Der Sonntagsreport vom 20.08.2017 – Dreieinhalb Baustellen und nur eine Schaufel

Hallo zusammen,

schon wieder ist Sonntag und schon wieder ist es Zeit für einen entsprechenden Report. Bald gehen hier in NRW die Kinder wieder in die Schule und damit ist dann der Alltag im heimeligen Haus wieder vollends hergestellt. Die letzten Wochen fühlten sich doch ein wenig seltsam an – auch die Tage, an denen ich schon wieder arbeiten gehen musste.

Das Wetter da draußen schlägt ja auch munter eine Kapriole nach der anderen und auch wenn ich normalerweise nicht zu denen gehöre, die über das Wetter bloggen, muss ich doch kurz darauf zu sprechen kommen. Schließlich hat es dafür gesorgt, dass ich am Donnerstag eine berufliche Auszeit „genossen“ habe, die mir immerhin etwas eingebracht hat.

Als ich Donnerstag aus unruhigen Träumen erwachte, fühlte sich mein Schädel wie eine Piñata an, auf die mit mindestens drei Baseballschlägern gleichzeitig eingeknüppelt wurde. Also habe ich mich krank gemeldet und wieder umgedreht. Nur, um keinen wirklich erholsamen Schlaf zu finden.

Zwar bin ich immer wieder weggeduselt, aber das mir ansonsten typischer Weise gelingende „Gesundschlafen“ klappte nur in Ansätzen. Immer wieder schaute ich auf die Uhr, drehte sich in meinem Kopf alles, wenn wieder einmal von einer anderen Seite auf die Piñata eingedroschen wurde, und sank ich wieder in unruhige Träume.

Und einer dieser Träume brachte mir eine Geschichte.

Nun sollte man meinen, dass ein Autor nie einen Mangel an Geschichten hat. Hat er auch nicht. Alleine mit den potenziellen Sequels zu meinen Romanen könnte ich schon jede Menge Schreibzeit füllen (mal ganz davon abgesehen, dass hier noch zwei angefangene Rohentwürfe unfertig herumliegen). Aber das, was sich da in meinem inneren Flusensieb verfangen hatte, war eine wirklich von vorn bis hinten fertige Geschichte.

Ich hatte das Setting, ich hatte die Handlung, ich hatte den überwiegenden Teil der Personen. Wenn es die schon oft diskutierte Möglichkeit geben würde, die Gedanken aus den Träumen mitzuschreiben oder -zuzeichen, ich hätte ein komplettes Storyboard gehabt.

Und das passiert dann dich nicht so häufig, dass es nicht zumindest bemerkenswert wäre.

Was tat ich also? Ich kämpfte mich aus dem Bett hoch, schlurfte an meinen PC und warf Evernote an. Evernote ist, falls ihr es noch nicht kennt, eine Notizbuchsoftware, die sowohl am Desktop als auch auf dem Smartphone genutzt werden kann und sich miteinander synchronisiert. Danach schrieb ich den kompletten Plot in einem runter.

Nur, um mich danach in einem Dilemma zu befinden.

Wie ihr wisst, kann ich mich im Moment eigentlich nicht beklagen, dass ich nichts zu tun hätte, wenn es um das Schreiben und seine Nebenkriegsschauplätze geht:

  1. Das Manuskript von „Der Morgen danach“ musste im ersten Kapitel noch einmal von Grund auf neu überarbeitet werden.
  2. Ich schreibe an der Geschichte „Die Behüter des Wahren“.
  3. Mit einem Auge suche ich nach einer Möglichkeit, „Der Beobachter und der Turm“ und/oder „Darkride“ an den Mann zu bringen.

Gut Nummer drei zählen wir mal als einen halben Punkt.

Aber was nun tun mit der neuen Kurzgeschichte? Zuerst einmal nachdenken. Mir war klar, dass die Geschichte einerseits nicht so lang werden würde, wie „Die Behüter des Wahren“ sich abzeichnen. Andererseits geht es um ein Thema, das auch nicht mal eben so abzutun ist – ich komme gleich noch darauf.

Natürlich könnte ich die Kurzgeschichte einfach liegen lassen. Schließlich ist sie ja geplottet. Aber: Genau jetzt habe ich das Gefühl noch im Bauch, das ich hatte, als ich diesen Traum geträumt habe. Genau jetzt habe ich noch die Emotionen, die beim Aufschreiben des Plots hoch kamen. Und deswegen ist genau jetzt eigentlich der Zeitpunkt, sie zu schreiben.

Da stand ich also mal wieder mit dreieinhalb Baustellen und im übertragenen Sinne nur einer Schaufel in meinen Händen. Es müssen also Kompromisse geschlossen und Dinge ausprobiert werden.

  1. Das erste Kapitel von „Der Morgen danach“ habe ich heute früh noch einmal überarbeitet und dabei die Anmerkungen meiner Lektorin mit berücksichtigt. Morgen werde ich mir das noch einmal durchlesen und ihr dann wieder zusenden (zusammen mit der schon einmal angesprochenen Änderung im hinteren Teil des Manuskripts).
  2. Ich werde „Die Behüter des Wahren“ weiter schreiben, aber
  3. parallel dazu entsteht auch die neue Kurzgeschichte „Das Kind“. Ich muss sehen, dass ich Zeit und Energie zwischen diesen beiden aufteile. Beide Geschichten sind grundverschieden, so dass sich zumindest die Art zu erzählen nicht gegenseitig negativ beeinflussen dürfte.
  4. Und dann die halbe Verlagssuche … ich werde mich mal ein wenig mit Google beschäftigen und auch mit dem Handbuch für Autorinnen und Autoren, das hier im Schrank steht. Beide bringen mich vielleicht auf Ideen, an wen ich mich wenden könnte und sollte. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, dass sich in meiner Schublade etwas tut.

