Blutdruck an Großhirn

Seit meinem Sturz und dem daraus resultierenden Bruch ist inzwischen ein Vierteljahr (unfassbar…) vergangen. Und abgesehen davon, dass ich immer noch nicht wieder richtig auf dem Damm oder arbeitsfähig bin, gab es da noch eine Altlast, um die ich mich diese Woche nun endlich kümmern konnte. Okay, ich gebe zu, meine Frau hat leichten Druck ausgeübt 😉 .

Der Unfall ist ja, wie berichtet, als Folge einer Schwindelattacke entstanden. Um abzuklären, ob es da gesundheitliche Gründe gibt, die man im Auge behalten sollte, wurde noch während meines Krankenhausaufenthaltes ein Langzeit-EKG und ein Langzeit-Blutdruck durchgeführt. Ich bin seit Jahrzehnten Bluthochdruckpatient und da war der Gedanke naheliegend, dass da etwas quer geschossen hat.

Wie gesagt, das Ganze ist nun ein Vierteljahr her. Und irgendwie hatten bis jetzt weder ich noch meine Hausärztin irgendeinen Mucks von den Kardiologen im Krankenhaus gehört, dass die Sache mal befundet worden wäre. Durch meine Entlassung damals hatte ich nicht mehr stationär auf die Ergebnisse gewartet. Das war auch so mit der Kardiologie abgesprochen.

Anfang Dezember habe ich das erste Mal dort angerufen und mit der Sekretärin des Chefarztes gesprochen. Was man halt so an Telefonnummer im Internet findet. Die gute Frau kam sehr sympathisch rüber und versprach mir, sie würde der Sache gleich auf den Grund gehen und sich dann melden.

Das selbe versprach sie mir circa zwei Wochen später. Dann kam Weihnachten. Da ist im Chefarztbüro wahrscheinlich niemand bei der Arbeit, dachte ich mir. Und dann kam die Rechnung der Kardiologen, welche, natürlich, möchte man fast sagen, auch die Leistungen für die Langzeit-Untersuchungen enthielt.

Daraufhin rief ich letzte Woche wieder im Chefarztbüro an und dieselbe nette Sekretärin versicherte mir, sie würde noch am selben Tag die Unterlagen heraussuchen, meiner Ärztin faxen und mich dann anrufen.

Nun, ihr könnt es euch denken.

Gestern hatte ich dann wieder einen Termin beim Chirurgen, weil die Heilung ja immer noch nicht verläuft, wie ich mir das so vorstelle (ganz kurz: Der Knochen sieht okay aus, wir machen zur Vorsicht noch ein MRT). Und weil wir schon mal da waren, sind wir dann auf einen Abstecher in die Kardiologie gegangen, um mal persönlich nachzuschauen, was es denn mit den Unterlagen so auf sich hat.

Eine andere Sekretärin, sehr freundlich und bemüht, nahm sich der Sache an, fragte mehrmals, wieso ich nicht gleich zu ihr gekommen sei (äh, weil im Internet nicht ihre Telefonnummer stand!?) und vermittelte mir dann für heute ein Gespräch mit dem Oberarzt, der damals auch die Untersuchung vorgenommen hatte, weil sein Chef gerade im Urlaub war, oder so. Angekündigt wurde ich ihm mit: „Der Patient möchte wissen, ob er jetzt einen Schrittmacher oder einen Eventrekorder braucht.“

Ja, so habe ich auch geschaut.

Um eine lange Geschichte kurz zu halten. Ich hatte ein nettes, halbstündiges Gespräch mit dem Arzt, der sich dazu bereit erklärte, mir den kompletten Befund in aller Ausführlichkeit zu erklären. Dabei habe ich z.B. gelernt, dass man die meisten Messungen des Langzeit-EKG gepflegt in die Tonne treten kann, weil es zu eklatanten Fehlmessungen einzelner Kontakte kommt.

Im Ergebnis empfiehlt er, die Blutdruckmedikation recht umfassend neu zu gestalten. Wäre nett gewesen, das schon vor einigen Monaten gewusst zu haben, dann hätte man das bequem machen können, während ich sowieso flach gelegen habe. So befürchte ich, dass ich mit dem Blutdruck jetzt auch wieder Probleme kriegen könnte in der Umstellungsphase. Aber schauen wir mal.

Jedenfalls kann ich mir jetzt aussuchen, ob ich mich ärgere, dass das mit den Ergebnissen so lange gedauert hat (die „Erklärungen“ dazu erspare ich euch mal, es läuft auf die berühmten internen Abläufe hinaus), oder ob ich mich freue, weil ich diese ausführliche Erklärung im Leben nicht bekommen hätte, wenn man mir oder meiner Ärztin einfach den Befund geschickt hätte, wie man es mehrfach versprach.

