Warum passiert mir das eigentlich immer wieder!?

Ich werde aber auch nicht schlau daraus. Immer wieder passiert mir das. Wieso, frage ich mich? Wieso bin ich nicht in der Lage, eine Kurzgeschichte auch wirklich eine Kurzgeschichte bleiben zu lassen?

Ist ja jetzt nicht so, als ob ich nicht gerade im letzten Jahr die eine oder andere Kurzgeschichte sogar auf ein fest vorgeschriebenes Format hin geschrieben hätte. Ich kann es also. Umso unverständlicher ist es, dass mir immer wieder die Sicherungen durchknallen, die das eigentlich verhindern sollten, und aus einem kurzen Text ein immer längerer Text wird? Gibt es dafür nicht so eine Art FI-Schalter im Gehirn?

Ihr könnt euch sicherlich schon denken, was passiert ist und meine Stammleser mögen bitte aufhören, so zu grinsen 😉 . Die Geschichte „Die Behüter des Wahren“ nimmt mehr Platz ein, als ich ihr ursprünglich zugestehen wollte. Viel mehr Platz!

Um genau zu sein bin ich inzwischen irgendwo um die 80. Manuskriptseite. Das ist jetzt noch nicht weltbewegend viel, aber ich bin vielleicht gerade bei der Hälfte der Geschichte angelangt, wenn überhaupt. Es wird also alles, nur keine Kurzgeschichte mehr werden. Aber was genau nun daraus wird, das weiß ich auch noch nicht.

In den letzten beiden Kalenderjahren gibt es zwei Präzedenzfälle, in denen mir kurz geplante Stories explodiert sind.

Der erste war „Die Welt der stillen Schiffe“, ursprünglich geplant als lockere Schreibübung, um den NaNoWriMo 2015 noch irgendwie zu einem Ende zu bringen, weil mir mein vorheriger Roman irgendwie ausgegangen war. Aber sehr schnell zeigte sich, dass aus der geplanten Novelle ein Kurzroman wurde und am Ende aus dem Kurzroman ein kompletter Roman mit nicht unbeträchtlichem Umfang.

Noch „besser“ ist die Geschichte von „Der goldene Tod“, der ursächlich eine Kurzgeschichte auf der Basis von einigen Stichworten von Gewinnspielgewinnerin Nike Leonhard werden sollte, bevor er dann ebenfalls seine Ambitionen zeigte, etwas großes werden zu wollen (auch wenn es noch nicht vollendet wurde, ist das Manuskript alles andere als vergessen!).

Und nun also „Die Behüter des Wahren“. Ich muss mich der Realität stellen und die Realität sieht so aus, dass dies keine Kurzgeschichte mehr wird, sondern eine Novelle. Oder auch ein Kurzroman, da sind die Grenzen ja mittlerweile fließend. Ein wenig werde ich sicherlich kürzen können, wenn ich damit fertig bin, denn im Augenblick ist mir das Manuskript stellenweise noch etwas zu geschwätzig.

Aber dadurch werde ich auch nicht mehr „retten“, was vielleicht gar nicht gerettet werden muss.

Und trotzdem frage ich mich in Augenblicken wie diesen, ob ich einfach maßlos bin, ob ich so schlecht diszipliniert bin, dass mir die Figuren und die Handlungen meiner Geschichten nicht nur auf der Nase herumtanzen, sondern dass sie mich am Nasenring durch die Manege führen können.

Ich weiß es wirklich nicht.

Tatsache ist jedenfalls, dass ich mich dem nun stellen muss und wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb: Mal sehen, was ich dann hinterher damit anstelle. So eine nette kleine Geschichte könnte man ja glatt mal als Versuchsballon fürs Selfpublishing …

Und wieder: Wo ist der FI-Schalter!? Ich werde mich dann mal auf die Suche begeben.


Übrigens: Der Text ist natürlich etwas übertrieben. In Wahrheit freue ich mich darüber, dass ich wieder so etwas Ähnliches wie meinen Schreibfluss gefunden habe. Ich würde es nur nie, nie, niemals nicht zugeben 😉 .

