Vom Vereinsleben stark eingespannt

Ihr Lieben,

nur eine kurze Zwischenmeldung, dass ich im Moment vom Vereinsleben in meinem kleinen Autorenverein sehr stark eingespannt bin. Sowohl emotional als auch von der Aufmerksamkeit her. Das sorgt dafür, dass mir für meinen Blog in diesen Tagen wenig Platz und wenig Ruhe bleibt.

So sollte es nicht sein und ich bemühe mich, dass es auch wieder anders wird. Aber das ist im Moment alles ein wenig im Fluss.

Immerhin habe ich im Augenblick wieder ein wenig Elan, um an meiner momentanen Geschichte weiter zu schreiben. Wahrscheinlich verteilt sich mein Potenzial gerade etwas zu Ungunsten des Blogs.

Tja, ist dann wohl mal so.

Aber ich habe euch nicht vergessen und hier geht es sicherlich auch bald wieder im gewohnten Turnus weiter!

Tut bis dahin nichts, was ich nicht auch täte.

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Live lesen in Leipzig – oder lieber nicht?

Ich lasse ja immer mal wieder anklingen, dass ich Mitglied bei einem Autorenverein, den BartBroAuthors, bin. Seit etwas über einem Jahr. Und auch wenn ich es bis jetzt irgendwie nie geschafft habe, da einen eigenen Beitrag drüber zu schreiben, nehme ich die Mitgliedschaft durchaus ernst und versuche auch, am Vereinsleben teilzuhaben, so gut es eben geht. Mal geht es besser, mal geht es schlechter – und noch dazu meistens virtuell. Die einzige Gelegenheit, bei der ich meine Mitbärte bis jetzt live und in Farbe erlebt habe, war im letzten Jahr bei der Leipziger Buchmesse. Und die Aussicht, auch dieses Jahr ein paar von ihnen zu treffen, war eine zusätzliche Motivation, mich frühzeitig darum zu kümmern, auch dieses Jahr wieder in Leipzig dabei zu sein.

Eine Zusatzmotivation, rationalere Menschen würden wohl von einem Zusatznutzen schreiben, könnte dieses Jahr darin liegen, dass mir der Verein die Chance gibt, im Rahmen der Leipziger Tage meine erste Lesung zu halten!

Dazu muss ich ein wenig ausholen. Und zwar wurde schon vor geraumer Zeit die Idee geboren, in Leipzig an einem der Messetage eine Location für eine „Bart-Lesung“ zu finden und dort den Mitgliedern des Vereins die Möglichkeit zu geben, aus einem ihrer Werke (veröffentlicht oder nicht spielt erst einmal keine Rolle) zu lesen. Wider Erwarten war ein solcher Ort sehr schnell gefunden und so steht dem Event in diesem Jahr nichts im Weg. Es wird am Abend des Messefreitags nach Hallenschluss in einem Pub in der Leipziger Innenstadt stattfinden. Wenn man so will, könnte man hochtrabend sagen, dass wir damit zum Rahmenprogramm der Messe gehören.

Ich fand die Idee von Anfang an ebenso gut wie einschüchternd.

Denn es ist das eine, theoretisch darüber zu sinnieren, ob man eine solche Lesung zustande bekommt, welche Rahmenbedingungen herrschen werden, und so weiter. Es ist, für mich persönlich, ebenso das eine, sich zu überlegen, ob – und wenn ja, mit welchem Text, ich an der Lesung teilnehmen wollen würde.

Aber es ist etwas vollkommen anderes, wenn man sich auf einmal binnen einer Frist von zwei Wochen (und die ist ja schon eher üppig bemessen) verbindlich dazu entschließen muss, ob man denn nun lesen möchte – oder nicht.

Ich weiß, dass es für die Planung nötig ist, möglichst frühzeitig ein Gerüst aufstellen zu können. Zumal die Veranstaltung dann ja auch noch im Rahmen der Möglichkeiten beworben werden soll. Aber dennoch sackte mir, als ich den Aufruf im Forum des Vereins las, das Herz erst einmal in die Hose.

