Wir geben ab zur Werbung (15) Stock Photos von depositphotos

Heute habe ich einen schnellen Tipp für die Website- und Blogbetreiber unter uns. Ich nehme an, dass es den meisten von euch so geht wie mir und ihr euch immer fragt, wie ihr denn einen neuen Beitrag möglichst gut bebildern könnt. Nicht jeder hat immer und überall das passende selbst geschossene Foto zur Hand oder ist ein Crack, wenn es darum geht, sich eine Zeichnung in Paint (oder so 😉 ) zusammen zu bauen.

Die Lösung hierfür sind Fotodatenbanken mit Stock Photos, also Fotos und Grafiken, die andere und berufene Menschen irgendwann mal gemacht haben und die diese nun umsonst oder für einen kleinen Obolus zur weiteren Verwendung bereit stellen.

Ich benutze für meine Beiträge meistens freie Datenbanken wie Pixabay oder Pexels. Aber ich weiß, dass man da hin und wieder schnell an die Grenzen des Verfügbaren stößt. Böse Zungen behaupten, dass man bestimmte Bilder auf jeder dritten Website findet.

Deswegen – und wenn ich irgendwann mal meine Autorenwebsite starte – habe ich mir beizeiten ein preisgünstiges Kontingent für die Seite depositphotos zugelegt. Wirklich benutzt habe ich es noch nicht, aber von dort stammt zum Beispiel der Hintergrund, den wir für die Autorenfotos von #9lesen benutzt haben:

Ich dachte, ich mache euch darauf aufmerksam, dass im Moment wieder vergünstigte Kontingente über die Seite AppSumo.com verfügbar sind. Dort zahlt ihr im Moment für 100 Bilder nur 49 Dollar. Die angegebene Preisersparnis ist allerdings ein ziemlicher Scherz, denn im Normalfall bekommt man 100 Bilder für 100 Dollar alle naselang nachgeworfen. Aber dennoch spart ihr hier ca. 50 Prozent der Kosten und das Kontingent bleibt euch erhalten, selbst wenn ihr, so wie ich, jahrelang nicht mit eurem Projekt vorwärts kommen solltet …

Vielleicht kann ja der eine oder die andere von euch etwas damit anfangen 🙂 .

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Wir geben ab zur Werbung (14) Das Handbuch für Autorinnen und Autoren

Gestern trudelte die neueste Ausgabe der „Federwelt“ bei mir ein, von der übrigens mit Sebastian Fitzek nicht nur einer der momentan erfolgreichsten deutschen Autoren lächelt, sondern die auch einen wieder einmal angenehmen Themenmix verspricht.

Beim ersten Durchblättern ist mir ein Werbeflyer in die Hand gefallen und ich hoffe, es wird den Urhebern recht sein, dass ich diesen flugs eingescannt habe und hier gerne zeigen möchte. Denn, kaum zu glauben, das „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ wird in diesem Jahr 33 Jahre alt.

Was ist das Handbuch? Nun, es ist eine seltene und sehr gut gelungene Mischung aus Branchenwissen, Schreibwissen und natürlich dem nicht zu vernachlässigendem Teil mit Adressen, Links und weiterführenden Infos. Ich selber besitze die sechste und die achte Auflage und kann daher sagen, dass sich jeweils ein guter und auch an die Entstehungszeit angepasster Themenmix in dem Buch findet. Mir selbst hat es zuletzt gute Dienste geleistet, als ich mir Adressen von für mich interessanten Literaturagenturen zusammengesucht habe.

Der einzige Nachteil, so man so sagen will, ist der Preis. Mit rund 55 Euro ist das Handbuch nicht nur vom Umfang her ein Schwergewicht. Umso lieber weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass man dieses Standardwerk ab dem 14.02. (Valentinstag, vielleicht eine Alternative zu Blumen?) für den reduzierten Preis von 33 Euro gibt. Allerdings nur für 33 Tage. Aber diese Zeit sollte reichen, sich mit dem Buch zu beschäftigen und ggf. zuzuschlagen. Eine gute Gelegenheit wäre hierfür zum Beispiel auch die Leipziger Buchmesse, denn dort gilt der Preis auch noch und man kann am Stand sicherlich in aller Ruhe reinschmökern.

