Mein Traum vom eigenen Buch: Ein Rundgang durch die Vergangenheit

Vergangenheit. Eine Zeit, mit der wir uns permanent auseinander zu setzen haben, sei es im Guten, sei es im Bösen. Die Gegenwart hat es an sich, dass sie sich quasi im Sekundentakt in Vergangenheit verwandelt und damit Dinge aus unserer Reichweite nimmt, sie unserer Kontrolle und unserem Einfluss entzieht. Ein falsches Wort gesagt, einen falschen Handgriff getan – und die Katastrophe kann da sein.

Wie gut haben es dann doch wir Autoren, die – in sehr vielen Fällen jedenfalls – in unseren Geschichten die Vergangenheit beschreiben, sie aber auch umschreiben. Und wenn uns etwas an ihr nicht mehr passt, dann können wir sie auch einfach mit einem Federstrich oder dem Druck auf die Delete-Taste ausradieren.

Das Schreiben eines Blogs ist in dieser Hinsicht noch eine Besonderheit. Ich schreibe einen Eintrag und veröffentliche diesen – und damit ist er in die Welt gesetzt. Da ich in meinen Blogeinstellungen eingestellt habe, dass ich sofort den vollständigen Text als E-Mail an meine Follower sende, könnte ich nicht einmal mehr, wenn ich es wollte, seine Verbreitung verhindern.

Aber auch der Blog selbst hat seine Vergangenheit. Bald zweieinhalb Jahre gibt es ihn nun und ich kann, wenn ich mich mit ihm und seiner Vergangenheit beschäftige, die Entwicklung sehen, die er und ich genommen haben.

Gerade in den letzten Tagen habe ich einmal einen solchen Rundgang durch das Archiv unternommen. Der Hintergrund hierzu ist, dass demnächst die Website der BartBroAuthors, des Autorenvereins, dem ich angehöre, relauncht wird und die Mitglieder dazu eingeladen sind, sich für den angeschlossenen Blog mit Beiträgen zu beteiligen. Ich habe angeboten, einige meine älteren Beiträge noch einmal zu überarbeiten und für die Nutzung frei zu geben.

Dafür habe ich mir eine Vielzahl der über 780 Beiträge, die bis jetzt hier veröffentlicht wurden, im Schnelldurchlauf noch einmal angesehen. Und ich fand es bemerkenswert – und auch ein wenig unheimlich, wie sehr an manchen Stellen die Veränderungen greifbar sind.

Ich stieß auf Texte, in denen ich mit meiner Arbeit hadere. Ich sah Momentaufnahmen, in denen ich nicht wusste, wie es denn jetzt weitergehen soll. Allzu oft bin ich mal nach links gegangen, dann nach rechts getaumelt und schien, aus heutiger Sicht betrachtet, den passenden Weg verloren zu haben.

Ich weiß jetzt wieder: Auch wenn ich heute manchmal glaube, ziellos unterwegs zu sein, im Vergleich zu früher ist es geradezu ein Musterbeispiel an Stringenz.

Aber ich habe auch Augenblicke noch einmal erlebt, die einfach schön waren! Da war natürlich die Fertigstellung der Romane, die in dieser Zeit entstanden sind. „Der Redner“, „Der Beobachter und der Turm“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ sind auch Kinder dieses Blogs und ja, auch des Austauschs, der über diesen Blog zu Lesern und Autoren zustande gekommen ist.

Ich habe noch einmal die Momente passiert, an denen ich beschlossen habe, aus der Anonymität heraus zu gehen und mich mit allem, was dazu gehört, als Autor zu präsentieren. An einige der Artikel konnte ich mich noch erinnern, als seien sie gestern erst geschrieben worden. Andere waren dafür so gut wie vergessen und es war spannend, sie noch einmal zu lesen.

Und ich habe wieder einmal gelernt, dass wir zwar nicht in der Vergangenheit leben sollten, aber dass wir ohne unsere Vergangenheit nicht das wären, was wir heute sind. Kein Mensch, kein Autor, niemand.

