Der Sonntagsreport vom 10.12.2017: Sich selber exponieren

Hallo ihr Lieben!

Na, habt ihr auch alle fleißig Schnee geschippt? Hier bei uns hat es tatsächlich noch einmal so geschneit, dass ich das zweite Mal an zwei aufeinander folgenden Tagen vor die Tür musste. Ich müsste jetzt ernsthaft nachdenken, wann das zuletzt der Fall gewesen ist.

Weil mich die ganze Schipperei aber rechtschaffen erschöpft hat, möchte ich gar nicht so viele Worte machen. Denn gefühlt mache ich die ja hin und wieder schon zur Genüge. Wobei das ja nichts Schlimmes ist, schließlich sind wir ja alle wegen genau dieser Worte hier: Ich, um sie zu schreiben und ihr, um sie zu lesen.

Aber kommen wir trotzdem zur Sache. Und zwar geht es mir heute darum, wie es ist, wenn man sich selber ein Stück weit exponiert. Ja, ich weiß, schon wieder Fremdwörter, aber ich denke, ihr kennt dieses Wort. Es heißt ja nichts anderes, als dass man sich ein Stück weit aus sich selbst herauswagt, sich zeigt und dabei in Kauf nimmt, auch gesehen zu werden. Jedenfalls ist das für mich eine gute Übersetzung.

Ich habe mich diese Woche gleich einige Male exponiert. Auch auf diesem Blog, wenn ihr zum Beispiel an das Jahresendzeitcoachingstöckchen (puh, was ein Wort) von Jule denkt, das ich aufgefangen habe.

Aber auch mit ganz banalen Dingen kann man, kann ich mich exponieren.

Mir ist zum Beispiel vorhin, als ich den Schnee geschippt habe, durch den Kopf gegangen, was für einen weiten Weg ich gegangen bin, dass ich das jetzt einfach so tun kann.

Das muss ich erklären, denke ich. Dazu müsst ihr nämlich wissen, dass ich früher, noch gar nicht so lange her, immer Angst davor hatte, dass irgendjemand am Fenster seiner Wohnung oder seines Hauses steht und mich dabei beobachtet, wie ich den Rasen mähe, Unkraut zupfe, oder eben den Schnee schippe.

Und wieso hatte ich Angst davor? Weil ich dachte, dass derjenige sich darüber lustig machen würde, dass ich das, was ich da gerade tue, vollkommen falsch mache. Dabei war mir auf einer Verstandesebene durchaus bewusst, dass es eigentlich keinen richtigen oder falschen Weg gibt, den Rasen zu mähen – solange das verdammte Gras hinterher kurz ist. Okay, sich hin zu knien und es zu essen, wie die Figur aus der Kurzgeschichte von Stephen King, das wäre wohl zumindest grenzwertig gewesen.

Aber man wächst ja an seinen Aufgaben und so musste ich irgendwann einsehen, dass es nun einmal nur so viele Personen gibt, die diese Aufgaben erledigen können und dass ich mich nicht immer davor drücken kann. Und irgendwann gewöhnt man sich an alles.

So, wie ich mich ja auch daran gewöhnt habe, oder gerade dabei bin, mich zu gewöhnen, auf diesem Blog ein Stück weit die Hosen runter zu lassen (kein Bildmaterial anliegend). Auch da habe ich gelernt, dass es euch, meine Leser, interessiert, was mich als Mensch beschäftigt. Und dass es okay ist, wenn ich hin und wieder zu verstehen gebe, dass mich Dinge beschäftigen, die das Äquivalent des Rasens oder des Schnees sind: Ich muss mähen und schippen und es könnte sein, dass jemand am Fenster steht und meint, dass ich es falsch mache. Aber das muss ich dann einfach akzeptieren und darf mich nicht davon beirren lassen.

Denn darum geht es auch bei meiner Arbeit, meinem Schreiben. Ich gebe Teile von mir in fremde Hände und setze mich der Beurteilung aus. Ein Teil von mir, der es lange gewohnt war, unsicher zu sein, exponiert sich damit bis auf das Äußerste. Aber das ist ein Muss und es ist okay, manchmal Angst davor zu haben. Es ist auch okay, sich hin und wieder umzublicken, ob sich nicht doch irgendwo eine Gardine verräterisch bewegt.

