Warum es sinnvoll sein kann, einen unerwarteten Knalleffekt vor einen erwarteten zu legen

Wie ich gestern schon angekündigte, hat die Exkursion des Tages mich auf die Idee zu einem neuen Blogartikel gebracht, zu dem mir nur keine vernünftige Überschrift eingefallen ist. Deswegen bitte ich, das komische etwas da oben zu entschuldigen. Ich brauche einfach mehr Worte um zu erklären, was ich meine.

Der Ausflug führte meine Familie und mich, mal wieder, in einen Freizeitpark. Ja, ich gebe zu, meine Kinder und ich sind da ein wenig süchtig nach und meine Frau spielt das Spiel liebenswerter Weise mit. Gestern waren wir in Belgien, im Bobbejaanland. Dort steht eine Anlage, die auf den schönen Namen „Typhoon“ hört. Es handelt sich um einen Eurofighter der Firma Gerstlauer Amusement Rides und das Charakteristikum dieser Bahnen, ihr Alleinstellungsmerkmal, ist die erste Abfahrt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bahnen wird hier keine Schräge durchfahren, sondern der Wagen wird senkrecht in die Höhe befördert und durchfährt danach einen steilen Drop, der im Spitzenwert einen Winkel von (in diesem Fall) 97° aufweist. Danach setzt sich die Fahrt dann mit anderen Elementen fort, die man auch von anderen Bahnen kennt.

Hier könnt ihr „Typhoon“ im Video bewundern:

Direkt an die erste Abfahrt schließt sich ein Looping an und das war der Ausgangspunkt eines Gespräches zwischen meiner älteren Tochter und mir. Sie ist nämlich in ihrem Leben noch keinen Looping gefahren und wollte das auch an diesem Tag nicht ändern. Dabei war sie total auf den Looping fixiert und sah weder das Element davor, noch sah sie die sich anschließenden Schrauben.

Ich sagte ihr noch, dass sie vom Looping kaum etwas mitbekommen würde, weil der Körper noch damit beschäftigt sei, die Abfahrt zu verarbeiten, aber das änderte ihre Meinung nicht. Der Looping war ein Problem.

Reden wir aber jetzt nicht von Problemen, reden wir von Romanen. Reden wir vielleicht sogar von Romanen, die ein gewisses Standardrepertoire an Szenen abspulen. Ich vergleiche diese Szenen, die man je nach Gattung des Romans in so ziemlich jedem Genre finden kann, einmal mit den Standardelementen einer Achterbahn.

Wir haben die klassische Auffahrt, es wird Spannung aufgebaut. Im Roman passiert dasselbe. Wir lernen vielleicht die Figuren kennen, erhaschen einen ersten vagen Blick auf das, was sie verbindet und was sie trennt.

Wenn wir dann ganz oben angekommen sind, nimmt die Handlung Fahrt auf und wir arbeiten uns durch die Standardsequenzen durch, die beispielhaft so lauten könnten:

  • eine Beziehung geht im sprichwörtlichen Sinne den Bach herunter (Abfahrt)
  • die Situation wird durch etwas fremdes auf den Kopf gestellt (Looping)
  • die Handlung nimmt verschiedene Wendungen vor (Richtungswechsel)
  • dabei folgt der ersten großen Umwälzungen eine Abfolge von kleineren Twists (Schrauben)
  • je nachdem, wie rasant die Handlung ist, wird zwischendurch ein wenig abgebremst, um etwa Subplots einarbeiten zu können (Blockbremsen)
  • Happy oder Unhappy End (je nachdem, wie fest die Schlussbremsen greifen)

Die Schwierigkeit ist nun, diese Elemente so aneinander zu reihen, dass trotz ihrer hinlänglichen Bekanntheit immer wieder eine neue, eine überraschende Geschichte dabei herauskommt. Und da kann es sinnvoll sein, einen unerwarteten Knalleffekt vor einen erwarteten zu setzen (um die Überschrift wieder aufzugreifen).

Denn was macht „Typhoon“? Für jemanden, der die Bahn noch nie gefahren ist, ist das erste Element in seiner Heftigkeit eine Überraschung, die man auch von außen so nicht erwartet. Das aufgenommene Tempo sorgt für einen Druck, der den sich unmittelbar anschließenden Looping beinahe vergessen lässt. Man bekommt zwar mit, dass man kurz auf den Kopf gestellt wurde, aber das ist nicht die eigentliche Sensation.

