Projekte drängen mit Macht ans Licht

Manchmal habe ich diese Tage, an denen mir partout nichts einfallen will, worüber ich einen Blogeintrag schreiben könnte. Gut, nicht schlimm, dann mache ich halt etwas anderes. Und dann passiert es, so wie heute, dass mich auf einmal der Blitz trifft und durch Zufall ein Thema sich geradezu mit Macht aufdrängt.

Ja, mit Macht. Ich benutze dieses Wort bewusst hier, wie auch in der Überschrift. Lasst es mich erläutern.

Für meine Kurzgeschichte „Auf der 30“ sollte ich, nachdem ich die paar wenigen Änderungswünsche des Lektorats eingebaut hatte, eine kurze Vita von höchstens 500 Zeichen schreiben. Auch wenn ich anfänglich erst meine üblichen Probleme hatte, ging es hinterher ganz gut zustande. Ich glaube, an manche Dinge kann man sich echt gewöhnen.

Als ich feststellte, dass ich nach dem Üblichen (ich bin, schreibe seit, träume meinen Traum) sogar noch Platz übrig hatte. Platz, den ich nicht ungenutzt lassen wollte. So überlegte ich kurz und kam schließlich auf folgenden Satz:

Weitere Projekte sind bereits geplant und drängen mit Macht aus seiner mit Ideen und Entwürfen gut gefüllten Schublade.

Ich brauche euch ja nichts davon zu erzählen. Wer hier schon länger als, sagen wir, eine Woche mitliest, der wird zwangsläufig über meine fixen Ideen gestolpert sein, die sich „Darkride“ und „Der Beobachter und der Turm“ nennen. Deswegen hätte der Satz alleine vielleicht auch noch nichts weiter bewirkt, als dass ich recht zufrieden mit meiner Arbeit auf den Senden-Knopf drückte und damit die Kurzgeschichte zurück ans Lektorat gab.

Kurz darauf erhielt ich aber noch einen Kommentar meines lieben Kollegen und Stammlesers Simon Segur zu eben jener Kurzgeschichte, in dem er bemerkte: »Du hast ja einen richtigen Lauf.«

Tja – eine ziemlich dumme Kombination von Gedanken. Denn jetzt gibt es wirklich, mal wieder, dieses kleine Männchen in meinem Ohr, das mir einflüstert, ich müsse diesen Lauf ausnutzen, dessen Vorhandensein ich beim besten Willen nicht leugnen kann. Und ja, ich glaube daran, dass man eine Glückssträhne haben kann. Nennt es Schicksal, nennt es göttliches Wirken, nennt es auch einfach nur Zufall. Aber manchmal passiert so etwas einfach.

Und wenn ich nun die Zeit ungenutzt verstreichen lasse, endet dann mein Lauf, ohne dass ich etwas produktives aus ihm herausgeholt habe? Stünden jetzt meine Sterne gut, um vielleicht noch eines dieser ominösen „weiteren Projekte“ an den Start zu bringen?

Ja, ich weiß, diese Gedanken sind nicht gerade neu und originell an dieser Stelle. Das ist das Los, das ihr als Leser eines Blogs tragen müsst, in dem der Autor (herrlich doppeldeutig an dieser Stelle) über sein Leid klagt 😉 .

Ich habe ja diese beiden, dem Grunde nach, fertigen Bewerbungsunterlagen. Ich müsste mich „nur noch“ dazu überwinden, mich auch irgendwie mit ihnen zu bewerben. Es existieren für mich sogar feste Arbeitsabläufe, die ich gerne umsetzen würde. Aber ich tue es nicht.

Denn bei aller Angst, einen Lauf verpassen zu können, ist meine Angst, mich zu überlasten und am Ende gar nichts auf die Kette zu bringen, nicht weniger groß. Ich habe jetzt eine Geschichte in einer Anthologie veröffentlicht, eine weitere wird veröffentlicht werden. Und ich stecke im Lektorat von „Der Morgen danach“. Das alles neben meinem Beruf, neben meiner Familie, neben meinem sonstigen Leben.

