#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Welches Buch ist im Moment dein absolutes Must-Read?

Nun, wo der Sommer langsam von uns geht, ist es noch einmal Zeit, zur Sommeredition des #Autorenwahnsinns zurückzukehren. Ich hatte ja gesagt, dass ich es damit ein wenig ruhiger angehen lassen würde und nur hier und da mal eine Frage einfließen lasse, die für mich funktioniert und zu der ich auch etwas zu sagen habe.

Gerade bei der Frage nach dem absoluten Must-Read dieses Sommers habe ich mich sehr, sehr schwer getan. Natürlich habe ich über den Sommer hinweg einige Bücher gelesen, auch wenn die Zeit manchmal knapp bemessen war. Dabei ging die Bandbreite einmal quer durch das Gemüsebeet, wie ich ja teilweise auch hier im Blog dokumentiert habe.

Aber letztendlich bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich als „Must-Read“ nur ein Buch empfehlen kann, mit dem die meisten unter euch wohl nichts anfangen können, weil es zum einen ein Sachbuch ist und zum anderen alles andere als leichte Kost. Dennoch ist es das Buch, das mich diesen Sommer am nachhaltigsten beeindruckt hat.

Ich spreche von dem Buch „KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ von Nikolaus Wachsmann.

Was soll man über ein Thema schreiben, über das eigentlich schon alles gesagt zu sein scheint? Das könnte die Grundprämisse für Wachsmanns Arbeit gewesen sein, denn ich kann nur sagen, dass ich eine derartige Akribie, mit der er sich in sein Thema verbeißt, noch nicht erlebt habe. Und ich habe einige Bücher über das Lagersystem des Dritten Reiches gelesen.

Wachsmann liefert einen chronologischen und sinnvoll in verschiedene Abschnitte gegliederten Überblick, beginnend mit den wilden Lagern, die unmittelbar nach der Machtergreifung überall von der SA eingerichtet wurden, um Rache an den politischen Gegnern zu üben, fortgeführt über die Übernahme des Lagersystems durch die SS mit der einhergehenden Strukturierung, bis hin zum späten Paradoxon der Lager, gleichzeitig die ausgemachten „Volksschädlinge“ durch Arbeitseinsatz zu vernichten und sich diese Arbeit möglichst lange und möglichst produktiv für die Kriegswirtschaft zu Nutze zu machen.

Was dem Buch sehr gut gelingt ist die Verdeutlichung der Widersprüche, die den Lagern von Beginn an inne gewohnt haben und wie sie bis heute, teilweise fälschlich, die öffentliche Wahrnehmung prägen. So geht er zum Beispiel umfassend auf die nach dem Krieg oft gehörten Schutzbehauptungen ein, dass niemand etwas von den Lagern gewusst habe – und stellt ihnen Zeitungsausschnitte aus dem Völkischen Beobachter gegenüber, in denen von Lagern wie Dachau, Buchenwald oder Sachsenhausen beinahe schon euphorisch berichtet wird.

Mit größter Sensibilität nähert sich Wachsmann dem größten aller Lagerverbrechen, dem Holocaust. Dabei scheut er sich aber auch hier nicht, im Sinne der historischen Wahrheit zu bemerken, dass der Holocaust keine originäre Erfindung für die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau gewesen ist, sondern schon vorher lange im Zuge der hinter der Front operierenden Einsatzgruppen im vollen Gange war.

Ein in Rezensionen immer wieder lobend herausgestellter Aspekt, den auch ich nur wirklich unterschreiben kann ist, dass es dem Autor gelungen ist, bei allem Schrecken, über den er schreibt und bei aller Komplexität, die das Thema aufweist, eine umfassende, in sich geschlossene und alle Aspekte abdeckende Fleißarbeit geschrieben zu haben, die sich stellenweise liest wie ein historischer Roman, ohne ins episoden- oder gar anekdotenhafte überzugehen. Hier hat Wachsmann natürlich den Vorteil eines spätgeborenen Chronisten, beweist aber auch Fähigkeiten als hervorragender Erzähler.

