[NaNo2015] Ein klein wenig Motivation und Selbstvertrauen

Ich muss jetzt mal was beichten. Erstens: ja, auch ich höre manchmal sehr gerne ganz ordinäre Popmusik! Wobei ich das immer schon getan habe, nur dass es mir im Laufe der Jahre immer egaler geworden ist, was denn der Rest der Welt davon hält.

Zweites Geständnis: Ich weiß, dass das, was nun folgt, eigentlich ein Lied ist, in dem es um Beziehungen geht. Aber wisst ihr was? Auch das ist mir egal! Eventuelle Kommentare in dieser Richtung werden mit Nichtbeachtung gestraft ;-). Zumal ich noch deutlich machen werde, dass es mir, im übertragenen Sinne, auch um eine Beziehung geht.

Aber damit ihr wisst, wovon ich eigentlich rede, hier erst einmal der Song „Pearl“ von Katy Perry in einer tollen Live-Version:

So, seid ihr noch da? Dann kann ich euch ja jetzt erklären, wieso ich finde, dass dieses Lied auch eine ganze Menge mit dem Schreiben als Solches und dem NaNo im Speziellen zu tun hat.

In dem Lied geht es darum, dass eine ehemals starke Frau durch ihre Beziehung klein gemacht wurde, von einer strahlenden Perle zu einer leeren Hülle. Es werden sehr kraftvolle Bilder benutzt wie das vom Hurricane, von dem nun nur noch ein laues Lüftchen übrig geblieben ist. Für einen Autor klingt das schon mal sehr reizvoll.

Ich glaube, dass jeder, der schreibt, schon einmal vor der Situation stand, dass sein oder ihr Selbstbewusstsein auf eine harte Probe gestellt wurde. Entweder bekam man, bekam ich von außen die Rückmeldung, dass das, was ich schrieb, nicht „gut“ war, oder man/ich übernahm diese Rolle gleich der Einfachheit halber selbst. Der innere Kritiker war am Werk und verrichtete seine unheilvolle Arbeit.

Es kostet gewaltige Kraftanstrengung, sich davon frei zu machen. Aber es bietet auch eine Chance. Und vor allem zur NaNo-Zeit ist diese Chance besonders groß! Denn dadurch, dass wir NaNo-Ritter einfach schreiben (sollen), ist der innere Kritiker auf Sparflamme gestellt. Und mit jedem Wort Fortschritt, durch das wir uns dem gesetzten Ziel von 50.000 Worten nähern, beginnen wir, wieder aus uns heraus zu strahlen, die leere Hülle mit neuem Selbstvertrauen zu füllen!

Oder, um es mit Ms. Perry zu sagen:

But I woke up and grew strong
And I can still go on
And no one can take my pearl

You don’t have to be shell, no
You’re the one that rules your world, oh
You are strong and you’ll learn
That you can still go on

And you’ll always be a pearl

Es mag keine Liebesbeziehung sein, die uns mit unserem inneren Kritiker verbindet, aber es ist eine Beziehung – und ganz werden wir den Kerl wohl nie los. Wichtig ist nur, uns daran zu erinnern, dass wir es sind, die den Weg vorgeben und die das Ruder in der Hand behalten!

In diesem Sinne: füllt eure Hüllen und fangt an, eure Sprache zum Leuchten zu bringen!

[NaNo2015] Der NaNo läuft: und ich kann mich nicht entscheiden!

Manchmal, an Tagen, an denen man gar nicht damit rechnet, merkt man, dass die eigene Meinung auf einmal etwas wert ist. Das muss nicht sein, dass man es selbst auch so sieht, meistens tut man es nicht, aber es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn man nach etwas gefragt wird, das mit dem zu tun hat, was man selbst auch gerne tut.

Gestern erreichte mich die Frage einer lieben Bloggerin, die eigentlich schon mitten in ihrer NaNo-Teilnahme stecken wollte, allerdings nun vor ihren verschiedenen Projektideen sitzt und nicht weiß, wofür sie sich entscheiden soll. Ob ich da auch schon Erfahrungen mit gemacht habe.

Am einfachsten wäre es, auf so eine Anfrage die Standardantwort zu geben: schreib das, was dir am meisten am Herzen liegt, bei dem dein Verstand und dein Gefühl dir sagen, dass es jetzt und genau jetzt „dran“ ist. Aber ich weiß selber, dass dieses Gefühl manchmal in den Helikoptermodus schaltet und wild unter der Zimmerdecke herumfliegt, nicht mehr greifbar ist und nichts als Staub aufwirbelt.