Für einen Roman bedeutet das, dass man ruhig einmal damit spielen kann und sollte, vor die Knalleffekte, die der Leser oder die Leserin anhand des Genres erwarten würden, mal etwas Unerwartetes zu setzen – wobei ich natürlich gleich einräumen muss, dass es im Einzelfall gar nicht so leicht ist, dieses Unerwartete zu finden. Sonst würde es ja jeder machen 😉 .

In einem Krimi könnte dies zum Beispiel eine Szene sein, die vor dem obligatorischen Mordfall liegt, in welcher unsere Hauptperson ein privates Drama durchlebt. Vielleicht musste sich der Kommissar oder die Kommissarin einmal entscheiden, ob er das Leben einer Geisel oder das Leben eines Kollegen rettet.

So eine Szene vor der Handlung reißt den Leser sofort mit und und jetzt kommt das, was das Leben des Kommissars auf den Kopf stellt: Er hat sich für die Geisel entschieden, diese geheiratet und nun, zwei Jahre später, stellt er fest, dass er/sie begonnen hat, ihn zu betrügen. Wäre das nicht ein schönes Gefühlsdilemma, in dem alle miteinander stecken? Und wenn ihr euch dann noch entscheidet, dass aus Herrn Kommissar eben kein zynischer Alkoholiker wird, dann habt ihr den Leser direkt zu Beginn dreifach überrascht.

(Wenn ihr aus diesem rudimentären Gerüst eine Story machen wollt, wäre ich für eine Erwähnung bei den Danksagungen, ähm, dankbar 😉 )

Nach diesen Überraschungen könnt ihr dann getrost mit Elementen weitermachen, die erwartbar sind. Der Chef ist ein Arsch, der neue Fall zum Haare ausraufen und die neue Kollegin eine heiße Anwärterin darauf, den Job der ehemaligen Geisel als Lebensabschnittsgefährtin auszufüllen.

Wenn ihr das packend schreibt und nicht irgendwann unterwegs einschlaft, nehmt ihr den Schwung des Anfangs mit. Ihr nehmt die Erwartungen des Lesers mit, sowohl die erfüllten als auch die unerfüllten. Und mit ein wenig Glück, merkt der Leser gar nicht, dass ihr irgendwann doch wieder zu den Standardelementen zurückgekehrt seid, weil er immer noch von diesem einen Element am Anfang euphorisiert und überrascht ist.

Ich halte mir den Gedanken jedenfalls warm und werde es bei Gelegenheit genau so einmal ausprobieren. Mit einem Beispiel, das ich euch jetzt nicht verraten habe, gemein, wie ich bin.

Jetzt quält mich nur noch eine Frage (ein wenig): Bin ich eigentlich der Einzige, der beim Achterbahnfahren auf so komische Ideen kommt!?

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Der Sonntagsreport vom 09.07.2017 – Ein paar Worte über Medikamente

Hallo zusammen!

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag Nachmittag. Auch heute möchte ich euch wieder ein paar Worte über die letzte Woche berichten und weil der Sonntagsreport ja immer mal ein wenig persönlicher angehaucht sind, ist er der richtige Rahmen, denke ich, um ein paar Worte über Medikamente zu verlieren.

Wie ihr ja wisst, gehöre ich leider zu denen, die sich irgendwann in ihrem Leben den einen oder anderen psychischen Knacks eingehandelt haben. Aber das ist für mein Dasein als Autor ja eher von positiver Wirkung. Viele berühmte Autoren hatten so ihre Probleme, was reicht von „ist exzentrisch“ bis zu „hat nicht mehr alle Latten am Zaun“.

Nun bin ich weder berühmt, noch habe ich vor, mich irgendwo in dieser Spannbreite zu verorten. Es ist auch nicht wichtig, dass ich das tue. Soll es doch irgendwann die Nachwelt machen, wenn im Deutschunterricht über meine Werke gesprochen wird.

Äh … wo waren wir stehen geblieben!?

Ach ja, ich wollte davon sprechen, dass Medikamente sowohl Nutzen als auch Sorgen bringen können.

Meine psychischen Probleme haben ab einem gewissen Zeitpunkt eine intensive Behandlung sowohl auf psychotherapeutischer als auch auf medikamentöser Ebene notwendig gemacht. Und, ich stehe dazu, ich verdanke den Medis auch durchaus einiges.

