Nur eine kleine Pille

Ich habe euch ja schon häufiger mal auf Comicstrips von Clays fantastischer Seite Depressioncomix aufmerksam gemacht. Im Normalfall binde ich einfach den jeweiligen Strip hier als Reblog ein und sage nur ein oder zwei Sätze dazu. Nun, in diesem Fall sollen es dann vielleicht vier oder fünf sein. Einfach weil der Anblick in mir Erinnerungen ausgelöst hat, die ich mit euch teilen mag.

Aber werfen wir zunächst gemeinsam einen Blick auf den Comic, um den es mir heute geht. In diesem bekommt eine junge Frau ein Rezept ihres Arztes. Er verschreibt ihr Antidepressiva, aber sie hat Angst, die Tabletten zu nehmen. Sie befürchtet, dass ihre Persönlichkeit dadurch verändert wird, dass sie sich selbst nicht mehr erkennen könnte. Und sie fürchtet, dass sie ihre Kreativität abtöten.

Ihr Freund oder Bekannter sagt ihr daraufhin, dass sie im Augenblick immer nur down sei, sogar davon spreche, sterben zu wollen. Und nicht zuletzt habe sie seit Monaten nicht mehr gemalt. Im letzten Panel sitzt die junge Frau an einem Tisch und sagt, frei übersetzt: »Okay, ihr Pillen, bitte nehmt nur die Dunkelheit von mir. Nehmt nichts von mir von mir.«

Ich kenne viele Menschen, die sich auf die eine oder die andere Art in dieser Art Gedanken wiederfinden oder wiedergefunden haben. Kaum eine Sorte Medikamente steht in so großem Verruf, wie es Antidepressiva tun. Tatsächlich gibt es Leute, die glauben, dass diese Pillen den Menschen, der sie nimmt, zu jemand ganz anderem macht.

Nun, in mancherlei Beziehung mag das sogar so sein, denn es gibt Patienten, die durch die Einnahme solcher Mittel die Möglichkeit gefunden haben, sich selbst in einer Art und Weise zu verändern, wie sie es sich vielleicht schon lange gewünscht, es sich aber nicht getraut haben. Solche Änderungen gefallen nicht jedem. Zum Beispiel in solchen Fällen, in denen aus einem grauen Mäuschen, das man immer schön unterbuttern konnte, auf einmal ein selbstbewusster Mensch wird, der sich zu wehren weiß.

Natürlich bewirken das nicht Tabletten alleine. Es ist eine Menge harte Arbeit nötig, um Prozesse in Gang zu setzen, die zu solchen Veränderungen führen. Die Pillen können über die Startschwierigkeiten hinweg helfen. Ich selber sage immer, dass sie mich in die Lage versetzen, an meinen Themen zu arbeiten.

Und doch war auch ich skeptisch und von Vorurteilen befallen, als ich vor ungefähr sieben Jahren das erste Mal ein entsprechendes Rezept in der Hand hielt. Und es ging mir ganz genau so wie der jungen Frau in dem Comic. Am meisten sorgte ich mich darum, dass durch eine sich wie auch immer äußernde Veränderung meine Fähigkeiten, mich kreativ zu betätigen, endgültig der Vergangenheit angehören würden.

Ich hatte damals keinen Freund, der mich darauf hinwies, dass in dieser Hinsicht sowieso schon lange nichts mehr lief, wie es sollte. Aber ich brauchte auch keinen. Das wusste ich nämlich selber besser, als es mir lieb sein konnte. Zwar hatte ich im Sommer 2009 ein kurzes Kinderbuch geschrieben, aber mein letzter „richtiger“ Roman lag bereits fünf Jahre in der Vergangenheit. Seit bald drei Jahren doktorte ich an seinem Nachfolger herum, was aber nichts anderes bedeutete, als dass ich mir alle paar Monate seufzend das knapp 100 Seiten lange Fragment ansah und es wieder zur Seite legte.

Ein Teil von mir war immer der Ansicht gewesen, dass es vielleicht gerade meine psychische Verletzbarkeit war, die es mir ermöglicht hatte, zu schreiben. Dass in dieser Hinsicht nicht alles zum besten bei mir bestellt war, war mir lange schon klar, auch wenn ich es nicht benannte und in gewisser Weise darauf wartete, dass es sich von alleine Bahn brechen würde (was es dann 2010 auch tat).

Aus der Sicht von heute fällt es mir schwer, diese Gedanken nachzuvollziehen, weswegen ich auch an dieser Stelle keinen Versuch wagen möchte, die Hintergründe zu erklären. Aber auf jeden Fall hatte ich diese Sorge, nun wirklich und unwiderruflich nie wieder schreiben zu können.

Und es kam, wie es kommen musste: Im darauffolgenden Jahr fasste ich meine Tastatur, soweit ich mich erinnere, nicht ein einziges Mal an. Ich kramte zwar hin und wieder in alten Entwürfen, bekam meine melancholischen fünf Minuten, weiter ging es aber nicht.

