Könnten wir vielleicht schon eine Woche später haben?

Okay. Was jetzt folgt, ist panisches, hektisches und ziemlich wirres Geschwurbel. Ich werde versuchen, es kurz zu halten. Aber ich bin seinerzeit angetreten, um mit diesem Blog meinen Weg als Autor authentisch zu begleiten. Und zur Authentizität gehören nun einmal auch die nicht so positiven Stimmungen.

Es steht ja schon in der Überschrift: Könnten wir vielleicht schon eine Woche später haben?

In einer Woche wäre nämlich die ganze Buchmesse mit allem drum und dran schon vorbei. Klingt das paradox? Glaubt mir, so fühlt es sich auch an. Ist die Buchmesse nicht ein Highlight? Eine der Veranstaltungen, auf die man das ganze Jahr hindurch hin fiebert?

Ja – und nein.

Ja, ich fiebere darauf hin, weil ich mich freue, wieder nach Leipzig zu kommen. Ich mag die Stadt, wenigstens das, was ich davon gesehen habe. Und ich mag die Messe mit ihrem Trubel und den vielen, vielen Menschen, von denen ich hoffe, einige wiederzusehen und andere zum ersten Mal zu sehen.

Nein, ich fiebere nicht darauf hin, weil ich das Gefühl nicht los werde, dass ich damit nicht klar kommen werde, mit dem Ganzen. Ehrlich, jedes Mal, wenn wieder einer meiner Internet-Bekannten einen euphorischen Vorausblick auf die Messe schreibt, denke ich mir: Ja, ich gönne es dir. Viel Spaß. Wir sehen uns vielleicht nächstes Jahr.

Ich weiß sogar, woran das liegt. So langsam machen sich die ganzen Problemchen bemerkbar, die den Messebesuch ein wenig überschatten. Ich bin immer noch nicht ganz auf dem Damm, was meine Gesundheit angeht. Und ich fürchte, dass sich das bis Freitag, wenn mein Messeabenteuer startet, auch nicht wesentlich verbessern wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass mir die Sache mit der Unterkunft (ihr erinnert euch) massiv nachhängt. Ich bin inzwischen so paranoid, dass ich bei jedem Pling meines Smartphones als erstes nachschaue, ob ich eine neue Nachricht von AirBnb bekommen habe, die besagt, dass ich am Freitag ohne Obdach da stehen werde. Unnötig zu sagen, dass ich fast davon ausgehe, dass meine Zugverbindungen alle nicht klappen werden, oder?

Und über die Lesung darf ich auch nicht so wirklich nachdenken. Entgegen dem, was ich ja erst noch neulich schrieb, fühle ich mich nämlich überhaupt nicht vorbereitet. Aber mal so gar nicht. Ich habe zwar nicht direkt Angst, mich zu blamieren, aber das ganze Drumherum … ehrlich, das macht mir schon Sorgen.

Aber auch wenn die Lesung vorbei ist, dann sind da ja noch die Messetage selbst zu füllen. Ich habe ja extra darauf verzichtet, mir ein zu starres Korsett aus Terminen überzustreifen. Aber jetzt fühlt es sich so an, als habe ich damit auch jede Struktur zum Teufel geschickt. Als würde aus einem „ich schaue mal, was es so gibt“ ein „es gibt alles und nichts und nichts davon habe ich gesehen“.

Nein, diese Labilität fühlt sich nicht gut an. Aber ich muss da jetzt durch. Ich kann und will mir nicht die Bettdecke über den Kopf ziehen und so tun, als ginge mich das alles nicht an. Meine Probleme werden sich nicht in Luft auflösen, aber vielleicht werde ich feststellen, dass doch alles einigermaßen gut geklappt hat. Was auch immer „gut“ dann im einzelnen bedeutet.