Aber es ist absolut nicht okay, deswegen alles verwildern zu lassen.

Ich muss mich exponieren, muss den Weg gehen, muss mich zeigen. Nur, wenn ich das tue, habe ich auch die Chance, wahrgenommen zu werden. Von Menschen, die mir nichts böses wollen, die nicht über mich lachen wollen und die nicht mit dem Finger auf mich zeigen. Und irgendwann, vielleicht in einer Woche, vielleicht in einem Monat, vielleicht aber auch schon morgen wird der misstrauische Teil in mir begreifen, dass diese Menschen doch irgendwie in der Überzahl sind.

Soweit das Wort zum Sonntag. Danke euch fürs Zuhören und, wer weiß, vielleicht geht ja der eine oder die andere von euch morgen mit einem besseren Gefühl daran, den über Nacht neu gefallenen Schnee (er hüte sich!) vom Gehsteig zu schippen. Das wünsche ich euch.

Kommt schlitterfrei in die neue Woche!

Euer Michael

Advertisements

Der Sonntagsreport vom 03.12.2017: Von Umfrageergebnissen und Selbstvertrauen

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen ersten Advent. Abgesehen davon, dass ich mal wieder (oder immer noch) leicht vor mich hin kränkel, kann ich mich nicht beklagen. Meine Familie und ich waren heute in Duisburg auf dem sogenannten Lichtermarkt. Dieser findet einmal im Jahr für drei Tage in der Kraftzentrale des Landschaftspark Nord statt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es hier nicht das ewige Einerlei von

1. Würstchenbude
2. Glühweinstand
3. Strickwaren
4. Süßkram
5. Holzspielzeug
6. Würstchenbude
7. Glühweinstand
8. …

gibt, sondern dass viele originelle und auch wirklich handgemachte Artikel zum Verkauf angeboten werden. Besonders ins Auge gefallen sind mir handgedrechselte (!) Schreibutensilien, die richtig toll aussahen. Aber da ich niemanden kenne, der so ein schönes Stück gebrauchen könnte, sei es ein Kugelschreiber, ein Füller oder sonstwas, und ich selber ja nun so gar nicht gerne mit der Hand schreibe, blieben die Schönheiten am Stand.

Leider kann ich euch nicht mehr sagen, dass ihr hingehen sollt, weil der Markt für dieses Jahr nun einmal schon vorbei ist, aber vielleicht mögt ihr euch das ja für das kommende Jahr vormerken, wenn ihr in der Gegend wohnen solltet.

Dabei fällt mir wieder einmal auf, dass ich, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, gar keinen rechten Überblick habe, wo meine Leser eigentlich so beheimatet sind. Ist das wichtig? Nein, nicht unbedingt. Es wird höchstens dann wichtig, wenn ich irgendwann mal Lesungen hier in Duisburg und Umgebung veranstalten sollte und dann gezielt Leser meines Blogs dazu einladen wollte. Noch Zukunftsmusik, aber kann ja mal soweit kommen, nicht wahr?

Ihr merkt schon, ich traue mich, im Vergleich zu letzter Woche sogar in einem eklatanten Ausmaß, wieder den Blick in die Zukunft zu richten. Dazu hat es zwei Krankheitstage Anfang der Woche gebraucht, in denen sich der Körper erholte und der Kopf ein Stück weit resettete. Und es brauchte die Umfrage von Mittwoch, ob ich auf diesem Blog jammern darf oder nicht.

Leider haben nur zwölf Besucher eine Stimme abgegeben, wobei der Beitrag deutlich höhere Zugriffszahlen hatte. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Besucher alle der Ansicht sind, dass es ihnen egal ist. Mit dieser Annahme komme ich auf neun Leser, die mir eindeutig das „Recht“ zugestehen, zu jammern, wenn mir danach sein sollte, drei, denen es explizit egal ist und eben die Dunkelziffer.

Ich möchte mich bei jedem und jeder Einzelnen bedanken, der/die mir ihre/seine Meinung hier gelassen hat. Das habe ich wirklich gebraucht, mich auch hier bestärkt zu sehen. Denn das habe ich daraus gezogen: Neue Stärke und neues Selbstvertrauen, dass das, was ich hier auf meinem Blog veranstalte, so verkehrt nicht sein kann – selbst dann nicht, wenn es mir manchmal so vorkommt. Oder vielleicht gerade auch dann, wenn es mir so vorkommt.

