Der Sonntagsreport vom 20.08.2017 – Dreieinhalb Baustellen und nur eine Schaufel

Hallo zusammen,

schon wieder ist Sonntag und schon wieder ist es Zeit für einen entsprechenden Report. Bald gehen hier in NRW die Kinder wieder in die Schule und damit ist dann der Alltag im heimeligen Haus wieder vollends hergestellt. Die letzten Wochen fühlten sich doch ein wenig seltsam an – auch die Tage, an denen ich schon wieder arbeiten gehen musste.

Das Wetter da draußen schlägt ja auch munter eine Kapriole nach der anderen und auch wenn ich normalerweise nicht zu denen gehöre, die über das Wetter bloggen, muss ich doch kurz darauf zu sprechen kommen. Schließlich hat es dafür gesorgt, dass ich am Donnerstag eine berufliche Auszeit „genossen“ habe, die mir immerhin etwas eingebracht hat.

Als ich Donnerstag aus unruhigen Träumen erwachte, fühlte sich mein Schädel wie eine Piñata an, auf die mit mindestens drei Baseballschlägern gleichzeitig eingeknüppelt wurde. Also habe ich mich krank gemeldet und wieder umgedreht. Nur, um keinen wirklich erholsamen Schlaf zu finden.

Zwar bin ich immer wieder weggeduselt, aber das mir ansonsten typischer Weise gelingende „Gesundschlafen“ klappte nur in Ansätzen. Immer wieder schaute ich auf die Uhr, drehte sich in meinem Kopf alles, wenn wieder einmal von einer anderen Seite auf die Piñata eingedroschen wurde, und sank ich wieder in unruhige Träume.

Und einer dieser Träume brachte mir eine Geschichte.

Nun sollte man meinen, dass ein Autor nie einen Mangel an Geschichten hat. Hat er auch nicht. Alleine mit den potenziellen Sequels zu meinen Romanen könnte ich schon jede Menge Schreibzeit füllen (mal ganz davon abgesehen, dass hier noch zwei angefangene Rohentwürfe unfertig herumliegen). Aber das, was sich da in meinem inneren Flusensieb verfangen hatte, war eine wirklich von vorn bis hinten fertige Geschichte.

Ich hatte das Setting, ich hatte die Handlung, ich hatte den überwiegenden Teil der Personen. Wenn es die schon oft diskutierte Möglichkeit geben würde, die Gedanken aus den Träumen mitzuschreiben oder -zuzeichen, ich hätte ein komplettes Storyboard gehabt.

Und das passiert dann dich nicht so häufig, dass es nicht zumindest bemerkenswert wäre.

Was tat ich also? Ich kämpfte mich aus dem Bett hoch, schlurfte an meinen PC und warf Evernote an. Evernote ist, falls ihr es noch nicht kennt, eine Notizbuchsoftware, die sowohl am Desktop als auch auf dem Smartphone genutzt werden kann und sich miteinander synchronisiert. Danach schrieb ich den kompletten Plot in einem runter.

Nur, um mich danach in einem Dilemma zu befinden.

Wie ihr wisst, kann ich mich im Moment eigentlich nicht beklagen, dass ich nichts zu tun hätte, wenn es um das Schreiben und seine Nebenkriegsschauplätze geht:

  1. Das Manuskript von „Der Morgen danach“ musste im ersten Kapitel noch einmal von Grund auf neu überarbeitet werden.
  2. Ich schreibe an der Geschichte „Die Behüter des Wahren“.
  3. Mit einem Auge suche ich nach einer Möglichkeit, „Der Beobachter und der Turm“ und/oder „Darkride“ an den Mann zu bringen.

Gut Nummer drei zählen wir mal als einen halben Punkt.

Aber was nun tun mit der neuen Kurzgeschichte? Zuerst einmal nachdenken. Mir war klar, dass die Geschichte einerseits nicht so lang werden würde, wie „Die Behüter des Wahren“ sich abzeichnen. Andererseits geht es um ein Thema, das auch nicht mal eben so abzutun ist – ich komme gleich noch darauf.