Medikamente in diesem Anwendungsgebiet stehen ja immer so ein wenig im Verdacht, aus dem Hirn desjenigen, der sie einnimmt, einen Schweizer Käse zu machen. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Mir haben sie, ganz im Gegenteil, sehr bei dem geholfen, worum es hier geht. Nämlich beim Schreiben.

Ich weiß nicht, inwiefern ihr euch einen Zustand der Blockade vorstellen könnt, bei dem es beinahe so ist, als ob das eigene Gehirn nicht mehr in der Lage ist, seine Arbeiten zu verrichten, die über die Wahrung der absoluten Grundfunktionen des menschlichen Daseins hinausgehen. Wahrscheinlich könnt ihr das nicht, denn es ist selbst als Betroffener schwer, es zu beschreiben. Man watet durch einen Sumpf aus Emotionen, Gedanken und auch Ängsten und findet irgendwie keinen passenden Weg hinaus.

Absolut tödlich für jede Form der Kreativität!

Als bei mir die Probleme ausbrachen, steckte ich schon seit Jahren in der Arbeit an „Darkride“ fest. Es ging nicht vorwärts, es ging nicht rückwärts. Es ging gar nicht. Und mein guter alter Bekannter, der Zweifel, war mal wieder zu Besuch. Bei allen meinen Romanen vor dem Jahr 2011 war ich mir nämlich so gut wie sicher, dass es sich bei ihm um den letzten überhaupt handeln würde. Ich hatte immer diesen Satz im Hinterkopf: Das war´s, mehr hast du nicht mehr zu erzählen.

2011 änderte sich das, weil ich endlich eine gute Kombination aus Arbeit an meinen Problemen und eben auch den richtigen Medikamenten bekam. Ich war, was speziell die angeht, ein kleines Glückskind. Ich blieb von allen negativen Begleiterscheinungen verschont, die das Einschleichen eines Antidepressivums oft mit sich bringt. Dafür merkte ich, wie ich langsam aber sicher wieder bewegungsfähig wurde.

Später in 2011 folgte dann mein Schreibmarathon, der in einer schnellen Folge bis 2013 die Romane „Der Morgen danach“, „Der Rezensent“, „Das Haus am See“, „Der Ruf des Hafens“ und „Darkride“ entstehen ließ.

Nachdem ich noch einmal eine kurze Schreibpause eingelegt hatte, begann 2015 die Ära „Mein Traum vom eigenen Buch“. Den Rest könnt ihr hier nachlesen.

Aber wieso komme ich dann jetzt wieder auf Medikamente zu sprechen? Nun, vor einigen Wochen merkte ich, dass ich Probleme hatte, mich auf Dinge wie meine Arbeit (privat wie dienstlich) zu konzentrieren, mich zu motivieren, mich zu fokussieren. Viel Zeit verplemperte ich damit, einfach im Internet zu surfen.

Und irgendwann wurde die Sache für mich nahezu unerträglich, auch wenn ich es meistens noch schaffte, sie irgendwie zu kaschieren.

Also bin ich zu meinem Psycho-Doc gegangen und habe ihm gesagt, dass mir diese Antriebsschwäche massiv auf die Nerven fällt. Und er öffnete seine Schreibtischschublade und sagte: »Es gibt da etwas Neues.«

Und so kam es dazu, dass ich seit jetzt ca. 5-6 Wochen auf ein neues Medikament gewechselt bin, das bei weniger Nebenwirkungen als das alte den Antrieb deutlich steigern soll.

Und, was soll ich sagen, es tut seine Wirkung! Ich habe mit einer Motivation, die ich so schon gar nicht mehr von mir kannte, die eine oder andere Aufgabe angenommen und angefangen, sie umzusetzen.

Es sind auch Kleinigkeiten, die mich zu dem Schluss bringen, dass ich da eine (momentan zumindest) richtige Pille für mich gefunden habe. Zum Beispiel habe ich im Moment kein Problem damit, wirklich jeden Tag etwas an meinem momentanen Projekt zu schreiben, also an „Die Behüter der Wahrheit“. Und wenn im Gegenzug mal, so wie gestern, kein Blogbeitrag „nebenbei“ entsteht, dann ist das für mich kein Weltuntergang, sondern völlig unproblematisch. Man muss sich seine Zeit eben einteilen. Und wenn ich dazu auch noch angefangen habe, endlich mal wieder ein Computerspiel ernsthaft zu spielen (und wir alle wissen noch, wann ich mir meinen neuen PC angeschafft habe!), dann sind das alles so Zeichen von Aktivität bzw. Beweglichkeit, die einfach toll sind.