Es hat mir aber auch gezeigt, dass gerade die Abwechslung auch mit zu dem beiträgt, was euch, meine lieben Leser, bei der Stange hält. Ich darf also am einen Tag mit meiner Existenz als Schriftsteller (oder Mensch) hadern, am nächsten Tag einen Kommentar zum literarischen Weltgeschehen abgeben und am übernächsten Tag etwas zu meinen momentanen Projekten schreiben. Wobei ich hoffe, dass das Letztgenannte jetzt bald mal wieder mehr werden wird.

Aber auch da habe ich Vertrauen. Denn wenn ich mir die Geschichte von „Mein Traum vom eigenen Buch“ so ansehe, dann kann ich konstatieren, dass es immer mal wieder die Phasen gab, in denen nichts klappte und dann die Phasen, in denen es auf einmal besser lief. Der Blog ist und bleibt mir eine Triebfeder. Und dass ich nun (wieder) an ihn herangehe und ihn ernst nehme in seiner Variabilität und in seiner Tagesaktualität, wenn man es so nennen will, kann nur hilfreich sein.

Es wird hilfreich sein!

Schließlich habe ich nach wie vor viel vor. Ich hatte es vergessen, aber es ist mir wieder eingefallen. Stellenweise fehlt mir ein wenig die Kraft, aber das geht vorbei. Und solange schreibe ich einfach weiter und bleibe am Ball. Erst dann, wenn die Worte vollständig versiegen, wäre der Traum vorbei. Noch ist er es nicht. Und er soll es auch nicht sein.

Also, dementsprechend noch einmal meinen Dank an euch!

Habt einen guten Start in die kommende Woche. Noch drei Wochen bis Weihnachten. Wollte ich nur mal so gesagt haben 😉 .

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 12.11.2017: Alles nur in meinem Kopf

Der letzte Tag von so einem Urlaub ist doch irgendwie immer komisch. Vielleicht liegt es daran, dass er so oft auf einen Sonntag, also somit sowieso schon einen recht „toten“ Tag fällt. Für mich fühlt sich der letzte Urlaubstag immer an, als wäre er ein großes Ausatmen. Ein Ausatmen von Ruhe und selbstkontrollierter Zeit. Und dann versuche ich, das nächste Einatmen noch ein klein wenig länger hinauszuzögern, weil ich genau weiß, dass dieses Einatmen die Hektik mit sich bringt. Die Unruhe. Die Anstrengung.

Das ist nicht immer so gewesen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, zu denen es zwar lästig war, dass die Arbeit wieder los ging, aber eben auch nicht mehr. Es gehörte dazu. Geht ja nicht anders. Nun, diese Zeiten scheinen vorbei zu sein und ich gehöre zu denen, die ganz langsam ausatmen und dann die Luft anhalten.

Und während ich die Luft anhalte und versuche, nicht blau dabei anzulaufen, versuche ich in meinem Kopf ein kleines Mantra ablaufen zu lassen. Eines, das mir sagt, dass das alles gar kein Problem ist. Es gibt kein Problem.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Sicherlich kennt ihr alle das Lied von Andreas Bourani, das diesen schönen Titel trägt. Ein Lied, das mir auch sehr gut gefällt. Doch während er in ihm Dinge beschreibt, die eigentlich gut und schön sind, die er gerne länger erlebt hätte, sind es bei mir oft Dinge, die ich alles andere als erleben möchte. Wobei mir nur hilft, weiter zu atmen. Wenn es nicht mehr geht, die Luft anzuhalten.

Es gibt Schriftsteller, die glauben, dass aus solchen Gefühlen, aus solchen Problemen, der Stoff gemacht ist, aus dem wir unsere Geschichten weben. Das ist ein Gedanke, der mir gefällt. Und ja, manchmal ist es sicherlich so. Ich habe es erlebt. Denn das Schreiben ist hin und wieder auch Kompensation für das, was mich bedrückt. Gerade auch für die Dinge, die mich bedrücken, obwohl es keinen logischen Grund dafür gibt.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Doch ich muss es hin und wieder heraus lassen, es in Worte kleiden. Und deswegen ist es für mich doppelt schwer, wenn ich nicht in der Lage bin, vernünftig zu schreiben. Denn dann bleibt viel von all dem einfach in mir eingeschlossen. Dort, wo es irgendwann wirklich anfangen kann, Unheil anzurichten. Mich am Atmen zu hindern.

