Frankfurter Buchmesse: Nicht dabei, aber irgendwie doch

Wie ihr wisst, habe ich für mich recht frühzeitig die Entscheidung getroffen, nicht zur Buchmesse nach Frankfurt zu fahren. Die Gründe dafür könnt ihr hier noch einmal nachlesen, wenn ihr mögt.

Nun tobt die Messe seit ein paar Tagen und wenn man irgendwo im Internet in den Bereich „Buch“ geht, dann kommt man nicht drumherum, sich mit Menschen konfrontiert zu sehen, die da sind, die dahin wollen, die schon da waren, oder die sich grämen, dass sie nicht da sind.

Gut, könnte man sagen, dann mach halt ein paar Tage Abstinenz von diesem ganzen Internetzeug. Tut dir vielleicht gar nicht mal so schlecht, wenn man ins Kalkül zieht, dass du uns von einer generellen Überlastung erzählt hast.

Ja, wäre vielleicht eine Idee gewesen. Aber, ihr kennt mich inzwischen, ich torpediere mich ja gerne mal so ein bisschen selbst.

Ich bin ja Mitglied bei den BartBroAuthors, dem lustig-bärtigen Autorenverein, zu dem ich euch, auch nach fast einem Jahr, immer noch gefühlt einen eigenen Beitrag „schulde“. In diesem Verein gibt es, wie auch bei den Kollegen von den Kleingartenanlagen und den Kaninchenzüchtern, verschiedene Aufgaben zu erledigen, Posten zu besetzen und sonstwie Leute einzuspannen. Da beißt die Maus keinen Faden ab und es ist schwer, sich dem zu entziehen. Besonders, wenn man ein von Natur aus hilfsbereiter Mensch ist.

Als also seinerzeit vor dem Start der verschiedenen Social-Media-Kanäle des Vereins Leute gesucht wurden, die sich an der redaktionellen Arbeit beteiligen, habe ich mich für den Twitter-Kanal gemeldet. Ihr könnt im Normalfall einmal in der Woche, Samstags, live dabei sein, wie ich mir Mühe gebe, ein halbwegs brauchbares Aushängeschild für den Verein abzugeben.

Während der Messe ist die Situation ein wenig dadurch verschärft, dass die meisten Autoren, jedenfalls die meisten, die ich kenne, irgendwie dann doch den Weg nach Frankfurt gefunden haben. Dadurch ergab sich für den Twitter-Kanal die Situation, dass das ganze Wochenende abzudecken ist. Und wer eignet sich da besser als jemand wie ich, der sowieso zu Hause sitzt?

(Hinweis: Dabei war ich selber drei Stunden auf einer Messe. Halt einer, bei der es um Infos für Häuslebauer und -besitzer ging. Aber eine Messe 😉 )

Und so kommt es, dass ich jetzt regelmäßig durch ein Heer von Tweets schaue um zu prüfen, ob die sich nicht für den BartBro-Kanal als Retweet eignen würden. Und so bin ich dann auf gewisse Weise doch live dabei, sehe eine Unmenge von Fotos mit lachenden und glücklichen Menschen und …

… und frage mich, ob ich nicht vielleicht doch auch hätte hinfahren sollen.

Die Frage ist eigentlich bescheuert, denn ich wusste im Vorfeld, dass sie kommen würde. Selbst dann, wenn ich es doch irgendwie geschafft hätte, mir die virtuelle Bettdecke über den Kopf zu ziehen und einfach toter Blogger zu spielen. Dass ich nicht nach Frankfurt gefahren bin, hat ja nicht den Grund gehabt, dass ich Sorge hatte, es könne mir da nicht gefallen.

Dennoch ist da natürlich ein bisschen Wehmut mit im Spiel, was aber auch okay ist. Es wäre wahrscheinlich ein ganz schlechtes Zeichen, wenn es nicht so wäre. Denn dann wäre es wahrscheinlich so, als ob ich mit dem ganzen Business, das da zelebriert wird, innerlich ein Stück weit abgeschlossen hätte. Wenigstens für diesen einen Moment.