Meine Erfahrungen mit mehreren Ideen auf einmal beziehen sich auf meine missglückten Versuche, mehr als einen Roman auf einmal zu schreiben. Es hat für mich nicht funktioniert, weil ich den Fokus verlor auf die Geschichte, die ich eigentlich am dringendsten schreiben wollte – und es hat zu langen Phasen geführt, in denen ich gar nicht schreiben konnte. Konkret erinnere ich mich daran, wie die Arbeit an „Lichter“ (vollendet) durch den Versuch ausgebremst wurde, den vierten Teil meiner „Silverstar“-Serie (nicht vollendet) zu schreiben. Schätzungsweise hat mich das ein Vierteljahr gekostet.

Deswegen war es für mich immer wichtig, eine Reihenfolge aufzustellen, was ich wann schreiben wollte. Und wenn ich einen Rat geben soll, wie man das am besten für sich sortieren kann, dann rate ich dazu, tief in sich hinein zu hören, zu welchem Projekt man sich bereit fühlt.

Im Spätsommer 2011 wurde ich aus einer langen klinischen Behandlung entlassen – und ich kam mit einer Idee nach Hause. Der Idee zu einem Roman, der in eben dieser Klinik spielen sollte und in dem einige der Personen, die ich dort kennenlernte, in verfremdeter Form ihren Auftritt haben sollten.

Ich habe diesen Roman aber nicht schreiben können, weil ich innerlich noch nicht bereit dazu war. Ich hatte einen Aufhänger, ich hatte ein Figurenensemble und ich hatte auch schon fast die Auflösung. Eigentlich alles, was man braucht, um einen Roman zu schreiben – zumal einen, der groß einsortiert ein Krimi ist.

Aber ich hätte ihn nicht schreiben können. Zum einen hatte ich zu lange keinen Roman mehr beendet. Das letzte abgeschlossene Projekt war das Jugendbuch für meine Tochter aus dem Jahr 2009, davor und danach kämpfte ich mit „Darkride“, kam aber auf keinen grünen Zweig.

Was tat ich also? Ich prokrastinierte vor mich hin und schrieb gar nichts. Weil ich mich selber durch den Gedanken blockierte, dass genau dieses Buch jetzt geschrieben werden müsste.

Bis mir dann eine Freundin den „Befehl“ gab, dass mein nächster Roman so heißen müsse, wie ein Satz, den ich ihr in einer E-Mail geschrieben hatte: „Der Morgen danach“.

Diesen Roman schrieb ich in (für mich) absoluter Rekordzeit und als ich dem Ende entgegen kam, stand ich auf einmal wieder vor der Frage, was ich denn danach schreiben wolle. Zwei Kandidaten standen auf der Matte: „Darkride“, das ich nun doch endlich schreiben wollte, und das Klinikbuch „Das Haus am See“.

Geschrieben habe ich weder das Eine noch das Andere, weil mir eines Morgens, stilecht unter der Dusche, die Idee für einen Thriller kam. Es entstand „Der Rezensent“. Die Zeit war einfach noch nicht reif.

Das Jahr 2011 ging zu Ende, Anfang 2012 war „Der Rezensent“ fertig und jetzt signalisierten mir mein Verstand und vor allem mein Gefühl, dass die Klinik weit genug zurücklag, um das, was dort geschehen war, in eine Romanhandlung integrieren zu können. Und – weil ich wusste, dass es ein langes Buch werden würde – ich hatte genügend Selbstvertrauen getankt, dass ich dieses Projekt würde abschließen können. Was ich dann nach etwas über sieben Monaten auch tat.

Jetzt habe ich viel von mir erzählt, aber ich hoffe, dass daraus abgeleitet werden kann, was ich meine und für wichtig halte: Auch wenn es so aussieht, so ist nicht jedes Projekt gleich „wichtig“ wie die anderen. Oder es ist nicht gleich „leicht“ wie die anderen.

Ein plakatives Beispiel: wenn ich gerade eine unglückliche Beziehung lebe, ist nicht der Zeitpunkt, Friede, Freude und Eierkuchen zu beschreiben, weil die Gefahr besteht, dass mein eigenes Erleben der Story im Weg steht.

