#wirsindtraumfaenger (1) Stell dich vor

Hallo zusammen!

Schneller als gedacht nehme ich dann doch wieder an einer neuen Challenge teil. Es handelt sich diesmal um eine Sammlung von Aufgaben, die von der bekannten Autorin und Marketingexpertin Annika Bühnemann veranstaltet wird.

Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich an jedem Tag teilnehmen werde. Ihr kennt ja mein Problem damit, dass ich dann das Gefühl habe, meinen Blog mit Inhalten geradezu zu überfluten – schließlich will ich ja dennoch noch ein wenig von meinen eigenen, tagesaktuellen Dingen erzählen.

Aber für Tage wie heute, an denen die doofe Erkältung mein Hirn ziemlich in Watte packt, kommt die Challenge gerade recht.

Also: Ich stell mich vor. Der erste Tag und gleich das erste Mal, dass ich ein wenig cheate. Ich habe nämlich aus dem gegebenen Anlass endlich mal wieder meine „Über mich“-Seite aktualisiert, die noch von Mai letzten Jahres war. Und in der Zwischenzeit ist ja wirklich einiges passiert.

Deswegen verlinke ich heute einfach auf diese Seite hier.

Beste Grüße und habt möglichst wenig Watte in der Birne!

Euer Michael

Und dann ist da dieser Felsbrocken heruntergefallen

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr habt trotz des (bei mir zumindest) eher bescheidenen Wetters einen bis jetzt angenehmen Tag! Auch wenn es euch wahrscheinlich eher egal ist, muss ich doch feststellen, dass ich hervorragend geschlafen habe, das erste Mal seit gefühlten Monaten vor dem Wecker wach war und auch vollkommen problemlos den Weg in die weite, tendenziell eher feindlich gesonnene Arbeitswelt gefunden habe.

Und wisst ihr was? Ich glaube, dass das nicht zuletzt auch daran liegt, dass ich gestern die Arbeit an dem Manuskript zu „Die Welt der stillen Schiffe“ abschließen konnte. Jetzt habe ich das in der Beitragsüberschrift ein wenig ketzerisch als Felsbrocken bezeichnet. Das ist sicherlich übertrieben. Wenn es so eine große Belastung gewesen wäre, hätte ich es bestimmt nicht geschrieben. Aber! Erleichtert war und bin ich doch.

Ich glaube, ich weiß auch genau, woran das liegt. Erinnert ihr euch noch an den November 2015, an den damals laufenden NaNo? Wie ich mir schon frühzeitig Gedanken dazu machte, was ich denn mit ihm anstellen soll, wenn ich „Der Beobachter und der Turm“ abgeschlossen habe? Ja, ich wollte danach eine kurze Geschichte schreiben. Eine Novelle vielleicht. Ein kleines Anhängsel, das sich mit dem „Beobachter“ zufällig die gleiche Welt teilt. Das kam mir vor, als wäre es eine gute Idee.

Dabei weiß ich doch, dass ich „kurz“ nicht wirklich kann! Und wie um das zu bestätigen, wurde dieses ganz klein gedachte Projekt immer größer, immer umfangreicher – und ist jetzt mein insgesamt viertlängstes Manuskript mit rund 15.000 Wörtern mehr als der „Beobachter“. Irgendwas ist da mächtig falsch gelaufen, wenn man die ursprüngliche Planung zugrunde legt!

Ich befürchte nur, dass mein Kopf es irgendwie nie so richtig geschafft hat, diesen Wechsel in den Vorzeichen mitzumachen. Unbewusst habe ich immer auf die Seitenzahl geschaut und es wurde mir unheimlich, wie viel Handlung sich noch aufdrängte und unbedingt mit in diesen Roman musste. Und das hat dann dafür gesorgt, dass ich unentspannt wurde und glaubte, jetzt endlich einmal fertig werden zu müssen. Meine wöchentlichen Statusberichte sprechen da, glaube ich, eine beredte Sprache.

Aber wenn ich das Gesamtwerk jetzt sehe und in seinem Umfang einordne, dann muss ich sagen, dass die Arbeitszeit von einem runden halben Jahr okay dafür ist. Klar, ich habe schon mal schneller geschrieben, aber da waren ja auch die Überarbeitungsphasen für „Der Morgen danach“ und „Der Beobachter und der Turm“. Das darf ich auch nicht außer Acht lassen.

Jetzt ist der Roman auf jeden Fall fertig und ich muss sagen, ich bin doch sehr zufrieden mit ihm. Wenn ich mich irgendwann an die zweite Fassung mache, werde ich einiges zu glätten haben, aber das hat ja noch Zeit. Jetzt soll er erst einmal liegen und reifen, wie ein guter Wein (oder, wenn man zum Zynismus neigt: wie ein guter Käse).

Ich hatte euch gestern versprochen, einen kurzen Ausblick zu geben, was jetzt bei mir so ansteht.

Nun, zum einen habe ich mehrere Blogbeiträge in der Pipeline, die ich gerne schreiben möchte und zu denen mir bis jetzt die Zeit fehlte. Außerdem steht noch der eine oder andere Artikel für die Seite videospielgeschichten.de aus, für die ich ja auch schon mehrere Beiträge geschrieben habe. Und ganz nebenbei möchte ich dann noch ein paar Kurzgeschichten schreiben. Eine Sache, die in letzter Zeit definitiv zu kurz gekommen ist und mir auch schon fehlt!

Das Hauptaugenmerk liegt aber jetzt eindeutig wieder auf „Der Beobachter und der Turm“ in seinem dritten und von meiner Seite aus letztem Entwurf. In diesen werde ich alle Anmerkungen einfließen lassen, die ich mir damals in blau an das ausgedruckte Manuskript geschrieben habe. Dann geht das Ganze noch durch die Stilanalyse von Papyrus und danach … werde ich mal sehen, wie ich die Sache angehe. Auf jeden Fall steht nach wie vor die Absicht, diesen Roman in diesem Jahr zu veröffentlichen. Und sie wird auch immer deutlicher und fester.

Um also die Beitragsüberschrift noch einmal aufzugreifen: Ein Felsbrocken ist von mir abgefallen, aber der nächste wartet direkt um die nächste Ecke. So muss es aber auch sein, so soll es auch sein. Es macht Spaß, sich um diese Dinge zu kümmern. Ich bin gerne Autor. Und ich arbeite weiterhin an der Umsetzung meines Traums.

Euch danke ich, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet und ermutigt! Ihr seid großartig!

Habt eine gute Zeit,
euer Michael

Den Traum real machen (4) Der Schreiburlaub – vorher

Einen schönen guten Tag zur Mittagszeit – und aus der letzten Mittagspause vor meinem einwöchigen, von mir so deklarierten, Schreiburlaub :-).