Habe ich aber nicht. Ich fühle mich jetzt, genau jetzt und genau hier, wo ich bin, nicht weniger als Autor, nicht weniger als Buchmensch und nicht weniger ambitioniert, nur weil ich eben hier und nicht dort bin. Trotz Träne im Knopfloch, aber mit stark bestätigender Ratio.

Also: Alles wird gut – wenn es das nicht schon ist.

Ach ja, wer sich ein Bild davon machen will, was ich da alles so für ein Zeugs twittere, der schaue doch mal auf den (auch an anderen Tagen sehr lohnenswerten) Twitter-Kanal:

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Verzögerungen aus vorausgehender Fahrt

Wer von euch hin und wieder das (Miss-)Vergnügen hat, an einem x-beliebigen Bahnhof zu stehen und auf einen Zug zu warten, der eigentlich schon lange hätte da sein sollen, der wird sicherlich die folgende oder eine ähnliche Durchsage kennen:

An Gleis drei: Bitte beachten Sie, ICE 40923 nach Buxtehude heute circa zehn Minuten später. Grund dafür sind Verzögerungen aus vorausgehender Fahrt.

So oder in der Art könnte ich auch eine Meldung hier im Blog bezüglich der Antwort auf eure Kommentare oder neuer Beiträge abgeben.

In den letzten Tagen hatte ich einiges mit Textarbeit zu tun. Da war das Lektorat für „Der Morgen danach“, wo ich eine Teillieferung fertig bearbeitet und an den Verlag zurückgeschickt habe, und da war/ist ein Vorgang auf der Arbeit, der auch viel mit Texten zu tun hat und in den ich voll involviert bin. Weil ich mich ja so gut mit Texten auskenne.

Das führt dazu, dass ich ansonsten, was Schreiben am PC angeht, im Moment ziemlich unmotiviert und auch recht müde bin. Deswegen kann es schon mal ein wenig länger dauern, bis ihr von mir hört. Wegen der vorausgehenden Arbeit. Aber keine Sorge, ich verschwinde nicht und die Antworten kommen auch früher oder später. Genauso wie der komische Zug, auf den man wartet, irgendwann doch noch ankommt.

Meistens jedenfalls …

Vom Streicheln und gestreichelt werden bei Rezensionen

Irgendwie schreibe ich im Moment mehr über Rezensionen, als dass ich wirklich rezensiere. Aber das zeigt ja nur, dass es ein Interesse an dem Thema sowohl bei mir, als auch bei meinen Lesern gibt. Und das ist ja erst einmal was Positives.

Über meiner Besprechung zu dem Roman „Zarin Saltan“ bzw. dem anschließenden Beitrag über meinen Spaß am rezensieren, kam es zu einem kleinen Gedankenaustausch, den ich auch in Form eines eigenen Beitrags noch einmal kurz aufgreifen möchte, weil mir bewusst ist, dass nicht jeder hier auch die Kommentare liest.

Kommentator NNIN, der sich in den vergangenen Monaten immer mal wieder mit durchaus kritischen Worten zu meiner Art zu rezensieren zu Wort gemeldet hat, hinterließ mir folgenden Kommentar:

Ich lese die Rezensionen hier auch gerne, wirklich, und finde sie bemerkenswert.
Denn das sind ja gar keine Rezensionen im herkömmlichen Sinne, sondern Streicheleinheiten. 5 Sterne = 5mal übers Fell gestreichelt, 3 Sterne = 3mal usw. Es tut den Autoren sicherlich gut, mal keine gehässige Schmähkritik zu lesen, aber auch keine unglaubwürdige Hochjubelarie zu hören. Und dem Leser wird zur Augen geführt, dass jenseits der Verwertbarkeit auch andere Dinge (Idealismus, Bemühtheit) bei einem Buch zählen können.
Allerdings würde ich mit dem 5maligen Streicheln eher geizig umgehen, denn es ist doch wie beim Abitur in SPD-Bundesländern: wenn von einem Jahrgang 50% einen Einserdurchschnitt kriegen und der Rest eine 2,xx, was ist das wert? Ergo: Wenn richtig Gutes ins Haus kommt, was bleibt? 6 Sterne? 7 Sterne? Nein, nein, der Durchschnitt sollte bei 3 Streicheleinheiten liegen – und wir alle drücken die Daumen, dass hier mal ein wirklicher Rohrkrepierer kommt, der sich das Gestreicheltwerden abschminken kann.