Ist „KL“ nun ein Buch für jeden? Sicherlich nicht. Man muss schon ein gewisses Interesse für das Thema mitbringen, um sich durch die rund 1.000 Seiten (inklusive umfangreichen Quellenverzeichnisses) zu ackern. Auch schadet es nicht, wenn man sich mit dem Nationalsozialismus als Phänomen schon ein wenig auseinandergesetzt hat, weil Wachsmann wirklich hart an seinem Thema bleibt und die Entwicklungen drumherum teilweise ein wenig knapp abhandelt. Aber auch dies tut er so, dass der Kontext, in dem die Lager gerade operierten, sich erschließt.

Meiner Meinung nach ist „KL“ aber ein wichtiges Buch. Es zeigt, wie sehr Phänomene wie Hass, wie Rassenwahn, wie Ausbeutung, wie Vernichtungswillen und wie menschlicher Gleichgültigkeit durch ein System kanalisiert werden können, wenn es nur ausgeprägt und reglementiert genug ist.

In Deutschland wird immer wieder über unsere sogenannte Erinnerungskultur geredet. Ich finde, wenn es eine solche geben soll – und ich persönlich befürworte dies in aller Entschiedenheit -, dann müssen gerade auch die dunkelsten Seiten unserer Geschichte beleuchtet werden. „KL“ ist, meiner Meinung nach, sehr gut hierfür geeignet: Umfassend genug, um auch den fortgeschrittenen Leser dieser Thematik nicht mit Allgemeinplätzen zu ärgern und zugänglich genug, um auch interessierten Einsteigern in das Thema Einblick zu gewähren.

Und ich würde beinahe garantieren, dass am Ende sowohl der eine als auch der andere von diesem Buch noch etwas lernen kann.


Normalerweise mache ich an dieser Stelle keine Angaben über Bezugsquellen für Bücher, die ich vorstelle. Aber in diesem Fall muss ich doch darauf hinweisen, dass neben einer gebundenen und broschierten Fassung des Siedlerverlags auch eine Variante der Bundeszentrale für politische Bildung erschienen ist, die deutlich preisgünstiger ist. Natürlich unterscheiden sich beide Bücher inhaltlich nicht voneinander, aber die gebundene Fassung ist haptisch deutlich ansprechender, wenn auch mit runden vierzig Euro nicht ganz günstig. Um sich vielleicht einmal an das Thema heranzutrauen reicht meines Empfindens die Fassung der bpb vollkommen aus und ist mit knapp 12 Euro (inklusive Porto) wesentlich günstiger.

             

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#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Mein sommerlicher (Schreib-)Soundtrack

Wie ihr ja alle wisst, spielt Musik in meinem Leben eine große Rolle. Ich kann eigentlich so gut wie nicht ohne leben, selbst wenn es manchmal tagelang so ist, dass ich nicht dazu komme, wirklich Musik zu hören. Denn für mich bedeutet Musik hören, dass ich mir auch wirklich die Zeit dafür nehme, in die Stimmungen einzutauchen. Musik ist für mich erst dann wirklich gut, wenn sie mich emotional erreicht.

Das gesagt kann es also durchaus sein, dass ich zwar Radio höre, dass irgendwo sonst Musik dudelt, ich aber dennoch hinterher sagen würde, dass ich Musik nicht wirklich gehört habe.

Gemäß dieser Betrachtungsweise war der Sommer eigentlich nicht besonders ereignisreich. Ich habe zwar eine ganze Menge Musik gekauft (gebraucht zumeist) und auch gehört, aber ich kam nicht oft dazu, wirklich einzutauchen. Damit teilte Musik diesen Sommer das Schicksal mit vielen meiner anderen multimedialen Hobbies: Es kann eben im Zweifel immer nur eins zurzeit stattfinden. Und da hatten in diesem Jahr ausnahmsweise die Hörspiele mal wieder die Nase vorn.

Aber dennoch hat es sie gegeben, die Songs, die mich richtig gepackt haben und die es auf Heavy Rotation brachten (kennt man den Begriff heutzutage eigentlich noch!?).

Zum Schreiben habe ich dafür so gut wie keine Musik gehört. Es sei denn für Blogbeiträge. Ich kann nur mutmaßen, dass das auch wieder mehr wird, wenn ich wieder mehr schreibe und damit leichter die verschiedenen Zentren im Kopf voneinander trennen kann, die entweder schreiben oder Musik hören wollen.

