Format-Wirrwarr – Wieso wir den Leser nicht überfordern

Gestern klingelte bei mir mal wieder der Postbote und brachte mir, nein, kein neues Buch, sondern zur Abwechslung mal wieder einen neuen Film. „Shin Godzilla“ heißt das Machwerk und markiert die Rückkehr der Japaner zur Umsetzung ihres Königs der Monster nach etwas um die 13 Jahren – und parallel zu den Bestrebungen von Warner, sich ein eigenes „MonsterVerse“ rund um die Gigantoechse und den Riesenaffen King Kong aufzubauen.

(Hatte ich eigentlich hier eigentlich schon mal erwähnt, dass ich eines Tages, wenn ich so berühmt bin, dass ich mir schlichtweg alles erlauben kann, auch einen „gigantische Monster machen alles platt, was ihnen in den Weg kommt“-Roman schreiben möchte?)

Da unsereins ja leider unterhalb der Woche kaum noch dazu kommt, sich wirklich auch mal einen Film anzusehen, wanderte auch dieser erst einmal ins entsprechende Regal. Aber vorher wollte ich mir doch einmal ansehen, was es denn mit dieser Digitalkopie auf sich hat, die bei immer mehr Filmen inzwischen der Scheibe beiliegt.

Wir wissen es ja nicht erst seit der Erfindung des eBooks: Die Medienwelt um uns herum wird zunehmend eine digitale. Früher war das anders. Wenn man Musik hören wollte, legte man eine CD, eine LP oder eine Kassette in den Player. Sollte es ein Film sein, dann war die Videokassette, die DVD oder die Blu-ray das Format der Wahl. Und um zu lesen ging man einfach an den Bücherschrank und las, genau, ein Buch.

Heute haben wir unseren eReader, wir haben Gigabyte von Musik auf unseren Smartphones, wenn wir sie nicht sowieso schon genauso streamen, wie anderenorts unser Fernseh- und Filmprogramm. Dabei sind die unterschiedlichen Lösungen natürlich im Normalfall extrem voneinander abgeschottet.

Im Buchsektor haben sich, zumindest in Deutschland, die Formate von Amazon und das wesentlich offenere .epub, verwendet von der Tolino-Allianz, durchgesetzt. Andere Formate, wie zum Beispiel das aus der Dokumentenverwaltung bekannte PDF, spielen nur eine Rolle am Rande.

Ich habe schon Diskussionen zwischen Autorinnen und Autoren mitverfolgt, in denen es darum ging, ob es nicht für den Leser verwirrend sein könnte, wenn er sich mit diesen Formaten auseinander setzen muss. Diese Diskussionen kommen immer dann auf, wenn sich die Frage stellt, ob man sich zum Beispiel für eine gewisse Zeit exklusiv an Amazon und seine Publishing-Plattform binden kann, soll oder sogar muss.

Dann heißt es häufig, dass damit viele Benutzer ausgesperrt würden, was rein technisch nicht ganz stimmt, wenn man weiß, wie es gemacht wird, aber dann doch so umständlich ist, dass es den berühmten „Oma-Test“ nicht bestehen würde.

Aber wenn man einmal davon absieht, dass es Gründe aus dem Bereich des Marketings gibt, die dafür sprechen, entweder die eine oder die andere Plattform zumindest für eine gewisse Zeit zu bevorzugen, ist es doch ganz überwiegend so, dass die meisten Bücher früher oder später in beiden Formaten zur Verfügung stehen. Oder halt ganz auf die althergebrachte Art als gedrucktes Buch.

Aus diesem Grund war ich so naiv anzunehmen, dass es auch bei der sogenannten Ultraviolet-Kopie meiner Blu-ray so einfach sein könnte. Die Benutzung des Wortes „naiv“ macht schon deutlich, dass ich mich ein wenig geirrt hatte.

Auf der Scheibe ist ein Code aufgedruckt, der nichts anderes als ein Gutschein für ein Filmportal ist. Wie ich dieses Filmportal erreiche, stand im beiliegenden Flyer. Eine Website war aufzurufen und eine Anmeldung beim Portal von UltraViolet vorzunehmen. So weit, so erwartbar.

Der nächste Schritt sah vor, alles dahingehend zu untersuchen, ob ich überhaupt in der Lage war, den erworbenen Film abzuspielen. Nein, war ich nicht, weil ich dafür einen Browser benötige, der Microsofts Silverlight (eine mittlerweile ziemlich tote Alternative zu Adobes Flash, das ja ebenfalls schon angefangen hat, zu müffeln) abspielen kann. Googles Chrome kann das nicht. Und zu meiner Verwunderung auch Microsofts Edge nicht. Der Internet Explorer, der als Scheintoter ja auch noch in Windows 10 vorhanden ist, der kann Silverlight spielen (und Firefox, worauf ich aber jetzt nicht gekommen wäre, nachdem Chrome streikte).

Wunderbar, damit hätte ich mir meinen Film anschauen können. Jetzt wollte es der Zufall so, dass mir beim Einsortieren ein weiterer UltraViolet-Film in die Hände gefallen war. „Storm Hunters“ aus dem Hause Warner. Gut, dachte ich mir, fügst du den eben schnell der Bibliothek hinzu.