Und, was soll ich sagen, der Mann hat natürlich nicht ganz Unrecht. Wenn ich einen Autor/eine Autorin kenne, vielleicht sogar noch persönlich, dann gehe ich natürlich mit einem ganz anderen Blickwinkel heran, als wenn es sich um einen mir vollkommen fremden Menschen handelt. Das gebietet aus meiner Sicht schon die Höflichkeit. Und ja, es ist auch ein Ausdruck dessen, wie ich selber gerne behandelt werden möchte.

Allerdings ändert es nichts an meinem Anspruch, wie ich ihn auch bei jeder Rezension im Disclaimer formuliere: Ich mache keine Gefälligkeitsbesprechungen, weil ich glaube, dass damit am Ende allen Beteiligten, nämlich dem Autor, dem Roman, dem Leser und mir selbst, geschadet würde.

Eigentlich wäre damit vielleicht sogar alles gesagt, aber der zweite Absatz von NNINs Kommentar hat mich nachdenklich gemacht. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich in der Tat in einem SPD-Bundesland mein Abitur gemacht habe 😉 .

Die Frage ist ganz einfach, inwiefern es mit einem starren Bewertungssystem möglich ist, eine wirkliche Gerechtigkeit hinzubekommen, ohne dass man einseitig zu gut oder zu schlecht bewertet. Dabei ist es vollkommen egal, ob dieses System auf Schulnoten beruht, oder auf Prozentzahlen, oder eben auf Sternen.

Tatsächlich ist es ein Problem von Rezensionen als solches, das sich quer durch sämtliche Medien zieht, die sich jemals mit der Besprechung von Dingen auseinandergesetzt haben. Ich kenne die Diskussion seit den 80er-Jahren, als zwischen den Anhängern der Computerzeitschriften „ASM – Aktueller Software Markt“ und „Powerplay“ eine Art Grabenkampf herrschte, ob das 12-Punkte-Bewertungssystem der einen Publikation besser oder schlechter sei als das Prozentsystem der anderen.

Und so wenig auf den ersten Blick beinahe antike Computerspiele mit modernen Romanen gemeinsam haben, so ähnlich sind sich die Probleme, wenn man einmal darüber nachdenkt. Es geht schon mit dem Genre los. Kann man einen Liebesroman wirklich exakt so beurteilen wie einen Horrorroman? Ich denke, dass es nicht möglich ist, weil man sich in einem ganz anderen Ökosystem der Literatur bewegt. Beide haben ihre Wurzeln in vollkommen anderen Richtungen und funktionieren auf unterschiedliche Weise. Was bei dem einen Roman ein Mittel der Wahl sein kann, ist bei dem anderen ein absolutes No-Go.

Aber am Ende des Tages muss ich sie beide in ein 5-Sterne-System quetschen, weil Amazon sich halt in unserer digitalen Bücherwelt als das Maß aller (Rezensions-)Dinge etabliert hat und ich den Autoren, die ich hier bespreche, nur zu gerne ein wenig Aufmerksamkeit in Form einer Amazon-Rezension zukommen lassen möchte.

Ein anderer Faktor, auf den auch bereits seit langem immer wieder hingewiesen wurde, ist die Tatsache, dass ein Werk, gleich welcher Art, immer nur zum Zeitpunkt seines Erscheinens bewertet werden kann – jedenfalls schließe ich mich dieser Ansicht an.

