[NaNo2015] Aus und vorbei!

Und ehe man es sich versieht, ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und man fragt sich

  1. wo denn der November eigentlich geblieben ist und
  2. wieso man immer noch keine Ahnung hat, was man eigentlich zu Weihnachten verschenken soll.

Und so wird immer eine Sorge von der anderen abgelöst, wobei der NaNo mir insgesamt weniger Sorgen bereitet hat, als ich ursprünglich befürchtet hatte. Ich habe es geschafft, quasi vom Start weg über dem jeweiligen Tagesziel zu liegen. Dabei hat mir sicherlich sehr geholfen, dass ich mit „Der Beobachter und der Turm“ einen Roman hatte, den ich „nur noch“ abschließen musste – und nicht mit einer ganz neuen Geschichte zu kämpfen hatte.

Wobei meine Erfahrungen mit „Die Welt der stillen Schiffe“ ja eindeutig aufzeigen, dass ich auch dann wahrscheinlich genügend Ideen gehabt hätte, um mich auf das Ziel der 50.000 Worte in 30 Tagen zu hieven. Es wäre halt nur schwieriger gewesen.

Insgesamt habe ich in diesem NaNo, meinem zweiten, 64.683 Wörter geschrieben, von denen sich ungefähr jeweils die Hälfte auf die beiden Romanprojekte verteilt. Wobei ich in den letzten Tagen schon ein paar Mal Pausen einschieben musste, weil ich einfach merkte, dass ich doch etwas überschrieben war. Drei Tage habe ich mir komplett frei genommen, was ich als für mich gut bewerte, weil ich normalerweise mit Sicherheit durchgezogen hätte, auch wenn es mir nicht so gut damit gegangen wäre. Meine Therapeutin wäre stolz auf mich ;-).

Der NaNo2015 wird mir sicherlich nicht nur aufgrund des abgeschlossenen Romans in Erinnerung bleiben. Er war auch der erste, zu dem ich, wenn auch mit viel geringerem Engagement, als ich es eigentlich wollte, mit anderen Autoren das Rennen gemeinsam bestritten habe. Die liebe Hanna hat mich ein ums andere Mal dazu angestachelt, doch noch eine oder zwei Seiten zu schreiben, auch wenn ich schon recht müde war.

Interessant ist vielleicht noch, dass der November auf dieses Jahr betrachtet trotz der sehr guten Zahl nur auf Platz drei der Monate mit den meisten Wörtern steht. Ich kann also jetzt schon sagen, dass ich auf ein sehr produktives Jahr zurückblicken kann. Aber für den Jahresrückblick ist es noch ein wenig früh!

Deswegen bekommt ihr hier, zum letzten Mal in diesem Jahr, meine NaNo-Statusseite präsentiert.

NaNo_Woche4

Mit dem Tagesschnitt von 2.156 bin ich sehr zufrieden und natürlich damit, dass ich schon am 19.11. das Ziel erreicht hatte.

Ach, was, ich bin mit dem ganzen NaNo2015 sehr zufrieden! Es hat Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr!

Und bei euch bedanke ich mich dafür, dass ihr an meiner Arbeit Anteil genommen habt! Ohne euch wäre es nicht dasselbe gewesen!

Reblog und Meinung: Der NaNoWriMo ist nur der Anfang

Marcus Johanus, mal wieder! 🙂

Der Mann schreibt einfach hervorragende Artikel, die man fast jede Woche rebloggen könnte, worauf ich aber verzichte, weil ich ja schließlich auch noch eigenen Content auf diesem Blog präsentieren möchte.

Dieses Mal komme ich aber nicht umhin, denn Marcus hat ein Thema aufgegriffen, das bei mir auch schon auf der Agenda stand und das ich nun nicht mehr zu schreiben brauche, weil er das schon so gut getan hat.

Also, bitte erst einmal hier entlang: Link.

Alle wieder da? Dann kann ich ja noch meinen eigenen Senf dazu geben.