Ich habe ja hier schon einige Male davon gesprochen, dass ich die Idee hatte, mir eine Woche Urlaub zu gönnen, in der ich nicht etwa Zuhause herumgammeln möchte, sondern in der ich mich mehr oder weniger ganz meinem Schreiben und den Dingen, die dazu gehören, zu widmen gedenke. Und, schneller als gedacht, jetzt ist diese Woche auch schon da.

Und ich habe ziemlich gemischte Gefühle.

Ich habe in den vergangenen Tagen zwei Extreme erlebt. Ich habe zum einen erfahren, wie viel ich innerhalb kürzester Zeit schaffen kann, wenn ich mich wirklich konzentriert an die Arbeit setze und meinen einen Text entweder überarbeite oder den anderen Text schreibe. Ich habe aber auch erkennen müssen, dass ich für diese Konzentration einen Preis bezahle – sei es mit einem kompletten Tag Ausfall, oder sei es so wie gestern Abend, dass mir irgendwann einfach der Rücken zu sehr weh getan hat, um mit der Überarbeitung fortzufahren.

Welche Lehren ziehe ich jetzt daraus für den Schreiburlaub?

Ganz an erster Stelle steht, dass es nichts bringt, wenn ich wirklich versuche, acht bis zehn Stunden am Tag, an jedem Tag, in den Text zu investieren. Das klingt zwar auf dem Papier gut und würde auch ungefähr dem entsprechen, was ich von einem normalen Bürotag gewöhnt bin, aber es ist die Sache nicht wert, wenn ich nach drei oder vier Tagen feststellen müsste, dass ich überhaupt nicht mehr in der Lage bin, sauber am Text zu arbeiten.

Machen wir uns nichts vor: wenn man im Büro mal einen schlechten Tag hat, dann ist das eben so und tangiert einen selbst eher periphär – jedenfalls in meiner Gehaltsklasse. Aber wenn es um die eigene Arbeit, die eigene Leidenschaft geht, dann sieht das schon anders aus. Ich möchte das beste für meinen Text erreichen und darum gebe ich mir auch die Chancen zum durchatmen.

Ein wenig ungeschickt finde ich, dass gleich das erste Wochenende wegen zwei Geburtstagsfeiern gar keinen rechten Arbeitsfluss aufkommen lassen wird, aber da muss ich durch. Und zwar ohne, dass ich mich danach wieder unter Druck setze!

Für den Mittwoch der kommenden Woche ist ein „day off“ fest eingeplant. Da werde ich, wenn überhaupt, nur ein ganz klein wenig am Text arbeiten.

Fest vorgenommen habe ich mir auch, wenn ich tagsüber, wie geplant, an meinen Texten gearbeitet habe, die Abende zu entspannen. Sei es bei einem guten Buch, einem guten Film, oder wonach auch immer mir dann der Sinn stehen wird. Was ich vorhabe ist ein Schreiburlaub, mit Betonung auf Urlaub, keine Akkordarbeit.

Deswegen halte ich mich auch sehr mit konkreten Vorgaben zurück, was ich in Bezug auf überarbeitete oder geschriebene Seiten erreichen möchte. Ich kenne mich und weiß, dass die ansonsten nur wie Damoklesschwerter über mir und jedem einzelnen Tag schweben würden – immer bereit, herunter zu fallen.

Klingt so, als ob ich den Schreiburlaub ganz locker, entspannt und selbstreflektiert angehen würde, nicht wahr?

Überraschung: das tue ich nicht! Im Gegenteil, ich mache mir Sorgen, ob ich das hinbekomme, so, wie ich es mir wünsche. Ob es funktionieren wird, wie ich es mir vorstelle. Ob es sich gut anfühlen wird, oder ob es eher eine ernüchternde Erfahrung sein wird.

Irgendjemand, ich weiß leider nicht mehr, wer, hat in Bezug auf diese Woche gesagt, ich solle es als eine Art Hineinschnuppern in das Leben eines Profiautoren nehmen und schauen, ob ich mit so einer Art zu leben überhaupt klar käme. Ich bin Realist, ich weiß, dass ich nie Profiautor werde. Da sei dann, diesmal in anderer Richtung, meine Gehaltsklasse vor, die ich mir erst einmal regelmäßig erschreiben können müsste, um den gegenwärtigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Aber es ist ein Gedankenspiel, ein was-wäre-wenn, das seinen ganz eigenen Reiz besitzt – und mit Sicherheit auch Anlass für den einen oder anderen Blog-Artikel bietet.

Freitag Mittag, noch ungefähr eine Stunde im Büro, und dann geht der Schreiburlaub los. Ich freue mich und bin sehr, sehr gespannt darauf!

Den Traum real machen (3) Schreiben und dabei Überarbeiten

Zugegeben, ich hätte auch den Titel umdrehen können, aber ich habe schon eine Absicht damit verfolgt, dass ich zuvorderst das Schreiben gestellt habe. Ich sehe mich aktuell, das mag sich nach der ersten Veröffentlichung ändern, immer noch mehr als Schreiber denn als Überarbeiter. In meiner eigenen Wahrnehmung ist jeder Tag, an dem ich nicht geschrieben habe, ein verlorener Tag. Ein Tag, an dem ich nicht überarbeite, gewinnt erst in dem Moment an Brisanz, an dem ich mir meinen selbst gestellten Zeitplan ins Gedächtnis rufe.

Ich hatte irgendwann in den vergangenen Wochen mal erzählt, dass ich gerne jeden Tag 1.000 Wörter an „Die Welt der stillen Schiffe“ schreiben würde, um dann am Ende des Jahres 366.000 Wörter insgesamt geschrieben zu haben.

Aber seit ich mit der Überarbeitung am Dienstag begonnen habe, musste ich feststellen, dass es absolut illusorisch ist, das durchzuziehen, wenn nicht alle Faktoren genau so zu Pass kommen, dass die Zahnräder perfekt ineinander greifen. Es ist eben nicht trivial, tausend Worte zu schreiben, die auch noch eine gewisse Qualität erreichen. Und vor allem ist es nicht trivial, danach noch ausgeruht und aufmerksam an einen zu überarbeitenden Text zu gehen.

Erstaunlich wenig Probleme habe ich damit, dass sich die Handlung des Textes, an dem ich sitze, dauernd verändert. Ich lese „Der Beobachter und der Turm“ zwar mit ganz anderen Augen, als ich es vor einem Vierteljahr, kurz nach der Fertigstellung getan hätte, aber ich bin noch weit genug in der Geschichte drin, um nicht den roten Faden zu verlieren.