Ich glaube, ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit. Blutdruck an Großhirn: Bereit zum Sinken!

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Was ich 2018 noch zu sagen hätte

Hallo ihr Lieben!

Lange habe ich diesen Beitrag vor mir her geschoben. Vielleicht zu lange. Ich weiß es nicht. Und genau das ist der Grund, aus dem der Beitrag nicht gekommen ist. Weil ich nicht wusste, was ich schreiben soll, wie ich es schreiben soll – und warum ich es schreiben soll.

Nun, zunächst hatte ich gute gesundheitliche Gründe, die ich vorschützen konnte. Sie waren auch zutreffend, das nur nebenbei. Schreiben am Tablet ist einfach das Letzte. Ich bewundere Menschen, die in der Lage sind, am Smartphone ganze Briefe zu verfassen. Ich kann das nicht, werde das in diesem Leben wohl auch nicht mehr lernen. Dazu habe ich aber auch beschlossen, dass ich das gar nicht brauche.

Nun ist aber meine PC-Tastatur seit einem guten Monat etwa gut für mich erreichbar und dennoch habe ich nicht geschrieben. Und da greifen dann voll die oben genannten Gründe, oder nennen wir sie Zweifel. Ich wusste einfach nicht, wo ich gerade stand, was ich da mache und wo ich von dort aus hingehen soll. Und ehrlich gesagt weiß ich es immer noch nicht hundertprozentig.

Aber kommen wir zuerst zum Thema Gesundheit, weil ich euch da noch den weiteren Verlauf schuldig bin. Danach möchte ich noch ein paar Worte zum Thema Schreiben und diesem Blog sagen. Dazu mehr nach der entsprechenden Überschrift (für die, die sich das nicht geben wollen).

Wie es mir gesundheitlich geht

Zuerst das Wichtigste: Mein Fuß ist deutlich auf dem Weg der Besserung, aber er ist noch nicht wieder völlig in Ordnung. Nachdem ich zuletzt geschrieben habe, ist noch eine lange Zeit vergangen, in der ich in der Hauptsache auf unserer Couch gelegen habe. In dieser Phase habe ich verstanden, wie Menschen es hinkriegen, bis zu acht Folgen (und mehr) einer Fernsehserie an einem Tag zu sehen. Es lässt den Tag einfach gemütlich an einem vorbei strömen, man ist beschäftigt, ohne sich wirklich mit etwas beschäftigen zu müssen.

Auf diese Weise habe ich seit Oktober die komplette Serie „Star Trek: Deep Space Nine“ nachgeholt, die ich vorher nur in Ausschnitten kannte. Dazu mit Sicherheit noch mindestens zehn andere Staffeln verschiedener Serien. Eigentlich eher fünfzehn bis zwanzig.

Die viele Ruhe hat allerdings dazu geführt, dass wirklich (fast) alles gut verheilt ist. Das Sprunggelenk und alles drumherum ist wieder komplett zusammen gewachsen. Noch etwas steif und zickig, wenn ich lange gesessen oder herumgelaufen bin, aber aus chirurgischer Sicht okay. Was noch besteht ist der Bruch am oberen Wadenbein. Der hat noch gar keine Anstalten gemacht, verheilen zu wollen. Das ist aber kein Problem, solange mir da keiner dagegen tritt, weil auf dem Bereich keine (große) Belastung liegt.

Inzwischen schaffe ich es, ungefähr drei Stunden am Stück an meinem PC zu sitzen, ohne dass nachher mein Fuß explodiert. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber vorigem Monat. Und nicht ganz unwichtig, schließlich besteht auch mein Job aus Schreibtischarbeit.

Ich hoffe, in der zweiten Januarwoche wieder stufenweise einsteigen zu können. Eigentlich wollte ich das schon mit meiner Hausärztin besprochen haben, aber es gab einen kleinen Rückschlag. Für meinen Weg zur Arbeit und zurück bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Mal davon abgesehen, dass ich im Moment noch nicht wieder ans Steuer eines Wagens gehen würde, solange der Fuß noch nicht bei voller Reaktionsfähigkeit ist.

Als ich aber letzte Woche Freitag versuchte, mit dem Bus zu fahren, und leider beim Anfahren noch nicht saß, gab es einen kleinen Ruck im Fußgelenk und ich hatte sofort starke Schmerzen. Keine Ahnung, ob da wieder eines der Bänder angerissen ist, oder so. Jedenfalls lag ich danach drei Tage lang wieder fast komplett flach und konnte mich nur mit den verdammten Krücken fortbewegen – die ich ansonsten nur noch auf der Treppe brauche.

