Offline sein hat auch seine Vorteile

Wie ihr wisst, habe ich ja in dieser Woche Urlaub. Eine Menge Zeit, um Dinge zu machen, zu denen man sonst nicht kommt um Zeit zu verplempern. Insbesondere in Bezug auf das Schreiben habe ich in dieser Woche mal wieder so gut wie nichts auf die Reihe bekommen. Wenn ich dafür einen Grund benennen müsste, dann wäre es vielleicht der fehlende Fokus, den ich zurzeit auf ein Projekt lenken kann. Soll ich mich erst weiter an meinem aktuellen Roman versuchen? Die Agenturbewerbungen für „Der Beobachter und der Turm“ vorantreiben? Und wie steht das überhaupt mit dem Lektorat von „Der Morgen danach“?

Hierfür hatte ich mir ja einige Notizen gemacht, die ich gestern alle mit meinem Lektor, soweit es uns möglich war, durchgegangen bin, so dass feststand, dass ich ab sofort keine Ausrede mehr hatte loslegen konnte.

Mit ein wenig gemischten Gefühlen habe ich mich also heute Mittag an meinen Rechner gesetzt, eine neue Fassung des Dokuments erstellt und angefangen, die gewünschten Änderungen zu sichten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, falls ihr schon einmal in ähnlicher Lage wart, aber mir kommt es beim ersten Durchblättern immer so vor, als ob ich Stunden über Stunden mit Umschreiben, Abändern und neu verfassen verbringen müsste.

Und das ist nicht gerade eben motivierend.

Trotzdem habe ich mich also an die Arbeit gemacht, weil ich mir hinterher nicht selber nachsagen wollte, ich hätte in meinem Urlaub überhaupt nichts sinnvolles angestellt.

Der Anfang gestaltete sich ein wenig zäh, weil gerade auf den ersten paar Seiten viel Arbeit auf mich wartete. Wir setzen alles mit vereinten Kräften daran, diesen Einstieg so packend (und plausibel) für den Leser hinzukriegen, wie es nur irgendwie geht. Entsprechend umfangreich sind die Eingriffe, die ich vorzunehmen hatte und auch der Zeitaufwand war erheblich.

Irgendwann, so ungefähr um 14 Uhr, hatte ich dann die ersten 10, 12 Seiten soweit im Kasten. Und eigentlich hatte ich an der Stelle vor, es für den Moment heute gut sein zu lassen. Ganz nach dem Motto: Da ist Zeit, die sinnlos verplempert werden will!

Dann allerdings fiel mein Blick auf ein blinkendes Licht im Regal zu meiner Linken. Und wenn es da blinkt, dann meint das für unsere Internetverbindung nichts Gutes, denn dann meldet der Router eine Störung. Und so war es dann auch. Ein Anruf bei der Telekom brachte heraus, dass es eine großangelegte Störung im Duisburger Raum gab, von der auch wir betroffen waren.

Nun, es hätte ja auch noch genügend andere Möglichkeiten gegeben, Zeit totzuschlagen. Aber ich hatte mich gedanklich eben aufs Internet versteift. Zielloses Surfen und abarbeiten von Feeds und Mails voraus! Ging jetzt nicht.

Also bin ich an meinem Text dran geblieben. Und als circa drei Stunden später das Internet wieder funktionierte, hatte ich, alles in allem, dreißig Seiten des lektorierten Texts abgearbeitet. Damit fehlen mir nur noch sechzehn weitere Seiten, bis ich die ersten fünf Kapitel wieder an den Verlag zurückschicken kann. Sechzehn Seiten in drei Tagen – klingt doch soweit erst einmal machbar, findet ihr nicht auch?

Ich kann also nur bestätigen und unterschreiben, was sowieso schon als Binsenweisheit die Runde macht: Wenn man zwischendurch mal die Verbindung zum Internet kappt, dann kann man gleich viel produktiver arbeiten. Gut, mit Ausnahme des einen Moments, wo ich dringend etwas nachschlagen wollte und mich erst nach etwa einer Minute daran erinnerte, dass ja immer noch das Lämpchen blinkte 😉 .

Jetzt schwanke ich, ob ich morgen einfach mal bewusst den Stecker ziehen sollte. Aber dann bekomme ich wahrscheinlich Ärger mit meiner Frau, die auf ihre ganz eigene Weise Zeit verplempern im Internet verbringen wollte.

Das Autorenleben ist schon eines der Härtesten, findet ihr nicht?