Also, so sieht es im Moment aus und ja, ich weiß, dass das verdammt viel ist, wenn man nur eine Schaufel in der Hand hat. Aber ich habe in einem Beitrag der vergangenen Woche über meine Motivation geschrieben und dass dazu auch der „Neid“ auf andere Autoren gehört, die anscheinend immer wieder und immer ganz leicht ihre Projekte verwirklichen. Ich weiß, dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht. Aber trotzdem möchte ich etwas gegen dieses Gefühl tun – und das geht nur, indem ich mich auf den Hosenboden setze und „einfach mal“ irgendwas angehe und erledige.

So, das ist jetzt der Plan. Kein ausgeklügelter Plan, aber wenigstens etwas. Bei allen Bauchschmerzen, die ich habe, weil wieder so viele Dinge parallel laufen.

Entlassen mag ich euch aus diesem Sonntagsreport mit dem unkorrigierten Anfang von „Das Kind“. Ich hoffe, dass ich damit ein wenig zeigen kann, wieso es mir wichtig ist, die Atmosphäre so schnell und gut wie mir möglich zu schildern.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und dass ihr von Wetterattacken möglichst verschont bleiben möget. Es sei denn, sie bringen euch gute neue Ideen ein …

Euer Michael

Das Kind

I. Der Zug

Dunkel ist die Welt dort draußen und dunkel ist auch die Welt im Inneren. Das dröhnende Heulen der Klage, das noch vor wenigen Stunden die Luft erfüllte wie die flirrende Masse eines Mückenschwarms über stehendem Gewässer im Frühsommer, ist lange schon in sich zusammengefallen zu einem leisen Flüstern und Murmeln bangender Ungewissheit.
Sie sind nicht mehr als eine verbringbare Masse, das ist jedem dieser Menschen klar, die dicht an dicht gepresst in dem nach menschlichen Ausscheidungen stinkenden Güterwaggon beieinander stehen. Das Vorrecht zu sitzen genießen nur wenige von ihnen, die besonders Alten und die besonders Jungen. Die Kranken sind, teils unter heftigem Protest ihrer Angehörigen, ganz an den Rand gelegt worden. Dorthin, wo sie von der Wärme der Gemeinschaft nicht mehr erreicht werden können.
Vereinzelt hebt sich eine Stimme, die aber von den Umstehenden schnell zur Ruhe gebracht wird. Der Gespensterzug eilt in monotoner Stille seinem Ziel entgegen.

Der Sonntagsreport vom 13.08.2017 – Manchmal findet sich auch was wieder

Hallo zusammen!

Na, wie geht es euch? Habt ihr einen angenehmen Tag gehabt, bzw. ein angenehmes Wochenende? Meins war soweit ganz in Ordnung, wenn man davon absieht, dass ich mir wahrscheinlich meinen Schlaf-/Wachrhythmus vollkommen versaut habe, der in meiner ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub schon für einiges an Bäh gesorgt hat. Na ja, das wird irgendwann schon wieder werden. Noch darf ich runde 30 Stunden Minus machen. Die Kollegin hat schon ins Spiel gebracht, was eigentlich passiert, wenn man zur Pensionierung Minusstunden hat. Na ja, das hat bei mir ja noch Zeit 😉 .

Ansonsten habe ich versucht, heute mal ein wenig Ordnung zu schaffen. Ich sitze ja immer noch in meinem Medienkeller und habe in meinem Rücken die Unmengen an Filmen und Büchern (ja, leider auch die wieder), die noch unsortiert in der Gegend herumstehen.

Angefangen habe ich damit, die nach meinem Geburtstag und dem anschließenden reBuy-Flash hinzugekommenen Blu-rays einzusortieren. Der nächste Schritt war, die noch verbliebenen Musik- und Hörspiel-CDs in Kartons zu räumen, um das nebenstehende Regal frei zu machen. Ich habe beschlossen, dass die CDs nun wirklich komplett das Feld räumen müssen. Ich höre sie schlicht und ergreifend nicht mehr. Alles ist digitalisiert und auf drei Festplatten und einem Cloudspeicher gesichert. Die physikalischen Datenträger taugen damit nicht mal mehr als Sicherungskopie.

So ändern sich die Zeiten …

Aber ich wollte ja erzählen, dass ich was wiedergefunden habe. Das war zum einen, relativ unspektakulär, ein schwarzer Stabilo-Fineliner. Ich mag diese Stifte und schreibe eigentlich ausschließlich mit ihnen, wenn ich es denn gar nicht vermeiden kann, mit der Hand zu schreiben. Ich habe auch immer eine Auswahl an verschiedenen Farben da. Die Älteren unter uns erinnern sich 😉 .

Eines Tages war nur der schwarze Stift verschwunden. Und genau von dem hatte ich nur noch einen übrig. Wie das so ist, manchmal ist man ja störrisch. Ich wusste nicht, wo der vermaledeite Stift gewesen ist, aber mir war klar, dass er irgendwo sein muss. Und deswegen habe ich mir keinen neuen gekauft. Bis – ratet mal – mir die Sache vor zwei Wochen zu doof wurde. Und heute finde ich das Ding dann wieder. Ganz unten links in meinem ehemaligen Hörspielregal. Ich weiß nicht, was der da zu suchen gehabt hat.

Jetzt liegt er jedenfalls wieder in der Schublade, wo er hingehört. Und wenn er wieder verschwindet, habe ich drei Brüder von ihm, um ihn zu ersetzen. So!

Aber ich habe in diesem Regal noch etwas gefunden, nämlich die Antwort auf eine Frage, die mich nicht gerade gequält hat, die mir aber doch auf die Nerven fiel. Und zwar habe ich bei einem meiner Kaufräusche bei reBuy den Roman „Blackout“ von Marc Elsberg gekauft. Weil er mich ansprach und weil er wirklich, wirklich günstig war.

Und das, obwohl ich mir irgendwie sehr, sehr sicher war, dass ich den Roman irgendwie schon hier herumstehen haben musste. Das sehr charakteristische Coverbild ließ eigentlich keinen Irrtum zu. Nur – ich fand das Buch nicht.