Schon wieder naiv.

Denn den Film gab es nicht direkt bei UltraViolet, den gab es nur beim Portal Videociety, für das eine erneute Anmeldung und eine erneute Prüfung des Rechnerumfelds nötig wurde. Immerhin konnten die beiden Benutzerkonten miteinander verbunden werden, so dass beide Filme auf beiden Plattformen abgespielt werden können.

Und dann war da noch der dritte Film, „Suicide Squad“, mit dem ich jetzt aber endlich schauen wollte, wie einfach das doch alles ist mit dieser wunderschönen neuen … ihr ahnt es.

Nein, „Suicide Squad“ gibt es weder bei UltraViolet noch bei Videociety. Dafür muss ich mich bei Flixster anmelden, aber immerhin wird alles in die gleiche Videothek übernommen. Ach so, mit der Ausnahme, dass sich „Shin Godzilla“ nicht über Flixster abspielen lässt, wieso auch immer. Aber ansonsten ist das alles eine Geschichte und ein digitales Format. Ja, wirklich!

Das war der Moment, in dem ich mich fragte, ob wir Autoren es uns mit den Formaten bei den Readern und eBooks nicht schwieriger machen, als es eigentlich ist. Ich meine, wir haben zwei große Formate, die wir bedienen müssen. Gerade für die Selfpublisher unter uns stehen da ja auch alle Wege offen (zumindest, wenn man die Vorteile, die Amazon zum Start durch eine exklusive Bindung bietet, mitgenommen hat).

Vor allem aber zeigt dieses Vorgehen im Bereich der Filme, dass man mit dem Konsumenten anscheinend wesentlich mehr machen kann, als man glaubt, bevor er entnervt sein digitales Abspielgerät in die Ecke pfeffert. Wer diesen ganzen Aufwand betreibt, nur um hinterher auf seinem Tablet von unterwegs einen Film sehen zu können, den er vorher ja schon als Datenträger gekauft hat, der kommt auch damit klar, im Zweifel zwischen zwei eBook-Formaten umzuschalten. Auf dem Tablet sind das ja nur zwei separate Apps.

Im Gegenzug möchte ich mir nicht ausmalen, wie abenteuerlich es wird, wenn ich jetzt versuchen würde, mir auf meinem Smartphone von unterwegs „Shin Godzilla“ anzusehen. Mal davon abgesehen, dass ich auf dem Winzformat nicht einmal lese, geschweige denn Filme schaue.

Mein Fazit: Die Technik hat in Sachen Verfügbarkeit und intuitiver Verwendung noch einiges nachzuholen. Nicht nur bei den eBooks. Das bedeutet nicht, dass wir uns als Autoren nicht anstrengen sollten, es unseren Lesern so einfach wie möglich zu machen. Aber es zeigt deutlich auf, dass andere, größere Medienanbieter mit weitaus schlimmeren, einengenderen und weniger durchdachten Konstrukten durchkommen.

Schöne neue Medienwelt!? Oder doch nur, na ja, naiv eben …

#Autorenwahnsinn, die Sommeredition: Die Tage 03, 04 und 17

Auch heute geht es hier ein wenig wahnsinnig zu. Ein wenig nur, weil ich heute irgendwie einen verdammt schlechten Tag mit meinem Kopf erwischt habe. Heftige Kopfschmerzen haben mich bis gegen Mittag ans Bett gefesselt – was immerhin dadurch versüßt wurde, dass ich aufgewacht bin und eine komplette Kurzgeschichte im Kopf hatte, die ich jetzt „nur noch“ aufschreiben muss.

Ich habe sie sogar schon geplottet, was für mich nun wirklich sehr ungewöhnlich ist. Leider wird die Geschichte wohl einen ein ganz klein wenig tragischen Anstrich bekommen, aber da kann ich nichts dran machen. Jede Geschichte fordert ihr Recht auch in Bezug auf das Setting und die Figuren.

Aber darum soll es hier ja eigentlich gar nicht gehen, sondern um weitere drei Tage des Autorenwahnsinns.

Tag 03: Wo verbringst du diesen Sommer?

Meinen Sommerurlaub habe ich ja leider schon hinter mir. Meine Familie und ich sind dieses Jahr zu Hause geblieben, weil … na ja, über Geld spricht man nicht 😉 .

Statt weg zu fahren haben wir uns in der näheren Umgebung einige Sehenswürdigkeiten angesehen, die von Auswärtigen immer gerne angesteuert werden, die man selbst aber irgendwie kaum besucht. Das ist mir jetzt schon mehrfach aufgefallen. Im Urlaub woanders fährt man auch schon mal eine Stunde, um sich z.B. ein Museum anzusehen. Hier meistens nicht. Und dabei ist von Duisburg aus so viel Sehenswertes im näheren Umkreis.

Wir haben also eine gesunde Mischung aus Unternehmung und Ruhezeit gesucht und ich denke auch gefunden. Hier im Blog war ja zum Beispiel von unserem Ausflug ins Bobbejaanland zu lesen. Und mindestens ein weiterer Beitrag, der mit einem Urlaubserlebnis zu tun hat, ist noch geplant.

