»Wir feiern hier ’ne Party – und du bist nicht dabei!«

Es gibt Menschen, denen fällt es leicht, mit anderen in Kontakt zu kommen. Sie gehen auf eine Party, auf eine öffentliche Veranstaltung, oder sonstwohin und stellen sich im Zweifel einfach zu anderen dazu, machen ein freundliches Gesicht und beginnen damit, sich in die Konversation einzuschalten. Das machen sie so, dass niemand ihnen deswegen böse ist. Ganz im Gegenteil: Binnen kürzester Zeit sind sie nicht nur so integriert, dass jeder davon ausgeht, dass sie immer schon Teil dieser Gruppe waren, sie schwingen sich manchmal sogar zu deren Anführern auf. Den Wortführern, wenn man so will.

Und dann gibt es die Menschen, die leider nicht mit diesen Qualitäten gesegnet sind. Die, die nicht einmal genau zu sagen wissen, wie sie eigentlich genau auf die Party geraten sind, auf der sie nun irgendwo am Rand stehen, sich an ihrem Getränk festhalten und scheu in die Runde schauen – immer im schrecklichen Zwiespalt, ob sie nun darauf warten sollen, dass sich jemand ihrer erbarmt und sie anspricht, oder ob das genau das ist, wovor sie am meisten Angst haben.

Diese beiden Menschenschläge gibt es auch im Internet und auch bei Autoren. Nachdem ich mich jetzt schon eine ganze Weile in diesem Umfeld tummle, würde ich sagen, dass es gerade bei Autoren eine Menge Menschen gibt, die zu einem der beiden Extreme tendieren

In meinem Beitrag von gestern hat sich zufällig in den Kommentaren eine Unterhaltung ergeben, die mich auf diesen Artikel brachte. Oder sagen wir: Die bei mir mal wieder zum Vorschein brachte, dass ich mich ganz eindeutig der zweiten geschilderten Sorte von Menschen zugehörig fühle.

Es gibt eine Menge von Autorenvereinigungen, -kollektiven, -gruppen und wie man sie alle nennen möchte. Und alle diese Gruppen haben für mich eines gemeinsam: Sie machen mich auf der einen Seite ängstlich, auf der anderen Seite sehnsüchtig. Wie gerne würde ich rübergehen, mich vorstellen, dazu stellen, interessiert zwischen den Gesprächspartnern hin und her schauen und dann, ganz ungezwungen, meinen Mund aufmachen.

Alleine – ich kann es nicht!

Es ist manchmal absolut zum aus der Haut fahren, weil ich sehe, wie leicht das anderen Menschen zu fallen scheint. Und das sind nicht etwa alles Menschen, die nun viel anders wären, als ich es bin. Nein, einige von denen haben eigentlich sogar die gleichen Probleme wie ich, berichten von Schwierigkeiten, auf andere zu zu gehen, von Schwächen, die sie haben.

Und trotzdem scheint es da etwas zu geben, was mich noch mehr zurückhält. Ich glaube sogar, zu wissen, was es ist.

Damals, als ich mich noch sehr zeitaufwendig in einem gewissen Fandom herumgetrieben habe, versucht habe, Projekte mit anzuschieben und anderen Leuten mit meinem Wissen unter die Arme zu greifen, ist das für mich gewaltig in die Hose gegangen. Am Ende standen ein Nervenzusammenbruch und das ziemlich jähe Ende eines Lebensabschnitts im Internet.

Vielleicht bin ich deswegen einfach nicht in der Lage, vorbehaltlos auf andere Menschen zu zu gehen. Sollte man eigentlich gar nicht meinen, wenn man meinen Blog so liest, oder? Na ja, im Laufe der Zeit habe ich gelernt, mich gut zu verkaufen. Das könnte mir als Autor noch gute Dienste leisten [/Sarkasmus].

Aber was mache ich jetzt damit? Ich weiß, dass es da draußen diese „Partys“ gibt. Und ich weiß auch, dass es eigentlich total doof ist, nicht hinzugehen. Ebenso weiß ich, dass die meisten Partys durchaus offen dafür sind, dass sich Neulinge an Gesprächen beteiligen. Ich könnte auch meine eigene Party geben. Aber das ist ein Konjunktiv, der riesengroß und für mich nicht zu bewältigen ist.

Und so bleibt manchmal nur eine diffuse Traurigkeit über. Der ich mich irgendwie stellen muss. Ich weiß nur noch nicht genau wie.

Über Geld spricht man nicht

Der Titel des Beitrags sagt es eigentlich schon aus: Über Geld spricht man nicht, Geld hat man, oder man hat es nicht, und was man hat, das geht bitteschön niemanden etwas an.

Dabei finde ich, dass man unter Autoren auch durchaus mal auf dieses Thema zu sprechen kommen darf. Natürlich nicht konkret, keine genauen Zahlen. Hey, ich arbeite in der Buchhaltung, ich weiß, wie sensibel es sein kann, die falsche Zahl an der falschen Stelle zu nennen. Und wir alle haben doch unseren Marktwert, unter dem wir uns nicht verkaufen wollen.

Aber ich finde, dass man über Geld einfach reden muss, weil es für unabhängige, junge Autoren schwierig ist, ohne es über die Runden zu kommen.

Nicht immer hat man das Glück, bei einem Verlag unterschlüpfen zu können. Wenn man es hat, dann ist das in Bezug auf die Finanzen so etwas wie ein Lottogewinn, denn mit einem Schlag werden einem viele Sorgen abgenommen, mit denen man sich vielleicht vorher noch abgemüht hat:

  • Wie bezahle ich das Lektorat für meinen Roman?
  • Reicht es wirklich aus, wenn die befreundete Deutschlehrerin das Korrektorat umsonst für mich macht?
  • Marketing – sie soll ich das bezahlen?
  • Ob es eine gute Idee wäre, die Kunststudentin aus dem zweiten Stock mal zu fragen, ob sie mir ein Cover malt?