Also sprechen wir erst am 03.01. wieder über das Thema Arbeit. Und wenn es dann immer noch nicht geht, dann muss ich das akzeptieren. Ob meine Chefin das auch tut, muss man dann sehen. Schließlich haben wir im ersten Quartal Großkampfzeit im Job. Aber was nicht geht, das geht nicht. Schade fände ich es trotzdem. Denn es war sehr frustrierend, wieder so zurückgeworfen zu werden.

Jedenfalls bin ich, als mir die Stellschraube herausgedreht wurde, fast sofort in der Lage gewesen, meinen Fuß voll zu belasten. Was bei meinem Kampfgewicht schon etwas überraschend war. Und inzwischen ist auch die Wunde, die durch den von innen gegen die Haut drückenden Knochen nach dem Bruch verursacht wurde, geschlossen und dabei, abzuheilen. Hat ja auch nur acht Wochen gedauert …

Ich hoffe, dass ich die Feiertage gut überstehe. Vorher haben wir noch einen Geburtstag bei uns, zu dem wir morgen Gäste erwarten. Und da kann ich mich schlecht auf die Couch legen. Oder bei den Vorbereitungen aussetzen. Ich habe in den letzten Monaten meiner Familie ohnehin schon viel Arbeit aufgehalst. Aber es wird dennoch eine echte Belastungsprobe werden. Mal sehen, ob ich danach Schwierigkeiten haben werde. Drückt mir gerne die Daumen!

Ja, das ist, glaube ich, das Wesentliche, was ich zu meiner körperlichen Gesundheit sagen kann. Der Schwindel, der ja erst zum Unfall geführt hat, tritt nur noch vereinzelt auf, wenn ich zu schnell aufstehe. Körperliche Ursachen hat er nicht – sofern nicht das Ergebnis meines Langzeit-EKG und -Blutdrucks noch was anderes sagt, das der Kardiologe in der Klinik auch nach zwei Monaten (!) noch nicht zugestellt hat.

Die Medikamente, die wir als Verursacher im Auge haben, haben wir fast problemlos auf weniger als die halbe Stärke reduziert. Damit hätte ich auch nicht gerechnet. Manchmal braucht es scheinbar einen wichtigen Grund, der einem keine andere Wahl lässt.

Wie es meinem Schreiben geht

Das führt mich übergangslos zu dem anderen Thema, das euch als Leser dieses Blogs sicherlich interessiert. Denn auch da hat es einen wichtigen Grund gebraucht, der mir keine andere Wahl gelassen hat, um einzusehen oder mir einzugestehen, dass es in diesem Jahr einfach keinen Sinn mehr hat, mich an die Schreibmaschine zu quälen.

2018 war ein Katastrophenjahr. Ich habe das ja verschiedentlich anklingen lassen. Es gab finanzielle Herausforderungen, es gab gesundheitliche Herausforderungen. Ich habe meinen Verlagsvertrag verloren, was bei aller Folgerichtigkeit und Übereinstimmung in der Entscheidung ein heftiger Schlag war. Es ist zu Umwälzungen in meinem persönlichen (Autoren-)Umfeld gekommen. Ich habe mich in Dinge involviert, die mir im Nachhinein betrachtet nicht gut getan haben.

Und immer habe ich versucht, das einfach zu überspielen und weiter zu machen. Weil man das als „guter“ Autor doch nun einmal so macht, nicht wahr? Man schreibt einfach immer weiter, weil es wichtig ist, die Routine einzuhalten. Weil man das Garn spinnen muss, solange es noch nicht zu dünn geworden ist. Und weil man ja auch eine Verpflichtung gegenüber seinen Lesern hat oder denen, die man zu seinen Lesern zählt.

Streng genommen hat man eine ganze Menge Verpflichtungen. Oder macht sie zu seinen. Bildet sich ein, dass man sie hat. Ihr kennt mich und meine Anforderungen, die ich in dieser Hinsicht an mich selber stelle, gestellt habe und vielleicht auch wieder stellen werde. In Abwandlung eines alten Kraftwerk-Texts: Es muss immer weitergehn, Worte als Träger von Ideen.

Ja, ich habe mir früher im Jahr eine Auszeit verordnet. Aber egal, was ich in diesem Zusammenhang behauptet oder gesagt habe, ich hatte im Hinterkopf immer die Verpflichtung stehen. Das schlechte Gewissen.