Natürlich könnte ich die Kurzgeschichte einfach liegen lassen. Schließlich ist sie ja geplottet. Aber: Genau jetzt habe ich das Gefühl noch im Bauch, das ich hatte, als ich diesen Traum geträumt habe. Genau jetzt habe ich noch die Emotionen, die beim Aufschreiben des Plots hoch kamen. Und deswegen ist genau jetzt eigentlich der Zeitpunkt, sie zu schreiben.

Da stand ich also mal wieder mit dreieinhalb Baustellen und im übertragenen Sinne nur einer Schaufel in meinen Händen. Es müssen also Kompromisse geschlossen und Dinge ausprobiert werden.

  1. Das erste Kapitel von „Der Morgen danach“ habe ich heute früh noch einmal überarbeitet und dabei die Anmerkungen meiner Lektorin mit berücksichtigt. Morgen werde ich mir das noch einmal durchlesen und ihr dann wieder zusenden (zusammen mit der schon einmal angesprochenen Änderung im hinteren Teil des Manuskripts).
  2. Ich werde „Die Behüter des Wahren“ weiter schreiben, aber
  3. parallel dazu entsteht auch die neue Kurzgeschichte „Das Kind“. Ich muss sehen, dass ich Zeit und Energie zwischen diesen beiden aufteile. Beide Geschichten sind grundverschieden, so dass sich zumindest die Art zu erzählen nicht gegenseitig negativ beeinflussen dürfte.
  4. Und dann die halbe Verlagssuche … ich werde mich mal ein wenig mit Google beschäftigen und auch mit dem Handbuch für Autorinnen und Autoren, das hier im Schrank steht. Beide bringen mich vielleicht auf Ideen, an wen ich mich wenden könnte und sollte. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, dass sich in meiner Schublade etwas tut.

Also, so sieht es im Moment aus und ja, ich weiß, dass das verdammt viel ist, wenn man nur eine Schaufel in der Hand hat. Aber ich habe in einem Beitrag der vergangenen Woche über meine Motivation geschrieben und dass dazu auch der „Neid“ auf andere Autoren gehört, die anscheinend immer wieder und immer ganz leicht ihre Projekte verwirklichen. Ich weiß, dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht. Aber trotzdem möchte ich etwas gegen dieses Gefühl tun – und das geht nur, indem ich mich auf den Hosenboden setze und „einfach mal“ irgendwas angehe und erledige.

So, das ist jetzt der Plan. Kein ausgeklügelter Plan, aber wenigstens etwas. Bei allen Bauchschmerzen, die ich habe, weil wieder so viele Dinge parallel laufen.

Entlassen mag ich euch aus diesem Sonntagsreport mit dem unkorrigierten Anfang von „Das Kind“. Ich hoffe, dass ich damit ein wenig zeigen kann, wieso es mir wichtig ist, die Atmosphäre so schnell und gut wie mir möglich zu schildern.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und dass ihr von Wetterattacken möglichst verschont bleiben möget. Es sei denn, sie bringen euch gute neue Ideen ein …

Euer Michael

Das Kind

I. Der Zug

Dunkel ist die Welt dort draußen und dunkel ist auch die Welt im Inneren. Das dröhnende Heulen der Klage, das noch vor wenigen Stunden die Luft erfüllte wie die flirrende Masse eines Mückenschwarms über stehendem Gewässer im Frühsommer, ist lange schon in sich zusammengefallen zu einem leisen Flüstern und Murmeln bangender Ungewissheit.
Sie sind nicht mehr als eine verbringbare Masse, das ist jedem dieser Menschen klar, die dicht an dicht gepresst in dem nach menschlichen Ausscheidungen stinkenden Güterwaggon beieinander stehen. Das Vorrecht zu sitzen genießen nur wenige von ihnen, die besonders Alten und die besonders Jungen. Die Kranken sind, teils unter heftigem Protest ihrer Angehörigen, ganz an den Rand gelegt worden. Dorthin, wo sie von der Wärme der Gemeinschaft nicht mehr erreicht werden können.
Vereinzelt hebt sich eine Stimme, die aber von den Umstehenden schnell zur Ruhe gebracht wird. Der Gespensterzug eilt in monotoner Stille seinem Ziel entgegen.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 03, 04 und 17