Verlange ich zu viel von mir? Tue ich zu wenig dafür? Oder sollte ich die ganzen scheiß Gedanken einfach mal beiseite schieben und einfach versuchen, zu genießen, was da ist – alles zu seiner Zeit!?

Manchmal ist dieses ganze „Autor sein“ einfach wahnsinnig anstrengend.

Der Bus hat sein Ziel erreicht: „Auf der 30“ ist anthologiewürdig!

Nach all dem hin und her, der Gewissheit, ich kann mitmachen, den Zweifeln, ich kann doch nicht mitmachen, der investierten Arbeit und dem nochmaligen Überarbeiten erreichte mich folgende Nachricht heute zu meiner allergrößten Freude:

Sehr geehrter Herr Behr,

herzlichen Glückwunsch, Ihre Geschichte „Auf der 30“ hat uns so gut gefallen, dass wir sie gerne in der Anthologie des BVjA aufnehmen möchten.

Ein paar, wirklich kleine, Änderungen sind an der Geschichte noch durchzuführen. Ach, was sage ich, an der Geschichte. Es sind wirklich Marginalien im Sinne von Teilsätzen, die wegfallen sollen, wo ich es mal wieder mit der Länge übertrieben habe. Und solche Dinge halt. Die Geschichte selbst, insbesondere ihre „Pointe“, bleibt unangetastet!

Jetzt habe ich eine Woche Zeit, diese Änderungen einzuarbeiten und dann das Ganze wieder an die Ausrichter vom BVjA zurück zu schicken. Mehr als genug Zeit dafür. Oh – und eine Vita soll wieder beigefügt werden. So langsam muss ich mir überlegen, wie ich das jetzt handhaben will. Soll ich da Kurzgeschichtenveröffentlichungen erwähnen oder doch nur den kommenden Roman!?

Hach, irgendwie ist das ja immer noch aufregend.

Und dann gibt es ja noch folgende Passage aus der Ausschreibung im Tempest:

Jede/r in die Anthologie aufgenommene Autor/in erhält 30 Euro und zwei
Belegexemplare

Das würde bedeuten, dass „Auf der 30“ meine erste vergütete Geschichte ever wird!

Okay, ich spendiere eine Runde Tickets für den Nachtbus für alle! Kommt mit, schaut euch die schöne Landschaft durch die Fenster an und entspannt euch. Dieser Bus erreicht sein Ziel. Garantiert!

„Der Morgen danach“: Ein kleiner Einblick in die Lektoratsarbeit

So, jetzt aber. Ich hatte es euch gestern angekündigt und dann schreibe ich jetzt auch etwas dazu, wie die Lektoratsarbeit sich bei mir und meinem Roman „Der Morgen danach“ bis auf Weiteres gestalten wird.

Zuerst noch einmal die grundlegenden Fakten: Ich habe das große Glück, dass der Roman in einem Verlag erscheinen wird, dessen Kreativzentrale gerade einmal runde 80 Kilometer von meinem Zuhause entfernt liegt. Das bedeutet, dass ich mich in den Wagen setzen und in ungefähr anderthalb Stunden (Das Stichwort lautet „Autobahn A3“) dort sein kann.

Deswegen hatten wir ja auch am Montag ein persönliches Meeting, meine Lektorin und ich. Ich hatte meine aktuelle Version des Manuskripts mitgebracht, sie die ihrige. Zuerst befassten wir uns mit dem, was ich so angestellt hatte. Ich hatte euch ja erzählt, dass ich mich an einer Art Selbstlektorat versucht habe, bei dem es in der Hauptsache darum ging, Fragen zu formulieren, die ich an den Text, an mich, aber auch an das Lektorat hatte.