Ob die Tablette daran Schuld hatte? Das wage ich mal ganz fest zu bezweifeln. Aber wie sich herausstellen sollte, befanden sich sowohl mein damaliger Arzt als auch ich selbst ein wenig auf dem Holzweg.

Er hatte mir zwar ein Medikament verschrieben, mich aber ansonsten alleine mit mir, meinen Gedanken und meinem Irrglauben gelassen. Irgendeine Form von Begleitung fand nicht statt. Und wenn es mir, wie es heute vollkommen logisch erscheint, nach einigen Monaten schlechter ging, dann wurde in Reaktion darauf die Dosierung meiner Pille erhöht. Und je weniger das anschlug, desto schlechter ging es mir und desto unvorstellbarer wurde es, jemals wieder zu schreiben.

Und dann kam der Tag, an dem es nicht mehr weiterging. An dem ich psychisch so richtig aus meinem bisherigen Leben gerissen wurde. Die Pille konnte nicht mehr höher dosiert werden und jetzt (!), über ein Jahr später, kam mein Arzt auf die Idee, dass es vielleicht gut für mich sein könnte, wenn ich mir auch therapeutische Hilfe suche.

Ich kam in eine entsprechende Klinik und lernte in mühevoller Kleinarbeit, mich mit mir selber auseinander zu setzen. Das war alles andere als leicht und dauerte etliche Wochen. In der Zwischenzeit bekam ich neue Pillen, probierten wir allerlei aus. Und, siehe da: Ich spürte Veränderungen. Veränderungen in der Richtung, dass ich auf einmal für manche Dinge neuen Mut aufbrachte.

Zum Beispiel dafür, mir ernsthafte Gedanken zu machen, ob ich nicht doch noch mal mein Glück mit dem Schreiben versuchen wolle. Gut, es dauerte dann noch einmal ein paar Monate und Zuspruch eines besonders lieben Menschen (an dieser Stelle liebe Grüße an meine kleine-große Schwester), bis ich mich einfach an die Tastatur setzte und los schrieb. Heraus kam ein Manuskript, das den Namen „Der Morgen danach“ trug.

In meinem Fall haben die Pillen nicht meine Kreativität getötet. Sie haben mich unterstützt, überhaupt wieder den Mut aufzubringen, mich als Autor gegenüber anderen Menschen zu outen und dann zu versuchen, meinen Weg zu gehen. Wer weiß, vielleicht gäbe es ansonsten auch diesen Blog nicht.

Dies soll keine Lobeshymne auf die Pharmaindustrie sein. Grundsätzlich ist jede Veränderung, die auch ohne den Einfluss von Medikamenten vonstatten geht, jener vorzuziehen, für die man bunte Pillen braucht. Aber es gibt Situationen, in denen es nicht anders geht. Ein Spruch, in dem ein Körnchen Wahrheit liegt, lautet: »Wenn du an Krebs erkrankt wärst, würdest du dir auch keine Gedanken machen, ob du die Medikamente nehmen sollst.«

Heute bin ich an einem Punkt, an dem mein neuer Arzt und ich überlegen, ob wir nicht das eine oder andere Medikament langsam ausschleichen können. Und ich bin immer noch hier und ich bin immer noch Autor. Und ich denke nicht, dass man mir das jemals wieder wird wegnehmen können.

Aber wer weiß, wo ich heute stünde, wenn es nicht zum richtigen Zeitpunkt diese kleine Pille gegeben hätte.

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Wo das Schreiben lebensgefährlich ist

Ich habe heute bei der Süddeutschen Zeitung einen sehr eindringlichen und nachdenklich stimmenden Artikel gelesen. Es geht um fünf Schriftsteller aus fünf Ländern der Erde, in denen es aus verschiedenen Gründen sehr schwer ist, einfach nur ein Autor zu sein. Sei es, weil Krieg und Veröffentlichungsverbot herrschen. Sei es, weil angeblich gegen politische oder religiöse Grundsätze verstoßen wird. Sei es, weil man seit über 40 Jahren im Exil lebt, weil es ein, auf dem Papier immer noch bestehendes, Todesurteil gibt.

Die Schriftsteller, die hier zu Wort kommen, stammen aus Syrien, dem Iran, der Türkei, Kuba und Somalia. Beim einen Land kommt man eher darauf, welche Probleme es dort gibt, bei anderen Ländern nicht sofort. So war mir zum Beispiel nicht bewusst, welche Einschränkungen es auf Kuba immer noch gibt, wo uns das Land doch in den letzten Jahren zunehmend als weltoffen und aus der Isolation erwacht präsentiert wird.

Das eindringlichste Zitat in diesem Artikel stammt von Amir Hassan Cheheltan aus dem Iran, der sagt, dass es sich als unabhängiger Schriftsteller in seinem Land so anfühlt, als sei man ein kommunistischer jüdischer Homosexueller im nationalsozialistischen Deutschland. Auch wenn in dieser Aussage sicher eine kalkulierte Übertreibung liegt, ist sie doch wie ein Schlag in die Magengrube.

