Reblog: Depression Comix Nr. 407

Two weeks ago I blogged about the „dark side“ of Social Media. This strip fits absolutely perfect for the kind of people I tried to describe. Thank you!

Vor zwei Wochen habe ich über die „dunkle Seite“ von Social Media gebloggt. Dieser Comic illustriert die Sorte Mensch, über die ich damals schrieb, absolut perfekt.

Depression Comix

Read at depression comix at https://wp.me/s3zYhM-407

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Die dunkle Seite von Social Media

Wie ihr wisst, habe ich ein ziemlich ambivalentes Verhältnis zu den sozialen Netzwerken. Das mag auf die eine Art überraschend sein, wenn man bedenkt, dass ich mich mit meinem Blog recht aktiv im Bereich Social Media bewege. Aber wenn man sich das eine oder andere ansieht, das insbesondere bei Facebook üblich ist, dann wird es vielleicht verständlicher.

Wer von euch hat sich nicht schon einmal über die Menschen amüsiert oder aufgeregt, die Freundschaftsanfragen im Dutzend verschicken, weil ihr größtes Seelenheil darin zu liegen scheint, dass sie eine mindestens vierstellige Freundezahl haben? Eine nicht kleine Zahl belässt es nicht einmal dabei, sondern lässt einem, wenn man es nicht unterbindet, laufend Aufforderungen zu irgendwelchen Spielen zukommen oder dazu, sich das eine oder andere anzuschauen. Einigen reicht nicht einmal das, sondern sie bedrängen einen mit Chat-Anfragen, die erkennbar nirgendwo hin führen. Wie auch, wenn man außer der Plattform keine Gemeinsamkeiten miteinander teilt?
Das alles ist natürlich harmlos und lässt sich gut ignorieren. Man vergibt sich ja nichts deswegen und es führt auch zu keinen Konsequenzen. Es ist ja nicht so, als ob Leben davon abhingen, nicht wahr?

Das Buch, das ich gerade lese, hat mich dennoch ein wenig nachdenklich gemacht. Es handelt sich um den Thriller „Die Gästeliste“ der Autorin Sanne Averbeck. In diesem geht es um die Geschäftsfrau und hauptberufliche Influencerin Carola, die ein dichtes Netz aus sozialen Kontakten, mehr oder weniger angeblichen Freunden und ganz vielen Menschen, die sich durch die Bekanntschaft mit ihr Vorteile erhoffen, um sich gewoben hat. Dabei ist diesen Menschen überwiegend nicht klar, dass Carola am Ende nur ihren eigenen Vorteil im Blick hat und ebenso schnell bereit ist, einen Kontakt auszusortieren, wenn er ihr keinen Vorteil mehr bietet, wie sie sich bereit findet, neue Gesichter in ihren inneren Zirkel aufzunehmen, solange nur irgendwas dabei herauskommt.

Nun kommt es, wie es in einem Thriller kommen muss: Irgendwann beginnen sich in Carolas Umfeld die Todesfälle von mehr oder weniger guten Freunden und Geschäftspartnern zu häufen. Sogar ihre beste und wahrscheinlich einzige aufrichtige Freundin Bianca wird beinahe zum Opfer des Täters.

So ziemlich jeder Mensch würde sich in dieser Situation sicherlich Sorgen um die Leute in seinem Umfeld und sich ansonsten ins Höschen machen vor Sorge, dass er bald der nächste Todeskandidat auf der Liste des Killers sein könnte. Nicht so Carola. Carola sieht alle diese Taten als Zeichen, sie persönlich fertig und gesellschaftlich unmöglich zu machen. Auf die jeweilige Todesnachricht reagiert sie nur insofern entsetzt, wie es ihrem Standing als Social-Media-Persönlichkeit schaden könnte. Sanne Averbeck schildert Carola als absolut empathielos gegenüber dem Leid anderer.

Ich stelle mir die ganze Zeit – ich bin, wie gesagt, noch nicht mit dem Roman durch – die Frage, inwiefern ein solches Verhalten realistisch ist oder sein könnte. Und das führt mich zurück zu meiner persönlichen Beziehung zum Social Media.

Ich kenne eine ganze Reihe an ganz hervorragenden, netten und lieben Autorinnen und Autoren, Bloggerinnen und Blogger. Einige persönlich, andere bis jetzt leider nur virtuell. Die meisten von ihnen tun das, was sie tun, mit ehrlichem Enthusiasmus und einer Neugierde nicht nur auf die Welt, von der sie berichten, sondern auch auf die Menschen, die sich in ihr bewegen.