Wenn ich also die Frage der geschätzten Bloggerkollegin ganz konkret beantworten soll, dann sage ich ihr:

Lege deine drei bis vier Ideen als Zettel vor dir hin und schau sie dir genau an. Ist ein Projekt dabei, das du zwar toll findest, bei dem du dir aber unsicher bist, dass du es gut genug schreiben kannst, um deinen Ansprüchen gerecht zu werden? Dann lege es nach hinten. Die Antwort, dass du dir bei allen Projekten nicht sicher bist, ihnen gerecht werden zu können, lasse ich nicht gelten. Denn das wird es nicht geben, wenn du ehrlich zu dir bist!

Nun weiter: gibt es eine Idee, bei der du dir noch nicht sicher bist, wo sie dich eigentlich hinführen soll? Dann würde ich dir raten, diese auch nach hinten zu legen, denn dies ist der NaNo und da kommt es auf Quantität an. Da du noch nicht wirkliche Erfahrungen darin hast, Romane zu schreiben, ist meiner Meinung nach die Gefahr zu hoch, dass du steckenbleibst, wenn du nicht weißt, wie es zumindest grob weitergehen soll.

Gibt es eine Geschichte, die auf Erfahrungen von dir basiert, die allerdings im Moment eher weh tun, weil diese Erfahrungen mies geendet sind? Eigentlich perfekt, um eine Story mit Gefühl zu schreiben. Wichtig ist nur, dass du es schaffst, diese Gefühle so zu kanalisieren, dass der Leser sich nicht hinterher fragt, ob er eigentlich eine Geschichte oder eine Autobiographie liest. Zumal letzteres wohl auch nicht in deinem Interesse wäre, glaube ich.

Du siehst, ich kann dir höchstens Fingerzeige geben, aber keine Entscheidung abnehmen. Denn ich kenne deine Ideen nicht und ich kenne den Punkt in deinem Leben, an dem du dich befindest, nicht.

Was ich aber tun kann ist, dir Mut zu machen! Manchmal fallen die Puzzleteile einfach ineinander, wenn man erst einmal angefangen hat, sie zu legen. Und ich traue dir zu, ein fantastisches Puzzle zu legen!

Du wirst die richtige Geschichte finden, oder sie findet dich. Lass dich darauf ein, hör ihnen zu und schau sie dir genau an. Ich würde mich freuen, wenn meine kleinen Plaudereien aus dem Nähkästchen dir vielleicht ein wenig dabei helfen konnten, einen Weg zur Wahl zu finden.

Soweit meine Antwort an die geschätzte Kollegin! Wenn es Sachen gibt, zu denen euch meine Meinung interessiert, dann schreibt mir doch einfach über das Kontakt-Formular!

Und jetzt entschuldigt mich, denn, wie gesagt, der NaNo läuft und ich habe heute noch kein Wort geschrieben. Die 1.100+ aus diesem Artikel zählen nämlich leider nicht ;-).

Ich wünsche euch noch einen schönen Mittwoch – und ganz besonders natürlich dir, werte Kollegin!

“Der Beobachter und der Turm” – Status nach der 7. Woche

NaNo, NaNo, alles steht im Zeichen des NaNos! Aber vergessen wir darüber nicht, dass der November erst gestern begonnen hat und deswegen fast eine komplette Woche des Schreibens ohne diesen Wettbewerbscharakter vergangen ist. Wie lief es also mit „Der Beobachter und der Turm“?

Es lief sehr, sehr gut! Ich habe Richard im Turm und die Dinge, die er dort erlebt, fügen sich hervorragend in das (in der Zwischenzeit umgeworfene) Konzept ein. Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass ich inzwischen erkannt habe, dass das eigentliche Thema meines Romans nicht das vordergründige Gruseln, sondern das hintergründig erotische bzw. lüsterne ist. Klar, dass das auch seinen Wiederklang im zentralen Punkt der Handlung findet.

Was kann ich also sonst schreiben … eher wenig. Ich weiß noch nicht genau, wie viele Seiten das Manuskript noch haben wird. Lasst es mich mal so sagen: der Turm hat, wie ein ganz normaler Turm (was er nicht ist), mehrere Etagen. Richard befindet sich in der Vorletzten. Das heißt, dass er bald ganz oben angekommen ist – dem Showdown, wenn man es denn so nennen möchte.