Kann ja schließlich nicht sein, dass ich mir weite Teile des Backkatalogs von Jean-Michel Jarre und Vangelis sowie einiges an Soundtracks ganz umsonst gekauft habe, nicht wahr? 😉

Aber gut, nach vielen Worten, lasst uns langsam zur Musik kommen. Fünf Stücke habe ich euch herausgesucht.


Moby & The Void Pacific Choir – Silence

Zu Moby muss ich wahrscheinlich nicht viel erzählen, so lange ist der Mann schon im Geschäft. Doch nachdem er einige Jahre eher auf der sanften und melancholischen Welle ritt („Why Does My Heart Feel So Bad?“), hat er inzwischen seine wütende Seite gefunden. Und meine Güte, da kommt einiges an Energie zum Vorschein!

„Silence“ ist als Titel für diesen Song daher beinahe schon parodistisch zu verstehen.

Und das Beste ist, dass das aktuelle Album nach wie vor hier vollkommen legal und kostenfrei heruntergeladen werden kann!

The Birthday Massacre – The Lowest Low

Lange hat es gedauert, bis die kanadische Band rund um die mit einer elfenhaften Stimme gesegnete Sängerin Chibi ein neues Album auf den Markt gebracht hat und mir geht es wie immer: Ich habe mich noch nicht so richtig reingehört. Aber das kenne ich schon von allen anderen bisherigen Alben.

Und doch gibt es auch auf diesem Album dieses eine Lied, das ich einmal höre und das mich trifft wie ein Donnerschlag, direkt durch meine Haut und wahlweise in den Magen oder ins Herz. „The Lowest Low“ – gar nicht so weit unten, wie der Titel glauben machen will.

Kelly Clarkson – Breakaway

Ich habe es schon auf Twitter geschrieben: Das Schöne am älter werden ist, dass man heute, mit einigen Jahren Abstand, einige von den Popsongs, die man noch vor zehn Jahren aus Prinzip schlecht finden musste, als das anerkennen kann, was sie sind: Ziemlich gut gemacht und gar nicht so naiv-dümmlich, wie man immer geglaubt hat. Dabei hielt ich Kelly Clarkson immer schon für eine der besseren Vertreterinnen unter all den Pop-Hupfdohlen.

„Breakaway“ kommt, neben einer guten musikalischen Umsetzung, mit einem ziemlich guten Text daher, der von der Umsetzung von Wünschen handelt. Passt ja irgendwie auch zum Blog, oder?

Peter Schilling – 120 Grad

Der vielleicht seltsamste Gast in meiner kleinen Liste. Dazu muss ich sagen, dass ich damals in den Achtzigern sehr stark durch die ZDF-Hitparade sozialisiert wurde, was Musik angeht. Und zu Beginn der Achtziger hieß das auch, dass die Sängerinnen und Sänger der gerade heran galoppierenden Neuen Deutschen Welle große Popularität gewannen (jedenfalls bei mir, Dieter Thomas Heck sah das bekanntlich etwas anders).

Und zu denen gehörte auch Peter „Major Tom“ Schilling. Wobei ich, so stark sein größter Hit auch sein mag, sein zweites Album immer stärker fand. Inklusive seines Titelstücks. Lange Jahre jagte ich der Platte hinterher, die ich als Kind auf MC gehabt hatte, die mir dann kaputt ging, sie dann unter den „Mitbringseln“ meiner Frau wieder zu finden, bevor diese wieder kaputt ging. Dann gab es sie für eine Zeit lang als teuren Import (!) aus den USA.

Und jetzt stieß ich durch Zufall in einer dieser 5-CD-Boxen auf sie, die Warner Music regelmäßig bei Saturn & Co. für kleines Geld verkauft. Klar, dass ich sofort zuschlug. Und ziemlich dümmlich gegrinst haben muss, als ich sie mir endlich, endlich in guter Qualität anhören konnte!

Orchestral Manoeuvres in the Dark – The Punishment Of Luxury

Dieser Track ist quasi gecheatet, denn er ist noch gar nicht wirklich erschienen. Okay, als sogenannte „digitale Auskopplung“, aber ich halte nichts davon, wenn einfach ein einzelner Einzeltrack als Download angeboten wird.

Nach vier Jahren kommen OMD am 01.09. mit einem neuen Album und ihr Sound ist unverkennbar OMD – nur in modern. Ich bin sehr gespannt darauf, wie das ganze Album klingen wird.