Aber nächstes Jahr möchte ich trotzdem gerne mal wieder ein paar neue Eindrücke woanders sammeln.

Tag 04: Es ist Sommer! Und wir wünschen uns ein sommerliches Zitat aus deinem Manuskript!

Nun, ein im Wortsinne „sommerliches“ Zitat habe ich nicht im Angebot. Aber zwei meiner Romane, von denen hier in letzter Zeit häufiger zu lesen war, spielen im Hochsommer. Das ist zum einen „Darkride“, zum anderen aber auch der zur Veröffentlichung anstehende „Der Morgen danach“. Aus diesem gibt es hier einen kleinen Auszug:

Die Hitze stand in den Straßen Freiburgs und mich lachte das Angebot einer Eisdiele an, an der ich vorbei kam. Also kaufte ich mir drei Kugeln im Hörnchen und setzte mich auf eine der Bänke, die hier überall herum standen.
Für diesen einen Augenblick gab ich mich der Illusion hin, ich wäre ein Passant wie alle anderen, die einkauften, bummelten oder wie ich in der Sonne saßen. Aber ganz konnte ich nicht ausblenden, wie auch hier auf meine Erscheinung reagiert wurde.

Na, immerhin gibt es für meinen Protagonisten ein Eis 😉 .

Tag 17: Wo schreibst du am liebsten, wenn es draußen regnet?

Wie schon einige Male erwähnt habe ich ein Kellerbüro. Das bedeutet, dass es für mich völlig unerheblich ist, ob es regnet, ob die Sonne scheint, ob es schneit, ob es stürmt. Und genau deswegen schreibe ich hier am allerliebsten: Es bedeutet Kontinuität und Sicherheit, Gleichklang und auch -form.

Der Sonntagsreport vom 13.08.2017 – Manchmal findet sich auch was wieder

Hallo zusammen!

Na, wie geht es euch? Habt ihr einen angenehmen Tag gehabt, bzw. ein angenehmes Wochenende? Meins war soweit ganz in Ordnung, wenn man davon absieht, dass ich mir wahrscheinlich meinen Schlaf-/Wachrhythmus vollkommen versaut habe, der in meiner ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub schon für einiges an Bäh gesorgt hat. Na ja, das wird irgendwann schon wieder werden. Noch darf ich runde 30 Stunden Minus machen. Die Kollegin hat schon ins Spiel gebracht, was eigentlich passiert, wenn man zur Pensionierung Minusstunden hat. Na ja, das hat bei mir ja noch Zeit 😉 .

Ansonsten habe ich versucht, heute mal ein wenig Ordnung zu schaffen. Ich sitze ja immer noch in meinem Medienkeller und habe in meinem Rücken die Unmengen an Filmen und Büchern (ja, leider auch die wieder), die noch unsortiert in der Gegend herumstehen.

Angefangen habe ich damit, die nach meinem Geburtstag und dem anschließenden reBuy-Flash hinzugekommenen Blu-rays einzusortieren. Der nächste Schritt war, die noch verbliebenen Musik- und Hörspiel-CDs in Kartons zu räumen, um das nebenstehende Regal frei zu machen. Ich habe beschlossen, dass die CDs nun wirklich komplett das Feld räumen müssen. Ich höre sie schlicht und ergreifend nicht mehr. Alles ist digitalisiert und auf drei Festplatten und einem Cloudspeicher gesichert. Die physikalischen Datenträger taugen damit nicht mal mehr als Sicherungskopie.

So ändern sich die Zeiten …

Aber ich wollte ja erzählen, dass ich was wiedergefunden habe. Das war zum einen, relativ unspektakulär, ein schwarzer Stabilo-Fineliner. Ich mag diese Stifte und schreibe eigentlich ausschließlich mit ihnen, wenn ich es denn gar nicht vermeiden kann, mit der Hand zu schreiben. Ich habe auch immer eine Auswahl an verschiedenen Farben da. Die Älteren unter uns erinnern sich 😉 .

Eines Tages war nur der schwarze Stift verschwunden. Und genau von dem hatte ich nur noch einen übrig. Wie das so ist, manchmal ist man ja störrisch. Ich wusste nicht, wo der vermaledeite Stift gewesen ist, aber mir war klar, dass er irgendwo sein muss. Und deswegen habe ich mir keinen neuen gekauft. Bis – ratet mal – mir die Sache vor zwei Wochen zu doof wurde. Und heute finde ich das Ding dann wieder. Ganz unten links in meinem ehemaligen Hörspielregal. Ich weiß nicht, was der da zu suchen gehabt hat.

Jetzt liegt er jedenfalls wieder in der Schublade, wo er hingehört. Und wenn er wieder verschwindet, habe ich drei Brüder von ihm, um ihn zu ersetzen. So!

Aber ich habe in diesem Regal noch etwas gefunden, nämlich die Antwort auf eine Frage, die mich nicht gerade gequält hat, die mir aber doch auf die Nerven fiel. Und zwar habe ich bei einem meiner Kaufräusche bei reBuy den Roman „Blackout“ von Marc Elsberg gekauft. Weil er mich ansprach und weil er wirklich, wirklich günstig war.