Etwas größere Probleme habe ich bei „Die Welt der stillen Schiffe“. Da ist es mir jetzt tatsächlich passiert, dass ich meine Hauptfigur lang und breit etwas erklären lassen wollte, was sie vor zwanzig Seiten schon einmal lang und breit erklärt hat. Nichts gegen anständige Informationsvermittlung in Romanen, aber das wäre dann doch ein wenig zu viel des Guten gewesen.

Ich habe für mich entschieden, dass ich ein Stück weit die Reißleine ziehen muss. Und das bedeutet, dass ich mich seelisch und verstandesgemäß von den 1.000 Wörtern pro Tag verabschiedet habe. Die neue, etwas weniger restriktive Regel lautet, dass ich jeden Tag an dem Roman gearbeitet haben möchte. Und sei es auch nur eine Seite, die nicht länger als fünf bis zehn Minuten dauert. So bleibe ich an der Geschichte dran, kann aber mein Augenmerk verstärkt auf das Überarbeiten richten.

Und auf die phasenweise Erholung, die ich mir zwischendurch auch noch gönnen sollte. Denn dass es ohne die nicht geht, habe ich auch schon gemerkt. Dafür fühlen sich mein Brotjob und mein Hobby dann doch zu ähnlich an, wenn das Hobby in Arbeit ausartet.

Ein wenig hadere ich noch mit mir, wie ich mit dieser tollen Idee für eine Kurzgeschichte umgehen soll, die ich gehabt habe. Ob ich sie einfach anstatt der Arbeit an „Die Welt der stillen Schiffe“ einschiebe. Ich habe Angst, dass die Idee mir verloren geht oder sich auf einmal nicht mehr „richtig“ anfühlt, wenn ich zu lange warte. Vielleicht komme ich ja am Wochenende zu einem Entschluss.

Also halten wir noch einmal fest: Die Priorität im Moment hat eindeutig das Überarbeiten, weil sich daran Schritte wie das Lektorat anschließen, während derer ich sowieso mit einigem zeitlichen Versatz zu rechnen haben werde. Den kann ich dann wieder zum vermehrten Schreiben nutzen.

Ich habe bis jetzt 34 Seiten händisch durchgeackert und schon eine Menge an unnötigem Ballast eliminiert. Es folgt ein langes Wochenende, weil Rosenmontag wegen Brauchtumspflege bei uns ein freier Tag ist. Nach diesem Wochenende möchte ich auf jeden Fall jenseits der 100 Seiten sein, am liebsten irgendwo so um die 150 Seiten. Mal sehen, was so möglich ist.

Jetzt wünsche ich euch erst einmal einen guten Start in besagtes Wochenende! 🙂

Den Traum real machen (2) Der Beobachter und der Turm – Überarbeitung

Entschuldigt bitte den etwas langen und möglicherweise ungelenk wirkenden Titel dieses Beitrags, aber ich habe so das Gefühl, als ob ich noch öfter über das angesprochene Projekt im Rahmen dieser Artikelserie schreiben könnte. Und deswegen habe ich das Stichwort „Überarbeitung“ lieber noch mit aufgenommen.

„Der Beobachter und der Turm“ soll mein erster in Eigenregie veröffentlichter Roman werden. So lautete die Planung bereits im September, als ich anfing, daran zu schreiben. Jetzt haben wir Februar und in der Zwischenzeit, also seitdem ich Mitte November die Rohfassung fertig hatte, hat sich nichts mehr getan.

Der Hauptgrund dafür hört mit Sicherheit auf den schönen Namen „Die Welt der stillen Schiffe„, denn das, was ursprünglich gedacht war, um mit einer netten kleinen Fingerübung den Rest des NaNo 2015 auszufüllen, ist zu einem vollumfänglichen Roman angewachsen.

Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang allerdings stelle ist die, ob ich nicht auch eifrig daneben mit unbewusster Prokrastination an das Thema herangegangen bin.

„Der Beobachter und der Turm“ braucht Überarbeitung, so wie jeder Roman Überarbeitung braucht, wenn er denn etwas taugen soll. Ich gehe zu, dass Überarbeiten nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten zählt. Deswegen versuche ich, schon im ersten Entwurf einigermaßen ein vorzeigbares Manuskript zu erreichen. Aber wer glaubt, dass das immer so funktioniert, dem habe ich auch eine schlechte Nachricht zu übermitteln, die den Osterhasen betrifft …

Nein, Überarbeiten muss nach einem einigermaßen festen Schema und vor allem auch innerhalb eines einigermaßen einhaltbaren Zeitfensters geschehen. Dabei muss ich allerdings auch an meine zeitlichen Möglichkeiten und Ressourcen denken, diese so koordinieren, dass ich mir am Ende nicht zu viel Druck aufbürde – was in einem kreativen Prozess nun auch nicht immer das Beste ist.

Ich habe gestern Abend das gesamte Manuskript, alle 577 Normseiten, einmal ausgedruckt. Mein erster Arbeitsschritt wird jetzt sein, das Manuskript zu lesen und dabei in mir vertrauter Art Anmerkungen und Korrekturen an den Rand schreiben. Das ist ähnlich dem, was ich auf der Arbeit auch hin und wieder machen „darf“.

Der zweite Schritt wird es sein, das Manuskript via Papyrus auf Vordermann zu bringen. Da graut es mir jetzt schon vor, weil ich weiß, wie zäh man sich an so mancher Formulierung mit dem Programm reiben kann. Aber ich weiß auch, dass es einfach Sinn macht, es einzusetzen – mal ganz davon abgesehen, dass ich es mir exakt dafür gekauft habe.

Hanna hat mir gestern noch den Floh ins Ohr gesetzt, dass die Software zur Spracherkennung inzwischen so gut ist, dass man wirklich flüssig damit arbeiten kann. Seitdem überlege ich, ob es für mich eine Hilfe sein könnte, den ganzen Text noch einmal zu diktieren, weil man dabei ja noch einmal ganz anders auf Dinge wie den Textfluss achtet. Da habe ich eine Entscheidung aber noch nicht getroffen.

Und dann hat es sich ja bewährt, den Text noch mal auf dem E-Book-Reader zu lesen, um eine ganz andere Sichtweise auf ihn einzunehmen.

Meine Überarbeitungsphasen im Überblick:

  1. Korrektur des ausgedruckten Exemplars / Durchsicht auf offensichtliche Fehler im Aufbau, in der Handlung / Einbringen evtl. neuer oder anderer Aspekte
  2. (ggf. Diktat des Textes nach Papyrus, um textliche Schwächen zu finden)
  3. Korrektur+Analyse des Textes in Papyrus / Ausmerzen stilistischer Schwächen
  4. „Letztmaliges“ Lesen des Textes auf dem Kindle / Ausgewogenheit des Textes kontrollieren

Nachdem das alles gelaufen ist, könnten theoretisch Testleser an den Roman gehen. Es gab hier auf dem Blog ja vor Monaten schon einmal vorsichtige Interessenten. Da ich leider nicht mehr weiß, wer und wo das geschrieben hat, möchte ich euch bitten, dass ihr euch vielleicht über die Kommentarfunktion hier oder noch besser über die Kontaktseite bei mir meldet, wenn ihr Interesse habt.