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Was jetzt so ansteht – Eine (fast) unwillkommene To-Do-Liste

Ich bin eigentlich kein besonders großer Freund von To-Do-Listen. Das hat was damit zu tun, dass ich dazu neige, die Punkte entweder durcheinander zu schmeißen, oder sie einfach unter den Tisch fallen zu lassen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich sie nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erreichen kann.

Und trotzdem kann mein Kopf anscheinend nicht anders, als sich immer mal wieder so eine Liste aus den Gehirnzellen zu leiern. Da ich im Moment sowieso ein wenig ausgebremst bin, bot sich das irgendwie wahrscheinlich auch an.

Ich dachte, ich lasse euch einfach mal daran teilhaben, was jetzt so ansteht.

Top 1: Zweiter Überarbeitungsdurchgang „Der Morgen danach“

Wie bereits geschrieben, möchte ich das Manuskript, das nun ja in einer völlig anderen Personalform als vorher vorliegt, noch einmal auf Schnitzer abklopfen und auf notwendige/sich anbietende Erweiterungen auf der Gefühlsebene. Ich hatte im letzten Sonntagsreport angedeutet, dass das ein Feld ist, auf dem auch Gefahren lauern. Aber ich muss mich von meinem inneren Kritiker an dieser Stelle ein Stück weit frei machen. Was ich jetzt an den Verlag schicken werde, ist eine Arbeitsgrundlage. Alles Weitere werden wir gemeinsam erarbeiten und überarbeiten.

Top 2: Sichtung, Exposéerstellung und Überarbeitung Einstieg „Darkride“

Auch über „Darkride“ habe ich euch schon erzählt. Sowohl darüber, dass ich plane, das Projekt einmal bei be anzubieten, als auch, vor grauer Blogvorzeit, woher eigentlich die Idee zu der Story kam. Sichtung bedeutet dabei für mich, dass ich das ganze Manuskript noch einmal lesen will. Am besten so, wie man ein ganz fremdes Buch liest. Und nachdem ich ja, wie erzählt, schon einmal reingelesen habe, weiß ich wieder, dass es solche Passagen auch gibt, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Das wird spannend! Die Luft für die Erstellung eines Exposés und die Überarbeitung der Leseprobe werde ich hoffentlich haben, während man bei Scylla an der ersten Lektoratsrunde sitzt. „Darkride“ reizt mich einfach, weil ich von der Story immer noch überzeugt bin, von den verschiedenen Versatzstücken des Krimis, als auch von der Hauptperson. So sehr überzeugt, dass ich mir sogar schon Gedanken über einen zweiten Teil mit meinem Kommissar gemacht habe. Kein guter Krimi ohne Serienambitionen, nicht wahr? 😉

Top 3: Weiterarbeit an „Der goldene Tod“

Und nach all diesen Arbeiten wird es Zeit, endlich mal wieder einfach nur zu schreiben! „Der goldene Tod“ soll nicht das Schicksal vieler früher Entwürfe teilen und einfach so im Sande verlaufen. Dafür gefallen mir hier die bisher geschriebenen Szenen und Personen viel zu gut.

Die Liste ist nicht abschließend, aber bis hierhin sollte ich es erst einmal bewenden lassen. Denn je höher die Nummer wird, desto unwahrscheinlicher wird ihre zeitnahe Realisation. Wenn ich all das bis, sagen wir, Ostern auf die Reihe bekomme, dann freue ich mich schon.

Habt ihr auch To-Do-Listen, die sich immer wieder aufdrängen?

Die guten Vorsätze für 2017

Kennt ihr das nicht auch? In der Silvesternacht sind wir alle immer mit dabei, wenn es darum geht, die guten Vorsätze für das folgende Jahr zum Besten zu geben. Die Klassiker sind dabei die üblichen Verdächtigen aus den Bereichen Gesundheit, Sport und Finanzen.