Ich kenne nun nicht unbedingt jeden Roman in jeder Edition, den ich hier stehen habe. Das würde ich bei allem guten Gedächtnis für solche Dinge nicht behaupten. Aber dieses Cover …

Heute fiel mir dann die Lösung des Rätsels in die Hand: Die gekürzte Lesung des Romans auf zwei MP3-CDs. An die konnte ich mich nun wiederum nicht erinnern, obwohl sie ja auch auf meiner Hörspielfestplatte liegt. Aber das Cover, das hatte sich mir dann wohl eingeprägt. Ich liebe es, wenn ich hinter solche Dinge einen Haken machen kann!

Dann hatten wir noch einen dritten Anlass zum Suchen und Finden. Meine Kiddies haben eine erklecklich große Kollektion an Playmobil-Spielsachen – und spielen nicht damit. Die Große ist einfach genau das, zu groß nämlich. Und die Kleine sagt, sie spielt nur noch mit LEGO. Und dann spielt sie auch nur noch mit LEGO. Da ist sie konsequent.

Also haben wir uns gedacht, dass wir die vorhandenen Sachen sortieren, auf Vollständigkeit überprüfen und dann irgendwie verkaufen. Kann ja nicht so schwer sein.

Jetzt hört schon auf zu lachen!

Natürlich ist das schwerer, als es sich anhörte. Ich habe heute eine runde Stunde damit verbracht, in einem Sammelsurium aus Krimskrams kleine Blüten zu suchen. Macht Spaß – nicht. Und es ist noch viel, viel mehr zu sortieren und zu suchen. Da freut man sich richtig drauf.

Aber gut, wenigstens war ich heute zweimal suchend erfolgreich. Das ist doch auch was, oder?

Ohne jeden Zusammenhang zum Thema möchte ich euch zum Abschluss noch ein Lied mit auf den Weg geben, das ich gestern nicht direkt gesucht habe, bei dem ich mir aber auch die Frage gestellt hatte, was die zugehörige Band eigentlich gerade so treibt. Und kaum schaut man nach heißt es, dass es in Kürze ein neues Album gibt und gerade eine Single veröffentlicht wurde.

Die Band heißt Kettcar und der Song „Sommer ’89 ( Er schnitt Löcher in den Zaun)“. Mich hat er berührt und jetzt denke ich nach, ob ich mir die im Frühjahr 2018 stehende Tour einplanen soll.

So, meine Lieben, vielleicht findet ihr ja auch noch irgendwas oder habt schon was Schönes gefunden. Lasst es mich doch einfach wissen. Und sonst wünsche ich euch, wie immer, einen guten Start in die kommende Woche. Macht was draus!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 30.07.2017 – Neue Bücher im Regal und nur noch 23 Jahre arbeiten

Hallo ihr Lieben,

na, ich hoffe, es war für euch keine allzu große Enttäuschung, dass das Universum dann doch noch weiter existiert hat, nachdem der letzte Report erst am Montag erschien. Ich muss gestehen, ich war damit ganz zufrieden, auch wenn das bedeutet, dass schon wieder eine Woche Urlaub vorbei ist.

Und jetzt, Schluck, ist nur noch eine einzige übrig. In einer Woche um diese Zeit sitze ich hier an meinem PC (oder sonst wo) und bibbere dem Moment entgegen, in dem ich wieder in mein schnuckeliges Büro gehen darf. Immerhin hat mir mein Versicherungsmensch diese Woche gesagt, dass ich nach seiner Einschätzung auf jeden Fall noch unter die Regelung fallen müsste, mit 65 abzugsfrei in Rente gehen zu dürfen, weil ich bis dahin genügend Dienstjahre auf dem Buckel hätte.

Da ich gerade in dieser Woche Geburtstag hatte, kann ich festhalten, dass das in Bezug auf mein Arbeitsleben ungefähr Halbzeit bedeutet. Ich bin in diesem Jahr seit 23 Jahren im Job und würde dann, wenn er Recht hat, noch 23 Jahre arbeiten müssen. Damit darf dann fröhlich gerechnet werden, wie alt ich denn geworden bin. Ich gebe noch einen Tipp: Ich bin jetzt die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest 😉 .

Wie dem auch sei, irgendwie stand die ganze Woche dann auch schon wieder unter dem Eindruck dieses liebenswert-schrecklichen Freudentags. Ich feiere meinen Geburtstag gerne, irgendwie. Aber noch lieber mag ich den Moment, wenn die Feier vorbei ist und der Druck von mir abfällt. Aber das kennen wohl viele von euch, oder? Man hat immer das Gefühl, alles gut im Sinne der Gäste machen zu „müssen“. Ich setze das in Anführungszeichen, weil man es ja gerne macht. Und freiwillig. Irgendwie 😉 .

Nun gut, kommen wir zu den positivsten Begleiterscheinungen, die so ein Geburtstag hat: Geschenke!

Ich gehöre zu den Menschen, denen die Dinge, die sie sich wünschen, wohl nie ausgehen werden. Dagegen spricht schon meine Multimedia-Sucht. Ich habe bei Amazon einen Wunschzettel, auf dem so um die 130 Positionen drauf stehen. Die haben natürlich nicht alle dieselbe Priorität. Oft geht es einfach darum, dass ich eine nette Vorschau zu einem Buch oder einem Film gesehen habe und mir den Titel dann auf meinen Merk-/Wunschzettel setze. Sonst würde ich es nämlich wieder vergessen.

Deswegen hat auch das eine oder andere Buch seinen Weg in mein Regal gefunden, bzw. wird ihn kommende Woche noch finden. Ich habe nämlich, neben „Naturalien“, auch ein wenig Geld geschenkt bekommen, um mir selbst noch Wünsche zu erfüllen. Und das habe ich, wie früher schon mal gesagt, bei reBuy getan. Das ist immer gefährlich, weil am Ende mehr im Warenkorb liegt, als man eigentlich wollte. Aber diesmal habe ich mich wirklich (fast) auf Artikel beschränkt, die ich mir sowieso schon gewünscht hatte.