Es macht Spaß, sich mit ihnen auszutauschen und ich bedaure aufrichtig und mehrmals in der Woche, dass ich nur so ein begrenztes Zeitkontingent habe, um eben dies zu tun. Aber die Arbeit arbeitet sich nicht von alleine und Romane schreiben sich, zum Glück, auch noch nicht von selbst.

Allerdings habe ich auch Menschen kennengelernt, die ein klein wenig von Carola in sich haben. Nun, niemand von ihnen würde über Leichen gehen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Da wollen wir die Fiktion und die Realität doch schön auseinander halten.

Aber manchmal beschleicht einen schon das Gefühl, dass das, was gerade passiert, das Gespräch, das gerade läuft oder die Dinge, die man so mitbekommt, nur deswegen passieren, weil sich jemand davon ein gewisses Vorankommen verspricht.

Das dumme ist nur, dass man es im Internet den Menschen nicht von der Nasenspitze her ansehen kann. Man muss lernen, die Worte zu interpretieren und auf die kleinen Nachlässigkeiten zu achten, die sich hin und wieder einschleichen. Dabei sind im übrigen nicht automatisch die, die sich gerne selbst darstellen, die „Bösen“ und die, die immer zuerst danach fragen, wie es dir eigentlich gerade geht, die „Guten“.

Wie gesagt: Das Leben ist vielschichtiger als ein Roman.

Perfide ist, dass wir alle hin und wieder anfällig dafür sind, uns ein wenig weiter in die Gefilde der Selbstdarstellung zu begeben, als wir es eigentlich gerne von uns selbst hätten. Ich musste mich jedenfalls schon bei dem Gedanken ertappen, dass es vielleicht sinnvoll sein könnte, sich hier und dort genau dann und wann sehen zu lassen. Oder bei diesem und jenem vielleicht und sofort mitzumachen. Oder genau dieses und jenes genau jetzt in meinen Blog zu schreiben. Weil es mich weiterbringen könnte.

Machen wir uns nichts vor – jeder möchte gerne vorankommen. Hey, diesen Blog gibt es auch nicht nur, weil ich ein Schwätzer bin, der sich selber gerne reden hört. Na ja, nicht nur halt … 😉 .

Und machen wir uns weiter nichts vor, dass wahrscheinlich die meisten von euch gerne wüssten, ob ich Personen im Hinterkopf habe, die genau das tun, was ich hier beschreibe. Soll ich euch was sagen? Würde mir genauso gehen. Und es wäre ein weiterer Schritt dorthin, Social Media etwas von seiner Großartigkeit, die es unbestritten hat, zu nehmen und statt dessen lauernd mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Wie sagt man doch so schön: Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein.

Was ich mit diesem Beitrag eigentlich, angeregt durch diesen Thriller, sagen möchte ist, dass wir alle gut auf uns selbst und aufeinander aufpassen sollten, um ein gesundes Maß zwischen dem Wunsch nach eigenem Vorteil und einem wirklich zugewandten Umgang miteinander zu finden und dann auch zu pflegen.

Ich schreibe gerne hier im Blog und würde gerne mehr in den anderen Netzwerken schreiben. Aller Ambivalenz zum Trotz. Und auch wenn ich natürlich, so wie alle anderen, meine Aufrufzahlen und dergleichen mehr halbwegs im Blick habe, schaffe ich es doch meistenteils, eben nicht nur dem nächsten Reichweitenrekord hinterher zu jagen oder mir sonst wie bessere Ausgangslagen zu verschaffen.

Social Media, wie ich es begreife, sollte Spaß machen. Sollte dem Austausch dienen. Ist dafür da, sich nicht nur zu vernetzen, sondern sich auch zu unterstützen. Nicht mit Hintergedanken, sondern weil man wirklich bereit ist, an einem Strang zu ziehen.

Dafür möchte ich werben. Der Rest passiert dann irgendwann ganz von alleine.

Der Sonntagsreport vom 18.02.2018: Der Kreativitätsplan geht auf

Hallo ihr Lieben!

Ich gestehe, im Moment bin ich, was die Sonntagsreporte angeht, ein bisschen ein unzuverlässiger Geist. Aber wenn mir etwas Passendes einfällt, mag ich dieses „Format“ immer noch sehr gerne und deswegen freue ich mich, dass ihr euch auch an diesem Sonntag mit mir zusammen hier eingefunden habt.

Ich möchte gerne noch einmal auf meinen Beitrag von letzter Woche Samstag zurückkommen, als ich mich darüber ausließ, was man – was ich – tun kann, damit Kreativität nicht zur Belastung wird.