Und ihr kennt doch sicherlich auch das Erwachen am zweiten Januar, wenn ihr feststellt, dass es irgendwie dann doch schöner war, nicht direkt das nächste Fitnessstudio aufzusuchen, oder dass die Reste vom Käsefondue unbedingt gegessen werden mussten und, na klar, den PC, den man sich bestellt hat, bekommt man auch irgendwie im eigenen Budget unter.

Ich weiß schon, warum ich mir meine guten Vorsätze erst heute hier aufschreibe. Außerdem mache ich es mir natürlich leichter, weil ich nichts über die Gesundheit (es wäre toll, wenn ich so 20 Kilo abnehmen würde …), Sport (wenn das Fitnessstudio nicht so weit weg wäre, würde ich auch viel öfter/überhaupt noch hingehen) und Finanzen (das Netzwerk musste unbedingt jetzt mit Technik im Gesamtwert von ca. 500 Euro auf Vordermann gebracht werden) schreibe.

Nein, ich bleibe hart bei den Fakten, die euch auf dieser Webseite interessieren dürften. Und auch bei denen war es gut, dass ich sie nicht direkt am ersten Januar geschrieben habe, denn dann hätte ich heute bereits jammern müssen.

Ihr erinnert euch ja noch gut an meine „Pause“, die ich immerhin viermal unterbrochen habe. Heute nun erwischte ich mich bereits bei dem Gedanken: »Du musst unbedingt bloggen.«

Nein, muss ich gar nicht! Gut, ich meine, ich tue es jetzt ja doch, irgendwie, aber nicht aus dem Gefühl heraus, es zu müssen, sondern im Gegenteil, um dieses Gefühl ein wenig kleiner zu machen, in die Ecke zu stellen, und ihm die Eselskappe aufzusetzen.

Ein guter Vorsatz lautet für 2017 also: Ich darf auch mal nicht bloggen. Punkt! Es ist gar nicht nötig, Rechtfertigungen zu suchen oder Erklärungen. Ich darf auch mal nicht bloggen!

Nächstes Thema. Ich hatte euch von den vier Romanen erzählt, die mein Jahr 2016 bestimmt haben. Und dass keiner von denen sich in einem Stadium befindet, das man als „fertig“ bezeichnen kann.

Der Gedanke hat mich, natürlich, nicht ganz losgelassen. Klar, „Der Morgen danach“ besitzt eine Priorität in diesem Jahr. Wenn ich an diese nicht professionell herangehen würde, dann wäre es nur zu verzeihlich, wenn man auch mit mir nicht professionell umgehen würde. Da ich das aber nicht möchte, lautet ein guter Vorsatz für 2017: Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im gemeinsamen Sinne von Verlag und mir fertig stellen.

Nächste Baustelle ist dann der Roman „Der Beobachter und der Turm“. Dieser Roman ist im Prinzip so weit fertig, dass ich ihn in ein (privat finanziertes) Lektorat geben kann. Für diesen Zweck habe ich gespart und mich von einigen lieb gewonnenen Sammlungsstücken getrennt. Nun ist die Situation aber eine ganz andere, als sie es im August war, als ich mich auf die Veröffentlichung vorbereitete.

Da „Der Morgen danach“ für mich Priorität besitzt und besonders zu Beginn auch einiges an Umschreibarbeit erfordert, kann ich mich schlicht und einfach nicht um ein weiteres Projekt mit der Intensität kümmern, das es verdient. Ja, ich habe „Der Beobachter und der Turm“ bei ‚be‘ eingereicht. Aber, ganz ehrlich, viele Chancen rechne ich mir nicht aus. Es ist mehr eine Einreichung, um mir das Gefühl zu geben, dass meine Arbeit, der betriebene finanzielle Aufwand und die Arbeit der lieben Testleser nicht umsonst gewesen ist.

Aber auch hier muss ich realistisch sein und mir erlauben, den „Beobachter“, der für mich immer noch ein Herzensprojekt ist, ins zweite Glied rücken zu lassen. Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Gedanken daran, wie das passieren wird. Aber er muss und wird ganz klar die zweite Geige spielen müssen.