Der Unfall nun hat mich dazu gebracht, dass ich nicht anders konnte, als jeden Gedanken an das alles zur Seite zu fegen. Was nicht ging, das ging nicht. Da half kein schlechtes Gewissen, kein Pflichtgefühl und auch keine Wut. Nicht einmal Tränen.

Und in dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich sehr gut auch ohne das alles leben kann. Als der schlimmste Phantomschmerz erst einmal überwunden war, hatte ich die Möglichkeit, darüber zu reflektieren, ob ich das, was ich bisher getan habe, so eigentlich wirklich will. Und falls nicht, was ich denn sonst will.

Die Welt hat nicht aufgehört, sich zu drehen, nur weil ich nicht geschrieben habe. Ich habe alle diese offenen Fäden vor mir liegen, von mittlerweile vier oder mehr Romanen, die ich bis zu einem gewissen Punkt getrieben und dann fallen gelassen habe. Und zum ersten Mal seit langer Zeit kann ich darauf schauen und kann es ohne Bitterkeit, ohne Angst, ohne Scham tun.

Damit nähere ich mich einem Gefühl für das Schreiben an, wie ich es zuletzt etwa 2013 gespürt habe. Ich habe geschrieben, weil die Geschichten heraus wollten. Nicht, weil ich jemandem etwas beweisen wollte. Nicht, weil ich sie unbedingt veröffentlichen wollte. Nicht, weil ich keine andere Wahl gehabt hätte.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich habe immer noch den für diesen Blog titelgebenden Traum vom eigenen Buch. Aber ich habe erkannt, dass ich vielleicht, nur vielleicht, an manchen Punkten meines Schriftstellerlebens zu sehr gewollt habe. Zu sehr gedrängt. Und dass dann, wenn nichts dabei herauskam, der Sturz sehr tief war. Der Sturz in ein Loch, aus dem heraus zu klettern mit jedem Fallen schwieriger wurde. Und in diesem Jahr bin ich verdammt oft gefallen.

So sollte es aber nicht sein! Schreiben sollte nichts sein, was man tut, nur weil man glaubt, es jemandem schuldig zu sein. Ein kluger Spruch heißt, dass alles zu dem kommt, der warten kann. Keine Ahnung, ob das so ist. Aber wenn ich mir ansehe, wie ich damals zu meinem in diesem Jahr geplatzten Verlagsvertrag kam, dann war das mehr oder weniger ein Zufall. Nichts, was ich forciert hätte.

Ob mir so etwas noch einmal passieren wird, kann ich nicht vorhersagen. Aber ich kann es auch nicht erzwingen. Oder besser: Ich will es nicht erzwingen.

Was soll das nun bedeuten?

Das ist die Frage, nicht wahr? Und wenn ich ganz aufrichtig bin, dann kann ich nicht abschließend sagen, wie sie zu beantworten ist.

Rein organisatorisch habe ich mir vorgenommen, das Jahr 2018 verstreichen zu lassen und in diesem verfluchten Seuchenjahr nicht mehr zu versuchen, noch etwas zu schreiben. Das steht fest.

Wie es in 2019 weiter geht, ob ich am ersten Januar an diese Tastatur zurückkehre und dann alles anders und besser wird, das kann ich nicht prognostizieren. Aber so richtig wahrscheinlich ist es nicht. Schwierig wird es werden, wenn ich wieder arbeiten gehe. Denn dann werde ich wohl erst einmal wieder viel mit meinem geschwollenen Fuß zu tun haben und das wird mir wenig Raum für privates Schreiben geben. Schlimmstenfalls wird es noch einige Wochen dauern.

Was ich aber sagen kann: Ich merke beim Schreiben dieses Eintrags, dass ich das Bloggen immer noch auf eine seltsame Art und Weise mag. Es war damals der Antrieb für mich, mich mit meinem Schreiben zu „professionalisieren“. Und vielleicht kann es das wieder sein. Deswegen ist der erste Schritt, dass ich versuchen werde, wieder regelmäßiger hier zu schreiben. Ohne mir Druck zu machen. Ich freue mich über jeden, den meine Gedanken und meine Geschichte interessieren. Aber wenn ich wieder für mich alleine schreiben muss, dann werde ich es wahrscheinlich tun.

Und ich kann sagen, dass ich immer noch das Gefühl habe, die eine oder andere gute Geschichte in mir zu tragen. Geschichten, die ich erzählen möchte. Und wenn es irgendwann darauf hinausläuft, dass ich sie in Fortsetzungen hier auf dem Blog veröffentliche, dann ist das eben so. Und wenn ich zu dieser Entscheidung komme, dann wird sie gut so sein.