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Der Sonntagsreport vom 17.12.2017: Hat doch gar nicht weh getan

Hallo liebe Blogbesucher!

Na, wie habt ihr den dritten Advent verbracht? Habt ihr euch auch, wie wahrscheinlich so viele, in den Trubel gestürzt, weil ja vielerorts ein verkaufsoffener Sonntag war? Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was in den großen Einkaufszentren der Gegend, wie dem CentrO in Oberhausen oder auch dem Zentrum am Limbecker Platz in Essen los gewesen ist. Aber ja: In einer Woche ist Heiligabend und man kann das Parfüm und die Krawatte ja nicht immer auf den letzten Drücker kaufen.

Ich selbst habe alle Weihnachtsgeschenke inzwischen zusammen und bin ziemlich glücklich darüber. Ich werde nämlich schon so langsam nervös, wenn das zur Dezembermitte nicht der Fall ist. Auch wenn in der schönen neuen Internetwelt der Versandhändler mit dem großen „A“ gegen einen entsprechenden Obolus auch Lieferungen am Tag der Bestellungen durchführt. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden die Verkaufsfahrer des im Aufbau befindlichen eigenen Lieferdienstes wahrscheinlich dazu verdonnert werden, sich in Weihnachtsmann- oder Christkind-Kostüme zu quetschen, und an Heiligabend bis unter den Baum zu liefern.

Nun, das ist Zukunftsmusik.

Vergangenheit ist dagegen, dass ich an der zweiten Etappe des Lektorats von „Der Morgen danach“ gearbeitet habe. Ich hatte ja in den letzten Beiträgen zum Thema so ein wenig anklingen lassen, dass ich Probleme damit hätte. Aber wie so oft im Leben ist es so gewesen, dass ich mich nur mal, aufraffen musste.

Und das hat gestern und heute gut geklappt. Ich bin in einen kleinen Flow geraten, was die Überarbeitung angeht, und habe deswegen mit den Anmerkungen meiner Lektorin irgendwann auch gar keine Schwierigkeiten mehr gehabt. Die resultierten nämlich größtenteils daraus, dass ich gar nicht den passenden Blick auf den Text hatte. Und ich habe wieder die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, konzentrierte und zielgerichtete Textarbeit zu betreiben, wenn man im Kopf blockiert ist.

Es war eine gute Entscheidung, mir selber ins Stammbuch zu schreiben, dass spätestens jeden zweiten Tag irgendwas Schriftstellermäßiges zu geschehen hat. Dass das vorher nicht so gewesen ist, mögen mir die Hardliner und Unverständigen als Nachlässigkeit und mangelnde Professionalität auslegen. Sei es drum. Ich denke, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und es kann sehr gut sein, dass ich meinen jetzt gefunden habe.

Jedenfalls kann ich morgen die entsprechenden Passagen in die Post geben und habe damit den Kopf vorläufig wieder für andere Dinge frei. Am Ende hat es auch gar nicht weh getan.

Ich möchte auf jeden Fall noch in diesem Jahr die erste Agenturbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ auf die Reise schicken. Ja, ich habe mich dazu entschlossen, es zuerst mit einer einzelnen Agentur und der geforderten Exklusivität zu versuchen. Wenn so die Spielregeln sind, dann muss ich mich eben daran halten.

Und was macht das Schreiben? Da sind mein Kurzroman und meine Kurzgeschichte. Und beides kommt im Moment nicht wirklich aus den Puschen. Ich glaube, es war ein Irrglaube von mir, zwei so unterschiedliche Projekte gleichzeitig stemmen zu können. Oder sie gleichzeitig zu allem anderen stemmen zu können, was da sonst noch anliegt und angelegen hat.

Welchen der beiden Texte ich nun vorziehe, habe ich noch nicht abschließend entschieden. Es gibt eine Tendenz, aber davor steht auf jeden Fall die Bewerbung. Nicht wieder alles gleichzeitig. Also brauche ich mich auch jetzt noch nicht festzulegen.

Festlegen musste ich mich im Laufe der letzten Wochen auf die eine oder andere Personalentscheidung in dem Autorenverein, in dem ich Mitglied bin. Es stehen Vorstandswahlen an und es zeigte sich sehr deutlich, dass Autoren auch nur Kaninchenzüchter oder Kleingärtner sind. Soll sagen: So sehr unterscheiden sich die Vereine, die Strukturen und auch der Umgang miteinander gar nicht.