Ob ich den vielleicht doch ein wenig plakativ und vordergründig inszenieren sollte? Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren. Vor allem, weil ich ursprünglich halt mal ganz woanders mit dem Roman hin wollte, als es jetzt geworden ist. Nicht falsch verstehen, ich finde die Änderungen sehr gut, sie geben dem Ganzen eine Note, die ansonsten verloren gegangen wäre. Und doch ist es schwierig, alte Überlegungen komplett aus den Gedanken zu streichen.

So, seid mir nicht böse, aber ich hatte einen langen Tag und mir gehen die Worte langsam aus. Deswegen schreibe ich noch kurz was zur Statistik. „Der Beobachter und der Turm“ bringt es nach sieben Wochen auf nunmehr 117.852 Worte. Das sind pro Tag 2.405 Worte. Aber sowas von NaNo-kompatibel (heute waren es übrigens überdurchschnittliche 2.471 Worte).

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, macht was draus!

[NaNo2015] Ready … Set … Go!

Und so nehmen sie Aufstellung, meine sehr verehrten Damen und Herren! Alle die, die sich auf diesen Marathon begeben wollen, die Erfahrenen und die Unerfahrenen, die Neulinge und die Routiniers! Der Kampfrichter hat sich mit seiner Startpistole an die Seite der Tartanbahn gestellt! 50.000 Worte wollen bezwungen werden und die Zeit dafür beträgt einen einzigen Monat! Viele sind schon zu dieser Aufgabe angetreten, nicht alle haben es geschafft!

Da, der Kampfrichter hebt die Waffe, schaut noch einmal auf seine Uhr, nur noch wenige Augenblicke, bis zum ersten November! Die Sekunden werden herunter gezählt und jetzt … STARTSCHUSS!

Ja, so, oder so ähnlich hat es sich heute an vielen Orten auf der ganzen Welt abgespielt, als die Autoren aus aller Herren Länder in den diesjährigen NaNo gestartet sind. Auch ich bin dabei und werde, auch auf die Gefahr hin, dass ihr es bald nicht mehr hören könnt, regelmäßig von meinen Fortschritten berichten. Ob ich das täglich tue, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Wahrscheinlich aber eher nur so am Rande von anderen Artikeln, die zu schreiben ich hoffentlich noch die Zeit habe.

Heute habe ich in zwei Schreibsessions hervorragende 4.439 Worte geschrieben! Das bedeutet, dass ich es in den nächsten Tagen ruhig ein wenig langsamer angehen lassen kann. Ich mag es, mir einen Vorsprung zu erarbeiten. Außerdem floss die Szene mir nur so zu. Ein tolles Gefühl!

Morgen habe ich direkt nach der Arbeit einen langen Termin, da werde ich wohl nicht so viel zum Schreiben kommen. Oder ich versuche wieder, die Mittagspause dazu zu nutzen. Mal sehen.

Jetzt wünsche ich euch jedenfalls allein einen schönen Start in die kommende Woche! Gute Nacht!

[NaNo2015] Ein letztes Durchatmen

Hallo ihr Lieben!

Heute ist der 31. Oktober. Reformationstag für die einen, Halloween für die anderen. Und für uns arme Autoren 😉 der letzte Tag, an dem man noch ein wenig durchatmen kann, bevor es dann ab morgen ernst wird. Denn morgen, um genau zu sein schon heute Nacht um null Uhr und eine Sekunde, startet der National Novel Writing Month!

Das wird ein intensiver Monat werden mit seinen 50.000 Worten in 30 Tagen. Ich habe mich in den letzten Tagen schon ein wenig warm geschrieben. Im Monatsschnitt lag ich deutlich über den rechnerisch nötigen Worten von 1.667 pro Tag. Aber das sind natürlich alles Dinge, die sich nicht unbedingt immer von einem Monat auf den nächsten projezieren lassen. Deswegen muss ich einfach mal schauen, wie es laufen wird.

Für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass ich meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ schon vor dem Ende des NaNos fertig habe, fehlt mir immer noch der passende Plan B. Ich spiele mit den verschiedenen Varianten, die ich hier ja schon einmal benannt hatte.

Und heute? Wie ist es da mit dem Durchatmen?

Hat bei mir nur bedingt stattgefunden ;-). Aber den Rest des Tages ist Schluss mit Schreiben, wir sind auf einer Geburtstagsfeier eingeladen. Und ich gehöre auch nicht zu denen, die gleich um Mitternacht zu schreiben anfangen.

Aber ab morgen … da wird es dann ernst!