Und entschuldigt bitte, dass ich so viele Sätze mit „und“ beginne 😉 .

Zum ersten Mal seit langem habe ich das Gefühl, dass die Zukunft wirklich offen ist. Das ist ein gutes Gefühl. Trotz aller Unsicherheit und aller sich immer mal wieder einschleichenden Zweifel.

2019 kann nur besser werden, als 2018 war. Und dann ist alles möglich. Irgendwie, irgendwann.

Was ich 2018 noch zu sagen hätte

Damit bleibt mir, nach fast 2.000 Wörtern, nur noch, euch, euren Familien, euren Liebsten, und allen Menschen, die euch wichtig sind, ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest zu wünschen. Lasst euch beschenken und beschenkt andere. Damit meine ich nicht das Materielle. Wir alle haben so viel mehr zu geben als Päckchen.

Wobei ich, wie wohl jeder, auch ein schönes Weihnachtspäckchen zu schätzen weiß 😉 .

Und, falls wir uns nicht mehr lesen sollten, wünsche ich euch einen guten Übergang nach 2019. Wenn 2018 zu euch so ein Arsch war, wie zu mir, dann hoffe ich, dass 2019 für uns alle besser wird. Wenn 2018 gut zu euch war, dann soll eure Glückssträhne anhalten. Und wenn ihr glaubt, dass es nicht mehr besser werden kann, dann soll 2019 den Gegenbeweis antreten.

Ich hoffe, euch alle irgendwie und irgendwo, irgendwann und aus irgendeinem Grund, hier oder anderswo wiederzusehen. Nicht, weil wir es müssen oder denken, es zu müssen. Sondern, weil wir es wollen.

Ich danke euch für eure Geduld, eure Aufmerksamkeit und euer Hier-Sein. Macht es alle gut!

Euer Michael

Ich danke euch allen!

Ihr Lieben,

ich möchte gerne Danke sagen. Für die Genesungswünsche, die ihr mir da gelassen habt und für die Unterstützung, die ich spüre. Bitte seht es mir nach, dass ich nicht auf jeden Kommentar einzeln geantwortet habe. Ich habe sie alle gelesen und mich über jeden einzelnen gefreut. Aber im Moment bin ich im Wesentlichen auf mein Tablet angewiesen und ich werde wohl nie mehr jemand werden, der gerne an einer Bildschirmtastatur schreibt.

Deswegen habe ich mich auch entschieden, es vorerst ruhig angehen zu lassen. So insgesamt. Viele alltägliche Dinge strengen mich im Moment unglaublich an. Der ganze Körper scheint in eine Art Ausnahmezustand geraten zu sein. Vielleicht, um mit den Einschränkungen klar zu kommen. Vielleicht, um den Kopf, der mich mit den Schwindelanfällen, die ich zuletzt fast andauernd hatte, ja erst in diese Lage gebracht hat, wieder zu resetten.

Ein kleiner Teil von mir denkt, dass ich Zeit verplemper. Ich gehe im Moment nirgends hin, könnte also schreiben oder so. De facto lese ich im Moment sogar sehr wenig. Geht gerade irgendwie nicht. Und das, obwohl ich noch im September ein rundes Dutzend Romane gelesen habe.

Ruhezustand.

Irgendwo dazwischen.

Wahrscheinlich wird es bis Ende des Jahres dauern, bis ich wieder richtig mobil sein werde. Vielleicht sollte ich auch dem Kopf die Gelegenheit geben, wieder mobil zu werden. Irgendwann die Schraube zu entfernen, die die Platte an Ort und Stelle hält, die mich fixiert – und blockiert.

Ich weiß es nicht. Und möchte es auf mich zukommen lassen.

Sicher und gerne werde ich mich zwischendurch wieder bei euch melden. Es wäre schön, wenn ihr dann noch hier wärt.

Ansonsten wünsche ich euch, dass ihr gut in den nun endlich beginnenden Herbst kommt. Geratet nicht ins Stolpern und haltet euch auf den Beinen.

Passt auf euch auf!

Alles Liebe und noch einmal Danke!

Euer Michael

Ein echter, handfester Bruch

Ihr Lieben,

ich möchte euch kurz informieren, dass ich in den letzten paar Tagen und ganz sicher auch in den kommenden Tagen kürzer treten muss und werde. Ich habe da nämlich einen Bruch. Nicht in meiner Geschichte, sondern ganz klassisch in meinem Fuß.

Ich bin in der Nacht zu Samstag mit Kreislaufproblemen umgekippt und habe es dabei irgendwie geschafft, mir im rechten Fuß das Wadenbein und das Sprunggelenk zu brechen. Das war ein ziemlich perfekter rechter Winkel, in dem das Ding abstand. Na ja, nicht drüber nachdenken.