In mir rumort es, offen gestanden, ein wenig. Ich hätte da was zu sagen, bevor in dieser Woche ein neuer Vorstand gewählt wird, aber ich weiß nicht, ob es jemand hören will. Schließlich bin ich nur ein ganz normales Mitglied, habe weder das schönste Kaninchen gezüchtet, noch die größten Kartoffeln im Beet.

Nun, wir werden sehen. Ich wollte es aber auf jeden Fall hier hinschreiben, weil es mich halt beschäftigt. Und der Sonntagsreport dient vor allem ja auch dem, mir Dinge aus dem Kopf zu schreiben, die mich beschäftigen. Damit ich entweder damit abschließen kann, oder halt um einen Schritt in meiner Entscheidungsfindung weiter zu kommen.

Damit wollen wir es für heute dann auch wieder bewenden lassen. Ich wünsche euch, dass ihr die letzte Woche vor Weihnachten genießen könnt. Die Besinnlichkeit fängt für die meisten von uns ja erst am 24.12. kurz vor dem Gänsebraten an. Aber vielleicht klappt es ja dieses Jahr mit einer Veränderung dieses Umstands.

Lasst euch nicht stressen!

Euer Michael

Arbeit oder Vergnügen – oder doch beides?

Im Moment befinde ich mich in den letzten Zügen, was den momentanen Zwischenstand des Lektorats von „Der Morgen danach“ angeht. Ich hatte ja schon einmal berichtet, dass ich da step by step die aktuellen Änderungsvorschläge und -wünsche meiner Lektorin bekomme und die dann, so gut es mir eben möglich ist, abarbeite.

Jetzt gehe ich ja, wie ich ebenfalls berichtet habe, gerade durch eine etwas schwierige Phase, was das Schreiben in all seinen Facetten anbelangt. Es fällt mir wesentlich leichter, mich ablenken zu lassen und daher nicht darum zu kümmern, als es wirklich einfach mal zu tun.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich im Moment sehr gerne vor meinem Fernseher versumpfe. Vor langer, langer Zeit erzählte ich euch hier auf dem Blog, dass ich das Konzept „Serie schauen“, das für viele Menschen so eine enorme Bedeutung zu haben scheint, nie ganz zu packen bekommen habe. Ich bin immer mehr ein Filmfreak gewesen, der es durchaus zu schätzen weiß, wenn eine Handlung nach knackigen 120 Minuten abgeschlossen ist. Ausnahmen wie etwa die Star-Trek-Serien bis einschließlich „Voyager“ oder auch „Heroes“ bildeten die Regel.

Und selbst in Bezug auf diese Serien war ich eher ein untypischer Zuschauer. Denn viele sehen ihre Serien ja heute in einem Rutsch und inhalieren eine komplette Staffel an einem einzigen Wochenende. Für mich unvorstellbar.

Um zu illustrieren, wie unvorstellbar das ist, kann ich euch erzählen, wie ich die erste Staffel von „Arrow“, der Serie um den DC-Superhelden, gesehen habe. Ich habe damit im August angefangen und, man höre und staune, auch im August wieder aufgehört. Nur, dass das eine Datum im Jahr 2016 und das andere im Jahr 2017 lag 😉 .

In der Zwischenzeit habe ich nicht etwa eine andere Serie eingeschoben, sondern ich habe ausschließlich Filme gesehen. Wenn ich denn die Zeit dafür hatte, oder sie mir nahm.

Jetzt könnt ihr euch bestimmt besser vorstellen, wie ungewöhnlich das ist, was gerade passiert: Zu meinem Geburtstag im Juli habe ich die erste Staffel von „The Walking Dead“ geschenkt bekommen. Eine Serie, bei der ich immer irgendwie das Gefühl hatte, sie könne mir gefallen, bei der ich aber gleichzeitig größte Bedenken hatte. Lebende Tote im Fernsehen? Auf welchem Niveau sollte sich das schon bewegen. So etwas funktioniert nur, wenn man bereit ist, auch Härten und Gewalt zu zeigen.

Nun gut, ich gab der Serie eine Chance. Das muss so im frühen Oktober gewesen sein. Noch während der sehr kurzen ersten Staffel orderte ich mir Staffel zwei und drei bei reBuy. Immer noch mit dem Gedanken, dass ich damit, bei meinem Sehverhalten (und jeder Menge anderer ungesehener Serien im Regal), eine lange Zeit auskommen würde.

Tja, dann kam der Halloween-Tag mit meinem Filmmarathon und am nächsten Abend, also dem 01.11., begann ich mit der zweiten Staffel von „The Walking Dead“. Jetzt haben wir den 14.12. und ich fange wahrscheinlich heute Abend mit Staffel sechs an.