Und jetzt kommen wir zum wirklich spannenden Teil: dem avisierten Zeitfenster!

Ich habe, aller Voraussicht nach, im Februar eine Woche frei, die ich so viel wie möglich dem Schreiben, also auch diesem Projekt, widmen möchte. Das alleine wird beileibe nicht reichen, so dass ich mir ernsthafte Gedanken machen muss, wie ich mir die Freiräume schaffe. Zumal 577 Seiten nicht mal eben so durchgesehen sind.

Ich bin ja auch nicht gezwungen, alle Schritte (ich nehme Schritt 4 mal aus) von A-Z fertig zu haben, bevor ich mit dem nächsten anfange. Es ist durchaus ein Modell, kapitelweise vorzugehen und auf diese Weise auch schneller sichtbare Ergebnisse zu produzieren. Ich gebe zu, dass der Gedanke mir gerade spontan kam, als ich durchgerechnet habe, wie viele Seiten ich für Punkt 1 am Tag schaffen müsste, um pünktlich zu meinem Urlaubsbeginn mit Schritt 2 und 3 anfangen zu können ;-).

Gehen wir davon aus, dass alles so funktioniert, wie ich es mir erhoffe, ich nicht krank werde, mein PC nicht den Geist aufgibt, kein Atomkrieg ausbricht und ich nicht den Moment erlebe, in dem ich all mein schriftstellerisches Können in Frage stelle, dann halte ich es für realistisch, mit diesen Arbeiten bis ungefähr Mitte/Ende März fertig zu sein. Die Testleser, wenn sich denn welche fänden, könnten den Text dann als Osterpräsent im Körbchen haben.

Und irgendwann im April/Mai würde „Der Beobachter und der Turm“ dann ins Lektorat gehen, je nachdem, was ich noch alles ändern könnte/sollte/müsste.

Kinder, ist das alles aufregend und umständlich und zeitintensiv! Sollte man gar nicht glauben, oder? Aber wenn ich jetzt schon übers Veröffentlichen nachdenke, dann will ich es ja auch bestmöglich tun. Ich denke mal, das ist verständlich.

Halten wir also noch einmal fest:

01.02.2016: Start der Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“

voraussichtliche Arbeitszeit: 7-8 Wochen

Arbeitsaufwand: enorm

aber:

Bange machen gilt nicht!

Den Traum real machen (1) Von der fehlenden Zeit

Hallo ihr Lieben, nachdem ich mich nun einige Zeit, sogar für meine Verhältnisse eine enorme Zeit, wirklich ernsthaft in Klausur mit mir selber befunden habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es nichts bringt, wenn ich das im stillen Kämmerlein mit mir ausmache, sondern dass es nötig ist, auch damit wieder an die Öffentlichkeit zu gehen. So, wie ich es vor ein paar Monaten schon getan habe, als ich mir selbst die freundliche Aufforderung mit auf den Weg gegeben habe, mich wie ein Profi zu verhalten, wenn ich denn einer sein will.

Ein Update für diesen Artikel wäre eigentlich schon lange fällig gewesen. Es ist vielleicht nicht einer meiner beliebtesten oder meistgelesenen, aber einer, der für mich außerordentlich wichtig ist, weil er eine Standortbestimmung dargestellt hat.

Und ich habe es definitiv versäumt, öfter mal meinen Standort zu bestimmen. Und vor allem auch, von diesem Standort aus den weiteren Weg abzustecken.

Als das Jahr 2016 angefangen hat, dessen erster Monat nun auch schon wieder wie ein ICE im Höchsttempo an uns vorbei gerauscht ist, hatte ich eine Reihe von guten Vorsätzen gefasst, die sich auf das Schreiben beziehen. Darin enthalten sind eine ganze Menge Unterpunkte, Projekte, Teilaufgaben und so weiter.

Jetzt stehe ich da und sehe, dass es für mich schwierig ist, all diese Dinge zu erledigen, wenn ich mich nicht irgendwie entsprechend organisiere, um sie auch erledigen zu können. Aber was ist das, was Organisation als erstes bedingt? Es ist die Zeit! Die Zeit, die mir – das wissen aufmerksame Blogleser – immer wieder, vorne und hinten, zu fehlen scheint.

Dass die liebe Hanna drüben bei sich gerade an diesem Wochenende einen Beitrag zum Thema Fokussierung auf das Wesentliche geschrieben hat, machte es für mich nur noch dringender, mal über mein Zeitmanagement nachzudenken.

Da ich nicht davon ausgehe, dass alle jetzt die Diskussion lesen werden, die sich „drüben“ entsponnen hat, nenne ich hier für mich noch einmal meinen Kernsatz: der Blog mag Zeit kosten, aber er ist für mein kein großer Zeitfresser. Das kommt daher, dass ich ihn wirklich in 99% der Fälle ohne jede Planung befülle. Selbst diesen Beitrag schreibe ich gerade frisch von der Leber. Woran ich noch arbeiten sollte ist das selbst auferlegte Gelübde, wirklich jeden Tag etwas zum bloggen zu haben. Weder mein Leben, noch mein Schreiben ist so aufregend, dass da wirklich jeden Tag etwas Gehaltvolles bei herum kommt. Zusätzlich kann ich auf diese Weise dann abtrainieren, mir andauernd meine Zugriffszahlen anzusehen, die ohne neuen Beitrag ganz gewaltig abs(t)inken ;-).

Was sind denn nun für mich die Zeitkiller?

Bei anderen Leuten ist das vielleicht der Fernseher. Laufendes Programm schaue ich inzwischen gar nicht mehr und Filme aus der Konserve (leider) höchstens an einem oder zwei Abenden die Woche. Und das auch nur, wenn ich an dem Tag schon irgendwas für mein Schreiben „geleistet habe“.

Videospiele? Ich habe inzwischen ein kleines Vermögen ausgegeben, um meine STEAM-Bibliothek zu füllen. Aber wenn nicht hin und wieder meine kleine Tochter neben mir stünde, damit ich ihr irgendein Spiel vorspiele, würde da nicht viel passieren.

Nicht mal mehr regelmäßig zum Sport gehe ich …

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Was mich meine Zeit kostet, ist dieses vermaledeite Internet! Ich bin inzwischen Abonnent von über 130 Blogs gewesen, habe diverse Newsletter abonniert und dann noch den einen oder anderen Newsfeed im Köcher.