Soviel also für heute mal wieder aus dem Land der Musik. Und ab morgen geht es hier wieder um Wörter, versprochen 😉 .

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Geänderter Modus Operandi

Achtung, wankelmütiger Autor voraus!

Seit einer Woche schreibe ich jetzt mal mehr, mal weniger regelmäßig einen neuen Beitrag zum Autorenwahnsinn 2017 (Sommeredition). Und es ist genau das eingetreten, was ich beinahe schon befürchtet hatte: Ich fühle mich von dem Format auf meinem eigenen Blog ein klein wenig eingeengt.

Gefühlt gäbe es irgendwie an vielen Tagen etwas ganz anderes, etwas „eigenes“ zu berichten und sei es nur, wie die momentane Arbeit so vorangeht. Ich merke ganz einfach, dass diese Challenge zwar auch über einen Blog bestritten werden kann, vorrangig aber für ein in wesentlichen Zügen ganz anderes Medium, nämlich Instagram, konzipiert wurde.

Das, was andere mit einem Bild und wenigen Worten ausdrücken, neigt bei mir dazu, zu einem halben Roman zu tendieren. Das ist nicht die „Schuld“ der Urheber der Challenge, sondern das ist mein ganz eigenes Problem.

Aber wenn ich ein Problem habe, dann hat auch der Blog ein Problem. Nämlich das, dass hier ganz viel und ganz oft etwas zur Challenge geschrieben wird, eigene Inhalte aber auf der Strecke bleiben.

Dazu kommt noch, dass ich, bei nochmaliger Durchsicht, festgestellt habe, dass viele der Punkte aus dem Autorenwahnsinn für mich gar keinen Sinn machen, weil ich entweder Verrenkungen anstellen müsste, um dazu etwas schreiben zu können, oder weil mir gleich mal gar nichts dazu einfällt.

Noch einmal: Keine Verantwortung bei den Schreibwahnsinnigen, nur bei mir. Die Gedanken, die ich mir jetzt gemacht habe, hätte ich mir vielleicht mal vorher machen sollen.

Deswegen werde ich jetzt den Modus Operandi ein wenig anpassen: Ich schaue mir genau an, welche Punkte aus der Challenge für mich Sinn ergeben und welche nicht. Und um die – und nur um die! – werde ich mich dann noch kümmern. Die anderen fallen einfach ersatzlos weg, auch wenn das einem Komplettisten wie mir immer irgendwo körperliche Schmerzen verursacht.

Außerdem werde ich diese Punkte einstreuen, wann ich es für richtig halte. Das heißt, dass dieses „Tag 1“, „Tag 2“,  usw. für mich ab sofort nicht mehr stattfindet. Wenn der Beitrag, der eigentlich mal für den 08.08. gedacht war, erst Mitte September kommt, dann ist das halt so. Dann würde ich ja auch nicht mehr schreiben, dass jetzt „Tag 8“ bearbeitet wird. Ich denke, das ist auch im Sinne der Ersteller der Challenge so okay. Zumal ich ja den Hashtag weiterhin benutzen werde.

Es tut mir leid, wenn jemand händeringend immer auf den neuesten Teil gemäß der Gesamtübersicht gewartet haben sollte. Gerne nehme ich auch Hinweise entgegen, welche Frage ich denn unbedingt beantworten soll. Aber wenn eine Sache mich zu sehr unter Druck setzt, dann ist sie im Sinne dieses Blogs leider zu unterlassen.

Ich schwöre, beim nächsten Mal werde ich es mir genauer überlegen, ob und wie ich wieder an einer so langen Challenge teilnehmen werde. Und ich schwöre, ich werde niemandem böse sein, wenn er oder sie mich daran erinnert 😉 .

Abschließend für den Moment bedanke ich mich auf jeden Fall noch einmal beim Team vom Schreibwahnsinn, dass sie sich die Mühe mit dieser tollen Challenge gemacht haben! Dass es in diesem Sommer, der sowieso schon an so vielen Baustellen für mich ausgefochten wird, nicht hat sollen sein, ist nicht euch anzulasten.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 05 und 19

Heute lassen wir das erste Mal einen Tag beim Autorenwahnsinn aus, denn die Frage des 18. Tages hätte sich darum gedreht, was für ein Notizbuch ich im Moment verwende. Die Antwort darauf – gar keins – wäre jetzt nicht besonders interessant gewesen.