Gemessen an dem, was Hardcore-Seriengucker ableisten, ist das immer noch ein gemütliches Tempo. Aber für mich ist es absoluter Wahnsinn. Und es ist ein ziemlicher Faktor, der mir auch Zeit für das Schreiben bzw. das Überarbeiten wegnimmt – das muss ich ganz klar einräumen.

An manchen Abenden, wenn ich schon einen langen Arbeitstag in den Knochen habe (*), fehlt mir schlicht und ergreifend die Energie, um mich noch an den Schreibtisch zu setzen und mich mit meiner Geschichte zu befassen. Das sind die Momente, in denen ich mich frage, wie andere das wohl hinbekommen. Oder auch, wie ich selbst das früher hinbekommen habe. An diesen Tagen ist es nur zu leicht, einfach abzuschalten, sich ein wenig berieseln zu lassen und dann irgendwann halbwegs entspannt ins Bett zu gehen.

Ja, ich weiß, dass es auch dazu gehört, mit seinen Kräften haus zu halten. Wenn ich permanent versuchen würde, meine Grenzen auszuloten, dann wäre die Gefahr real, dass ich irgendwann über diese Grenzen hinaus gehe. Und das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein. Nicht bei einer kreativen Tätigkeit wie dem Schreiben und dem Überarbeiten.

Aber ich habe immer, ihr kennt mich, ein latent schlechtes Gewissen verspürt, wenn es dann der zweite Tag war, an dem ich nichts getan habe. Oder vielleicht auch schon der dritte. Manchmal wünsche ich mir dann beinahe so etwas wie eine „Deadline“, der ich mich zu unterwerfen habe, weil der Druck mir vielleicht dabei helfen würde, mich aufzuraffen. Nur würde das auch nichts daran ändern, dass der Kräfteverschleiß ja da ist.

Nein, ich muss schauen, dass ich selbst, ganz für mich, einen Rhythmus hinkriege, der beides zulässt: Entspannung und Erfüllung der anstehenden Arbeiten. Deswegen möchte ich es jetzt auf folgende Weise versuchen:

Ich habe im Normalfall an den Werktagen jeden Abend so ab 20 Uhr verlässlich Zeit, mich um meinen Kram zu kümmern. Dann beginnt bei uns die sogenannte „Elternzeit“, in der Mama und Papa nur dann gestört werden sollen, wenn gerade das Haus abbrennt oder eines der Kinder unter einen Schrank geraten ist, oder sonstige Dinge dieser Art 😉 .

Ich werde nun versuchen, einen abwechselnden Rhythmus einzuführen. An einem Abend kümmere ich mich mindestens eine Stunde um meinen Roman oder was sonst so ansteht, dafür kann ich am nächsten Abend zum Beispiel eine Folge meiner Serie schauen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Die Zeit, die danach noch bis zum Schlafengehen ist, steht zur freien Verfügung. Irgendwann muss ich ja z.B. auch eure Blogs lesen und manchmal schalte ich den PC sogar aus 😉 .

Bis jetzt klappt das eigentlich ganz gut – vor allem auf der psychologischen Ebene. Denn den meisten Druck mache ich mir in der gegenwärtigen Konstellation ja halt selbst.

Dazu kommt noch eine weitere Komponente, wie ich festgestellt habe: Auch die Arbeit an meinen Projekten macht auf einmal wieder wesentlich mehr Spaß, weil sie einen festen Rahmen und eine feste Taktung in meinem Zeitplan haben, bei dem ich mir keine Gedanken machen muss, ob nicht gerade etwas anderes eher dran wäre. Und ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich gerade etwas andere vernachlässige. Weil alles zu seinem Recht kommt.

Somit hoffe ich, am Ende drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  1. Ich komme endlich mit meiner Schreiberei wieder auf einen grünen Zweig
  2. Ich kann mir problemlos erlauben, auch mal einen Abend wirklich frei zu machen
  3. Ich habe dadurch wesentlich mehr Spaß an dem, was ich da gerade mache

Wie gesagt, noch läuft gewissermaßen die Erprobungsphase. Aber bis jetzt stehen die Sterne günstig. Ein leichtes Däumchendrücken kann dennoch nicht schaden 🙂 . Damit am Ende Arbeit und Vergnügen vielleicht sogar wieder zwei Seiten derselben Medaille darstellen.


(*) Hier bitte einen Beamtenwitz eurer Wahl einfügen. Oder gerne in die Kommentare damit! Es würde mich allerdings wundern, wenn ihr einen findet, den ich noch nicht kannte 😀 .