Und ich wundere mich ernsthaft darüber, wo meine Zeit bleibt?

Das Problem ist, dass es nicht damit getan ist, mir die Zeit einzuteilen. Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass ich internetsüchtig bin, aber ich habe zum Beispiel ein großes Problem damit, wenn der Stapel ungelesener Nachrichten wächst und wächst und wächst. Das macht mir fast ein schlechtes Gewissen, baut aber auf jeden Fall großen Druck auf.

Der erste Schritt, um mir neue zeitliche Ressourcen zu erschließen war also, mit sehendem Augen, beherztem Zupacken und der einen oder anderen Härteentscheidung all das auszusortieren, was ich zwar früher mal gelesen habe, heute aber oft nur noch aus Pflichtgefühl überfliege. Aber zehn Blogposts aus Pflichtgefühl kosten auch eine halbe Stunde.

Ich habe das schon einmal gemacht, damals im Oktober, nach dem besagten Profi-Artikel. Nur, um mal konkrete Zahlen zu nennen: vor der damaligen Aktion hatten sich in meinem Feedly-Profil, mit dem ich die Blogs verwalte, die ich lese, über 20.000 (!) ungelesene Einträge angesammelt. Nach der heute durchgeführten Aktion sind es noch knapp unter 4.000. Immer noch sehr viel, aber nur auf den ersten Blick, denn da sind Dinge drin wie „SMS von gestern Nacht“ mit über 500 Nachrichten, die man in fünf Sekunden gelesen hat, sowie alle möglichen Schreibblogs, -feeds usw., die einfach auch nützlich für meine Arbeit sind.

Der nächste Schritt war, basierend auf den gestern und heute angefallenen Newslettern, rigoros Abos zu beenden, den Spam-Filter zu konfigurieren und ähnliche Dinge zu machen. Und das geht jetzt jeden Tag so weiter.

Keine Sorge, die Blogs der hier mitlesenden Stammleser habe ich natürlich unangetastet gelassen. Nicht, weil ich mich anbiedern will, sondern weil ich diese ja nun wirklich gerne lese und bei den meisten ja auch gerne kommentiere! Das tue ich ja nicht aus Kalkül :-).

Ich verstehe mich als Teil einer netten, kleinen, etwas thematisch durcheinander gewürfelten Community. Und so soll es auch bleiben. Und dafür nehme ich mir auch gerne Zeit. Aber was zu viel ist, das wurde einfach zu viel! Und was nicht mehr für mich funktioniert, davon muss ich mich trennen.

Mir bleiben sowieso schon zu wenige Stunden, um wirklich konzentriert an meinem Traum vom eigenen Buch zu arbeiten. Und manchmal muss man ja schließlich auch regenerieren. Nicht zuletzt vom anstrengenden „echten Leben“.

Ich muss/musste die Balance wieder herstellen, auf ein gesundes Fundament bringen! Und da ist es ein sehr guter Anfang, denke ich, mich von einer ganzen Reihe Zeitfressern gestern und heute getrennt zu haben.

Ein kleines Wort abschließend noch zum Titel des Blogposts: Ich hatte ursprünglich mal vor, alle meine Gedanken in einen einzigen Artikel zu packen. Aber dann wurde mir klar, wie wahnsinnig lang der werden müsste, um wirklich alle Aspekte zu behandeln. Deswegen mache ich da jetzt eine Artikelserie draus. Nicht alle Beiträge werden so lang werden wie dieser. Noch so etwas, was man unter das Stichwort Zeitfresser packen kann. Nicht jeder Beitrag muss über 1.000 Worte haben.

Tja, Ziel verfehlt, würde ich sagen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend und wenn ihr mir was Gutes tun wollt, dann drückt mir mal die Daumen für meinen Arbeitstag morgen. Ich hab so die Befürchtung, dass der eine Fortsetzung von Freitag werden könnte, weil das ja mit dem Buchungsschluss nicht hingehauen hat und überhaupt … ich fürchte, morgen Abend komme ich auch wieder nur zum „regenerieren“ ;-)!

Jetzt aber: Macht’s gut!

Ich schreibe. Ist doch normal!

Ihr Lieben!

Gestern Abend habe ich wieder einmal bemerkt, wie viel sich für mich in Bezug auf mein Schreiben innerhalb des letzten Jahres verändert hat. Manchmal vergesse ich das nämlich und denke, ich stecke in tiefer Stagnation. Gerade die vergangene Woche war da ein Paradebeispiel für. Umso schöner und auch wichtiger war es, dass ich gestern Abend eine gegenteilige Erfahrung machen durfte, von der ich, so hoffe ich, jetzt erst einmal wieder eine ganze Weile werde zehren können, wenn sich Selbstzweifel in mir breit machen oder ich denke, dass die ganze Schreiberei doch eigentlich nur sinnlos ist.

Ich habe mich gestern Abend mit ein paar Freunden getroffen, die ich kennengelernt habe, als ich mich 2014 für längere Zeit in einem Krankenhaus aufhalten musste. So alle paar Monate treffen wir uns in kleiner, gemütlicher Runde zum Essen. Alle diese Menschen wissen, dass ich schreibe. Sie wissen es deswegen, weil ich damals, in der Klinik, damit angefangen habe, an „Der Redner“ zu schreiben.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich es damals als enorm befreiend empfunden habe, nicht nur endlich wieder zu schreiben (ich hatte eineinhalb Jahre Pause gemacht), sondern auch, mich damit nicht zu verstecken. Ich saß teilweise ganz offensiv im Aufenthaltsbereich und habe auf der kleinen Bluetooth-Tastatur in mein Tablet getippt. Und es machte mir kaum etwas aus, dass ich darauf angesprochen wurde.

Aber es machte mir noch etwas aus!

Ich musste immer um die Worte ringen, dass ich mich als eine Art Autor sehe, wenngleich auch noch nicht veröffentlicht und gar nichts. Aber ich finde, wenn man über zehn Romane geschrieben hat, dann darf man sich ruhig schon mal so nennen, ohne, dass es gleich etwas damit zu tun hat, dass man sich über den Bauch pinseln will.

Wenn ich aber damals von meinem Schreiben sprach, dann war das ganz oft davon geprägt, dass ich mich unwohl dabei fühlte. Ich stotterte mir einen ab, wie man im Ruhrpott so sagt. Und merkte, dass ich eigentlich so eine Art Scham entwickelt hatte, zu sprechen.

