es in die Tiefe. Jetzt geht es an die kleinen und großen Kleinigkeiten. Und ich werde mich vielleicht auch von der einen oder anderen lieb gewonnenen Idee ein wenig trennen müssen.

Ich weiß es nicht.

Aber auf jeden Fall steht fest, dass ich eine derart intensive Textarbeit an einem meiner Texte noch nicht mitgemacht habe. Deswegen bin ich dankbar dafür, dass sich der Verlag in Schlagdistanz von meinem Wohnort Duisburg befindet und ich mal eben für ein paar Stunden hinfahren kann, um gemeinsam den Weg abzustecken.

Ich habe eine Menge Fragezeichen in meinem Kopf, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt. Über ein paar Punkte haben wir bei meinem letzten Kurzbesuch im April schon gesprochen, andere kommen jetzt dazu.

Bei dem erwähnten Termin im April wurde mir geraten, dass ich mir selbst den Text noch einmal vornehme und mir notiere, wo ich eventuell Fragen habe, wo ich Veränderungen sehe und wo ich, wenn machbar, keine Veränderungen haben möchte.

Und so befinde ich mich im Moment quasi in einer Art „Selbstlektorat“. Das bedeutet, dass ich den Text von A bis Z noch einmal durchgehe und mir in Form von Kommentaren Anmerkungen und Fragen an den Rand schreibe, wie es eine Lektorin unter anderem auch tun würde.

In meiner Vorstellung sitzen wir dann nächste Woche in trauter Runde, jeder hat eine Ausfertigung des Manuskripts vor sich, und wir gehen zusammen die Änderungen durch, die zu machen sind. Und können natürlich direkt darüber sprechen, diskutieren und auch verhandeln.

Lektorat bedeutet ja nicht, dass jeder Änderungswunsch sklavisch umgesetzt werden muss. Es bedeutet allerdings sehr wohl, dass ich mir diese Wünsche anhöre und dann zum Wohle des Romans abwäge, ob er sinnvoll ist oder nicht. Ja, zum Wohle des Romans – nicht etwa zu meinem Wohl. Ich als Person stehe hinter dem geschriebenen Wort zurück. So sehe ich meine Rolle. Und eine gute Lektorin wird es nicht anders handhaben, denn es geht ja darum, den bestmöglichen Text auf die Welt los zu lassen.

In meinem Selbstlektorat habe ich schon gemerkt, dass ich, in Voraussicht darauf, bald eine solche Textanalyse durchführen zu können, einige Passagen meines Romans markiere, die mich eigentlich schon seit längerem stören, ohne dass ich mich dazu durchringen konnte, sie entweder zu verändern oder zu löschen. Sie sind seit inzwischen fünf oder sechs Iterationen des Romanentwurfs vorhanden, ohne dass ich eindeutig Stellung zu ihnen beziehen kann.

Es hatte etwas erleichterndes, diese Passagen jetzt zu markieren und damit zur Diskussion stellen zu können.

Ja, doch, ich bin gespannt darauf, wie es weitergehen wird. Und was dieses erste Lektorat meines Lebens mit mir und meiner Herangehensweise an die Manuskriptarbeit machen wird.

Heute in einer Woche werde ich es wissen.