Die Frage ist ganz einfach: Bin ich schon soweit, dass ich mich live, vor Publikum, auf eine Bühne (ja, es gibt eine Bühne!) stellen oder setzen kann, um irgendwas von meinem Geschreibsel vorzulesen? Und das nach Möglichkeit auch noch so, dass ich mich dabei weder blamiere, noch das Publikum (oh Gott, Publikum!) zu Tode langweile!?

Ja, ja, wenn die Frage nur so einfach wäre!

Denn sofort kommen weitere Punkte hinterher wie der, was ich denn eigentlich lesen will. Und wie lang der Ausschnitt denn sein kann – ich hab das ja noch nie gemacht! Und überhaupt habe ich gar nichts Passendes anzuziehen … okay, das ist jetzt nicht sooo wichtig.

Ich muss versuchen, das Summen in meinem Kopf und in meinem Magen zu kanalisieren, um am Ende die wesentlichen Fragen wie folgt zu formulieren:

Erstens: Möchte ich gerne an dieser Veranstaltung als einer der Lesenden teilnehmen? Wenn ja, dann ist es meine Aufgabe, mich bis dahin geistig und seelisch entsprechend vorzubereiten.

Zweitens: Wenn ich glaube, das schaffen zu können, dann ist es mein Job, herauszufinden, was ich vorlesen möchte. Die nahe liegende Variante wäre, einen Auszug (oder mehr, je nach Zeitrahmen) aus „Der Morgen danach“ zu lesen, da dies meine erste Romanveröffentlichung wird.

Drittens: Falls ich mich auf „Der Morgen danach“ festlegen würde, müsste ich mit meinem Verlag klären, ob das überhaupt gewünscht ist, in dem Stadium, in dem der Text sich befindet. Bis Mitte März werden wir mit dem Lektorat schwerlich durch sein.

Viertens: Frühestens jetzt ist es an der Zeit, sich wirklich konkrete Gedanken über die Durchführung zu machen. Und über die Klamottenfrage 😉 .

Ich bin mir sicher, noch irgendeine wesentliche Frage vergessen zu haben, aber die wichtigste ist ohnehin die erste. Wenn ich die nicht für mich kläre und sie am Ende positiv beantworte, dann ist alles andere Makulatur.

Deswegen verzichte ich, auch wenn es mir schwer fällt, im Moment auch noch auf eine rationale Abwägung von Vorteilen und Nachteilen. Auch wenn mir da schon einiges zu eingefallen ist. Das muss einfach hintanstehen. Denn ich darf hier nichts übers Knie brechen, was ich ansonsten vielleicht bereuen würde.

So oder so: Ich habe es hier, wieder einmal, mit einer Herausforderung an mich, an mein Dasein als Autor zu tun, die vorher noch nie dagewesen ist. Und glaubt mir, ich bin selbst gespannt, wie das am Ende ausgehen wird.

Vom Bitten und vom Betteln

Wie einige von euch sicherlich bemerkt haben, wird jeder neue Beitrag, den ich hier im Blog schreibe, auch in die Sozialen Netzwerke durchgeschoben. Ich bin ein lausiger Netzwerker und versuche auf diese Weise, wenigstens halbwegs „Präsenz“ zu zeigen.

Auf diese Weise ging auch mein vorgestriger Beitrag über die Bewerbung bei der Literaturagentur Meller rüber zu Twitter – dem Netz, auf dem ich noch am aktivsten bin. Dennoch habe ich erst heute einen Tweet als Antwort auf den meinen entdeckt, der mich nachdenklich gestimmt hat:

Bitten und Betteln – das sind zwei Worte, die man natürlich ungern im Zusammenhang mit dem eigenen Verhalten liest. Inzwischen sind noch ein paar Tweets hin und her gegangen und ich denke, dass es hier weniger um mich und meinen konkreten Text geht, sondern um eine allgemeine und grundlegend andere Auffassung vom Nutzen einer Literaturagentur. Oder eben der Abwesenheit eines solchen Nutzens.

Aber wie dem auch sei, ich habe, ebenfalls bei Twitter, eine Frage in die Runde meiner Follower gestellt, die ich hier gerne wiederholen möchte, weil mich Antworten darauf interessieren, andere Ansichten.