Ich habe eine Reihe von Texten ausgesucht, die ich mir nun noch einmal vornehmen werde. Dabei geht es vor allem auch darum, sie ein Stück weit zu „neutralisieren“. Denn ich habe gesehen, dass ich quasi von Beginn an versucht habe, diesen Tonfall zu finden, der die persönliche Ansprache meiner Leser möglich macht. Es war mir wichtig, euch als Personen wahrzunehmen und euch als Person gegenüber zu treten. Nicht umsonst habe ich euch gleich zu Beginn auf die Veranda meines Hauses eingeladen.

Individualität ist für einen Gemeinschaftsblog von vielen Autorinnen und Autoren zwar auch wichtig, aber ich zumindest finde, dass erkennbar sein muss, dass da ein Jemand im Namen von Vielen schreibt. Außerdem sichert es auch die Individualität des eigenen Blogs, dieses Blogs hier. Denn der soll das bleiben, was er ist: Mein Sprachrohr, meine ganz eigene Sicht auf die Dinge und mein Reisebegleiter.

Der erste Schritt ist getan und viele weitere sollen noch folgen. Aus der Vergangenheit, in die Zukunft hinein. Immer weiter.

Danke, dass ihr den Weg mit mir geht!

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Ganz viele Meinungen, danke dafür!

Vorgestern hatte ich euch befragt, wie es hier auf diesem Blog weitergehen könnte. Und ich möchte mich bei jedem von euch, der mir ein paar Zeilen hier gelassen hat, ganz, ganz herzlich bedanken! Natürlich sollt ihr nun auch erfahren, was ich mit euren Gedanken so angefangen habe, ob ich zu Entschlüssen gekommen bin. Mir schien es am besten zu sein, dafür einen eigenen Beitrag zu schreiben. Vor allem auch, weil ich einigen von euch auf einzelne Zitate auch noch einmal persönlich antworten wollte.

Da ich glaube, dass auch das interessant für die anderen Kommentatoren sein könnte, aber ja nicht jeder immer alle Kommentare zu einem Blogbeitrag liest, werde ich hier mit Zitaten arbeiten. Ich hoffe einfach mal, dass das für alle so okay ist.

Vorneweg: Das Votum war mehr oder weniger eindeutig. Niemand sprach sich entschieden für einen Redaktionsplan aus, auch wenn verschiedentlich die Vorteile angesprochen worden sind, die ich selber ja auch sehe. Aber scheinbar mache ich mit meiner Art, den Blog zu führen, dann doch unterbewusst etwas richtig. Denn glaubt mir, bewusst ist das in der Regel nicht.

Aber auch das zählt wohl zu dem Stichwort Authentizität, das ganz oft genannt wurde. Authentisch sein geht ja damit einher, keine Rolle zu spielen und nicht nur deshalb, weil es gerade opportun sein könnte, Dinge zu schreiben, hinter denen man eigentlich nicht steht. Das ist in der Tat etwas, was ich immer zu vermeiden versucht habe. In meinem „richtigen“ Leben, also offline, bin ich so oft gezwungen (gewesen), Rollen zu verkörpern, dass ich online und auch in meiner Person als Autor keine Lust dazu habe.

Doch genug der Vorrede, kommen wir zu euren Zitaten 🙂 .

bullion schrieb:
Professionell ist schön und gut, doch ein Blog lebt auch von Agilität und persönlichen Eindrücken.

Ich muss ja fast zugeben, dass ich das mit der Agilität zuerst nicht verstanden habe. Aber die „Erleuchtung“ kam dann gestern von alleine. Eigentlich war dieser Beitrag, den ich gerade schreibe, für gestern vorgesehen, aber dann kam mir die Ehe für alle „dazwischen“. Und bei aller Selbstverliebtheit: Das war mal ein wichtiges Thema! Mit einem Redaktionsplan ist es im Zweifel immer schwer, spontan umzustellen. Ich wüsste bei festen Rubriken gar nicht, ob ich die im Bedarfsfalls ausfallen lassen oder nachholen würde.

