Meldung und Meinung: Lies doch mal zur Strafe ein Buch!

Es gibt ja immer mal wieder Meldungen, bei denen glaubt man, es gibt sie nicht. So ging es mir, als ich heute morgen über den Newsletter des Börsenblatts auf einen Fall in München aufmerksam wurde, über den die Welt berichtet hat.

Da geht es um einen jungen Mann, der zweimal mit seinem Motorrad durch die Polizei hops genommen wurde, weil er sein Nummernschild wohl nur mit einem Gummiband „montiert“ hatte. So weit, so unspektakulär.

Aber jetzt kommt der Clou an der Sache: Die zuständige Richterin hat den Motorradfahrer dazu verurteilt, sich „auf intellektueller Ebene“ noch einmal mit seinem Vergehen auseinander zu setzen. Und wie regt man die intellektuelle Ebene am besten an? Ganz klar, man liest ein Buch. Demzufolge lautet das Urteil auch, dass der Gummibandbenutzer zwanzig Stunden lesen muss.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, auf wie vielen Ebenen ich dieses Vorgehen, das in Münchens Jugendgerichten gar nicht so unüblich zu sein scheint, für verkehrt halte!

Das fängt schon damit an, dass ich keinen direkten Zusammenhang zwischen Vergehen und Strafe sehe. Ich kann einem Menschen nicht auf der einen Seite mehr oder weniger unverblümt unterstellen, dass er – mit Verlaub – zu doof ist um zu kapieren, was er falsch gemacht hat, und ihn dann mit etwas bestrafen, das er nicht oder nur schwer mit dem Vergehen in Übereinstimmung bringt. Wo bleibt da der Lerneffekt? Wenn man den Jungen zum Straßenverkehrsamt geschickt hätte, Nummernschilder ausgeben, das hätte ich verstanden. Oder noch besser zum Schrottplatz, Nummernschilder abschrauben. Aber so!?

Des Weiteren finde ich es mehr als nur fragwürdig, dass der Erfolg der erzieherischen Maßnahme (an einem Erwachsenen? Oder ist man mit 19 in Bayern nicht erwachsen?) dadurch geprüft werden soll, dass der Verurteilte zu dem Buch, das er gelesen hat, einen Text abzugeben hat. Das kann ein Plakat sein, eine Kurzgeschichte oder – Himmel, hilf! – ein Rap. Gut, mit 19 ist man noch nahe genug an der Schule dran, um so etwas wohl ganz okay zu finden. Aber er soll es ja nicht okay finden, er soll etwas daraus lernen!

Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass auf diese Weise wirklich kreative Ergüsse herauskommen, die der Rede wert sind. Und wenn das nicht der Fall ist, was dann? Muss der Junge dann noch ein Plakat malen? Oder noch einen Rap schreiben, bis er Material für ein ganzes Album hat?

Das Allerschlimmste an diesem Urteil und allem, was dahinter steht, ist aber, dass man einen Menschen, den die Richterin ja anscheinend sowieso für ein wenig bildungsfern hält, per Urteil dazu zwingt, ein Buch in die Hand zu nehmen.

Ich frage mich, euch und letztlich auch die Richter in Bayern: Welchen Effekt wird es haben, wenn ich jemandem die Pistole auf die Brust setze und ihm sage, dass er jetzt lesen muss? Wird dieser Mensch im Folgenden freudestrahlend wieder zu einem Buch greifen, weil er endlich kapiert hat, dass Lesen eine wunderbare Sache ist?

Ich denke nicht.

Ich kann mir viel eher vorstellen, dass danach Bücher erst recht nur noch mit der berühmten Kneifzange angefasst werden, weil sie ab sofort mit Strafe in Zusammenhang gebracht werden. Vielleicht auch mit Scham gegenüber den Kumpels, der Freundin oder den Arbeitskollegen. Ganz sicher aber mit einer gewissen Demütigung. Denn so, mit Verlaub, dumm wird auch unser Motorradfahrer nicht sein, dass er nicht ebenso wie ich durchblickt, dass das Gericht ihn für genau das gehalten hat: dumm.

Ich finde es einfach nicht in Ordnung, dass hier eine wunderbare Sache wie das Lesen in eine Reihe mit Geldstrafen, Sozialarbeit oder gar Freiheitsentzug gestellt wird. Es will mir einfach nicht in meinen Schädel.

Deswegen habe ich beschlossen, einfach so zu tun, als hätte ich nie etwas von diesem Urteil gehört. Vielleicht gelingt mir das ja, bis der namenlose junge Mann sein Rap-Album auf den Markt bringt und darin zur Bücherverbrennung auffordert, weil Bücher voll der krasse Megascheiß sind, Bro’s!