Zu dem, was Marcus zu Beginn schreibt, kann ich nur hektisch mit dem Kopf nicken. Es ist wichtig, dass ihr das Werk, das ihr begonnen habt, zu einem Ende führt! Und dabei ist es vollkommen egal, ob es 50.000, 10.000 oder auch „nur“ 2.160 Worte sind, die ihr bis jetzt geschrieben habt. Ihr lernt von jedem abgeschlossenen Text! Und nur die wirklich abgeschlossenen Texte sind die, die sich in euren Köpfen festsetzen als „ich habe es geschafft!“.

Diese Motivation, die sich alleine daraus ergeben kann, ist einfach unbeschreiblich. Ganz ehrlich? Mir passiert es sehr oft, dass ich denke, dass das, was ich schreibe, totaler Murks ist. Wisst ihr, was ich dann mache? Ich zähle die Romane, die ich bis jetzt geschrieben habe, an meinen Fingern ab, ganz so, wie es vielleicht ein Erstklässler machen würde. Und dann freue ich mich über die Zahl, die dabei herauskommt und finde neue Motivation darin!

Über die Wörterzahl, die Marcus für den Umfang eines Romans mit 80.000 angibt, kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Es kommt vielleicht auch ein wenig auf die Art des Romans an. Wenn man sich „literarische“ Veröffentlichungen ansieht, dann kommen die manchmal auf knapp 200 Seiten daher, was ungefähr den 50.000 NaNo-Wörtern entsprechen dürfte. Für ein Fantasy-Epos würde ich aber eher das Dreifache veranschlagen. Es liegt letztlich an eurem Stoff und auch der Ambition, die ihr damit verfolgt. Hilfreich kann es sein, wenn man sich im Buchladen mal anschaut, wie viele Seiten eigentlich die Romane in der eigenen Nische so haben. Ich verwende ja gerne eine Statistikseite mit dem Umfang von Romanen von Stephen King.

Unter 2. schreibt Marcus darüber, das Manuskript zu überarbeiten. Ja, ich weiß, das kann anstrengend sein und sich doof anfühlen. Man nimmt den eigenen Text im Prinzip so lange auseinander, bis man sich sicher ist, dass er überhaupt nichts taugt. Aber das ist nur eine Phase, durch die man durch muss! Und dann, irgendwann, kommt man, wie auf der anderen Seite eines Tunnels, auf der anderen Seite wieder heraus und sieht, dass es den Aufwand und die Arbeit und auch die Zweifel wert gewesen ist!

Ob du dann den Schritt wagst, dich wirklich der Außenwelt in Form von Testlesern oder gar Agenturen/Verlagen zu stellen, das musst du für dich entscheiden. Da bin ich ein schlechter Ratgeber, habe ich doch über zwanzig Jahre gebraucht, bis ich mich getraut habe, zum ersten Mal eines meiner Werke ernsthaft nach „draußen“ zu geben. Und seit ich weiß, dass es Menschen gibt, die Interesse daran haben, meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ als Testleser durchzuschauen, bin ich, was das angeht, auch recht nervös geworden.

Aber hey: niemand zwingt dich zu irgendwas! Und genau wie Marcus schreibt: nächstes Jahr ist wieder ein NaNoWriMo! Und der bietet dir erneute Gelegenheit, dein Bestes zu geben, dir selbst zu beweisen, dass du es drauf hast!

Und danach steht dir die Welt offen!

[NaNo2015] Aller guten Dinge sind drei

Ja, das kann man wohl sagen, dass bei mir aller guten Dinge drei waren, denn in der dritten Woche habe ich das Klassenziel im NaNo erreicht. Trotzdem ist es meiner Meinung nach noch zu früh, ein vollständiges Fazit zu ziehen. Das hebe ich mir dafür auf, wenn er vorbei ist. Wer weiß, vielleicht passieren in der kommenden Woche ja noch besondere Dinge, von denen ich jetzt noch gar nichts ahne!?

Jedenfalls habe ich es die letzten Tage ein wenig ruhiger angehen lassen, teils auch, weil ich einfach keine Zeit und Gelegenheit zum Schreiben hatte. Deswegen bin ich schon ganz stolz auf mich, heute noch einmal über 2.000 Worte geschafft zu haben. Gestern hatte ich dafür die bisher erste Nullnummer in diesem NaNo. Nun ja, die Welt dreht sich weiter, nicht wahr?