Auch heute geht es hier ein wenig wahnsinnig zu. Ein wenig nur, weil ich heute irgendwie einen verdammt schlechten Tag mit meinem Kopf erwischt habe. Heftige Kopfschmerzen haben mich bis gegen Mittag ans Bett gefesselt – was immerhin dadurch versüßt wurde, dass ich aufgewacht bin und eine komplette Kurzgeschichte im Kopf hatte, die ich jetzt „nur noch“ aufschreiben muss.

Ich habe sie sogar schon geplottet, was für mich nun wirklich sehr ungewöhnlich ist. Leider wird die Geschichte wohl einen ein ganz klein wenig tragischen Anstrich bekommen, aber da kann ich nichts dran machen. Jede Geschichte fordert ihr Recht auch in Bezug auf das Setting und die Figuren.

Aber darum soll es hier ja eigentlich gar nicht gehen, sondern um weitere drei Tage des Autorenwahnsinns.

Tag 03: Wo verbringst du diesen Sommer?

Meinen Sommerurlaub habe ich ja leider schon hinter mir. Meine Familie und ich sind dieses Jahr zu Hause geblieben, weil … na ja, über Geld spricht man nicht 😉 .

Statt weg zu fahren haben wir uns in der näheren Umgebung einige Sehenswürdigkeiten angesehen, die von Auswärtigen immer gerne angesteuert werden, die man selbst aber irgendwie kaum besucht. Das ist mir jetzt schon mehrfach aufgefallen. Im Urlaub woanders fährt man auch schon mal eine Stunde, um sich z.B. ein Museum anzusehen. Hier meistens nicht. Und dabei ist von Duisburg aus so viel Sehenswertes im näheren Umkreis.

Wir haben also eine gesunde Mischung aus Unternehmung und Ruhezeit gesucht und ich denke auch gefunden. Hier im Blog war ja zum Beispiel von unserem Ausflug ins Bobbejaanland zu lesen. Und mindestens ein weiterer Beitrag, der mit einem Urlaubserlebnis zu tun hat, ist noch geplant.

Aber nächstes Jahr möchte ich trotzdem gerne mal wieder ein paar neue Eindrücke woanders sammeln.

Tag 04: Es ist Sommer! Und wir wünschen uns ein sommerliches Zitat aus deinem Manuskript!

Nun, ein im Wortsinne „sommerliches“ Zitat habe ich nicht im Angebot. Aber zwei meiner Romane, von denen hier in letzter Zeit häufiger zu lesen war, spielen im Hochsommer. Das ist zum einen „Darkride“, zum anderen aber auch der zur Veröffentlichung anstehende „Der Morgen danach“. Aus diesem gibt es hier einen kleinen Auszug:

Die Hitze stand in den Straßen Freiburgs und mich lachte das Angebot einer Eisdiele an, an der ich vorbei kam. Also kaufte ich mir drei Kugeln im Hörnchen und setzte mich auf eine der Bänke, die hier überall herum standen.
Für diesen einen Augenblick gab ich mich der Illusion hin, ich wäre ein Passant wie alle anderen, die einkauften, bummelten oder wie ich in der Sonne saßen. Aber ganz konnte ich nicht ausblenden, wie auch hier auf meine Erscheinung reagiert wurde.

Na, immerhin gibt es für meinen Protagonisten ein Eis 😉 .

Tag 17: Wo schreibst du am liebsten, wenn es draußen regnet?

Wie schon einige Male erwähnt habe ich ein Kellerbüro. Das bedeutet, dass es für mich völlig unerheblich ist, ob es regnet, ob die Sonne scheint, ob es schneit, ob es stürmt. Und genau deswegen schreibe ich hier am allerliebsten: Es bedeutet Kontinuität und Sicherheit, Gleichklang und auch -form.