Das, was die Lektorin gemacht hat, ging natürlich schon wesentlich mehr ins Eingemachte. Sie hatte die ersten zehn Manuskriptseiten einem Volllektorat unterzogen, das auf den ersten Blick sehr beeindruckend aussah, so viel, wie da mit Bleistift auf die Seiten geschrieben war.

Ja, die Arbeitsweise ist in der Tat analog, was dem einen oder anderen vielleicht ein wenig rückständig anmuten mag, aber auch in Zeiten von Kommentar- und Verfolgungsfunktionen seinen Zweck erfüllt, wie ich festgestellt habe. Doch dazu gleich noch mehr.

Wir gingen die zehn Seiten systematisch durch und sie (Einschub: Ich weiß immer nicht, was ich schreiben soll. Der Name im Impressum lautet Frau Graf, ich nenne sie Jeannette und sie ist die Lektorin. Aber das wird auf Dauer eintönig, oder?) erläuterte mir anhand der Notizen, was sie damit meinte, worauf sie mich hinweisen wolle und was ihre Ideen dazu sind.

Da kamen einige sehr interessante Einblicke in die Lektoratsarbeit bei zustande! Ich hatte ja im vergangenen Jahr das große Glück, für „Der Beobachter und der Turm“ eine Testleserin zu haben, die mich mit beinahe schon lektoratswürdigem Feedback bedacht hat. Aber sich direkt und so im klein-klein mit dem eigenen Text und der Sicht, die jemand anderes darauf hat, auseinanderzusetzen, das war eine neue Erfahrung.

Was für mich am eindrucksvollsten war und für einen echten Aha-Moment gesorgt hat war die Tatsache, wie viele Bilder ich zwar in meinem Kopf habe, die aber beim Leser vollkommen anders ankommen, als gedacht. Ich habe euch ja am Montag die Zeichnungen mit dem Mann in der Röhre gezeigt. Die Überlegungen, die Jeannette dort angestellt hat, waren für mich, den Autor, überflüssig, weil ich ja genau wusste, wie das Ganze nun aussieht.

Aber durch diesen Input von ihr wurde mir erst klar, dass auch mein eigenes Bild längst nicht so ausgefeilt war, wie ich geglaubt hatte. Beim Überarbeiten der Passage bin ich zum Beispiel auf einen kleinen Widerspruch gestoßen, der für sich genommen keinen großen Ärger bedeutet, aber den Leser wieder auf eine falsche Richtung gestoßen hätte.

Dieses klein-klein ist wirklich spannend.

Schade ist nur, dass es nicht möglich sein wird, das jetzt immer und für den kompletten Text so zu machen. Denn auch wenn Refrath praktisch bei mir um die Ecke liegt, kann ich nicht während des Lektorats andauernd Urlaub nehmen. Deswegen sind meine Lektorin und ich so verblieben, dass sie mir in kleinen Päckchen weitere Seiten per Post zuschicken wird, die ich dann bearbeite und ihr in Dateiform zurückschicke.

Deswegen war es ihr so wichtig, dass ich verstehe, wie sie „tickt“, wie sie sich ausdrückt. Was mir an der Stelle außerdem zugute kommt ist, dass ich durch meinen Brotjob durchaus an redaktionelles Arbeiten und auch das Überarbeiten anhand von Anmerkungen gewöhnt bin. Ein entscheidender Unterschied ist, dass mir das Überarbeiten in diesem Fall sogar Spaß macht 😉 .

So ganz nebenbei haben wir beide dann noch ein Problem gelöst, an dem ich praktisch geknabbert habe, seitdem ich die entsprechende Szene schrieb. So wird die gesamte Sache wesentlich plausibler und damit stimmiger.

Und, ach ja, ich wollte euch ja noch sagen, warum ich es praktischer finde, dass sie auf Papier und ich in einer Datei arbeite. Zum einen, weil damit das fehleranfällige hin und her mit verschiedenen Dateien per Mail weg fällt. Und zum anderen, weil ich noch mehr Kommentare in solch einer Seite nicht gebrauchen könnte:

Und ja, das alles sind Änderungen an einem Text, den ich ursprünglich mal als – in meinen Augen – „fertig“ deklariert hatte.