Es geht mir, das sage ich ausdrücklich, nicht darum, Victoria Benner in ihrer Ansicht umzustimmen oder zu „bekehren“, oder auch nur zu sagen: Soundso viele Leute sind anderer Meinung. Ich finde, dass es gerade in Hinblick auf die Wege die wir Autoren gehen, kein richtig und kein falsch gibt, sondern nur andere Herangehensweisen, die, hoffentlich, irgendwann im Bücherregal des Lesers ihr Ziel finden. Das ist es doch, worauf wir alle hinarbeiten.

Und dennoch, auch hier an dieser Stelle, die Frage für alle, die mir nicht bei Twitter folgen:

Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Wieso es den „Tempest“ weiterhin geben sollte

Wie ich ja schon mehrmals hier im Blog berichtet habe, habe ich 1987 damit begonnen, meine eigenen Romane schreiben zu wollen. Damals gab es noch nicht die Formen des Austauschs miteinander, wie es sie heute gibt. Wir hatten ja nichts, damals. Doch der Drang, auch mal andere Meinungen zum Thema Schreiben zu hören, oder vielleicht Tipps und Tricks von Gleichgesinnten zu erhalten, der war natürlich da.

Deswegen stellte der Zugang in die wunderbare Welt des Internets auch einen Quantensprung in puncto Informationen dar. Auf einmal war da ein ganz neues Universum angefüllt mit neuen Menschen, mit den verschiedensten Hintergründen und den verschiedensten Ideen in den Köpfen.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich 1998, als ich meinen ersten privaten (und teuer bezahlten) Internetzugang bekam. Damals war ich geradezu süchtig danach, neue und interessante Webadressen herauszufinden. Mit den Themen Newsgroups und Message Boards hatte ich mich zwar vorher schon beschäftigt, war damit aber nicht so recht warm geworden.

Es war nur zwangsläufig, dass ich irgendwann auch damit begann, mir geeignete Adressen zum Thema Schreiben zu suchen. Da gab es, im Vergleich zu heute, allerdings noch nicht so viel. So etwas wie moderne Blogsoftware war noch nicht erfunden, mit der Programmierung in HTML wollten sich auch die Wenigsten auseinandersetzen und die Forensoftware, die es damals gab, war auch, sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Erinnert sich hier noch jemand z.B. an Parsimony?

Viele Angebote sind seitdem gekommen, gegangen, wiederbelebt worden und haben sich verändert. Ein Angebot aber gab es damals schon und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich darauf stoßen sollte bei meinen Streifzügen durchs Netz.

Der „Tempest“ ist ein monatlich erscheinender Newsletter der Website autorenforum.de. Er besteht aus zwei Teilen, die in jeweils einer separaten Mail versendet werden. Der erste Teil ist aus redaktionellen Inhalten gebildet, die teils in wiederkehrenden Rubriken geordnet sind, teils aber auch aufgrund aktueller Geschehnisse oder „einfach so“ gebracht werden. Wenn man so möchte also eine kleine Zeitschrift für Schriftsteller. Ergänzt wird diese durch den zweiten Teil, in dem es um Publikationsmöglichkeiten, Ausschreibungen, Stipendien und alles in dieser Richtung geht. Quasi also der Kleinanzeigenteil.

Im Laufe der Jahre sind im „Tempest“ eine Menge interessanter Inhalte gebracht worden, die sich etabliert und ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die Artikelreihen von Hans Peter Roentgen, in denen es um Exposés und Lektorate ging. Aber es ist wirklich nur ein Beispiel von vielen und egal, welche und wie viele ich aufzählen würde, ich würde unter Garantie irgendwas vergessen, jemandem Unrecht tun.

Was mir von Anfang an am besten gefallen hat am „Tempest“ ist allerdings die Frage- und Antwort-Rubrik. Experten in verschiedenen Gebieten wie Fantasy, Drehbuch, Verlagswesen, und, und, und stell(t)en sich den Fragen der Leser und versuch(t)en, diese bestmöglich zu beantworten. Hier gab es einiges zu lernen sowohl von den Fragenden, denn viele Probleme trieben mich ja genauso um, als auch von den Experten selbst.