Und dann wundern sich wieder alle, wo so etwas wohl herkommt.

kopfschüttelnd ab

Der neue Duden: 5.000 Worte, die man vorher noch nicht kannte

Für uns Autoren ist er ja so etwas wie Hassobjekt und verehrter Kultgegenstand gleichzeitig: Der Duden. Das anerkannte Standardwerk zur deutschen Sprache, aufgeteilt in viele Bände und Disziplinen, deren Mittelpunkt jedoch stets das Wörterbuch der deutschen Sprache bleibt. Sicherlich das Buch, an das man synonym denkt, wenn jemand vom „Duden“ spricht.

Nun ist der Duden in einer neuen Auflage erschienen und jedesmal wieder überschlagen sich die Freunde und Feinde der Materie mit ihren Anmerkungen und Einlassungen. Denn eines steht fest, so sicher, wie das Amen in der Kirche: Recht machen können es die Macher des Bandes nie allen.

Da gibt es die Menschen, die darüber jammern, dass zu viele Anglizismen Einzug gehalten haben, die unsere deutsche Sprache verwässern würden. In diesem Zusammenhang bin ich übrigens immer versucht, ein möglichst teutonisches „teutsch“ zu benutzen.

Andere mokieren sich, dass Modewörter, die doch bitte hoffentlich und überhaupt nur für eine Saison tanzen, in das Wörterbuch aufgenommen und damit geadelt werden.

Wenn man heute an verschiedenen Orten im Netz nach den verschiedenen Reaktionen sucht, dann wird man sehr schnell fündig werden. Über den einen oder anderen Einwand kann man durchaus auch schmunzeln, wie über den eines Twitter-Nutzers, der bemerkt, dass die Aufnahme des Wortes „futschikato“ ungemein den Mann erfreuen wird, der dieses Wort 1958 als weltweit Letzter verwendet hat.

Was übrigens nicht ganz stimmt, denn ich kann mich an ein Hörspiel aus dem Jahr 1985, circa, erinnern, wo es auch Verwendung fand. Aber das nur am Rande.

Für uns Autoren ist der neue Duden eigentlich ein Pflichtprogramm – sollte man meinen. Ich persönlich sehe es ein ganz klein wenig anders, denn der Duden ist für mich nicht Bibel, sondern Unterstützung. Ich liebe es, meine geschriebenen Texte durch den automatisierten Duden-Korrektor zu schicken. Denn der kennt Wortkonstruktionen, die ich nicht kannte und ist auch in der Lage, solche Konstrukte, die nur ich mir ausgedacht habe, zu markieren und mich zum Umdenken zu bewegen.

Insofern freue ich mich jetzt schon auf die neue Ausgabe des Duden-Korrektors für den PC, der sich dann, hoffentlich, wieder so gut wie der bisherige bedienen lässt. Nämlich dermaßen unauffällig, dass man schlicht nicht mitbekommt, wie er im Hintergrund von Programmen wie SoftMaker Office oder Papyrus Autor werkelt.

Einen Duden in Papierform habe ich seit der Schulzeit nicht besessen. Ich sehe auch keinen (Zusatz-)Nutzen in ihm.

Apropos Schule: Dort wäre sein Einsatz vielleicht wünschenswert, alleine er wird nicht eingesetzt. Ich habe von meiner schulpflichtigen Tochter noch nie gehört, dass sie mal mit diesem Ding gearbeitet hätte. Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht an der Schule. Oder nur in einer Auflage, in der vielleicht, so gerade eben, das Wort „Computer“ auftaucht. Wobei ich mich noch erinnern kann, dass es damals, als es genau um dieses Wort ging, auch schon eine Kontroverse gab, ob man dafür nicht einen schönen, teutschen, Begriff finden könnte.

So betrachtet ist der Duden auch immer eine Art Zeitreise.

Wie dem auch sei, jetzt hat die deutsche Sprache also offiziell 5.000 neue Worte, mit großem ß und allem, was sonst noch so dazu gehört. Bleibt mir nur noch, allen Beteiligten viel Spaß damit zu wünschen! 🙂

Was wäre, wenn Hitler Bilderbücher illustriert hätte?

So, seit ein paar Tagen kaue ich jetzt schon auf diesem Beitrag und insbesondere seiner Überschrift herum. Ich war mir selber nicht sicher, ob sie nicht zu plakativ ist, zu effektheischend, zu reißerisch. Aber ich lande immer wieder bei ihr und deswegen verwende ich sie jetzt.

Zumal sie das Problem sehr schön umreißt.

Ich hatte in meinem gestrigen Reblog eines Beitrags von Nomnivor schon angedeutet, dass anscheinend ein Thema in der Luft liegt. Und wie könnte dieses Thema auch nicht in der Luft liegen, wenn wir nicht in einer Zeit leben würden, in der langsam aber sicher alles auf Wahlkampf hinsteuert mit allen positiven (wenige) wie negativen (mehrere) Effekten, die das so mit sich bringt.

Dass ich selbst begann, mich mit dem Thema zu beschäftigen, geht auf einen Beitrag von Mel zurück, die auf ihrem Blog über einen Roman schrieb, von dem aus es irgendwie unmöglich war, in den Kommentaren nicht auf einen Schriftsteller zu kommen, der inzwischen leider ziemlich leicht in die Schublade „Rassist“ gesteckt werden kann. Und von vielen auch wird.