Ich habe letzte Woche mit meinem Psychodoc über das Thema gesprochen und er hat mich gefragt, was ich ihm denn gerne bei unserem nächsten Treffen, kurz nach der Messe, darüber erzählen würde. Ich habe ihm drei Punkte aufgezählt, die ich jetzt nicht verraten werde (das wäre böses Voodoo). Aber hinterher werde ich euch gerne wissen lassen, ob meine „Wünsche“ in Erfüllung gegangen sind.

Und bis dahin muss ich die negativen Stimmungen einfach aushalten. Weil der größte Teil von mir eben dann doch nicht will, dass wir schon eine Woche später haben.

Weil der größte Teil von mir denkt, dass so eine Buchmesse ein geiles Event ist!

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Der Silvesterreport 2017: Der Traum lebt weiter

Ihr Lieben!

Und wieder ist ein Jahr zu Ende. Für viele Blogger und andere Menschen der Zeitpunkt, das vergangene Jahr mehr oder weniger umfangreich Revue passieren zu lassen. Auch ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, euch noch einmal auf eine Zeitreise mitzunehmen. Weiß Gott, es hat einiges in diesem Jahr gegeben, das für mich, für mein Schreiben, für meine persönliche Weiterentwicklung wichtig gewesen ist.

Ganz zu Anfang steht da natürlich die Unterschrift unter meinen ersten Verlagsvertrag für „Der Morgen danach“. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Erfüllung meines Traums. Oder die Anthologien, an denen ich teilnehmen durfte, das erste erhaltene Autorenhonorar. Der für mich ganz besondere Moment, als ich meine Geschichte „Aus Eiseskälte aufgewacht“ in Form einer inszenierten Lesung hören durfte.

Da war die Buchmesse und waren die Menschen, die ich dort getroffen und kennengelernt habe. Die ersten Erfahrungen in Sachen Lektorat. Vergessen wir auch nicht die Sache mit den Autorenfotos, die für mich wirklich eine Sache waren, die Überwindung gekostet hat.

Aber nein, ich möchte nicht in Erinnerungen schwelgen oder euch damit langweilen. Denn hat man erst einmal vier oder fünf Jahresrückblicke gelesen, dann hat man keine Lust mehr auf den sechsten. Kann ich verstehen, geht mir genauso.

Wagen wir also lieber einen Ausblick auf 2018. Und da kann ich nur sagen, ganz im Sinne der von mir gewählten Artikelüberschrift, dass der Traum weiter lebt.

Der Stein, den ich im Artikelbild habe, stammt aus dem Weihnachtsgottesdienst, den meine Familie und ich dieses Jahr besucht haben. Ich bin nun wirklich kein besonders gläubiger Mensch, aber der Botschaft dieses Steins, der mit seiner simplen Botschaft sowohl dazu auffordert, zu träumen, als auch Träumen an sich Bedeutung zumisst, konnte ich mich nicht entziehen.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Das war ursprünglich nicht mehr als nur ein Name, eine Idee, eine Werbezeile. Erst im Laufe der Zeit wurde der Traum konkreter, vielschichtiger, veränderte sich. Mir geht es nicht mehr „nur“ darum, ein Buch zu veröffentlichen. Wenn es das wäre, dann könnte ich mich jetzt zurücklehnen und darauf warten, dass „Der Morgen danach“ irgendwann das Licht der Welt erblickt.

Aber nein, das ist es nicht mehr, was ich will. Mein Traum ist gewachsen, hat an Gewicht und an Gestalt gewonnen. Ich möchte weiter gehen, möchte die Grenzen austesten. Deswegen auch die Bewerbung mit „Der Beobachter und der Turm“, die ich lange vor mir her geschoben habe.

Ich weiß jetzt, dass ich mich stellenweise selber blockiert habe und bin mir durchaus bewusst, dass ich das auch in der näheren Zukunft noch das eine oder andere Mal tun werde. Aber, hey: So bin ich halt und die erste Lektion ist es, zu akzeptieren, wie man ist.

Und zu träumen. Aber dann auch etwas zu versuchen, um den Traum Realität werden zu lassen.