Das ist eine kurze, bei Weitem nicht abschließende Liste von Dingen, um die man sich kümmern sollte.

Machen wir uns nichts vor: Die Autorenszene hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Die Standards sind höher geworden, die der Leser – vollkommen zurecht übrigens – auch an Independent-Autoren und Selfpublisher stellt. Alles hat sich professionalisiert und wenn man es nicht tut, dann muss man sich nicht wundern, wenn man auf der Strecke bleibt.

Kurzum: Es ist möglich, Romane und andere Bücher zu veröffentlichen, ohne die Dinge, die ich gerade aufgezählt habe, in professionelle Hände zu legen, aber es ist nicht besonders sinnvoll.

Lange habe ich mit dem Gedanken gehadert, selber Geld in die Hand nehmen zu müssen, um diese Dinge professionell umsetzen zu können. Ich gehöre zu den Menschen, die nur sehr schwer größere Mengen von Geld für sich selbst ausgeben können.

Einerseits hat mich das davor bewahrt, in meinem Leben irgendwann auf einen Druckkostenzuschussverlag hereinzufallen. Andererseits hat es mir die Sache jetzt nicht gerade erleichtert.

Aber inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich das Geld investieren muss. Für mich, der ich ein Haus und eine Familie habe, die beide noch nicht abbezahlt sind 😉 eine nicht ganz folgenlose Entscheidung.

Also bin ich im Moment dabei, Geld zu verdienen. Dazu löse ich eine Sammlung auf, die ich in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt habe und die auch nicht ganz billig war. Die Relation zwischen Ankauf und Verkauf darf man da auch nicht aufmachen, sonst fängt man zu weinen an.

Für mich bedeutet das einen immensen Aufwand bei eBay. Man sollte nicht glauben, wie langwierig es sein kann, Auktionen einzustellen, Fragen von Käufern zu beantworten, Fotos zu machen, versteigerte Artikel versandfertig herzurichten und das Ganze dann noch zur Post zu fahren.

Im Moment komme ich mit diesen Tätigkeiten locker auf zwei Stunden täglicher Arbeit, was ich auch nur durchziehen kann, weil ich Urlaub habe. Andererseits ist das wieder Zeit, die mir für andere Dinge fehlt. Nun ja, shit happens.

Ich werde, wie Eingangs gesagt, keine konkreten Zahlen nennen. Aber ich weiß, dass ich mich auf einem guten Weg befinde, die genannten Tätigkeiten wirklich professionell abwickeln lassen zu können, ohne das Haushaltsgeld abknapsen und meiner Familie viermal rote Nudeln in der Woche aufnötigen zu müssen.

Das war für mich das Wichtigste, trotz aller Passion: Dass meine Familie nicht unter meinem Hobby „leiden“ muss.

Ob die Kosten sich rentieren werden, das kann man nicht vorhersagen. Es gehört sicherlich auch Glück dazu. Aber ich habe dann alles getan, um meinem Roman einen guten Start zu ermöglichen. Der Rest wird sich zeigen.

Und wenn ich keinen Erfolg, das Geld verbrannt und auch nichts mehr habe, um noch mehr „Spielgeld“ zu generieren? Dann werde ich weiterschreiben. Und versuchen, zu veröffentlichen, wo sich die Chance dazu bietet.

Weil ich nichts anderes tun kann!

Wie steht es mit euch, fällt es euch leicht, Geld in die Hand zu nehmen für euren Traum? Hattet ihr sofort Glück und einen Verlag an der Angel? Oder hat bei euch gar die Masche mit Deutschlehrerin und Kunststudentin geklappt? Ich würde mich freuen, von euch zu hören!

Kurz und schmerzvoll (8) Ich bewege mich nicht

Heute habe ich ein seltsames Gefühl. Das Gefühl hält schon den ganzen Tag hinweg über an und es ist ein nicht gerade angenehmes Gefühl. Dieses Gefühl sagt mir, dass ich auf der Stelle trete, dass ich an allen Ecken und Enden nicht weiter komme. Und ich weiß, dass das eigentlich großer Blödsinn ist, denn ich komme ja weiter:

  • Ich habe mich aktiv um ein Lektorat bemüht, das auch schon soweit klar ist
  • Ich habe mich um Testleser gekümmert und da schon einige ganz tolle Rückmeldungen bekommen, die zwar Arbeit machen werden, aber den Roman zum positiven verändern
  • Ich arbeite an einem Prolog für den Roman, von dem ich zwar noch nicht weiß, ob ich ihn wirklich einsetzen werde, aber ich bin dran
  • Ich habe Ideen für mindestens eine Kurzgeschichte, die ich für eine Ausschreibung schreiben möchte, sowie für zwei oder drei Romane
  • Für mein Kinderbuch habe ich diese Woche „aus der Zielgruppe“ ganz hervorragende Kritik bekommen
  • Ich habe es nach wie vor geschafft, jeden Tag einen Beitrag auf diesem Blog zu bringen, seit ich wieder aus dem Urlaub zurück bin

Gestern Abend, als ich ins Bett ging, reichte mir das noch locker aus, um mich zufrieden zu fühlen. Woher kommt dann heute das Gefühl von Unzufriedenheit? Auch dafür gibt es gute Gründe:

  • Ich habe immer noch nicht meinen Facebook-Account in den Griff bekommen, der bis jetzt nur zum Wiederkäuen der Blog-Artikel dient
  • Meine Blog-Artikel ufern teilweise für Banalitäten aus, dass es nicht mehr feierlich ist, nur weil ein Teil von mir glaubt, ich müsse immer Textwüsten produzieren
  • Nach wie vor verbringe ich viel zu viel Zeit am PC mit irgendwelchen Mails oder Blogs, was ich sehr gerne tue, mir aber einfach auch Zeit raubt
  • Ich habe noch keine Idee, was ich mit meiner Homepage machen werde, bzw. wie ich mit diesem Blog umgehen werde in diesem Zusammenhang
  • die von mir gewollte Teilnahme in Internetforen, um mal wirklich in einen Austausch mit anderen Autoren zu kommen, liegt mal wieder völlig brach
  • ich habe zwar ein halbes Dutzend an Kursen zum Selfpublishing etc. belegt, aber gesehen habe ich vollständig noch keinen davon – geschweige denn, mich an die Umsetzung gemacht

Für jeden dieser Punkte gibt es, manchmal sogar erstaunlich einfache, Lösungen. Das ist nice to know, but hard to do, wie man in diesem Fall wohl sagen kann.

Die einfachste Stellschraube, so sollte man meinen, stellt der Blog dar. Es muss nicht jeden Tag einen Artikel geben. Es muss vielleicht nicht einmal jede Woche einen Artikel geben – wobei, doch: Den Sonntagsreport würde ich gerne weiterführen. Andere Blogger haben auch feste Tage, an denen sie was veröffentlichen. Oder sie veröffentlichen entsprechend weniger. Und schon hat man Zeit für andere Dinge.

Ich lese zu viele Mails und Blogs? Weg damit! Egal, dass ich schon jede Menge aussortiert habe. Ich kann noch mehr aussortieren! Allerdings habe ich hier ein dumpfes Bauchgrummeln, denn ebenso, wie ich gerne gelesen werde, wollen andere auch gerne gelesen werden. Und es würde mir leid tun, wenn ich mich egoistisch zurückziehe. Ich habe über das Bloggen viele Menschen „kennengelernt“, das schmeiße ich jetzt nicht einfach weg, nur weil mancher Blogeintrag zehn Minuten braucht, um ihn zu lesen und darauf zu antworten.

Ähnliches gilt für die Foren. Wenn ich da mitmache, dann will ich das auch engagiert machen. Im Moment mache ich nichts von beidem. Soll ich deswegen die Sache ganz bleiben lassen? Mich mutwillig zu dem Einzelkämpfer machen, die Autoren über Jahrhunderte hinweg waren?

Ich muss irgendwie einen Weg finden, mich durch die Gründe, die mich hemmen, hindurch zu lavieren – ohne dabei Dinge, die mir wichtig sind, aus den Augen zu verlieren. Mal ganz davon abgesehen, dass ich noch mit keinem Wort meine Familie oder mein Privat- und Berufsleben erwähnt habe, die irgendwie zwischendurch ja auch noch stattfinden wollen.

Ja, verdammt, ich glaube, im Moment bin ich ziemlich frustriert, weil es keinen Königsweg gibt. Keine Straße zum Ruhm, kein goldgepflastertes Band zum großen Palast. Es gibt Dinge, die kann ich tun, Dinge, die will ich tun und Dinge, die muss ich tun. Jeden Tag.

Aber das ist für jeden von uns so. Und ich kann nur versuchen, so wie jeder andere, das beste daraus zu machen. Dieser Beitrag hier hat mir ein wenig geholfen, das Gefühl in den Griff zu bekommen, dass sich nichts bewegt. Auch wenn er effektiv schon wieder sehr lang geworden ist ;-).

Und dann werde ich einfach sehen müssen, wie einfach es wirklich ist, die „einfachen Lösungen“ umzusetzen. Ich werde vielleicht gewaltig über meinen Schatten springen und das tun müssen, was uns Menschen mitunter am schwersten fällt: Mich ändern! Um am Ende sagen zu können: »Ja, ich habe mich bewegt.«

Danke fürs Zuhören und, wie immer, aber diesmal besonders, für eure Kommentare, sofern ihr welche auf dem Herzen habt.

Gleich zwei Premieren an einem Tag

Puh, bitte seht es mir nach, wenn dieser Beitrag ein klitzekleines bisschen unstrukturiert ausfallen sollte. Im Moment bin ich nämlich einigermaßen geflasht. Und das liegt daran, dass ich gleich zwei Premieren an diesem Tag erfahren habe.

Wir ihr wisst, habe ich mein Manuskript zu „Der Beobachter und der Turm“ einigen Testlesern zur Verfügung gestellt. Hierzu habe ich nun heute die erste Rückmeldung bekommen. Ich möchte an dieser Stelle überhaupt keine inhaltlichen Ausführungen dazu machen, weil ich das dem Leser/der Leserin gegenüber unfair fände. So etwas macht man untereinander aus. Aber ich darf andeuten, dass man nicht der Ansicht war, ich solle mir besser ein anderes Hobby suchen.

Und dann habe ich, wie ihr ebenfalls wisst, mir einen Kostenvoranschlag für ein Lektorat erstellen lassen. Hier nenne ich, ebenfalls aus Fairnessgründen, weder den oder die Lektor/in, noch den Preis, der mir genannt wurde. Ich weiß, dass euch gerade das zuletzt genannte wahnsinnig interessieren würde – ginge mir nämlich umgekehrt genauso. Ich kann dazu allerdings nur sagen, dass es kein Festpreis allein aufgrund von Wörtern oder Seiten ist, sondern dass gezielt auf meinen Text hin kalkuliert wurde. Deswegen würde euch eine pauschale Angabe ohnehin nichts bringen.

Und jetzt sitze ich hier mit zwei E-Mails, wie ich sie in meinem Leben noch nie erhalten habe. In meinem Kopf schwirrt es, als habe sich eine der Fliegen, die unser Haus als kühlen Ort auserkoren haben, in mein Hirn verirrt.