In meiner Entgegnung zu NNINs Kommentar habe ich es schon geschrieben: Kann ich wirklich einem Schüler, der eigentlich eine noch heutigem (!) Stand gute Note verdient hätte, diese verwehren, weil es da einmal einen besseren Schüler gegeben hat, gegen den er dann doch abfällt? Oder muss ich vorsichtig handeln, weil es könnte ja auch mal ein deutlich besserer Schüler kommen.

Ich habe (auch) solche Lehrer gehabt und es war verdammt frustrierend, sich abzuarbeiten und am Ende dann doch nur mit der Silbermedaille, also einer zwei, da zu stehen. In unserer Abi-Zeitung hat das ein Mitschüler über unseren Sportlehrer gut auf den Punkt gebracht: „Auch Leichtathletik war dabei, für Weltrekord, da gab’s ’ne zwei.“

In Bezug auf Romane muss es zwangsläufig noch frustrierender sein, wenn die Autorin einer Liebesgeschichte immer in Bezug auf „Romeo und Julia“ bewertet wird, oder der Autor des Horrorromans sich sagen lassen muss, dass Stephen King das alles schon mal geschrieben hat – nur besser.

Ich schreibe diesen Beitrag, der als Antwort auf einen Kommentar begann, auch deswegen, weil mir hierfür keine Lösung einfällt und ich mir auch nicht sicher bin, ob es überhaupt eine gibt. Oder ob es wünschenswert wäre, dass es eine gäbe.

Deswegen möchte ich die Frage gerne zur Diskussion stellen und würde mich über Meinungen – vielleicht auch von den bis jetzt hier rezensierten Autoren – sehr freuen!

PS: Ja, ich weiß, Katzenfoto als Aufhänger. Aber wären euch ein Wellensittich, ein Pferd oder gar eine Maus wirklich lieber gewesen? 😀

…und um das zu kämpfen, was man liebt

Die letzten Tage ging es mir nicht besonders gut. Nein, das ist sogar noch geschönt. In den letzten Tagen gab es einige Momente, in denen es mir gar nicht gut ging. Das hat man, denke ich, auch gemerkt. Irgendwie war alles zu viel, zu wenig, zu laut, zu leise, zu anstrengend, zu fordernd, zu egal, zu uninteressant, zu unnötig, zu bla.

Das erste, was bei mir immer unter diesen Zuständen leidet, ist das Schreiben. Wenn ich mich nicht gut fühle, dann kann ich einfach nicht „einfach“ meine Gedanken in Kreativität umsetzen.

Es soll ja eine Legion von Schriftstellern geben, die besonders dann produktiv waren, wenn sie gerade eine Phase tiefen Weltschmerzes oder ausgewachsene Depressionen hatten. Menschen, die sich in diesen Zuständen suhlten und getrieben von ihren eigenen Dämonen die beste Prosa fabrizierten, zu der sie fähig waren.

Ich bin nicht so.

Wenn es mir auf diese bestimme Weise nicht gut geht, dann hat das Schreiben für mich nicht nur jeden Sinn verloren, dann scheint es auch niemals wieder einen Sinn zu bekommen. Wer interessiert sich schon dafür, ob ich irgendwelche mittelmäßigen Geschichten erzähle? Es interessiert ja mich selbst schon nicht, also, bitte.

Mit solchen Problemen habe ich immer mal wieder zu kämpfen gehabt. Teilweise hielten sie über Jahre hinweg an. Das waren die Jahre, in denen ich mir vielleicht ein, zwei Mal im Jahr eins meiner Manuskripte auf den Bildschirm geladen habe, ein wenig darin herum scrollte und schließlich seufzend feststellte, dass ich früher mal schreiben konnte, aber jetzt nicht mehr.

Im Laufe der Zeit habe ich mir Strategien dagegen erarbeitet. Oder habe es zumindest versucht. Ich habe gelernt, dass auch eine einzige Seite, im Zweifel sogar eine einzige Zeile, ein Faustpfand sein kann um mich und den kleinen Dämon in mir davon zu überzeugen, dass ich doch noch schreiben kann.