Der Weg, der vor mir liegt, ist sicherlich kein einfacher und kein geradliniger. Es wird weiter Rückschläge geben, so wie es sie auch in 2017 gegeben hat. Ich habe in diesem Jahr keinen einzigen Roman fertig geschrieben. Weder einen kurzen, noch einen langen. Klar, das kann ich durch zahlreiche und umfangreiche Überarbeitungen rechtfertigen. Aber es fühlt sich dennoch wie ein Rückschlag an.

Aber auch hier kommt es darauf an, den Weg weiter zu gehen. Und wenn ich irgendwo mal eine Sackgasse habe, dann drehe ich um und versuche eine andere Strecke. Die heiligen drei Könige aus der biblischen Geschichte folgten einem Stern. Ich folge einem Traum.

Ich weiß nicht, wohin er mich 2018 führen wird. Das ist das schöne daran. Das hält die Spannung am Leben, die gerade zum Autorendasein dazu gehört. Damit wir selber in der Lage sind, neue Spannung zu erzeugen und an unsere Leser mit unseren Geschichten zu übergeben.

Ich träume meinen Traum vom eigenen Buch. Und von dem danach. Und dem darauf folgenden.

Und ich freue mich, euch an meiner Seite zu haben und euch von diesem Traum erzählen zu dürfen. Ich wünsche mir, dass ihr alle gut in das kommende Jahr hinein gelangt, dass ihr dort eure Träume nehmt und versucht, sie in die Tat umzusetzen. Wenn selbst ich das versuchen kann, dann schafft ihr das allemal.

In diesem Sinne sagen wir gemeinsam „Tschüss 2017“ und „Hallo 2018“.

Mal sehen, wohin uns unsere Träume führen werden.

Alles Liebe!

Euer Michael

Frohe Weihnachten 2017

Ihr Lieben!

Ich möchte nicht viele Worte machen, weil ich weiß, dass die meisten von euch noch in den letzten Vorbereitungen für den Braten, die Kirche, die Geschenke oder die Tannenbaumspitze sind.

Weihnachten ist ja immer so ein Moment, um kurz inne zu halten, Luft zu holen und dann ganz langsam auszuatmen. Zur Ruhe zu kommen. Deswegen möchte ich diese Stimmung nutzen, um mich bei euch einmal für die zurückliegenden Monate zu bedanken, in denen ihr mir und meinem kleinen Blog die Treue gehalten habt, mit mir durch Hochs und Tiefs gegangen seid und euch so allerlei krude Gedanken von mir durchgelesen habt.

Ich bin froh – und das sage ich nicht so dahin – dass ich euch habe. In einigen Momenten, in denen ich beinahe die ganze Sache dran gegeben hätte, habt ihr mir neuen Mut gegeben. Die Kraft, weiter zu machen.

Ich wünsche euch, euren Familien, euren Liebsten und allen, die euch wichtig sind, ein frohes, schönes und besinnliches Weihnachtsfest 2017. Verbringt ein paar schöne Tage und dann sehen wir uns alle auf der anderen Seite der Stillen Nacht wieder, wenn ihr mögt.

Ich mag jedenfalls!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 10.12.2017: Sich selber exponieren

Hallo ihr Lieben!

Na, habt ihr auch alle fleißig Schnee geschippt? Hier bei uns hat es tatsächlich noch einmal so geschneit, dass ich das zweite Mal an zwei aufeinander folgenden Tagen vor die Tür musste. Ich müsste jetzt ernsthaft nachdenken, wann das zuletzt der Fall gewesen ist.

Weil mich die ganze Schipperei aber rechtschaffen erschöpft hat, möchte ich gar nicht so viele Worte machen. Denn gefühlt mache ich die ja hin und wieder schon zur Genüge. Wobei das ja nichts Schlimmes ist, schließlich sind wir ja alle wegen genau dieser Worte hier: Ich, um sie zu schreiben und ihr, um sie zu lesen.