Wie jetzt weiter vorgehen? Was tun mit den Anmerkungen aus der Testlesung? Einen festen Termin mit dem Lektorat ausmachen, unter Hinweis darauf, dass sich der Umfang der Arbeit nach den Eindrücken der Testleser noch einmal verändern kann oder wird?

Nun, darum mache ich mir am wenigsten Sorge, denn ein Kostenvoranschlag ist erst einmal ein unverbindliches Angebot, über das man reden kann. Aber schaffe ich es, wenn bis, sagen wir mal wirklich, Ende August die Reaktionen aller Testleser und Testleserinnen vorliegen, den Text so zu überarbeiten, dass es mit dem Lektorat auch wirklich losgehen kann?

Im Moment bin ich, mal wieder, mit Unsicherheit geschlagen. Und das ist ein Zustand, den ich ätzend finde! In Bezug auf die Anmerkungen aus dem Lesen heraus kommt bei mir noch erschwerend hinzu, dass ich natürlich auch Dinge genannt bekommen habe, die ich schon seit sechzehn Jahren in meinem Kopf mit mir herumgetragen habe. Es sind „alte Szenen“, von denen ich mich mühsam trennen müsste.

Bei anderen Szenen ist der Finger dann schon nachvollziehbarer auf die Wunde gelegt. Sehr vorsichtig und ehrbar mit gutem Willen, aber es bleibt ein Herumpatschen dort, wo es weh tut.

Doch genau dafür sind Testleser und Testleserinnen schließlich da!

Testleser und Testleserinnen sollen mir Schwachpunkte in der Handlung, bei den Figuren, im Spannungsbogen aufzeigen. Und wenn ich von acht Testlesern zehn verschiedene Meinungen bekomme, dann ist es meine Aufgabe, mir daraus einen Plan zu stricken, nach dem ich vorgehen kann. Es wäre grundfalsch, es allen gleichzeitig recht machen zu wollen – es sei denn, alle kämen mit genau den gleichen Anmerkungen. Was ich für relativ unwahrscheinlich halte.

Nun, wie gesagt: Zwei E-Mails, zwei neue Erfahrungen. Zwei Premieren, die ich erst einmal sacken lassen muss.

Erschöpft auf dem Zahnfleisch gehend

Meine Lieben,

der folgende Beitrag könnte Spuren von Jammern, Selbstmitleid und Überreizung enthalten. Für diejenigen von euch, die damit nichts anfangen können oder wollen, empfehle ich daher, diesen Beitrag schnell wieder zu schließen und auf morgen zu warten, wo dieser Blog sicherlich wieder in den normalen Modus zurückkehren wird. Vielen Dank!

So, nachdem wir jetzt in relativ beschaulicher Runde beisammen sitzen, kann ich ja ohne jegliche Scham zugeben, dass ich langsam kreativ und textlich gesehen das Gefühl habe, auf dem Zahnfleisch zu gehen. Es ist jetzt schon über eineinhalb Monate her, dass ich die Arbeit an „Die Welt der stillen Schiffe“ abgeschlossen habe und ich bin immer noch nicht so richtig in die Bearbeitung von „Der Beobachter und der Turm“ eingestiegen, wie ich es wollte.

Dafür liegen mehrere Gründe vor. Zum einen ist es die pure Sorge, den Text immer weiter zu verschlimmbessern. Ich hatte eine Vision vor Augen, als ich ihn schrieb (und ja, ich kenne den alten Spruch bezüglich Visionen), die ich nun nicht aus den Augen verlieren möchte.

Ich weiß, dass es wahrscheinlich gut wäre, zu diesem Zeitpunkt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nicht in Bezug auf meinen Geisteszustand, da kann ich sowieso immer Hilfe gebrauchen ;-), sondern in Bezug auf die Textarbeit. Es gibt sehr gute Gründe dafür, dies zu tun und es gibt Gründe, die dagegen sprechen. Ich schiebe jetzt schon seit über einer Woche einen Beitrag vor mir her, in dem ich über dieses Thema genauer sprechen wollte. Auch so ein Zeichen, dass ich einfach k.o. bin.

Ein weiteres Zeichen ist, dass es mir, wie ich schon schilderte, an manchen Tagen unglaublich schwer fällt, mich überhaupt an die Tastatur zu setzen – und sei es nur für einen Blogeintrag. Ja, ich weiß, das Bloggen ist kein Muss. Aber in gewisser Weise ist es das für mich doch, weil es mich zumindest im Schreibfluss hält, falls ihr versteht, was ich meine.

Schlimm finde ich, dass meine kreative Ader im Moment ein wenig abgeklemmt zu sein scheint. Soll heißen: ich habe eigentlich konkrete Projekte vor mir liegen, zu denen ich mich aber nicht aufraffen kann. Wieder so ein Zahnfleischmoment. Und von meinen Aktivitäten im Bereich Social Media will ich mal gar nicht reden.

Also – gibt es noch Hoffnung für diesen Autor, der gerade ein wenig in den Seilen hängt? Ja, die gibt es! Es stehen einige Wochen Urlaub vor der Tür und auch wenn die sich überwiegend in den eigenen vier Wänden abspielen werden, wird mir diese Zeit hoffentlich gut tun, die kreativen Energien wieder ins Fließen zu bringen. Das rettet mich dann sicherlich auch in Bezug auf diesen Blog, der mir über die Maßen ans Herz gewachsen ist.

In Bezug auf die Überarbeitung des „Beobachters“ muss ich die Entscheidung, die ja eigentlich schon gefallen ist (siehe oben), eigentlich nur noch in die Tat umsetzen. Ja, ich weiß, da hatte ich neulich mal so einen Artikel über „einfach mal„. Auch dies ist so ein Fall.