Doch auch das klappt nicht, wenn ich mich so gar nicht gut fühle. Und das Schlimmste ist, dass es mir vollauf bewusst ist, was ich eigentlich zu tun hätte – und es eben nicht auf die Reihe bringe. Kenne ich, gehört zum Krankheitsbild.

Ja, es ist ein Dilemma, denn einerseits weiß ich, dass mir das Schreiben unendlich gut tut und andererseits ist es das, zu dem ich mich am wenigsten in der Lage sehe. Es ist einfach schwer, den ersten Schritt zu tun.

Und im Kopf werden aus Tagen wieder Wochen und aus Wochen wieder Monate und aus Monaten werden Jahre. Dabei sind in der Realität wirklich gerade ein paar Tage vergangen.

Heute, auf der Arbeit, als ich gerade in irgendeiner anderen, erschütternd unkreativen Arbeit steckte, bekam ich auf einmal ein Signal von irgendwo her. Vielleicht aus meinem Herzen, vielleicht aus dem, was man die Seele nennt. Ich weiß es nicht. Dieses Signal sagte: Heute – versuch‘ es!

Also habe ich mich mit klopfendem Herzen zum Beginn der Mittagspause an meinen Text „Die Behüter des Wahren“ gesetzt. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde, den Anschluss zu finden. Meine letzten Zeilen an dieser Geschichte lagen über drei Wochen zurück.

Dann fing ich an zu schreiben. Und hörte erst nach über 2.500 Worten wieder damit auf.

Ich habe zu viel erlebt, um daraus zu schließen, dass jetzt alles wieder gut ist oder wird. So naiv bin ich nicht mehr. Aber ich habe (wieder) festgestellt, dass ich es kann! Und auch wenn es da diese Stimme in mir gibt, die mir das Gegenteil einreden will, es ist für mich möglich, zu schreiben.

Denn Schreiben ist das, was mir gut tut. Auch dann, wenn es wirklich niemanden außer mir interessieren sollte, was dabei heraus kommt. Schreiben ist auch gut für die Seele!

Und darum ist es gut, für das zu kämpfen, was man liebt.

Leipzig ja, Frankfurt nein – einfach so ein Gefühl

Gestern ist es über mich gekommen, als ich im internen Forum der BartBroAuthors ein Thema zur Leipziger Buchmesse gelesen habe. Es ist jetzt ziemlich genau ein halbes Jahr her, dass ich dort gewesen bin und es dauert noch ziemlich genau ein halbes Jahr, bis die Messe wieder ihre Tore öffnen wird. Und bis jetzt hatte ich mir, offen gestanden, noch nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht.

Das lag natürlich an Frankfurt. Frankfurt, die wesentlich größere Messe. Frankfurt, die Messe mit der weltweit größeren Strahlkraft. Frankfurt, das so ganz allmählich anfängt, in aller Munde zu sein.

Frankfurt, das in diesem Jahr auf mich verzichten muss.

Ich hatte ja schon einmal einen Artikel geschrieben und darin zum Ausdruck gebracht, dass ich sehr mit mir gehadert habe, ob ich zur Buchmesse in die Stadt am Main fahren soll, oder ob ich es lieber bleiben lasse. Am Ende kann ich keine plausiblen Gründe benennen, die für mich dagegen sprechen. Ich kann nur sagen, dass ich kein besonders gutes Gefühl dabei habe.

Vielleicht liegt es genau an diesem großen, an diesem ehrfurchtgebietendem. Könnte ja sein, oder? Immerhin bin ich ja nur der klitzekleine Autor, der auf einer Buchmesse wie dieser so gar nichts zu suchen hätte.

Ich weiß, dass das ein eigentlich ziemlich doofes Gefühl ist. Denn ich gehe auf eine Buchmesse ja nicht, weil ich mich da unbedingt zeigen und promoten will (jedenfalls noch nicht, ähem), sondern zuvorderst als Besucher, der sich für Bücher interessiert, der sich vielleicht mit Gleichgesinnten austauschen mag und der, wenn es gut läuft, die eine oder andere Veranstaltung mitnehmen kann, die ihn interessiert.