Wie dem auch sei, ich bin noch im Krankenhaus und kann mich im Moment nicht wirklich gut auf etwas konzentrieren. Ist halt jetzt so. Irgendwann wird es schon weiter gehen.

Lasst mir so lange das Internet ganz!

Bis bald,

euer Michael

Wenn man manchen Autoren glaubt, ist Psychotherapie ein Kinderspiel

Es ist mir schon häufiger aufgefallen und da es gerade jetzt wieder einmal soweit war, habe ich mich entschlossen, einen kleinen Beitrag darüber zu schreiben. Es geht um das Thema Psychotherapie, bei dem ich, wie ihr wisst, ein wenig mitreden kann. Ohne in die Details zu gehen: Ich habe ein erkleckliches Quantum an Therapeuten sowohl im klinischen als auch im ambulanten Setting kennengelernt und gleichwohl auch eine große Zahl an von psychischen Krankheiten Betroffenen. Das macht mich nicht zu einem Experten, aber zu jemandem, der zumindest merkt, wenn etwas nicht ganz der Realität entspricht.

Viele Betroffene, die sich, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, an einen Therapeuten oder eine Therapeutin wenden, begegnen diesem Schritt mit einer gehörigen Portion Skepsis – und oft leider auch überzogenen Erwartungen oder gar falschen Vorstellungen.

Ich kann da auf niemandem mit dem Finger zeigen, denn bei mir war es damals ja dasselbe. Ich gehörte auch zu denen, die in dem Glauben waren, dass es genügen würde, der Therapeutin ein paar Dinge aus meinem Leben zu erzählen und sie würde dann schon, in kürzester Zeit, versteht sich, die Patentlösung finden, wie ich wieder auf die normale Spur zurückfinden und mein Leben, möglichst besser, weiterleben könnte.

In diesem Zusammenhang wird häufig das Bild verwendet, dass ein Psychotherapeut über einen großen Werkzeugkasten verfügt, in dem er nur ein wenig herumwühlen muss, um das Maßwerkzeug zu finden, das genau auf die momentane Krise passt. Schnell, einfach, unkompliziert und leicht in der Anwendung.

Nun, ich habe auf die harte Tour gelernt, dass es so leicht nicht ist. Es reicht nicht, eine normierte Säge zu nehmen, um Dinge, die im Leben eines Patienten schief laufen, einfach abzuschneiden. Auch ein Hammer, um die Dinge wieder gerade zu klopfen, ist nicht leicht gefunden. Und auch wenn es sicherlich genügend Stellschrauben für einen Schraubenzieher gibt, ist man trotzdem darauf angewiesen, lange zu probieren und auch Rückschläge in kauf zu nehmen.

Dabei ist Psychotherapie doch das Leichteste von der Welt. Könnte man zumindest denken, wenn man einigen Autorinnen und Autoren so Glauben schenkt.

Ich möchte auf niemandem mit dem Finger zeigen, deswegen nenne ich keine konkreten Beispiele. Aber es gibt etliche Fälle, in denen Patienten, die zu einem Therapeuten gehen, entweder einfach als unfähig beschrieben werden, das zu erkennen, was doch direkt vor ihrer Nase liegt, oder als naiv, so dass es fast schon an Dummheit grenzt, dass sie ihre Probleme nicht von alleine in Ordnung bringen.

Das alleine ist schon schlimm genug, aber oft kommt noch dazu, dass der Prozess einer Therapie oder auch einer einzelnen therapeutischen Sitzung so vereinfacht dargestellt wird, dass falsche Vorstellungen beinahe zwangsweise geweckt werden.

Bewusst wurde mir das, als ich mir dieser Tage einige Folgen einer deutschen Fernsehserie vom Anfang des Jahrtausends ansah. In dieser Serie tritt unter anderem eine Psychotherapeutin auf, allem Anschein nach eine Verhaltenstherapeutin. Das sind die, die, wirklich ganz grob ausgedrückt, einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit darauf legen, ihrem Klienten bei konkreten Problemen Anregungen und mögliche Ansätze mit auf den Weg zu geben, mit denen er vielleicht diese Probleme in den Griff bekommen kann.

Dabei – und das ist ganz wichtig – wird aber nicht wild ein Kalenderspruch an eine Zeitschriftenweisheit gereiht und der Patient seines Weges geschickt. Vielmehr hat sich, im günstigsten Fall, bereits eine derartige Beziehung zwischen Therapeut und Klient gebildet, dass dieser in die Lage versetzt ist, den Klienten so zu unterstützen, dass er nicht sofort wieder aufs Neue überfordert wird und dadurch eine weitere negative Erfahrung sammelt. Das ist ein Prozess, der einige Sitzungen in Anspruch nimmt. Nicht umsonst sind die meisten Therapien durchaus mit einem mittel- bis langfristigen Zeitrahmen veranschlagt.