(Falls es nicht so sein sollte, sagt es mir lieber nicht. Ich wüsste nämlich nicht, was ich auf die Frage antworten sollte, was ich täte, wenn ich nur noch 24 Stunden zu leben hätte …)

Also, fassen wir uns kurz:

NaNo_Woche3

Bislang habe ich im NaNo 54.123 Wörter geschrieben. Ein Schnitt von 2.460 pro Tag. Ich bin zufrieden und mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen! 🙂

Ich wünsche euch einen schönen Abend und noch viel Erfolg in der letzten NaNo-Woche! Ich glaube an euch!

[NaNo2015] So you win again …

Heute, am 20.11.2015, startet die Phase im NaNo, in der die Sieger „gekürt“ werden. Das geht vollkommen simpel vor sich: man kopiert den Text, den man im NaNo geschrieben hat, einfach in ein Fenster auf der Homepage, das dahinter liegende Script zählt schnell einmal durch und wenn man mehr als 50.000 Worte hat, dann wird man auf die Gewinnerseite weitergeleitet.

Da passiert dann nichts weiter Spannendes, denn es geht im NaNo ja in der Hauptsache darum, dass man seinen eigenen inneren Schweinehund (auch bekannt als innerer Kritiker) besiegt und schreibt, schreibt, schreibt!

Ein kleines YouTube-Video mit dem NaNo-Staff gratuliert einem und dann kann man sich sein Zertifikat ausdrucken und, wenn man möchte, an die Wand hängen. Ich habe mich entschlossen, es als Beitragsbild hier zu verwenden, so haben alle was davon ;-).

Anfang Dezember soll es dann noch Goodies für die Gewinner geben. Mal schauen, was das sein soll.

Und dann liebäugele ich ja wirklich mit dem Winner-Shirt, auch wenn der Versand aus den USA unverhältnismäßig schweineteuer ist…

Egal, für heute fühle ich mich mal wie ein „Winner“! 🙂

Und ihr so?

Reblog und Meinung: NaNo Pep-Talk von Andreas Eschbach “Schreib das Ding zu Ende!”

Hallo zusammen!

Ich bin zwar ein eifriger NaNo-Schreiber, aber ich stelle immer wieder fest, dass ich ein lausiger NaNo-Netzwerker bin. Ich finde das selber schade, aber es fällt mir sehr schwer, mich neben der eigentlichen Schreibtätigkeit (zu der für mich, trotz allem, nach wie vor ein täglicher Blogbeitrag gehört) auch noch mit den diversen Austauschmöglichkeiten zu befassen, die der NaNo bietet.

Deswegen habe ich auch nicht in mein NaNo-Postfach geschaut und gesehen, dass es dort heute einen sogenannten „Pep-Talk“, eine Art Motivationsmal, des von mir sehr verehrten Autors Andreas Eschbach gibt. Aufmerksam wurde ich erst, weil ich eine Benachrichtigung der von mir ebenfalls sehr geschätzten Hanna Mandrello bekam, die diesen Pep-Talk in Gänze auf Ihrem Blog veröffentlicht hat:

http://mandrello.com/2015/11/15/nano-pep-talk-von-andreas-eschbach-schreib-das-ding-zu-ende/

In seinem Artikel fabuliert – und ich benutze das Wort im sehr positiven Kontext – Eschbach darüber, wie es wäre, wenn man einen Anruf mit seinem Ich in der Vergangenheit führen könnte. Was würde man diesem, seinem jüngeren Ich erzählen?

Da ja Eschbachs Satz schon in der Überschrift steht, kann ich kurz meinen persönlichen Satz dazu geben: Ich würde meinem jüngeren Ich, das ungefähr achtzehn gewesen sein muss, sagen, dass es selbstbewusster in die Zukunft schauen soll, dass manche Dinge nicht so sind, wie sie zu sein scheinen und dass es immer Möglichkeiten gibt. Damit wäre, auch in Bezug auf das Schreiben, bei mir schon viel abgedeckt.

Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen in meinem Blog davon berichtet, dass ich meine Schwierigkeiten damit gehabt habe, meine ersten Geschichten zu einem Ende zu führen. Lange gab es da ein Triumvirat aus den Genres, mit denen ich mich gerne beschäftigt habe:

Angst im Perseus-Spiralnebel (Science-Fiction)
Der Bund der Sieben (Fantasy)
Fort Apocalypse (Utopie)

Fertiggestellt habe ich nur eines von den dreien. Und ich habe mich schon öfter gefragt, wo ich heute wäre, wenn ich auch die beiden anderen beendet hätte. Denn im Gegensatz zu Eschbachs jüngerem Ich habe ich sie nicht an die Seite gelegt, weil ich sie schlecht fand, ich habe sie an die Seite gelegt, weil sie im Vergleich zu den „Silverstar“-Romanen der schwerere Weg gewesen wären!

Als ich damals, 1993, das Ende von „Angst im Perseus-Spiralnebel geschrieben hatte, konnte ich praktisch nahtlos mit „Expedition durchs All“ weitermachen. Es war ja eine Serie, da war es einfach. Ich musste mir keine Gedanken über einen Einstieg machen, die Personen, die wichtig waren, standen fast alle fest – ich wusste sogar schon, wo der Übergang zu Band 3 sein würde. Der sich dann auch folgerichtig ein rundes Jahr später mit „Final Star“ einstellte.

All das hätte ich bei den beiden anderen Projekten nicht gehabt und deswegen denke ich heute, dass ich wirklich sehr viel von ihnen hätte lernen können. Ich hätte lernen können, mich durchzubeißen, mir selbst zu vertrauen. Auch, dass ich in der Lage bin, textliche Herausforderungen zu meistern.

„Nur Sachen, die du zu Ende schreibst, zählen!“ – So schreibt Eschbach. Und ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Das bedeutet für mich nicht, dass ich jetzt jedes Fragment, das ich irgendwo in der Schublade liegen habe, beenden will, kann oder gar muss. Andererseits habe ich gerade erst mit „Der Beobachter und der Turm“ für mich den Beweis angetreten, dass es wirklich etwas bringt, wenn man zu Ende schreibt. Und sei es nur, dass der eigene Gefühlshaushalt danach etwas ausgeglichener ist.

Beschließen möchte ich meine Ausführungen mit einem weiteren Zitat von Andreas Eschbach, das ich allen, die im Moment im NaNo stecken und vielleicht anhand ihres Wordcounts verzweifeln wollen, nur ganz herzlich hinter die Ohren schreiben kann:

Also, Leute – schreibt weiter, und schreibt das Ding vor allem zu Ende. Und wenn es erst am 2. Dezember passieren sein sollte, dass Ihr »Ende« darunter schreibt, macht es auch nichts.

In diesem Sinne: Frohes Schreiben!

[NaNo2015] Zur Halbzeit vorne!

Es ist Sonntag, der 15. November 2015. Halbzeit im NaNo!

Die erste Halbzeit hat für mich dafür gesorgt, dass ich mich in der zweiten Halbzeit ein wenig entspannt zurücklehnen kann. Um im Fußball-Zusammenhang zu bleiben, könnte man sagen, dass ich zur Pause mit 4:0 vorne liege. Wenn sich jetzt nicht noch ein paar meiner Spieler (also meiner Finger) übel verletzen, sollte man meinen, dass es sich dabei um einen unaufholbaren Vorsprung handelt.

Ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher, ob ich nicht heute noch ein paar Worte schreiben werde, aber trotzdem mag ich euch schon einmal zeigen, wie es bis dato um meinen Wordcount bestellt ist:

NaNo_Woche2

Bislang habe ich 41.146 Wörter geschrieben, was bedeutet, dass mir bis zum Monatsende nur noch 8.852 Wörtchen fehlen. Da ich bis jetzt nur an zwei Tagen diesen Monat (und heute bin ich, glaube ich, noch nicht ganz fertig) weniger als 2.000 Worte geschrieben habe, sollte das im Laufe der Woche erledigt sein.