Deswegen machen wir nahtlos mit dem fünften und dem neunzehnten Tag weiter, was meint ihr? Gut!

Tag 05: Wenn du mit deinen Protagonisten in den Urlaub fahren könntest … Welcher von ihnen würde dich begleiten? Wohin geht es?

Das ist eine wirklich schwere Frage, weil einem auf die eine oder andere Art natürlich jeder einzelne Protagonist ans Herz wächst. Auch wenn sich der eine oder die andere von ihnen schon einmal ein wenig zickig gezeigt hat in der Vergangenheit. Aber das ist ja bis zu einem gewissen Grad nun auch wieder meine Schuld, aus der ich nicht wirklich herauskomme. Was erschaffe ich auch so freigeistige Charaktere? Andererseits: Wer will schon von Personen lesen, die immer nur das tun, was man ihnen sagt …

Die nächste Frage, die sich sofort anschließt, ist die, ob es sich bei diesem Urlaub nun um einen reinen Erholungsurlaub handeln soll, oder ob es im Urlaub auch ein wenig „Action“ geben darf. Denn dann würde ich mich jeweils für andere Protagonisten entscheiden.

Meine Wahl für einen reinen Urlaub am Strand und in der Sonne wäre Sascha Wolf, der Protagonist aus „Das Haus am See“. Der Grund dafür wäre, dass wir uns in Bezug auf unsere jeweiligen Macken und Problemchen recht ähnlich sind (ach, nee …). Damit wäre wahrscheinlich für hinreichende Harmonie am Pool gesorgt. Trotzdem hätten wir uns genug zu erzählen, dass uns nicht allzu langweilig werden sollte.

Wenn es ein wenig handfester im Urlaub sein darf, dann habe ich die Qual der Wahl zwischen Jakob Dillken, dem Protagonisten aus „Darkride“ und Hinnerk Klagen, dem Protagonisten aus „Die Welt der stillen Schiffe“. Ich glaube, ich würde mich für Hinnerk entscheiden. Denn der lebt an einem Ort, an dem es sich sicher lohnen würde, mal Urlaub zu machen.

Mehr kann ich euch, aufgrund massiver Spoilergefahr, dazu aber leider nicht erzählen 😉 .

Tag 19: Hot, hot, hot! Heute wollen wir ein heißes, sinnliches Zitat von dir lesen.

Wenn es um ein sinnliches Zitat aus einem meiner Romane gehen soll, geht der Blick zwangsläufig als erstes in Richtung „Der Beobachter und der Turm“. Allerdings muss ich gestehen, dass mir spontan jetzt gar keines einfällt, das in die passende Kategorie fällt und nicht einen weiteren Zusammenhang benötigt.

Schnell mal nachschauen …

Okay, ich glaube, ich habe eine Stelle. Ist zwar auch mehr als nur ein kurzes Zitat, aber wir haben ja hinreichend Platz hier, nicht wahr?

Sie ging rückwärts voraus, immer mit dem Gesicht auf ihn gerichtet. Dabei leckte sie sich die Lippen und warf ihm Blicke zu, die alles versprachen. Richard wurde abwechselnd heiß und kalt. Sein Verlangen steigerte sich ins Übergroße und eben als er vorpreschen und sie einfach packen wollte, erreichte sie die Schlafzimmertür und stieß sie auf, wozu sie sich leicht zur Seite drehte.
Richard konnte den Schwung, denn er war tatsächlich losgelaufen, nicht mehr abbremsen rauschte durch die Tür und fiel der Länge nach aufs Ehebett.
Veronika lachte leise und schloss die Tür. Sie fuhr sich durch die Haare, was Richard jedoch nur hörte und nicht sah, denn er war platt wie eine Flunder liegen geblieben. Und noch etwas hörte er sehr deutlich: Wie sie den Kimono von ihren Schultern gleiten ließ.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 03, 04 und 17

Auch heute geht es hier ein wenig wahnsinnig zu. Ein wenig nur, weil ich heute irgendwie einen verdammt schlechten Tag mit meinem Kopf erwischt habe. Heftige Kopfschmerzen haben mich bis gegen Mittag ans Bett gefesselt – was immerhin dadurch versüßt wurde, dass ich aufgewacht bin und eine komplette Kurzgeschichte im Kopf hatte, die ich jetzt „nur noch“ aufschreiben muss.