Leider gibt es neben der ganzen Jubelarie aber auch einen deutlichen Nachteil. Das Medikament, das ich jetzt abgesetzt habe, ist nämlich ein ziemliches Arschloch (sorry), wenn es darum geht, es dem Körper zu entziehen. Es sagt nämlich: Ich mache dir das Leben zur Hölle, wenn du mich nicht weiter nimmst.

Der Arzt nennt das in seiner Sprache „Absetzungserscheinungen“. Umgangssprachlich würde man wohl besser „Entzugserscheinungen“ dazu sagen. Ich habe mit Dingen wie Schwindelattacken, Kopfschmerzen, Übelkeit und Blitzen vor den Augen (die sind besonders schön) zu tun. Alles ungefährlich, meint mein Doc. Und, dass sie in etwas fünf oder sechs Wochen vorbei sein werden.

Also von jetzt an gerechnet.

Warum erzähle ich euch das alles an dieser Stelle? Einfach nur, weil ich im Moment also, trotz allem, mal wieder etwas wackelig auf meinem Stuhl sitze. Einerseits habe ich den Antrieb, Dinge zu tun, andererseits gibt es die körperlichen Probleme, die mich teilweise ausbremsen. Aber es geht in die richtige Richtung.

Eigentlich wollte ich nur sagen: Wundert euch nicht, wenn zwischendurch hier vielleicht mal wieder ein oder auch zwei Tage Stille einkehren. Die sind dann einfach der Tatsache geschuldet, dass ich dabei bin, mich zu bessern. Also nicht mich zur Person, sondern meinen allgemeinen Zustand. Und dafür muss es mir einfach auch mal zwischendurch schlecht gehen.

Aber solange meine Kurzgeschichte wächst und gedeiht, solange ich den Kontakt mit euch über den Blog regelmäßig aufrecht erhalte und solange ich jeden Tag merke, wie die positiven Effekte ihre Wirkung haben und behalten, kann, will und werde ich das durchstehen.

Und dann schauen wir mal, wohin der neue Elan und die neuen Möglichkeiten mich führen. Ich habe so eine Ahnung, als ob ihr es mitbekommen könntet 😉 .


Ein wichtiges PS: Das soll nicht bedeuten, dass man Medikamente benutzen sollte, um seine Probleme in Sachen Kreativität zu beheben. Und nein, es soll auch nicht bedeuten, dass Medikamente immer und für jeden eine gute Sache sind. Medikamente sind nichts, womit man einfach mal experimentieren kann und ich bin jemand, der immer sehr eindrücklich davor warnt, einfach mal „was zu nehmen“ oder unkontrolliert „abzusetzen“.

Aber ich habe immer schon gesagt, dass Medikamente helfen (!) können, die Arbeit an den eigentlichen Baustellen anzugehen. In meinem Fall eben, die Antriebsschwäche zu beseitigen. Es geht und ging nicht darum, eine Form des Dopings durchzuführen, sondern meine blockierten Ressourcen wieder zugänglich zu machen.

Das ist ein gewaltiger Unterschied und wenn ihr glaubt, auch Probleme in dem Bereich zu haben, geht zu eurem Arzt und redet darüber. Er wird wissen, ob und was getan werden kann.

Und ganz grundsätzlich: Ich freue mich auf den Tag, an dem ich die Medikamente nicht mehr brauche. Denn das bedeutet, dass ich nicht nur leistungsfähig, sondern vor allem auch gesund bin.

Verständlich, oder?

Wir geben ab zur Werbung (11) Papyrus Autor 8.5 ist erschienen

Ja, ich weiß, das ist jetzt entgegen der sonstigen Beiträge unter dieser Rubrik kein Hinweis auf ein Schnäppchen. Denn davon kann man beim Erwerb einer Lizenz für das Programm Papyrus Autor nun wirklich nicht sprechen, die immerhin mit 179,00 Euro zu Buche schlägt.