Diese Scham wurde mein steter Begleiter in den nächsten paar Monaten. Aus Gründen, die mir selber nicht ganz klar sind, war es nicht so, dass die positiven Erfahrungen, die ich durchaus gemacht hatte, hängen blieben, sondern die Zweifel.

Wenn zum Beispiel einer meiner Freunde, die meine letzten fünf Romane zum Lesen von mir bekommen hatten und mir unisono spiegelten, dass das gar nicht schlecht war, was ich da geschrieben hatte, mich danach fragte, wie es denn jetzt mal mit einer Veröffentlichung aussähe, geriet ich wieder ins Stottern.

Irgendwann kam dann dieser Blog. Und mit diesem Blog und den Erfahrungen, die ich seitdem gemacht habe, den Kontakten, die ich geknüpft habe, hat sich in mir etwas verändert und verbessert. Das wurde mir gestern Abend ganz deutlich.

Als ich nach meinem Schreiben gefragt wurde, konnte ich nicht nur in aller Ruhe davon erzählen, dass ich immer noch schreibe, dass es diesen Blog gibt und so weiter. Ich konnte vor allem – und das wäre noch vor kurzer Zeit nicht möglich gewesen – dazu stehen, dass ich in diesem Jahr auf jeden Fall wenigstens einen Roman veröffentlichen werden. Nämlich „Der Beobachter und der Turm“ als E-Book. Und dass ich für 1-2 weitere Romane, nämlich „Der Morgen danach“ und „Darkride“ immer noch an eine Verlagsveröffentlichung glaube.

Ich konnte es erzählen, ohne auch nur rot zu werden. Klar, ich war ein wenig aufgeregt, aber es fühlte sich einfach richtig an, dazu jetzt zu stehen. Und damit wusste ich auch, dass ich eine Linie überschritten habe, hinter die ich nicht mehr zurückgehen kann. Im August 2015 habe ich geschrieben, dass ich nun ein Autor bin, der sich um eine Veröffentlichung bemüht. Und das bin ich immer noch.

Der Weg wird nicht leichter werden, es ist eine Menge Arbeit und meine Probleme im Bereich Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden mir auch noch den einen oder anderen Stein in den Weg rollen.

Aber gestern Abend habe ich die Veränderungen spüren können! Und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein motivierendes Gefühl das gewesen ist! Und wie sehr es mir auch jetzt noch durch die Blutbahnen getrieben wird.

Ich bin ein Autor. Zwar unveröffentlicht, aber trotzdem. Ich schreibe Romane, seit ich volljährig geworden bin. Und jetzt ist es an der Zeit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich werde nicht wieder hinter die Linie zurückgehen und ich werde auch nicht auf ihr stehen bleiben. Wenn der Startschuss fällt, werde ich loslaufen. Der Weg vor mir ist zwar mit Hindernissen verstellt, aber ich werde lernen, über sie zu springen. Und wenn ich nicht springen kann, dann werde ich klettern. Kann ich nicht klettern, werde ich sie sprengen. Und wenn mir der Sprengstoff fehlt, grabe ich mich darunter hindurch.

Aber ich habe nicht vor, mich aufhalten zu lassen!

Ich schreibe. Ist doch normal!

Mein Traum vom eigenen Buch – Der Jahresrückblick 2015

Und nun ist es auch schon wieder so gut wie vorbei, das Jahr 2015. Ich möchte euch eigentlich gerne mit Plattitüden verschonen, wie sie einem da zwangsläufig in den Kopf kommen. Aber diese eine muss sein: Könnt ihr mir sagen, wo die Zeit geblieben ist? Ich habe das Gefühl, dass das Leben von Jahr zu Jahr schnelllebiger wird und dass es immer schwerer wird, damit auch nur halbwegs Schritt zu halten. Es ist mir in diesem Jahr sogar noch bewusster geworden als in anderen, weil ich durch diesen Blog eine Art Tagebuch geführt habe. Ein monothematisches zwar, das nicht sooo viele meiner privaten Sorgen und Nöte hat durchscheinen lassen, aber sie für mich trotzdem präsent hält.

Anyway, für mich, ganz privat, wird 2015 als das Jahr in die Erinnerung eingehen, das mir sowohl große Brocken in den Weg gelegt hat, die ich nur zum Teil zur Seite räumen konnte, als mich auch in einigen Punkten gewaltig nach vorne gebracht hat. An den Brocken arbeite ich, teils auch mit professioneller Unterstützung. Und ich denke mir einfach, dass alle schwierigen Erfahrungen, die ich mache, in irgendeiner Weise auch meiner Schreibe zugute kommen. Irgendwann schreibe ich, auf Basis meiner Erfahrungen, den einen, großen Roman, der dann eine Aussage und ein Gewicht haben wird. Das ist jedenfalls das, was ich mir in dunklen Stunden immer wieder sage.

Aber gut, deswegen sind wir alle nicht hier. Hier sind wir, weil ich auf diesem Blog meinen Weg zu einem „richtigen“ Autor, so mit Veröffentlichungen und allem, dokumentiere. Der Start dieses Blogs mit dem ersten Beitrag am 27. April ist ein echtes einschneidendes Datum in dieser Entwicklung. Zum ersten Mal habe ich mich in die Öffentlichkeit gestellt. In eine Öffentlichkeit, die ich damals nicht in Bezug darauf einschätzen konnte, wie sie mit mir und meiner fixen Idee umgehen würde.

Heute kann ich sagen, dass es eine gute Idee gewesen ist und dass ich nur gute Erfahrungen mit euch gemacht habe. Ihr habt mir eine ganze Menge Zuspruch gegeben, wofür ich sehr dankbar bin!

Dann markiert 2015 auch das Jahr, in dem ich zum ersten Mal versucht habe, einen Text von mir veröffentlichen zu lassen. Und auch, wenn die Literaturagenturen nicht sofort alle „haben will“ gerufen haben, so kann mir diesen Schritt, es gewagt zu haben, niemand mehr wegnehmen. Ich denke nach wie vor, dass das Absenden der ersten Bewerbungen am 30.08. irgendwann einmal der Punkt sein wird, von dem an es in Bezug auf meine Autorentätigkeit bergauf gegangen ist.

Was haben wir noch? Ich habe in diesem Jahr mit „Der Redner“ und „Der Beobachter und der Turm“ zwei Romane fertiggestellt. Ein weiterer, nämlich „Die Welt der stillen Schiffe“, ist in Arbeit. Dazu kommen eine ganze Menge an Kurzgeschichten, was ich noch vor einem halben Jahr nicht für möglich gehalten hätte.