Anyway, bevor ich euch noch lange mit meinem Geburtstag zutexte, kommt hier die Liste der Neuzugänge, inklusive der, die kommende Woche noch geliefert werden:

  • Sophie Kendrick – Das Gesicht meines Mörders
  • Eric-Emmanuel Schmitt – Adolf H., Zwei Leben
  • Tamy Fabienne Tiede – Club der letzten Wünsche
  • Sanne Averbeck – Die Gästeliste
  • Julia von Rein-Hrubesch – Das Flüstern der Pappeln
  • Leon Uris – Exodus
  • Nala Martin – Safeword
  • Jean-Luc Banallec – Bretonische Verhältnisse
  • Charles Whiting – Der Zweite Weltkrieg: Die Schlacht um den Ruhrkessel
  • Ralph Giordano – Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg
  • Andreas Izquierdo – Romeo & Romy
  • Victor Klemperer – Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945 (8 Bände)
  • Georg L. Mosse – Die Geschichte des Rassismus in Europa

So, und wie schon geklärt, es sind nur noch 23 Jahre, bis ich Zeit habe, das alles auch zu lesen 😉 . Immerhin bin ich inzwischen durch meine „KL“ durch und habe auch das aktuelle Buch bald durch, zu dem es dann auch wieder eine neue Ausgabe meiner Reihe „Das Schreiben der Anderen“ geben wird. Und so viel kann ich schon sagen: Es wird wieder nicht der von vielen erwartete Verriss werden. Leute, schreibt doch mal einfach schlechte Bücher!

Danach steht dann Arbeit auf dem Programm. Zum einen hat meine Lektorin angekündigt, mir bald einiges an Material zu schicken und zum anderen habe ich hier noch einen Krimi liegen, für den ich mich als Testleser gemeldet hatte. Da freue ich mich schon drauf, mich da ein wenig rein zu vergraben.

Und bald geht es dann auch hier auf dem Blog wieder seinen gewohnten Gang. Spätestens in einer Woche. Wisst ihr jetzt auch Bescheid, nicht wahr? Ich habe jedenfalls einiges an Artikeln in Vorbereitung/Planung.

Damit entlasse ich euch dann jetzt auch in den Sonntagabend und hoffe, ihr werdet einen guten Start in die kommende Woche haben. Macht was draus!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 24.07.17 – Ja, das ist ein Paradoxon, ich weiß

Hallo zusammen,

aus technischen Gründen kommt der Sonntagsreport, der eigentlich für den 23.07. fällig gewesen wäre, erst heute, am 24.07.17. Ich hoffe, dass das jetzt keine Paradoxen auslöst, in denen sich die ganze Erde auflöst und wir alle aufhören, zu existieren. Na ja, der einzige Trost wäre wohl, dass das dann keiner mehr so schnell mitbekommen würde, dass ich der Verursacher war. Ich könnte es nicht ertragen, wenn der letzte Gedanke eines Menschen wäre, was ich doch für ein Arsch bin. Wobei: Das würde ich ja dann auch nicht mehr mitbekommen, weil keiner mehr in der Lage wäre, mir noch eine wütende E-Mail oder einen Kommentar zu schreiben, weil ja alles so irrsinnig schnell ginge.

Äh … ja.

Ihr seht schon, der Urlaub bekommt mir wahlweise sehr gut oder aber überhaupt nicht. Das kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Maßstab man an das Ganze anlegt. Gemessen daran, dass ich den Gedanken von der Arbeit und allem anderen frei bekomme, gelingt er mir ganz gut. Meine Familie und ich machen die eine oder andere Exkursion, wie ihr hier ja auch schon lesen konntet, und auch an Tagen, an denen wir zu Hause bleiben, bekomme ich meistens eine angenehme Balance zwischen Nichtstun und Aktivität hin.

Gemessen an dem, was ich mir seinerzeit an Dingen vorgenommen hatte, die ich erledigen wollte, ist das jetzt nur so semi-erfolgreich bis jetzt. Wir rekapitulieren:

Ich wollte Ordnung in mein Ablagechaos bringen. Das habe ich zur Hälfte (na ja, etwas mehr) geschafft. Vor allem bin ich viele alte Arztrechnungen, Beihilfeabrechnungen und Versicherungsschreiben losgeworden, die keinen Menschen mehr interessieren (Jahrgang 2012, anyone?).

Was ich noch sortieren „muss“ oder vielmehr möchte, ist der Großteil an privaten Briefen, die teilweise auch schon sehr alt sind, aber zu dem Zeitpunkt, als sie entstanden, einen hohen emotionalen Wert hatten. Nein, keine Liebesbriefe. Meine Frau und ich sind seinerzeit so hopplahopp zusammengekommen (und -gezogen, das würde mir in einem Roman auch wieder keiner glauben), dass da keine große Zeit für Schriftverkehr blieb – Pfui! Ich habe genau mitbekommen, was ihr jetzt für Gedanken habt!

Eigentlich sind es nicht wenige Schriftstücke, die mindestens so uninteressant sind wie die alten Arztrechnungen. Aber ich traue mich noch nicht so richtig heran. Ein Karton, in dem ganz viel davon drin ist, steht seit wir ins Haus umgezogen sind, bei mir auf einem der Regale. Das wäre dann Februar 2012. Noch Fragen?