Dem entgegen haben wir in Deutschland, eigentlich in der gesamten westlichen Welt, kaum mit größeren Repressalien zu kämpfen. Es ist ein Verdienst unserer Meinungsfreiheit, dass wir als Autoren schreiben dürfen, was wir möchten. Auch dann, wenn es anderen nicht immer in den Kram passt. Wie ihr wisst, spreche ich sogar den Urhebern von mir vollkommen fremden Geisteshaltungen durchaus das Recht zu, ihre Bücher zu veröffentlichen.

Und doch ist es auch in Deutschland noch nicht lange her, dass Autoren aus ihrem Heimatland fliehen mussten, weil sie hier um Leib und Leben fürchten mussten. Oder doch zumindest um ihre persönliche Integrität. Man muss nicht bis zu den Bücherverbrennungen der Nazis zurückgehen. Auch Autoren in der ehemaligen DDR hatten, wenn sie kritische Stimmen erhoben, mit Gegenwehr des Staates, in dem sie lebten, zu kämpfen. Nicht immer verliefen diese Kämpfe erfolgreich.

Und dann sind da noch die momentanen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten von Amerika, der, nach eigener Auffassung, demokratischsten und fortschrittlichsten Nation von allen. Dort schreibt jemand ein Buch, das dem Präsidenten nicht in den Kram passt und schon wird der gesamte Staatsapparat in Feuerstellung gebracht. Da ich das Werk nicht gelesen habe, kann ich nichts dazu sagen, ob es diesen Bohei rechtfertigt, aber die Tendenz zur Unterdrückung einer missliebigen Meinung finde ich, sagen wir mal, mindestens bedenklich.

Dennoch sind das alles Luxusprobleme im Vergleich zu dem, was die fünf Autoren aus dem Zeitungsartikel erleben. Das soll nicht schmälern, dass es auch in anderen Ländern zu prekären Situationen kommen kann. Ich finde nur, dass es wichtig ist, manche Dinge im richtigen Kontext und damit auch im rechten Licht zu betrachten. Auch wenn Donald Trump wütend ist, wird er nicht gleich die Todesstrafe für einen Schriftsteller fordern.

Wir sollten nicht müde werden, uns dafür einzusetzen, dass Autoren, Schriftsteller, Künstler auf der ganzen Welt die gleichen Rechte, die gleiche Selbstbestimmung und die selben Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung erhalten, wie sie für uns selbstverständlich sind. Und wir sollten uns diese Beispiele vor Augen halten, um einfach nicht aus dem Blick zu verlieren, was Zensur anrichten kann. Selbst dann, wenn sie vielleicht noch so gut gemeint sein sollte.

Den sehr lesenswerten Artikel der Süddeutschen findet ihr hier.

Wir geben ab zur Werbung (13) Ein wenig Zeit totschlagen gefällig?

Hallo und herzlich Willkommen auf der anderen Seite von Weihnachten!

Ich hoffe, ihr hattet alle eine gute Zeit, habt vielleicht schöne Geschenke bekommen, oder andere Menschen gut beschenkt. Oder vielleicht habt ihr mit Weihnachten ja auch gar nicht wirklich etwas an der Mütze gehabt. Dann hoffe ich, dass ihr trotzdem eine gute Zeit hattet.

Bei mir war Weihnachten relativ ruhig, an Heiligabend gab es einen schönen Abend mit der Familie, die folgenden zwei Feiertage waren dann „frei“. Ich habe die Zeit genutzt, um mich ein wenig zu entspannen. Den lieben Gott mal einen guten Mann sein lassen.

Und auch jetzt bin ich eher noch auf der faulen Seite des Lebens unterwegs, atme ein wenig durch, nachdem mein Arbeitgeber der Ansicht ist, dass die Dienststellen zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleiben sollen. Morgen oder spätestens übermorgen mache ich auf jeden Fall noch die Bewerbung für die Literaturagentur Meller fertig, aber viel mehr wird dieses Jahr in Sachen Schriftstellerei wohl nicht mehr laufen.

Und wie ist es bei euch? Habt ihr vielleicht auch ein wenig Zeit, die ihr totschlagen wollt? Dann habe ich einen ganz heißen Tipp für euch. Jedenfalls für die, die schon ein wenig länger an ihren PCs unterwegs sind.

Erinnert ihr euch noch an die ganzen alten Spiele, die größtenteils unter DOS liefen (die Jüngeren mögen nachschlagen, was genau das war)? Dann wisst ihr wahrscheinlich auch, dass man die meisten von denen auf dem heimischen Rechner wieder zum Starten bekommt, wenn man einen passenden Emulator benutzt. Und wenn man sie noch in seinem Besitz hat, natürlich.

Ich bin da vor kurzem auf eine Homepage gestoßen, die sowohl den Besitz als auch den Emulator obsolet macht, da sie beides direkt mitbringt:

Ich denke, der Bildschirmabdruck spricht für sich. Auf classicreload.com findet ihr über 5.000 Spiele, die ihr sofort auf der Webseite ausprobieren könnt, um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Besonders drei der Klassiker haben sich bei mir als echte Timekiller herausgestellt. Das wäre zum einen der putzige Commander Keen:

Oder das epische Civilization, in dem es um nicht weniger als um das Schaffen einer ganzen Zivilisation geht:

Und natürlich auch dieses hier:

Den Namen durfte man viele Jahre lang nicht aussprechen, deswegen tue ich es auch jetzt nicht 😉 .