Aber mein Bauch sagte ganz deutlich „nein“ zu Frankfurt. Und ich bin in den meisten Fällen nicht allzu schlecht damit gefahren, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört habe. Vielleicht kommt Frankfurt auch gefühlt einfach zu schnell auf mich zu, um mich mit der Größe zu arrangieren.

Ganz anders Leipzig. Auch Leipzig ist eine beeindruckende Veranstaltung, wie ihr sicherlich anhand meiner Berichterstattung vom Frühjahr gemerkt haben werdet. Aber es ist so, wie viele es mir vorher prophezeit hatten: Leipzig fühlt sich irgendwie intimer an, selbst wenn man sich die Stände der ganz Großen ansieht.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist natürlich auch, dass ich Leipzig nun schon kenne und weiß, was auf mich zukommt. Okay, das wusste ich vor einem halben Jahr noch nicht und es hat mich trotzdem nicht abgehalten. Aber zweimal den Gang ins Unbekannte, das ist vielleicht ein wenig viel für mich und mein Bauchgefühl.

Nachdem ich also gestern auf dieses Thema im Forum gestoßen war, habe ich mich aus der momentanen Laune heraus auf der Seite von Airbnb nach einer geeigneten Unterkunft umgesehen und hatte das Glück, ein sehr zentral gelegenes Zimmer/Apartment für einen wirklich sehr guten Preis zu finden. Die App von Airbnb hat zwar ein wenig herumgesponnen, aber ich konnte dann doch meine Buchung abschließen, so dass mich die zwei Übernachtungen im kommenden März nur in etwa die Hälfte von dem kosten, was ich dieses Jahr bezahlt habe.

Und wenn ich eins gemerkt habe, dann war es, dass man sich in der Unterkunft sowieso nicht lange aufhält. Und die kurze Zeit verbringt man mit Schlafen, weil man völlig platt vom Messetag ist.

Jetzt muss ich nur noch eine Bahnfahrkarte günstig schießen, was aber erst ab Mitte Oktober geht, weil die Bahn dann erst ihren Winterfahrplan scharf stellt. Und natürlich Urlaub einreichen. Ich könnte meiner Chefin ja bei nächster Gelegenheit schon mal einen entsprechenden Antrag reinreichen 😉 .

Wie dem auch sei, ich freue mich schon mal vorsichtig auf die Veranstaltung im kommenden Jahr. Bis dahin kann ich mir in aller Ruhe überlegen, was ich anders machen will als dieses Jahr, was sich optimieren lässt, was gut war. Und, wer weiß? Vielleicht ergeben sich ja durch die Messe ganz neue Möglichkeiten, Kontakte oder sonst irgendwas, was meinen schriftstellerischen Weg wieder in neue Wege leitet.

Man wird doch träumen dürfen – solange das Bauchgefühl mitspielt.

Und, noch einmal wer weiß? Vielleicht sieht man sich ja, in einem halben Jahr, in Leipzig …

Manchmal ein schwieriger Spagat

Es gibt Beiträge, die schreibe ich herunter und habe sie praktisch schon in der Sekunde, in der ich auf „Veröffentlichen“ klicke, vergessen – bis sich Kommentare dazu einstellen und ich mich mit den Kommentatoren unterhalte.

Und es gibt Beiträge, bei denen weiß ich schon, während ich sie schreibe, dass sie mir im Magen liegen werden. So ein Beitrag ist der von gestern, der sich mit der Präsenz von Neonazis auf der Frankfurter Buchmesse beschäftigt hat. Ich habe darin, ohne es zu wissen, genau das Dilemma geschildert, das auch die Verantwortlichen der Messe inzwischen noch einmal eingeräumt haben: Meinungsfreiheit vs. persönliche Präferenzen.