Verzögerungen aus vorausgehender Fahrt

Wer von euch hin und wieder das (Miss-)Vergnügen hat, an einem x-beliebigen Bahnhof zu stehen und auf einen Zug zu warten, der eigentlich schon lange hätte da sein sollen, der wird sicherlich die folgende oder eine ähnliche Durchsage kennen:

An Gleis drei: Bitte beachten Sie, ICE 40923 nach Buxtehude heute circa zehn Minuten später. Grund dafür sind Verzögerungen aus vorausgehender Fahrt.

So oder in der Art könnte ich auch eine Meldung hier im Blog bezüglich der Antwort auf eure Kommentare oder neuer Beiträge abgeben.

In den letzten Tagen hatte ich einiges mit Textarbeit zu tun. Da war das Lektorat für „Der Morgen danach“, wo ich eine Teillieferung fertig bearbeitet und an den Verlag zurückgeschickt habe, und da war/ist ein Vorgang auf der Arbeit, der auch viel mit Texten zu tun hat und in den ich voll involviert bin. Weil ich mich ja so gut mit Texten auskenne.

Das führt dazu, dass ich ansonsten, was Schreiben am PC angeht, im Moment ziemlich unmotiviert und auch recht müde bin. Deswegen kann es schon mal ein wenig länger dauern, bis ihr von mir hört. Wegen der vorausgehenden Arbeit. Aber keine Sorge, ich verschwinde nicht und die Antworten kommen auch früher oder später. Genauso wie der komische Zug, auf den man wartet, irgendwann doch noch ankommt.

Meistens jedenfalls …

Der Sonntagsreport vom 20.08.2017 – Dreieinhalb Baustellen und nur eine Schaufel

Hallo zusammen,

schon wieder ist Sonntag und schon wieder ist es Zeit für einen entsprechenden Report. Bald gehen hier in NRW die Kinder wieder in die Schule und damit ist dann der Alltag im heimeligen Haus wieder vollends hergestellt. Die letzten Wochen fühlten sich doch ein wenig seltsam an – auch die Tage, an denen ich schon wieder arbeiten gehen musste.

Das Wetter da draußen schlägt ja auch munter eine Kapriole nach der anderen und auch wenn ich normalerweise nicht zu denen gehöre, die über das Wetter bloggen, muss ich doch kurz darauf zu sprechen kommen. Schließlich hat es dafür gesorgt, dass ich am Donnerstag eine berufliche Auszeit „genossen“ habe, die mir immerhin etwas eingebracht hat.

Als ich Donnerstag aus unruhigen Träumen erwachte, fühlte sich mein Schädel wie eine Piñata an, auf die mit mindestens drei Baseballschlägern gleichzeitig eingeknüppelt wurde. Also habe ich mich krank gemeldet und wieder umgedreht. Nur, um keinen wirklich erholsamen Schlaf zu finden.

Zwar bin ich immer wieder weggeduselt, aber das mir ansonsten typischer Weise gelingende „Gesundschlafen“ klappte nur in Ansätzen. Immer wieder schaute ich auf die Uhr, drehte sich in meinem Kopf alles, wenn wieder einmal von einer anderen Seite auf die Piñata eingedroschen wurde, und sank ich wieder in unruhige Träume.

Und einer dieser Träume brachte mir eine Geschichte.

Nun sollte man meinen, dass ein Autor nie einen Mangel an Geschichten hat. Hat er auch nicht. Alleine mit den potenziellen Sequels zu meinen Romanen könnte ich schon jede Menge Schreibzeit füllen (mal ganz davon abgesehen, dass hier noch zwei angefangene Rohentwürfe unfertig herumliegen). Aber das, was sich da in meinem inneren Flusensieb verfangen hatte, war eine wirklich von vorn bis hinten fertige Geschichte.

Ich hatte das Setting, ich hatte die Handlung, ich hatte den überwiegenden Teil der Personen. Wenn es die schon oft diskutierte Möglichkeit geben würde, die Gedanken aus den Träumen mitzuschreiben oder -zuzeichen, ich hätte ein komplettes Storyboard gehabt.

Und das passiert dann dich nicht so häufig, dass es nicht zumindest bemerkenswert wäre.

Was tat ich also? Ich kämpfte mich aus dem Bett hoch, schlurfte an meinen PC und warf Evernote an. Evernote ist, falls ihr es noch nicht kennt, eine Notizbuchsoftware, die sowohl am Desktop als auch auf dem Smartphone genutzt werden kann und sich miteinander synchronisiert. Danach schrieb ich den kompletten Plot in einem runter.