Kommen wir zu der bewussten Fernsehserie zurück. Dort haben die für das Drehbuch zuständigen Autoren die eine oder andere Abkürzung genommen, wie sie zwar das Format bedingt, bei denen mir aber wieder einmal deutlich wurde, wieso viele Menschen mit einem falschen Bild von einer Psychotherapie durch die Welt gehen.

Ein Beispiel: Eine Patientin kommt zu der Therapeutin und schildert, dass sie sich unwohl, unbeachtet und traurig fühlt. Die Analyse der Therapeutin besagt, dass die Patientin unter ihrer sozialen Vereinsamung leidet und sich aus diesem Gefühl heraus ihre Depression entwickelt hat. Bis hierher nachvollziehbar.

Dann aber kommt das sinnbildliche Werkzeug zum Einsatz und es ist ein mittlerer Vorschlaghammer. Die Frau soll in die Fußgängerzone gehen und, einfach so, jemanden ansprechen, um mit ihm einen Kaffee trinken zu gehen.

Wohlgemerkt: Das ist das Resultat der allerersten Sitzung der beiden! Selbst wenn die genaue Anamnese natürlich nicht in ihrer Ausführlichkeit gezeigt werden kann, ist das eine, sagen wir mal, sportliche Leistung. Da verwundert es nicht, wenn die Sache vollkommen aus dem Ruder läuft und die Patientin am Ende ihre Familie verlässt, weil sie sich mit dem Mann, den sie schließlich angesprochen hat, eine wilde Affäre leistet. Was die Therapeutin, immerhin, in heftige Gewissensnöte bringt.

Das alles ist natürlich auf den Lacher hin konstruiert und ich kann mich auch darüber amüsieren. So ist es ja nicht. Aber mir wurde klar, dass es das sehr häufig gibt: Therapeuten, die ihre Patienten losschicken, sich in genau die Situationen zu begeben, die zum Kern ihres Problems gehören. Patienten, die hoffnungslos überfordert sind und im richtigen Leben wahrscheinlich einen Knacks fürs Leben bekommen würden, weil das Leben eben kein Drehbuch hat.

Ich kann darüber lachen, sehe es aber dennoch mit Skepsis. Denn nicht nur bei den Patienten werden eventuell falsche Erwartungshaltungen erzeugt, sondern auch bei ihrem Umfeld, was noch wesentlich katastrophaler ist.

Es ist für einen Betroffenen schon schwer genug, mit seiner Familie, mit seinen Freunden und Bekannten und nicht zuletzt auch mit seinem Arbeitgeber und den Kollegen umzugehen. Wenn nun aber manche Romane und manche Fernsehserien und Filme das Bild erzeugen, dass sich die Probleme schnell und einfach und im Hauruckverfahren lösen lassen könnten, dann wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, der weder der Therapeut noch sein Klient entsprechen können.

Mir ist klar, dass Straffungen in einer künstlerischen Darstellung notwendig sind. Dutzende von Therapiestunden sind etwas, was nicht einmal für die direkt Beteiligten immer „spannend“ ist. Oder „angenehm“. Oder „zielführend“. Aber die Quintessenz sollte meiner Meinung nach sein, vor allem die Patienten so darzustellen, dass ihre Probleme ernst genommen werden und die Begleitung durch den Therapeuten vertrauensvoll und professionell dargestellt wird.

Psychotherapie kann manchmal durchaus auch ihre lustigen Seiten haben. Mein Therapeut und ich reden manchmal miteinander, als ob wir einen Wettbewerb laufen hätten, wer den besseren Oneliner unterbringen kann. Aber das sind Momentaufnahmen und weder die Regel, noch der Lösungsansatz.

Ich würde mir wünschen, dass Autoren und Autorinnen sich hier auch ihrer Verantwortung ein Stück weit bewusst sind. Um einen weiteren, viel gehörten, Vergleich zu bemühen: Wenn der Patient einen Herzinfarkt hätte, würde auch nicht gezeigt, wie der Arzt ihn zum Joggen schickt, damit die Pumpe wieder richtig ans Arbeiten kommt. Oder wenn er sich das Bein gebrochen hat, dann wird es ihm nicht amputiert, um ein paar Rollstuhlfahrerwitze bringen zu können.