Evanesca Feuerblut schrieb:
Da kamen die üblichen Punkte. Mehr Bilder, individuelleres Design, regelmäßige Posts, feste Rubriken und Blogtage.
[…]
Gibt zwar weniger Follower*innen, aber ich bin glücklicher damit.

Regelmäßig habe ich die Anfälle, in denen ich mich auf den diversen Seiten diverser Gurus schlau mache, was man tun muss, um einen erfolgreichen Blog zu führen. Und was man tun muss, um eine gute Autorenseite aufzubauen. Und ebenso regelmäßig bin ich vollkommen verzweifelt, wenn ich danach eine Soll-/Ist-Analyse durchführe. In mir tobt aber gleichzeitig ein heftiger Krieg zwischen diesen Polen, der mich daran hindert, alles über Bord zu werfen und den Tipps und Tricks nachzugehen.

„Mein Traum vom eigenen Buch“ war eine spontane Geburt. Ich wusste am Anfang nicht, wohin die Sache gehen soll. Und das merkt man manchen Dingen, wie zum Beispiel meinen verwendeten Kategorien oder Schlagwörtern, bis heute an.

Als eine Konzession habe ich irgendwann angefangen, jedem Beitrag wenigstens ein „Titelbild“ zu geben. Aber manchmal ist auch das stark an den Haaren herbeigezogen, was den Zusammenhang angeht. Ich mache es in der Hauptsache, damit der zugehörige Tweet auf Twitter besser wahrgenommen wird.

Wäre ich glücklicher, wenn es anders wäre? Das ist die Gretchenfrage und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte binnen 48 Stunden die passende Antwort darauf gefunden. Zeit ist hier ein nicht zu unterschätzender Faktor. Inzwischen bin ich soweit, dass ich auch mal verknusen kann, wenn ein Tag weniger als 20 Aufrufe hat (ja, mit mehr als 20 Aufrufen pro Tag bin ich schon zufrieden. Die „großen“ Blogger wenden sich mitleidig mit Schaudern ab!). Im Juni habe ich an rekordverdächtigen sieben (!) Tagen nicht gebloggt.

Ich lerne. Wohl auch, dass Glück nicht von Zahlen abhängt.

Sonja schrieb:
Auf der anderen Seite erlebe ich es aber immer wieder, dass mich strukturierte Blogs mit klarem Plan und Ausrichtung faszinieren können.
[…]
Ein Redaktionsplan ist m.E. deutlich mehr als ein einfacher Plan. Da spiegelt sich die eigene Philosophie wieder, die man mit dem (manchmal angenommenen) Leserwunsch in Einklang bringt.

Diese Faszination kenne ich sehr gut. Ich erlebe sie immer wieder, wenn ich die auf den Wochentag getakteten Newsletter oder Beiträge gewisser Blogs bekomme, bei denen ich dann auch noch erkenne, dass sich da nicht „einfach“ jemand hingesetzt hat und „irgendwas“ geschrieben hat. Dann fühle ich mich so, wie sich der Schreiber eines Anzeigenblättchens im Vergleich zum Schreiber der FAZ fühlen muss: Beide machen irgendwie dasselbe, aber das nicht das Gleiche.

Ich habe in der Vergangenheit ja probiert, auch solche Artikel zu schreiben. Zum Beispiel zum Thema Überarbeitung, wo ja auch ein gewisses Leserinteresse da war. Aber ich muss gestehen, dass mich solche Themen nach gewisser Zeit selber zu langweilen beginnen. Nicht, weil sie uninteressant wären, sondern weil ich merke, dass ich mich selber einenge. Ich schreibe solche Artikel ganz anders, als ich zum Beispiel diesen schreibe. Da dudelt Musik im Hintergrund, da kann ich schon mal eine Pause machen und irgendwas anderes tun. Das Schreiben von strukturierten Beiträgen für einen strukturierten Blog ist Arbeit.

Da kommen wir auch wieder zum Schlagwort Professionalität: Sollte ich nicht generell mehr Wert auf Arbeit legen und weniger auf Spaß an der Freude? Nun, die Antwort hat u.a. Evanesca Feuerblut in ihrem Kommentar gegeben: Tu, was dich glücklich macht. Und schon sind wir wieder beim Philosophieren. Schade nur, dass die Philosophie schon fast per Definition keine Antworten bereit hält. Jedenfalls keine, die eindeutig wäre.