Und das, obwohl ich mir irgendwie sehr, sehr sicher war, dass ich den Roman irgendwie schon hier herumstehen haben musste. Das sehr charakteristische Coverbild ließ eigentlich keinen Irrtum zu. Nur – ich fand das Buch nicht.

Ich kenne nun nicht unbedingt jeden Roman in jeder Edition, den ich hier stehen habe. Das würde ich bei allem guten Gedächtnis für solche Dinge nicht behaupten. Aber dieses Cover …

Heute fiel mir dann die Lösung des Rätsels in die Hand: Die gekürzte Lesung des Romans auf zwei MP3-CDs. An die konnte ich mich nun wiederum nicht erinnern, obwohl sie ja auch auf meiner Hörspielfestplatte liegt. Aber das Cover, das hatte sich mir dann wohl eingeprägt. Ich liebe es, wenn ich hinter solche Dinge einen Haken machen kann!

Dann hatten wir noch einen dritten Anlass zum Suchen und Finden. Meine Kiddies haben eine erklecklich große Kollektion an Playmobil-Spielsachen – und spielen nicht damit. Die Große ist einfach genau das, zu groß nämlich. Und die Kleine sagt, sie spielt nur noch mit LEGO. Und dann spielt sie auch nur noch mit LEGO. Da ist sie konsequent.

Also haben wir uns gedacht, dass wir die vorhandenen Sachen sortieren, auf Vollständigkeit überprüfen und dann irgendwie verkaufen. Kann ja nicht so schwer sein.

Jetzt hört schon auf zu lachen!

Natürlich ist das schwerer, als es sich anhörte. Ich habe heute eine runde Stunde damit verbracht, in einem Sammelsurium aus Krimskrams kleine Blüten zu suchen. Macht Spaß – nicht. Und es ist noch viel, viel mehr zu sortieren und zu suchen. Da freut man sich richtig drauf.

Aber gut, wenigstens war ich heute zweimal suchend erfolgreich. Das ist doch auch was, oder?

Ohne jeden Zusammenhang zum Thema möchte ich euch zum Abschluss noch ein Lied mit auf den Weg geben, das ich gestern nicht direkt gesucht habe, bei dem ich mir aber auch die Frage gestellt hatte, was die zugehörige Band eigentlich gerade so treibt. Und kaum schaut man nach heißt es, dass es in Kürze ein neues Album gibt und gerade eine Single veröffentlicht wurde.

Die Band heißt Kettcar und der Song „Sommer ’89 ( Er schnitt Löcher in den Zaun)“. Mich hat er berührt und jetzt denke ich nach, ob ich mir die im Frühjahr 2018 stehende Tour einplanen soll.

So, meine Lieben, vielleicht findet ihr ja auch noch irgendwas oder habt schon was Schönes gefunden. Lasst es mich doch einfach wissen. Und sonst wünsche ich euch, wie immer, einen guten Start in die kommende Woche. Macht was draus!

Euer Michael

Fakt und Fiktion (19) Die neue Küche

Frauen gehören in die Küche.

Dieser Satz, der mittlerweile mehr als zwei Jahrhunderte auf dem Buckel hat, hat in diesen Tagen eine Abwandlung erfahren. Frauen gehört die Küche! Und zwar in einer Art und Weise, die manche Zeitgenossen immer noch zu überfordern scheint. Aber auch zu begeistern, wie ich gleich schildern werde.

Nachdem sich das Drama um das Erbe meiner Frau (die Stammleser unter euch erinnern sich vielleicht, dass ich im Oktober 2015 (!) mal was zu dem Thema geschrieben habe) so langsam seinem Ende zuneigt und sie das als eine perfekte Gelegenheit begriffen hat, ihr ganz persönliches Drama mit unserer Küche, die sie nie wirklich lieb gewonnen hat, zu beenden, fand ich mich am Montag in einem Möbelgeschäft wieder. Dieses Geschäft warb zusätzlich just in dieser Woche mit immensen Preisnachlässen auf frei geplante Küchen des ausgeguckten Herstellers.

Und, meine Güte, war diese Küche frei geplant! Meine Frau hatte buchstäblich den kompletten Sonntag darauf verwandt, mit den diversen Planungstools der diversen Hersteller einen Küchenblock zusammenzustellen, der den Platz in unserer nicht allzu großen Küche mal eben halbieren, oder – in anderer Lesart – bestmöglich ausnutzen würde.

Nun unterlief dem Mitarbeiter, als er sich uns näherte, der beinahe klassische Faux-pas: Er gab erst mir und danach meiner Frau die Hand. Woher kommt es eigentlich, dass die meisten Mitarbeiter in Möbelläden, Autogeschäften und Technikmärkten der Ansicht sind, der Mann habe beim Kauf die Hose an? Dass es in diesem Fall nicht so sein würde, merkte der davon abgesehen sehr kompetente und freundliche Mitarbeiter dann recht schnell.

Es folgte ein zweistündiger Parforce-Ritt durch die Niederungen und Widrigkeiten der Küchengestaltung. Das hatte etwas vom Hasen und dem Igel: Wann immer der junge Mann eine Frage stellen wollte, bekam er schon die Antwort meiner Frau darauf, die sich genau darüber bereits Gedanken gemacht hatte.