Ich will nicht sagen, dass ich genau verstehe, was da passiert. Aber ich kann langsam die Mechanismen dahinter erkennen und versuchen, sie zu steuern. Deswegen wehre ich mich an einem toten Sonntag wie diesem nicht mehr dagegen. Und ich wehre mich auch nicht gegen das mulmige Gefühl, das ich früher nicht hatte, das aber nun zu einem Teil meiner Selbst geworden ist. Man könnte auch sagen, dass ich versuche, mich damit ernst zu nehmen.

Deswegen war der Tag okay so, wie er war. Und auch der morgige Tag wird okay sein. Und der danach. Und mit ein wenig Glück sogar noch der darauf folgende. Weil es sein muss. Weil es so geht.

Weil das alles nur in meinem Kopf ist!

Ist denn alles schon verbloggt?

Na, sind noch ein paar Leser hier? Ich glaube, so eine lange Pause gab es zwischen meinen Beiträgen noch gar nicht, auch wenn ich jetzt nicht so genau weiß, ob das etwas ist, worauf ich stolz sein sollte, oder etwas, das zu Sorge Anlass gibt … 😉

Jedenfalls habe ich diese Woche den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Mehr oder weniger. Denn meine schon in der letzten Woche angekündigte Faulheit ist in voller Breitseite aufrecht erhalten geblieben. Wobei ich inzwischen nicht mehr glaube, dass es Faulheit war, sondern mehr eine enorme Erschöpfung – ohne konkret zu wissen, was mich eigentlich so erschöpft.

In diesen Tagen habe ich mich manches Mal gefragt, ob ich denn eigentlich alles schon verbloggt habe. Denn selbst wenn die Arbeit an eigenen Texten sich zwischendurch mal schwer gestaltet hat, so konnte ich mich doch meist darauf verlassen, dass ich den Kontakt zu euch, meinen Bloglesern, aufrecht erhalten kann. Eher noch als den zu Freunden über E-Mail. Vielleicht, weil ich einen Blogbeitrag mit einer gewissen Leichtigkeit und einem Mut zur Leere schreibe, der mir ansonsten abgeht.

Aber egal, wir müssen ja auch nicht alles ausdefinieren. Also ihr müsst das nicht tun. Für mich selbst könnte es sich beizeiten lohnen, wenn ich mir das noch einmal genauer anschaue. Denn wenn ich für euch, meine Internetbuddies / Follower / Leser, meine Sprache finde, wieso dann eigentlich nicht für andere Menschen, bei denen die persönliche Bindung noch größer sein sollte?

Ihr merkt, ich fange schon wieder damit an, mir diese Gedanken zu machen, aber das lassen wir jetzt. Konsequent. Ha – ich und Konsequenz! 😉

Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass noch nicht alles verblogged ist. Ganz im Gegenteil, mir sind in den letzten Tagen zwei oder drei Gedanken gekommen, die ganz interessante Artikel abgeben könnten. Und die habe ich mir zumindest mal mit Stichworten vorgeplant. Ich gehe davon aus, dass ich ab kommender Woche, wenn mich das Ende meines Urlaubs sowieso wieder in andere Strukturen zwingt, auch wieder konsequenter bloggen werde.

Schon wieder dieses Wort mit „K“. Verwirrend, finde ich.

Wie dem auch sei, eigentlich ging es mir nur darum, mir selbst und auch euch zu schreiben, dass mir die Ideen für dieses Blog noch nicht ausgegangen sind. Die 1.000 Beiträge machen wir auf jeden Fall noch voll. Das wären ca. 150. Und danach schauen wir mal, was gerade so anliegt, nicht wahr?

Veröffentlichungen, Agenturbewerbungen, Arbeitsdokumentationen … hey, schließlich träume ich immer noch meinen titelgebenden Traum vom eigenen Buch. Und solange der nicht umgesetzt ist, kann diesem Blog überhaupt nicht der Gesprächsstoff ausgehen!

Der Sonntagsreport vom 10.09.2017 – Da ist man mal nicht da …

… und schon brechen die Besuche auf dem Blog ein. Man könnte meinen, es ist nur meine Geschwätzigkeit, die dafür sorgt, nicht in Vergessenheit zu geraten.