Nur, um mich danach in einem Dilemma zu befinden.

Wie ihr wisst, kann ich mich im Moment eigentlich nicht beklagen, dass ich nichts zu tun hätte, wenn es um das Schreiben und seine Nebenkriegsschauplätze geht:

  1. Das Manuskript von „Der Morgen danach“ musste im ersten Kapitel noch einmal von Grund auf neu überarbeitet werden.
  2. Ich schreibe an der Geschichte „Die Behüter des Wahren“.
  3. Mit einem Auge suche ich nach einer Möglichkeit, „Der Beobachter und der Turm“ und/oder „Darkride“ an den Mann zu bringen.

Gut Nummer drei zählen wir mal als einen halben Punkt.

Aber was nun tun mit der neuen Kurzgeschichte? Zuerst einmal nachdenken. Mir war klar, dass die Geschichte einerseits nicht so lang werden würde, wie „Die Behüter des Wahren“ sich abzeichnen. Andererseits geht es um ein Thema, das auch nicht mal eben so abzutun ist – ich komme gleich noch darauf.

Natürlich könnte ich die Kurzgeschichte einfach liegen lassen. Schließlich ist sie ja geplottet. Aber: Genau jetzt habe ich das Gefühl noch im Bauch, das ich hatte, als ich diesen Traum geträumt habe. Genau jetzt habe ich noch die Emotionen, die beim Aufschreiben des Plots hoch kamen. Und deswegen ist genau jetzt eigentlich der Zeitpunkt, sie zu schreiben.

Da stand ich also mal wieder mit dreieinhalb Baustellen und im übertragenen Sinne nur einer Schaufel in meinen Händen. Es müssen also Kompromisse geschlossen und Dinge ausprobiert werden.

  1. Das erste Kapitel von „Der Morgen danach“ habe ich heute früh noch einmal überarbeitet und dabei die Anmerkungen meiner Lektorin mit berücksichtigt. Morgen werde ich mir das noch einmal durchlesen und ihr dann wieder zusenden (zusammen mit der schon einmal angesprochenen Änderung im hinteren Teil des Manuskripts).
  2. Ich werde „Die Behüter des Wahren“ weiter schreiben, aber
  3. parallel dazu entsteht auch die neue Kurzgeschichte „Das Kind“. Ich muss sehen, dass ich Zeit und Energie zwischen diesen beiden aufteile. Beide Geschichten sind grundverschieden, so dass sich zumindest die Art zu erzählen nicht gegenseitig negativ beeinflussen dürfte.
  4. Und dann die halbe Verlagssuche … ich werde mich mal ein wenig mit Google beschäftigen und auch mit dem Handbuch für Autorinnen und Autoren, das hier im Schrank steht. Beide bringen mich vielleicht auf Ideen, an wen ich mich wenden könnte und sollte. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, dass sich in meiner Schublade etwas tut.

Also, so sieht es im Moment aus und ja, ich weiß, dass das verdammt viel ist, wenn man nur eine Schaufel in der Hand hat. Aber ich habe in einem Beitrag der vergangenen Woche über meine Motivation geschrieben und dass dazu auch der „Neid“ auf andere Autoren gehört, die anscheinend immer wieder und immer ganz leicht ihre Projekte verwirklichen. Ich weiß, dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht. Aber trotzdem möchte ich etwas gegen dieses Gefühl tun – und das geht nur, indem ich mich auf den Hosenboden setze und „einfach mal“ irgendwas angehe und erledige.

So, das ist jetzt der Plan. Kein ausgeklügelter Plan, aber wenigstens etwas. Bei allen Bauchschmerzen, die ich habe, weil wieder so viele Dinge parallel laufen.

Entlassen mag ich euch aus diesem Sonntagsreport mit dem unkorrigierten Anfang von „Das Kind“. Ich hoffe, dass ich damit ein wenig zeigen kann, wieso es mir wichtig ist, die Atmosphäre so schnell und gut wie mir möglich zu schildern.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und dass ihr von Wetterattacken möglichst verschont bleiben möget. Es sei denn, sie bringen euch gute neue Ideen ein …