Beim Sortieren meiner Blu-rays war ich wesentlich erfolgreicher. Die stehen jetzt endlich wieder in alphabetischem Reih und Glied und es ist auch mehr als genug Platz vorhanden, um die Sammlung weiter expandieren zu lassen. Platz ist bei mir immer so ein Mangelgut. Aber für die nächsten zwei bis drei Jahre wird es reichen. Wenn ich nicht diesen Hang zu schlechten Filmen hätte, die meistens für recht kleines Geld zu haben sind, würde der Platz länger halten. Vielleicht würde es helfen, wenn ich nicht jeden verfügbaren Film des Studios The Asylum („Sharknado“) sammeln müsste, dessen ich habhaft werden könnte. Ist mir aber zu theoretisch, um dem Gedankengang nachzugehen.

Meine Buchsammlung habe ich auch noch nicht vollständig erfasst und euch auch noch keinen Beitrag dazu verfasst. Aber ich bleibe dran, versprochen!

Geschrieben habe ich auch nicht jeden Tag, was mich an manchen Tagen ganz schön gefuchst hat. Aber dann habe ich, zum Beispiel gestern, ganz lieben Zuspruch auf Twitter bekommen, dass ich mich nicht selber so unter Druck setzen sollte. Es muss nicht sein, dass jeden Tag geschrieben wird. Pausen sind wichtig.

Weiß ich ja alles, meine Lieben, aber irgendwie … weiß ich es auch wieder nicht. Ich habe im Moment Angst (oder nennen wir es abgeschwächt Sorge), dass ich wieder in eine Periode der relativen Unkreativität fallen könnte. Ich meine damit eine Zeit, in der ich so gut wie nichts produziere. Ja, gut, außer Blogartikeln. Und, ja gut, außer hin und wieder doch einer Seite an „Die Hüter der Wahrheit“. Von mir aus auch mit Ausnahme von Gedankenskizzen zu anderen Projekten.

Okay, ich sehe ein, dass der Punkt, objektiv betrachtet, Schwachsinn ist. Aber ich kann doch nichts dagegen machen, dass ich es so empfinde, oder? Oder!?

Nun, das werde ich weiter versuchen, herauszufinden und dann entweder damit oder dagegen etwas zu tun. Immerhin habe ich ja noch fast zwei Wochen Zeit, um den Urlaub zu gestalten, dass ich hinterher mit einem rundum guten Gefühl daraus hervor gehe.

Ach, eines fällt mir gerade noch ein: Ich muss auch dringend wieder mehr lesen! Zumindest will ich den dicken (und alles andere als trivialen) Wälzer in meinem Urlaub schaffen, den ich in Arbeit habe. Nikolaus Wachsmann hat mit „KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ zweifelsohne ein Buch geschaffen, das das Zeug zu einem neuen Standardwerk hat. Aber es liest sich halt nicht mal eben so weg. Nicht mal, wenn man auf das Studium der unzähligen Fußnoten verzichtet.

Danach brauche ich auf jeden Fall leichtere Kost, das steht fest.

So, das sollte als Statusbericht für heute eigentlich genügen. Zumal er ja eigentlich schon ins Gestern gehört. Also denkt daran, wenn gleich die Erde explodiert, dann war ich das schuld. Dann müsste ich wenigstens meine Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, nicht mehr erledigen.

Hm, vielleicht sollte ich diesen Beitrag auch erst morgen absenden, das erhöht vielleicht die Chancen. Was denkt ihr? Ach ja, ihr könnt ja gar nichts denken, weil ihr das erst lest, wenn ich es abgeschickt habe.

Es ist und bleibt ein Paradoxon, wie ich es drehe und wende.

Ich wünsche euch eine angenehme Restwoche – und dass euer Planet nicht explodieren möge!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 16.07.2017 – Siehst du mich im Licht?

Hm, so langsam kristallisiert sich heraus, dass der Sonntagsreport, der ja ganz ursprünglich mal als simples Abhaken von Kategorien begonnen hat, zu einer Art privater Nabelschau wird. Aber keine Sorge: Ich halte mit Nabelbildern gerne und aus Überzeugung hinter dem Berg. Ihr könnt also auch in Zukunft ohne die Gefahr, Augenkrebs zu bekommen, diesen Blog besuchen.

Nein, lassen wir die Albernheit und gehen wir dahin, wo es weh tut. Und mir tut es wieder mal da weh, wo ich auf Verhaltensweisen stoße, die mir nicht gut tun. Dabei kann es sich um das Verhalten von Fremden halten, aber auch um das Verhalten, das ich selber an den Tag lege.

Ich versuche einmal, das möglichst präzise zu skizzieren, ohne irgendjemanden persönlich anzusprechen. Denn es geht mir gar nicht darum, persönlich zu werden. Was ich, im Übrigen, auch via Blog ziemlich daneben fände.

Wenn ich mit jemandem interagiere, sei es persönlich, sei es im Internet per Mail oder sei es im Internet auf irgendwelchen Websites, so bin ich, vielleicht auch aufgrund meiner Vorgeschichte und der damit verbundenen Belastungen (siehe den Sonntagsreport von letzter Woche) manchmal leicht angreifbar. Das ist ein Resultat daraus, dass ich in den meisten Fällen eigentlich jemand bin, der erst einmal nicht nur an das Gute im Menschen glaubt, sondern der auch gerne bereit ist, im Guten mit den Menschen umzugehen.

Das macht aus mir einen Kandidaten, dem man leicht weh tun kann. Es mag nicht jedes Mal gewollt sein, aber es gibt die Gelegenheiten, zu denen es eindeutig ins Kalkül gezogen wird. Die Gelegenheiten, zu denen auch so etwas wie eine bewusste Selbsterhöhung zu meinen Lasten angestrebt ist.

Ich denke, dass jeder von uns solche Konstellationen kennt. Gerade im Beruf passiert so etwas gerne. Der Klassiker ist der Kollege, der vorne herum ganz lieb und nett tut und einen hinten herum beim Chef in die Pfanne haut. Und jeder von uns hat eine gewisse Toleranzgrenze, wenn ich das einmal so nennen darf. Man kann uns ungestraft in den Arsch treten, einmal, zweimal, dreimal. Bis es irgendwann genug ist und wir schauen müssen, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen.