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 02, 15 und 16

Weiter geht es mit dem Autorenwahnsinn und ja, es wird ein wenig unübersichtlich. Aber nachdem es gestern keine Beantwortung der Frage des 15. Tags gab, habe ich beschlossen, heute drei Tage in einem Beitrag abzufrühstücken. Ob ich das weiterhin zwischendurch so handhaben werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Es wird in der Hauptsache davon abhängen, wie viel Platz ich für meine „anderen“ Beiträge so benötige.

Aber da wir uns heute entsprechend viel vorgenommen haben, gehen wir mal gleich in die Vollen:

Tag 02: Dein Schreibziel für den August?

So ein wenig geht die Antwort auf diese Frage ja schon aus der zu Tag 01 hervor. Mein Ziel ist es, in diesem Monat „Die Behüter des Wahren“ ein gutes Stück weiter zu bringen. Gestern habe ich dafür einen wichtigen Schritt getätigt, indem ich meine Protagonisten auch im Sinne der Story einen wichtigen Schritt habe machen lassen.

Manchmal gibt es so Phasen, in denen man sich festgeschrieben zu haben glaubt, weil irgendwie nichts Neues passiert und alles immer um dasselbe zu kreisen scheint. Und dann muss man beherzt zur Heckenschere greifen und das ganze Geäst einmal in der Mitte durchtrennen. Danach wird vielleicht der eine oder andere Ast ein wenig vor sich hin bluten, aber man kommt auch wieder an den Kern des Ganzen heran.

So ist es mir gestern mit der Geschichte ergangen und ich hoffe, dass ich jetzt gut daran weiterarbeiten kann. Ein konkretes Schreibziel kann ich daraus allerdings nicht ableiten, sofern es sich in Worten oder Zahlen ausdrücken lässt. Vielleicht wird mir im Laufe der Arbeit klarer, was ich eigentlich mit der Geschichte machen möchte, wenn sie fertig ist.

Eine kleine Stimme sagt, den kleinen Finger vorsichtig hebend, dass man ja mal über eine Veröffentlichung …

Aber im Moment wird sie noch von vielen lauteren Stimmen mundtot gemacht. Ich setze mich da auch nicht unter Druck. Da ist noch selten was Gutes draus entstanden.

Tag 15: Welche Snacks dürfen diesen Sommer auf keinen Fall beim Schreiben fehlen?

Eigentlich wäre es mir lieber, wenn ich sagen könnte, dass in diesem Sommer keine Snacks beim Schreiben dabei gewesen wären. Aber ich habe in meinem Sommerurlaub viel zu sehr und viel zu viel gesündigt. Dabei bin ich ein ziemlich offener Mensch, was die Art der Snacks angeht. Bis auf Eis (das ich sehr gerne esse, was aber beim Schreiben unpraktisch ist) darf es so ziemlich alles sein. Wobei Stückware in Form von z.B. Haribo-Lakritz oder -Weingummi natürlich rein von der Konsistenz einen deutlichen Vorteil gegenüber Chips oder Schokolade haben.

Auf Weingummi und Lakritz kann man/ich nämlich eine ganze Weile herumkauen und problemlos den nächsten Satz herunter schreiben. Schokolade hat ebenso wie Chips den Nachteil, dass sie die Tastatur versaut (Chipskrümel zwischen den Tasten, brrrrr) und noch dazu, dass sie so schnell weg ist. Einzelne Stücke lohnen sich ja kaum, um darauf zu kauen. Und wenn man deswegen einen ganzen Riegel in den Mund steckt, ist die Tafel innerhalb von drei Minuten aufgegessen.

Ihr seht schon, besser wären ich, mein Bauchumfang und vielleicht sogar das Schreiben ohne Snacks in diesem Sommer dran gewesen.

Tag 16: Wer sind deine Schreibbuddys? Zeig uns deine Partner in Crime!

Diese Frage gibt mir die Gelegenheit, jetzt doch endlich mal die Webseite der BartBroAuthors hier zu verlinken. Ihr wisst schon, das ist der Autorenverein, in dem ich Mitglied bin. Die zugehörige Website wurde kürzlich einem Redesign und Relaunch unterzogen und ist hier erreichbar. Dort findet ihr eine ganze Menge netter Menschen, die man durchaus als Schreibbuddys bezeichnen könnte.