Bevor sich die Ersten jetzt an ihrem Kaffee verschlucken, schicke ich ein dickes Aber hinterher. Man bekommt durchaus auch etwas für sein Geld – wenn man denn die Funktionen von Papyrus für sich nutzt.

Machen wir uns nichts vor: Für eine einfache Textverarbeitung, mit der man hin und wieder einen Brief schreibt, eine Einkaufsliste oder ein Gedicht für Onkel Theodors Geburtstag, gibt es wesentlich günstigere oder sogar kostenlose Lösungen. Das wird auch niemand bestreiten. Ja, sogar für Autoren, die wirklich viele Speziallösungen wie Zeitstrahl oder Datenbank benötigen, gibt es Programme, die weniger kosten.

Und dennoch finde ich, dass Papyrus seine Qualitäten hat, die durch das neue Update sogar noch einmal gesteigert werden konnten.

Ich möchte jetzt nicht, die Liste aller Verbesserungen herunter beten, das überlasse ich dem Hersteller. Herausheben möchte ich nur die folgenden, für mich signifikanten, Punkte:

  • Aktualisierung des Duden Korrektors auf die neueste Version
  • Wesentlich übersichtlichere Stilanalyse
  • Import und Export von .docx-Dateien, was es jemandem wie mir, der häufig zwischen Word und Papyrus austauschen muss, um ein Vielfaches leichter macht

Wie gesagt, Papyrus ist mit Sicherheit kein Schnapper. Aber eines der besten Programme für Autoren am Markt, dessen Kauf ich bis heute nicht bereut habe. Und die Tatsache, dass ich, als Besitzer der Version 8.0, das Upgrade auf 8.5 nicht einmal extra bezahlen musste, macht mir die Empfehlung noch leichter.

Also, liebe ambitionierte Autoren, schaut einmal rein! Der Rest kann getrost bei anderen, weniger teuren Lösungen bleiben.

Und beim nächsten Mal habe ich bestimmt wieder ein Schnäppchen im Gepäck, wenn ihr diese Rubrik lest 😉 .

Was jetzt so ansteht – Eine (fast) unwillkommene To-Do-Liste

Ich bin eigentlich kein besonders großer Freund von To-Do-Listen. Das hat was damit zu tun, dass ich dazu neige, die Punkte entweder durcheinander zu schmeißen, oder sie einfach unter den Tisch fallen zu lassen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich sie nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erreichen kann.

Und trotzdem kann mein Kopf anscheinend nicht anders, als sich immer mal wieder so eine Liste aus den Gehirnzellen zu leiern. Da ich im Moment sowieso ein wenig ausgebremst bin, bot sich das irgendwie wahrscheinlich auch an.

Ich dachte, ich lasse euch einfach mal daran teilhaben, was jetzt so ansteht.

Top 1: Zweiter Überarbeitungsdurchgang „Der Morgen danach“

Wie bereits geschrieben, möchte ich das Manuskript, das nun ja in einer völlig anderen Personalform als vorher vorliegt, noch einmal auf Schnitzer abklopfen und auf notwendige/sich anbietende Erweiterungen auf der Gefühlsebene. Ich hatte im letzten Sonntagsreport angedeutet, dass das ein Feld ist, auf dem auch Gefahren lauern. Aber ich muss mich von meinem inneren Kritiker an dieser Stelle ein Stück weit frei machen. Was ich jetzt an den Verlag schicken werde, ist eine Arbeitsgrundlage. Alles Weitere werden wir gemeinsam erarbeiten und überarbeiten.

Top 2: Sichtung, Exposéerstellung und Überarbeitung Einstieg „Darkride“

Auch über „Darkride“ habe ich euch schon erzählt. Sowohl darüber, dass ich plane, das Projekt einmal bei be anzubieten, als auch, vor grauer Blogvorzeit, woher eigentlich die Idee zu der Story kam. Sichtung bedeutet dabei für mich, dass ich das ganze Manuskript noch einmal lesen will. Am besten so, wie man ein ganz fremdes Buch liest. Und nachdem ich ja, wie erzählt, schon einmal reingelesen habe, weiß ich wieder, dass es solche Passagen auch gibt, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Das wird spannend! Die Luft für die Erstellung eines Exposés und die Überarbeitung der Leseprobe werde ich hoffentlich haben, während man bei Scylla an der ersten Lektoratsrunde sitzt. „Darkride“ reizt mich einfach, weil ich von der Story immer noch überzeugt bin, von den verschiedenen Versatzstücken des Krimis, als auch von der Hauptperson. So sehr überzeugt, dass ich mir sogar schon Gedanken über einen zweiten Teil mit meinem Kommissar gemacht habe. Kein guter Krimi ohne Serienambitionen, nicht wahr? 😉