Meine Methode ist meistenteils, dass ich mich zurückziehe. Ich stelle die Interaktion ein, verkrieche mich in mir selbst und in meinem vertrauten Umfeld. Verlasse sozusagen meine Komfortzone nicht. Und irgendwann stelle ich dann fest, dass ich mir ein eigenes kleines, aber ungemein effektives und beinahe ausbruchsicheres Gefängnis geschaffen habe.

Nicht immer kommt man ohne Weiteres aus einer solchen Situation wieder heraus. Gerade dann, wenn man über Jahre und vielleicht Jahrzehnte genau diesen Weg gewählt hat. Wenn man sich verkriecht und dabei vielleicht noch einen Schlag abbekommt und noch einen Schlag. Manchmal sogar Schläge, die man sich nur einbildet.

Denn für denjenigen, der das ganze Dilemma ausgelöst hat, ist man meistens schon gar kein Thema mehr. Weil man entweder nichts mehr zu geben hat (da man ja in seinem Gefängnis sitzt), oder weil man nie Wichtigkeit besessen hat.

Leider gibt es solche Vorkommnisse auch im Autorenbereich. Immer mal wieder sind einige Personen in den verschiedenen sozialen Medien, öffentlich wie nicht-öffentlich, unterwegs, die mich dazu bringen und gebracht haben, mich in mein Gefängnis zurückzuziehen. Und es fühlte sich für mich richtig an, denn so bin ich es ja gewohnt gewesen. Zwar gab es da ein leichtes Ziehen, einen Druckschmerz, aber nichts, was sich nicht mit der Lethargie der Unabwendbarkeit hätte erdrücken lassen.

Bis ich irgendwann zwischen gestern und heute sagte: Nein, nicht mehr!

Ich will mich nicht mehr zurückdrängen lassen. Schon gar nicht von Menschen, die dies tun, ohne wirklich mitzubekommen, was sie da eigentlich tun. Schon gar nicht von Menschen, die einfach weiter ihren Weg gehen, weil es eigentlich scheiß egal ist, was ich mache.

Und ich bin zu der (nicht unbedingt bahnbrechenden) Erkenntnis gekommen, dass ich derjenige bin, der für sich selber die Verantwortung trägt. Dass ich derjenige bin, der sich kaserniert. Dass ich derjenige bin, der sich klein macht. Und dass ich derjenige bin, der die Konsequenzen aus dem allem tragen muss.

Was bedeutet das jetzt? Das bedeutet als Sofortmaßnahme, dass ich aus meinem Gefängnis herauskomme und mal wieder ungesiebte Luft atme. Mich ins Sonnenlicht stelle. Vielleicht wird das dem einen oder der anderen nicht so richtig passen, wir werden sehen. Und das, wo ich, glaube ich, eigentlich ein recht umgängliches Kerlchen bin 😉 .

Ich habe nur dieses eine Leben – online wie offline. Nur soundso viele Möglichkeiten. Und ich bin derjenige, der dafür die Verantwortung zu tragen hat. So ist der Plan und die feste Absicht.

Zur Überschrift über den heutigen Beitrag bin ich gekommen, weil mir seit heute Nacht ein ziemlich alter Song im Kopf herum spukt. Der ist jetzt auch schon wieder 20 Jahre alt, aber hat an seiner Eindringlichkeit, seiner Wut und seiner Aussage nichts verloren. Und auch wenn der Text ein ganz klein wenig (viel) zu viel Pathos für die aktuelle Situation mit sich bringt, so ist er doch das, was mir einen Ohrwurm verpasst hat.

Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche – und dass ihr möglichst nur mit Menschen zu tun habt, die nett zu euch und euch wohlgesonnen sind!

Der Sonntagsreport vom 09.07.2017 – Ein paar Worte über Medikamente

Hallo zusammen!

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag Nachmittag. Auch heute möchte ich euch wieder ein paar Worte über die letzte Woche berichten und weil der Sonntagsreport ja immer mal ein wenig persönlicher angehaucht sind, ist er der richtige Rahmen, denke ich, um ein paar Worte über Medikamente zu verlieren.

Wie ihr ja wisst, gehöre ich leider zu denen, die sich irgendwann in ihrem Leben den einen oder anderen psychischen Knacks eingehandelt haben. Aber das ist für mein Dasein als Autor ja eher von positiver Wirkung. Viele berühmte Autoren hatten so ihre Probleme, was reicht von „ist exzentrisch“ bis zu „hat nicht mehr alle Latten am Zaun“.

Nun bin ich weder berühmt, noch habe ich vor, mich irgendwo in dieser Spannbreite zu verorten. Es ist auch nicht wichtig, dass ich das tue. Soll es doch irgendwann die Nachwelt machen, wenn im Deutschunterricht über meine Werke gesprochen wird.

Äh … wo waren wir stehen geblieben!?

Ach ja, ich wollte davon sprechen, dass Medikamente sowohl Nutzen als auch Sorgen bringen können.

Meine psychischen Probleme haben ab einem gewissen Zeitpunkt eine intensive Behandlung sowohl auf psychotherapeutischer als auch auf medikamentöser Ebene notwendig gemacht. Und, ich stehe dazu, ich verdanke den Medis auch durchaus einiges.

Medikamente in diesem Anwendungsgebiet stehen ja immer so ein wenig im Verdacht, aus dem Hirn desjenigen, der sie einnimmt, einen Schweizer Käse zu machen. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Mir haben sie, ganz im Gegenteil, sehr bei dem geholfen, worum es hier geht. Nämlich beim Schreiben.

Ich weiß nicht, inwiefern ihr euch einen Zustand der Blockade vorstellen könnt, bei dem es beinahe so ist, als ob das eigene Gehirn nicht mehr in der Lage ist, seine Arbeiten zu verrichten, die über die Wahrung der absoluten Grundfunktionen des menschlichen Daseins hinausgehen. Wahrscheinlich könnt ihr das nicht, denn es ist selbst als Betroffener schwer, es zu beschreiben. Man watet durch einen Sumpf aus Emotionen, Gedanken und auch Ängsten und findet irgendwie keinen passenden Weg hinaus.