Ich habe sie sogar schon geplottet, was für mich nun wirklich sehr ungewöhnlich ist. Leider wird die Geschichte wohl einen ein ganz klein wenig tragischen Anstrich bekommen, aber da kann ich nichts dran machen. Jede Geschichte fordert ihr Recht auch in Bezug auf das Setting und die Figuren.

Aber darum soll es hier ja eigentlich gar nicht gehen, sondern um weitere drei Tage des Autorenwahnsinns.

Tag 03: Wo verbringst du diesen Sommer?

Meinen Sommerurlaub habe ich ja leider schon hinter mir. Meine Familie und ich sind dieses Jahr zu Hause geblieben, weil … na ja, über Geld spricht man nicht 😉 .

Statt weg zu fahren haben wir uns in der näheren Umgebung einige Sehenswürdigkeiten angesehen, die von Auswärtigen immer gerne angesteuert werden, die man selbst aber irgendwie kaum besucht. Das ist mir jetzt schon mehrfach aufgefallen. Im Urlaub woanders fährt man auch schon mal eine Stunde, um sich z.B. ein Museum anzusehen. Hier meistens nicht. Und dabei ist von Duisburg aus so viel Sehenswertes im näheren Umkreis.

Wir haben also eine gesunde Mischung aus Unternehmung und Ruhezeit gesucht und ich denke auch gefunden. Hier im Blog war ja zum Beispiel von unserem Ausflug ins Bobbejaanland zu lesen. Und mindestens ein weiterer Beitrag, der mit einem Urlaubserlebnis zu tun hat, ist noch geplant.

Aber nächstes Jahr möchte ich trotzdem gerne mal wieder ein paar neue Eindrücke woanders sammeln.

Tag 04: Es ist Sommer! Und wir wünschen uns ein sommerliches Zitat aus deinem Manuskript!

Nun, ein im Wortsinne „sommerliches“ Zitat habe ich nicht im Angebot. Aber zwei meiner Romane, von denen hier in letzter Zeit häufiger zu lesen war, spielen im Hochsommer. Das ist zum einen „Darkride“, zum anderen aber auch der zur Veröffentlichung anstehende „Der Morgen danach“. Aus diesem gibt es hier einen kleinen Auszug:

Die Hitze stand in den Straßen Freiburgs und mich lachte das Angebot einer Eisdiele an, an der ich vorbei kam. Also kaufte ich mir drei Kugeln im Hörnchen und setzte mich auf eine der Bänke, die hier überall herum standen.
Für diesen einen Augenblick gab ich mich der Illusion hin, ich wäre ein Passant wie alle anderen, die einkauften, bummelten oder wie ich in der Sonne saßen. Aber ganz konnte ich nicht ausblenden, wie auch hier auf meine Erscheinung reagiert wurde.

Na, immerhin gibt es für meinen Protagonisten ein Eis 😉 .

Tag 17: Wo schreibst du am liebsten, wenn es draußen regnet?

Wie schon einige Male erwähnt habe ich ein Kellerbüro. Das bedeutet, dass es für mich völlig unerheblich ist, ob es regnet, ob die Sonne scheint, ob es schneit, ob es stürmt. Und genau deswegen schreibe ich hier am allerliebsten: Es bedeutet Kontinuität und Sicherheit, Gleichklang und auch -form.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 02, 15 und 16

Weiter geht es mit dem Autorenwahnsinn und ja, es wird ein wenig unübersichtlich. Aber nachdem es gestern keine Beantwortung der Frage des 15. Tags gab, habe ich beschlossen, heute drei Tage in einem Beitrag abzufrühstücken. Ob ich das weiterhin zwischendurch so handhaben werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Es wird in der Hauptsache davon abhängen, wie viel Platz ich für meine „anderen“ Beiträge so benötige.

Aber da wir uns heute entsprechend viel vorgenommen haben, gehen wir mal gleich in die Vollen:

Tag 02: Dein Schreibziel für den August?