Nähere Informationen gibt es auf der Verlagshomepage.

Likes, Daumen und Gefällt mir: Ein Wortersatz mit Tücken

Früher war ja bekanntlich alles besser. Damals, als wir uns noch mit Worten austauschen mussten, weil es keine andere Methoden gab. Dann kamen irgendwann die Smileys, dann die animierten Emoticons und irgendwo dazwischen die Möglichkeit, die eigene Meinung zum Text eines anderen durch einen simplen Klick zum Ausdruck zu bringen.

Heute, in den Zeiten von Web 2.0 und höher, begegnen sie uns an allen Ecken und Enden des Internets: Daumen, die gehoben oder gesenkt werden können wie damals, im antiken Rom. Likes, die verteilt oder wieder entzogen werden können. Oder auch Schaltflächen mit der Aufschrift „Gefällt mir“ und „Gefällt mir nicht“ mit allen möglichen Derivaten.

Doch das, was einmal zur Vereinfachung gedacht gewesen sein muss, hat auch seine Tücken, wie ich gerade gestern wieder einmal feststellen musste.

Was war geschehen?

Ich hatte in einem Forum einen Beitrag geliked. Einen Beitrag, der aus einigen Absätzen bestand. Die Grundtendenz von dem, was in diesem Beitrag stand, gefiel mir. Gut, ich war nicht mit jeder Formulierung einverstanden, aber das war auch gar nicht nötig, schließlich handelte es sich um eine persönliche Meinungsäußerung eines anderen Menschen, noch dazu gefärbt auch von eigenen Gefühlen. Da ist es mehr als unwahrscheinlich, dass ich jedes einzelne Wort selbst auch so geschrieben hätte.

Nun ging ich aber hin und bestätigte, dass mir gefiel, was ich dort las. Und damit machte ich mir, unbewusst, den gesamten Inhalt dieses Beitrags zu eigen. Jedenfalls konnte man es so verstehen. Weil die reine Aussage, die ich durch den Druck auf eine Schaltfläche getätigt hatte, nicht differenziert. Das kann ich nur, indem ich mich mit Worten erkläre. Das tat ich dann im Nachgang, aber es machte mich nachdenklich, wie leicht doch durch die eher beiläufige Verwendung solcher Mechanismen ein falscher Eindruck entstehen kann.

Den Klassiker des missverständlichen „Gefällt mir“ kennen sicherlich die meisten von euch, die diesen Text lesen: Ein Blogger berichtet in seinem neuesten Beitrag, dass es ihm richtig, richtig schlecht geht. Der Arbeitgeber ist ein Arsch, die Frau ausgezogen und die Katze musste eingeschläfert werden. Eigentlich macht das ganze Leben gerade keinen Sinn mehr.

Kann einem so einen Beitrag gefallen? Wenn ich nur nach den Schaltflächen gehe, kann das sehr wohl so sein. Die Frage ist, ob alle das gleiche Bewusstsein darüber haben, was dieses Gefallen eigentlich bedeuten soll. Da kann ich wieder nur von mir sprechen. Für mich bedeutet dieses „Gefällt mir“, dass ich den Beitrag gelesen habe und dass ich, nun, Anerkennung in irgendeiner Form für den Autoren da lassen möchte. Das ist das Wenigste, was ich tun kann, wenn mir gerade kein schlauer Text als Antwort einfällt oder mir schlicht nicht danach ist, eine zu schreiben.

Es bedeutet aber keinesfalls, dass es mir gefällt, dass der Autor nun einen miesen Arbeitsplatz, keine Frau und keine Katze mehr hat. Den meisten Blogschreibern ist dies zum Glück auch bewusst, auch wenn ich selber schon viele Kommentare gelesen habe, in denen der Kommentator zum Ausdruck brachte, dass „Gefällt mir“ eigentlich voll daneben ist.