Ja, man soll es nicht für möglich halten, auch Rassisten sind manchmal in der Lage, mehr als drei Buchstaben mehr oder weniger sinnvoll aneinander zu reihen. Und manchmal schaffen sie es sogar, dass dabei eigentlich etwas für sich betrachtet richtig Gutes herum kommt.

Das Beispiel, das ich unter diesem Posting brachte, ist der Autor Akif Pirinçci, der irgendwann in seinem Leben mal eine falsche Ausfahrt genommen zu haben scheint, und sich inzwischen unter den Hardlinern der Rechtspopulisten eingeordnet hat. Jedenfalls lassen seine öffentlichen Auftritte seit ein paar Jahren darauf schließen.

Pirinçci gehört dabei zu den Autoren, die dazu angetan sind, mich in Gewissensnöte zu bringen. Denn eigentlich mag ich Teile seiner Arbeit. Was viele heute nicht mehr bedenken, wenn sie seinen Namen hören, ist die Tatsache, dass er eine Reihe ziemlich formidabler Katzenkrimis (!) geschrieben hat, die 1989 mit dem Roman „Felidae“ ihren Anfang nahm und sogar noch bis in dieses Jahrtausend hinein Fortsetzungen erfuhr.

Und jetzt habe ich eine an Justitia angelehnte Figur vor Augen, auf deren Waagschalen links die Katzenkrimis liegen und rechts Bücher wie „Deutschland von Sinnen“, das seinen heute eher zweifelhaften Leumund mit begründet hat. Ich bin mir sicher, dass diese Ausgabe der Gerechtigkeitsgöttin ziemlich froh darüber wäre, sich das Elend nicht mit ansehen zu müssen.

Ich stehe nun für mich vor der Frage, ob ich eigentlich Romane von Akif Pirinçci noch gut finden darf, die er geschrieben hat, bevor er sich für den Weg entschieden hat, den er heute beschreitet. Und ich stelle mir die Frage, ob es sinnvoll ist, Bücher und ihren Autor getrennt voneinander zu betrachten.

Es ist eine ebenso schwere wie nicht allgemein zu beantwortende Frage, die mich auch wieder zu meiner Überschrift zurückführt.

Über die Person Adolf Hitlers muss ich, denke ich, nicht viel erzählen (auch wenn ich bei meiner Tochter erleben muss, dass die Geschichte des Dritten Reichs heute in der Schule sträflich vernachlässigt wird. Gerade in Zeiten wie diesen eine fragwürdige Entwicklung). Aber wusstet ihr, dass er sich, bevor er erst Soldat, dann Agitator, Politiker und schließlich, in einem Akt von Dummheit, der in der Geschichte der Demokratie einzigartig bleiben dürfte/sollte, Reichskanzler des Deutschen Reiches wurde, als Kunstmaler in Wien durchzuschlagen versuchte?

Ja, Hitler hielt sich selbst für einen Künstler. Allroundgenie war er ja per Definition seiner Anhänger sowieso. Aber da er es nicht schaffte, als Schöpfer von Postkarten über die Runden zu kommen, gab er das Malen bald dran und versuchte sich in seinen späteren Jahren auf dem Gebiet der Architektur. Auch da mit überschaubarem Talent.

Aber nehmen wir einmal an, nur für einen Moment, dass Hitlers Talent im Malen und Zeichnen groß genug gewesen wäre, dass irgendwann ein Verleger auf die Idee gekommen wäre zu sagen: »Hallo, junger Mann, mögen Sie mir vielleicht dieses Kinderbuch illustrieren?«

Wie würde die Welt danach ausgesehen haben?

Denken wir einen Moment das Szenario weiter. Die Chance, dass sich ein Exemplar dieses Buches irgendwo im Nachlass eurer Eltern oder Großeltern gefunden hätte, wäre groß gewesen. Denn sehr wahrscheinlich wäre ein Buch mit Bildern, gemalt vom „Führer“ höchst persönlich, ebenso eine gern ins Regal gestellte Reliquie wie sein anderes Buch geworden, von dem ich an dieser Stelle mal nicht sprechen möchte.

Und dann stellen wir uns weiter vor, dass dieses Buch eine wirklich tolle Geschichte erzählt. Oder sagen wir, es handelt sich um eine Ausgabe mit Volksmärchen der Brüder Grimm, da ist es einfacher, den Fall durchzuspielen. Der Inhalt ist dabei vollkommen keimfrei, weil A.H., wie er vielleicht seine Zeichnungen signiert hätte, ja nur Auftragsarbeiten abgeliefert hat und keine ideologische Auseinandersetzung.

Nun, dann gäbe es heute eine ziemliche Menge an Bilderbüchern, die mehr oder weniger gute Bilder und dafür sehr guten Text beinhalten würden.