Ich nutze diesen Ort, um allen Mitautoren viel Spaß zu wünschen und natürlich viel Erfolg! Und ihr, meine werten Leser, könnt euch darauf einstellen, dass ich euch hier auf dem Laufenden halten werde! Seid mir nicht böse, wenn die sonstigen Aktivitäten hier ein wenig zurückgefahren werden müssen. Aber, wie die Tage festgestellt, ich kann immer nur ein Wort zur Zeit schreiben. Und da hat der NaNo im November absolute Vorfahrt!

Drückt mir die Daumen, dass ich am Ende zu den „Gewinnern“ zähle!

Euch allen einen schönen Samstag und, wer feiert, frohes Halloween!

Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden

Lasst euch die Überschrift zu diesem Artikel einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen: Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden!

Was will der Autor uns damit sagen? Natürlich nicht, dass jedes Wort in der deutschen Sprache nur ein einziges Mal geschrieben werden könnte. Dann sähe alleine dieser Artikelanfang schon ziemlich traurig aus, weil die Wörter in, der, Wort, werden bereits mehrfach verwendet wurden und damit herausfallen würden aus dem Sprachfundus.

Nein, es geht wieder einmal um die Frage, wo und wie und wann man eigentlich die Wörter setzen kann, die einem zur Verfügung stehen. Das Stichwort lautet „Zeitmanagement“.

Ich denke, auch die Nicht-Autoren unter euch werden die Situation kennen, dass sie mehrere Dinge auf der Agenda haben, die zunächst einmal alle gleich wichtig aussehen. Das können Dinge für die Arbeit sein, im Haushalt, Hobbies und der wichtige Anruf, den man eigentlich schon letzte Woche hatte erledigen wollen.

Für einen Autor liegen diese Probleme sehr häufig, wo auch sonst, auf der Textebene. Ein Autor schreibt eigentlich permanent. Bestenfalls natürlich an seinen Romanen und Geschichten, aber sobald er einmal damit begonnen hat, ein wenig in die Möglichkeiten der gegenseitigen Vernetzung hinein zu schnuppern, kommt noch einiges an Schreibarbeiten dazu. Dann gilt es auf einmal, Blogeinträge wie diesen zu verfassen, Postings in Foren, der Facebook-Account will gefüttert werden und irgendwas fällt einem doch bestimmt noch ein, was man twittern könnte, wenn man sich lange genug den Kopf zerbricht!?

Und es kommt, wie es kommen muss: in der Zeit, in der ich diesen Blog-Eintrag schreibe, kann ich nicht an meinem Roman arbeiten. Es sei denn, dass der Roman zufällig vom Schreiben eines Blogs handelt. Was ziemlich langweilig wäre.

Während ich an meinem Roman arbeite, kann ich keine E-Mails beantworten – nicht mal die von Leuten, die mir wirklich wichtig sind!

Und apropos Blogs und E-Mails: Manche Leute wären auch froh darüber, wenn sie irgendwann mal Antworten auf eigene Beiträge bekämen … ist man selbst ja auch, nicht wahr?

Also: Zeitmanagement. Wie soll das aussehen, wie geht man das an?

Zuerst einmal legen wir die Prioritäten fest. Und da muss ich dann sagen, dass für einen Autor immer die oberste Priorität auf den eigenen Geschichten liegt! Wenn ich die Wahl habe, einen Blogeintrag zu schreiben, oder diese wahnsinnig spannende Szene unter Dach und Fach zu kriegen, dann müsst ihr an dem Tag hier auf neues Lesefutter verzichten.

Die zweite Priorität ist dann der Blog. Ganz einfach, weil er mir die Möglichkeit gibt, mich zu reflektieren, dafür zu sorgen, den Kopf wieder ein wenig frei zu bekommen und nebenbei den Austausch mit denen zu pflegen, die an meiner Person und meiner Arbeit interessiert sind.

Kurz darauf folgt dann, dass auch andere Blogs meine Aufmerksamkeit haben wollen. Und das kann teilweise richtig tricky sein, weil so viele Menschen so viele gute Artikel schreiben! Da will man dann auch nicht immer mit einem einfachen „Finde ich gut“ oder „Sehe ich auch so“ antworten.

Auf vierter Position findet sich im Moment das Autorenforum wieder. Auch wenn es so aussieht, als ob ich da relativ viel in relativ kurzer Zeit geschrieben habe, so muss man bedenken, dass es sich da in der Mehrzahl um einfache Plauderei handelt. Und das schreibt man immer schneller, als wichtigere Texte.