Tja, so sieht es also aus mit dem Lektorat und der Arbeit am Text. Einige Änderungen sind Kleinigkeiten, die man im Vorbeigehen erledigt. Andere, wie die gerade genannte Problemlösung, müssen auch später im Text immer wieder einmal aufgegriffen werden. Mal schauen, wie gut mir das gelingt, da an alles zu denken.

Aber vielleicht ist das auch erst ein Thema für den folgenden Lektoratsdurchlauf.

Soweit für heute mein kleiner Einblick in die gerade stattfindenden Arbeiten. Es tut sich was. Toll, nicht wahr? 🙂

Der Sonntagsreport vom 28.05.2017 – Ozon liegt in der Luft

Hallo zusammen!

Na, sind das nicht herrliche Sommertage, die wir im Moment haben? Na gut, wem erzähle ich das. Mir ist es auch zu heiß. Außerdem sind ja die Ozonwerte, glaube ich, wieder besonders hoch. Oder ist das nur bei mir in meinem Keller so? Vielleicht liegt es ja daran, dass der Laserdrucker den halben Tag gelaufen ist. Ja, doch, das könnte der Grund sein.

Morgen habe ich den Nachholtermin für die erste Lektoratsbesprechung im Verlag und ich freue mich schon sehr darauf. Dafür musste ich natürlich jetzt ausdrucken, was ich mir an Kommentaren und dergleichen notiert habe. Mal davon abgesehen, dass das Manuskript nun einmal die Diskussionsgrundlage der ganzen Veranstaltung ist.

Ich kann nur noch einmal betonen, dass die Gefühle, die ich habe, sehr widersprüchlich sind. Das liegt, denke ich, daran, dass ein Teil von mir immer noch der Ansicht ist, dass dieser Roman es irgendwie gar nicht verdient hat, veröffentlicht zu werden. Ist natürlich vollkommener Käse und ich weiß das auch. Aber es ist dann einfach sehr, sehr seltsam, wenn man mit „fremden Menschen“ am Tisch sitzt und sich eben über diesen Roman unterhält.

Jedenfalls muss ich mich wohl langsam darum kümmern, meine Vorräte an Druckerpapier wieder ein wenig aufzufüllen, denn ich gehe davon aus, dass ich das Manuskript noch ein paar Mal werde ausdrucken müssen, bevor es dann irgendwann „fertig“ ist.

Drückt mir mal die Daumen, dass es entweder morgen nicht so heiß ist, oder dass zumindest die Autobahnen nicht verstopft sind. Da ich in Stoßrichtung Köln fahre, ist allerdings gerade dieser zweite Wunsch schon einer von der sehr frommen Sorte. Bis jetzt habe ich immer entweder auf der Hinfahrt oder auf der Rückfahrt im Stau gestanden. Bei allen beiden Verlagsbesuchen 😉 .

Was gibt es sonst noch berichtenswertes?

Da ich ja gestern vom Prokrastinieren schrieb, habe ich beschlossen, zumindest zwei Dinge noch in Angriff zu nehmen. Das ist zum einen „Darkride“ und zum anderen die Kurzgeschichte, in der es sich um die Zahl 30 dreht. Wie, die habt ihr schon wieder vergessen? Ja, das hatte ich auch fast, weil ich ja dachte, dass ich die Kriterien für die Ausschreibung nicht erfülle. Aber da die einem steten Wandel zu unterliegen scheinen, kann ich es ja doch vielleicht noch versuchen. Abgabetermin ist inzwischen der 31.05., aber da schreibe ich noch einmal gesondert einen Beitrag.