Euer Michael

Das Kind

I. Der Zug

Dunkel ist die Welt dort draußen und dunkel ist auch die Welt im Inneren. Das dröhnende Heulen der Klage, das noch vor wenigen Stunden die Luft erfüllte wie die flirrende Masse eines Mückenschwarms über stehendem Gewässer im Frühsommer, ist lange schon in sich zusammengefallen zu einem leisen Flüstern und Murmeln bangender Ungewissheit.
Sie sind nicht mehr als eine verbringbare Masse, das ist jedem dieser Menschen klar, die dicht an dicht gepresst in dem nach menschlichen Ausscheidungen stinkenden Güterwaggon beieinander stehen. Das Vorrecht zu sitzen genießen nur wenige von ihnen, die besonders Alten und die besonders Jungen. Die Kranken sind, teils unter heftigem Protest ihrer Angehörigen, ganz an den Rand gelegt worden. Dorthin, wo sie von der Wärme der Gemeinschaft nicht mehr erreicht werden können.
Vereinzelt hebt sich eine Stimme, die aber von den Umstehenden schnell zur Ruhe gebracht wird. Der Gespensterzug eilt in monotoner Stille seinem Ziel entgegen.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Kickoff und die Tage 1 und 14

Es herrscht wieder Autorenwahnsinn in den sozialen Netzwerken und den Blogs. Das Team vom Schreibwahnsinn hat es sich nicht nehmen lassen, nach der ersten Auflage des munteren Fragespielchens zu Jahresbeginn nun eine Sommeredition aufzulegen. Den Schreiberinnen und Schreibern soll sie dabei helfen, das Sommerloch ein wenig zu stopfen und den Leserinnen und Lesern, die jeweiligen Büchermenschen noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich den Start in die Aktion bestmöglich verschlafen und hänge mich jetzt erst nachträglich hinten an. Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch wieder zu Beiträgen kommt, in denen mehr als eine Frage Beantwortung findet. Ich werde mir aber, anders noch als im Januar, auch die Freiheit erlauben, die eine oder andere Frage einfach auszulassen, wenn sie mich nicht betrifft oder wenn mir zu ihr nichts einfällt. Aber ich denke, das ist schon ganz okay so.

Des Weiteren geht ein „eigener“ Beitrag, der mir unter den Fingernägeln brennt, immer vor. Auch wenn ich das beim letzten Mal nicht ganz durchgehalten habe, was zu massiven Doppelpostings am Tag führte. Aber das wird dann ein wenig zu viel des Guten, fürchte ich.

Nun dann, ohne weitere Vorrede starten wir mal mit „meinem“ Autorenwahnsinn des Sommers 2017:

Tag 01: Woran schreibst du diesen Sommer?

Nächste Frage, bitte. Nein, ernsthaft, ihr habt das Drama ja schon mitbekommen. Ich schreibe im Endeffekt viel zu wenig, aber ich gelobe Besserung. Meine Kurzgeschichte „Die Behüter des Wahren“ ist immer noch ein Thema und zwar eines, dem ich mich nun auch wieder widmen möchte.

Und dann habe ich, für mich selbst auch vollkommen überraschend, gestern noch einmal eine neue Idee für eine Szene in „Der Morgen danach“ bekommen, die jetzt nicht grundlegend neu ist, aber ein wenig Veränderung erfahren wird. Ich erhoffe mir davon, dass der Charakter meines Protagonisten und sein Antrieb noch einmal ein wenig geschärft werden – bevor es dann langsam in Richtung des Showdown geht.

Da muss ich aber natürlich auch wieder in den Clinch mit meiner Lektorin gehen, ob ihr das so überhaupt gefällt. Schauen wir mal!

Ansonsten trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht auch noch einmal eine neue Verlagsbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Die Verlagshomepage ist in meinem Browser jedenfalls seit Wochen in einem eigenen Tab geöffnet und wird brav bei jedem Start mitgeladen 😉 .

Tag 14: #Monday Motivation – Was motiviert dich?

Montags motiviert mich vor allem die Tatsache, dass bald schon wieder Wochenende ist.

Spaß auch hier beiseite. Die größte Motivationsquelle, die ich habe, ist und bleibt mein Blog. Da habe ich das Hohelied ja schon ein paar Mal gesungen. Man mag es als eine spinnerte Idee abtun, ihn so exzessiv mit Inhalten zu fluten, wie ich das tue, aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue eine Erinnerung daran, was ich eigentlich tue und was ich eigentlich tun will. Er erinnert mich jeden Tag ans Schreiben, an meine Projekte, an meinen Traum.

Und dann sind da natürlich die motivierenden Erfolge auf dem Weg. Davon habe ich ja gerade am Samstag erst geschrieben. Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Luftschlösser, die man sich so aufbaut.