Ich denke, ich brauche einfach ein wenig Zeit, neue Kraft und neuen Mut. Von all dem habe ich im Moment, gefühlt, viel zu wenig. Es lohnt sicher aber nicht, zu sehr dagegen anzukämpfen, weil dieser Kampf nur noch mehr Ressourcen binden und vernichten würde. Also werde ich jetzt versuchen, mich damit zu arrangieren und langsam, ganz langsam, wieder in den aufrechten Gang überzuwechseln.

Damit es meinem Zahnfleisch bald wieder besser geht, damit es mir bald wieder besser geht.

Und damit ich keine weiteren dieser Jammer-Beiträge schreiben muss, die ich eigentlich gar nicht schreiben will. Und doch tut es manchmal gut, es einfach herauszulassen. Danke, dass ihr mir zugehört habt!

Liebe Grüße
Michael

Kurz und schmerzvoll (5)

Hallo zusammen!

Was ein kleiner Vorgeschmack auf meinen eventuell einzulegenden Schreiburlaub geplant war, entwickelt sich rein zeitmäßig immer mehr zu einem Desaster! Vorgestern ist mir meine SSD verreckt (ich spreche hiermit eine amtliche Warnung vor Samsung-SSDs aus), von gestern bis gerade eben habe ich damit gekämpft, aus dem vorhandenen Backup (immerhin) meine gewohnte Browserumgebung und meine Mails wiederherzustellen (eine Woche Mails fehlen mir, wer mir also in der Zwischenzeit geschrieben hat, sende mir die Mail bitte noch einmal zu) und dann durfte ich heute noch einen ungeplanten Zwischenstopp beim Ohrenarzt einlegen, weil ich einseitig nichts mehr gehört habe. Es kommt ja schließlich immer alles geballt.

Aber jetzt kann ich damit anfangen, meine Programme wieder zu installieren und dann ist die Kiste wieder so gut wie neu. Na ja. Und dann schaffe ich es vielleicht doch noch, ein paar mehr Tage zu schreiben – so, wie ich es mir vorgenommen hatte!

Und ja, das Vorgehen, die Systemdaten und die wirklich wichtigen Daten nicht auf der gleichen Festplatte zu speichern, hat sich aber sowas von bewährt!

Ich hoffe, wir lesen uns hier sehr bald wieder im normalen Turnus und mit normalen Themen. Ich installiere jetzt erst mal wieder meine Textverarbeitung :-).

Liebe Grüße aus dem Jammertal

Michael

Wir haben doch keine Zeit! (Version 2.0 – ernsthaft)

Hallo zusammen!

Wie bereits vorgestern angekündigt, folgt dem eher scherzhaften Einstieg nun ein etwas ernsthafterer Hauptteil meines zweigeteilten Artikels, der insgesamt drei Teile haben wird. Ja, ich weiß, das macht mathematisch keinen Sinn, aber ich bin Autor, kein Taschenrechner. Hier also Teil 2 von 3!


 

Nachdem ich vorgestern noch so tun konnte, als ob irgendjemand oder irgendetwas mir und uns permanent die Zeit rauben würde, muss ich wohl heute den Wahrheiten ins Gesicht sehen, dass wir es selbst sind, die dafür sorgen, dass wir das, was wir eigentlich tun wollten, nicht in das Zeitfenster stecken können, das uns zur Verfügung steht. Also kein applaudierendes Publikum wie bei Stefan Raab und auch keine Herzkönigin wie beim weißen Kaninchen.

Ich gebe ein Beispiel aus meinem eigenen Leben:

Jeden Morgen von Montag bis Freitag klingelt mein Wecker um 5.30h. Wenn ich um diese Zeit aufstehe, bin ich ziemlich genau eine Stunde später auf der Arbeit, wo ich gemäß meiner Arbeitszeitbestimmungen acht Stunden und zweiundvierzig Minuten bleiben muss, um auf meinem Gleitzeitarbeitskonto kein Minus zu verursachen. Das heißt, ich kann um Viertel nach drei Feierabend machen und bin dann ungefähr um vier Zuhause. Das klingt doch nach einer Menge Zeit, die man danach noch für alles mögliche nutzen kann, oder?

Jetzt kommen wir zum Problem: Ich schaffe es im Moment nicht, wirklich mit dem Weckerklingeln aufzustehen. Ich schlafe einfach wieder ein und werde dann erst wach, wenn Kind 1 unter die Dusche geht – was für mich bedeutet, dass ich gar nicht erst in Stress verfallen muss. Das kann nämlich dauern.

Ich habe schon alles mögliche ausprobiert: zwei Wecker stellen, direkt das Licht der Nachttischlampe einschalten, den Wecker irgendwo hinstellen, dass ich aufstehen muss, um ihn auszuschalten …

Klappt im Moment alles nicht. Und das führt dazu, dass ich manchmal erst um halb sechs den Schlüssel in die Haustür stecken kann, eine halbe Stunde, bevor das Abendessen auf dem Tisch steht, wonach die Kinder noch versorgt und die Frau auf den neuesten Stand gebracht werden wollen und ehe man es sich versieht, ist es zwanzig Uhr durch, man hat noch nicht einmal richtig seine Mails gecheckt und in zwei Stunden geht es dann auch schon fast wieder ins Bett, weil ja der Wecker wieder um halb sechs klingelt …

Okay, was könnt ihr für mein mieses Zeitmanagement. Aber es zeigt doch nur, dass es teilweise wirklich kleinste Stellschrauben sind, die sich zu riesigen Problemen auswachsen.

Ich habe das große Glück, dass ich in meiner Mittagspause gemütlich am Arbeits-PC sitzen und schreiben kann. Wenn ich das nicht hätte, dann hätte ich keinen NaNo gewonnen, dann wäre dieser Blog um viele Einträge ärmer und dann würde ich es überhaupt nicht mehr schaffen, mit vielen Dingen hinterher zu kommen.