Mit zunehmender Dauer des Gesprächs konnte man sehen, dass die Sache anfing, dem Verkäufer Spaß zu machen. Das wurde auch durch seine Kommentare deutlich:

„Wieso wusste ich, dass ich auf diese Frage eine Antwort bekommen würde?“

„Ich brauche die Frage gar nicht erst zu stellen, nehme ich an?“

„Das war genau das, was ich hören wollte.“

Dass die Zusammenstellung der Küche dennoch an die zwei Stunden dauerte, war zum einen der Vielzahl an Elementen geschuldet, zum anderen aber auch der Akribie, mit der das Spielchen betrieben wurde.

Ich gebe zu, dass es für mich zwischendurch ein wenig eintönig wurde. Für mich wäre die alte Küche noch gut gewesen, wobei „alt“ ein dehnbarer Begriff ist. Wieder O-Ton des Verkäufers:

„Wie oft kauft man sich schon eine neue Küche?“

Bei uns liegt der Schnitt irgendwo bei sieben Jahren, Tendenz fallend 😉 . Da musste er dann einräumen, dass er ein wenig daneben gegriffen hatte mit seinem Kommentar.

Aber gut, das Geld ist da/wird da sein und wenn es denn der Sache und dem Seelenfrieden meiner Frau dient, dann bitteschön.

Für mich war nur sehr angenehm, dass einige Punkte, die der nette Herr ansprach, durchaus zu dem passten, was auch ich vorher in den zwei, drei Diskussionen, die wir zu Hause geführt hatten, erwähnt hatte. Etwa, dass man für ein neues Induktionskochfeld auch neue Töpfe brauche. Meine Bemerkung auf einen entsprechenden Versuch des Verkäufers war ein großer Lacher:

„Geben Sie sich keine Mühe, die neuen Töpfe reden Sie meiner Frau nicht aus. Ich hab’s versucht!“

Irgendwann, kurz bevor die Putzfrauen kamen und den Laden durchfegten, waren wir dann aber doch so weit, dass man zur Auswertung des Geplanten und damit auch zum Preis kommen konnten.

Der Verkäufer fing an zu machen und zu tun, klickte mal hier in seinem Programm und mal dort und wies uns prophylaktisch schon einmal darauf hin, dass wir bitte nicht

„reflexartig die Flucht ergreifen“

sollten. Mich konnte er eh nicht schocken, denn ich hatte mir schon einen ungefähren Preis überlegt, auch wenn ich mich standhaft geweigert habe, den vorher preiszugeben. Und siehe da: Am Ende kommen wir fast dabei heraus.

Ihr würdet jetzt gerne eine Zahl haben, oder? Nee, die verrate ich euch nicht. Ich sage nur so viel: Unser Auto hat weniger gekostet als das, was der Küchenhersteller alleine für die Schränke aufgerufen hat. Durch die Preisaktion und das eine oder andere Entgegenkommen des Verkäufers, dem man sehr deutlich anmerken konnte, dass er a) so eine Küche nicht oft plant und b) auf Provisionsbasis bezahlt wird, zahlen wir aber doch um einiges weniger als für einen neuen Wagen. Inklusive der Elektrogeräte, die auch alle neu sind.

In der Zwischenzeit hatte sich schon eine Traube von anderen Verkäufern um uns gebildet, die immer mal wieder vorbei kam, um sich das Modell auf dem aufgehängten Fernseher anzuschauen. Auch der, der uns die letzte/jetzige Küche verkauft hatte, war dabei. Der erinnerte sich sogar noch an uns. Aber wahrscheinlich nur, weil er damals für eine Unachtsamkeit verantwortlich war, die für eine ungeplante Änderung sorgte, die wiederum mit dafür verantwortlich ist, dass meine Frau mit der Küche nie glücklich gewesen ist.

Hm, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, müsste der gute Mann eigentlich einen Teil der neuen Küche übernehmen …

Zum Ende hin konnte ich dann aber doch noch einmal was für mein Selbstwertgefühl tun, indem ich meiner Frau quasi die Pistole auf die Brust setzte, jetzt diesen Kaufvertrag zu unterschreiben. Denn zum einen gelten die günstigen Konditionen nur noch bis Donnerstag und zum anderen kann ich mir nicht vorstellen, dass die anderen kleinen „Klitschen“, die uns von der Küchenfirma als Händler angegeben worden sind, bei diesem Preis mitgehen können. So war ich am Ende doch in verantwortlicher Position am Kauf dieser Küche beteiligt. Gut, nicht?

Aber dennoch, da beißt die Maus keinen Faden ab: Diese Küche gehört meiner Frau. In jeder Beziehung.

*Geht weinend in seinen Keller ab*

😉

Kurz und schmerzvoll (10) Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit.

Die Artikelüberschrift sagt es eigentlich fast schon alleine aus, findet ihr nicht? Jetzt hat also, mit Ablauf diesen Tages, mein Sommerurlaub es auch schon wieder hinter sich. Das ist das Schicksal, das ich mit vielen Familienvätern in diesen Tagen teilen dürfte. Deswegen will ich auch nur kurz jammern.