Insgesamt habe ich, nach meiner penibel geführten Wortstatistik, in diesem Jahr 383.239 Wörter geschrieben, was zu einem Jahresschnitt von exakt 1.050 Wörtern pro Tag führt. Oder in Seiten ausgedrückt: ich habe im Schnitt jeden Tag diesen Jahres vier Normseiten geschrieben. Damit bin ich außerordentlich zufrieden – zumal ja noch die vielen Blogeinträge (mit diesem sind es 227) dazu kommen, die in dieser Statistik überhaupt nicht auftauchen. 2015 war mithin ein sehr produktives Jahr.

Wortstatistik 2015

Für 2016 habe ich mir einige Ziele gesetzt. Dazu gehören vor allem die Veröffentlichung von „Der Beobachter und der Turm“ sowie die Fertigstellung von „Die Welt der stillen Schiffe“. Auch mit „Der Morgen danach“ möchte ich, nach einer weiteren Überarbeitung, noch einmal mein Glück bei den Agenturen versuchen, die ich noch nicht angeschrieben habe. Ich habe viel gelernt bis jetzt und muss das „nur noch“ umsetzen.

Das Wichtigste wird aber sein, auch in 2016 meinen Weg weiterzugehen. Und damit meine ich nicht nur den Weg in Bezug auf das Schreiben. Auch in meiner persönlichen Entwicklung möchte ich weitere Schritte machen. Sorry, wenn ich das nur so nebulös schreibe, aber da gehören viele Dinge dazu, die ich nicht öffentlich im Internet den Suchmaschinen zum Fraß vorwerfen möchte ;-). Wen die Neugierde plagt, der kann mir ja eine Nachricht über meine Kontaktseite schicken.

Was, also, bleibt mir noch zu tun? Ich möchte euch allen danken! Ohne euch wäre ich schon nicht mehr hier an dieser Stelle. Und ohne euch hätte ich das, was ich dieses Jahr erreicht habe, nicht geschafft. Das weiß ich und das könnt ihr mir ruhig glauben. Deswegen würde ich mich freuen, wenn wir alle uns in 2016 gesund und munter wiedersehen würden. Ich zähle auf euch!

Ich wünsche euch, euren Familien, Freunden, Liebsten und wer immer euch wichtig ist einen guten Übergang in das neue Jahr – und dass es für euch ein gutes Jahr werden mag!

Bleibt, wie ihr seid!

Alles Liebe
Michael

Wir haben doch keine Zeit! (Version 3.0 – utopisch)

Hallo ihr Lieben!

Es folgt der dritte und letzte Teil meines zweiteiligen Artikels zum Thema Zeit, keine Zeit und was sonst noch damit zusammenhängt. Die ersten beiden Teile lest ihr hier und hier!


Seien wir für einen Moment einmal utopisch. Tun wir so, als sei alles, was wir uns wünschen oder vornehmen möglich. Schieben wir alle „wenns“ und „abers“ für jetzt beiseite und signalisieren ihnen, dass sie in den nächsten gut fünf Minuten keine Bedeutung für uns haben. Denken wir an einen perfekten Tag für das perfekte Schreiberlebnis. Denken wir daran, wie es wäre, wenn wir uns mit nichts anderem, als mit dem Schreiben und dem, was sonst noch so dazu gehört, befassen müssten.

In meinem Kopf hat sich, seit ich den zweiten Teil dieser Artikelreihe vorformulierte, ein Bild geformt. Ich stellte mir die Frage, ob es nicht möglich sein könnte, einen Tag so durchzuorganisieren, dass er alles das ermöglicht, was zu einem perfekten Schreibtag gehört.

Rekapitulieren wir noch einmal kurz. Es gehörten dazu: Schreiben, Überarbeiten, Weiterbildung, Reflexion, Entspannung. Fünf Punkte, die in so einen Tag hineingehören sollten.

Wäre es nicht fantastisch, wenn man Morgens aufstehen könnte, in aller Ruhe frühstückt, und sich dann ohne Eile an den Schreibtisch begibt, um zwei bis drei Stunden bis zum Mittag zu schreiben? Nachmittags ginge es dann daran, entweder den morgens geschriebenen Text oder einen älteren, der noch darauf wartet, zu überarbeiten. Ich würde mal sagen, dass zwei Stunden dafür reichen.

Dann eine Stunde Pause, um einfach nur zu relaxen und die Sinne baumeln zu lassen, bevor man sich in Richtung Abend darum kümmert, sich zum Beispiel mit seiner Webseite zu beschäftigen, sich einen Schrebkurs anzusehen oder vielleicht auch einfach noch einen Blogartikel zu verfassen.

Und dann, gegen Abend, kann man einfach Pause machen, kann ruhen, wenn man Ruhe braucht. Kann auch seine Mails checken, wenn es denn sein muss.

Für einen Menschen, der nicht Berufsautor ist, ist so ein Tagesablauf utopisch. Und wahrscheinlich würde auch der Berufsautor sagen, dass es eine Utopie ist, weil so nette Dinge wie Haushaltsarbeit oder Kochen oder Einkaufen gar nicht darin vorkommen.

Wisst ihr, warum mir dieser Gedanke trotzdem nicht so recht aus dem Kopf verschwinden will?

Wie ihr wisst, habe ich von Mitte 2014 bis Mitte 2015 eine schwere Krankheitsperiode hinter mich gebracht. Das bedeutet, dass ich – als Beamter geht das – jede Menge Resturlaub mit mir herumschleppe. Um genau zu sein, werde ich noch Teile des Urlaubs 2014 und den kompletten Urlaub 2015 nach 2016 mitnehmen.

Was wäre, wenn ich diesen Urlaub nutze, um mir eine oder zwei Wochen reinen Schreiburlaub zu gönnen? Entweder zu Hause, oder vielleicht auch mal für eine Woche irgendwohin fahren, wo mich nichts und niemand ablenkt?

Wo ich all das machen kann, was ich oben geschildert habe?

Morgens schreibe ich an meinem dann gerade aktuellen Roman, mittags kümmere ich mich um „Der Beobachter und der Turm“ und „Der Morgen danach“ und fange langsam aber sicher an, mich wirklich in Sachen Schreiben freizuschwimmen.

Ich habe über diese Utopie noch nicht mit meiner Frau gesprochen, weil ich zum einen nicht weiß, wie sie das auffassen würde, zum anderen, weil ich nicht sicher bin, dass das so für mich klappen würde. Denn klar: träumen tut man immer davon, einfach mal mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Weil man ja meistens immer nur merkt, wie man sie eben nicht hat, die Zeit. Dann aber die Zeitfenster zu nutzen, wo sie sich auftun, das steht meistens schon auf einem anderen Blatt.

Aber trotzdem ist dieser Gedanke in mir jetzt erst einmal präsent.