Nun könnte also alles bestens sein, wenn nicht die Existenz des „Tempest“ akut auf dem Spiel stehen würde.

In den letzten Jahren wurde immer wieder einmal seitens der Redaktion darauf hingewiesen, dass man auf die Spenden von Lesern angewiesen sei, um die umfangreicher werdenden Tätigkeiten, die neben der eigentlichen Brot- und Kreativarbeit anfallen, gegenfinanzieren zu können – den rein technischen und administrativen Aufwand noch gar nicht gerechnet.

Der „Tempest“ ist frei von Werbung und kostenlos. Es gibt kein Abo, es gibt keine Zugangsbeschränkungen, man kann ihn einfach auf der Website abonnieren und bekommt ihn dann jeden Monat frei Haus.

Ich habe gestern einmal nachgeschaut: Meine erste „Tempest“-Ausgabe in Mailform ist von 2003, wobei ich genau weiß, dass ich vorher immer schon im Archiv auf der Website mitgeschmökert habe, das ebenfalls barrierefrei und kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Gestern also erreichte eine dringende Mail des Teams hinter dem „Tempest“ die Abonnenten. Inhalt dieser Mail ist im Prinzip, dass man in der bisherigen Form nicht mehr lange wird weitermachen können und daher gezwungen wäre, den „Tempest“ zur Mitte des kommenden Jahres einzustellen. Und, wohlgemerkt, wir sprechen hier nur von der rein monetären Seite, denn auch redaktionell wird die Arbeit immer schwerer, weil sich mehr davon auf weniger Schultern verteilt.

Konkret gibt es eine Frist bis zum 01. März 2018. Dann wird sowohl redaktionell als auch monetär Kassensturz gemacht und danach eine Entscheidung getroffen.

Man könnte jetzt sagen, dass den Lesern hier die Pistole auf die Brust gesetzt wird, doch bitte einen „freiwilligen“ Beitrag zu leisten (wohlgemerkt: vorgeschlagen wird ein Betrag von 10 oder 15 Euro – pro Jahr!). Man könnte aber auch sagen, dass es ein Wachrütteln ist, sich doch – bitte – Gedanken zu machen, ob und was der „Tempest“ einem selbst wert ist.

Ich gebe zu, dass ich bis jetzt nicht zu den Unterstützern gezählt habe. Des Weiteren gebe ich zu, dass ich den „Tempest“ in den letzten paar Jahren, seit ich andere Wege des Austauschs und des Wissenstransfers für mich gefunden habe, auch nur noch wenig gelesen habe.

Aber: Ich halte ihn nach wie vor für eine Institution, die vor allem auch Anfängern richtig, richtig viele Informationen zu bieten hat. Nicht zuletzt durch sein umfangreiches Archiv. Und ich weiß die Arbeit, die in sowohl den redaktionellen als auch in den Rechercheanteil gesteckt wird, sehr zu schätzen. Ich selbst habe davon profitiert, mich gut informiert und, ja, auch unterhalten gefühlt. Daher sollte es den „Tempest“ auch weiterhin geben!

Also bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich letztendlich viel zu lange gezögert habe, mein geringes Scherflein beizutragen, dass diese Institution der Autorenszene im Internet fortbestehen kann. Dementsprechend habe ich meine paar Euro gestern über das entsprechende Formular auf der Website (via Paypal) überwiesen.

Dieser Artikel soll keine Aufforderung sein, es mir gleich zu tun. Den meisten von euch kann, wird und soll der Fortbestand dieses Newsletters weitgehend egal sein. Mir war es nur wichtig zu dokumentieren, dass gute Arbeit auch gute Honorierung verdient. Weil wir alle das für unsere Arbeit schließlich genauso haben möchten.

Und dass ich es den Machern hinter diesem Projekt irgendwie auch schuldig bin.

Darf auf diesem Blog „gejammert“ werden?

Liebe Blogbesucher,
liebe Follower,
liebe Freunde.