Die letzte Woche war natürlich auch davon geprägt, dass ich meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ abgeschlossen und meine neue Novelle „Die Welt der stillen Schiffe“ begonnen habe. Damit verstoße ich so ein klein wenig gegen die Regeln des NaNo, aber ich denke, es ist nicht wichtig, ob man die 50.000 nun an einem neuen Roman schreibt, oder ob man es auf zwei Projekte aufteilt.

So, entschuldigt mich, ich schreibe dann noch ein wenig an meiner Novelle, zu der ich euch gerne morgen, denke ich, ein wenig mehr erzählen möchte.

Habt noch einen schönen Abend!

Fakt und Fiktion (7) Freitag der 13.

Disclaimer: Unter dem Label ‘Fakt und Fiktion’ veröffentliche ich kleine Episoden aus meinem Leben (Fakten), die in eine etwas ausgeschmückte (Fiktion) Form gepresst sind. Der Kern der Geschichten ist allerdings ein wahrer!


Seid ihr abergläubisch?

Ich eigentlich auch nicht. Jedenfalls glaube ich nicht an schwarze Katzen, die Unglück verursachen, auch nicht an die Mär, dass man nicht unter einer Leiter durchgehen kann. Und bislang bezeichnete ich Freitage, die zufällig auf einen 13. fallen, als regelrechte Glückstage.

Muss ich wohl revidieren …

Nein, in Bezug aufs Schreiben ist alles gut! Ich habe wieder über 2000 Worte an meiner neuen Novelle „Die Welt der stillen Schiffe“ geschrieben und denke, dass das Gesamtwerk so um die 200 Seiten haben könnte. Ich habe Spaß am Setting, das meinen mir inzwischen nun schon so vertrauten fiktiven Abschnitt der Nordseeküste in die Zeit des Zweiten Weltkriegs versetzt. Der Ich-Erzähler wollte eigentlich nur ein wenig Schmuggelgut übersetzen, aber …

Ja, das war der gute Teil des Tages.

Der schlechte Teil des Tages ist, dass ein Projekt auf der Arbeit, das seit zwei Monaten exakt terminiert und durchgeplant war, jetzt um eine Woche verschoben werden muss, weil jetzt einem Projektbeteiligten auffällt, dass man das Computersystem zum vorgesehenen Termin auf keinen Fall herunterfahren dürfe. Widerspruch zwecklos, sonst rufe ich die Geschäftsleitung an!

Ich – hab – so – einen – Hals!

Dreimal dürft ihr raten, wer extra seinen Urlaub, den er ursprünglich nächste Woche hatte nehmen wollen, verschoben hat, weil da ja die Endabstimmungen für das Projekt laufen sollten! Und dreimal dürft ihr raten, was jetzt in der Woche passieren soll, in der dieser Jemand seinen Urlaub eingetragen hat!

Das war übrigens eine Woche Urlaub, die ich mir extra als Puffer eingebaut habe, falls ich sie für den NaNo brauchen sollte. Wenigstens die Sorge brauche ich wohl nicht haben.

Und da soll man nicht abergläubisch werden?!?

Aber dem gewissen Projektbeteiligten, dem würde ich schon ganz gerne meinen Freund Jason Voorhees aus den Filmen zu diesem speziellen Tag mal vorbeischicken. Nur erschrecken, nicht anfassen! Nicht, dass ihr noch denkt, ich neige zu Brutalitäten! Ich doch nicht!

Seid ihr abergläubisch? Verläuft euer Tag glücklicher?

Der Beobachter, der Turm, der NaNo, die Angst, der Rest

Hallo ihr Lieben!

Zunächst möchte ich mich noch einmal für die Glückwünsche bedanken, die mich zur Fertigstellung meines Romans erreicht haben. Ich habe mich über jeden einzelnen, natürlich auch über die stummen Likes, sehr gefreut! Es ist nach wie vor komisch für mich, mich tatsächlich mit dem, was ich schreibe, in die Öffentlichkeit zu begeben. Aber es war wohl auch nicht zu erwarten, dass ich ein uraltes Muster binnen eines halben Jahres würde aufgeben können, nicht wahr?