In der Hauptsache war es natürlich der Kommentar von Nora Bendzko, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Es geht zum einen um ihren Standpunkt, den ich sehr beachtenswert, nachvollziehbar und richtig finde. So schwer habe ich es mir mit einer Antwort, glaube ich, noch nie gemacht. Zum anderen hat es für mich aber auch eine Frage aufgeworfen, bzw. wieder aufgeworfen:

Ist ein Blog wie dieser, in dem es sich in der Hauptsache um meine schriftstellerische Arbeit drehen soll, eigentlich der passende Ort für Statements wie das, das ich gestern rausgehauen habe?

Es geht mir nicht um Selbstzensur. Wäre ja auch geradezu idiotisch, wenn ich für Meinungsfreiheit plädiere und dann gerade bei mir selbst die Schere im Kopf ansetze. Nein, es ist mehr die Frage, ob ein solches Thema hier reinpasst. Und da wir es kürzlich auch mit der Frage nach dem Marketing hatten, müsste ich mich wohl auch dem Problem stellen, ob ich mir mit der Darstellung meiner Meinung nicht in manchen Fällen einen Bärendienst erweise.

Es ist für mich sehr schwer, diese Punkte klar zu bekommen. Jedenfalls wäre es für mich heute nicht möglich gewesen, einfach wieder irgendeine lustige Anekdote über meine Schreiberei zu veröffentlichen.

Der Spagat liegt zwischen dem Schildern eines Themas und der Darstellung einer Meinung dazu – und der nachträglichen Aufarbeitung. Ich meine, ich hätte heute ohne Probleme irgendeinen Artikel verlinken können, in dem die Messeleitung genau das sagt, was ich auch gesagt habe, nämlich dass es keine Handhabe gibt, die Neonazis draußen zu halten. Aber das ist weder Sinn und Zweck meiner Meinungsäußerung, noch ist es der Stil, den ich mir und euch hier antun will.

Jetzt könnte der eine oder die andere von euch sagen, dass ich hier letztendlich Hausrecht habe und schreiben kann, über was und wie ich es möchte. Ja, da ist auch etwas dran. Aber dann komme ich wieder zurück zu Noras Kommentar und dem, was ich daraus mitgenommen habe: Nämlich, dass man manchmal vielleicht viel zu leicht reden hat.

Dieser kleine Text hier soll dokumentieren, dass ich es mir nicht leicht machen möchte und dass ich auch nicht einfach nur leicht daher rede. Aber dennoch muss ich, glaube ich, bei meiner Meinung bleiben und im Zweifel einfach schauen, dass ich sie so begründe, dass ich niemanden vor den Kopf stoße. Jedenfalls nicht unbeabsichtigt.

Ich weiß nicht, ob das deutlich geworden ist, oder ob ihr jetzt alle kopfschüttelnd vor den Bildschirmen sitzt und euch denkt, dass ich jetzt vollkommen konfus werde. Wenn dem so sein sollte, dann kann ich euch beruhigen. In meinem Kopf sieht das schon immer so aus.

Aber ich musste es jetzt einmal aufschreiben, um ab morgen wieder weitermachen zu können. Am besten wie zuvor – nur vielleicht ein wenig reflektierter. Oder doch zumindest im Bewusstsein des Spagats, den ich mit manchen Themen eingehe.

Der Sonntagsreport vom 10.09.2017 – Da ist man mal nicht da …

… und schon brechen die Besuche auf dem Blog ein. Man könnte meinen, es ist nur meine Geschwätzigkeit, die dafür sorgt, nicht in Vergessenheit zu geraten.

So – alle mal durchatmen, denn das war ein Scherz!

Ich habe es vorher schon einmal in Kommentaren angesprochen, dass ich wirklich genau verfolgen kann, wie die Besuchszahlen auf meinem Blog für Tage zurückgehen, wenn ich mal einen oder zwei Tage keinen neuen Artikel veröffentlicht habe. Ich bin mir sicher, dass man da jetzt richtig gewichtige Rückschlüsse in Bezug auf Marketingstrategien, Wirkungsanalysen und Zeitfenster ziehen könnte.