Frage: Wegwerfen, weil auch die Brüder Grimm nicht wettmachen können, wo die Bilder herstammen? Selbst wenn es von der Anfertigung bis zur Entfesselung des „Künstlers“ noch beinahe dreißig Jahre dauern sollte?

Jetzt liegt es mir sehr fern, Akif Pirinçci in eine Reihe mit dem Verursacher des größten Massenmords aller Zeiten zu stellen. Es geht mir nur um das Beispiel: Ein Künstler, der einen sehr guten Job gemacht hat in dem, was er tut, und der ab einem Zeitpunkt X jegliche künstlerische Integrität (mindestens) verloren hat.

Kann ich das, was diese Leute vorher getan haben, noch unbelastet lesen?

Meine Antwort lautet: Nein, kann ich nicht. Nicht unbelastet. Ich werde immer, wenn ich Pirinçcis Romane lese, an das denken müssen, was er heutzutage so von sich gibt. Und das von mir soeben erfundene Bilderbuch würde ins Regal wandern und wahrscheinlich nie angeschaut werden.

Aber: Ich werde auch weiterhin, wenn ich Spaß daran habe, die „Felidae“-Romane lesen, zumal ich sie noch nicht alle gelesen habe. Und dabei werde ich mir denken, wie schade es ist, dass aus dem Autoren so ein, pardon my french, Nullmerker geworden ist. Wenn Pirinçci jetzt noch eine Fortsetzung schriebe, würde ich sie allerdings erst ganz genau anschauen, bevor ich sie lese. Nicht, dass da unter dem seidigen Fell eines Stubentigers etwas ganz anderes lauert.

Und was den Illustratoren angeht, so würde ich mir die Bilder anschauen, den Kopf schütteln und sagen: Ach, wärst du doch dabei geblieben!

Weil es für mich, bis zu einem gewissen Grad jedenfalls, eine Trennung zwischen einem Werk und seinem Urheber gibt. Weil ich finde, dass gerade Romane auf ihren eigenen Beinen stehen.

Wenn sie das nicht täten, wie sollte ich denn mit den Werken mir vollkommen unbekannter Autoren umgehen? Immer erst recherchieren, was für Ideologien diese umtreiben oder -getrieben haben? Das dürfte im Einzelfall schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein. Okay, wenn Björn Höcke auf die Idee käme, Romane zu schreiben, wäre die Sache relativ eindeutig. Aber auch das würde ich mir wohl zumindest einmal ansehen. Mit dem morbiden Interesse, das manche Menschen Autounfällen entgegenbringen.

Wobei ich volles Verständnis für jede und jeden habe, der sagt, dass sich dies nicht trennen lässt. Das ist eine Entscheidung, die jeder von uns, vielleicht auch im konkreten Einzelfall, mit sich selber ausmachen muss.

Es fällt mir schwer, ein Fazit für diesen Beitrag zu finden, weil es kein einfaches Fazit geben kann. Deswegen ist es vielleicht das beste, wenn ich ihn ohne einen zusammenfassenden Satz stehen lasse. Denn mehr, als mich zu wiederholen, könnte ich kaum noch tun.

Warum die #Ehefueralle auch für Autoren wichtig ist

Wer heute auch nur einen schnellen Blick in die sozialen Netzwerke wirft, der kommt nicht, aber auch so gar nicht, an dem Hashtag #Ehefueralle oder seinen nahen Anverwandten vorbei. Für diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben (unter welchem Stein wart ihr die Woche über?): Der Deutsche Bundestag hat heute früh in einer historischen Abstimmung beschlossen, dass die Institution der Ehe auch für Paare geöffnet werden soll, die nicht dem klassischen Bild eines Ehepaares, also einem Mann und einer Frau, entsprechen.

Es ist nur schwer vorstellbar, wie groß die Magenschmerzen bei einigen Abgeordneten der Parteien gewesen sein müssen, die aus ebenso traditionellen wie überholten Gründen gegen diese Neuregelung gestimmt haben. Aber so sehr sie auch von der Vorstellung angewidert gewesen sein möchten, die Abstimmung hat ein deutliches Ergebnis gezeigt: Die Ehe für alle wird kommen. Ganz egal, ob Frau Merkel dagegen gestimmt hat (hat sie), oder ob es der CSU gefällt (was es nicht tut).

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich froh bin, dass dieses Zeichen gesetzt wurde und diese Möglichkeit geschaffen worden ist! Auch wenn ich in meinem direkten Bekanntenkreis nur wenige homosexuelle Paare habe, also nicht „direkt“ betroffen bin, so habe ich doch genügend wunderbare Menschen kennengelernt, die eben in irgendeiner Weise gay oder queer waren, dass es mich schon deswegen freut, dass sie nun bald, wenn sie denn möchten, mit allen Rechten und Pflichten, die daraus erwachsen, getraut werden können wie jedes „normale“ Paar. Und ich wünsche mir, dass es schon bald nicht mehr nötig sein wird, das böse Wort „normal“ zu benutzen, weil es dann wirklich für alle Menschen zur Normalität gehören wird.