Nun ist „Der Beobachter und der Turm“ also fertig. Das war ein sehr seltsames Gefühl, da ich diesen Roman nun wirklich über 15 Jahre im Hinterkopf mit mir herumgetragen habe. Bis ich mich vor zwei Monaten dazu entschloss, ihn nun doch noch einmal anzugehen und fertig zu stellen, war ich eigentlich davon überzeugt, dass er auf ewig ein unvollendetes Fragment bleiben würde. Ein Stachel in meinem Fleisch, der bohrte und piekste, sobald ich glaubte, es mir jetzt allmählich gemütlich machen zu können.

Der „Beobachter“ symbolisierte für mich ein Scheitern an mir selbst, ein scheitern vor allem an einem für mich schwierigen Thema, nämlich der Liebe, der Sexualität, der Veränderung. Und so wurde er in meinem Kopf immer größer und immer (ge)wichtiger. Bis ich richtig Angst vor diesem Manuskript bekam.

Ja, ich glaube, ich kann meine Angst von gestern jetzt ein wenig besser einordnen. Natürlich ist ein Teil die Angst, dass das Manuskript in die Welt gehen soll. Es hatten sich Testleser gemeldet (die ich nicht vergessen habe, die aber natürlich auch noch zurücktreten können, wenn sie wollen), ich habe ein Lektorat in Aussicht (Premiere für mich!) und ich denke ernsthaft über den Weg des Selfpublishing hierfür nach. Dass kann schon mal Angst machen.

Die zweite Angstkomponente kenne ich auch schon seit Jahren. Es ist die Angst, jetzt aber endgültig die letzte Geschichte erzählt, den letzten Roman geschrieben zu haben, der in meinem Kopf ist. Daraus erwächst die Manie, einen neuen Roman am besten direkt nach dem Tag anzufangen, an dem der letzte abgeschlossen wurde. Klingt nicht nur unentspannt, ist es auch.

Und dazu kam dann jetzt doch die große Angst, gescheitert zu sein. Den Roman nicht so gut gemacht zu haben, wie er hätte werden müssen! Auch dies ausgelöst durch die lange Spanne, die zwischen dem ersten und dem letzten Wort des Projekts gelegen hat. Nun, das wird die Zeit zeigen.

„Der Beobachter und der Turm“ ist jedenfalls im ersten Entwurf fertig. Diesen werde ich jetzt an zwei bis drei Stellen noch einmal überarbeiten, wo ich bereits weiß, dass ich noch einmal was tun muss. Dann schaue ich mal, wie der weitere Weg am sinnvollsten ist. Erst veröffentlichen, dann lektorieren lassen? (Scherz!)

Für den NaNo habe ich mir etwas einfallen lassen, das mir ermöglichen wird, die noch „fehlenden“ rund 18.000 Worte schreiben zu können. Ich greife einen Faden/Bestandteil auf, der sowohl in „Der Beobachter und der Turm“, als auch in „Der Ruf des Hafens“ eine Rolle gespielt hat – die sich ja ein „Universum“ teilen.

Der Arbeitstitel der kleinen/großen (ich weiß ja vorher nie so genau, was sich ergibt) Geschichte lautet „Die Welt der stillen Schiffe“. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Ansonsten versuche ich, es jetzt ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Die Arbeit der letzten Wochen hat mich mitgenommen. Das Tempo, das ich teilweise gegangen bin, hat Spuren hinterlassen. Ich möchte keinen erneuten Schreib-burn-out riskieren, wie ich ihn 2013 erlitten habe.

Nicht jetzt, wo ich langsam anfange, meiner schriftstellerischen Arbeit einen neuen Sinn zu geben!

Ich werde euch berichten, wenn ihr mögt! Danke fürs Zuhören und euer Interesse!

Michael

[NaNo2015] Wie denn, was denn, schon eine Woche ‚rum?

Jetzt läuft der NaNo schon etwas über eine Woche und ich habe es glatt versäumt, gestern ein paar Worte dazu zu schreiben, wie viel ich schon geschrieben habe. Und das, obwohl ihr doch genau wisst, dass ich ein echter Statistikfreak bin, was meine Schreiberei angeht :-).