Aber richtige Schreibbuddys in dem Sinne, dass es einen konkreten fortlaufenden und gegenseitigen Austausch über die geschriebenen Texte gibt, habe ich nicht. Manchmal bedaure ich das, manchmal bin ich froh darum, weil ich nicht weiß, ob und wie ich in so einer Gruppe zurecht käme.

Ja, man sollte alles mal ausprobiert haben, das ist korrekt, aber man muss sich ja nicht immer noch wieder neue „Baustellen“ aufmachen. Ist ja nicht so, als ob sich da keine mehr finden ließen 😉 .

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Kickoff und die Tage 1 und 14

Es herrscht wieder Autorenwahnsinn in den sozialen Netzwerken und den Blogs. Das Team vom Schreibwahnsinn hat es sich nicht nehmen lassen, nach der ersten Auflage des munteren Fragespielchens zu Jahresbeginn nun eine Sommeredition aufzulegen. Den Schreiberinnen und Schreibern soll sie dabei helfen, das Sommerloch ein wenig zu stopfen und den Leserinnen und Lesern, die jeweiligen Büchermenschen noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich den Start in die Aktion bestmöglich verschlafen und hänge mich jetzt erst nachträglich hinten an. Das bedeutet zwangsläufig, dass es auch wieder zu Beiträgen kommt, in denen mehr als eine Frage Beantwortung findet. Ich werde mir aber, anders noch als im Januar, auch die Freiheit erlauben, die eine oder andere Frage einfach auszulassen, wenn sie mich nicht betrifft oder wenn mir zu ihr nichts einfällt. Aber ich denke, das ist schon ganz okay so.

Des Weiteren geht ein „eigener“ Beitrag, der mir unter den Fingernägeln brennt, immer vor. Auch wenn ich das beim letzten Mal nicht ganz durchgehalten habe, was zu massiven Doppelpostings am Tag führte. Aber das wird dann ein wenig zu viel des Guten, fürchte ich.

Nun dann, ohne weitere Vorrede starten wir mal mit „meinem“ Autorenwahnsinn des Sommers 2017:

Tag 01: Woran schreibst du diesen Sommer?

Nächste Frage, bitte. Nein, ernsthaft, ihr habt das Drama ja schon mitbekommen. Ich schreibe im Endeffekt viel zu wenig, aber ich gelobe Besserung. Meine Kurzgeschichte „Die Behüter des Wahren“ ist immer noch ein Thema und zwar eines, dem ich mich nun auch wieder widmen möchte.

Und dann habe ich, für mich selbst auch vollkommen überraschend, gestern noch einmal eine neue Idee für eine Szene in „Der Morgen danach“ bekommen, die jetzt nicht grundlegend neu ist, aber ein wenig Veränderung erfahren wird. Ich erhoffe mir davon, dass der Charakter meines Protagonisten und sein Antrieb noch einmal ein wenig geschärft werden – bevor es dann langsam in Richtung des Showdown geht.

Da muss ich aber natürlich auch wieder in den Clinch mit meiner Lektorin gehen, ob ihr das so überhaupt gefällt. Schauen wir mal!

Ansonsten trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht auch noch einmal eine neue Verlagsbewerbung für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Die Verlagshomepage ist in meinem Browser jedenfalls seit Wochen in einem eigenen Tab geöffnet und wird brav bei jedem Start mitgeladen 😉 .

Tag 14: #Monday Motivation – Was motiviert dich?

Montags motiviert mich vor allem die Tatsache, dass bald schon wieder Wochenende ist.

Spaß auch hier beiseite. Die größte Motivationsquelle, die ich habe, ist und bleibt mein Blog. Da habe ich das Hohelied ja schon ein paar Mal gesungen. Man mag es als eine spinnerte Idee abtun, ihn so exzessiv mit Inhalten zu fluten, wie ich das tue, aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue eine Erinnerung daran, was ich eigentlich tue und was ich eigentlich tun will. Er erinnert mich jeden Tag ans Schreiben, an meine Projekte, an meinen Traum.