Das aber nur vorneweg.

Mein auf diesen Themenbereich gedrilltes Autorenhirn hat sich natürlich sofort darauf gestürzt, was diese einschneidende gesellschaftliche Veränderung für das, was wir schreiben und wie wir schreiben, bedeuten könnte.

Vor allem denke ich da an den sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Bereich der „Gay Romance“. Wem der Begriff nichts sagt: Es handelt sich dabei im Wesentlichen um ganz normale Liebesromane, bei denen es nur eben nicht darum geht, dass Frau Mann für Happy End sucht, sondern dass Mann Mann oder Frau Frau sucht.

Zwischenruf: Ich könnte mir vorstellen, dass alleine schon die Existenz so einer Literaturgattung einigen derjenigen, die heute im Bundestag mit „Nein“ gestimmt haben, schon einen mittleren Darmverschluss zufügt.

Durch die gesetzlichen Beschränkungen, denen homosexuelle Paare in Deutschland noch unterliegen, war es für die Autoren dieser Romane nie möglich, wirklich zu thematisieren, was in Konstellationen aus Mann und Frau ganz selbstverständlich ist. Ein alleinerziehender, schwuler Vater, der auf der Suche nach einem neuen Ehemann ist? Eher schwierig. Eine Lesbe, die sich von ihrer Frau scheiden lässt, was zu einem Rosenkrieg um das gemeinsame Vermögen führt? Geht gar nicht.

Das Schöne an dieser Veränderung ist, dass sich die Möglichkeiten für Autoren erweitern, sie aber nicht dazu gezwungen werden, diese auch zu nutzen. Das passt im Übrigen durchaus auch zu dem, was man in der Debatte um die Ehe für alle in den letzten Tagen lesen und hören konnte. Denn auch da wurde immer wieder herausgestellt, dass das Erlangen von Freiheit für die einen nicht die Freiheit der anderen beschneide.

Aber alleine, diese Möglichkeiten nun zu haben, macht die Spannweite dessen, über das wir Autoren schreiben können, um ein Vielfaches größer. In gesellschaftspolitischer Hinsicht ist es ein Quantensprung, was wir in dieser Woche erlebt haben.

Eine Einschränkung muss ich dazu allerdings direkt nachschieben. Wenn ein Roman, der jetzt gerade in der Entstehung ist, seine Prämisse darauf fußt, dass Lukas und Hank nicht heiraten dürfen, weil dies gesetzlich verboten ist, könnte das für den Autor ein Problem werden. Aber ich denke, das sind nur die Wenigsten.

Also lasst uns keine Probleme aufbauen, wo keine sind, sondern uns an diesem Tag einfach darüber freuen, dass unsere Welt nicht nur ein Stück freier, sondern auch ein Stück bunter geworden ist. Ich denke, da beißt die Maus keinen Faden ab, selbst wenn das Gesetzgebungsverfahren natürlich noch nicht durch diese Abstimmung abgeschlossen wurde.

Ich freue mich auf eine kommende Zeit von neuer Freiheit für reale und erdachte Menschen, egal in welchem Genre, egal vor welchem Hintergrund.

Reblog: Der Social-Media-Knigge (und ein paar Gedanken dazu)

Heute möchte ich euch einen sehr lesenswerten Artikel meiner geschätzten Autorenkollegin und BartSis Babsi a.k.a. TheBlueSiren ans Herz legen. Dies tue ich aber, trotz der Überschrift, nicht als ganz normalen Reblog, wie ich ihn über WordPress auf Knopfdruck haben könnte, sondern in Form eines ergänzenden Artikels. Weil ich denke, dass Ergänzungen nötig sind.

Also: Ein Social-Media-Knigge. Wieso das?

Nun, wer oder was ein Knigge ist, das dürften wir alle wissen, auch wenn die meisten von uns (ich eingeschlossen) niemals einen Blick hineingeworfen haben. Es geht darum, die Verhaltensweisen zwischen Menschen auf ein für alle Beteiligten angenehmen Niveau zu bringen. Und ja, wenn ich mir, zum Beispiel, bei Tisch in der Nase popel, dann kann ich davon ausgehen, dass 99% meiner Tischnachbarn das eher eklig finden.

Das Problem ist, dass wir einander sehr selten sehen, wenn wir in den sozialen Medien unterwegs sind. Da haben wir Facebook, wir haben Twitter, wir haben Pinterest, Snapchat, Instagram, YouTube, vielleicht noch XING oder LinkedIn. Die Älteren unter uns haben vielleicht noch MySpace oder StudiVZ. Und die ganz besonders aufgeschlossenen treiben sich auf Plattformen wie Tinder herum.

Ganz egal, wo wir uns im Netz bewegen, wir bewegen uns in unserem eigenen Kosmos. Andere lassen wir über unsere Äußerungen und unsere Informationen, die wir von uns preisgeben, daran teilhaben. Manchmal sogar gegen deren Willen, ganz einfach, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten.