Hedwig Mundorf schrieb:
Stell Dir vor, Du planst für Donnerstag das Thema x, das mich vielleicht überhaupt nicht interessiert. Vermutlich würde ich an diesem Tag nie mehr bei Dir vorbei schauen und eventuell Wissenswertes und Interessantes verpassen.

Diesen Gedanken finde ich sehr interessant und ich habe mal überlegt, wie ich selber damit umgehe. Zunächst einmal muss ich dazu sagen, dass ich ja entweder die neuen Beiträge per Reader oder per Mails abonniert habe. Also liegen sie mir in irgendeiner Art und Weise vor und es ist nicht so leicht, sie zu übersehen. Aber wie wäre es, wenn ich direkt auf die Seiten einsteigen würde?

Ich denke, es würde da für mich ähnlich sein, wie Hedwig es schreibt. Wenn ich wüsste, dass immer montags ein Gedicht kommt, dann würde ich mir überlegen, ob ich montags reinschauen würde. Nicht falsch verstehen: Ich mag (manchmal) Gedichte sehr gerne. Aber sie müssen für den Augenblick passen. Und meistens passen sie nicht auf Kommando – oder auf Kalender. Und ja, ich würde auf diese Weise nicht nur den Montag wahrscheinlich auslassen, sondern auch noch einiges an guten Gedichten verpassen, die spontan zwischen Dienstag und Sonntag veröffentlicht werden.

romantickercarolinecasparautorenblog schrieb:
Nicht für alle Menschen ist es gut, ausschließlich spontan zu handeln. Schon gar nicht, wenn sie gerade in einem Prozess stecken, der Konzentration und Struktur – auch innere – abverlangt. Es ist anstrengend und Energie raubend, ständig zwischen Struktur und Beliebigkeit zu wechseln.
[…]
Wie wäre es mit einem Grundgerüst, das auf jeden Fall steht und der Option, auch mal spontan bei Bedarf einen Beitrag einzuschieben?

Auch dies ist ein sehr interessanter Gedanke, dass durch den schnellen Wechsel zwischen spontanen und eher strukturierten Arbeitsabläufen Energien verbraucht werden, die sich anders sicher besser einsetzen ließen.

Ich habe mich gefragt, ob das vielleicht einer der Gründe dafür ist, dass ich seit dem Beginn des Lektorats (bzw. der Lektorate, wenn ich die Kurzgeschichten mitzähle) ein Problem damit habe, an neuen Texten zu arbeiten – und mich auch mit dem einen oder anderen Blogbeitrag doch ein wenig zu sehr abmühe. Ja, da könnte glatt etwas dran sein.

Aber letztlich wirft mich dieser Gedanke auf die grundsätzliche Fragestellung zurück, was ich eigentlich nun genau haben möchte, was ich sein möchte: Profi auf amateurhaftem Niveau, oder Amateur, der sich langsam den einen oder anderen professionellen Zug hereinholt?

Ich denke, am ehesten wird es, rein gefühlsmäßig, auf eine Zwischenlösung hinauslaufen müssen. Wie ich die erreiche, am besten erreichen kann, weiß ich noch nicht. Auch da gilt, dass 48 Stunden ein ganz klein wenig zu wenig Zeit sind, um seriös zu einer Entscheidung zu kommen. Die Sache mit dem Grundgerüst ließe sich ja auch ausweiten, indem ich mir einzelne Tage dafür reserviere, zu schreiben, zu bloggen, zu überarbeiten.

Oder auch einfach mal Pause zu machen 😉 .

Auf jeden Fall ein guter Anreiz, der mich noch eine Weile beschäftigen wird!

margauxnavara schrieb:
Ich muss ja nicht jeden Tag lesen … 😉

Eine gute und wichtige Erinnerung, dass ich umgekehrt auch nicht jeden Tag schreiben muss 😉 .