Schmerzvoll ist es dennoch, denn wenn ich mir anschaue, was ich mir selber für Ziele für diese Zeit gesteckt hatte, so bin ich mit dem einen oder anderen doch böse auf die Nase gefallen. Was mir vor allem nicht gefällt ist, dass ich mit meiner Geschichte „Die Behüter des Wahren“ überhaupt nicht weiter voran gekommen bin. Ja, es gab den einen oder anderen Zwischenspurt, aber auf der Langstrecke ist mir die Story einfach eingeschlafen.

Ich bin noch dabei herauszufinden, ob sie mir nur eingeschlafen oder am Ende sogar sanft entschlafen ist. Das kann ich nur, indem ich versuche, sie wiederzubeleben. Manchmal braucht es dafür aber anscheinend die gewohnten Strukturen eines Arbeitstages, in die sich das Schreiben ja irgendwie mit einpasst.

Schlimmstenfalls werde ich, so ist zumindest der Plan, die Geschichte noch einmal von vorn beginnen. Es mag sein, dass ich da halsstarrig an etwas festhalte, was eigentlich gar nicht an der Reihe ist, weil in nächster Zukunft Input aus dem Lektorat zu erwarten ist, bzw. mir schon der von der Lektorin neu gestaltete Anfang vorliegt, zu dem ich nun „nur noch“ meinen Senf dazugeben muss. Nein, das ist falsch ausgedrückt: Sie hat einen Vorschlag gemacht und über den reden wir jetzt. Aber Tatsache ist halt, dass ich mich damit auch auseinander setzen muss.

Gefühlt ist halt nur eine ganze Menge Zeit ungenützt verstrichen. Dreieinhalb Wochen – in der Zeit habe ich früher mal ganze erste Romanentwürfe herunter gerotzt. Und jetzt nicht einmal eine dusselige Kurzgeschichte, deren Handlung ich, ausnahmsweise, sogar mal vollständig in meinem Kopf vorliegen habe.

Das wirklich, wirklich tückische ist halt, dass man am Ende von so einem Urlaub, egal, wie lang er nun war, immer das Gefühl hat, er wäre nicht lang und nicht erholsam genug gewesen. Wie um dem Tribut zu zollen habe ich heute einen langen Mittagsschlaf gemacht, der nahezu nahtlos in das Abendessen überging. Scheinbar brauchte mein Körper noch einmal dieses Hochmaß an Erholung.

Und ab morgen geht dann der ganz normale Trott wieder los. Aber wer weiß: Wie oben schon gesagt bietet mir dieser Trott, bieten mir diese Strukturen auch die Chance, wieder richtig ans Laufen zu kommen. Schön wäre es jedenfalls.

Also: Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit. Hallo Arbeit. Hallo früh aufstehen (oder es wenigstens versuchen). Hallo Kollegen. Hallo überhaupt.

Das darf doch mal kurz weh tun, oder? Wenigstens eine Sekunde lang!?

Der Sonntagsreport vom 30.07.2017 – Neue Bücher im Regal und nur noch 23 Jahre arbeiten

Hallo ihr Lieben,

na, ich hoffe, es war für euch keine allzu große Enttäuschung, dass das Universum dann doch noch weiter existiert hat, nachdem der letzte Report erst am Montag erschien. Ich muss gestehen, ich war damit ganz zufrieden, auch wenn das bedeutet, dass schon wieder eine Woche Urlaub vorbei ist.

Und jetzt, Schluck, ist nur noch eine einzige übrig. In einer Woche um diese Zeit sitze ich hier an meinem PC (oder sonst wo) und bibbere dem Moment entgegen, in dem ich wieder in mein schnuckeliges Büro gehen darf. Immerhin hat mir mein Versicherungsmensch diese Woche gesagt, dass ich nach seiner Einschätzung auf jeden Fall noch unter die Regelung fallen müsste, mit 65 abzugsfrei in Rente gehen zu dürfen, weil ich bis dahin genügend Dienstjahre auf dem Buckel hätte.

Da ich gerade in dieser Woche Geburtstag hatte, kann ich festhalten, dass das in Bezug auf mein Arbeitsleben ungefähr Halbzeit bedeutet. Ich bin in diesem Jahr seit 23 Jahren im Job und würde dann, wenn er Recht hat, noch 23 Jahre arbeiten müssen. Damit darf dann fröhlich gerechnet werden, wie alt ich denn geworden bin. Ich gebe noch einen Tipp: Ich bin jetzt die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest 😉 .

Wie dem auch sei, irgendwie stand die ganze Woche dann auch schon wieder unter dem Eindruck dieses liebenswert-schrecklichen Freudentags. Ich feiere meinen Geburtstag gerne, irgendwie. Aber noch lieber mag ich den Moment, wenn die Feier vorbei ist und der Druck von mir abfällt. Aber das kennen wohl viele von euch, oder? Man hat immer das Gefühl, alles gut im Sinne der Gäste machen zu „müssen“. Ich setze das in Anführungszeichen, weil man es ja gerne macht. Und freiwillig. Irgendwie 😉 .