Okay, bevor ich mich noch ganz ins Unkonkrete rede, komme ich zu Babsis Artikel zurück.

Babsi hatte einen konkreten Anlass, aus dem sie diesen Artikel geschrieben hat. Ich werde diesen hier nicht benennen, weil ich zum einen nicht involviert war, und weil ich zum anderen auch keine Lust habe, mich involvieren zu lassen.

Aber das, was sie da schreibt, das sind Phänomene und Antworten darauf, die ich schon kenne, seit ich mich Anno 1996 oder ’97 das erste Mal in eine Mailingliste gewagt habe. Damals gab es nämlich schon dieselben Verhaltensweisen und auch dieselben – teilweise – Missverständnisse. Ja, ich behaupte, dass auch Missverständnisse dabei sind. Denn nur die wenigsten Menschen gehen bewusst hin und verstoßen gegen die Regeln des einträchtigen Miteinanders. Und die, die es tun, die sollte man nicht füttern. Das berühmte „Don’t feed the Trolls“ halt.

Als Kernsatz möchte ich den auch bei Babsi fett gedruckten Satz Für ein liebevolleres Miteinander! aufgreifen.

Denn was oft vergessen wird: Gleiches mit Gleichem zu vergelten macht denjenigen, der reagiert, nicht unbedingt besser als den, auf den er reagiert.

Wieder auf mein Beispiel bezogen wäre es etwa keine geeignete Reaktion, dem Nasenpopler das eigene Wasserglas ins Gesicht zu schütten – und es ihm danach auf dem Kopf zu zertrümmern.

Leider musste ich gerade in den letzten Wochen und Tagen feststellen, dass sich diese Einsicht nicht bei allen Beteiligten an den Vorkommnissen, die es gegeben hat, und auf die sich auch Babsi bezieht, durchgesetzt hat. Und das finde ich, ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder mir nicht zustehender Moralkeule, sehr, sehr schade.

Ich gehe nämlich davon aus, dass wir, die Autorinnen und Autoren im Netz, vom Grundsatz her erst einmal alle das Gleiche wollen. Wir wollen schreiben, Wege zum Erfolg ausloten, gemeinsam mit anderen diese Wege erkunden und dann irgendwann den Erfolg erringen. Ich gehöre zu denen, die glauben, dass man das wirklich besser gemeinsam tun kann. Jedes Gegeneinander schadet uns. Und wenn man ganz, ganz schwarz sieht, dann nicht nur den direkt Beteiligten, sondern auch allen anderen.

Wieder mein Beispiel: Links und rechts der Tafel sitzen Autoren, vor Kopf Vertreter von Verlagen, des Feuilletons, Literaturagenten. Und die sehen nun mit an, wie sich die Autoren gegenseitig nicht zu benehmen wissen, wie sie sich an die Gurgel gehen und wie sie einander das Geschirr um die Ohren hauen. Soll es uns da verwundern, dass manch einer vor Kopf aufsteht und sich sagt, dass er mit „so welchen“ eigentlich nichts zu tun haben will und dass „die“ gerne wiederkommen können, wenn sie gelernt haben, sich zu benehmen?

Mag sein, dass ich das zu global sehe, mag auch sein, dass ich es zu schwarz sehe. Aber genau deswegen schreibe ich es hier separat und nicht als klassischen Reblog, weil ich es nicht so aussehen lassen möchte, als ob Babsi die gleichen Gedankengänge hat, wie sie sich mir nun aufdrängen.

Ich finde den Knigge fürs Social-Media gut. Und ich kann nur jeden bitten, ihn sich durchzulesen und dann genau zu überlegen, inwiefern er oder sie sich daran halten mag. Oder sich zu überlegen, wieso es für ihn oder sie nicht infrage kommt.

Ob es schade ist, dass so ein Knigge geschrieben werden musste? Keine Ahnung. Vielleicht leben wir einfach in einer Zeit, in der man es gewohnt ist, sich schnell die Frequently Asked Questions durchzulesen und dann alles zu wissen, was man wissen muss. Auch in dieser Hinsicht funktioniert Babsis Knigge sehr gut.

Auf jeden Fall kann ich jeden ihrer Punkte nur unterschreiben, packe mir da, wo es nötig ist, auch an die eigene Nase und gehe dann frisch und mutig wieder an mein Werk. Denn auch dieser Blog ist in in seinen Kommentaren ein Soziales Medium. Und ich glaube nicht, dass einer von euch mich beim Popeln erwischen möchte.

Ih-Bäh!

Meldung und Meinung: Amazon eröffnet eine Buchhandlung und ein Journalist findet es ganz, ganz schlimm

Na, da hat sich aber mal jemand richtig aufgeregt, bevor er seinen Artikel geschrieben hat. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist gestern ein Artikel erschienen, der netterweise heute auch online für all jene nachgelesen werden kann, die zwar gerne die FASZ lesen würden, für die der Sonntag aber schlicht zu kurz ist, um das auch wirklich tun zu können. So geht es mir zum Beispiel. Ich finde die Zeitung wirklich großartig, aber ich weiß einfach nicht, wann ich das alles lesen soll.