Ich weiß, dass es leichter ist, Beziehungen zwischen Therapeut und Klient im anekdotenhaften zu erzählen. Ich habe mit „Das Haus am See“ selber ein Manuskript in der Schublade liegen, das sich an Erfahrungen, die ich gemacht habe, orientiert. Und bei dem es mir verdammt schwer gefallen ist, nicht in den Tonfall abzugleiten, in dem man sich auf dem Klassentreffen erzählt, wie witzig doch diese oder jene Situation gewesen ist. Oder jedenfalls nicht zu häufig darin abzugleiten.

Mein kleiner Beitrag, der – sorry – schon ganz schön ausgeufert ist, ist nicht dafür gedacht, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Es gibt auch eine Menge Autorinnen und Autoren, die Wert auf eine realitätsnahe Darstellung legen. Und das weiß ich sehr zu schätzen.

Psychotherapie ist kein Kinderspiel. Nicht für den Patienten und nicht für seinen Therapeuten. Sie ist eine anstrengende Sache, der man aber auch nicht mit Bierernst begegnen muss. Nur sollte man wissen, was man da tut. Und welche Erwartungen man weckt. Oder zerschlägt.

Das wollte ich einfach mal gesagt haben 🙂 .

Kurz und schmerzvoll (13) Passt, passt nicht, Passwort!?

Ich stelle immer wieder in den letzten Tagen fest, dass manche Dinge, die zu meiner Blogpause geführt haben oder die sich in ihrem Verlauf wie auch seitdem gemeldet haben, immer noch meine Aufmerksamkeit brauchen. Oder sie auch schon mal einfordern.

Während meiner Pause habe ich mir verschiedene Themen als Stichpunkte für Blogeinträge zurecht gelegt. Verwirklicht habe ich von diesen Beiträgen keinen einzigen. Weil sie mir nicht passend erschienen. Oder vielleicht auch, weil ich dachte/befürchtete, dass ich durch sie nur unnötige Aufmerksamkeit auf Dinge richte, die vielleicht einfach besser nicht ausformuliert werden sollten.

Wie ihr wisst, habe ich in diesem Blog Werte wie Authentizität oder Offenheit immer groß geschrieben. Er ist gleichsam Spiegel meiner Aktivitäten als auch meiner Einstellung, Gedanken und – ja – Autorenseele. Aber dennoch bin ich mir zum ersten Mal unsicher, ob ich einfach schreiben soll, wie mir die Tastatur gewachsen ist.

Zum einen, weil ich niemanden langweilen möchte. Ja, ich weiß, ich zwinge niemanden dazu, hier mitzulesen und wenn jemanden nicht interessiert, was ich schreibe, dann kann er einfach weiterklicken und gut ist. Ich weiß auch, dass hier zuvorderst meine eigenen Bedürfnisse und Belange stehen sollten – bei aller Leserorientierung.

Dass ich das nicht einfach so durchziehen kann, ist allerdings ganz entscheidender und fundamentaler Bestandteil der Situation, wie sie sich zurzeit darstellt. Mal ganz die Frage außen vor gelassen, ob ich das überhaupt in aller Konsequenz würde haben wollen.

In meinem Kopf und in meinem Gefühl passiert im Moment so einiges, was das Schreiben und das Drumherum angeht. Vor einigen Tagen veröffentlichte ich folgenden Tweet:

Es war eine beruhigende Erfahrung, dass es mir nicht alleine so geht und doch fällt es mir wahnsinnig schwer, das Thema wirklich zum Thema zu machen. Weil es irgendwie dann doch von dem weg führt, wozu dieser Blog eigentlich dienen sollte.

Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich diese Beiträge schreiben, dann aber mit einem Passwort versehen sollte, damit niemand von ihnen „belästigt“ wird, der sie nicht sehen will. Es geht mir weniger um Selbstschutz, denn wie ihr wisst hatte ich noch selten Probleme damit, mir öffentlich die Narrenkappe aufzusetzen und zu meinen Schwächen und Sorgen zu stehen.

Ich weiß es nicht. Diesen Beitrag hier schiebe ich seit zwei, drei Tagen vor mir her. Dass ich ihn so schreibe, wie ich es jetzt tue, zeigt schon, wie schwer es ist, zu einem Entschluss zu kommen. Das lähmt.

Vielleicht bin ich doch einfach ein Schriftsteller-Emo, der nicht anders kann, als seine Befindlichkeiten vor sich her zu tragen. Aber vielleicht sehe ich das auch alles einfach viel zu verbissen und dogmatisch.

Ich weiß es nicht.

Aber es ist gut, es einmal aufgeschrieben zu haben.