Aber dann sind wir ja schon dabei, dass die Schaltfläche, der Daumen, das Zeichen der Anerkennung durch einen eigenen Text weiter erläutert wird.

Das Dumme ist, dass es praktisch keinen Weg gibt, sich diesem ganzen Prozess zu entziehen. Denn ich bin ja nicht nur selbst als Blogger daran interessiert, zu erfahren, ob das, was ich schreibe, eigentlich irgendjemandem interessiert. Ich möchte es ja auch anderen zeigen. Aber machen wir uns nichts vor: Oft fehlt ja sogar die Zeit, jeden Beitrag eines fremden Blogs zu lesen. Wenn man dann noch jeden Beitrag kommentieren sollte, dann wäre das ein Ding der Unmöglichkeit.

Und dann bin ich ja noch gar nicht in die wirklichen Horte der Likes und Daumen vorgedrungen, nämlich in die Sozialen Netzwerke. Auf Facebook, Twitter und wie sie alle heißen sind diese Zuneigungsbekundungen längst schon zu einer Art virtueller Währung geworden. Wer die meisten Likes hat, bekommt die größte Reichweite.

Und wer die größte Reichweite hat, für den – und da wird es interessant – verwandelt sich die virtuelle Währung auf einmal in reales Geld. Denn Reichweite ist gleichbedeutend mit Sichtbarkeit. Jeder, der sieht, dass ich einen neuen Roman veröffentlicht habe, ist ein potenzieller Käufer. Wenn meine Homepage mit Dienstleistungen als Lektor oder Korrektor die meisten Likes auf Facebook hat, werde ich stärker als die Konkurrenz wahrgenommen.

Deshalb wäre es geradezu tödlich, wenn man, wenn ich mich total diesen Mechanismen verweigern würde.

Also, was kann man tun? Die Lösung ist eigentlich sehr profan, aber durch die Beiläufigkeit, mit der heutzutage der Daumen gehoben wird, ist es dennoch nicht verkehrt, noch einmal darauf hinzuweisen.

Man sollte sich immer inhaltlich mit dem auseinander setzen, was man da gerade vor den Augen hat. Das muss keine besonders tiefgehende Recherche sein, aber man sollte, zum Beispiel, einen Blogtext aufmerksam gelesen haben, damit man nicht irgendwo mittendrin eine Formulierung übersieht, die einen selbst in ein falsches Licht rücken könnte. Das Internet vergisst nicht und es hat manchmal verdammt scharfe Zähne, wenn es darum geht, vermeintliche Fehler zu geißeln.

Die gleiche Sorgfaltspflicht gilt im Übrigen auch für die Autoren selbst, denn nur zu schnell gerät man in einen veritablen Shitstorm, nur weil man an einer Stelle eine vielleicht sensible Vokabel falsch gebraucht hat.

Und dann sollte man immer dann, wenn man mit irgendeiner Passage eines Textes, den man geliked, mit „Gefällt mir“ oder Daumen hoch bedacht hat, nicht einverstanden ist, dies erwähnen, sofern es einem wichtig ist und es ansonsten zu Widersprüchlichkeiten kommen könnte. Ja, es ist ein Mehraufwand, aber einer, der sich eventuell lohnen kann.

Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, in Zukunft genau darauf stärker zu achten.

 

Frauen als Opfer und Beute: Genug davon, sagt eine britische Autorin

Gerade bin ich auf eine interessante Kurzmeldung beim Boersenblatt aufmerksam geworden. In dieser geht es um einen neuen Preis, eine Art „Anti-Preis“, den eine britische Drehbuchautorin ins Leben gerufen hat.

Und zwar hat Bridget Lawless im übertragenen Sinne die Nase voll. Sie hat die Nase voll davon, dass Frauen insbesondere in Thrillern fast durchweg die Opferrolle einnehmen müssen, dass sie diejenigen sind, die getötet, entführt und misshandelt werden. Mit dem von ihr ausgelobten „Staunch Book Prize“ möchte sie auf Titel aufmerksam machen, die ohne Gewalt gegen Frauen auskommen.