So – alle mal durchatmen, denn das war ein Scherz!

Ich habe es vorher schon einmal in Kommentaren angesprochen, dass ich wirklich genau verfolgen kann, wie die Besuchszahlen auf meinem Blog für Tage zurückgehen, wenn ich mal einen oder zwei Tage keinen neuen Artikel veröffentlicht habe. Ich bin mir sicher, dass man da jetzt richtig gewichtige Rückschlüsse in Bezug auf Marketingstrategien, Wirkungsanalysen und Zeitfenster ziehen könnte.

Nur, das alles mache ich nicht. Ich nehme zur Kenntnis, bin inzwischen aber älter und weiser geworden und mache mich deswegen nicht mehr verrückt, wenn ich mal weniger Besucher habe. Und wisst ihr auch, wieso das so ist?

Ganz einfach: Ich weiß, dass ich euch mit meiner Postingfrequenz ganz schön was zumute. Ich meine, wer hat schon jeden Tag Zeit und Lust, den Beitrag des Tages auf einem bestimmten Blog zu lesen, selbst wenn er wirklich gut sein sollte? Was meine, selbstkritisch betrachtet, ja nun auch nicht immer sind.

Dafür kann und möchte ich mich nicht beschweren. Ich habe viele Besucher, die immer gerne wiederkehren. Es könnte sein, dass ich, mit einer ausgefeilten Strategie, zu ganz anderen Zugriffszahlen käme. Ich verteile meine Zugriffe auf einem nicht so hohen Niveau auf die ganze Woche. Andere Blogs haben vielleicht bei einem neuen Artikel in der Woche wesentlich höhere Spitzenwerte. Weiß ich alles nicht.

Aber da bei mir halt die tägliche Dosis das gewohnte Maß aller Dinge ist, fällt es in der Kurve schon auf, wenn mal ein Tag deutlich unter allen anderen bleibt.

Wieso schreibe ich euch das eigentlich heute? Weil ich in den letzten Tagen wieder viel über Marketing gehört und gelesen habe. Über Strategien bei Social Media und Blogs. Darüber, was man wann, wie und wo schreiben soll. Drüben bei Twitter bin ich, im „Auftrag“ der BartBroAuthors, selber Teil solcher Überlegungen. An manchen Stellen macht es auch Sinn, sich hierüber den Kopf zu zerbrechen. Schließlich will man möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich richten und auf das, was man tut.

Meine Güte, irgendwann einmal in naher Zukunft werde ich hier auf diesem Blog „stehen“ und einen Roman in der Hand halten, den ich verkaufen will!

Es mag also sein, dass ich ab diesem Zeitpunkt auch zum strategischen Denken übergehen werde. Weil ich es ein Stück weit muss. Aber ich kann euch jetzt schon sagen, dass es mir sicherlich weniger Spaß machen wird als das freie vor mich hin schreiben, wie ich es euch im Moment zumute.

Und was, um wieder zum Anfang zu kommen, die meisten von euch ja auch in schöner Regelmäßigkeit hierher führt.

Wofür ich dankbar bin! Denn für mich seid ihr Teil dieses Projekts, Teil der Umsetzung meines Traums vom eigenen Buch. Und daher freue ich mich über jeden der mich auf meiner virtuellen Veranda besucht, sich einen Stuhl nimmt und für einen Moment mir und meinen Gedanken zuhört. Und wenn ihr dann auch noch ein paar Worte mit mir wechseln mögt, dann ist das der Gipfel der Zufriedenheit, den man als Blogger erfahren kann.

Auf die Gefahr hin, dass es pathetisch klingt: Für mich werdet ihr, liebe Freunde, niemals nur reines „Klickvieh“ auf dem Weg zum Erfolg sein. Keine Statistik kann wichtiger sein als die offene und ehrliche Interaktion. Natürlich freue ich mich, wenn ihr hinterher alle fleißig mein(e)n Roman(e) kauft. Alles andere wäre gelogen oder unaufrichtig.

Aber wir sind hier nicht im Shoppingkanal und es gibt keine Lockvogelangebote. Und so soll es bleiben.