Und dann sind da natürlich die motivierenden Erfolge auf dem Weg. Davon habe ich ja gerade am Samstag erst geschrieben. Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Luftschlösser, die man sich so aufbaut.

Und ja, ich gebe es zu, ein ganz klein wenig werde auch ich durch etwas wie Neid motiviert. Zwar positiver Neid, aber es bleibt Neid. Wenn ich sehe, wie weit andere Autorinnen und Autoren es bereits gebracht haben, dann denke ich mir, dass ich das auch will. Regelmäßige Veröffentlichungen und das ganze Programm. Und sei es nur, dass ich neidisch auf die Traute bin, das alles auch im Zweifel auf eigene Faust im Selfpublishing durchzuziehen.

Hey, nicht falsch verstehen, ich gönne jedem von euch jeden erdenklichen Erfolg! Aber eigener Erfolg und eigene Motivation ist nicht zuletzt auch immer ein Resultat aus diesem „will ich auch“-Gefühl. Denkt ihr nicht auch?

Ich bitte also darum, dass mir das niemand übel nimmt 🙂 .

Kurz und schmerzvoll (10) Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit.

Die Artikelüberschrift sagt es eigentlich fast schon alleine aus, findet ihr nicht? Jetzt hat also, mit Ablauf diesen Tages, mein Sommerurlaub es auch schon wieder hinter sich. Das ist das Schicksal, das ich mit vielen Familienvätern in diesen Tagen teilen dürfte. Deswegen will ich auch nur kurz jammern.

Schmerzvoll ist es dennoch, denn wenn ich mir anschaue, was ich mir selber für Ziele für diese Zeit gesteckt hatte, so bin ich mit dem einen oder anderen doch böse auf die Nase gefallen. Was mir vor allem nicht gefällt ist, dass ich mit meiner Geschichte „Die Behüter des Wahren“ überhaupt nicht weiter voran gekommen bin. Ja, es gab den einen oder anderen Zwischenspurt, aber auf der Langstrecke ist mir die Story einfach eingeschlafen.

Ich bin noch dabei herauszufinden, ob sie mir nur eingeschlafen oder am Ende sogar sanft entschlafen ist. Das kann ich nur, indem ich versuche, sie wiederzubeleben. Manchmal braucht es dafür aber anscheinend die gewohnten Strukturen eines Arbeitstages, in die sich das Schreiben ja irgendwie mit einpasst.

Schlimmstenfalls werde ich, so ist zumindest der Plan, die Geschichte noch einmal von vorn beginnen. Es mag sein, dass ich da halsstarrig an etwas festhalte, was eigentlich gar nicht an der Reihe ist, weil in nächster Zukunft Input aus dem Lektorat zu erwarten ist, bzw. mir schon der von der Lektorin neu gestaltete Anfang vorliegt, zu dem ich nun „nur noch“ meinen Senf dazugeben muss. Nein, das ist falsch ausgedrückt: Sie hat einen Vorschlag gemacht und über den reden wir jetzt. Aber Tatsache ist halt, dass ich mich damit auch auseinander setzen muss.

Gefühlt ist halt nur eine ganze Menge Zeit ungenützt verstrichen. Dreieinhalb Wochen – in der Zeit habe ich früher mal ganze erste Romanentwürfe herunter gerotzt. Und jetzt nicht einmal eine dusselige Kurzgeschichte, deren Handlung ich, ausnahmsweise, sogar mal vollständig in meinem Kopf vorliegen habe.

Das wirklich, wirklich tückische ist halt, dass man am Ende von so einem Urlaub, egal, wie lang er nun war, immer das Gefühl hat, er wäre nicht lang und nicht erholsam genug gewesen. Wie um dem Tribut zu zollen habe ich heute einen langen Mittagsschlaf gemacht, der nahezu nahtlos in das Abendessen überging. Scheinbar brauchte mein Körper noch einmal dieses Hochmaß an Erholung.

Und ab morgen geht dann der ganz normale Trott wieder los. Aber wer weiß: Wie oben schon gesagt bietet mir dieser Trott, bieten mir diese Strukturen auch die Chance, wieder richtig ans Laufen zu kommen. Schön wäre es jedenfalls.