Fazit:

Es zeichnete sich nach den Kommentaren, die ich bekommen habe, ab. Hier auf dem Blog wird sich vorerst nichts verändern. Sei es, weil es gut ist, wie es ist – sei es, weil ich über einige Dinge erst noch nachdenken muss.

Aber es hat mich enorm weitergebracht, die Frage gestellt zu haben. Deswegen danke ich noch einmal allen Kommentatoren. Auch denen, die ich hier jetzt nicht noch einmal zitiert habe. Jede Meinung war wichtig, jede Meinung war hilfreich.

Und jetzt lassen wir uns gemeinsam überraschen, wohin die Reise mit diesem Blog geht. Eines aber ist sicher: Sie wird weitergehen!

Ich bräuchte da mal eure Meinung, bitte

Ich gebe zu, das wird jetzt so ein wenig wie die sich selbst erfüllende Prophezeiung oder das Fragen nach Dingen, die man eigentlich schon selber weiß. Aber weil ich eben ein schlechter Prophet bin (siehe meine ausbaufähigen Erfolge beim Lotto spielen) und manchmal Dinge, die ich weiß, gerne infrage stelle, wende ich mich an euch.

Und zwar geht es darum, wie ich diesen Blog füttere. Wie ich schon zu früheren Gelegenheiten erwähnt habe, schreibe ich nach keinem festen Redaktionsplan. Es gibt da ja diese feinen Pläne, die man sich aufstellt und in denen zum Beispiel drin stehen kann, dass man jeden Montag einen Werkstattbericht veröffentlicht, oder dass man einmal pro Monat eine exklusive Kurzgeschichte bringt, oder dergleichen lustige Dinge mehr.

Nein, ich kann von wenigen Ausnahmen abgesehen behaupten, dass ich spontan schreibe. Deswegen modern einzelne Entwürfe auch schon mal über Monate hinweg vor sich hin und fangen an zu riechen, weil immer spontan etwas dazwischen kommt.

Jetzt stehe ich aber immer mal wieder vor der Überlegung, ob das für euch, meine Leser, denn so sinnig ist, oder ob ihr euch lieber etwas anderes wünschen würdet. Damit fast zwangsläufig einher geht auch die Frage nach der Frequenz der Beiträge. Ich weiß, dass sie mitunter sehr hoch ist, aber das ist eben der „Nachteil“ an diesem spontanen Bloggen. Wenn etwas gesagt werden will, dann sag ich es.

Im Endeffekt könnte ich mich auf den Standpunkt stellen, dass es nur darauf ankommt, womit ich mich wohl fühle. Dumm ist halt nur, dass ich in manchen Phasen nicht weiß, womit ich mich wohl fühle. Oft setze ich mich selber unter Druck, jetzt bloß heute noch einen Beitrag zu schreiben, oder es eben auch mal einfach nicht zu tun.

Das sind natürlich Dinge, die sich mit einem Redaktionsplan wieder entschärfen ließen. Wenn da drin stünde: Neuer Artikel am Sonntag, Dienstag, Donnerstag – dann wäre es völlig klar, wann ich etwas zu schreiben und wann ihr etwas zu lesen hättet.

Aber ist das mein Ding? Ist das euer Ding? Nimmt das „Mein Traum vom eigenen Buch“ vielleicht am Ende sogar etwas von seinem eigenen Charakter? Oder ist es ein Schritt weiter auf dem Weg zur „Professionalisierung“ als Autor. Denn natürlich bindet die momentane Vorgehensweise auch Zeit.

Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.

Deswegen frage ich einfach mal nach Meinungen, bitte. Vielen Dank an euch im Voraus, wenn ihr euch einen kurzen Moment Zeit nehmt, um mir bei meinen Gedankenwirrungen unter die Arme zu greifen 🙂 .

Der Sonntagsreport vom 19.03.2017 – Dies und Jenes und Alles und Nichts

Hallo, alle miteinander!