Ich müsste ja wirklich nicht unbedingt wegfahren. Ich könnte einfach so tun, als ob mein Schreiben meine ganz normale Arbeit wäre! Ich würde morgens aufstehen, mich fertig machen, meine Brote schmieren und dann, statt das Haus zu verlassen, an meinen Schreibtisch gehen. Komischer Gedanke, aber wieso nicht? Und wenn ich gut arbeite, dann kann ich immer noch Kind 2 schon mal aus der Schule abholen oder (mit) einkaufen gehen. Oder was eben so anfällt.

Ihr merkt schon, so ganz bekomme ich den Gedanken nicht zu fassen. Aber ist das nicht auch Ausdruck einer Utopie? Dass man sie nicht zu 100% fest geplant bekommt?

Ich werde den Gedanken in mir bewegen. Werde versuchen, ihm nachzuspüren. Aber er hat schon eine gewisse Dringlichkeit, denn im Moment habe ich einfach viel zu oft das Gefühl, dass ich vier bis fünf Dinge (siehe oben) gleichzeitig machen müsste. Und das kann auf Dauer weder für meine Schreibe, noch für mich selber, gesund sein.

Und darum geht es doch letztlich am meisten, nicht wahr? Dass wir irgendwie in dieser verrückten Welt mit alle dem, was wir aushalten müssen und wollen, gesund bleiben.

Ich werde euch zu gegebener Zeit berichten, oder und was ich aus diesem Gedanken gemacht habe. Habt ihr auch schon mal daran gedacht, für eine Weile die Reißleine zu ziehen und euch etwas zu widmen, was euch glücklich macht? Oder euch entlastet? Schreibt mir eure Erfahrungen doch einfach in die Kommentare! 🙂

 

AWDML (4) Das schreibe ich, und das – und ein wenig was von dem auch noch

Als ich noch ein junger und noch unerfahrenerer Autor war als ich es heute bin, da hatte ich immer einen Wunsch. Oder man könnte auch sagen: ich hatte ein Problem. Ein Problem, das viele Schriftsteller gerade am Anfang ihres Weges haben, wie ich mittlerweile mehrfach nachlesen konnte. Ich konnte einfach nicht einsehen, dass ich nicht in der Lage bin, mehr als ein Projekt auf einmal zu verfolgen.

Ungeduld ist eine Eigenschaft, die für einen Autoren mit Sicherheit nicht wirklich erste Wahl bei den zu fördernden Talenten darstellt. Es dauert nun einmal, sich durch die Handlung eines Romans zu beißen, an manchen Tagen auch zu quälen. Man schreibt eben nicht jeden Tag 10.000 Worte. Viel häufiger sind die Tage, an denen man sich quälen muss, überhaupt vierstellig zu werden. Und die dann noch auf mehrere Projekte aufzuteilen …

Es gibt Autoren, die können das. Die schaffen es, sich in drei oder vier voneinander abgetrennte Welten zu versetzen und je nach Lust und Laune (oder dem, was auf dem Terminplan steht) mal an dieser, mal an jener Story zu schreiben. Das bewundere ich! Das bewundere ich nicht nur, da könnte ich neidisch werden!

Kommen wir zurück zu mir als jungem Autor. Damals, wir befinden uns ungefähr im Jahr 1993, träumte ich noch lange nicht den Traum, mal ein Buch zu veröffentlichen, sondern ich musste erst einmal den Traum fertig träumen, einen Roman überhaupt zu Ende zu schreiben!

Ich arbeitete seit rund sechs Jahren mal mehr, mal weniger und immer mal wieder von Vorne an „Angst im Perseus-Spiralnebel“, dem ersten Band meiner Abenteuer rund um das Raumschiff Silverstar. Nun hatte ich mir hierzu die Handlung ja schon mehr oder weniger auf die nächsten zehn Bände ausgedacht und deswegen war das Schreiben „langweilig“.

(Natürlich war es nicht langweilig, aber es fühlte sich für mein achtzehnjähriges Ich so an.)

Ich wollte etwas Neues entdecken, etwas anderes anfangen. Es gab Ideen, die unbedingt und jetzt sofort verwirklicht werden mussten! Das eine war eine Fantasy-Geschichte im Stil von „Der Herr der Ringe“ (was auch sonst) und das andere war eine Trilogie um das Leben nach dem Jüngsten Tag, deren erster Band den Untergang der Menschheit in einem Atomkrieg schildern sollte, während der Zweite das Wiedererwachen der Zivilisation und der dritte den Aufbruch zu den Sternen zum Thema hatte.

Da stand ich jetzt mit meinen drei Projekten: „Angst im Perseus-Spiralnebel“, „Der Bund der Sieben“ und „Fort Apocalypse“ (dessen Titel ich mir bei einem Commodore 64-Spiel geborgt hatte).

Meine Idee: schreib doch alle drei gleichzeitig! Und zwar immer brav eine Seite pro Projekt und das im Wechsel. Also wirklich am ersten Tag „Angst“, am zweiten Tag „Bund“, am dritten Tag „Fort“, am vierten wieder „Angst“ …

Ich weiß bis heute nicht, ob nur die Methode totaler Humbug war, oder ob ich anderweitig überfordert wurde. Jedenfalls hielt ich, glaube ich, keinen Monat durch. Dann begann ich, in längeren Intervallen an den Geschichten zu schreiben. Die Fragmente von „Der Bund der Sieben“ und „Fort Apocalypse“ habe ich noch, wenn auch keine Ambitionen, sie jemals wieder anzufassen.

Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt war klar, ich musste mich entscheiden, wenn ich nicht riskieren wollte, alle drei Projekte zu verlieren. So, wie ich vorher schon etliche Geschichten verloren hatte. Und auf einmal erwiesen sich die mittlerweile rund 40 geplanten Bände von Silverstar gar nicht mehr als Hemmschuh, sondern als Sicherheitsfaktor. Und so traf ich die Entscheidung zugunsten von „Angst im Perseus-Spiralnebel“, das dann auch mein erster vollendeter Roman wurde.

Nach einem weiteren missglückten Versuch, 1997 den vierten Teil der Serie parallel zu meinem neuen Projekt „Lichter“ zu schreiben, gab ich es dann endgültig (?) auf.

Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, mehrere Projekte gleichzeitig zu verfolgen. Hier und da mal eine Kurzgeschichte, so wie bei Hannas Schreibaufgaben, die ich, ohne groß darüber nachzudenken, in ein bis zwei Stunden herunterschreiben kann, das geht noch. Aber einen längeren Roman? Lieber nicht!

Und trotzdem ist es ein Traum gewesen und Träume lässt man, glaube ich, niemals so ganz los. Deshalb klingt immer noch eine Saite in mir an, wenn ich lese oder höre, dass jemand das tut, was mir nie gelungen ist …

Let’s take a walk down memory lane!