Mein guter Vorsatz für 2017 lautet also: Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen.

Dann steht da noch die Weiterarbeit an „Der goldene Tod“ aus. Ich habe diesen Roman zum NaNo begonnen und wusste im Prinzip vorher, dass es Schwerstarbeit werden würde, diese Aufgabe auch zu erfüllen. Ich war zeitlich einfach total eingespannt. Alleine der Verkauf meiner CD-Sammlung auf eBay hat jede Menge Zeit gefressen, die ich nicht in den NaNo stecken konnte.

Gut, dass es mich ausgerechnet in diesem Monat zum ersten Mal seit Jahren so richtig psychisch von den Socken hauen würde, das konnte ich natürlich nicht voraussehen. Aber ich spielte ein Spiel mit meinen eigenen Kräften. Und habe verloren.

Seit dem ersten Dezember habe ich nicht geschrieben. Ich konnte nicht mehr. Nun kam der erste Januar und ich hatte so ein Gefühl von: Neues Jahr, neues Glück, jetzt wird sofort weitergeschrieben. Und wir haben den zweiten Januar und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich auch heute nicht an diesem Roman arbeiten werde.

Ich muss auf meine Kräfte aufpassen, mit ihnen haushalten. Ich bin zwar erst Anfang 40, aber, so bescheuert es auch klingt, an manchen Punkten merke ich, dass vieles echt nicht mehr so leicht von der Hand und von der Konstitution geht, wie es noch vor zehn Jahren der Fall war.

Das bedeutet, dass „Der goldene Tod“ sich im Zweifel genauso hinten anstellen muss, wie ich es gerade schon zu „Der Beobachter und der Turm“ gesagt habe. Ich hoffe zwar, dass ich mit ein wenig mehr Ruhe und Zeit wieder dorthin komme, dass ich das Schreiben als Entspannung sehe, aber das erzwinge ich jetzt nicht.

Mein Vorsatz für 2017 lautet also: Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen.

Und daran schließt sich direkt an – und ich bitte darum, mich im Zweifel daran zu erinnern! – dass ich in diesem Jahr nicht am NaNoWriMo teilnehmen werde, außer ich sehe mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage. Und zwar rückhaltlos!

Dann ist da noch ein Punkt, der eigentlich eher auf eine To-Do-Liste gehören würde, sich aber auch in dieser Aufstellung gut macht. Ich möchte für 2017 endlich meine eigene Homepage an den Start bringen. So eine richtige Autorenhomepage mit eigener Domain, wie ich es schon seit Herbst 2015 (!) vor mir herschiebe. Mein guter Vorsatz lautet also, meine Domain http://www.behr-michael.de in diesem Jahr endlich an den Start zu bringen.

Jetzt sitze ich seit ungefähr fünf Minuten hier und denke, dass ich noch ganz viel in die Liste aufnehmen muss. Ich will mehr netzwerken, ich will mich einbringen, ich will Kurzgeschichten schreiben, will an Ausschreibungen teilnehmen, möchte die Buchmessen in Leipzig und wahrscheinlich auch Frankfurt „rocken“ und, und, und. Und dann sind da ja noch ungefähr fünf Romane, die ich überarbeiten könnte, weil sie es verdient haben. Kann man ja einreichen, irgendwo. Einfach auf die Ochsentour schicken, weil man ja keinen Druck hat, so mit einem Vertrag, der einem zumindest schon mal das Erscheinen eines Buches zusichert. Was haben wir noch? Oh, ich habe überlegt, mir eine Webcam anzuschaffen, dann könnte ich auch vloggen, oder wie sich das nennt. Weil man heute ja multimedial vertreten sein muss. Was ich auf jeden Fall machen will ist, ganz viele Bücher für meine Rubrik „Das Schreiben der anderen“ lesen. Und wenn dann „Der Morgen danach“ sich auf die Veröffentlichung zubewegt, dann will/muss/kann/soll/darf ich dafür natürlich auch Werbung machen! Das geht schon mit dem richtigen Autorenbild los, um das ich mich kümmern muss, weil ich seit fast einem Jahr einen Gutschein für ein Businessfoto habe, der bald abläuft.