Gerade, als ich mich an der Überschrift für diesen Sonntagsreport versuchte, fiel mir auf, dass es diese Woche zwar einiges an Themen gegeben hat, über die man schreiben könnte, aber dass die meisten dieser Themen eher etwas für eigene Beiträge sind.

Deswegen lasst mich vielleicht ein paar Worte über das verlieren, was ich in Ermangelung eines besseren Begriffes mein „Beitragsmanagement“ nennen möchte.

Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, der könnte den Eindruck gewinnen, dass ich poste und blogge, wie mir gerade der Schnabel gewachsen ist. Und wisst ihr was? Damit hätte dieser hypothetische Jemand absolut Recht! Aber manchmal gibt es Situationen, in denen so etwas wie ein besser durchgeplantes Bloggen nicht nur wünschenswert, sondern eigentlich unabdingbar ist.

So habe ich vergangene Woche Donnerstag, ziemlich in der Früh, die fürs Erste endgültige Fassung von „Der Morgen danach“ an den Scylla Verlag geschickt. Daraus ergeben sich für mich zwei Beiträge, die ich auf jeden Fall noch schreiben möchte. Einer beschäftigt sich konkret mit den Unterschieden, die zwischen meiner ersten Fassung und dieser bestehen, der zweite wird ein wenig allgemeiner über den Zeitpunkt des Loslassens einer Manuskriptfassung philosophieren.

Bis jetzt kam mir, irgendwie, jeden Tag ein Beitrag dazwischen, der mir mehr auf den Nägeln gebrannt hat. Gut, den Sonntag mache ich mir durch dieses einzig wiederkehrende Format ja selbst ein wenig „kaputt“. Aber am Donnerstag, Freitag und Samstag habe ich Dinge vorgezogen, die sich gerade aktueller angefühlt haben und die deswegen für mich einfach „dran“ waren. Ich bin, was das angeht, ebenso ein Impulsivschreiber, wie ich es bei meinen Manuskripten bin.

Sozusagen ein Discovery-Blogger (Wortschöpfung zum Patent angemeldet).

Ich muss mich da immer ein wenig am Riemen reißen, weil es irgendwann einfach eine Deadline gibt, nach der manche Artikel einfach keinen Sinn mehr machen.

Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel sehr intensiv aktuelle Meldungen aus dem Verlagswesen zum Rebloggen gesammelt (im Moment finde ich da nicht mehr so viel, was ich lohnenswert finde, weswegen die Kategorie „Meldung und Meinung“ auch ein Schattendasein fristet). Aber die fingen nach ein paar Tagen an, ranzig zu werden. Es macht einfach keinen Sinn, eine Meldung nach einer Woche noch zu kommentieren.

Gut, bei einer fertiggestellten Manuskriptfassung ist das ein ganz klein wenig anders, schon klar. Die bleibt ja eine Weile aktuell. Und dennoch denke ich, dass Aktualität auf jeden Fall hilft, um die Eindrücke, die ich gehabt habe, frisch und direkt zusammenfassen zu können.

Übrigens, unter diesem Aspekt graut mir ja schon vor der Leipziger Buchmesse, von der ich wahrscheinlich mit dreißig Ideen für neue Beiträge nach Hause komme, die ich dann nie im Leben alle halbwegs zeitnah unterkriege.

So, was wollte ich erzählen? Na ja, auf jeden Fall werden diese Beiträge in der kommenden Woche noch ihren Weg auf den Blog finden. Und wie es dann weitergeht, das schauen wir einfach mal.

Was ich auf jeden Fall noch erzählen wollte, bevor ich euch gleich auch schon wieder in den verdienten Sonntagabend entlasse, ist, dass endlich die Social-Media-Kanäle des Autorenvereins, in dem ich Mitglied bin, online gegangen sind. Welcher Verein das ist? Na, die „BartBroAuthors“! Wie, da habe ich euch noch gar nicht im Detail von erzählt?

Seht ihr, das ist genau das, was ich meinte. Auch dieser Beitrag schlummert seit Monaten (!) irgendwo im Entwurfsordner.