Diese kurze Meldung regt mich zum Nachdenken und zum reflektieren an. Wenn ich mal so Revue passieren lasse, wie es in der Literaturwelt aussieht, dann ist es in der Tat so, dass Frauen oft auf die Opferrolle abonniert sind. Und wenn sie nicht das Opfer sind, dann sind sie doch häufig schwach. Das betrifft übrigens nicht nur Romane, die von Männern geschrieben wurden, wie man jetzt vielleicht annehmen könnte, sondern auch Romane von Frauen. Und natürlich auch solche, die eigentlich versuchen, eine starke Frauenrolle, etwa durch eine Ermittlerin, in den Mittelpunkt zu rücken.

Woran mag es also liegen, dass es so relativ leicht fällt, Frauen auch in unseren aufgeklärten, emanzipierten und gegenderten Zeiten als schwach und Opfer zu skizzieren? Ich fürchte, dass in vielen Autoren und Autorinnen immer noch die alten Rollenbilder, wie sie vielleicht von den eigenen Eltern vermittelt wurden, vorherrschen. Andere nehmen diese Bilder durch die Medien auf, man denke hier neben dem Buch vor allem auch an den Film.

Filme, in denen nur Männer die Opfer sind, sind eher rar gesät, wahrscheinlich schon aufgrund des Eye Candy, das Produzenten und Regisseure sich versprechen. Ganz zu schweigen von der Zielgruppe für eher harte Thriller – das Horrorgenre lassen wir mal besser ganz außen vor, weil da die Rollenbilder ganz überwiegend noch verstörender ausfallen.

Natürlich habe ich mir aber auch meine Gedanken gemacht, wie es mit meinen eigenen Romanen eigentlich bestellt ist. Und ja, da muss ich mich schuldig bekennen: Nicht in allen, aber doch in einigen meiner Geschichten sind Frauen Opfer. Ich glaube zwar, behaupten zu können, dass ich sie nie auf die Opferrolle reduziere, aber darum geht es nach den Kriterien von Bridget Lawless ja erst einmal nicht.

Aber ich kann immerhin für mich in Anspruch nehmen, auch Romane geschrieben zu haben, in denen Frauen, wenn überhaupt, dann „gleichberechtigt“ ums Leben kommen. Das mag jetzt seltsam klingen, aber in diesem Kontext finde ich durchaus, dass es in Ordnung geht, wenn ich, wie in „Es zwingt einen dazu“ geschehen, ein Pärchen gemeinschaftlich über die Klinge springen lasse.

Und dann sind da natürlich noch die starken Frauenrollen, ohne welche die jeweiligen männlichen Begleiter teilweise ziemlich dumm aus der Wäsche schauen würden. Auch in meinen Romanen „Der Ruf des Hafens“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ wird zwar gestorben – und das teilweise auf sehr unangenehme Art -, aber hier sind die Frauen diejenigen, die überleben – weil sie sich einfach klüger anstellen als die Männer um sie herum.

Bridget Lawless möchte Autoren finden, die sich etwas anderes ausdenken. Nun, wie genau man sich das vorzustellen hat, oder besser gesagt, wie genau sie sich das vorstellt, werden wir spätestens am 25. November erfahren, denn dann möchte sie den ersten Preisträger bekannt geben. Der 25.11. ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Ein besseres Datum könnte es also für eine derartige Preisverleihung gar nicht geben.

Ich bin gespannt, ob ihr Beispiel vielleicht Schule im deutschsprachigen Raum machen wird. Oder ob wir bald Übersetzungen von Romanen lesen werden, die dezidiert das Label „Gewaltfrei gegenüber Frauen“ tragen.

Oder ist das alles der falsche Weg? Besser gemein, als gemacht? Lasst mir doch, wenn ihr mögt, einen Kommentar dazu hier.

Nur eine kleine Pille

Ich habe euch ja schon häufiger mal auf Comicstrips von Clays fantastischer Seite Depressioncomix aufmerksam gemacht. Im Normalfall binde ich einfach den jeweiligen Strip hier als Reblog ein und sage nur ein oder zwei Sätze dazu. Nun, in diesem Fall sollen es dann vielleicht vier oder fünf sein. Einfach weil der Anblick in mir Erinnerungen ausgelöst hat, die ich mit euch teilen mag.