Also: Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit. Hallo Arbeit. Hallo früh aufstehen (oder es wenigstens versuchen). Hallo Kollegen. Hallo überhaupt.

Das darf doch mal kurz weh tun, oder? Wenigstens eine Sekunde lang!?

„Die Behüter des Wahren“: Ein kleiner Appetizer

Weil ich heute irgendwie nur auf kurzer Stippvisite am PC bin und es so gerade geschafft habe, meine geplante Seite zu schreiben, möchte ich euch zumindest einen kleinen Appetizer hier lassen. Viele Worte möchte ich dazu auch gar nicht verlieren. Nur so viel: Der Ort, zu dem meine Protagonisten reisen, ist nicht ganz das, was er zu sein scheint.

Aber was für Geheimnisse können schon in einer futuristischen Bibliothek lauern? Und sei sie auch noch so grotesk vom Anschein, wenn man sich ihr nähert? 😉

Das, was Cohen gerade als die große Bibliothek bezeichnet hatte, stach aus dem ganzen Konglomerat aus Beton, Stein und Stahl hervor. Im wahrsten Sinne des Wortes.
In der Mitte der Steinwüste ragte ein Turm in die Höhe. Tatsächlich befand sich seine Spitze so nahe an der Position des Gleiters, dass Orion beinahe instinktiv die Nase des Schiffes wieder nach oben gezogen hätte. Er schätzte, dass der Turm mindestens vierhundert Meter hoch war. Eher mehr.
Dabei war er keine glatte, quadratische Struktur wie die meisten Wolkenkratzer, die er aus den Kolonien kannte. Diese Konstruktion hier war so aberwitzig und schien allen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen, so dass Orion keine Idee hatte, wie sie überhaupt stehen konnte.
An allen möglichen Ecken und Kanten stachen lange Stege hervor, die teilweise wiederum eigene Türme trugen. Das ganze Gebäude wirkte daher wie ein immer mehr in sich verschachtelter Kerzenhalter ohne Kerzen.
Der Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass die oberen gut zweihundert Meter keinerlei Öffnungen aufwiesen. Weiter darunter schien es Fenster zu geben oder teilweise auch Türöffnungen. Wahrscheinlich, um auf den Plattformen, die sich aus der Bauweise ergaben, zu den kleineren Türmen gehen zu können.
Orion fragte sich, wie es Menschen hatte geben können, die freiwillig in einer Stadt, in einem Moloch wie diesem lebten, immer unter dem Schatten des Turms. Er zumindest hätte Angst gehabt, dass ihm das Ding einfach irgendwann auf den Kopf fallen würde.
Orion ging ein wenig tiefer und je näher er dem Rest der Stadt kam, desto mehr wusste er, woran ihn das alles hier erinnerte: An einen Friedhof. Einen Totenacker mit lauter Grabplatten, aus denen eine einzige Gruft herausragte.

Bedenkt bitte, dass das der erste Entwurf ist, gekauft wie gesehen. Quasi live aus dem Manuskript. Die Text- und Stilanalyse können wir also gerne irgendwann mal machen, in Ordnung?

Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich euch!

„Die Behüter des Wahren“: Sich wieder in Fahrt schreiben

Die ersten paar Gehversuche waren grausam. Am liebsten hätte ich nach jedem Absatz die Löschkeule geschwungen und das, was ich gerade geschrieben hatte, wieder ins virtuelle Nirwana geblasen.

Die Rede ist von der Kurzgeschichte, an der ich gerade schreibe. „Die Behüter des Wahren“ stellten mich vor echte Probleme.

Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war davon ausgegangen, dass ich auch diese Geschichte mehr oder weniger locker-flockig herunterschreiben würde, wie ich auch zuletzt meine Geschichten herunter geschrieben hatte. Deswegen trafen mich diese Schwierigkeiten auch unvorbereitet und ich war kurz davor, einfach aufzugeben.