Nur, das alles mache ich nicht. Ich nehme zur Kenntnis, bin inzwischen aber älter und weiser geworden und mache mich deswegen nicht mehr verrückt, wenn ich mal weniger Besucher habe. Und wisst ihr auch, wieso das so ist?

Ganz einfach: Ich weiß, dass ich euch mit meiner Postingfrequenz ganz schön was zumute. Ich meine, wer hat schon jeden Tag Zeit und Lust, den Beitrag des Tages auf einem bestimmten Blog zu lesen, selbst wenn er wirklich gut sein sollte? Was meine, selbstkritisch betrachtet, ja nun auch nicht immer sind.

Dafür kann und möchte ich mich nicht beschweren. Ich habe viele Besucher, die immer gerne wiederkehren. Es könnte sein, dass ich, mit einer ausgefeilten Strategie, zu ganz anderen Zugriffszahlen käme. Ich verteile meine Zugriffe auf einem nicht so hohen Niveau auf die ganze Woche. Andere Blogs haben vielleicht bei einem neuen Artikel in der Woche wesentlich höhere Spitzenwerte. Weiß ich alles nicht.

Aber da bei mir halt die tägliche Dosis das gewohnte Maß aller Dinge ist, fällt es in der Kurve schon auf, wenn mal ein Tag deutlich unter allen anderen bleibt.

Wieso schreibe ich euch das eigentlich heute? Weil ich in den letzten Tagen wieder viel über Marketing gehört und gelesen habe. Über Strategien bei Social Media und Blogs. Darüber, was man wann, wie und wo schreiben soll. Drüben bei Twitter bin ich, im „Auftrag“ der BartBroAuthors, selber Teil solcher Überlegungen. An manchen Stellen macht es auch Sinn, sich hierüber den Kopf zu zerbrechen. Schließlich will man möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich richten und auf das, was man tut.

Meine Güte, irgendwann einmal in naher Zukunft werde ich hier auf diesem Blog „stehen“ und einen Roman in der Hand halten, den ich verkaufen will!

Es mag also sein, dass ich ab diesem Zeitpunkt auch zum strategischen Denken übergehen werde. Weil ich es ein Stück weit muss. Aber ich kann euch jetzt schon sagen, dass es mir sicherlich weniger Spaß machen wird als das freie vor mich hin schreiben, wie ich es euch im Moment zumute.

Und was, um wieder zum Anfang zu kommen, die meisten von euch ja auch in schöner Regelmäßigkeit hierher führt.

Wofür ich dankbar bin! Denn für mich seid ihr Teil dieses Projekts, Teil der Umsetzung meines Traums vom eigenen Buch. Und daher freue ich mich über jeden der mich auf meiner virtuellen Veranda besucht, sich einen Stuhl nimmt und für einen Moment mir und meinen Gedanken zuhört. Und wenn ihr dann auch noch ein paar Worte mit mir wechseln mögt, dann ist das der Gipfel der Zufriedenheit, den man als Blogger erfahren kann.

Auf die Gefahr hin, dass es pathetisch klingt: Für mich werdet ihr, liebe Freunde, niemals nur reines „Klickvieh“ auf dem Weg zum Erfolg sein. Keine Statistik kann wichtiger sein als die offene und ehrliche Interaktion. Natürlich freue ich mich, wenn ihr hinterher alle fleißig mein(e)n Roman(e) kauft. Alles andere wäre gelogen oder unaufrichtig.

Aber wir sind hier nicht im Shoppingkanal und es gibt keine Lockvogelangebote. Und so soll es bleiben.

Daran dürft ihr mich gerne erinnern, wenn es irgendwann doch dazu kommen sollte, dass ich nur noch die virtuellen Verkaufsschilder hochhalte und immer rufe „Sonderpreis!“, als wären wir beim Glücksrad-gott-hab-es-selig.

Lasst uns alle authentisch sein – und bleiben. Und authentisch in die neue Woche gehen.

Passt auf euch auf!

Euer Michael