Aber kommen wir trotzdem zur Sache. Und zwar geht es mir heute darum, wie es ist, wenn man sich selber ein Stück weit exponiert. Ja, ich weiß, schon wieder Fremdwörter, aber ich denke, ihr kennt dieses Wort. Es heißt ja nichts anderes, als dass man sich ein Stück weit aus sich selbst herauswagt, sich zeigt und dabei in Kauf nimmt, auch gesehen zu werden. Jedenfalls ist das für mich eine gute Übersetzung.

Ich habe mich diese Woche gleich einige Male exponiert. Auch auf diesem Blog, wenn ihr zum Beispiel an das Jahresendzeitcoachingstöckchen (puh, was ein Wort) von Jule denkt, das ich aufgefangen habe.

Aber auch mit ganz banalen Dingen kann man, kann ich mich exponieren.

Mir ist zum Beispiel vorhin, als ich den Schnee geschippt habe, durch den Kopf gegangen, was für einen weiten Weg ich gegangen bin, dass ich das jetzt einfach so tun kann.

Das muss ich erklären, denke ich. Dazu müsst ihr nämlich wissen, dass ich früher, noch gar nicht so lange her, immer Angst davor hatte, dass irgendjemand am Fenster seiner Wohnung oder seines Hauses steht und mich dabei beobachtet, wie ich den Rasen mähe, Unkraut zupfe, oder eben den Schnee schippe.

Und wieso hatte ich Angst davor? Weil ich dachte, dass derjenige sich darüber lustig machen würde, dass ich das, was ich da gerade tue, vollkommen falsch mache. Dabei war mir auf einer Verstandesebene durchaus bewusst, dass es eigentlich keinen richtigen oder falschen Weg gibt, den Rasen zu mähen – solange das verdammte Gras hinterher kurz ist. Okay, sich hin zu knien und es zu essen, wie die Figur aus der Kurzgeschichte von Stephen King, das wäre wohl zumindest grenzwertig gewesen.

Aber man wächst ja an seinen Aufgaben und so musste ich irgendwann einsehen, dass es nun einmal nur so viele Personen gibt, die diese Aufgaben erledigen können und dass ich mich nicht immer davor drücken kann. Und irgendwann gewöhnt man sich an alles.

So, wie ich mich ja auch daran gewöhnt habe, oder gerade dabei bin, mich zu gewöhnen, auf diesem Blog ein Stück weit die Hosen runter zu lassen (kein Bildmaterial anliegend). Auch da habe ich gelernt, dass es euch, meine Leser, interessiert, was mich als Mensch beschäftigt. Und dass es okay ist, wenn ich hin und wieder zu verstehen gebe, dass mich Dinge beschäftigen, die das Äquivalent des Rasens oder des Schnees sind: Ich muss mähen und schippen und es könnte sein, dass jemand am Fenster steht und meint, dass ich es falsch mache. Aber das muss ich dann einfach akzeptieren und darf mich nicht davon beirren lassen.

Denn darum geht es auch bei meiner Arbeit, meinem Schreiben. Ich gebe Teile von mir in fremde Hände und setze mich der Beurteilung aus. Ein Teil von mir, der es lange gewohnt war, unsicher zu sein, exponiert sich damit bis auf das Äußerste. Aber das ist ein Muss und es ist okay, manchmal Angst davor zu haben. Es ist auch okay, sich hin und wieder umzublicken, ob sich nicht doch irgendwo eine Gardine verräterisch bewegt.

Aber es ist absolut nicht okay, deswegen alles verwildern zu lassen.

Ich muss mich exponieren, muss den Weg gehen, muss mich zeigen. Nur, wenn ich das tue, habe ich auch die Chance, wahrgenommen zu werden. Von Menschen, die mir nichts böses wollen, die nicht über mich lachen wollen und die nicht mit dem Finger auf mich zeigen. Und irgendwann, vielleicht in einer Woche, vielleicht in einem Monat, vielleicht aber auch schon morgen wird der misstrauische Teil in mir begreifen, dass diese Menschen doch irgendwie in der Überzahl sind.