Top 3: Weiterarbeit an „Der goldene Tod“

Und nach all diesen Arbeiten wird es Zeit, endlich mal wieder einfach nur zu schreiben! „Der goldene Tod“ soll nicht das Schicksal vieler früher Entwürfe teilen und einfach so im Sande verlaufen. Dafür gefallen mir hier die bisher geschriebenen Szenen und Personen viel zu gut.

Die Liste ist nicht abschließend, aber bis hierhin sollte ich es erst einmal bewenden lassen. Denn je höher die Nummer wird, desto unwahrscheinlicher wird ihre zeitnahe Realisation. Wenn ich all das bis, sagen wir, Ostern auf die Reihe bekomme, dann freue ich mich schon.

Habt ihr auch To-Do-Listen, die sich immer wieder aufdrängen?

Pausenbrecher (3) Was macht eigentlich der „Beobachter“?

Vielleicht stellt sich der eine oder die andere von euch ja die Frage, was eigentlich in der Zwischenzeit aus „Der Beobachter und der Turm“ geworden ist. Das Projekt ist ja, zugunsten von „Der Morgen danach“, ein wenig in den Hintergrund gerückt.

Nun, das hier ist daraus geworden:

be-bewerbung‚be‘ ist ein digitales Imprint des Bastei-Verlags und die entsprechende Homepage war schon seit gut zwei Monaten in meinem Browser geöffnet. Ich hatte ein neues Exposé erstellt, eine Leseprobe ausghewählt und musste jetzt „nur noch“ das Online-Formular ausfüllen. Das hat mich heute noch etwas mehr als anderthalb Stunden in Anspruch genommen und dann habe ich „einfach mal“ auf absenden geklickt.

Der Hintergrund ist einfach der, dass ich nicht glaube, in den nächsten paar Wochen/Monaten dazu zu kommen, mich im Selfpublishing so gut um das Projekt kümmern zu können, wie ich es müsste. Da wird ganz viel Lektoratsarbeit für den „Morgen danach“ auf dem Programm stehen.

Wenn ‚be‘ mich nun aber auch „nehmen“ würde, dann müsste ich mir in der Tat etwas einfallen lassen, wie ich mich klone, oder so. Aber ich gehe davon aus, dass auch dieses digitale Label eine ganze Weile brauchen wird, bis es sich zurückmeldet. Wenn es sich zurückmeldet.

Und der pessimistische Teil von mir geht halt nach wie vor davon aus, dass der „Beobachter“ keine geeignete Verlagsware ist. Aber: Versuch macht kluch, wie man so schön sagt!

Die 10-Seiten-Überarbeitung

Gestern war ein Tag der Extreme. Bevor er absolut beschissen zu Ende ging war er nämlich eigentlich sehr gut zu mir. Und ich habe beschlossen, dass ich euch davon wesentlich lieber erzähle als von den Gründen, wieso das Ende nicht so toll war. Aber wenigstens war es in gewisser Weise ein Ende. Und wir kennen doch alle den tollen Spruch, den man in Bezug auf Enden so gerne in den Mund nimmt, nicht wahr?

Okay, gehen wir zu den Anfängen.

Wie vielleicht einige von euch gesehen haben, habe ich gestern auf Twitter einen Satz geschrieben, in dem es darum ging, dass ich einfach mal, so neben dem normalen Arbeitsprotokoll, 10 Seiten überarbeitet habe. Das hätte was und bringt vielleicht auch was.

Das Projekt, um das es da ging, ist mein Roman „Der Morgen danach“. Ihr erinnert euch, der Roman, mit dem ich mich vor über einem Jahr bei einigen Literaturagenturen beworben habe, von denen ich ganz überwiegend nie wieder etwas hörte. Es ist aber auch der Roman, den ich im September zu einem Verlag geschickt habe, um mich dort einmal vorzustellen.