Wie dem auch sei, schaut doch einfach mal vorbei und macht euch selber ein Bild. Ihr findet die BBA ab sofort unter

https://www.facebook.com/BartBroAuthors/
https://www.instagram.com/bartbroauthors/
https://twitter.com/BartBroAuthors

Und wenn ihr genau aufpasst, könnt ihr auf dem Twitter-Kanal vielleicht hin und wieder einen Tweet von mir lesen 😉 .

Jetzt wünsche ich euch einen angenehmen Abend und einen guten Start in die Woche!

Euer Michael

Hier gibt es heute nichts zu sehen

Guten Tag,

dies ist der automatische Aufrufbeantworter des Blogs

Mein Traum vom eigenen Buch

Leider ist der Hausherr heute nicht in der Lage, einen Blogpost zu schreiben. Er ist damit beschäftigt, sich Gedanken zu machen, welche den Bereich Organisation, Zielsetzung und Standortbestimmung betreffen.

Er hofft, möglichst noch an diesem Wochenende erste Zwischenergebnisse, diesen Themenbereich betreffend, veröffentlichen zu können.

Wenn Sie eine Nachricht hinterlassen möchten, können Sie das gerne nach der Trennlinie tun. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.


 

Wenn der Postmann zweimal klingelt …

… dann wäre es eigentlich an der Zeit, ihm einen ganzen Packen an Unterlagen in die Hand zu drücken, die er dann mit in sein Postverteilungszentrum nehmen kann, dort in die Sortiermaschine packt und damit in die große weite Verlagswelt hinausschickt.

Gut, der Postbote liefert meines Wissens bislang nach wie vor ab und nimmt nicht mit (bei Paketen sieht das inzwischen anders aus), außerdem streiken die Postmitarbeiter im Moment ja auch alle Nase lang. Mal ganz davon abgesehen, dass auch in vielen Verlagen und Literaturagenturen inzwischen die Unterlagen gerne per E-Mail angenommen werden. Wobei das Wort „Annahme“ hier nicht bedeuten soll, dass sie sich freuen, diese zu bekommen, sondern dass sie sie auf diesem Weg erhalten wollen.

Ich habe vor einigen Tagen in diesem Beitrag angedeutet, dass ich im Moment noch ein wenig davor zurückschrecke, „Der Morgen danach“ auf seine Reise zu schicken. Neben handfesten Gründen wie dem letzten und aus meiner Sicht abschließendem Korrekturlauf sind es vor allem Gründe, die in meiner Selbstsicherheit oder eben deren Fehlen zu suchen sind.

Ich schreibe seit meiner Kindheit, habe den ersten Roman mit 18 Jahren zum Abschluss gebracht und mich seitdem mit jedem weiteren Entwurf in Sachen Ausdruck, Plot und Form gesteigert. Meine Geschichten sind keine Nachahmungen von etwas anderem mehr (vielleicht erzähle ich irgendwann mal, wie ich mir in den Kopf gesetzt hatte, Star Wars fortzusetzen, ähem. Nein, ich erschaffe mir meine eigenen Realitäten und habe es auch geschafft, diese wirklich in der Realität zu verankern. Auch wenn in einigen Romanen durchaus übernatürliche Elemente vorkommen. Dann aber bewusst so eingesetzt und nicht, weil sie als Deus ex Machina benötigt werden.

Na, klingt das so, als ob es diesem Autor an Selbstsicherheit mangeln würde? Nein, das tut es nicht, wenn ich mir das so durchlese. Und doch ist es so, dass es mich ungeheuer treffen würde, wenn ich von den Agenturen und Verlagen, die ich anschreiben möchte, nur Absagen bekommen würde. Schlimmer wäre wahrscheinlich nur, wenn ich überhaupt kein Feedback bekommen würde. Das Schreiben gibt mir in Phasen, in denen es mir nicht so gut geht, eine gewisse Sicherheit. Es ist eine Art Indikator dafür, wie es mir geht (weswegen es auch ein nutzbares Alarmzeichen ist, dass irgendwas nicht stimmt, wenn ich nicht schreiben kann).