Wie in den letzten Wochen unschwer mitzuverfolgen war, kämpfe ich im Augenblick mal wieder mit dem einen oder anderen Problem. Diese haben nicht alle mit dem Schreiben zu tun. Genau genommen haben sie sogar nur sehr am Rande mit dem Schreiben zu tun. Da wären dann Dinge aufzuzählen wie eine Arbeitssituation, mit der ich nur so teilweise zufrieden bin, ebenso wie eine gewisse Küche, mit der ich nur so teilweise zufrieden bin und die uns nach wie vor in Atem hält, sowie noch das eine oder andere mehr.

Aber wie und was dem auch sei, es beeinflusst und beeinträchtigt natürlich meine Motivation und, wenn man so will, auch meine Befähigung, zum Schreiben. Das bekommt ja auch dieser Blog hier immer wieder zu spüren. Die liebe Frau Traumenit hat es in einem Kommentar diplomatisch genannt, dass ich mit meinem Blog hadere. Ich greife zum plakativeren: Manchmal jammere ich hier (gefühlt) herum.

Vielleicht auf hohem Niveau, das will ich gar nicht abstreiten. Und wenn ich auch nicht viel von Vergleichen auf der Basis von „mir geht es besser als dir, weil …“ oder „du hast weniger Recht, dich mies zu fühlen, denn …“ halte, so muss ich natürlich den Gegebenheiten ins Auge sehen, dass es sicherlich Menschen da draußen gibt, die gerne die Probleme hätten, die ich habe.

Allein, die jeweilige Toleranz Problemen und ihren Auswirkungen gegenüber ist individuell verschieden und damit von Natur aus weder verhandelbar noch zu vergleichen.

Halten wir also fest: Manchmal jammere ich hier herum, weil ich in diesen Momenten das Bedürfnis habe, zu jammern. Sei es, weil mal wieder an der Schreibfront nichts funktioniert, oder weil meine Motivation im Keller ist, oder was auch immer.

So – und jetzt kommen wir zu meinem heutigen Anliegen an euch. Ich würde nämlich gerne wissen, ob es für euch „okay“ ist, wenn ich hin und wieder jammere.

Ja, ich weiß, mein Blog, meine Regeln, mein Ding. Aber es ist nun einmal so, dass ich mich zu einem gewissen Grad auch als „Dienstleister“ meinen Lesern gegenüber verstehe. Das ist dann die Pflicht, die immer wieder als Empfindung hochsteigt und, wie ich weiß, auch von anderen Bloggern so gesehen wird. Und deswegen wüsste ich ganz gerne, ob ich Gefahr laufe, auch noch den letzten meiner Leser zu verlieren, wenn ich mich nicht ein wenig am Riemen reiße.

Dabei ist es an und für sich fast schon ein wenig schizophren: Ich scheine durch diese „Art“ der Beiträge auf einmal eine ganz neue Zielgruppe von Lesern zu erschließen, wenn ich danach gehe, wie viele neue Follower ich nach ihnen bekomme. Dafür sehe ich, dass manche altgedienten Kommentatoren zunehmend still geworden sind.

Ich tue mich auch schwer damit, die richtige Balance zu finden und dabei nicht unauthentisch zu wirken, wenn ich etwa an einem Tag mein Leid klage und am nächsten irgendeinen Artikel aus dem Web kommentiere. Deswegen verrottet der eine oder andere Beitrag langsam vor sich hin, weil irgendwie nie der richtige Zeitpunkt zu sein scheint, ihn zu schreiben und zu veröffentlichen.

Lange Rede, wie meine beste Freundin sagen würde. Jedenfalls möchte ich heute kurz und schmerzlos (ha, ha) von euch wissen: Darf hier, auf diesem Blog, gejammert werden?

Kommentare über die Abstimmung hinaus sind gerne gesehen, aber kein Muss. Ich denke, das wisst ihr auch.

Über zahlreiche Beteiligung würde ich mich jedenfalls freuen, weil ich mit dieser kleinen Frage tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes hadere!

Vielen Dank daher im Voraus,

euer Michael

Der Sonntagsreport vom 26.11.2017: Irgendwie doch immer dasselbe

Hallo ihr Lieben!