Wie ich damals festgestellt habe, mache ich mir im Allgemeinen viel zu viel Druck damit, jeden Tag nach Möglichkeit alles Erdenkliche zu tun, um bloß keine meiner selbstgestellten Aufgaben zu vernachlässigen: Blogbeitrag, Geschichte, Social Media, alles Mögliche. Das alles muss erledigt sein, abgearbeitet, als ob es wirklich eine Arbeit wäre und nicht etwas, das ich eigentlich zu meiner Entspannung treibe, weil es mir Spaß macht und weil es mich ausfüllt.

In dieser Woche, die seitdem vergangen ist, habe ich mal bewusst versucht, den Druck gar nicht in dieser extremen Form aufzubauen. Und was soll ich euch lange auf die Folter spannen? Es ist die wahrscheinlich produktivste Woche seit mindestens einem halben Jahr, wenn nicht länger, geworden.

Meine Geschichte wächst und gedeiht, was mich zwar vor neue Schwierigkeiten stellt (Blogbeitrag folgt!), aber diese sind im Vergleich zur wochenlangen Periode von Blockade und Frust eher beherrschbar. Wie ihr vielleicht selber gesehen habt, ist die Frequenz von Beiträgen im Blog eher gestiegen – und das, wie gesagt, zusätzlich zur guten Arbeit an meinem Text.

Aber das Wichtigste von allem ist das Gefühl, dass das alles hinterlässt. Es ist nämlich ein beinahe uneingeschränkt gutes Gefühl! Ehrlich, an manchen Tagen schaue ich mir an, was ich da geschafft habe, und kann es selber kaum glauben. Aber es ist ein positiver Unglaube. Einer, der nichts mit einer Überschätzung der eigenen Fähigkeiten zu tun hat.

Und deswegen weiß ich auch, dass ich jetzt nicht den Fehler machen darf, das alles für selbstverständlich zu nehmen. Ich darf die Grundprämisse nicht aus den Augen verlieren. Und die lautet nun einmal, auch mit kleinen Schritten zufrieden zu sein. Oder, wenn man es auf die Spitze treiben will, gerade diese kleinen Schritte stärker zur Kenntnis zu nehmen und sie in Ehren zu halten. Wenn ich das nicht tue, lauert dahinter wieder der Rückfall in alte Verhaltensmuster. Deswegen sagte ich auch Eingangs, dass ich diesen Beitrag schreibe, weil ich das Gefühl habe, etwas sagen zu wollen. Und nicht, weil zufällig gerade Sonntag ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mein Tagesziel, nämlich irgendwas autorenmäßiges zu tun, bereits vorher erfüllt hatte.

[Es folgt ein thematisch bedingt passender, selbstkritischer Einschub. Etwas wirr geschrieben, auf eigene Gefahr 😉 ]

Wenn es etwas gibt, was das gute Gefühl trübt, dann ist es ausgerechnet die Erkenntnis, dass es mir schwer fällt, online von Dingen zu lassen, die mir nicht gut tun. Obwohl ich genau weiß, dass ich es sein lassen sollte. Ja, das ist wieder die obskure Stelle in meinen Beiträgen, in denen ich leider Ross und Reiter nicht so benennen kann, wie ich es gerne würde. Sagen wir einfach, dass es da immer noch eine offene Wunde gibt, die schmerzt. Und genau in dem Moment, in dem sich vielleicht leichter Schorf gebildet hatte, ging ich hin, riss das Wundpflaster ab und streute ein wenig Salz in die Wunde.

Eigentlich sollte man meinen, dass ich nach über zwanzig Jahren aktiver Teilnahme am Internet gelernt habe, wie die Mechanismen sind und was mir gut tut – und was eben nicht. Habe ich aber offenbar nicht. Und deshalb laufe ich emotional immer wieder in dieselbe Falle hinein, die erst zuschnappen muss, bevor ich es merke.

Und dann drehe ich mich um mich selbst, schnappe nach dem Glied, das sich in der Falle verfangen hat, um es frei zu bekommen oder es im Notfall auch zu amputieren, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Es ist komisch, wenn ich das so aufschreibe, dann ist mir auf einmal völlig klar, was ich eigentlich zu tun habe. Aber ich bin eben, bei allen Fortschritten, immer noch ein ziemlich inkonsequenter Kerl. Damit muss ich wohl leben. Jedenfalls, bis ich den Weg zur Konsequenz gefunden habe.

[/Einschub]

Nun, es sieht so aus, als befände ich mich in Bezug auf meinen Umgang mit der eigenen Kreativität auf einem ganz guten Weg. Wenn ihr wollt, werde ich euch gerne auf dem Laufenden halten, wie es damit weitergeht.

Bis dahin wünsche ich euch eine erfolgreiche Woche, in der ihr selber für euch bestimmen könnt, was Erfolg für euch ausmacht!

Alles Liebe

Euer Michael