Und für „Darkride“ werde ich versuchen, mir noch ein oder zwei Meinungen einzuholen, die mir vielleicht dabei helfen, den Problemen mit der Erzählperspektive auf die Schliche zu kommen, die be mir ins Stammbuch geschrieben hat. Man selbst ist da ja doch manchmal betriebsblind. Ach ja, falls jemand unter meinen Lesern sich berufen fühlt, da lässt sich sicherlich was machen 🙂 .

So, und da jetzt gleich das Abendessen auf dem Tisch steht, soll es das an dieser Stelle auch schon wieder gewesen sein mit dem eher knapp gefassten Sonntagsreport. Ich lüfte jetzt den Keller noch einmal ordentlich durch, dann in irgendeiner Form meinen Kopf und morgen geht es frisch und fröhlich ins Lektorat. Ich werde euch berichten!

Habt einen guten Start in die Woche.

Euer Michael

»Schmerzlos«: Bringt’s was?

Nach dem (leider nicht nur tages-)aktuellen Einschub gestern schreibe ich heute noch einmal etwas über die »Schmerzlos«-Anthologie. So langsam hat sich das Gefühl ein wenig gesetzt, die erste Aufregung ist verflogen – bis das Printexemplar bei mir eintrifft und ich drin blättern kann.

Ich möchte heute noch einmal einen Gedanken aufgreifen, den ich vor einigen Tagen schon verfolgt habe. Und zwar hat meine Autorenkollegin Eileen Blander in den Kommentaren zu diesem Beitrag zwei Fragen gestellt, die ich für nicht ganz unwichtig halte:

Was habe ich davon, in einer Anthologie zu erscheinen?

Hilft mir das in irgendeiner Art und Weise?

Es wäre für mich jetzt das Leichteste und Naheliegendste, einfach „Ja“ zu sagen und gut ist. Aber ich möchte das noch ein wenig differenzieren.

Natürlich bringt die Teilnahme an einer Anthologie nicht den großen Ruhm, den man mit einer Romanveröffentlichung erzielen kann. Gegebenenfalls erzielen kann, muss man wohl besser sagen. Denn auch hier ist es ja fraglich (leider), ob man wirklich eine große Leserschaft erreicht.

Aber eine Anthologie hat gegenüber einem Roman einen großen Vorteil: Man reicht in der Regel recht kurze Texte ein, die man zwar auch sauber erarbeiten sollte, die sich aber wesentlich schneller schreiben lassen. Mein in »Schmerzlos« veröffentlichter Beitrag entstand im Wesentlichen innerhalb eines Tages. Der Rest waren Kürzungen, um auf das Höchstmaß der Wörter zu kommen, und Überarbeitungsschritte. Wenn man sich erst einmal in ein Verfahren reingefuchst hat, das einem gut liegt, kann man auf diese Weise sicherlich recht schnell eine Geschichte für die meisten Anthologieausschreibungen erstellen.

Eileen überlegte unter anderem, ob denn eine solche Veröffentlichung dabei hilft, den Namen eines Autors bekannt zu machen. Das ist sicherlich auch eine Frage dessen, in welcher Anthologie man veröffentlicht wird und wie groß das Renommee der Herausgeber ist. Grundsätzlich gilt aber hier aus meiner Sicht auch, dass steter Tropfen den Stein höhlt. Eine Veröffentlichung einer Kurzgeschichte ist immer besser als keine Veröffentlichung einer Kurzgeschichte.

Wieder aus meiner Sicht betrachtet greift es hier auch, jedenfalls für Autoren in meiner Situation, was Veröffentlichungen angeht, zu kurz, auf eventuelle Preise oder Gewinne zu schielen. Man könnte den oben geschriebenen Satz jetzt abwandeln und sagen, dass jede bezahlte Veröffentlichung besser ist als eine, für die man nicht bezahlt wird. Sicher, kein Widerspruch. Aber ich, ganz am Anfang dessen, was mal meine schriftstellerische „Karriere“ werden soll, rechne da noch anders.