Es ist so schon schwer genug.

Im Moment habe ich mit „Die Welt der stillen Schiffe“ ein Romanprojekt, das ich langsam anfangen sollte, als solches auch ernstzunehmen. Es wird keine Novelle mehr und es zeichnet sich ab, dass es eher mindestens 350 denn 250 Seiten werden, wenn es erst einmal fertig ist. Mir ist wieder genau das passiert, was mir bis jetzt noch immer passiert ist: ein Projekt wächst mit seinen Ideen und wird größer und größer.

„Der Beobachter und der Turm“ wartet darauf, überarbeitet zu werden, um danach an die Testleser, die sich gemeldet hatten zu gehen (sofern sie noch Interesse daran haben), bevor ich die Weichen in Richtung Veröffentlichung stelle.

„Der Morgen danach“, von dem hier lange nichts mehr zu lesen war, sollte ich auch noch einmal überarbeiten, um vielleicht größere Chancen auf eine Verlagsveröffentlichung zu haben – die ich immer noch nicht ganz aufgegeben habe.

Eigentlich sollte ich mir diese beiden Romane einmal laut vorlesen, damit ich auf Missstände im Text leichter aufmerksam werde. Aber habt ihr schon mal einen 400-Seiten-Roman vorgelesen? Ich schon! es braucht einfach enorm viel Zeit.

Dann gibt es noch den Aspekt der, ich nenne es mal, „Weiterbildung“. Ich habe mir einen Videokurs zum Thema Self-Publishing geleistet, diverse Fachliteratur steht herum, in die ich teilweise noch nicht einmal hineingesehen habe und die aktuelle „Federwelt“ will auch noch gelesen werden. Papyrus habe ich mir zwar angeschafft, aber mich noch nie wirklich mit den Features beschäftigt.

Und wenn man wider Erwarten das alles geschafft hat, dann sollte man das, was man da gelesen, geschrieben, erdacht, überarbeitet hat, ja auch noch einmal für sich genommen reflektieren und es sacken lassen. Manche Dinge müssen einfach sacken, damit sie sich festsetzen. Ich habe zum Beispiel gerade in dieser Woche wunderbare Tipps bekommen anhand meiner letzten Kurzgeschichte, wie ich meinen Schreibstil verbessern könnte. Leider bin ich kein Computer, dem man das in die Rechtschreibprüfung einspeist und der dann automatisch damit weiterarbeitet.

Oh je, das Thema Kurzgeschichten habe ich ja noch gar nicht angesprochen, aber die schreibe ich ja, so wie die Blogartikel, im Moment quasi noch so nebenbei – was ich vielleicht auch noch einmal überdenken sollte.

Und soll ich euch etwas sagen? Ganz ehrlich? Ich habe einen Beruf, der mich an manchen Tagen acht Stunden lang dazu nötigt, Texte zu schreiben, die langweilig sind, die bürokratisch sind, die erbsenzählerisch sind, bei denen ich mich mit meinen Vorgesetzten um Punkt, Komma und Formulierungen streiten muss. Da gibt es einfach auch Tage, an denen ich eigentlich überhaupt keine Lust mehr habe, auch nur noch ein einziges weiteres Wort in die Tastatur zu hämmern! Meistens tue ich es doch, weil ich mir inzwischen eine gewisse Disziplin angeeignet habe, was das angeht.

Manchmal aber mache ich nichts dergleichen, sondern entspanne einfach. Das sollte man bei aller Ambition und aller Arbeit auch nicht außer Acht lassen, finde ich. Es kann und darf auch nicht jeder Tag ein absoluter Schreibtag sein!

Gibt es einen Königsweg, der für jeden Menschen gültig ist? Nein, ich behaupte, dass es den nicht gibt. Es gibt den Ausspruch, dass man nicht auf zu vielen Hochzeiten tanzen sollte. Das Problem ist nur, dass man gerade am Anfang seiner schriftstellerischen „Karriere“ kaum eine dieser Hochzeiten einfach absagen kann. Etablierte Autoren, wie zum Beispiel ein Andreas Eschbach, können es sich erlauben, einmal alle paar Wochen etwas in ihren Blog zu posten, weil sie sichergehen können, dass sie bei ihren Lesern schon nicht in Vergessenheit geraten.

Autoren, die es einmal geschafft haben, eine Bindung an einen Verlag oder eine Agentur zu finden, haben zumindest schon einmal einen Partner an ihrer Seite, der ihnen zwar Aufgaben wie die Überarbeitung nicht abnehmen, sie aber dabei unterstützen kann.

Und dann gibt es die ganz Glücklichen, die wirklich nur noch schreiben müssen, weil alles andere sich schon irgendwie von selber fügt. Ich frage mich dann zwar immer, wie die das machen, ob deren Tag doppelt so lang ist, wie meiner, aber Tatsache ist, dass es sie gibt.

Kann ich denn ein Fazit für mich ziehen? Schwierig. Ich weiß, dass ich lernen muss, mich mit dem, was ich mache, zu organisieren, vielleicht auch zu professionalisieren (da schreibe ich die Tage mal ein Update zu dem Artikel von Anfang Oktober, wo es genau um das ging). Vielleicht heißt es auch, dass ich mich von manchen hehren Gedanken verabschieden muss.

Bis auf Weiteres renne ich aber noch dem weißen Kaninchen hinterher, schaue auf meine eigene kleine goldene Uhr und hoffe, dass ich alles zumindest insofern zufriedenstellend erledige, dass die Herzkönigin mir nicht den Kopf abschlagen lässt.

Ohne Kopf würde ich nämlich überhaupt keine dieser Angelegenheiten erledigen können.


Eine scherzhafte Herangehensweise an das Thema Zeit findet ihr, wie gesagt, hier. Und bald gibt es abrundend noch eine Vision dazu, direkt aus meinem persönlichen kleinen Utopia.