Und ja, ich gebe es zu, ein ganz klein wenig werde auch ich durch etwas wie Neid motiviert. Zwar positiver Neid, aber es bleibt Neid. Wenn ich sehe, wie weit andere Autorinnen und Autoren es bereits gebracht haben, dann denke ich mir, dass ich das auch will. Regelmäßige Veröffentlichungen und das ganze Programm. Und sei es nur, dass ich neidisch auf die Traute bin, das alles auch im Zweifel auf eigene Faust im Selfpublishing durchzuziehen.

Hey, nicht falsch verstehen, ich gönne jedem von euch jeden erdenklichen Erfolg! Aber eigener Erfolg und eigene Motivation ist nicht zuletzt auch immer ein Resultat aus diesem „will ich auch“-Gefühl. Denkt ihr nicht auch?

Ich bitte also darum, dass mir das niemand übel nimmt 🙂 .

Hoffentlich veröffentlicht jetzt nicht einer meinen Roman!

Das ist im Moment eine meiner größten Schriftsteller-Ängste: Dass jetzt plötzlich jemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen!

Gut, nachdem wir uns alle wieder von diesem Paradoxon erholt haben, sollte ich erklären, was ich damit meine. Und zwar handelt es sich dabei um ein sehr irrationales und dennoch irritierendes Gefühl.

Seit ich wieder so richtig in der Arbeit und im Gespräch an „Der Morgen danach“ bin, betrachte ich Novitäten insbesondere auf dem eBook-Sektor mit irgendwie anderen, misstrauischen Augen. Es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag und Abend damit verbringe, mich bei Amazon durch die Kategorien zu klicken, aber manchmal kommt mir ein Romantitel daher, der auf den ersten Blick so klingt, als könne er etwas mit mir und meiner Geschichte zu tun haben.

Ich habe genügend Bücherblogs abonniert, um eigentlich mindestens einmal in der Woche einen kurzen Schrecken zu kriegen.

Nun muss mir niemand mit der Binsenweisheit kommen, dass Geschichten an sich nichts sind, was man sich schützen lassen kann. Jedenfalls nicht, solange sie noch nicht veröffentlicht sind. Denn bis dahin gelten sie mehr als Ideen und manche dieser Ideen liegen einfach zu einem gewissen Zeitpunkt X in der Luft und werden daher von mehreren Autoren aufgegriffen. Dabei können sogar manchmal ganz spannende Ergebnisse herauskommen.

Aber für meinen Romanerstling brauche ich das Erlebnis nicht unbedingt, wenn ich ganz ehrlich bin. Daher liegt es an mir, die ganze Angelegenheit so zu schleifen und zu formen, dass am Ende ein möglichst unverwechselbares Stück Unterhaltungsliteratur dabei herauskommt. Dieses Ziel zu erreichen eint mich wiederum mit meinem Verlag.

Denn bei aller Spannung, die das zeitgleiche Erscheinen ähnlich gelagerter Romanstoffe erzeugen kann, ist es doch ein Ärgernis, wenn am Ende die Käufer in die Bredouille geraten, sich zwischen dem einen oder dem anderen Buch entscheiden zu müssen. Ich erwarte nämlich, ganz realistisch betrachtet, nicht, dass ich einen neuen Trend setze, in dessen Zug sich auch noch der 871. Zauberlehrling, der 1.283 Glitzervampir oder der 12.381 Sado-Maso-Milliardär verkaufen lässt 😉 .

Womit ich jetzt nichts gegen die wirklich guten Romane unter den Epigonen gesagt haben möchte. Meine Erfahrung zeigt nur, dass die meisten nicht wirklich gut sind. Und da ich nicht der einzige Leser mit entsprechenden Erfahrungen bin, werden es zukünftige Phänomene dieser Art, zumal im realistischen Thrillerbereich, schwerer haben.

Und darin liegt auch die Auflösung des Paradoxons: Wenn mein Roman nur gut genug ist, wenn er eigenständig genug ist, wenn er mitreißend ist, dann ist es egal ob es etwas Ähnliches gibt. Denn niemand kann meinen Roman so schreiben, wie ich ihn geschrieben habe. Es sei denn, er schriebe ab, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Also warten wir ab, ob nicht vielleicht doch irgendjemand auf die Idee kommt, meinen Roman zu veröffentlichen, bevor ich es tun kann. Denn wenn das nicht passiert, dann werde ich der Trendsetter sein, der zuerst da gewesen ist!

Das wäre doch mal was, oder? 😉