Daran dürft ihr mich gerne erinnern, wenn es irgendwann doch dazu kommen sollte, dass ich nur noch die virtuellen Verkaufsschilder hochhalte und immer rufe „Sonderpreis!“, als wären wir beim Glücksrad-gott-hab-es-selig.

Lasst uns alle authentisch sein – und bleiben. Und authentisch in die neue Woche gehen.

Passt auf euch auf!

Euer Michael

Mein Traum vom eigenen Buch: Ein Rundgang durch die Vergangenheit

Vergangenheit. Eine Zeit, mit der wir uns permanent auseinander zu setzen haben, sei es im Guten, sei es im Bösen. Die Gegenwart hat es an sich, dass sie sich quasi im Sekundentakt in Vergangenheit verwandelt und damit Dinge aus unserer Reichweite nimmt, sie unserer Kontrolle und unserem Einfluss entzieht. Ein falsches Wort gesagt, einen falschen Handgriff getan – und die Katastrophe kann da sein.

Wie gut haben es dann doch wir Autoren, die – in sehr vielen Fällen jedenfalls – in unseren Geschichten die Vergangenheit beschreiben, sie aber auch umschreiben. Und wenn uns etwas an ihr nicht mehr passt, dann können wir sie auch einfach mit einem Federstrich oder dem Druck auf die Delete-Taste ausradieren.

Das Schreiben eines Blogs ist in dieser Hinsicht noch eine Besonderheit. Ich schreibe einen Eintrag und veröffentliche diesen – und damit ist er in die Welt gesetzt. Da ich in meinen Blogeinstellungen eingestellt habe, dass ich sofort den vollständigen Text als E-Mail an meine Follower sende, könnte ich nicht einmal mehr, wenn ich es wollte, seine Verbreitung verhindern.

Aber auch der Blog selbst hat seine Vergangenheit. Bald zweieinhalb Jahre gibt es ihn nun und ich kann, wenn ich mich mit ihm und seiner Vergangenheit beschäftige, die Entwicklung sehen, die er und ich genommen haben.

Gerade in den letzten Tagen habe ich einmal einen solchen Rundgang durch das Archiv unternommen. Der Hintergrund hierzu ist, dass demnächst die Website der BartBroAuthors, des Autorenvereins, dem ich angehöre, relauncht wird und die Mitglieder dazu eingeladen sind, sich für den angeschlossenen Blog mit Beiträgen zu beteiligen. Ich habe angeboten, einige meine älteren Beiträge noch einmal zu überarbeiten und für die Nutzung frei zu geben.

Dafür habe ich mir eine Vielzahl der über 780 Beiträge, die bis jetzt hier veröffentlicht wurden, im Schnelldurchlauf noch einmal angesehen. Und ich fand es bemerkenswert – und auch ein wenig unheimlich, wie sehr an manchen Stellen die Veränderungen greifbar sind.

Ich stieß auf Texte, in denen ich mit meiner Arbeit hadere. Ich sah Momentaufnahmen, in denen ich nicht wusste, wie es denn jetzt weitergehen soll. Allzu oft bin ich mal nach links gegangen, dann nach rechts getaumelt und schien, aus heutiger Sicht betrachtet, den passenden Weg verloren zu haben.

Ich weiß jetzt wieder: Auch wenn ich heute manchmal glaube, ziellos unterwegs zu sein, im Vergleich zu früher ist es geradezu ein Musterbeispiel an Stringenz.

Aber ich habe auch Augenblicke noch einmal erlebt, die einfach schön waren! Da war natürlich die Fertigstellung der Romane, die in dieser Zeit entstanden sind. „Der Redner“, „Der Beobachter und der Turm“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ sind auch Kinder dieses Blogs und ja, auch des Austauschs, der über diesen Blog zu Lesern und Autoren zustande gekommen ist.

Ich habe noch einmal die Momente passiert, an denen ich beschlossen habe, aus der Anonymität heraus zu gehen und mich mit allem, was dazu gehört, als Autor zu präsentieren. An einige der Artikel konnte ich mich noch erinnern, als seien sie gestern erst geschrieben worden. Andere waren dafür so gut wie vergessen und es war spannend, sie noch einmal zu lesen.

Und ich habe wieder einmal gelernt, dass wir zwar nicht in der Vergangenheit leben sollten, aber dass wir ohne unsere Vergangenheit nicht das wären, was wir heute sind. Kein Mensch, kein Autor, niemand.