Ich rechne nicht in Euro und Cent, ich rechne in Erfahrungen! Es war für mich eine unglaubliche Bestätigung, in diese Anthologie aufgenommen zu werden. Es hat mich auch für Versuche entschädigt, bei denen es davor (und danach) nicht geklappt hat. Denn es hat mir das Gefühl gegeben, dass das, was ich da geschrieben habe, jemandem gefallen hat. Und zwar so gut gefallen, dass er es etwas anderem vorgezogen hat. In der Auswahl für die Anthologie nämlich.

Es ist eine kleinere Ausgabe des Gefühls, wenn auf einmal das Manuskript des Romans, das man an einen Verlag geschickt hat, Interesse weckt. Denn auch da weiß man, dass es dafür sicherlich auch ein paar Manuskripte gegeben hat, die keinen Gefallen fanden.

Für »Schmerzlos« musste ich zum ersten Mal einen „Autorenbogen“ ausfüllen, der dann auf der Webseite der Ausrichter veröffentlicht wurde. Wieder eine neue Erfahrung, die ich nun schon gemacht habe und von der ich sicherlich noch einmal profitieren kann.

Und dann ist da noch der große, übergeordnete Punkt im Hintergrund: Jede geschriebene, jede abgeschlossene Geschichte bringt mich in meiner sprachlichen Entwicklung weiter. Nicht nur jeder Roman, sondern auch jede gut aufgebaute Kurzgeschichte. Weil ich Übung habe und auch dort, ich wiederhole mich, Erfahrungen sammle. Vielleicht mal einen anderen Stil ausprobiere. Oder eine andere Perspektive einnehme. Ein anderes Genre für mich teste.

Das soll nun nicht bedeuten, dass ab sofort alle Autoren „nur noch“ Kurzgeschichten schreiben sollten. Wer mit dem Format nicht glücklich ist – und ich selbst war es jahrelang nicht – der muss sich das nicht zwingend antun. Aber wer ohnehin Spaß an Short Stories hat, dem kann ich eigentlich nur ans Herz legen, es auch bei Anthologien zu versuchen.

Ein einziger Grund fällt mir ein, es vielleicht besser bleiben zu lassen: Wenn ihr gerade schon an drei Romanen gleichzeitig arbeitet, die ihr alle gerne veröffentlichen wollt und außerdem sowieso schon nicht wisst, wo ihr die Zeit hernehmen sollt, dann überlegt es euch gut. Denn, wie gesagt, auch so eine Anthologieteilnahme ist mit Arbeit verbunden, wenn man es gut machen will.

Ich hoffe, meine Sicht auf die zwei Fragen für euch verständlich dargestellt zu haben. Ansonsten lasst uns gerne über die Kommentare ins Gespräch kommen!

»Schmerzlos« – Ein paar Details

So, nachdem ich euch gestern die Neuigkeit ja nur ganz kurz vor den Latz geknallt habe, möchte ich heute noch mal ein paar genauere Details zu »Schmerzlos« schreiben. Hierbei handelt es sich, wie ihr euch sicher noch erinnern werdet, um eine Anthologie, die aus dem Literaturwettbewerb der Seite cluewriting.de hervorgegangen ist. Ich hatte hier sowohl über die Entstehung der Geschichte, als auch über meine Freude berichtet, als ich feststellen durfte, dass sie es in die Anthologie geschafft hat. Und das sogar als eine der fünf Besten!

In einer E-Mail hatten die beiden Clue-Writerinnen schon angekündigt, dass der 21.05. als Termin für die Veröffentlichung der Anthologie angepeilt war. Aber ich gebe zu, dass ich bis gestern Abend eigentlich nicht mehr daran geglaubt hatte.

Aber ich wollte euch ja mit ein paar Details versorgen und sollte das dann wohl auch einfach mal tun, findet ihr nicht?