Die meisten Spiele liegen auf der Website als Vollversionen vor, so wie sie von den Herstellern programmiert wurden. Also auch inklusive aller Passwortabfragen und ähnlichem. Die Seite versteht sich als Projekt zur Bewahrung alten Spieleguts, nicht als Sammlung von Raubkopien. Angeblich wurde auch alles lizenziert, was man dort abrufen kann, wenn es sich nicht um sogenannte Abandonware handelt.

Man kann die Spiele in einem kleinen Fenster oder auch im Vollbild spielen. Wobei das auf den modernen Bildschirmen von heute natürlich ein wenig komisch aussieht wegen der verwendeten Bildschirmauflösungen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Google Chrome als Browser gemacht.

Und, fühlt ihr euch zu einem kleinen Spielchen animiert? Was sind oder waren eure Favoriten damals? Outet euch ruhig, wir sind schließlich alle nicht mehr die Jüngsten 😉 .

Ich spiele jetzt noch ein wenig Civilization, ihr entschuldigt mich.

Wir geben ab zur Werbung (12) Werdet selber ein Kassettenkind

Heute komme ich nur ganz kurz um die Ecke, weil im heutigen Tag irgendwie der Wurm drin ist. Deswegen gibt es weder den einen Beitrag, den ich geplant hatte (über Spoiler), noch den anderen (ein neues Bit zum Thema Agenturen).

Stattdessen erinnere ich noch einmal an meinen Beitrag vom Anfang der Woche, als ich euch davon erzählte, wieso und warum ich ein Kassettenkind bin – und wie ich Empfänger eines netten kleinen Goodies wurde.

Nun, da hatte ich euch schon berichtet, dass ihr die Chance haben würdet, auch so ein Kartenspiel zu gewinnen.

Deswegen, ohne viele Worte: Das Gewinnspiel ist jetzt online und unter dem folgenden Link könnt ihr mitmachen:

http://www.hoerspiele.de/specials/kassettenkindkartenspiel/default.asp

Sagt mir doch gerne, ob ihr euren Hut in den Ring geworfen – und vielleicht ja sogar gewonnen habt!

Ich bin ein Kassettenkind und möchte euch was zeigen

Ich habe ja in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich für eine gewisse Zeit sehr aktiv in einem ganz besonderen Fandom gewesen bin. So richtig mit eigener Homepage und jeder Menge Aktivität. Und zwar geht es dabei um Hörspiele.

Heute sind Hörspiele und vor allem Hörbücher etwas vollkommen normales. Man bekommt sie in jeder Buchhandlung, in jedem ordentlich bestückten Elektronikmarkt und nicht zuletzt dank Unternehmen wie Audible ist es auch vollkommen normal, ungekürzte Lesungen zu brandaktuellen Romanen für einen akzeptablen Preis zu erhalten.

Aber vor zwanzig Jahren, da sah die Welt noch ein wenig anders aus.

Hörspiele waren etwas, das irgendwie aus der Zeit gefallen war. Etwas, das man eigentlich nur mit Kindern in Verbindung brachte. Zwar gab es auch damals schon, oder vielmehr noch, ambitionierte Produktionen, doch wurden diese oftmals von öffentlich-rechtlichen Radiosendern gestemmt, die sich um die kommerzielle Seite ihres Tuns erst einmal weniger Gedanken machen mussten.

Hörspiele, das waren diese Geschichten, die es vor allem auf Kassetten zu kaufen gab. Die Schallplatte, zu diesem Zeitpunkt schon längst von der CD ins Reich der Untoten verbannt, spielte am Markt gar keine Rolle mehr. Und die Kinder, die sich dereinst mit Serien wie „Jan Tenner“, „Hui Buh“ oder „Masters of the Universe“ ihre Zeit vertrieben hatten, waren auf dem besten Weg, erwachsen zu werden und hatten auf diesem Weg irgendwann ihre Hörspielsammlungen aufgelöst. Hörspiele waren uncool. Kinderkram.

Zwar gab es auch noch Serien wie „Die drei Fragezeichen“ oder „TKKG“, aber diese dümpelten mehr oder weniger vor sich hin, mit mehr oder weniger originellen Drehbüchern und weit entfernt vom Glanz ihrer früheren Tage, als sie teilweise mit Goldenen Schallplatten ausgezeichnet worden waren. Und Serien wie „Benjamin Blümchen“ und „Bibi Blocksberg“ waren halt für die Kleinsten.

Kurz: Das Hörspiel lag, gefühlt, in seinen letzten Zuckungen.

Aber dann kam das Internet und damit die von mir schon oft beschworene Möglichkeit, sich über alles Mögliche und Unmögliche auszutauschen – ohne große Hindernisse. Und so wurden auch Hörspiele wieder ein Thema.