Ich muss gestehen, dass ich inzwischen nahe an der Selbstzensur bin. Denn ich kann es ja selber nicht mehr lesen, wenn hier wieder steht, dass eine Woche lang kaum etwas nennenswertes passiert ist, weil da entweder die Zeit oder die Kraft oder beides nicht für gereicht hat. Ist doch irgendwie immer dasselbe. Will doch keiner mehr lesen – am wenigsten ich.

Aber!

Aber dann fällt mir wieder ein, dass es einen ganz basalen Grund dafür gibt, dass es diesen Blog gibt. Und der ist, dass ich mich mit seiner Hilfe (und natürlich vor allem auch EURER Hilfe) neu motiviere, wenn die Motivation gelitten hat und immer noch leidet. Wenn die Kraft fehlt.

Heute war ein gutes Beispiel dafür. Ohne, dass es einen besonderen Grund gegeben hätte, habe ich heute Vormittag ziemlich lange geschlafen. Gut, ein Grund war natürlich, dass der Rest der Familie dieses lange Ausschlafen ermöglicht hat 😉 .

Aber nach dem Frühstück habe ich mich dann erst einmal wieder eine Stunde aufs Ohr gelegt. Richtig geschlafen habe ich nicht, aber ich war irgendwie nicht auf dem Damm. Dann Aufstehen zur Mittagsstunde, um die Frau zur Arbeit zu verabschieden und drei Stunden lang versuchen, ein wenig geregelt zu bekommen.

Um drei Uhr ein Treffen mit der großen Tochter, um Vokabeln abzuhören. Im Anschluss einmal über die Unterlagen des Lektorats schauen, die mir inzwischen zugegangen sind und bei denen ich noch nicht weiß, wie ich auf einige Änderungsvorschläge/-wünsche reagiere, weswegen ich mir hier noch Gedanken machen muss.

Einfach mal auf der Couch sitzen bleiben für die kommenden zwei Stunden, die meiste Zeit mit geschlossenen Augen. Nicht schlafen, sondern einfach sitzen und versuchen, irgendwie wieder bei zu kommen.

Ich habe keine Ahnung, was da wieder los ist. Vielleicht ist das Jahr gefühlt einfach schon zu lang. Vielleicht setzt die Jahresendzeitstimmung langsam ein. Herüber gerettet aus einer Zeit, in der man noch glaubte, dass der erste Januar wirklich ein neuer Beginn wäre und nicht nur der gleiche Mist mit einer anderen Jahreszahl am Ende.

Vielleicht ist es einfach deswegen auch immer dasselbe und damit langsam langweilig, weil sich diese Erkenntnisse langsam durchsetzen. Langsam durchsetzen müssen. Schließlich bin ich ja kein Fantast – auch wenn ich manchmal fantastische Geschichten schreibe.

Wo, wenn nicht hier, kann ich einfach mal so drauflos schreiben. In welchen, wenn nicht in den Artikeln zum Sonntagsreport.

Nun sprach ich davon, dass ich Motivation und Kraft wiedergewinnen will. Und dafür muss ich dran bleiben! Darf nicht einfach den Kopf in den Sand stecken. Wenn ihr mich heute Nachmittag gefragt hättet, dann hätte ich gesagt, dass ich vielleicht einfach mal ein „vorübergehend geschlossen“-Schild an den Blog hängen sollte. Ein Teil von mir denkt das immer noch. Dass das Ding mir vielleicht nicht ganz so sehr hilft, wie ich es glaube, sondern eine zusätzliche Belastung darstellt.

Aber wie dem auch immer sei: Die Entscheidung fällt nicht jetzt und sie fällt nicht hier. Hier und jetzt schreibe ich gleich den letzten Satz für diesen Tag, bevor ich mich auf eine neue Woche da draußen vorbereite. Eine Woche, in der ich mich mit meiner Lektorin kurzschließen möchte. Eine Woche, die mehr als dieses Gejammer im Blog sehen soll. Eine Woche, die mich wieder ein wenig mehr ich selbst sein lässt.