Ich habe eine Reihe von Texten ausgesucht, die ich mir nun noch einmal vornehmen werde. Dabei geht es vor allem auch darum, sie ein Stück weit zu „neutralisieren“. Denn ich habe gesehen, dass ich quasi von Beginn an versucht habe, diesen Tonfall zu finden, der die persönliche Ansprache meiner Leser möglich macht. Es war mir wichtig, euch als Personen wahrzunehmen und euch als Person gegenüber zu treten. Nicht umsonst habe ich euch gleich zu Beginn auf die Veranda meines Hauses eingeladen.

Individualität ist für einen Gemeinschaftsblog von vielen Autorinnen und Autoren zwar auch wichtig, aber ich zumindest finde, dass erkennbar sein muss, dass da ein Jemand im Namen von Vielen schreibt. Außerdem sichert es auch die Individualität des eigenen Blogs, dieses Blogs hier. Denn der soll das bleiben, was er ist: Mein Sprachrohr, meine ganz eigene Sicht auf die Dinge und mein Reisebegleiter.

Der erste Schritt ist getan und viele weitere sollen noch folgen. Aus der Vergangenheit, in die Zukunft hinein. Immer weiter.

Danke, dass ihr den Weg mit mir geht!

#Inspirationsfeuer – Der Tanz um die kleinen Flammen

Im April war es, dass Eva-Maria Obermann für die Rechargers eine Aktion ankündigte, in der es um das Thema Inspiration gehen sollte. Über den Hashtag #Inspirationsfeuer waren die, die mitmachen wollten, dazu aufgerufen, von ihrer Inspiration zu berichten, von Dingen, die sie inspirieren, von Inspirationen, die sie anderen geben können. Da ich meine Hand bei so etwas ja immer nur schwer still halten kann, habe ich mich zur Teilnahme gemeldet.

Als die Aktion dann startete, schlugen neben netten Worten von Eva-Maria auch zwei Grafiken bei mir auf, welche die unglaublich talentierte Elenor Avelle erstellt hat. Zu früheren Gelegenheiten hatte ich bereits bewundert, was für lebensnahe Abbilder von Künstlerkollegen sie erstellt. Und nun gab es da auf einmal auch ein Bild von mir, einmal in groß und solo und einmal als Linksaußen einer ganzen Schar kreativer Geister:

Ich muss gestehen, ich war beeindruckt. Und beeindruckt. Und in dritter Konsequenz immer noch beeindruckt.

Auf einmal war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich etwas Bedeutsames zum Thema Inspiration zu sagen habe. Ich meine, wer bin ich denn schon!? Ich bin kein bedeutender Autor mit einer Fülle von Veröffentlichungen, die es bis ins Feuilleton der Zeitungen geschafft hat. Ich bin ja gerade mal froh, dass ich das Wort Feuilleton unfallfrei schreiben kann. An der Aussprache übe ich noch.

Ich bin auch kein großer Impulsgeber für irgendjemanden. Ich gebe keine Schreibtipps, ich verfasse keine Ratgeber, ich halte keine Workshops ab und mich selbst auch eigentlich ganz gerne im Hintergrund.

Niemand kann von sich behaupten, dass er oder sie schon einmal den Ratschlag bekommen hätte, der seine oder ihre Kunst auf das nächsthöhere Level gehoben hätte. Gut, es kann immerhin auch niemand behaupten, dass ich das Gegenteil zu verantworten gehabt hätte. Kleine Dinge, nicht wahr?

Also – was hatte ich denn über Inspiration zu sagen?

Ich überlegte und überlegte und sah auf dem Kalender, dass die Tage im Juni immer weniger wurden. Aber ich fand immer noch nicht den großen Punkt, auf den ich eingehen, die große Erkenntnis, die ich vermitteln, oder die gewaltige Erfahrung, auch die ich verweisen konnte.

Das #Inspirationsfeuer schien bei mir an einem Ende angelangt zu sein, an dem ihm der Brennstoff ausging, an dem es verlöschen musste.

Und dabei wäre es wohl auch geblieben, wenn mir nicht der Zufall zur Hilfe gekommen wäre. Dieser Zufall lief mir in Gestalt einer E-Mail über den Weg, die meine Lektorin mir schickte. Darin teilte sie mir mit, dass sie noch ein wenig Zeit benötigen würde, um mir Rückmeldung über den aktuellen Stand der Dinge zu geben, weil sie sich gedanklich noch einmal reinfuchsen wolle. Es könne durchaus sein, dass wir noch einmal intensiv an eine gewisse Passage heran müssen.