Besonders früh wurden die Zeichen der Zeit von einem Hörspielfan in Schwelm erkannt. Das kann man durchaus so sagen, weil er sich die Domain hoerspiele.de sicherte. Zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich alles andere als ein Objekt der Begierde, sollte sich mit dem wieder einsetzenden Hörspielboom der Folgejahre der Status dieser Website als Datenbank und Newsseite über alles, was mit dem Thema Hörspiele zu tun hat, festigen und ausbauen. Gleiches galt den findigen Köpfen, die sich gleichzeitig den Domainnamen rocky-beach.com registrierten und hier eine zentrale Anlaufstelle für Freunde des Universums rund um die Drei Fragezeichen schufen.

Als ich begann, mich wieder um das Thema Hörspiele zu kümmern, gab es beide Angebote schon eine Weile. Ich war inzwischen dazu übergegangen, mir meine Hörspielsammlung wieder aufzubauen, die ich gerade einmal zwei oder drei Jahre vorher verkauft hatte. Ein Schicksal, das ich mit vielen meiner Altersgenossen teilte. Dabei leistete mir hoerspiele.de gute Dienste, weil die Seite mir zum Beispiel einen Überblick darüber gab, wie viele Folgen von einer Serie erschienen waren.

Langsam wuchs in mir der Wunsch, mich einzubringen, mich zu beteiligen. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Ich nahm Kontakt zu CHRIzzz, dem Macher der Seite, auf, steuerte zuerst ein paar Infos zur Datenbank bei, dann Rezensionen. Meldete mich in den gerade durchstartenden Hörspielforen an und wurde dort zu einem der eifrigeren Schreiber. Irgendwann bot jemand mir an, mit ihm eine eigene Website aufzubauen, worauf ich begeistert einging. Das Projekt scheiterte, ich machte noch eine Weile alleine weiter, bevor die Sache einschlief.

Aber hoerspiele.de und rocky-beach.com gibt es heute noch. Und in diesen Tagen feiern sie, wie erwähnt, ihr zwanzigjähriges Bestehen. Und ich bin sehr glücklich, aus diesem Anlass mit einem kleinen, aber sehr feinen Präsent bedacht worden zu sein 🙂 .

Was ihr hier seht, sieht zunächst einmal aus wie eine stinknormale Audio-Kassette. Die Älteren unter euch erinnern sich wahrscheinlich noch an diesen Anblick. Aber wenn ihr mal genau auf den Inhalt schaut, dann werdet ihr sehen, dass sich in dieser Hülle etwas ganz anderes verbirgt: Ein Kartenspiel nämlich! Mehr Aufschluss gibt uns die Rückseite der MC-Hülle.

Und noch mal deutlicher wird es, wenn man die Hülle öffnet und das darin befindliche Spiel in Augenschein nimmt.

Das klingt doch nach einer Menge Spaß, findet ihr nicht auch? Aber wenn ihr mich fragt, dann sind die Karten, die den Inhalt des Spiels bilden, beinahe zu schön, um wirklich mit ihnen zu spielen und sie im Laufe der Zeit abzunutzen. Das Design orientiert sich an den MCs von früher. Und da die Karten einzelnen Serien oder Reihen entsprechen, die bei vollkommen verschiedenen Firmen und zu vollkommen verschiedenen Zeiten erschienen sind, gibt es hier eine breite Vielfalt an Stilen zu bestaunen, von denen ich euch allerdings nur einen kleinen Ausschnitt zeigen möchte.

Wie gesagt, da werden für mich Erinnerungen wach und ich freue mich wirklich sehr, dass da an mich gedacht wurde, zumal diese Zeit wirklich schon eine ganze Ecke her ist.

Aber wieso reibe ich euch das eigentlich unter die Nase? Na ja, zum einen, weil ich eben ein sehr mitteilsamer Mensch bin 😉 . Zum anderen aber, um euch darauf aufmerksam zu machen, dass ihr, wenn ihr Interesse haben solltet, ebenfalls Besitzer eines solchen Schmuckstücks werden könnt. Ich darf nämlich darauf hinweisen, dass hoerspiele.de und rocky-beach.com das Kartenspiel nicht nur als exklusives Goodie an alte und neue Weggefährten produziert haben, sondern dass es einige Exemplare auch im Rahmen eines Gewinnspiels zu ergattern geben wird, das voraussichtlich, wie mir mitgeteilt wurde, am 15.12.2017 starten wird.

Wenn ihr also auch ein altes oder neues Kassettenkind seid, dann haltet doch einfach nach diesem Gewinnspiel auf den genannten Seiten Ausschau. Und wenn wir uns irgendwann einmal persönlich begegnen sollten, dann spielen wir eine Runde.

Und, sind jetzt Erinnerungen in euch wach geworden? Dann schreibt mir doch gerne davon 🙂 .

Jahresendzeitcoachingstöckchen – für mich!