Platz fünf teilen sich dann im Moment Facebook und Twitter. Auf beiden Plattformen werden meine neuen Blogeinträge gepostet und hin und wieder schreibe ich eine kurze Nachricht separat. Aber im Moment sind diese sozialen Netzwerke für mich noch mehr Spielzeug, als wirklich relevante Werkzeuge.

Das Hauptproblem ist, dass sich rund um diese Dinge ja auch noch die zwischenmenschlichen Kontakte im und außerhalb des Internet gruppieren. Ja, man soll es nicht für möglich halten, ich habe auch abseits der Schreiberei noch ein Leben und Personen, die sich hin und wieder über Nachricht oder Antwort von mir freuen würden. Und schon gerät die ganze Priorisierung etwas durcheinander.

Da wird dann auf einmal nur schnell ein Blogartikel eingeschoben, weil ansonsten die Besucherzahl wieder ins Bodenlose absackt (meine Leser wollen permanent beschäftigt werden 😉 ). Aber auf andere Artikel antworten!?

Im Moment ist es besonders schlimm, oder ich empfinde es als besonders schlimm. Ich habe Mails, die dringend beantwortet werden wollen, Hanna hat eine neue Schreibaufgabe, zu der ich nicht komme, ich schaffe es nicht, all das zu lesen und zu kommentieren, was es verdient hätte … und manchmal kann ich auch einfach keine Worte mehr sehen!

Wie soll das denn erst werden, wenn der NaNo gestartet ist? Nun, zumindest darauf kann ich eine Antwort geben: nicht besser. Wobei ich auch heute ja schon die NaNo-Durschnittswerte durchaus erreiche, wie meine Statistik mir mitteilt.

Was, also, wollte uns der Autor mit diesem Artikel nun sagen?

Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden, aber das bedeutet nicht, dass die Verteilung dieser Worte immer nach einem festen Muster geschieht. Denn so ist das Leben, dass die Dinge durcheinander geworfen werden. Und ich versuche, nichts aus dem Blick zu verlieren, so dass alle, meine Leser, meine Bloggerkollegen, meine NaNo-Buddies, meine Freunde, ihr alle, nicht zu kurz kommen oder das Gefühl habt, vergessen zu werden.

Bei dem einen oder der anderen weiß ich, dass sie hier mitlesen. Ja, dieser Text richtete sich auch insbesondere an dich!

Und jetzt geht es bei mir wieder mit den unangenehmsten Wörtern weiter, die ich noch gar nicht im Text erwähnt hatte: den Wörtern am Arbeitsplatz …

Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag!

In die Falle getabbed

Hallo zusammen,

auch wenn ich der 1.294.283te bin, der euch das heute fragt: habt ihr auch alle brav an die Zeitumstellung gedacht? Ich schon, aber ich habe beschlossen, dass ich mich am zweimal jährlich stattfindenden Uhrensuchen nicht beteilige und deswegen zum Beispiel die Uhr über meinem PC noch nicht umgestellt habe. Manchmal braucht es wenig, um sich wie ein Revolutionär zu fühlen!

Eine Revolution habe ich auch gestern hinter mich gebracht, auch wenn es eine kleine ist. Ich habe mich beschlossen, meine schriftstellerischen Aktivitäten im Internet in einen anderen Browser auszulagern.

Dazu muss ich sagen, dass ich ein Internet-Junkie bin (ich outete mich schon mal irgendwo auf diesem Blog). Ich folge unglaublich vielen Webseiten, habe einiges bei Facebook abonniert und weil ich noch nicht genug Baustellen habe, habe ich auch noch bei Twitter begonnen, mich in die ein oder andere Follower-Schar einzureihen.

Jetzt habe ich festgestellt, dass ich nicht immer in der Lage bin, einen Text sofort zu lesen. Das Ergebnis ist, dass dieser Text ewig lange in einem offenen Tab in meinem Browser (Google Chrome, wen es interessiert) offen stehen bleibt. Wenn dann noch dazu kommt, dass ich die viel zu vielen E-Mails abbarbeite, die ich am Tag bekomme und die mich wieder auf neue Websites leiten wollen, dann ist es unmöglich, in Chrome noch durchzusteigen, was sich denn jetzt eigentlich hinter welchem Tab befindet.

In Bezug auf meine Social Media-Aktivitäten für das Schreiben bedeutete das immer ein ewig langes Suchen in den diversen Tabs.