Ohne zu wissen, woran es diesmal eigentlich wieder gelegen hat oder noch liegt. Was aber auch egal ist, denn irgendwie geht es immer weiter. Egal, ob es das Jahresende ist, der Jahresanfang oder irgendwas dazwischen.

Es wird immer weitergehen. Und irgendwann ist es auch nicht mehr nur dasselbe.

Es tut gut, euch dabei zu haben!

Euer Michael

Neues aus dem Lektorat (4) Von Geduld und Ungeduld

Ich hatte so etwas ja schon beinahe geahnt. Ist ja irgendwie immer so. Kennt ihr sicher auch! Der Moment, in dem man sich endlich dazu durchringt, jemandem (erst einmal egal, wem) eine Anfrage zu schicken, irgendwas anzutragen oder auch nur ganz allgemein zu fragen, wie es denn so aussieht, ist der Moment, in dem man dem Anderen gerade eben zuvor gekommen ist.

So ist es mir jetzt mit meiner Lektorin gegangen. Ganz prima, jetzt stehe ich wieder als der ungeduldige Autor da … 😉

Nein, ich denke nicht, dass Jeannette das so schlimm nimmt und ich nehme es auch nicht schlimm. Aber seltsam ist es schon, dass es immer so auskommt.

Ich hatte eine Weile lang nichts aus dem Lektorat gehört und weil ich ja ein vollkommen ruhiger und von sich überzeugter Mensch bin, wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, dass das irgendwas mit meinem Text zu tun haben könnte. Wer die Ironie in diesem Absatz findet, darf sie in einer eigenen Geschichte verwenden.

In Wahrheit war ich, mit zunehmender Dauer der Zeit, immer mehr davon überzeugt, dass es irgendein großes Problem geben müsse. Ein so großes Problem, dass meine Lektorin sich gar nicht daran wagte, es mir mitzuteilen. Oder immerhin so groß, dass sie verzweifelt vor dem Stapel Papier sitzt, einen Kinderriegel nach dem anderen isst und nicht weiß, wo sie da jetzt ansetzen soll.

Gestern habe ich mich dann endlich dazu aufraffen können, trotz aller Scheu davor, ungeduldig sein zu wollen, eine Mail zu schicken, in der ich Jeannette fragte, wie denn so der Zwischenstand ist, ob ich irgendwas tun könne, etc.

Und dann kommt die heutige Antwort, die nicht nur beinhaltet, dass gerade heute der nächste Teil des lektorierten Textes in die Post gegangen ist, sondern auch, dass im Moment viele Projekte in der Pipeline sind, so dass die schon mal irgendwo „verstopft“. Tja, also doch ungeduldiger Autor.

Sie hat mir schon einige Punkte genannt, die sie im kommenden Textteil bearbeitet und vor allem auch gekürzt sehen möchte. Das muss ich mir ganz genau ansehen, denn – ich will es nicht beschreien – es könnte durchaus sein, dass hier einen Punkt berührt wird, über den es eine kleine Kontroverse geben könnte. Seht es mir nach, dass ich da nicht ins Detail gehe, denn ich denke, das gehört erst einmal ins Vier-Augen-Gespräch. Aber ich versuche, all das zu sammeln und vielleicht irgendwann, nach der Veröffentlichung, etwas darüber zu schreiben, wie der Roman mal war und wie er dann sein wird. Könnte ja sein, dass das jemanden interessiert und ansonsten ist es eine nette Erinnerung für mich selbst.

Also, halten wir fest: Geduld habe ich eigentlich lange aufgebracht, nur um dann im letzten Moment doch ungeduldig zu erscheinen. Aber so ist das mit diesen Dingen nun einmal.

Aber ein Zitat aus Jeannettes Antwortmail an mich sei mir gestattet, weil es zu der Sorte gehört, die man als hoffnungsvoller Nachwuchsautor gar nicht oft genug hören kann:

An dieser Stelle ist es mir nochmals wichtig zu sagen, dass die Geschichte Stoff für ein wirklich gutes Buch ist.

Als ob ich da jemals dran gezweifelt hätte! hust, hust

Ihr wisst schon – Ironie und so.