Aber werfen wir zunächst gemeinsam einen Blick auf den Comic, um den es mir heute geht. In diesem bekommt eine junge Frau ein Rezept ihres Arztes. Er verschreibt ihr Antidepressiva, aber sie hat Angst, die Tabletten zu nehmen. Sie befürchtet, dass ihre Persönlichkeit dadurch verändert wird, dass sie sich selbst nicht mehr erkennen könnte. Und sie fürchtet, dass sie ihre Kreativität abtöten.

Ihr Freund oder Bekannter sagt ihr daraufhin, dass sie im Augenblick immer nur down sei, sogar davon spreche, sterben zu wollen. Und nicht zuletzt habe sie seit Monaten nicht mehr gemalt. Im letzten Panel sitzt die junge Frau an einem Tisch und sagt, frei übersetzt: »Okay, ihr Pillen, bitte nehmt nur die Dunkelheit von mir. Nehmt nichts von mir von mir.«

Ich kenne viele Menschen, die sich auf die eine oder die andere Art in dieser Art Gedanken wiederfinden oder wiedergefunden haben. Kaum eine Sorte Medikamente steht in so großem Verruf, wie es Antidepressiva tun. Tatsächlich gibt es Leute, die glauben, dass diese Pillen den Menschen, der sie nimmt, zu jemand ganz anderem macht.

Nun, in mancherlei Beziehung mag das sogar so sein, denn es gibt Patienten, die durch die Einnahme solcher Mittel die Möglichkeit gefunden haben, sich selbst in einer Art und Weise zu verändern, wie sie es sich vielleicht schon lange gewünscht, es sich aber nicht getraut haben. Solche Änderungen gefallen nicht jedem. Zum Beispiel in solchen Fällen, in denen aus einem grauen Mäuschen, das man immer schön unterbuttern konnte, auf einmal ein selbstbewusster Mensch wird, der sich zu wehren weiß.

Natürlich bewirken das nicht Tabletten alleine. Es ist eine Menge harte Arbeit nötig, um Prozesse in Gang zu setzen, die zu solchen Veränderungen führen. Die Pillen können über die Startschwierigkeiten hinweg helfen. Ich selber sage immer, dass sie mich in die Lage versetzen, an meinen Themen zu arbeiten.

Und doch war auch ich skeptisch und von Vorurteilen befallen, als ich vor ungefähr sieben Jahren das erste Mal ein entsprechendes Rezept in der Hand hielt. Und es ging mir ganz genau so wie der jungen Frau in dem Comic. Am meisten sorgte ich mich darum, dass durch eine sich wie auch immer äußernde Veränderung meine Fähigkeiten, mich kreativ zu betätigen, endgültig der Vergangenheit angehören würden.

Ich hatte damals keinen Freund, der mich darauf hinwies, dass in dieser Hinsicht sowieso schon lange nichts mehr lief, wie es sollte. Aber ich brauchte auch keinen. Das wusste ich nämlich selber besser, als es mir lieb sein konnte. Zwar hatte ich im Sommer 2009 ein kurzes Kinderbuch geschrieben, aber mein letzter „richtiger“ Roman lag bereits fünf Jahre in der Vergangenheit. Seit bald drei Jahren doktorte ich an seinem Nachfolger herum, was aber nichts anderes bedeutete, als dass ich mir alle paar Monate seufzend das knapp 100 Seiten lange Fragment ansah und es wieder zur Seite legte.

Ein Teil von mir war immer der Ansicht gewesen, dass es vielleicht gerade meine psychische Verletzbarkeit war, die es mir ermöglicht hatte, zu schreiben. Dass in dieser Hinsicht nicht alles zum besten bei mir bestellt war, war mir lange schon klar, auch wenn ich es nicht benannte und in gewisser Weise darauf wartete, dass es sich von alleine Bahn brechen würde (was es dann 2010 auch tat).