Absolut tödlich für jede Form der Kreativität!

Als bei mir die Probleme ausbrachen, steckte ich schon seit Jahren in der Arbeit an „Darkride“ fest. Es ging nicht vorwärts, es ging nicht rückwärts. Es ging gar nicht. Und mein guter alter Bekannter, der Zweifel, war mal wieder zu Besuch. Bei allen meinen Romanen vor dem Jahr 2011 war ich mir nämlich so gut wie sicher, dass es sich bei ihm um den letzten überhaupt handeln würde. Ich hatte immer diesen Satz im Hinterkopf: Das war´s, mehr hast du nicht mehr zu erzählen.

2011 änderte sich das, weil ich endlich eine gute Kombination aus Arbeit an meinen Problemen und eben auch den richtigen Medikamenten bekam. Ich war, was speziell die angeht, ein kleines Glückskind. Ich blieb von allen negativen Begleiterscheinungen verschont, die das Einschleichen eines Antidepressivums oft mit sich bringt. Dafür merkte ich, wie ich langsam aber sicher wieder bewegungsfähig wurde.

Später in 2011 folgte dann mein Schreibmarathon, der in einer schnellen Folge bis 2013 die Romane „Der Morgen danach“, „Der Rezensent“, „Das Haus am See“, „Der Ruf des Hafens“ und „Darkride“ entstehen ließ.

Nachdem ich noch einmal eine kurze Schreibpause eingelegt hatte, begann 2015 die Ära „Mein Traum vom eigenen Buch“. Den Rest könnt ihr hier nachlesen.

Aber wieso komme ich dann jetzt wieder auf Medikamente zu sprechen? Nun, vor einigen Wochen merkte ich, dass ich Probleme hatte, mich auf Dinge wie meine Arbeit (privat wie dienstlich) zu konzentrieren, mich zu motivieren, mich zu fokussieren. Viel Zeit verplemperte ich damit, einfach im Internet zu surfen.

Und irgendwann wurde die Sache für mich nahezu unerträglich, auch wenn ich es meistens noch schaffte, sie irgendwie zu kaschieren.

Also bin ich zu meinem Psycho-Doc gegangen und habe ihm gesagt, dass mir diese Antriebsschwäche massiv auf die Nerven fällt. Und er öffnete seine Schreibtischschublade und sagte: »Es gibt da etwas Neues.«

Und so kam es dazu, dass ich seit jetzt ca. 5-6 Wochen auf ein neues Medikament gewechselt bin, das bei weniger Nebenwirkungen als das alte den Antrieb deutlich steigern soll.

Und, was soll ich sagen, es tut seine Wirkung! Ich habe mit einer Motivation, die ich so schon gar nicht mehr von mir kannte, die eine oder andere Aufgabe angenommen und angefangen, sie umzusetzen.

Es sind auch Kleinigkeiten, die mich zu dem Schluss bringen, dass ich da eine (momentan zumindest) richtige Pille für mich gefunden habe. Zum Beispiel habe ich im Moment kein Problem damit, wirklich jeden Tag etwas an meinem momentanen Projekt zu schreiben, also an „Die Behüter der Wahrheit“. Und wenn im Gegenzug mal, so wie gestern, kein Blogbeitrag „nebenbei“ entsteht, dann ist das für mich kein Weltuntergang, sondern völlig unproblematisch. Man muss sich seine Zeit eben einteilen. Und wenn ich dazu auch noch angefangen habe, endlich mal wieder ein Computerspiel ernsthaft zu spielen (und wir alle wissen noch, wann ich mir meinen neuen PC angeschafft habe!), dann sind das alles so Zeichen von Aktivität bzw. Beweglichkeit, die einfach toll sind.

Leider gibt es neben der ganzen Jubelarie aber auch einen deutlichen Nachteil. Das Medikament, das ich jetzt abgesetzt habe, ist nämlich ein ziemliches Arschloch (sorry), wenn es darum geht, es dem Körper zu entziehen. Es sagt nämlich: Ich mache dir das Leben zur Hölle, wenn du mich nicht weiter nimmst.

Der Arzt nennt das in seiner Sprache „Absetzungserscheinungen“. Umgangssprachlich würde man wohl besser „Entzugserscheinungen“ dazu sagen. Ich habe mit Dingen wie Schwindelattacken, Kopfschmerzen, Übelkeit und Blitzen vor den Augen (die sind besonders schön) zu tun. Alles ungefährlich, meint mein Doc. Und, dass sie in etwas fünf oder sechs Wochen vorbei sein werden.

Also von jetzt an gerechnet.

Warum erzähle ich euch das alles an dieser Stelle? Einfach nur, weil ich im Moment also, trotz allem, mal wieder etwas wackelig auf meinem Stuhl sitze. Einerseits habe ich den Antrieb, Dinge zu tun, andererseits gibt es die körperlichen Probleme, die mich teilweise ausbremsen. Aber es geht in die richtige Richtung.

Eigentlich wollte ich nur sagen: Wundert euch nicht, wenn zwischendurch hier vielleicht mal wieder ein oder auch zwei Tage Stille einkehren. Die sind dann einfach der Tatsache geschuldet, dass ich dabei bin, mich zu bessern. Also nicht mich zur Person, sondern meinen allgemeinen Zustand. Und dafür muss es mir einfach auch mal zwischendurch schlecht gehen.

Aber solange meine Kurzgeschichte wächst und gedeiht, solange ich den Kontakt mit euch über den Blog regelmäßig aufrecht erhalte und solange ich jeden Tag merke, wie die positiven Effekte ihre Wirkung haben und behalten, kann, will und werde ich das durchstehen.