Leute, ist es verwunderlich, dass man, wenn man einmal beginnt, in einen solchen Gedankenkreislauf einzutreten, Schnappatmung bekommt? Ich denke nicht.

Und deswegen kommt jetzt, sozusagen, der wichtigste Vorsatz von allen. Der, der alle anderen überstrahlt und überlagert.

Ich will mir erlauben, nicht perfekt zu sein! Nicht all das, was ich geschrieben habe, jetzt, sofort und nach einem festgelegten Plan zu erledigen. Mag sein, dass für manche Menschen solche Pläne funktionieren. Ich bekomme Schnappatmung davon.

Also, noch einmal: Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Damit liest sich meine Liste der guten Vorsätze wie folgt:

  • Ich darf auch mal nicht bloggen
  • Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im Sinne von Verlag und mir fertig stellen
  • Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen
  • Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen
  • Ich werde nur dann am NaNoWriMo teilnehmen, wenn ich mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage fühle. Rückhaltlos!
  • Ich werde meine Homepage in diesem Jahr an den Start bringen
  • Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Ich bedanke mich bei denen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben. Es war ein langer Text. Aber auch das erlaube ich mir einfach mal: So zu schreiben, wie ich nun einmal bin.

Der Jahresreport 2016

Guten Tag, ihr Lieben!

Ich hoffe, jeder von euch ist auf die Weise in das neue Jahr gekommen, die ihm und ihr am angenehmsten gewesen ist. Bei mir war es ein sehr ruhiger Übergang, von einer gewissen Melancholie mitgeprägt, die mich häufig zum Ende eines Jahres überkommt. Aus diesem Grund habe ich mich gestern auch nicht an dem Reigen der Jahresrückblicke beteiligt, der aus dem Reader in mein Postfach geschwemmt wurde. Und da heute, passender Weise, Sonntag ist, dachte ich mir, dass ich den Sonntagsreport, der für die letzte Woche sowieso sehr spärlich ausgefallen wäre, zum Jahresreport ummünze.

Das letzte Jahr steht natürlich im Schatten von vier Romanen, an denen ich gearbeitet habe, noch arbeite und vor allem noch arbeiten werde.

Zu Jahresbeginn steckte ich noch mitten im Schreibprozess von „Die Welt der stillen Schiffe“, das ich im NaNoWriMo 2015 begonnen hatte und dann am 22.05.2016 beendete.

Direkt anschließend begann meine großangelegte Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“, dem Roman, den ich mitten im NaNo 2015 beendet hatte. Für diesen Roman arbeitete ich über den Sommer hinweg zum ersten Mal mit Testlesern zusammen, was für mich eine ganz neue Erfahrung gewesen ist. Eine durchweg positive Erfahrung, wie ich noch einmal festhalten möchte.

Und dann, aber das ist ja noch ganz frisch, drängte sich, auch ungefähr ab August, mit einem Mal ein „uralter“ Roman von mir wieder in den Vordergrund: „Der Morgen danach“, der zu 99,9% mein Debüt bei einem Verlag werden wird.

Nebenbei habe ich noch damit angefangen, weil gerade mal wieder NaNo war, den Roman „Der goldene Tod“ zu schreiben, der eigentlich ja nur eine Kurzgeschichte werden sollte, aber dann soweit ausuferte, dass ich gar keine andere Chance hatte, als ihm den Raum zuzugestehen, den er sowieso in Anspruch nahm.

Vier Romane, von denen keiner von sich in Anspruch nehmen kann, „fertig“ zu sein. Beinahe hätte ich mir zwischendurch die Frage gestellt, ob es so etwas wie einen fertigen Roman eigentlich geben kann. Wahrscheinlich ist dies erst der Fall, wenn man ihn irgendwo tatsächlich veröffentlicht hat. Aber in Zeiten von eBooks, von schnell nachgeschobenen Zweitauflagen, ist auch das wohl nicht mehr als ein Zwischenschritt.