Aus der Sicht von heute fällt es mir schwer, diese Gedanken nachzuvollziehen, weswegen ich auch an dieser Stelle keinen Versuch wagen möchte, die Hintergründe zu erklären. Aber auf jeden Fall hatte ich diese Sorge, nun wirklich und unwiderruflich nie wieder schreiben zu können.

Und es kam, wie es kommen musste: Im darauffolgenden Jahr fasste ich meine Tastatur, soweit ich mich erinnere, nicht ein einziges Mal an. Ich kramte zwar hin und wieder in alten Entwürfen, bekam meine melancholischen fünf Minuten, weiter ging es aber nicht.

Ob die Tablette daran Schuld hatte? Das wage ich mal ganz fest zu bezweifeln. Aber wie sich herausstellen sollte, befanden sich sowohl mein damaliger Arzt als auch ich selbst ein wenig auf dem Holzweg.

Er hatte mir zwar ein Medikament verschrieben, mich aber ansonsten alleine mit mir, meinen Gedanken und meinem Irrglauben gelassen. Irgendeine Form von Begleitung fand nicht statt. Und wenn es mir, wie es heute vollkommen logisch erscheint, nach einigen Monaten schlechter ging, dann wurde in Reaktion darauf die Dosierung meiner Pille erhöht. Und je weniger das anschlug, desto schlechter ging es mir und desto unvorstellbarer wurde es, jemals wieder zu schreiben.

Und dann kam der Tag, an dem es nicht mehr weiterging. An dem ich psychisch so richtig aus meinem bisherigen Leben gerissen wurde. Die Pille konnte nicht mehr höher dosiert werden und jetzt (!), über ein Jahr später, kam mein Arzt auf die Idee, dass es vielleicht gut für mich sein könnte, wenn ich mir auch therapeutische Hilfe suche.

Ich kam in eine entsprechende Klinik und lernte in mühevoller Kleinarbeit, mich mit mir selber auseinander zu setzen. Das war alles andere als leicht und dauerte etliche Wochen. In der Zwischenzeit bekam ich neue Pillen, probierten wir allerlei aus. Und, siehe da: Ich spürte Veränderungen. Veränderungen in der Richtung, dass ich auf einmal für manche Dinge neuen Mut aufbrachte.

Zum Beispiel dafür, mir ernsthafte Gedanken zu machen, ob ich nicht doch noch mal mein Glück mit dem Schreiben versuchen wolle. Gut, es dauerte dann noch einmal ein paar Monate und Zuspruch eines besonders lieben Menschen (an dieser Stelle liebe Grüße an meine kleine-große Schwester), bis ich mich einfach an die Tastatur setzte und los schrieb. Heraus kam ein Manuskript, das den Namen „Der Morgen danach“ trug.

In meinem Fall haben die Pillen nicht meine Kreativität getötet. Sie haben mich unterstützt, überhaupt wieder den Mut aufzubringen, mich als Autor gegenüber anderen Menschen zu outen und dann zu versuchen, meinen Weg zu gehen. Wer weiß, vielleicht gäbe es ansonsten auch diesen Blog nicht.

Dies soll keine Lobeshymne auf die Pharmaindustrie sein. Grundsätzlich ist jede Veränderung, die auch ohne den Einfluss von Medikamenten vonstatten geht, jener vorzuziehen, für die man bunte Pillen braucht. Aber es gibt Situationen, in denen es nicht anders geht. Ein Spruch, in dem ein Körnchen Wahrheit liegt, lautet: »Wenn du an Krebs erkrankt wärst, würdest du dir auch keine Gedanken machen, ob du die Medikamente nehmen sollst.«

Heute bin ich an einem Punkt, an dem mein neuer Arzt und ich überlegen, ob wir nicht das eine oder andere Medikament langsam ausschleichen können. Und ich bin immer noch hier und ich bin immer noch Autor. Und ich denke nicht, dass man mir das jemals wieder wird wegnehmen können.

Aber wer weiß, wo ich heute stünde, wenn es nicht zum richtigen Zeitpunkt diese kleine Pille gegeben hätte.