Wir haben doch keine Zeit! (Version 1.0 – scherzhaft)

Hallo zusammen!

Nachdem es in den letzten Tagen hier auf meinem Blog ja eher ein paar nachdenklichere und ernstere Themen gab, habe ich das dringende Bedürfnis, mal wieder ein wenig leichtere Töne anzustimmen. Einen Aufhänger hatte ich schnell gefunden, aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr kamen wieder ernsthafte Eindrücke und Überlegungen hinzu. Deswegen gibt es heute den ersten Teil eines zweigeteilten Beitrags, der sich mit der fehlenden Zeit befasst.


Irgendwas ist doch immer! Irgendwas raubt einem immer die Zeit und dann steht man da, wie Stefan Raab im Opening von „TV Total“, hämmert auf seine Armbanduhr ein und ruft: „Wir haben doch keine Zeit!“

Oder, um es etwas literarischer auszudrücken, man benimmt sich wie ein gewisses weißes Kaninchen und hechelt: „Keine Zeit, keine Zeit! Viel zu tun!“

Im November war es der NaNo, der alle andere Zeit aufgefressen hat. Es war aber auch schwer, das selbstgesteckte Ziel in Höhe von mindestens 2.000 Worten pro Tag zu erreichen. Vor allem, weil an allen Tagen, an denen es nicht erreicht wurde, gnadenlose Selbstkasteiiung drohte!

Da sollte man sich doch denken, dass der arme, geplagte Autor sich mit vollem Leib und voller Seele auf den ruhigen Dezember freut, oder? Oder?

Denkt noch mal nach …

Denn ein schlechtes Zeitmanagement ist nicht an einen Monat gebunden und es ist auch nicht an eine Veranstaltung wie den NaNo gebunden. Schlechtes Zeitmanagement ist in einem drin wie eine Krankheit, gegen die es keine Impfung gibt. Vielleicht kann man es amputieren, aber ich habe noch keinen Chirurgen gefunden, der sich da rangewagt hätte.

Im Dezember lauert das Grauen! Die Vorweihnachtszeit!

Man verbringt Stunden über Stunden mit den Wunschzetteln seiner Lieben und auch mit dem eigenen, denn das Christkind soll ja auch für einen selbst etwas Schönes vorbeibringen. Aber das ist immer noch nicht das Schlimmste!

Das Schlimmste sind Adventskalender!

Habt ihr auch einen Adventskalender? Ja? Was ist denn bei euch drin? Wir haben welche mit Süßigkeiten, mit Schokolade, mit Legoteilen und mit Buchseiten (zu einer Jugendbuchreihe). Aber die stellen gar kein Problem dar, sagt ihr? Wisst ihr was: ihr habt recht!

Das Problem stellen die Online-Adventskalender dar! Man kann im Dezember gefühlt keine einzige Internetseite besuchen, auf der es nicht einen Adventskalender gibt, der, je nachdem, mit Gewinnspielen, kostenloser Software, Sinnsprüchen, Geschichten, Sonderangeboten, und, und, und gefüllt ist.

Muss man ja nicht mitmachen, sagt ihr? Ja, ihr habt schon wieder recht. Das „Problem“ ist, dass ich bei diesen Kalendern im Schnitt relativ erfolgreich bin, was nützliche Software, für mich interessante Angebote und auch Gewinnspiele angeht. Letztes Jahr habe ich, als absoluten Knallerpreis bis jetzt, ein halbwegs aktuelles Smartphone gewonnen.

Das heißt, am ersten Dezember sitzt man in Lauerstellung und schaut, wo was geht, gehen könnte, oder gehen muss. Und auch, wenn ich mich noch so beschneide, komme ich nicht unter 20 bis 30 Adventskalendern heraus, an denen ich mich beteilige.

Kann mir mal jemand sagen, wie ich die Zeit, die ich dafür brauche, jeden Tag da reinzuschauen, fürs Schreiben nutzen soll? Äh, geht nicht!? Seid ihr euch ganz sicher, dass ihr da recht habt!?

Mist!

Also, was soll ich machen? Eigentlich möchte ich ja beides und wisst ihr was? Irgendwie komme ich auch zu beidem. Nur nicht so viel, wie ich könnte. Will also sagen: ich habe schon mal mehr geschrieben, als im Moment.

Dafür gewinne ich vielleicht ein neues Smartphone, mein altes ist schließlich schon ein Jahr alt!

In diesem Sinne: ich muss weiter! Viel zu tun, keine Zeit, keine Zeit!


Eine etwas ernsthaftere Herangehensweise an das Thema Zeit findet ihr hier an dieser Stelle.

Bis bald!

Vom Leben und Sterben in Romanen

Hallo, meine Freunde!

Ich habe es zwar schon vorhin auf meiner Facebook-Seite geschrieben, aber irgendwie werde ich den Gedanken nicht los. Den Gedanken an eine Person, eine Romanfigur, die heute, im Laufe meiner Mittagspause, leider ihr Leben aushauchen musste.

Es ist normal, dass Romanfiguren sterben. Wenn man einen Krimi schreibt, einen Thriller, eine Horrorgeschichte, dann ist es obligatorisch, dass Menschen auf teilweise grausigste Art vom Leben in den Tod befördert werden. Und es soll bitte keiner glauben, dass ich nicht schon einen gewissen Bodycount angehäuft habe in meiner schriftstellerischen Laufbahn. Es klebt Blut an meinen Händen und manchmal trieft es aus meiner Tastatur.

Aber heute war es irgendwie anders. Ich kann euch nicht spoilern, wer da gestorben ist und warum es sein musste, aber ich kann nur sagen, dass es genau das war: notwendig! Manchmal kommt es vor, dass Personen in Romanen sozusagen „beiläufig“ wegsterben. Da geht man in eine Szene hinein und vollkommen überraschend ist das Ensemble am Ende dieser Szene um den Faktor eins verkleinert worden.