Die Lösung lautet in diesem Fall: Firefox!

Ab sofort verwalte ich alle meine Links und Seiten, die mit dem Schreiben zu tun haben, in Firefox. Da auch dieser Browser vollkommen problemlos mit dem Tabbed Surfing zurecht kommt und mir alle Tabs beim Neustart wiederherstellt, stellt das kein Problem dar.

Und so habe ich in der minimalen Startvariante, sprich also in der, wo noch keine weiteren Links geöffnet sind, die ich noch nachlesen möchte, momentan neun Tabs geöffnet:Tabs in Firefox

  1. Das Dashboard dieses Blogs
  2. Die Ansicht meines Blogs (um mal schnell nachzuschauen, ob alles okay aussieht)
  3. Das Kontrollcenter meines Webspace-Providers, bei dem ich, sobald es ernst wird in Sachen Veröffentlichung, meine Website hosten werde
  4. Das Dashboard des dazugehörogen Blogs, ebenfalls im Moment noch mehr oder weniger inaktiv
  5. Ganz wichtig im Moment: Das Dashboard zum NaNo2015
  6. Meine Facebookseite
  7. Das Rindlerwahn-Autorenforum
  8. Mein Twitter-Acount
  9. Und die Statistik-Seite zu den Stephen-King-Romanen, zu der ich hier vor langer Zeit schon mal was geschrieben habe

Ich finde, dass das schon ganz schön viel Holz ist, bei dem man doch bitte noch irgendwie den Überblick behalten muss. Aber so bin ich eben: eine Sache nach der anderen abarbeiten, das fällt mir etwas schwer.

Wie geht es euch so? Arbeitet ihr auch mit so vielen Tabs gleichzeitig, dass ihr den Überblick im Browser verliert? Regelt ihr das mit Lesezeichen? Oder ganz anders?

Wie immer bin ich auf Kommentare und Meinungen gespannt und wünsche euch noch einen schönen Abend!

[NaNo2015] Was tun, wenn es nicht reicht?

Es wird Zeit, sich gedanklich mit dem NaNo 2015, dem National Novel Writing Month, auseinander zu setzen. Für diejenigen, die es noch nicht kennen, erkläre ich ein letztes Mal die Spielregeln (weil es einfach sonst zu redundant werden würde):

Der Autor loggt sich auf der NaNo-Seite mit einem Werk ein, das er im Laufe des Monats November zu schreiben beabsichtigt. Dieses Werk soll dabei mindestens 50.000 Worte umfassen, was einen Schnitt von run 1.700 Worten pro Tag ergibt. Der Autor ist dabei völlig frei in seiner Thematik, es soll halt (eigentlich) eine „Novel“, also ein Roman, daraus werden. Abgerundet wird der NaNo, so man denn möchte, von allerlei Nebengeräuschen auf der sozialen Ebene, indem man mit anderen Autoren in Schreibrunden geht, sich gegenseitig motiviert und so weiter. Das Ziel ist es, dem Autor das Gefühl zu geben, diese Hürde wirklich geschafft und sich mit den 50.000 Worten „freigeschrieben“ zu haben. Dass dabei kein druckreifes Werk entstehen kann, ist allen Beteiligten bewusst.

Ich habe bis jetzt einmal am NaNo teilgenommen. Das war 2012 mit meinem Roman „Der Ruf des Hafens“. Das Siegershirt, das ein wenig albern im Las-Vegas-Stil gehalten ist, trage ich heute manchmal noch (und war damals eine große Überwindung für mich, weil ich es ja noch nicht gewohnt war, zu meinem Schreiben zu stehen).

Dieses Jahr möchte ich auch gerne wieder teilnehmen und habe mich auch schon mit „Der Beobachter und der Turm“ angemeldet. Das ist insofern durchaus witzig, weil die beiden Romane sich ein fiktives Universum teilen, wenn man so möchte. „Der Ruf des Hafens“ spielt auf einer fiktiven Nordseeinsel, die wiederum vor der Küste des kleinen Küstenortes liegt, in dem Richard Lenhard lebt.

Nun ist der „Beobachter“ ja schon einige Wochen in der Mache. Und ich kann nur sagen, dass ich – nach den Zwischentiefs, die ich vielleicht zu schnell zu hochgehangen habe – mit den Fortschritten sehr zufrieden bin. Ich würde sogar sagen: das dauert nur noch wenige Wochen.