Wo das Schreiben lebensgefährlich ist

Ich habe heute bei der Süddeutschen Zeitung einen sehr eindringlichen und nachdenklich stimmenden Artikel gelesen. Es geht um fünf Schriftsteller aus fünf Ländern der Erde, in denen es aus verschiedenen Gründen sehr schwer ist, einfach nur ein Autor zu sein. Sei es, weil Krieg und Veröffentlichungsverbot herrschen. Sei es, weil angeblich gegen politische oder religiöse Grundsätze verstoßen wird. Sei es, weil man seit über 40 Jahren im Exil lebt, weil es ein, auf dem Papier immer noch bestehendes, Todesurteil gibt.

Die Schriftsteller, die hier zu Wort kommen, stammen aus Syrien, dem Iran, der Türkei, Kuba und Somalia. Beim einen Land kommt man eher darauf, welche Probleme es dort gibt, bei anderen Ländern nicht sofort. So war mir zum Beispiel nicht bewusst, welche Einschränkungen es auf Kuba immer noch gibt, wo uns das Land doch in den letzten Jahren zunehmend als weltoffen und aus der Isolation erwacht präsentiert wird.

Das eindringlichste Zitat in diesem Artikel stammt von Amir Hassan Cheheltan aus dem Iran, der sagt, dass es sich als unabhängiger Schriftsteller in seinem Land so anfühlt, als sei man ein kommunistischer jüdischer Homosexueller im nationalsozialistischen Deutschland. Auch wenn in dieser Aussage sicher eine kalkulierte Übertreibung liegt, ist sie doch wie ein Schlag in die Magengrube.

Dem entgegen haben wir in Deutschland, eigentlich in der gesamten westlichen Welt, kaum mit größeren Repressalien zu kämpfen. Es ist ein Verdienst unserer Meinungsfreiheit, dass wir als Autoren schreiben dürfen, was wir möchten. Auch dann, wenn es anderen nicht immer in den Kram passt. Wie ihr wisst, spreche ich sogar den Urhebern von mir vollkommen fremden Geisteshaltungen durchaus das Recht zu, ihre Bücher zu veröffentlichen.

Und doch ist es auch in Deutschland noch nicht lange her, dass Autoren aus ihrem Heimatland fliehen mussten, weil sie hier um Leib und Leben fürchten mussten. Oder doch zumindest um ihre persönliche Integrität. Man muss nicht bis zu den Bücherverbrennungen der Nazis zurückgehen. Auch Autoren in der ehemaligen DDR hatten, wenn sie kritische Stimmen erhoben, mit Gegenwehr des Staates, in dem sie lebten, zu kämpfen. Nicht immer verliefen diese Kämpfe erfolgreich.

Und dann sind da noch die momentanen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten von Amerika, der, nach eigener Auffassung, demokratischsten und fortschrittlichsten Nation von allen. Dort schreibt jemand ein Buch, das dem Präsidenten nicht in den Kram passt und schon wird der gesamte Staatsapparat in Feuerstellung gebracht. Da ich das Werk nicht gelesen habe, kann ich nichts dazu sagen, ob es diesen Bohei rechtfertigt, aber die Tendenz zur Unterdrückung einer missliebigen Meinung finde ich, sagen wir mal, mindestens bedenklich.

Dennoch sind das alles Luxusprobleme im Vergleich zu dem, was die fünf Autoren aus dem Zeitungsartikel erleben. Das soll nicht schmälern, dass es auch in anderen Ländern zu prekären Situationen kommen kann. Ich finde nur, dass es wichtig ist, manche Dinge im richtigen Kontext und damit auch im rechten Licht zu betrachten. Auch wenn Donald Trump wütend ist, wird er nicht gleich die Todesstrafe für einen Schriftsteller fordern.

Wir sollten nicht müde werden, uns dafür einzusetzen, dass Autoren, Schriftsteller, Künstler auf der ganzen Welt die gleichen Rechte, die gleiche Selbstbestimmung und die selben Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung erhalten, wie sie für uns selbstverständlich sind. Und wir sollten uns diese Beispiele vor Augen halten, um einfach nicht aus dem Blick zu verlieren, was Zensur anrichten kann. Selbst dann, wenn sie vielleicht noch so gut gemeint sein sollte.