So ein wenig geht die Antwort auf diese Frage ja schon aus der zu Tag 01 hervor. Mein Ziel ist es, in diesem Monat „Die Behüter des Wahren“ ein gutes Stück weiter zu bringen. Gestern habe ich dafür einen wichtigen Schritt getätigt, indem ich meine Protagonisten auch im Sinne der Story einen wichtigen Schritt habe machen lassen.

Manchmal gibt es so Phasen, in denen man sich festgeschrieben zu haben glaubt, weil irgendwie nichts Neues passiert und alles immer um dasselbe zu kreisen scheint. Und dann muss man beherzt zur Heckenschere greifen und das ganze Geäst einmal in der Mitte durchtrennen. Danach wird vielleicht der eine oder andere Ast ein wenig vor sich hin bluten, aber man kommt auch wieder an den Kern des Ganzen heran.

So ist es mir gestern mit der Geschichte ergangen und ich hoffe, dass ich jetzt gut daran weiterarbeiten kann. Ein konkretes Schreibziel kann ich daraus allerdings nicht ableiten, sofern es sich in Worten oder Zahlen ausdrücken lässt. Vielleicht wird mir im Laufe der Arbeit klarer, was ich eigentlich mit der Geschichte machen möchte, wenn sie fertig ist.

Eine kleine Stimme sagt, den kleinen Finger vorsichtig hebend, dass man ja mal über eine Veröffentlichung …

Aber im Moment wird sie noch von vielen lauteren Stimmen mundtot gemacht. Ich setze mich da auch nicht unter Druck. Da ist noch selten was Gutes draus entstanden.

Tag 15: Welche Snacks dürfen diesen Sommer auf keinen Fall beim Schreiben fehlen?

Eigentlich wäre es mir lieber, wenn ich sagen könnte, dass in diesem Sommer keine Snacks beim Schreiben dabei gewesen wären. Aber ich habe in meinem Sommerurlaub viel zu sehr und viel zu viel gesündigt. Dabei bin ich ein ziemlich offener Mensch, was die Art der Snacks angeht. Bis auf Eis (das ich sehr gerne esse, was aber beim Schreiben unpraktisch ist) darf es so ziemlich alles sein. Wobei Stückware in Form von z.B. Haribo-Lakritz oder -Weingummi natürlich rein von der Konsistenz einen deutlichen Vorteil gegenüber Chips oder Schokolade haben.

Auf Weingummi und Lakritz kann man/ich nämlich eine ganze Weile herumkauen und problemlos den nächsten Satz herunter schreiben. Schokolade hat ebenso wie Chips den Nachteil, dass sie die Tastatur versaut (Chipskrümel zwischen den Tasten, brrrrr) und noch dazu, dass sie so schnell weg ist. Einzelne Stücke lohnen sich ja kaum, um darauf zu kauen. Und wenn man deswegen einen ganzen Riegel in den Mund steckt, ist die Tafel innerhalb von drei Minuten aufgegessen.

Ihr seht schon, besser wären ich, mein Bauchumfang und vielleicht sogar das Schreiben ohne Snacks in diesem Sommer dran gewesen.

Tag 16: Wer sind deine Schreibbuddys? Zeig uns deine Partner in Crime!

Diese Frage gibt mir die Gelegenheit, jetzt doch endlich mal die Webseite der BartBroAuthors hier zu verlinken. Ihr wisst schon, das ist der Autorenverein, in dem ich Mitglied bin. Die zugehörige Website wurde kürzlich einem Redesign und Relaunch unterzogen und ist hier erreichbar. Dort findet ihr eine ganze Menge netter Menschen, die man durchaus als Schreibbuddys bezeichnen könnte.

Aber richtige Schreibbuddys in dem Sinne, dass es einen konkreten fortlaufenden und gegenseitigen Austausch über die geschriebenen Texte gibt, habe ich nicht. Manchmal bedaure ich das, manchmal bin ich froh darum, weil ich nicht weiß, ob und wie ich in so einer Gruppe zurecht käme.

Ja, man sollte alles mal ausprobiert haben, das ist korrekt, aber man muss sich ja nicht immer noch wieder neue „Baustellen“ aufmachen. Ist ja nicht so, als ob sich da keine mehr finden ließen 😉 .