Lange ist es her, seit mir ein Stöckchen an den Kopf geworfen wurde. Deswegen hat es diesmal auch ein wenig länger mit der Beantwortung der darin enthaltenen Fragen gedauert, zumal die liebe Jule von „Blaubeermuffins machen glücklich“ sich nicht lange mit irgendwelchen profanen Dingen aufgehalten hat, sondern mal so richtig, richtig ins Eingemachte geht.

Nun, gut Ding möchte bekanntlich Weile haben. Und so kommen wir jetzt, ohne viele weiter einleitende Worte, zum Inhalt des Stöckchens. Ach ja, nur eins noch vorweg: Ich werde den Stock nicht weiter werfen. Das hat auch einen Grund, den ich aber, aus eher persönlichen Gründen, für mich behalten möchte. Wer die Fragen aber gut findet – und das sind sie! – darf sich gerne dazu aufgefordert sehen, sie ebenfalls zu beantworten. In diesem Fall wäre es nur nett, wenn ihr Jule eine kleine Info dazu hinterlassen würdet.

Jetzt aber los.


Rückblick auf 2017:

  1. Wenn dein Jahr 2017 verfilmt werden würde, welchen Titel würde der Film tragen?

    Der Titel des Films lautet „Warten, auf was immer da auch kommen mag“.

  2. Welchen Tag aus 2017 möchtest du gerne nochmal erleben?

    Wir waren in diesem Jahr viel unterwegs und unter anderem auch in diversen Freizeitparks zu Gast. Und weil ich mich, wenn ich in einer Achterbahn sitze, immer frei, ungebunden und glücklich fühle (wenn das Teil mich nicht gerade aufgrund unrunder Streckenführung verprügelt), würde ich gerne einen dieser Tage noch einmal erleben. Gerade jetzt, wo das Wetter alles andere als kompatibel zu dieser Art des Freizeitvergnügens ist. Ich weiß, es klingt banal und die meisten würden hier sicherlich irgendwas tiefschürfenderes erwarten. Aber da es solch einen tiefschürfenden Tag nicht gegeben hat, ist dies die beste Antwort, die ich geben kann.

    Bezogen auf das Thema dieses Blogs war natürlich der Tag herausragend, an dem ich meinen ersten Autorenvertrag unterschrieben habe. Sowas darf in Zukunft gerne öfter vorkommen 🙂 .

  3. Was hast du dieses Jahr besonders gut gemacht?

    Ich habe mich, vor allem in der ersten Jahreshälfte, recht gut um meinen Schreibkram gekümmert, denke ich. Da fällt mir die Überarbeitung von „Der Morgen danach“ ein, die nicht leicht war. Ich denke an meinen Trip zur Leipziger Buchmesse, der für mich auch eine große Überwindung bedeutete. Und ich denke an die Kurzgeschichten, die ich schrieb.

    Auch die Tatsache, dass das zweite Halbjahr von deutlich mehr Stagnation geprägt war, schmälert diese Dinge nicht. Glaube ich.

  4. Welche drei Menschen hatten 2017 ein besseres Jahr, weil es dich gibt?

    Bei dieser Frage möchte ich den Joker setzen und lieber nicht antworten. Ich habe lange darüber nachgedacht, aber ich bin zu keinem Ergebnis gekommen, das sich für mich gut angefühlt hat. Das hat etwas mit meiner ganz eigenen Wahrnehmung von mir selbst zu tun. Das weiß ich. Und vielleicht fühlen sich Menschen in meinem Umfeld ja sogar brüskiert, weil ich sie hier nicht nenne. Für diesen Fall kann ich nur den alten Spruch bringen: Es liegt an mir, nicht an dir.

    Beinahe wäre an der Beantwortung dieser Frage meine ganze Teilnahme an diesem Stöckchen gescheitert. Deswegen habe ich beschlossen, sie offen zu lassen.

  5. Was hat sich 2017 für dich unerwartet zum Guten verändert? Und was war dein Anteil daran?

    Was sich auf jeden Fall unerwartet gebessert hat, sind die Dinge, die ich im Rahmen meiner Psychotherapie bearbeite. Beziehungsweise die Art und Weise, wie mein Therapeut und ich daran arbeiten. Da war ich vor Jahresfrist nämlich noch deutlich skeptischer. Auch hier möchte ich nicht zu sehr in die inhaltlichen Details gehen, wie ihr sicher versteht.

    Mein Anteil daran war, dass ich ein Stück weit meine Haltung geändert habe. Ich war schon vorher absolut offen für alles, was mir so angeboten wurde. Aber nun macht es auch im Kopf immer häufiger Klick. Selbst wenn das Ergebnis ist, dass es mir an manchen Tagen nach der Sitzung richtig, richtig mies geht, weil das alles so intensiv gewesen ist.

    Wenn das jetzt noch dazu führt, dass in Zukunft diese Dinge sich auch in konkrete Taten oder Veränderungen umsetzen lassen, dann wäre damit schon was gewonnen.

Ausblick auf 2018

  1. Wenn du wüsstest, dass dir nichts Schlimmes passiert und du alles schaffst, was du dir vornimmst, welchen Vorsatz würdest du für 2018 fassen?