Das Jahr 2016 war auch für den Blog ein überaus erfolgreiches. Ich schaue jetzt nicht nach, wie viele Beiträge ich geschrieben habe. Das Statistik-Gen ist mir irgendwann auf dem Weg abhanden gekommen. Aber die Zugriffszahlen haben sich sehr positiv entwickelt und vor allem habe ich Leser, die außerordentlich sensibel darauf reagieren, wann sie „da sein“ müssen und oder sollten.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich noch sehr lebhaft an den 14.12. Das war der Tag, an dem ich in Bergisch-Gladbach war und das Treffen mit Frau Graf vom Scylla-Verlag hatte. Im Vorfeld hatte ich nur die eine oder andere Andeutung fallen lassen. Aber wie durch einen siebten Sinn angelockt hatte ich an diesem Tag einen enormen Rekordzugriff auf meinem Blog. Als ob irgendwo im Hintergrund jemand gestreut hätte, dass ich gerade an diesem Tag den Zuspruch und die Aufmerksamkeit brauchen würde.

Als ich Abends sah, wie die Zugriffe stiegen und stiegen, wurde mir richtig warm ums Herz. Das könnt ihr mir glauben! Und für den Fall, dass ich es damals noch nicht gesagt habe, möchte ich mich jetzt und hier noch einmal dafür bedanken, dass ihr an meinem Autorenleben so regen Anteil genommen habt.

2016 war in einer weiteren Hinsicht ein sehr bemerkenswertes Jahr. Ich habe angefangen, mich noch weiter aus meiner einstmals selbstgewählten Isolation herauszubewegen. Als ich im Frühjahr 2015 den Blog startete, wussten zwei Handvoll Menschen, dass ich schreibe. Heute sehe ich, dass mir, über WordPress, Twitter und Facebook, an die 750 Menschen folgen.

Ich habe im letzten Jahr beschlossen, dass ich dieses Jahr die Leipziger Buchmesse besuchen werde. Dort werde ich mich, so hoffe ich, mit einigen Menschen persönlich austauschen können, die ich bislang nur virtuell kenne. Und auch das werden immer mehr und immer persönlichere Bekanntschaften.

Im November bin ich Mitglied bei den BartBroAuthors geworden, worüber ich bis jetzt, fällt mir gerade so ein, noch gar nichts im Blog geschrieben habe. Das muss ich in den nächsten Tagen noch nachholen.

Kurz: Die Isolation existiert in dieser Form nicht mehr. 2016 sah mein Coming Out als Autor. In dem Moment, in dem ich mich zuerst von „Mic“ in „Michael“ und kurz darauf in meinem vollen Vor- und Zunamen umbenannte, war die Isolation Geschichte.

Ich glaube, dass dies der wesentliche Erfolg des vergangenen Jahres ist. Noch kurz vor knapp habe ich „Der Beobachter und der Turm“ bei be, dem digitalen Imprint des Bastei-Verlags, als Bewerbung eingereicht. Hierzu schrieb Margaux Navara, geschätzte Kommentatorin und unschätzbare Testleserin, dass mit dem Erfolg auch der Mut käme.

Ich habe über diesen Satz noch weiter nachgedacht. Und ich glaube, dass sie Recht damit hat. Erfolg ist nicht immer etwas, das sich in Zahlen ausdrücken lässt. Nicht in Buchveröffentlichungen, nicht in Buchverkäufen, nicht in geschlossenen Verträgen und nicht in verdientem Geld. Denn wenn ich alles das zur Messgröße werden ließe, dann hätte ich auch in der Bilanz des Jahres 2016 immer (noch) nichts vorzuweisen gehabt.

Erfolg ist, wenn man mit dem, was man tut, in Einklang mit sich selbst ist. Wenn man sich mutig und selbstbewusst dahinter stellt, was man tut und wie man es tut. Erfolg ist es, sich zu trauen. Erfolg ist, sich neue Räume zu erkämpfen. Erfolg ist, wenn man seine Komfortzone erweitert, ausbaut und in Besitz nimmt.