Soweit das Wort zum Sonntag. Danke euch fürs Zuhören und, wer weiß, vielleicht geht ja der eine oder die andere von euch morgen mit einem besseren Gefühl daran, den über Nacht neu gefallenen Schnee (er hüte sich!) vom Gehsteig zu schippen. Das wünsche ich euch.

Kommt schlitterfrei in die neue Woche!

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 03.12.2017: Von Umfrageergebnissen und Selbstvertrauen

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen ersten Advent. Abgesehen davon, dass ich mal wieder (oder immer noch) leicht vor mich hin kränkel, kann ich mich nicht beklagen. Meine Familie und ich waren heute in Duisburg auf dem sogenannten Lichtermarkt. Dieser findet einmal im Jahr für drei Tage in der Kraftzentrale des Landschaftspark Nord statt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es hier nicht das ewige Einerlei von

1. Würstchenbude
2. Glühweinstand
3. Strickwaren
4. Süßkram
5. Holzspielzeug
6. Würstchenbude
7. Glühweinstand
8. …

gibt, sondern dass viele originelle und auch wirklich handgemachte Artikel zum Verkauf angeboten werden. Besonders ins Auge gefallen sind mir handgedrechselte (!) Schreibutensilien, die richtig toll aussahen. Aber da ich niemanden kenne, der so ein schönes Stück gebrauchen könnte, sei es ein Kugelschreiber, ein Füller oder sonstwas, und ich selber ja nun so gar nicht gerne mit der Hand schreibe, blieben die Schönheiten am Stand.

Leider kann ich euch nicht mehr sagen, dass ihr hingehen sollt, weil der Markt für dieses Jahr nun einmal schon vorbei ist, aber vielleicht mögt ihr euch das ja für das kommende Jahr vormerken, wenn ihr in der Gegend wohnen solltet.

Dabei fällt mir wieder einmal auf, dass ich, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, gar keinen rechten Überblick habe, wo meine Leser eigentlich so beheimatet sind. Ist das wichtig? Nein, nicht unbedingt. Es wird höchstens dann wichtig, wenn ich irgendwann mal Lesungen hier in Duisburg und Umgebung veranstalten sollte und dann gezielt Leser meines Blogs dazu einladen wollte. Noch Zukunftsmusik, aber kann ja mal soweit kommen, nicht wahr?

Ihr merkt schon, ich traue mich, im Vergleich zu letzter Woche sogar in einem eklatanten Ausmaß, wieder den Blick in die Zukunft zu richten. Dazu hat es zwei Krankheitstage Anfang der Woche gebraucht, in denen sich der Körper erholte und der Kopf ein Stück weit resettete. Und es brauchte die Umfrage von Mittwoch, ob ich auf diesem Blog jammern darf oder nicht.

Leider haben nur zwölf Besucher eine Stimme abgegeben, wobei der Beitrag deutlich höhere Zugriffszahlen hatte. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Besucher alle der Ansicht sind, dass es ihnen egal ist. Mit dieser Annahme komme ich auf neun Leser, die mir eindeutig das „Recht“ zugestehen, zu jammern, wenn mir danach sein sollte, drei, denen es explizit egal ist und eben die Dunkelziffer.

Ich möchte mich bei jedem und jeder Einzelnen bedanken, der/die mir ihre/seine Meinung hier gelassen hat. Das habe ich wirklich gebraucht, mich auch hier bestärkt zu sehen. Denn das habe ich daraus gezogen: Neue Stärke und neues Selbstvertrauen, dass das, was ich hier auf meinem Blog veranstalte, so verkehrt nicht sein kann – selbst dann nicht, wenn es mir manchmal so vorkommt. Oder vielleicht gerade auch dann, wenn es mir so vorkommt.

Es hat mir aber auch gezeigt, dass gerade die Abwechslung auch mit zu dem beiträgt, was euch, meine lieben Leser, bei der Stange hält. Ich darf also am einen Tag mit meiner Existenz als Schriftsteller (oder Mensch) hadern, am nächsten Tag einen Kommentar zum literarischen Weltgeschehen abgeben und am übernächsten Tag etwas zu meinen momentanen Projekten schreiben. Wobei ich hoffe, dass das Letztgenannte jetzt bald mal wieder mehr werden wird.