Den sehr lesenswerten Artikel der Süddeutschen findet ihr hier.

Wir geben ab zur Werbung (13) Ein wenig Zeit totschlagen gefällig?

Hallo und herzlich Willkommen auf der anderen Seite von Weihnachten!

Ich hoffe, ihr hattet alle eine gute Zeit, habt vielleicht schöne Geschenke bekommen, oder andere Menschen gut beschenkt. Oder vielleicht habt ihr mit Weihnachten ja auch gar nicht wirklich etwas an der Mütze gehabt. Dann hoffe ich, dass ihr trotzdem eine gute Zeit hattet.

Bei mir war Weihnachten relativ ruhig, an Heiligabend gab es einen schönen Abend mit der Familie, die folgenden zwei Feiertage waren dann „frei“. Ich habe die Zeit genutzt, um mich ein wenig zu entspannen. Den lieben Gott mal einen guten Mann sein lassen.

Und auch jetzt bin ich eher noch auf der faulen Seite des Lebens unterwegs, atme ein wenig durch, nachdem mein Arbeitgeber der Ansicht ist, dass die Dienststellen zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleiben sollen. Morgen oder spätestens übermorgen mache ich auf jeden Fall noch die Bewerbung für die Literaturagentur Meller fertig, aber viel mehr wird dieses Jahr in Sachen Schriftstellerei wohl nicht mehr laufen.

Und wie ist es bei euch? Habt ihr vielleicht auch ein wenig Zeit, die ihr totschlagen wollt? Dann habe ich einen ganz heißen Tipp für euch. Jedenfalls für die, die schon ein wenig länger an ihren PCs unterwegs sind.

Erinnert ihr euch noch an die ganzen alten Spiele, die größtenteils unter DOS liefen (die Jüngeren mögen nachschlagen, was genau das war)? Dann wisst ihr wahrscheinlich auch, dass man die meisten von denen auf dem heimischen Rechner wieder zum Starten bekommt, wenn man einen passenden Emulator benutzt. Und wenn man sie noch in seinem Besitz hat, natürlich.

Ich bin da vor kurzem auf eine Homepage gestoßen, die sowohl den Besitz als auch den Emulator obsolet macht, da sie beides direkt mitbringt:

Ich denke, der Bildschirmabdruck spricht für sich. Auf classicreload.com findet ihr über 5.000 Spiele, die ihr sofort auf der Webseite ausprobieren könnt, um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Besonders drei der Klassiker haben sich bei mir als echte Timekiller herausgestellt. Das wäre zum einen der putzige Commander Keen:

Oder das epische Civilization, in dem es um nicht weniger als um das Schaffen einer ganzen Zivilisation geht:

Und natürlich auch dieses hier:

Den Namen durfte man viele Jahre lang nicht aussprechen, deswegen tue ich es auch jetzt nicht 😉 .

Die meisten Spiele liegen auf der Website als Vollversionen vor, so wie sie von den Herstellern programmiert wurden. Also auch inklusive aller Passwortabfragen und ähnlichem. Die Seite versteht sich als Projekt zur Bewahrung alten Spieleguts, nicht als Sammlung von Raubkopien. Angeblich wurde auch alles lizenziert, was man dort abrufen kann, wenn es sich nicht um sogenannte Abandonware handelt.

Man kann die Spiele in einem kleinen Fenster oder auch im Vollbild spielen. Wobei das auf den modernen Bildschirmen von heute natürlich ein wenig komisch aussieht wegen der verwendeten Bildschirmauflösungen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Google Chrome als Browser gemacht.

Und, fühlt ihr euch zu einem kleinen Spielchen animiert? Was sind oder waren eure Favoriten damals? Outet euch ruhig, wir sind schließlich alle nicht mehr die Jüngsten 😉 .

Ich spiele jetzt noch ein wenig Civilization, ihr entschuldigt mich.