Und genau da liegt mein Problem: ich glaube inzwischen nicht mehr daran, dass ich noch weitere 50.000 Worte für diesen Roman aufbringen muss, wenn denn dann der 01.11. gekommen ist. 50.000 Worte sind, nur um es noch einmal zu erwähnen, ungefähr 200 Normseiten. Spätestens, nachdem ich heute meine Konzeption für den „Turm“ ein wenig umgestellt habe, werde ich die nie im Leben brauchen!

Und das würde bedeuten, dass ich auf einmal, mitten im NaNo, zwar mit einem fertigen Manuskript, aber ohne ein Projekt dastehe, an dem ich weiterschreiben könnte.

Jetzt denke ich schon eine ganze Weile über Möglichkeiten nach, die dann infrage kämen:

  1. ich schreibe eine Reihe von Kurzgeschichten, die zusammen auf die angegebene Zahl an Wörtern kommen und mache dann daraus einfach einen Kurzgeschichtenband
  2. ich nehme mir das unter dem Arbeitstitel „Foursome“ laufende Romanprojekt vor, das ich damals, nach „Darkride“, stillgelegt hatte
  3. ich mache irgendwas ganz anderes und schaue dann, was daraus wird
  4. ich lasse es mit dem NaNo gut sein und schaue einfach weiter, was sich in den dazugehörigen Foren so tut und nutze die Zeit, um vielleicht neue Kontakte zu knüpfen, etc.

Gefühlsmäßig möchte ich Nummer 3 direkt von der Liste streichen, weil ich noch nicht wüsste, wie lange mich ein komplett neuer Roman (z.B. der hier schon verschiedentlich angeteaserte Thriller) zeitlich beanspruchen würde. Und schließlich gibt es da ja noch „Altlasten“ um die ich mich kümmern wollte, wie das nochmalige Anschauen von „Der Morgen danach“ auf der Grundlage der Papyrus-Anregungen. Und der „Beobachter“ will auch überarbeitet werden und überhaupt …

Nummer 2 wäre dann schon eher mein Ding. „Foursome“ ist ein kleines, erotisch angehauchtes Projekt, im Kern eine Lovestory, die ich seinerzeit auch nicht fertiggestellt hatte, weil ich dachte, dass sie nicht „lang genug“ werden würde. Aber mittlerweile bin ich ja schlauer und weiß, dass auch in der Kürze Würze liegen kann, zumal wenn ich es im Selfpublishing veröffentlichen wollen würde.

Nummer 4 wäre für mich mal was ganz Neues, aber deswegen ja nichts Schlechtes. In puncto Vernetzung habe ich definitiv Nachholbedarf und einfach mal ein wenig Zeit nur in diesen Aspekt (neben dem zu Nummer 3 genannten) zu stecken, könnte sich irgendwann mal rentieren.

Da ich den NaNo aber ja doch zu dem nutzen möchte, wofür er geschaffen wurde, nämlich zum Schreiben, ist im Moment Möglichkeit Nummer 1 mit einer Nasenlänge Vorsprung mein Favorit. Auch wenn ich weiß, dass Kurzgeschichten jetzt nicht wirklich erfolgsträchtig sind, ist bei mir schon durch manche Geschichte eine Romanidee entstanden – sowohl „Der Ruf des Hafens“ als auch „Der Beobachter und der Turm“ begannen ihr Leben als Kurzgeschichten!

Außerdem merke ich durch Hannas Schreibaufgaben, wie viel Spaß es mir manchmal macht, wirklich nur diese kurzen Ausschnitte zu beschreiben, inhaltlich in sich abgeschlossen. Was aber auch möglich wäre: Kurzgeschichten, die auf meinen eigenen Romanen basieren, sozusagen als Appetizer!

Der Möglichkeiten sind also viele und das finde ich fast noch spannender, als wenn ich jetzt schon genau wüsste, dass ich halt den „Beobachter“ fertig schreibe und das war es dann.

Wobei – man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Wenn ich morgen von der Straßenbahn angefahren werde und mir beide Arme breche, dann ist das alles Makulatur. Also schnell auf Holz geklopft und weiter auf den NaNo2015 freuen!

Wie sieht es bei euch aus? Auch Ambitionen? Oder Meinungen zu meinen Überlegungen, für den Fall, dass „Der Beobachter und der Turm“ für den NaNo nicht ausreicht? Ich freue mich wie immer über den Austausch mit euch!