Aber auch da habe ich Vertrauen. Denn wenn ich mir die Geschichte von „Mein Traum vom eigenen Buch“ so ansehe, dann kann ich konstatieren, dass es immer mal wieder die Phasen gab, in denen nichts klappte und dann die Phasen, in denen es auf einmal besser lief. Der Blog ist und bleibt mir eine Triebfeder. Und dass ich nun (wieder) an ihn herangehe und ihn ernst nehme in seiner Variabilität und in seiner Tagesaktualität, wenn man es so nennen will, kann nur hilfreich sein.

Es wird hilfreich sein!

Schließlich habe ich nach wie vor viel vor. Ich hatte es vergessen, aber es ist mir wieder eingefallen. Stellenweise fehlt mir ein wenig die Kraft, aber das geht vorbei. Und solange schreibe ich einfach weiter und bleibe am Ball. Erst dann, wenn die Worte vollständig versiegen, wäre der Traum vorbei. Noch ist er es nicht. Und er soll es auch nicht sein.

Also, dementsprechend noch einmal meinen Dank an euch!

Habt einen guten Start in die kommende Woche. Noch drei Wochen bis Weihnachten. Wollte ich nur mal so gesagt haben 😉 .

Euer Michael

Der Sonntagsreport vom 12.11.2017: Alles nur in meinem Kopf

Der letzte Tag von so einem Urlaub ist doch irgendwie immer komisch. Vielleicht liegt es daran, dass er so oft auf einen Sonntag, also somit sowieso schon einen recht „toten“ Tag fällt. Für mich fühlt sich der letzte Urlaubstag immer an, als wäre er ein großes Ausatmen. Ein Ausatmen von Ruhe und selbstkontrollierter Zeit. Und dann versuche ich, das nächste Einatmen noch ein klein wenig länger hinauszuzögern, weil ich genau weiß, dass dieses Einatmen die Hektik mit sich bringt. Die Unruhe. Die Anstrengung.

Das ist nicht immer so gewesen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, zu denen es zwar lästig war, dass die Arbeit wieder los ging, aber eben auch nicht mehr. Es gehörte dazu. Geht ja nicht anders. Nun, diese Zeiten scheinen vorbei zu sein und ich gehöre zu denen, die ganz langsam ausatmen und dann die Luft anhalten.

Und während ich die Luft anhalte und versuche, nicht blau dabei anzulaufen, versuche ich in meinem Kopf ein kleines Mantra ablaufen zu lassen. Eines, das mir sagt, dass das alles gar kein Problem ist. Es gibt kein Problem.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Sicherlich kennt ihr alle das Lied von Andreas Bourani, das diesen schönen Titel trägt. Ein Lied, das mir auch sehr gut gefällt. Doch während er in ihm Dinge beschreibt, die eigentlich gut und schön sind, die er gerne länger erlebt hätte, sind es bei mir oft Dinge, die ich alles andere als erleben möchte. Wobei mir nur hilft, weiter zu atmen. Wenn es nicht mehr geht, die Luft anzuhalten.

Es gibt Schriftsteller, die glauben, dass aus solchen Gefühlen, aus solchen Problemen, der Stoff gemacht ist, aus dem wir unsere Geschichten weben. Das ist ein Gedanke, der mir gefällt. Und ja, manchmal ist es sicherlich so. Ich habe es erlebt. Denn das Schreiben ist hin und wieder auch Kompensation für das, was mich bedrückt. Gerade auch für die Dinge, die mich bedrücken, obwohl es keinen logischen Grund dafür gibt.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Doch ich muss es hin und wieder heraus lassen, es in Worte kleiden. Und deswegen ist es für mich doppelt schwer, wenn ich nicht in der Lage bin, vernünftig zu schreiben. Denn dann bleibt viel von all dem einfach in mir eingeschlossen. Dort, wo es irgendwann wirklich anfangen kann, Unheil anzurichten. Mich am Atmen zu hindern.