Ich konnte spüren, wie sich rechts von mir der Erdboden ein wenig erhitzte. Zum Glück tat er das nur im übertragenen Sinn, denn ansonsten wäre wohl mein Kellerbüro abgebrannt, aber der Ursprung war klar: Da war ein kleines orangenes Flämmchen entstanden. Nicht die Riesenflamme, nach der ich die ganze Zeit gesucht hatte, aber ein kleines Feuerchen, das eine angenehme Hitze abstrahlte.

Ich sah mich in meinem Raum um, sah mir auch meine Arbeitsmaterialien, im Wesentlichen also den PC und das ihn umgebende Chaos, mit neuen Augen an. Und ich merkte, wie in meinem Kopf eine gewisse Leichtigkeit Einzug hielt.

Ohne es zu bemerken, hatte ich über die ganze Zeit hinweg, seit ich meinen letzten Schwung Seiten ins Lektorat geschickt hatte, darauf gewartet, dass von dieser Seite aus der Hammer fallen und mich mit neuer Arbeit versorgen würde, die meine ganze Aufmerksamkeit blockieren würde. Gleichzeitig hatte mein Kopf aber alle möglichen andere Projekte immer und immer wieder gewälzt. Allerdings nur für sich, in sich selbst – und damit nicht in einer Art und Weise, die mich glücklich hätte machen können.

Ja, ich glaube, dass ich durch diese Blockade sogar die Freude daran verloren hatte, mir selbst auszumalen, wie es mit dem Schreiben weitergehen könnte. Und Zack: Da war wieder ein kleines Flämmchen.

Und dann kamen sie auf einmal wie ein Funkenregen hervorgesprudelt: All die kleinen und großen Projekte und Möglichkeiten. All das, was noch vor mir liegt oder was ich tun könnte. Einfach das Gefühl von Freiheit, in dieser Sekunde wirklich der Inspiration Folge zu leisten und ihr Angebot anzunehmen.

Und ich erkannte, dass ich die ganze Zeit auf ein Feuer gewartet hatte, dass es in dieser Form überhaupt nicht gab. Für mich ist Inspiration keine Riesenflamme, kein Waldbrand, kein Feuermeer. Für mich sind es die kleinen Flammen hier und da, das Zulassen von Ideen und das Spielen mit Möglichkeiten.

Zwei Dinge habe ich also gelernt und kann sie, ganz ohne dir etwas beibringen oder vorbeten zu wollen, an dich weitergeben:

Erstens ist es immer gut, wenn man versucht herauszufinden, ob die eigene Kreativität gerade durch irgendetwas gehemmt wird. Es ist nicht immer leicht, diese Gründe zu identifizieren, vor allem deshalb, weil sie sich oft als etwas Gutes tarnen. Ich will ja nicht im Traum behaupten, dass meine Lektorin mir was Schlechtes tun wollte. Meine Reaktion war allerdings eine ziemlich uninspirierte und damit auch für meine Kreativität ungesunde.

Und zweitens braucht es nicht immer das Feuerwerk. Klar, es wäre schön, wenn wir nur die inneren Fenster weit öffnen müssten und über uns würde ein immerwährendes Höhenfeuer aus Inspiration und Kreativität abgefeuert. Aber das ist nicht die Realität und es ist auch kein realistischer Anspruch.

Sich von diesem Denken frei zu machen und viel mehr auf die kleinen Dinge, die kleinen Flämmchen zu achten, das ist ein Weg, der einiges für uns kreative Menschen erleichtern könnte, wenn wir bereit sind, ihn zu gehen. Schritt für Schritt. Von Flamme zu Flamme. Von Idee zu Idee. Und irgendwann auch zum Erfolg. Wie immer jeder von uns den auch für sich selbst definiert.

Und damit möchte ich meinen kleinen Beitrag zum #Inspirationsfeuer auch beschließen. Links von mir ist gerade eine neue kleine Flamme entstanden und ich bin sehr gespannt, wohin sie mich führen will. Wohin auch immer: Ich bin mir sehr sicher, einige von euch dort zu treffen!