Dieser Tod, den ich heute geschrieben habe, ist ein von langer Hand geplanter gewesen. In einer möglichen Parallelwelt, in der Autoren vor dem Gericht ihrer Schöpfungen stehen, wäre ich ein Mörder, ein eiskalter noch dazu. Zumal es nicht der erste Mord wäre, dessen ich mich in diesem Roman schuldig gemacht habe.

Aber alle Planung hat nicht verhindert, dass ich, seit ich den Tod dieser Figur beschrieb, ein seltsames Gefühl im Bauch habe. Ich würde es beinahe schon als „Trauer“ bezeichnen, wobei es das nicht ganz trifft. Es ist eine Mischung aus Trauer und dem Wunsch, vielleicht doch etwas ändern zu können.

Kann es sein, dass manche Romanfiguren es nicht verdient haben, zu sterben? Und dass man das als Autor instinktiv weiß? Macht es einen dann nicht zu einem schlechten Menschen, wenn man dennoch die Sense schwingt, wie Gevatter Tod persönlich – oder wäre man nur ein schlechter Autor, wenn man vor der Konsequenz zurückschreckt, die einem die eigene Geschichte auferlegt hat?

Ich gebe zu, dass ich kurz gezögert habe und davor war, den entscheidenden Absatz aus der Geschichte zu tilgen. Jenen Absatz, durch den klar wird, dass es auch nicht den Hauch einer Überlebensmöglichkeit gibt. Aber wäre das wahrhaftig gewesen? Authentisch?

Machen wir uns nichts vor: Autoren müssen auch manchmal hart gegen sich selber sein. Eigentlich ständig, denn ansonsten würde man seine Figuren, die einem ja doch im Laufe der Seiten ans Herz wachsen, nicht durch all das schicken, was man ihnen an Schwierigkeiten in den Weg legt.

Mir war heute nicht danach, hart zu sein. Aber ich war an einem Punkt in meiner Geschichte, wo ich diesen Tod, dieses Ende eines fiktiven Menschen gebraucht habe, um den nächsten Schritt gehen zu können. Den Schritt, welcher den „Beobachter“ an seinen Höhepunkt bringt, nachdem ein Vorspiel und elf Akte genau darauf hingearbeitet haben.

Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei, diesen Menschen sterben gelassen zu haben. Aber es ist ein weiterer, ein ganz schwerer Schlag, den mein Protagonist braucht, um endlich so weit zerstört zu sein, dass er nun der Entscheidung entgegen treten kann.

Trotzdem trauere ich. Hört sich doof an, um eine erfundene Figur zu „trauern“, oder? Oder klingt es danach, dass ich etwas richtig gemacht habe, vielleicht nicht in den Augen meiner Romanfigur, aber im Sinne des Textes? Nach dem Motto: wenn es mich schon berührt, der ich mir das alles ausgedacht habe, dann berührt es vielleicht auch den Leser?

Ich glaube, darüber muss ich noch nachdenken …

Eure Meinungen würden mich interessieren, auch wenn ich weiß, dass es schwer ist, ohne den konkreten „Fall“ zu kennen, etwas dazu zu sagen. Ihr dürft mir aber auch gerne sagen, dass ich einfach dumm bin, mir über solche Dinge Gedanken zu machen.

Es wird Herbst, vielleicht liegt es daran …

Euch allen wünsche ich einen angenehmen Dienstag Nachmittag und Abend!

Kurz und schmerzvoll (1)

Ich habe einen Moment gezögert, ob ich den Beitrag jetzt wirklich so nennen soll oder nicht, aber letztlich ist es nur konsequent, es zu tun. Aber keine Sorge, ich hoffe nicht, dass da jetzt eine lange Serie draus wird. Nur unter „kurz und schmerzlos“ passt es eigentlich nicht.

Ich komme im Moment nicht so richtig voran, wie ich es gerne würde. Eigentlich hatte ich mir das Ziel gesetzt, noch diesen Monat die ersten Bewerbungen herauszuschicken. Dafür habe ich zwei wesentliche Gründe: zum einen wäre es für mich psychologisch wichtig, jetzt endlich in die Puschen zu kommen, zum anderen nähern wir uns mit Riesenschritten der Frankfurter Buchmesse und rund um dieses Event ist bei Verlagen, Agenturen und dem gesamten Literaturbetrieb natürlich der Teufel los. Das bedeutet enorme Verzögerungen in allen Abläufen und für mich im Endeffekt längere Zeiten von Warten und Unsicherheit.

Aber irgendwie ist diese Woche der Wurm drin. Erst war es ein Elternabend von Kind Nummer 1, dann eine Phase, in der es mir mental nicht gut genug ging, um mich um die Unterlagen zu kümmern. Und dann folgten zwei hammerharte Tage auf der Arbeit, nach denen ich Abends keinen Elan mehr aufbrachte, mich mit der nötigen Konzentration an den Rechner zu setzen. Blogeinträge lesen, das ging. Blogeinträge verfassen, das auch. Aber das ist flüchtig, im Vergleich „unwichtig“. Heute nun steht ein Familiengeburtstag an, bei dem ich noch nicht weiß, wie lange er dauern wird. Und nebenbei habe ich ja auch noch eine Familie, um die ich mich kümmern muss.

Ich hoffe, dass ich morgen endlich dazu komme, das endgültige Anschreiben fertig zu stellen. Das fände ich sehr schön und würde mir eine enorme Last von den Schultern nehmen.

Es wäre nett, wenn ihr mir ein wenig die Daumen drückt, auch wenn ich vielleicht auf hohem Niveau jammere 😉 .

Habt einen schönen Samstag!