Ich will nicht sagen, dass ich genau verstehe, was da passiert. Aber ich kann langsam die Mechanismen dahinter erkennen und versuchen, sie zu steuern. Deswegen wehre ich mich an einem toten Sonntag wie diesem nicht mehr dagegen. Und ich wehre mich auch nicht gegen das mulmige Gefühl, das ich früher nicht hatte, das aber nun zu einem Teil meiner Selbst geworden ist. Man könnte auch sagen, dass ich versuche, mich damit ernst zu nehmen.

Deswegen war der Tag okay so, wie er war. Und auch der morgige Tag wird okay sein. Und der danach. Und mit ein wenig Glück sogar noch der darauf folgende. Weil es sein muss. Weil es so geht.

Weil das alles nur in meinem Kopf ist!

Ist denn alles schon verbloggt?

Na, sind noch ein paar Leser hier? Ich glaube, so eine lange Pause gab es zwischen meinen Beiträgen noch gar nicht, auch wenn ich jetzt nicht so genau weiß, ob das etwas ist, worauf ich stolz sein sollte, oder etwas, das zu Sorge Anlass gibt … 😉

Jedenfalls habe ich diese Woche den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Mehr oder weniger. Denn meine schon in der letzten Woche angekündigte Faulheit ist in voller Breitseite aufrecht erhalten geblieben. Wobei ich inzwischen nicht mehr glaube, dass es Faulheit war, sondern mehr eine enorme Erschöpfung – ohne konkret zu wissen, was mich eigentlich so erschöpft.

In diesen Tagen habe ich mich manches Mal gefragt, ob ich denn eigentlich alles schon verbloggt habe. Denn selbst wenn die Arbeit an eigenen Texten sich zwischendurch mal schwer gestaltet hat, so konnte ich mich doch meist darauf verlassen, dass ich den Kontakt zu euch, meinen Bloglesern, aufrecht erhalten kann. Eher noch als den zu Freunden über E-Mail. Vielleicht, weil ich einen Blogbeitrag mit einer gewissen Leichtigkeit und einem Mut zur Leere schreibe, der mir ansonsten abgeht.

Aber egal, wir müssen ja auch nicht alles ausdefinieren. Also ihr müsst das nicht tun. Für mich selbst könnte es sich beizeiten lohnen, wenn ich mir das noch einmal genauer anschaue. Denn wenn ich für euch, meine Internetbuddies / Follower / Leser, meine Sprache finde, wieso dann eigentlich nicht für andere Menschen, bei denen die persönliche Bindung noch größer sein sollte?

Ihr merkt, ich fange schon wieder damit an, mir diese Gedanken zu machen, aber das lassen wir jetzt. Konsequent. Ha – ich und Konsequenz! 😉

Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass noch nicht alles verblogged ist. Ganz im Gegenteil, mir sind in den letzten Tagen zwei oder drei Gedanken gekommen, die ganz interessante Artikel abgeben könnten. Und die habe ich mir zumindest mal mit Stichworten vorgeplant. Ich gehe davon aus, dass ich ab kommender Woche, wenn mich das Ende meines Urlaubs sowieso wieder in andere Strukturen zwingt, auch wieder konsequenter bloggen werde.

Schon wieder dieses Wort mit „K“. Verwirrend, finde ich.

Wie dem auch sei, eigentlich ging es mir nur darum, mir selbst und auch euch zu schreiben, dass mir die Ideen für dieses Blog noch nicht ausgegangen sind. Die 1.000 Beiträge machen wir auf jeden Fall noch voll. Das wären ca. 150. Und danach schauen wir mal, was gerade so anliegt, nicht wahr?

Veröffentlichungen, Agenturbewerbungen, Arbeitsdokumentationen … hey, schließlich träume ich immer noch meinen titelgebenden Traum vom eigenen Buch. Und solange der nicht umgesetzt ist, kann diesem Blog überhaupt nicht der Gesprächsstoff ausgehen!