Nun gut, kommen wir zu den positivsten Begleiterscheinungen, die so ein Geburtstag hat: Geschenke!

Ich gehöre zu den Menschen, denen die Dinge, die sie sich wünschen, wohl nie ausgehen werden. Dagegen spricht schon meine Multimedia-Sucht. Ich habe bei Amazon einen Wunschzettel, auf dem so um die 130 Positionen drauf stehen. Die haben natürlich nicht alle dieselbe Priorität. Oft geht es einfach darum, dass ich eine nette Vorschau zu einem Buch oder einem Film gesehen habe und mir den Titel dann auf meinen Merk-/Wunschzettel setze. Sonst würde ich es nämlich wieder vergessen.

Deswegen hat auch das eine oder andere Buch seinen Weg in mein Regal gefunden, bzw. wird ihn kommende Woche noch finden. Ich habe nämlich, neben „Naturalien“, auch ein wenig Geld geschenkt bekommen, um mir selbst noch Wünsche zu erfüllen. Und das habe ich, wie früher schon mal gesagt, bei reBuy getan. Das ist immer gefährlich, weil am Ende mehr im Warenkorb liegt, als man eigentlich wollte. Aber diesmal habe ich mich wirklich (fast) auf Artikel beschränkt, die ich mir sowieso schon gewünscht hatte.

Anyway, bevor ich euch noch lange mit meinem Geburtstag zutexte, kommt hier die Liste der Neuzugänge, inklusive der, die kommende Woche noch geliefert werden:

  • Sophie Kendrick – Das Gesicht meines Mörders
  • Eric-Emmanuel Schmitt – Adolf H., Zwei Leben
  • Tamy Fabienne Tiede – Club der letzten Wünsche
  • Sanne Averbeck – Die Gästeliste
  • Julia von Rein-Hrubesch – Das Flüstern der Pappeln
  • Leon Uris – Exodus
  • Nala Martin – Safeword
  • Jean-Luc Banallec – Bretonische Verhältnisse
  • Charles Whiting – Der Zweite Weltkrieg: Die Schlacht um den Ruhrkessel
  • Ralph Giordano – Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg
  • Andreas Izquierdo – Romeo & Romy
  • Victor Klemperer – Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945 (8 Bände)
  • Georg L. Mosse – Die Geschichte des Rassismus in Europa

So, und wie schon geklärt, es sind nur noch 23 Jahre, bis ich Zeit habe, das alles auch zu lesen 😉 . Immerhin bin ich inzwischen durch meine „KL“ durch und habe auch das aktuelle Buch bald durch, zu dem es dann auch wieder eine neue Ausgabe meiner Reihe „Das Schreiben der Anderen“ geben wird. Und so viel kann ich schon sagen: Es wird wieder nicht der von vielen erwartete Verriss werden. Leute, schreibt doch mal einfach schlechte Bücher!

Danach steht dann Arbeit auf dem Programm. Zum einen hat meine Lektorin angekündigt, mir bald einiges an Material zu schicken und zum anderen habe ich hier noch einen Krimi liegen, für den ich mich als Testleser gemeldet hatte. Da freue ich mich schon drauf, mich da ein wenig rein zu vergraben.

Und bald geht es dann auch hier auf dem Blog wieder seinen gewohnten Gang. Spätestens in einer Woche. Wisst ihr jetzt auch Bescheid, nicht wahr? Ich habe jedenfalls einiges an Artikeln in Vorbereitung/Planung.

Damit entlasse ich euch dann jetzt auch in den Sonntagabend und hoffe, ihr werdet einen guten Start in die kommende Woche haben. Macht was draus!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 24.07.17 – Ja, das ist ein Paradoxon, ich weiß

Hallo zusammen,

aus technischen Gründen kommt der Sonntagsreport, der eigentlich für den 23.07. fällig gewesen wäre, erst heute, am 24.07.17. Ich hoffe, dass das jetzt keine Paradoxen auslöst, in denen sich die ganze Erde auflöst und wir alle aufhören, zu existieren. Na ja, der einzige Trost wäre wohl, dass das dann keiner mehr so schnell mitbekommen würde, dass ich der Verursacher war. Ich könnte es nicht ertragen, wenn der letzte Gedanke eines Menschen wäre, was ich doch für ein Arsch bin. Wobei: Das würde ich ja dann auch nicht mehr mitbekommen, weil keiner mehr in der Lage wäre, mir noch eine wütende E-Mail oder einen Kommentar zu schreiben, weil ja alles so irrsinnig schnell ginge.

Äh … ja.

Ihr seht schon, der Urlaub bekommt mir wahlweise sehr gut oder aber überhaupt nicht. Das kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Maßstab man an das Ganze anlegt. Gemessen daran, dass ich den Gedanken von der Arbeit und allem anderen frei bekomme, gelingt er mir ganz gut. Meine Familie und ich machen die eine oder andere Exkursion, wie ihr hier ja auch schon lesen konntet, und auch an Tagen, an denen wir zu Hause bleiben, bekomme ich meistens eine angenehme Balance zwischen Nichtstun und Aktivität hin.