    Ich würde den Vorsatz fassen, offener mit Menschen, Situationen und den dazugehörigen Rahmenbedingungen umzugehen. Den Kopf hin und wieder mal auszuschalten und auf mein Gefühl zu achten.

  2. In der Silvesternacht hast du eine Rakete in den Himmel geschickt, die schöner war, als alle Raketen zuvor. Das war eine Wunderrakete. Denn über Nacht ist ein Wunder passiert: Dein größter Traum ist in Erfüllung gegangen. Was ist jetzt, am 01.01.2018, anders?

    Okay, der muss in Anbetracht meines Blognamens sein: Am 01.01.2018 halte ich meinen Romanerstling in gedruckter Form in der Hand. Aber nicht lange, weil alle Welt ihn mir begeistert aus eben dieser reißt 😉 .

  3. Ein neuer Laden öffnet seine Pforten. Dort gibt es allerlei Charaktereigenschaften zu kaufen. Du kannst dir für 2018 eine dazukaufen oder eine bestehende stärken. Welche landet in deinem Einkaufswagen? Und warum?

    Mut. Eindeutig. Weil es mir eben an diesem oft genug fehlt, um Entscheidungen zu treffen, die ich treffen sollte, um Wege zu gehen, die vor mir liegen und um mir nicht selber immer wieder im Weg zu stehen. Vor allem lässt sich diese Eigenschaft hervorragend in allen möglichen Lebensbereichen einsetzen und ist damit so eine Art Schweizer Taschenmesser für ein besseres Leben. Was sagtest du, wann und wo dieser Laden Eröffnung hat?

  4. Wenn du am 31. Dezember 2018 auf das Jahr zurückblickst, worauf möchtest du besonders stolz sein?

    Ich möchte stolz darauf sein, dass ich zumindest ein wenig von dem Mut, egal ob gekauft oder selbst gefunden, dazu nutzen konnte, um meinen Weg zu gehen. Und natürlich auf meinen Bestseller 😉 .

    Nein, aber wenn ich kurz noch einmal aufs Schreiben schaue, dann möchte ich gerne stolz darauf sein können, dass ich alles versucht habe, um mich als Autor weiter zu profilieren, dann auch der Öffentlichkeit zu präsentieren und, in wenigen Worten verpackt, „mein Ding“ vorangebracht habe.

  5. Gib deinem Jahr 2018 einen Claim!

    Alles kann besser werden!


Ich bedanke mich bei Jule für die schönen Fragen, auch wenn sie mich an der einen oder anderen Stelle so weit gefordert haben, wie es sich gerade noch so aushalten ließ. War ja schließlich keine Absicht.

Es würde mich freuen, wenn der eine oder die andere sich animiert fühlt, hier auch mal beherzt zuzugreifen. Sagt doch in dem Fall gerne Bescheid!

Wieso es den „Tempest“ weiterhin geben sollte

Wie ich ja schon mehrmals hier im Blog berichtet habe, habe ich 1987 damit begonnen, meine eigenen Romane schreiben zu wollen. Damals gab es noch nicht die Formen des Austauschs miteinander, wie es sie heute gibt. Wir hatten ja nichts, damals. Doch der Drang, auch mal andere Meinungen zum Thema Schreiben zu hören, oder vielleicht Tipps und Tricks von Gleichgesinnten zu erhalten, der war natürlich da.

Deswegen stellte der Zugang in die wunderbare Welt des Internets auch einen Quantensprung in puncto Informationen dar. Auf einmal war da ein ganz neues Universum angefüllt mit neuen Menschen, mit den verschiedensten Hintergründen und den verschiedensten Ideen in den Köpfen.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich 1998, als ich meinen ersten privaten (und teuer bezahlten) Internetzugang bekam. Damals war ich geradezu süchtig danach, neue und interessante Webadressen herauszufinden. Mit den Themen Newsgroups und Message Boards hatte ich mich zwar vorher schon beschäftigt, war damit aber nicht so recht warm geworden.

Es war nur zwangsläufig, dass ich irgendwann auch damit begann, mir geeignete Adressen zum Thema Schreiben zu suchen. Da gab es, im Vergleich zu heute, allerdings noch nicht so viel. So etwas wie moderne Blogsoftware war noch nicht erfunden, mit der Programmierung in HTML wollten sich auch die Wenigsten auseinandersetzen und die Forensoftware, die es damals gab, war auch, sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Erinnert sich hier noch jemand z.B. an Parsimony?

Viele Angebote sind seitdem gekommen, gegangen, wiederbelebt worden und haben sich verändert. Ein Angebot aber gab es damals schon und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich darauf stoßen sollte bei meinen Streifzügen durchs Netz.

Der „Tempest“ ist ein monatlich erscheinender Newsletter der Website autorenforum.de. Er besteht aus zwei Teilen, die in jeweils einer separaten Mail versendet werden. Der erste Teil ist aus redaktionellen Inhalten gebildet, die teils in wiederkehrenden Rubriken geordnet sind, teils aber auch aufgrund aktueller Geschehnisse oder „einfach so“ gebracht werden. Wenn man so möchte also eine kleine Zeitschrift für Schriftsteller. Ergänzt wird diese durch den zweiten Teil, in dem es um Publikationsmöglichkeiten, Ausschreibungen, Stipendien und alles in dieser Richtung geht. Quasi also der Kleinanzeigenteil.