Da tut es dem eigenen Gewissen gut, wenn man dann auch mal einen Artikel sieht, der nicht so großartig ist. Und das ist im vorliegenden Fall leider geschehen.

Was also ist passiert? In simplen und schmucklosen Fakten kann man es wohl wie folgt darstellen:

  • Amazon hat in New York eine Buchhandlung eröffnet
  • Die Buchhandlung ist so mittelgroß und in einem Einkaufszentrum untergebracht
  • In der Buchhandlung ist das Sortiment ähnlich zu Amazons eigenen Empfehlungskriterien auf der Website aufgebaut
  • Bücher gibt es in dieser Buchhandlung zum aktuellen (Amazon-)Tagespreis
  • Was nicht vorrätig ist, wird über direkte Verknüpfung zum Onlineshop bestellt

So, ich gebe jedem von euch jetzt, sagen wir, dreißig Sekunden Bedenkzeit, um selbst herauszufinden, was an diesen Punkten denn so ganz, ganz schlimm ist, wie es der Journalist in seinem Artikel zum Ausdruck bringt.

[Nette Fahrstuhlmusik]

So, da wären wir wieder. Und, seid ihr fündig geworden? Schauen wir uns die Punkte doch im Einzelnen noch einmal an.

Amazon hat also eine Buchhandlung eröffnet. Daran erkenne ich erst einmal nichts Verwerfliches. Es ist noch nicht einmal Amazons erste Buchhandlung. Auch die Größe finde ich jetzt nicht weiter tragisch, auch nicht die im Artikel genannte Innenausstattung. Auch in deutschen Einkaufszentren findet man mittelgroße Buchhandlungen. Ich nenne da einfach mal den Namen Thalia.

Dass Amazon das Konzept seiner Website mit Herausstellung eigener Bestseller und Ähnlichem in den Laden überträgt, finde ich zum einen nicht so besonders (man denke an die Bestseller-Listen, die in unseren Buchhandlungen ausgehangen werden), zum anderen kann dies auch eine Chance darstellen für unbekanntere Autoren. Wenn sich nämlich ein Selfpublisher gut genug verkauft, dann steht er auf einmal prominent im Laden – mit dem Buchcover voraus, wie der Artikel noch erwähnt.

Dass es die Bücher zum jeweiligen und günstigen Tagespreis gibt – ja, mein lieber Herr Journalist, das ist nun einmal die Art, wie die Amis ihre Bücher verkaufen. Eine Buchpreisbindung gibt es da nicht. Das kann man gut oder auch schlecht finden, aber nicht Amazon vorwerfen. Übrigens spielen auch unsere einheimischen Buchhändler das Spiel mit. Wenn ich hier ein englischsprachiges Buch kaufe, dann zahle ich in der Bahnhofsbuchhandlung auch einen anderen Preis als in der Mayerschen dreihundert Meter weiter.

Und dass sofort bestellt wird, was nicht vorrätig ist … muss ich da wirklich etwas zu sagen!? Das ist doch nun bitte wirklich Standard heute, egal in welcher Branche, egal in welchem Laden. Thalia bestellt beim Grossisten. Weltbild bei sich selbst. Und Amazon eben – bei Amazon. Mit Lieferung nach Hause. Macht meine Apotheke übrigens auch, um ein Beispiel aus einer ganz anderen Branche zu bringen.

Ganz ehrlich, um die Sache hier abzukürzen. Ich weiß nicht, was mir dieser Artikel sagen soll, außer dass der Verfasser, wieso auch immer, einen Brass auf Amazon hat. Ja, man muss nicht alles gut finden, was dieser milliardenschwere Konzern treibt. Aber diese Sorte stationärer Buchhandlungen machen nichts kaputt, was nicht sowieso schon kaputt ist! Ich behaupte, dass deswegen nicht ein Kunde weniger bei gut sortierten Buchhändlern kauft, weil sich die Zielgruppen einfach nicht überschneiden. Das eine sind die Onlinekäufer, das andere die Vor-Ort-Käufer.

Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich könnte geschichtlich Mäuschen spielen und mir ansehen, wie der Aufschrei im Einzelhandel war, als auf einmal Unternehmen wie Quelle, Otto und Neckermann, die eigentlich ja „nur“ Katalogware verkauften, Geschäfte in den Innenstädten eröffneten.

Die Debatte, inwieweit die Multis den alteingesessenen Händler vor Ort platt machen, ist also nicht neu. Und es geht eher darum, Strategien zu finden, um dem entgegen zu treten. So, wie es viele engagierte Buchhandlungen heute schon tun. Mit Ideen, mit persönlicherer Ansprache, mit Service.

Denn der „Kampf“, wenn er denn geführt werden muss, wird zwischen der Entscheidung online oder lokal getroffen. Und nicht zwischen den Alternativen Amazon Bookstore oder Thalia oder Anjas Antiquariat, die in einer Einkaufsstraße einträchtig nebeneinander liegen.