Gemessen an dem, was ich mir seinerzeit an Dingen vorgenommen hatte, die ich erledigen wollte, ist das jetzt nur so semi-erfolgreich bis jetzt. Wir rekapitulieren:

Ich wollte Ordnung in mein Ablagechaos bringen. Das habe ich zur Hälfte (na ja, etwas mehr) geschafft. Vor allem bin ich viele alte Arztrechnungen, Beihilfeabrechnungen und Versicherungsschreiben losgeworden, die keinen Menschen mehr interessieren (Jahrgang 2012, anyone?).

Was ich noch sortieren „muss“ oder vielmehr möchte, ist der Großteil an privaten Briefen, die teilweise auch schon sehr alt sind, aber zu dem Zeitpunkt, als sie entstanden, einen hohen emotionalen Wert hatten. Nein, keine Liebesbriefe. Meine Frau und ich sind seinerzeit so hopplahopp zusammengekommen (und -gezogen, das würde mir in einem Roman auch wieder keiner glauben), dass da keine große Zeit für Schriftverkehr blieb – Pfui! Ich habe genau mitbekommen, was ihr jetzt für Gedanken habt!

Eigentlich sind es nicht wenige Schriftstücke, die mindestens so uninteressant sind wie die alten Arztrechnungen. Aber ich traue mich noch nicht so richtig heran. Ein Karton, in dem ganz viel davon drin ist, steht seit wir ins Haus umgezogen sind, bei mir auf einem der Regale. Das wäre dann Februar 2012. Noch Fragen?

Beim Sortieren meiner Blu-rays war ich wesentlich erfolgreicher. Die stehen jetzt endlich wieder in alphabetischem Reih und Glied und es ist auch mehr als genug Platz vorhanden, um die Sammlung weiter expandieren zu lassen. Platz ist bei mir immer so ein Mangelgut. Aber für die nächsten zwei bis drei Jahre wird es reichen. Wenn ich nicht diesen Hang zu schlechten Filmen hätte, die meistens für recht kleines Geld zu haben sind, würde der Platz länger halten. Vielleicht würde es helfen, wenn ich nicht jeden verfügbaren Film des Studios The Asylum („Sharknado“) sammeln müsste, dessen ich habhaft werden könnte. Ist mir aber zu theoretisch, um dem Gedankengang nachzugehen.

Meine Buchsammlung habe ich auch noch nicht vollständig erfasst und euch auch noch keinen Beitrag dazu verfasst. Aber ich bleibe dran, versprochen!

Geschrieben habe ich auch nicht jeden Tag, was mich an manchen Tagen ganz schön gefuchst hat. Aber dann habe ich, zum Beispiel gestern, ganz lieben Zuspruch auf Twitter bekommen, dass ich mich nicht selber so unter Druck setzen sollte. Es muss nicht sein, dass jeden Tag geschrieben wird. Pausen sind wichtig.

Weiß ich ja alles, meine Lieben, aber irgendwie … weiß ich es auch wieder nicht. Ich habe im Moment Angst (oder nennen wir es abgeschwächt Sorge), dass ich wieder in eine Periode der relativen Unkreativität fallen könnte. Ich meine damit eine Zeit, in der ich so gut wie nichts produziere. Ja, gut, außer Blogartikeln. Und, ja gut, außer hin und wieder doch einer Seite an „Die Hüter der Wahrheit“. Von mir aus auch mit Ausnahme von Gedankenskizzen zu anderen Projekten.

Okay, ich sehe ein, dass der Punkt, objektiv betrachtet, Schwachsinn ist. Aber ich kann doch nichts dagegen machen, dass ich es so empfinde, oder? Oder!?

Nun, das werde ich weiter versuchen, herauszufinden und dann entweder damit oder dagegen etwas zu tun. Immerhin habe ich ja noch fast zwei Wochen Zeit, um den Urlaub zu gestalten, dass ich hinterher mit einem rundum guten Gefühl daraus hervor gehe.

Ach, eines fällt mir gerade noch ein: Ich muss auch dringend wieder mehr lesen! Zumindest will ich den dicken (und alles andere als trivialen) Wälzer in meinem Urlaub schaffen, den ich in Arbeit habe. Nikolaus Wachsmann hat mit „KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ zweifelsohne ein Buch geschaffen, das das Zeug zu einem neuen Standardwerk hat. Aber es liest sich halt nicht mal eben so weg. Nicht mal, wenn man auf das Studium der unzähligen Fußnoten verzichtet.

Danach brauche ich auf jeden Fall leichtere Kost, das steht fest.

So, das sollte als Statusbericht für heute eigentlich genügen. Zumal er ja eigentlich schon ins Gestern gehört. Also denkt daran, wenn gleich die Erde explodiert, dann war ich das schuld. Dann müsste ich wenigstens meine Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, nicht mehr erledigen.

Hm, vielleicht sollte ich diesen Beitrag auch erst morgen absenden, das erhöht vielleicht die Chancen. Was denkt ihr? Ach ja, ihr könnt ja gar nichts denken, weil ihr das erst lest, wenn ich es abgeschickt habe.

Es ist und bleibt ein Paradoxon, wie ich es drehe und wende.

Ich wünsche euch eine angenehme Restwoche – und dass euer Planet nicht explodieren möge!

Euer Michael