Im Laufe der Jahre sind im „Tempest“ eine Menge interessanter Inhalte gebracht worden, die sich etabliert und ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die Artikelreihen von Hans Peter Roentgen, in denen es um Exposés und Lektorate ging. Aber es ist wirklich nur ein Beispiel von vielen und egal, welche und wie viele ich aufzählen würde, ich würde unter Garantie irgendwas vergessen, jemandem Unrecht tun.

Was mir von Anfang an am besten gefallen hat am „Tempest“ ist allerdings die Frage- und Antwort-Rubrik. Experten in verschiedenen Gebieten wie Fantasy, Drehbuch, Verlagswesen, und, und, und stell(t)en sich den Fragen der Leser und versuch(t)en, diese bestmöglich zu beantworten. Hier gab es einiges zu lernen sowohl von den Fragenden, denn viele Probleme trieben mich ja genauso um, als auch von den Experten selbst.

Nun könnte also alles bestens sein, wenn nicht die Existenz des „Tempest“ akut auf dem Spiel stehen würde.

In den letzten Jahren wurde immer wieder einmal seitens der Redaktion darauf hingewiesen, dass man auf die Spenden von Lesern angewiesen sei, um die umfangreicher werdenden Tätigkeiten, die neben der eigentlichen Brot- und Kreativarbeit anfallen, gegenfinanzieren zu können – den rein technischen und administrativen Aufwand noch gar nicht gerechnet.

Der „Tempest“ ist frei von Werbung und kostenlos. Es gibt kein Abo, es gibt keine Zugangsbeschränkungen, man kann ihn einfach auf der Website abonnieren und bekommt ihn dann jeden Monat frei Haus.

Ich habe gestern einmal nachgeschaut: Meine erste „Tempest“-Ausgabe in Mailform ist von 2003, wobei ich genau weiß, dass ich vorher immer schon im Archiv auf der Website mitgeschmökert habe, das ebenfalls barrierefrei und kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Gestern also erreichte eine dringende Mail des Teams hinter dem „Tempest“ die Abonnenten. Inhalt dieser Mail ist im Prinzip, dass man in der bisherigen Form nicht mehr lange wird weitermachen können und daher gezwungen wäre, den „Tempest“ zur Mitte des kommenden Jahres einzustellen. Und, wohlgemerkt, wir sprechen hier nur von der rein monetären Seite, denn auch redaktionell wird die Arbeit immer schwerer, weil sich mehr davon auf weniger Schultern verteilt.

Konkret gibt es eine Frist bis zum 01. März 2018. Dann wird sowohl redaktionell als auch monetär Kassensturz gemacht und danach eine Entscheidung getroffen.

Man könnte jetzt sagen, dass den Lesern hier die Pistole auf die Brust gesetzt wird, doch bitte einen „freiwilligen“ Beitrag zu leisten (wohlgemerkt: vorgeschlagen wird ein Betrag von 10 oder 15 Euro – pro Jahr!). Man könnte aber auch sagen, dass es ein Wachrütteln ist, sich doch – bitte – Gedanken zu machen, ob und was der „Tempest“ einem selbst wert ist.

Ich gebe zu, dass ich bis jetzt nicht zu den Unterstützern gezählt habe. Des Weiteren gebe ich zu, dass ich den „Tempest“ in den letzten paar Jahren, seit ich andere Wege des Austauschs und des Wissenstransfers für mich gefunden habe, auch nur noch wenig gelesen habe.

Aber: Ich halte ihn nach wie vor für eine Institution, die vor allem auch Anfängern richtig, richtig viele Informationen zu bieten hat. Nicht zuletzt durch sein umfangreiches Archiv. Und ich weiß die Arbeit, die in sowohl den redaktionellen als auch in den Rechercheanteil gesteckt wird, sehr zu schätzen. Ich selbst habe davon profitiert, mich gut informiert und, ja, auch unterhalten gefühlt. Daher sollte es den „Tempest“ auch weiterhin geben!

Also bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich letztendlich viel zu lange gezögert habe, mein geringes Scherflein beizutragen, dass diese Institution der Autorenszene im Internet fortbestehen kann. Dementsprechend habe ich meine paar Euro gestern über das entsprechende Formular auf der Website (via Paypal) überwiesen.

Dieser Artikel soll keine Aufforderung sein, es mir gleich zu tun. Den meisten von euch kann, wird und soll der Fortbestand dieses Newsletters weitgehend egal sein. Mir war es nur wichtig zu dokumentieren, dass gute Arbeit auch gute Honorierung verdient. Weil wir alle das für unsere Arbeit schließlich genauso haben möchten.

Und dass ich es den Machern hinter diesem Projekt irgendwie auch schuldig bin.