Also, der vollständige Name der Anthologie lautet »Schmerzlos – Literatur in kleinen Happen«, wie es auch auf diesem wunderschönen Coverbild zu erkennen ist:

Enthalten sind, je nach Ausgabe, 20 oder 45 Geschichten. Der Unterschied liegt am Format. Während die gedruckte Ausgabe „nur“ die 20 besten Geschichten enthält, haben die Cluwriterinnen Rahel und Sarah für die eBook-Version weitere 25 Geschichten ausgewählt.

Ebenfalls enthalten ist ein Link zu einer Website, auf welcher die fünf Gewinnergeschichten als Podcast von erfahrenen Hörbuchsprechern eingesprochen wurden. Meine ist auch dabei 🙂 .

Falls ihr noch nicht genug von meiner Selbstdarstellung auf diesem Blog habt, gibt es noch mehr davon auf meiner Autorenseite.

Beide Ausgaben sind in Kürze ganz regulär über den Buchhandel zu bekommen, da mit dem Verlag 3.0 ein Partner gefunden wurde, der sich hier um die Abwicklung kümmert. Der Preis für das eBook liegt bei 9.99 EUR, das gedruckte Buch kostet 15.00 EUR.

Soviel zu den harten Fakten. Wie ich gestern schon sagte, bin ich an den Einnahmen aus diesem Buch nicht beteiligt. Aber das hindert mich natürlich nicht daran, trotzdem eine Empfehlung für diese Anthologie auszusprechen, die von allen Beteiligten mit viel, viel Herzblut erstellt wurde.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ausdrücklich bei Rahel und Sarah bedanken, die wirklich einen tollen und, um ein Lieblingswort der beiden zu bemühen, megalotastischen Job gemacht haben. Ich kann nur erahnen, wie viele Stunden Arbeit in diesem Projekt stecken und kann es daher verstehen, dass sie weiteren Wettbewerben dieses Ausmaßes erst einmal eine Absage erteilt haben. Umso schöner finde ich es, dass ich dieses Mal dabei sein durfte.

Meinem Nachnamen habe ich es außerdem zu verdanken, dass ich den bunten Reigen der ausgewählten Geschichten (nach dem obligatorischen Vorwort) eröffnen darf. Das bedeutet, dass meine Geschichte „Aus Eiseskälte aufgewacht“ das Erste ist, was Leser von dieser Anthologie lesen.

Ich kann nur hoffen, dass nicht zu viele von ihnen danach kopfschüttelnd das Buch zuklappen und sich fragen, ob sie wohl ihr Geld noch zurückbekommen können. Da kann ich dann nur sagen: Wenn meine Geschichte euch nicht gefällt, sind noch viele andere drin, die euch vielleicht besser gefallen. Ich werde jetzt aber auch erst einmal in Ruhe alles durchlesen.

Tja, das ist sie nun, meine erste „richtige“ Veröffentlichung. Fühlt sich seltsam an, das kann ich euch sagen. Und weckt absolut die Vorfreude auf das, was da noch kommen soll.

Kommen wird!

 

Breaking News: »Schmerzlos« ist erschienen!

Eine schnelle Meldung noch zu später Abendstunde.

Die Anthologie »Schmerzlos«, die aus dem Literaturwettbewerb der Seite cluewriting.de hervorgegangen ist, ist heute veröffentlicht worden. Damit wurde der Termin, der unter der Hand vorab als voraussichtliches Releasedatum benannt wurde, eingehalten.

Ich bin in dieser Anthologie mit der Geschichte „Aus Eiseskälte aufgewacht“ vertreten. Sie ist sowohl in der eBook- als auch in der Printversion enthalten und wird darüber hinaus in etwa einer Woche auch als Podcast zur Verfügung stehen.

Damit ist diese Geschichte meine erste, die man so richtig in einem gedruckten Buch für richtig echtes Geld erwerben kann. Auch wenn ich nicht an den Einkünften beteiligt bin, ist das ein gutes Gefühl!

Soviel für heute dazu. Mehr Informationen und Gefühlsausbrüche folgen morgen.

Gute Nacht!