Und dann schauen wir mal, wohin der neue Elan und die neuen Möglichkeiten mich führen. Ich habe so eine Ahnung, als ob ihr es mitbekommen könntet 😉 .


Ein wichtiges PS: Das soll nicht bedeuten, dass man Medikamente benutzen sollte, um seine Probleme in Sachen Kreativität zu beheben. Und nein, es soll auch nicht bedeuten, dass Medikamente immer und für jeden eine gute Sache sind. Medikamente sind nichts, womit man einfach mal experimentieren kann und ich bin jemand, der immer sehr eindrücklich davor warnt, einfach mal „was zu nehmen“ oder unkontrolliert „abzusetzen“.

Aber ich habe immer schon gesagt, dass Medikamente helfen (!) können, die Arbeit an den eigentlichen Baustellen anzugehen. In meinem Fall eben, die Antriebsschwäche zu beseitigen. Es geht und ging nicht darum, eine Form des Dopings durchzuführen, sondern meine blockierten Ressourcen wieder zugänglich zu machen.

Das ist ein gewaltiger Unterschied und wenn ihr glaubt, auch Probleme in dem Bereich zu haben, geht zu eurem Arzt und redet darüber. Er wird wissen, ob und was getan werden kann.

Und ganz grundsätzlich: Ich freue mich auf den Tag, an dem ich die Medikamente nicht mehr brauche. Denn das bedeutet, dass ich nicht nur leistungsfähig, sondern vor allem auch gesund bin.

Verständlich, oder?

Der Sonntagsreport vom 02.07.2017 – Wie soll man denn dabei schreiben?

Das war ja wieder ein Sonntag, wie ich ihn so gar nicht gebrauchen kann. Dazu muss ich noch einmal deutlich betonen, dass ich in erster Linie eben kein Autor bin, sondern Familienvater. Und Familienväter haben, wie es die Definition nun einmal will, auch a) eine Familie und b) Kinder.

Meine Kinder sind nicht anders als andere Kinder auch. Sie brauchen Hege und Pflege (klingt so, als ob ich von einer Pflanze sprechen würde, nicht wahr?). Hin und wieder muss man sie gießen, damit sie wachsen und gedeihen. Und das beinhaltet auch, dass man manchmal Dinge über ihnen ausgießen muss, auf die sie gerne verzichtet hätten.

Wann hattet ihr das letzte Mal eine groß angelegte Diskussion mit einer Vierzehnjährigen, ob es wichtig ist, Vokabeln zu lernen oder nicht? Leute, ihr habt nicht gelebt, wenn ihr das nie gemacht habt! Und dennoch kann ich nur hoffen, dass mir das mit Kind 2 erspart bleibt. Denn wenn die erst einmal so weit ist, dann bin ich langsam im statistisch betrachtet besten Herzinfarktalter …

Kind 2 hat dafür gerade neulich erst Anschluss an den Rest der Kinder in der Nachbarschaft gefunden. Wie wohnen ja auch erst ihr ganzes Leben hier.

Das ist auf der einen Seite sehr schön, weil es eben sehr nah ist, weil die Kinder keine weiten Wege haben, weil sie sich spontan treffen können und weil sie sich größtenteils alleine untereinander regeln. Na gut, wenn man ein paar Parameter gerade gerückt habe (was ich dann gestern auch mal gelernt habe: Ich muss nicht für meine Achtjährige die Kinder an der Tür abwimmeln, mit denen sie gerade nicht spielen will).

Der Nachteil am Ganzen ist, dass es alles sehr nah ist, die Kinder keine weiten Wege haben, sich spontan treffen können und sich dann eben doch nicht alleine untereinander regeln.

Irgendwann, wenn ich alt und grau bin, wenn meine Kinder groß sind, dann schreibe ich das alles auf, mit veränderten Namen. Denn da ist der eine oder andere Punkt dabei, der des Aufschreibens definitiv würdig wäre. Aber ich möchte niemanden in die Pfanne hauen.

Jedenfalls ist es ganz schön anstrengend, wenn man so in Fünf-Minuten-Abständen irgendwas regeln muss:

  • Ja, du darfst noch ein hart gekochtes Ei essen
  • Nein, gegessen wird grundsätzlich im Erdgeschoss
  • Weil ich das so sage!
  • Nein, das müssen wir jetzt nicht ausdiskutieren
  • Ja, ich sortiere meine Bücher im Regal
  • Weil ich da was zu sortieren habe
  • Weil da was unordentlich ist

Ich dachte eigentlich, dass diese „warum“-Phase irgendwann früher vorbei ist. War sie jedenfalls bei meinen Kindern. Es sei denn, es geht um Dinge, die man einfach nicht wahrhaben will. Dann kann man auch heute noch wunderbar mit solchen Fragen nerven.

Aber gut, in diesem Szenario gibt es wohl keine Altersgrenze, auf die man sich verlassen könnte.

Dabei wollte ich eigentlich heute an meiner neuen Kurzgeschichte schreiben! Und zwar, indem ich alles noch einmal auf Anfang setze und eben diesen noch einmal neu verfasse. Aber soll ich euch was verraten? Ich habe genau das getan! Zwar nicht so viel und nicht so lange, wie ich es geplant hatte, aber ich habe heute zusammenhängender und sinnstiftender geschrieben, als in den Tagen vorher. Und mal eben, wie überlegt, den Titel geändert. Also: „Die Behüter des Wahren“.

Müssen sich die Kiddies halt mal selber sortieren, nicht wahr? Hat uns auch nicht geschadet 😉 .

Was ich eigentlich nur sagen wollte: Der Sonntag war chaotisch und jetzt habe ich Kopfschmerzen. Ich hoffe, euch geht es da besser. Genießt den Abend, morgen geht die Mühle wieder los.

Und dann sind es nur noch zwei Wochen bis hier in NRW die Sommerferien anfangen. Soll das dann etwa heißen, dass auf einmal jeder Tag ein Sonntag ist!?

Ups!