Betrachten wir doch mal kritisch, was ich im letzten halben Jahr geschrieben habe. Da kommt nicht wirklich viel bei herum. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich an „Der goldene Tod“ in diesem Jahr überhaupt schon gearbeitet habe. Aber ich glaube eigentlich, dass nicht. Daneben gab es „nur“ Kurzgeschichten, von denen „Auf der 30“ aber auch schon die einzige erwähnenswerte ist.

Ich glaube, ich hatte mich in Sachen Schreiben komplett auf ein Abstellgleis manövriert. Zwar schreibe ich ja mit schöner Regelmäßigkeit meine Beiträge hier, aber das kann kreatives Schreiben nicht ersetzen.

Jetzt höre ich den einen oder die andere fragen, ob ich da nicht vielleicht ein wenig undankbar bin, denn immerhin hat diese Zeit die Annahme/Veröffentlichung von gleich zwei Anthologiebeiträgen gesehen, sowie das komplette Umschreiben eines Romans und das beginnende Lektorat desselbigen.

Ja, das ist richtig. Aber es ist nicht das richtige Schreiben.

Bei „Auf der 30“ hatte ich ein klares, kleines Szenario vor Augen, das von Beginn an auf eine einzige Pointe abzielte. Die klassische Kurzgeschichte eben. Zu mehr war das enge Mengengerüst auch nicht zu gebrauchen.

Bei „Die Behüter des Wahren“ fühlte es sich aber schon zu Beginn anders an. Und das, obwohl ich mit dieser Geschichte sehr wahrscheinlich in Bezug auf die Anthologie scheitern werde.

Wieso?

Nun, die Anthologie sieht vor, dass der Text auf jeden Fall unter 40.000 Zeichen bleiben muss. Nach dem, was ich jetzt schon geschrieben habe, ist das allerdings utopisch (wie passend). Na gut, dann muss ich halt wieder kürzen, könnte man sagen. Aber die Wahrheit ist: Eigentlich will ich das gar nicht.

Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich mich so langsam, aber sicher, wieder in Fahrt schreibe. „Die Behüter des Wahren“ werden definitiv länger als die 40.000 Zeichen werden und ich gehe dieses Manko sehenden Auges ein. Weil ich das Gefühl habe, dass diese Geschichte mehr Platz braucht. Nicht den Platz, den ein Roman einnehmen würde, das nicht (und wenn ich eins nicht brauche, dann noch ein angefangen in der Gegend herumliegendes Romanmanuskript, danke dafür). Aber doch einen ganz eigenen, individuellen, zur Geschichte passenden Platz.

Dazu kommt noch etwas anderes. Der Text für die Anthologie soll eine positive Utopie werden. Das wird meine Geschichte auch. In gewisser Weise. Denn obwohl sie sich auch viel mit einer leider zugrunde gegangenen Welt beschäftigt, wird sie am Ende Hoffnung und dieses positive Gefühl zeigen. War das jetzt ein Spoiler? Nein, eigentlich nicht. Wenn die Ausschreibung schon vorweg ausplaudert, was am Ende drin sein soll, dann ist das Überraschungsmoment eher klein.

Doch, ich glaube, dass das Bild stimmt: Sich wieder in Fahrt schreiben. Das gute Gefühl genießen, wenn aus 200 Wörtern am Tag auf einmal eine ganze Papyrus-A4-Seite wird. Das noch bessere Gefühl genießen, wenn man in der Mittagspause auf der Arbeit mal eben drei Word-A4-Seiten schreibt. Und dann, mit einem Blick auf die schon getippten Zeichen die Schultern zucken und sich sagen: »Scheiß drauf, dann wird es eben eine Geschichte nur für mich.«

Nur für mich? Nun ja, schauen wir mal. Da habe ich noch keine Pläne, was ich mit einer Geschichte machen würde, die, sagen wir mal einfach eine Zahl, 20.000 Worte lang ist.Der Möglichkeiten sind ja heutzutage viele, wie wir alle wissen, die sich mit dem Thema nicht erst seit heute beschäftigen.

Aber jetzt will ich das Ding erst einmal schreiben. Ich halte euch, wenn ihr wollt, gerne hier auf dem Laufenden 🙂 .