Erfolg ist, wenn man tut, was man liebt, und sich nicht dafür versteckt.

Und in dieser Hinsicht war 2016 bis jetzt mein erfolgreichstes Jahr als Schriftsteller!

Ich wünsche denen unter euch, die auch Dinge haben, in denen sie erfolgreicher sein wollen, dass sie diese Ziele im neuen Jahr 2017 erreichen können. Ich denke, dass es ein spannendes Jahr sein wird. Für mich auf jeden Fall, wie ich in einem eigenen Beitrag in den nächsten Tagen noch einmal kurz darstellen werde.

Ohne euch, ohne euren Zuspruch, wäre das alles für mich nicht möglich gewesen. Dafür bedanke ich mich. Noch einmal und immer wieder.

Ich freue mich darauf, auch 2017 mit euch im Kontakt zu bleiben. Bis ganz bald!

Euer Michael

NaNoWriMo 2016 – The Day After

Ich bin müde. Ich bin so richtig rechtschaffen müde und noch dazu ein ganz klein wenig unmotiviert. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr auf einen Termin hin richtig gepowert habt, euch anstrengen musstet, um ihn auch einzuhalten?

Klar, jeder kennt solche Termine. In der Schule hatten wir sie, im Studium gab es sie. Manchmal gibt es diese Termine auch im Berufsleben. Ich habe jetzt zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn man einen solchen Termin für sein Hobby, in diesem Fall die Schreiberei, einhalten muss.

Okay, jetzt werden die Stimmen laut werden, dass doch nirgendwo geschrieben stand, dass ich diesen komischen NaNoWriMo wirklich mitschreiben muss. Nein, stand es auch nicht. Ursprünglich jedenfalls. Aber ehe ich es mich versah, stand es auf einmal in einer kleinen, fast schon versteckten Andeutung in einem meiner Blogartikel. Und spätestens, als sich die Geschichte dann einstellte, hatte es sowieso schon keinen Zweck mehr, die Sache zu leugnen.

Ja, ich musste diesen NaNo mitschreiben. Es ging für mich nicht anders. Die Geschichte wollte aus meinem Kopf heraus und es bot sich an, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Denn ich mag das Gefühl, das sich beim NaNoWriMo einstellt, eigentlich sehr gerne. Diesen Antrieb, den man bekommt. Dieses leichte Gefühl von „ich kann es schaffen“.

Aber dann wurde auf einmal alles anders.

Ich will es mir nicht so leicht machen und es nur auf das uns allen noch bewusste Problem vom vorvorigen Wochenende schieben, auch wenn es sicherlich eine Rolle gespielt hat. Ich habe aber auch so gemerkt, dass es für mich mit zunehmender Dauer des NaNo immer schwerer wurde, mich für das tägliche Streben nach Wörtern zu motivieren.

Es liegt nicht an der Geschichte, das kann ich festhalten. „Der goldene Tod“ wird eine nette Geistergeschichte werden, die bereits jetzt einige starke Szenen enthält, die in der Überarbeitung sicherlich noch einmal gewinnen werden.

Es liegt einfach, irgendwie … ja, ich glaube, es liegt irgendwie an mir.

Auch eine Form der Erkenntnis, wenn auch keine besonders überraschende, sollte man meinen. Und doch hat es mich überrascht, festzustellen, dass ich in den letzten paar Tagen kaum noch Energie für den NaNo aufgewendet habe, wie ich es vorher tat.

Das beste Beispiel ist, dass ich kaum noch zu Hause geschrieben habe. Ich habe zum einen nicht die Zeit gefunden, sie mir aber auch nicht offensiv genommen. Ich habe aber auch nicht im Büro in der Mittagspause geschrieben. Tatsächlich geschrieben habe ich mit dem Programm „Evernote“ auf meinem Smartphone. Eine Idee, auf die ich noch vor kurzem nicht gekommen wäre.