Also – ihr müsst damit leben, dass ihr heute einen Statistikpost bekommt, genauso wie morgen den üblichen Post zum „Beobachter“. Oder vielleicht muss ich auch damit leben, dass die Besucher einfach wegbleiben!? Man weiß es nicht.

Die Website des National Novel Writing Month bietet eine ganz hervorragende Statistikfunktion, die immer dann aufgerufen wird, wenn man den eigenen Wordcount aktualisiert. So sieht das heute bei mir aus:

NaNo_Woche1Wie ihr sehen könnt, habe ich bis jetzt 23.141 Worte geschrieben, nähere mich also der Halbzeitmarke. Ich hatte ein paar hervorragende Tage in dieser Woche, was für einen Vorsprung von fast 10.000 Worten gegenüber dem eigentlichen Tagesziel gesorgt hat.

Ich würde die 50.000 Worte erreichen, wenn ich jeden Tag nur noch 1.168 Worte schreiben würde. Das sind rund 500 Worte weniger, als die eigentlich rechnerisch zu erreichenden 1.667. So wie es jetzt läuft, wäre ich schon am 18.11. mit den 50.000 Worten durch, habe aber auch im Schnitt 2.892 Worte pro Tag geschrieben.

Ich mag diese Zahlenspiele! 23 Tage dauert der NaNo noch und ich werde mir überlegen müssen, was ich damit anfange. Aber dazu schreibe ich morgen noch ein wenig mehr :-).

Euch noch einen schönen Sonntag Abend und einen guten Start in die Woche!

Kurz und schmerzlos (14) Zwei Enden sind eines zuviel

„Der Beobachter und der Turm“ befindet sich auf der Zielgeraden und mir ist etwas passiert, was mir noch nie zuvor passiert ist: ich weiß nicht genau, wie ich es enden lassen soll!

Das heißt, eigentlich habe ich ein vollständig ausformuliertes Ende im Hinterstübchen meiner Kreativwerkstatt herumliegen. Da liegt es schon gute 15 Jahre und wartet eigentlich nur noch darauf, aufgeschrieben zu werden. Es ist ein starkes Ende, ein logisches Ende, eines, auf das ich richtig hingefiebert habe.

Doch plötzlich sind da Zweifel, die ungefähr mit meinen Überlegungen angefangen haben, ob es eigentlich fair ist, wie mit dem Leben und Sterben in Romanen umgegangen wird. Und es gibt diese Stimme in mir, die ein anderes Ende haben möchte.

Kann man sagen, dass es ein „gutes“ Ende und ein „böses“ gibt? Nein, das wäre zu eindimensional. Und auch sachlich falsch. Sagen wir, dass die Figuren am jeweiligen Ende eine andere Perspektive aufzuweisen hätten.

Und jetzt stehe ich hier mit meinen beiden Enden und weiß, dass eines zuviel ist. Und schlimmer: ich müsste mich langsam mal entscheiden!

Oder ich mache etwas, was ich auch noch nie gemacht habe: ich schreibe beide Enden und hebe mir die Entscheidung auf. Auf die Spitze treiben könnte ich das Ganze, indem ich dem Leser die Wahl überlasse, welches Ende er lieber lesen möchte! So ähnlich hat es Stephen King am Ende seines Romans „Der Turm“ gemacht, als er dem Leser angeboten hat, bei einer bestimmten Stelle der Geschichte aufzuhören und sich den Teil, den er vielleicht lieber gar nicht lesen will, zu ersparen.

(Und bevor einer unkt: mein Turm und seiner haben nicht das Geringste miteinander zu schaffen!)

Einen charmanten Nebeneffekt hätte diese Lösung: Der Schreibstoff für den NaNo wäre wohl gesichert!

Ich muss mal ernsthaft drüber nachdenken. Habt ihr Anmerkungen, Meinungen, Ideen dazu? Dann bitte immer her damit!

Und so oder so wünsche ich euch einen schönen Start ins Wochenende!