Nun, wie spreche ich es gelassen aus, ohne zu viel an Erwartungshaltung hinein zu legen. Vielleicht sage ich einfach: Von diesem Verlag habe ich etwas gehört. Genau genommen schon vor etwa einem Monat, als ich an dieser Stelle schrieb, dass ich der Verwirklichung meines Traums vielleicht einen Schritt näher gekommen bin.

Gestern kam nun eine Anfrage, ob ich einen Textteil von etwa zehn Seiten schnell einmal überarbeiten könne. Es gibt da eine neue Idee für den Roman, über die wir im Gespräch sind.

Also habe ich mich an die Überarbeitung gemacht und es hat sich gut angefühlt. Es hat sich für den Text richtig angefühlt. Und was gut für meinen Text ist, das ist auch für mich gut. Und wenn es jetzt auch noch für den Verlag gut so ist …

Es gibt nicht nichts Konkretes. Deswegen benenne ich auch kein Ross und keinen Reiter. Ich halte weiter daran fest, dass ich fürchte, dass, wenn ich mich zu sehr aus dem Fenster lehne, die Sache vielleicht doch noch schief gehen könnte. Aberglaube halt. Das Vorrecht der „Künstler“ ;-).

10 Seiten, die mich vielleicht noch einmal näher an die Erfüllung meines Traums gebracht haben. Nun, wir werden sehen. Und ich halte euch auf dem Laufenden. Ehrensache.

Die wirklich wichtigen Dinge sind hier nicht zu Ende. Sie fangen gerade erst an!

Was man als Autor alles braucht …

Heute mal ein vielleicht nicht ganz so ernst gemeinter Beitrag. Aber ich würde mich ja schon mal ganz gerne inspirieren lassen. Und wozu habe ich so viele inspirierende Follower und Leser, wenn ich sie dann nicht nach ihrer Meinung fragen würde?

Wir wir alle nicht mehr ignorieren können, steht Weihnachten vor der Tür. Und damit auch wieder die Frage nach den Geschenken im Raum. Da ich keine Lust habe, mir Socken schenken zu lassen, Krawatten aus religiösen Gründen ablehne und um Himmels Willen nicht noch mehr Süßigkeiten brauche, um mich platzen zu lassen, dachte ich daran, dass ich mir ja etwas schenken lassen könnte, das ich als Autor brauchen könnte.

Aber nun kommt die Frage: Was braucht man denn alles als Autor?

Ich fürchte, ich bin da schon ziemlich gut bestückt. Ich habe einen PC mit großem Bildschirm, zwei Drucker und jede Menge Papier. Ich habe mehrere Festplatten und Clouds, um meine Daten immer fein sichern zu lassen. Ich habe jede Menge Fachliteratur im Regal stehen, angefangen vom Handbuch für Autoren und aufgehört beim Schreiben von erotischen Romanen. Die „Federwelt“ und den „Selfpublisher“ habe ich im Abo.

Inzwischen besitze ich ein Tablet (ist gestern angekommen und müht sich noch durch die Windows-Updates), ich habe ein Schreibprogramm, Office abonniert und auch eine Homepage mit Webspace.

Auf meinem Wunschzettel stehen jetzt noch eine Webcam (damit ich euch mit Videos traktieren kann, hä, hä) und ein vernünftiger Trolley für meine Trips nach Leipzig und (wahrscheinlich) Frankfurt.

Das liest sich jetzt vielleicht wie „mein Haus, mein Auto, mein Boot“, aber ich bin mir todsicher, dass es da noch Geheimtipps gibt, nützliche Software, gute Schreibratgeber, und, und, und.

Und da kommt ihr ins Spiel: Was meint ihr, was ein Autor unbedingt braucht? Wie gesagt, es darf auch der humoristische Ansatz sein. Brauche ich vielleicht einen extralangen Nagel für die Wand, um daran meine Absagen aufspießen zu können? Ein Metronom, das mir beim Schreiben den Takt angibt? Eine spezielle Denkerkappe für Schriftsteller?

Kein Vorschlag ist zu skurril, keine Idee zu bescheuert und keine Meinung zu abgedreht. Aber es wird auch kein ernsthafter Vorschlag unbedacht abgelehnt. Diese Frage richtet sich ausdrücklich nicht nur an Autorinnen und Autoren.

Ich freue mich auf eure Inspirationen! 🙂