Oder wie seht ihr das? Mache ich es mir hier zu einfach oder es dem Journalisten zu schwer? Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Kommentare zu diesem Artikel, den ich bisher noch gar nicht verlinkt habe, weil ich erst meine Argumente aufzählen wollte.

Aber jetzt: hier!

Reblog: Von Literaten und Fremdenhass: Zeit für ein Statement

Für diesen Blog gilt eigentlich das, was Nora Bendzko, deren Artikel ich hiermit reblogge, auch von sich selbst schreibt: Er ist keine politische Seite. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich in meinen Romanen – insbesondere in dem, der seiner Veröffentlichung harrt – durchaus Stellung beziehe. Aber wenn ich anfangen würde, mich ins politische Tagesgeschehen zu stürzen, dann würde ich bald in einen Strudel geraten, der aus dieser Seite etwas ganz anderes machen würde als das, was sie heute ist.

Und das will ich nicht.

Und dennoch ist es mir ein Bedürfnis, diesen Beitrag von Nora zu teilen und ihm mit meinen bescheidenen Möglichkeiten ein wenig mehr Reichweite zu verleihen. Ich finde nämlich, dass sie die richtigen Worte findet – und dass sie sie aus den richtigen Gründen findet.

Ich weiß nicht, von welcher Autorin Nora schreibt und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das eigentlich wirklich wissen will. Einerseits ja, denn ich möchte mich von solchen Menschen, die ich aufgrund ihrer Haltung im Gegensatz zu dem, womit sie Geld verdient, eigentlich nur als falsch bezeichnen kann, gerne fern halten. Andererseits ist es vielleicht gar nicht verkehrt, sich ein wenig Naivität zu bewahren und immer erst einmal vom Guten im Menschen auszugehen. Bis diese sich dann von selber herausstellen als das, was sie wirklich sind.

Ich reblogge diesen Beitrag durch Zufall auch an dem Tag, nachdem es in Manchester einen Anschlag auf die Besucher eines Popkonzerts gegeben hat. Und obwohl der eine Sachverhalt mit dem anderen nichts zu tun hat, wurde ich doch heute darauf gestoßen, dass es Menschen wie der besagten Autorin nie zu dumm wird, mit pawlowschem Reflex geifernd auf jene zu zeigen, die „anders“ sind als sie. Die eine „andere“ Hautfarbe haben – oder einen „anderen“ Glauben.

Ich verkenne hier überhaupt nicht die Realitäten. In der Welt, wie sie sich leider darstellt, gibt es eine 99% Wahrscheinlichkeit, dass der Täter Verbindungen zum Islamischen Staat oder ähnlichen Terrororganisationen hat. Das bedeutet aber nicht, dass mein Nachbar, der Postbote oder der nette Mann, der immer so freundlich grüßt, sie auch haben muss, nur weil er „nach Meinung gewisser Zeitgenossen anders“ ist. Ist er wirklich anders?

Das bringt mich zurück zu Nora und ihrem Beitrag. Sie schreibt von Brücken zwischen den Menschen, die man überwinden kann. Ich stelle mich an ihre Seite und sage: Lasst uns Brücken bauen! Und lasst uns das unsrige tun, um sie zu stärken.

Die Hauptperson in meinem Roman „Der Morgen danach“ ist ein Mann mit kahlrasiertem Schädel, martialischem Aussehen und fragwürdigem Hintergrund. Doch als er in eine Notlage gerät ist der erste, der ihm hilft, ein türkischer Mitbürger. Weil die beiden es schaffen, eine Brücke miteinander zu bauen.

Vielen Dank, Nora, für deinen tollen Beitrag!

Nora Bendzko - Autorin, Sängerin & Lektorin

Eigentlich wollte ich heute nur zwei wundervolle Rezensionen verlinken, die mich in den letzten Tagen zu »Wolfssucht« und »Kindsräuber« erreicht haben. Manchmal werfen aber unvorhergesehene Dinge den Posting-Plan durcheinander. So eine Diskussion in den großen deutschen Leserforen aus Facebook, die seit gestern die Gemüter die erhitzt. Es ging um eine bestimmte Autorin, wiederholt fremdenfeindliche Postings, Leute wurden geblockt und beleidigt, es kam unausweichlich zum Shitstorm und zu dem Aufruf: #bloggergegenrechts

Was genau ist passiert?

Eine Gay Romance und Fetisch/ BDSM Autorin, die ohnehin schon wegen rechtsrechten Postings auffiel, schlug mit einem neuen Post dem Fass den Boden aus. Ich nenne bewusst keine Namen, denn es geht mir um die Materie und nicht um öffentliche Anprangerung. Wer da mehr wissen will, der schreibe mir privat für Namen, Links zu Screenshots, etc.

Kurz die Highlights ihres Postings: Sie schrieb, neulich im Kaufland gewesen zu sein, der »zu einem Ghetto verkommen« wäre. Betont…

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