Und ja, auf die Gefahr hin, dass ich mich morgen dafür schämen werde, dies so geschrieben zu haben: ich habe Angst davor, mir irgendwas selbst kaputt zu machen / machen zu lassen, wenn ich den Weg in die Öffentlichkeit gehe.

Jetzt könnte man spitzfindig fragen, wieso ich dann überhaupt diesen Blog begonnen habe. Ganz einfach, um mir unabhängig von meiner Sorge ein Ventil zu geben, um genau mit diesen Sorgen auch umgehen zu können. Mich vielleicht selbst ein wenig unter Druck zu setzen.

Denn ich will ja diesen Schritt gehen!
Und ich will ja meinen Romanentwurf zur Veröffentlichung anbieten!
Weil ich irgendwann meinen Roman in einer Buchhandlung in der Hand halten können will!

Es ist nun einmal so: für die Schublade zu schreiben ist sicher, der Weg zur Veröffentlichung birgt ein gewisses Risiko. Zumindest in meinem Gefühl. Ich arbeite daran, über meinen Kopf die Erkenntnis, dass ich nichts zu verlieren habe und nur gewinnen kann, auch an das Gefühl durchzureichen.

Im Moment brauche ich noch etwas Zeit. Aber Zeit gehört zu den Dingen, die man als Autor mehr als genug hat. Und die man sich auch geben sollte.

Ich halte euch auf dem Laufenden und wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

Aller Anfang ist schwer

Eines der häufigen Klischees, die man über Schriftsteller so hört oder lesen kann lautet, dass sie Angst vor dem leeren Blatt haben. Das leere Blatt symbolisiert in diesem Moment den manchmal nur schwer zu kanalisierenden schöpferischen Fluss, der an manchen Tagen dann auch nur spärlich fließt, vor sich hin tröpfelt, oder (in ganz schlimmen Fällen) auch schon mal rückwärts den Berg hinauf fließt.

Mir ging es heute über den ganzen Tag hinweg mit dieser Eingabemaske so. Dazu muss ich sagen, dass ich in der Blogosphäre durchaus schon meine Erfahrungen gesammelt habe. Da gab es einmal einen überwiegend als Tagebuch geführten Blog auf LiveJournal und zum anderen einen auf WordPress basierenden auf einer eigenen Domain. Davor gab es auf ebendieser auch schon mal eine statische Website. Es ist also nichts Neues für mich, im Internet zu schreiben.

Und trotzdem ist es für mich ein seltsames Gefühl, diese Maske mit Worten zu befüllen. Zumal ich mich mit dem Thema „ich schreibe“ immer ein wenig schwer getan habe, sobald es darum ging, dies quasi öffentlich zu bekennen.

Was also sollte ich schreiben?

Die Lösung, die ihr nun auch vor euch seht, kann meiner Meinung nach nur lauten: schreib einfach, wonach dir ist! Und wenn es an einem Tag einmal nichts zu schreiben gibt, dann schreibst du auch nichts. Wenn die Tage sich aufaddieren, dann setze dich nicht unter Druck. Ich habe gelernt, dass es für mein Schreiben nicht förderlich ist, wenn ich mich unter Druck setze. Meistens schaffe ich es dann zwar, Worte zu Papier zu bringen, aber das, was sie meiner Meinung nach ausmacht, der Geist den sie atmen, ist dann nur sehr schwer erkennbar und muss oft in langer Nachbearbeitung injiziert werden. Wenn es denn überhaupt klappt.

Aller Anfang ist schwer, auch für dieses Blog. Und es sollten die gleichen Regeln gelten, wie generell für mein Schreiben. Denn nur so geht es Schritt für Schritt vorwärts. Ebenso wie Rom nicht an einem Tag erbaut wurde, wurde auch noch kein Roman an einem Tag geschrieben (auch wenn einige Schriftsteller erschreckend nah dran waren).

Es lohnt sich, die Angst vor der weißen Fläche abzulegen. Ernst nehmen sollte man sie, denn sie erinnert daran, dass man immer versuchen sollte, sein Bestes zu geben. Oder einfach mal eine Pause einzulegen, wenn es nötig erscheint.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Abend!