Ich habe auch nicht jeden Tag sklavisch auf meinen aktuellen Wordcount geschielt. Noch vorgestern habe ich ganz vergessen, das neu Geschriebene einzutragen. Für jemanden, der noch vor kurzem mit Akribie jedes seiner Worte gezählt hat, ist das geradezu besorgniserregend, sollte man meinen.

Jetzt sind die 50.000 Wörter geschrieben und ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass daraus jetzt 60.000, 70.000 oder 100.000 Wörter werden sollen. Sie müssen daraus werden, denn fertig ist das Manuskript ja noch lange nicht.

Aber es muss ja nicht gleich heute sein, oder? Morgen ist auch noch ein Tag. Oder übermorgen. Dann ist ja auch schon wieder Wochenende. Ich könnte mir auch einfach mal eine Woche frei nehmen vom Schreiben – bis es mich dann sowieso wieder zwickt und zwackt und treibt.

Ich bin müde. Der NaNoWriMo ist gewonnen und ich bin müde und unmotiviert. Irgendwas stimmt nicht und ich werde schon noch dahinter kommen, was es ist.

Und wenn ich es herausgefunden habe, dann seid ihr die Ersten, die es erfahrt.

NaNo Tag 24: Jetzt schreibt er wieder, Gott sei Dank!

Ihr kennt ja sicherlich alle diesen Spruch, auf den meine Beitragsüberschrift abzielt. Ich glaube, die Quelle liegt bei Wilhelm Busch begründet und das wäre ja beileibe nicht die Schlechteste aller Referenzen.

Als ich am 20.11. meinen NaNo-Griffel fallen ließ, hatte mein Wordcount die stattliche Zahl von 38.262 Wörtern erreicht. Damit war ich so um die 5.000 Wörter über dem damaligen Tagesziel und lag damit erstaunlich gut im Rennen. Dann folgten ein paar, sagen wir mal, weniger produktive Tage:

21.11.: 38.262 Wörter
22.11.: 38.262 Wörter
23.11.: 38.262 Wörter

Und auf einmal war ich mit ca. 70 Wörtern im Minus. Ich gehöre zu den Menschen, die sich von solchen Zahlen durchaus ein wenig unter Druck setzen lassen. Aber es war mir in den drei Tagen einfach nicht möglich gewesen, irgendwas sinnvolles zu Papier zu bringen.

Man sagt ja gerne, dass Schriftsteller sensible Kandidaten sind. Zumindest manche von ihnen, zu denen ich mich wohl rechnen muss. Ihr könnt mir glauben, dass es mir auch lieber wäre, wenn ich zu der Sorte Autoren gehörte, denen man gerade ein Bein amputiert haben kann und die dann trotzdem den verdammten Roman fertig schreiben ;-).

Jedenfalls stand durch diesen Umstand und die feste Absicht, mir nicht den Gewinn des NaNos 2016 kaputt machen zu lassen, für heute die Rückkehr an den Text an. Und das gestaltete sich durchaus schwierig, wie ich euch sagen kann.

Ich hatte das Gefühl, mich erst einmal wieder an die Personen herantasten zu müssen. Es dauerte eine Weile. Aber dann, wie durch ein Wunder (oder wohl doch eher gut geschmierte Autorensynapsen), fanden sich die ersten Wörter ein. Die ersten Sätze, von denen ich einige wieder löschen musste, weil sie einfach Nonsens waren. Aber dann wurden es mehr Sätze und bessere Sätze.

Und am Ende hatte ich in einer Stunde runde 1.800 Wörter zu „Papier“ gebracht und kann damit sagen, dass ich jetzt wieder im Plus bin. Es ist nicht mehr das beeindruckende Plus vom Sonntag, sondern es sind exakt 156 Wörter. Aber diese 156 Wörter sind gerade verdammt beruhigend.

Ich werde den Roman zwar nicht im NaNo beenden, was vorher schon klar war. Aber ich werde diese 50.000 Wörter schaffen.

Jetzt erst recht und sowieso!