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Kickoff und die Tage 1 und 14

Es herrscht wieder Autorenwahnsinn in den sozialen Netzwerken und den Blogs. Das Team vom Schreibwahnsinn hat es sich nicht nehmen lassen, nach der ersten Auflage des munteren Fragespielchens zu Jahresbeginn nun eine Sommeredition aufzulegen. Den Schreiberinnen und Schreibern soll sie dabei helfen, das Sommerloch ein wenig zu stopfen und den Leserinnen und Lesern, die jeweiligen Büchermenschen noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich den Start in die Aktion bestmöglich verschlafen und hänge mich jetzt erst nachträglich hinten an. Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch wieder zu Beiträgen kommt, in denen mehr als eine Frage Beantwortung findet. Ich werde mir aber, anders noch als im Januar, auch die Freiheit erlauben, die eine oder andere Frage einfach auszulassen, wenn sie mich nicht betrifft oder wenn mir zu ihr nichts einfällt. Aber ich denke, das ist schon ganz okay so.

Des Weiteren geht ein „eigener“ Beitrag, der mir unter den Fingernägeln brennt, immer vor. Auch wenn ich das beim letzten Mal nicht ganz durchgehalten habe, was zu massiven Doppelpostings am Tag führte. Aber das wird dann ein wenig zu viel des Guten, fürchte ich.

Nun dann, ohne weitere Vorrede starten wir mal mit „meinem“ Autorenwahnsinn des Sommers 2017:

Tag 01: Woran schreibst du diesen Sommer?

Nächste Frage, bitte. Nein, ernsthaft, ihr habt das Drama ja schon mitbekommen. Ich schreibe im Endeffekt viel zu wenig, aber ich gelobe Besserung. Meine Kurzgeschichte „Die Behüter des Wahren“ ist immer noch ein Thema und zwar eines, dem ich mich nun auch wieder widmen möchte.

Und dann habe ich, für mich selbst auch vollkommen überraschend, gestern noch einmal eine neue Idee für eine Szene in „Der Morgen danach“ bekommen, die jetzt nicht grundlegend neu ist, aber ein wenig Veränderung erfahren wird. Ich erhoffe mir davon, dass der Charakter meines Protagonisten und sein Antrieb noch einmal ein wenig geschärft werden – bevor es dann langsam in Richtung des Showdown geht.

Da muss ich aber natürlich auch wieder in den Clinch mit meiner Lektorin gehen, ob ihr das so überhaupt gefällt. Schauen wir mal!

Ansonsten trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht auch noch einmal eine neue Verlagsbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Die Verlagshomepage ist in meinem Browser jedenfalls seit Wochen in einem eigenen Tab geöffnet und wird brav bei jedem Start mitgeladen 😉 .

Tag 14: #Monday Motivation – Was motiviert dich?

Montags motiviert mich vor allem die Tatsache, dass bald schon wieder Wochenende ist.

Spaß auch hier beiseite. Die größte Motivationsquelle, die ich habe, ist und bleibt mein Blog. Da habe ich das Hohelied ja schon ein paar Mal gesungen. Man mag es als eine spinnerte Idee abtun, ihn so exzessiv mit Inhalten zu fluten, wie ich das tue, aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue eine Erinnerung daran, was ich eigentlich tue und was ich eigentlich tun will. Er erinnert mich jeden Tag ans Schreiben, an meine Projekte, an meinen Traum.

Und dann sind da natürlich die motivierenden Erfolge auf dem Weg. Davon habe ich ja gerade am Samstag erst geschrieben. Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Luftschlösser, die man sich so aufbaut.

Und ja, ich gebe es zu, ein ganz klein wenig werde auch ich durch etwas wie Neid motiviert. Zwar positiver Neid, aber es bleibt Neid. Wenn ich sehe, wie weit andere Autorinnen und Autoren es bereits gebracht haben, dann denke ich mir, dass ich das auch will. Regelmäßige Veröffentlichungen und das ganze Programm. Und sei es nur, dass ich neidisch auf die Traute bin, das alles auch im Zweifel auf eigene Faust im Selfpublishing durchzuziehen.

Hey, nicht falsch verstehen, ich gönne jedem von euch jeden erdenklichen Erfolg! Aber eigener Erfolg und eigene Motivation ist nicht zuletzt auch immer ein Resultat aus diesem „will ich auch“-Gefühl. Denkt ihr nicht auch?

Ich bitte also darum, dass mir das niemand übel nimmt 🙂 .